Der Kniefall von Warschau, ein Schlüssel…





Ihr Lieben Diese Nacht habe ich einen Einfall gehabt. Ich denke, es ist ein Schlüssel zum Trauma der Deutschen. Wie könnte man diese Idee verbreiten, zum Beispiel an die Schulen, an die Friedensbewegungen, an die Parteien, und an andere?   Grüße, Helmut

Der Kniefall von Warschau,

ein Schlüssel zu Willy Brandts Erfolg als Friedensstifter

 Als Willy Brandt in Warschau vor dem Mahnmal des Warschauer Ghettos auf die Knie fiel, identifizierte er sich damit als Kanzler von Deutschland mit der deutschen Schuld. Persönlich war er unschuldig, er hatte sein ganzes Leben im Widerstand zugebracht, aber die Mehrheit des Deutschen Volkes hatte sich schuldig gemacht. Er war deshalb auch heftig angefeindet worden. Zwar gab es immer etwas Widerstand in Deutschland, aber die Mehrheit des Volkes hatte sich von den braunen Argumenten einlullen lassen, sie hatten Hitler gewählt und mit wachsender Mehrheit ihn begeistert zu seinen heiseren und wütenden Reden beklatscht. (Er hatte den deutschen Protestbedarf repräsentiert?) “Treu“ hatten sie ihrem Führer gedient, und bis zum Schluss mehrheitlich zu ihm gestanden. Sobald seine Mehrheit in Gefahr war, hatte er mit richtigem Gespür reagiert, zum Beispiel bei den Frauen von Juden in Berlin , die die Befreiung ihrer Männer durchsetzten.

In dem Moment, wo Willy Brandt Kanzler des ganzen deutschen Volkes wurde, hat auch er sich mit diesem psychologisch richtig identifiziert, aber anders herum als dessen Repräsentant die Schuld des deutschen Volkes auf sich genommen. Und damit hat er die Sympathie der Welt gewonnen. Da konnten Die Russen auf ihn eingehen, weil er sich nicht groß und mächtig zeigte, sondern reuevoll. Damit hatte er die Grundlage für seine außenpolitischen Erfolge geschaffen, die in den Verträgen von Helsinki und der OSZE gipfelten.

Deshalb darf die Linke, solange sie die unterdrückten Armen repräsentiert, offensiv auftreten, muss aber, sobald sie die Mehrheit repräsentiert, sich psychologisch richtig einordnen und muss auch die deutsche Schuld repräsentieren. Wir werden, solange die Menschheit besteht, als Meister des Mordens bekannt sein: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“ Mit unserem fabrikmäßigem Morden an Minderheiten haben wir die Spitze an moralischer Verwerflichkeit erklommen. Andererseits haben wir mit der Aufarbeitung des Holocaust internationale Achtung erreicht. Jetzt müssen wir es schaffen, auch aus dieser Haltung heraus auch anderen bei ihrer Selbsterkenntnis zu helfen.

Zum Beispiel der israelischen Regierung, die sich als Folge des riesengroßen jüdischen Traumas der Vernichtung von sechs Millionen Juden gegenüber den Palästinensern grauenhaft verhalten hat und jetzt den BDS mit Unterstützung der Mehrheit der deutschen Regierung angreift, obwohl diese gewaltfrei nur die Anerkennung der Völkerrechtsverbrechen der israelischen Regierung fordert. Helmut Kässr

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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