Rania Salsaa

Fr, 19. April 2013

Danach Taxi-Fahrt nach Bethlehem, wo wir uns

mit Frau Rania Salsaa, einer Palästinenserin vom Internationalen Begegnungszentrum Diyar in Bethlehem neben der  Evangelischen Weihnachtskirche trafen.

www.diyar.ps/

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Sie arbeitet als Lehrerin im Zentrum Talitha Kumi und engagiert sich zusätzlich im Begegnungszentrum Diyar. Dort finden unterschiedliche Aktivitäten statt, u. a. wurde ein palästinensischer Reiseführer produziert, für Kinder werden Karate, Ballett, Kunst, Schwimmen und Musik angeboten und zusätzlich Seniorenarbeit und Frauensport.

Die palästinensischen Lehrer und Kursleiter müssen arbeiten bis zum Umfallen und es gibt keine Krankenversicherung für alle. Sie selbst wird ab 60 keine Krankenversicherung mehr haben. Es nehmen auch viele Christen an den angebotenen Veranstaltungen teil. Bethlehem und Ramallah haben christliche Bürgermeisterinnen. Heute Morgen stand in der Jerusalemzeitung: die Mauer soll die Grenze zwischen Palästina und Israel sein, ist aber illegal im palästinensischen Gebiet errichtet. (in Deutschland ist ja die Mauer verschwunden, so wie die Apartheid in Südafrika verschwunden ist. Juden in aller Welt und zunehmend auch in Israel sind gegen die Apartheid, zB Rolf Verleger und Miko Peled, der Film „Töte zuerst“ = „the gatekeepers“ = „Shin Beth“ ist hervorragend. Im Juli 2012 lief Dror Morehs Dokumentarfilm “Shomrei Hasaf” deutsch: „Töte zuerst!“ in den israelischen Kinos an. )

Wir klammern uns an die Hoffnung.

Als Lehrerin hat sie schlecht geschlafen, sie muss die Gedanken an die Politik wegsperren, um die Arbeit mit Kindern zu schaffen und Positives weiterzugeben, um Hoffnung zu schaffen. So wie die Friedenspolitik in der DDR sich in den Kirchen sammelte. Und wenn morgen die Welt untergeht, wollen wir noch einen Olivenbaum pflanzen…

Sie ist der Meinung, dass es eine politische Lösung geben muss, die nicht immer durch  die Staaten und Organisationen mit Geldern zugestopft werden dürfe. Die Prinzipien der GIZ, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit seien wichtig. Alle möglichen Europäer sind beteiligt, denn bei den Palästinensern ist bei den momentanen Verhältnissen unter den Bedingungen der Besatzung keine politische Opposition möglich. Es gibt die Fatah und die Hamas, die Linke schläft. Es gibt viele Organisationen in Israel, z.B. „Breaking the silence“(Die Soldaten, die über ihre Erfahrungen in der Westbank sprechen). Nach ihrer Meinung geht es darum, den Teilungsplan einzuhalten, vorübergehend eine Zweistaatenlösung zu schaffen, dann am Beispiel Europas, nach 5-10 Jahren, eine Föderation zu erzeugen (siehe in dem Foto:  folgende Lösungsmöglichkeiten: eine Zwei-Staaten-lösung, eine Ein-Staatenlösung, eine Föderation, eine Konföderation, eine Schweizer Kantonslösung).

Sie hält Spenden an die lutherischen Institutionen für sinnvoll, die gute Projekte anbieten, während es mit den politischen Institutionen immer schlimmer würde und sie davon abrate, diese zu unterstützen.

Die von Christen initiierten und unterhaltenen Projekte Talitha Kumi, Diyar, Newe Shalom, Abrahams Herberge sind positive Beispiele, wo das Zusammenleben von Juden, Muslimen und Christen praktiziert wird. Wichtig sei Solidarität, sodass die Palästinenser das Gefühl haben, „wir haben jemanden, der an mich denkt“; und dass die Touristen kommen und realisieren, hier leben seit der Zeit von Jesus Christen. Religion könne den Menschen Halt geben. Eine politische Lösung sei nur durch Änderung der Haltungen von den USA und Europa möglich. Die fundamentalistischen Christen würden eine wichtigere Rolle für die Unterstützung des Apartheidsystems spielen als die Juden in USA. (Angemerkt wurde aus unserer Reisegruppe, der Kirchentag in Deutschland sei so beschämend gewesen wegen seines isolierten Blicks.) Sie selber sei Schülerin in Talitha Kumi gewesen, voriges Jahr hätte sie 20-jähriges Abitur gehabt. Sie habe in Köln Deutsch und Geschichte studiert und in der Erwachsenenbildung gearbeitet und lebte 9 Jahre in Deutschland. Vor 10 Jahren sei sie zurückgekommen, habe in ihrer Familie gelebt, arbeite als Lehrerin in Talitha Kumi. Sie meine, dass man seit den Nürnberger Prozessen auf das eigene Recht pochen und jedes Unrecht beim Namen nennen müsse.

Sie habe keinen Ehemann und keine Kinder.

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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