ein Editorial vom August 16

Editorial von www.Free21.org , Ausgabe 4/16, S.2, unter diesem Link herunterladbar

Kleine Denkpause

Die absurde Geschichte rund um 9/11 hat jetzt eine Stufe erreicht, wo es kaum noch absurder werden kann. Während die Offiziellen in den USA jetzt mit Saudi Arabien darüber diskutieren, wer von beiden eigentlich für 9/11 verantwortlich ist, kann der Rest der Welt die Zeit für eine kleine Denkpause nutzen. 15 Jahre danach spricht man nicht mehr von Osama in seiner Höhle und seinen 19 „ferngesteuerten“ Flugpiraten. Keiner glaubt mehr, dass es viermal an einem Tag gelungen sein soll, die körperlich sehr fitten US-Flugkapitäne samt Kabinenpersonal mit einfachen Teppichmessern  zu zwingen, die Kontrolle der Flugzeuge wiederstandslos zu übergeben. Vier Mal. Die Geschichte ist so absurd, dass sie besser zu einem Hollywood-Schinken passt. Leider ist sie Teil der Weltgeschichte und bildet die Grundlage für den unsäglichen Krieg gegen den Terror. Die vielfältigsten Beweise sind seit diesem katastrophalen Tag aufgetaucht. Es gibt – wie vielen in der Bevölkerung bereits bekannt –  zahlreiche Fakten und Hinweise, die die Verantwortung sowohl von Teilen der Bush-Administration als auch von Kräften in Saudi Arabien an den Ereignissen vom 11. 9. belegen. Das Beweismaterial ist so massiv, dass beide Parteien jetzt keine andere Möglichkeit mehr haben, als sich gegenseitig dafür verantwortlich zu machen. Das bietet unseren westlichen Politikern jetzt die perfekte Gelegenheit, ihren Ruf zu retten. Denken Sie bitte darüber nach liebe Politiker, wieso wir uns von den USA immer wieder anlügen lassen und einfach weg schauen. Erinnern Sie sich noch an das Klima in Europa, als die Mauer fiel und die Sowjetunion freiwillig sämtliche Truppen aus Ostdeutschland zurückzog? Die Welt war voller Frieden und Hoffnung, der Kontinent Europa stand vor einer blühenden Zukunft und neuen Beziehungen mit dem gigantischen Nachbarn im Osten. Wer könnte etwas dagegen haben? Denken Sie bitte darüber nach. Lesen Sie den Bericht „Rebuilding America‘s Defences“ von PNAC aus dem Jahr 2000. Überlegen Sie sich: Was soll ein Land in einer friedlichen Phase tun, wenn es wirtschaftlich vom Krieg abhängig ist? Was ist mit dem ganzen Militärapparat, den Hunderten von Millitärbasen weltweit, der gesamten Flotte und Luftwaffe? Was soll aus der Industrie werden, die das Ganze beliefert? Die Waffenindustrie ist zunächst unter Bush und dann unter Obama explodiert. Die Waffenexporte aus den USA stiegen ins Unermessliche, schwere Waffen werden ganz offen oder über Stellvertreter wie Saudi Arabien direkt in die Krisengebiete geliefert. Wie kann es sein, dass der selbst ernannte Verteidiger von Frieden und Demokratie diese Aufgabe immer wieder mit Bomben und Tod löst? Und vor allem, warum machen wir hier in Europa immer wieder mit? In den letzten 15 Jahren sind Millionen von Menschen ums Leben gekommen und noch viel mehr befinden sich auf der Flucht. Wir sehen das genaue Gegenteil der Welt, die wir uns nach der Wende vorgestellt hatten. Sämtliche Kriege, Bomben und Drohnenmorde werden von den USA gesteuert –„entweder sind Sie mit uns oder mit den Terroristen“ – und für „Terroristen“ gelten keine Menschenrechte. Die USA haben die Welt mehrfach angelogen, um eigene Ziele durchzusetzen. Dieses Land ist vom Krieg nicht nur wirtschaftlich sondern auch kulturell abhängig. Ist es nicht unerträglich, sich in einer demokratischen Welt von einem Süchtigen steuern zu lassen? Die Kriegsmaschinerie in den USA wächst und wächst; Europa wird jetzt massiv mit Waffensystemen ausgestattet. Irgendwann knallt es. Denken Sie bitte jetzt darüber nach: Wollen Sie das wirklich?

Tommy  Hansen, Chefredakteur  free21.org

Es folgt der Artikel, der sich ebenfalls von Tommy Hansen mit diesem Thema beschäftigt: S.3-7, nach 15 Jahren Embargo gegen die Wahrheit: Ein Eisberg schmilzt, bitte im Magazin im PDF nachlesen…

 

 

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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1 Antwort zu ein Editorial vom August 16

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