Ioannidis, Lockdown

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/eci.13484

Zusammenfassung

Hintergrund und Ziele: Die restriktivsten nicht-pharmazeutischen Interventionen (NPIs) zur Kontrolle der Ausbreitung von COVID-19 sind obligatorische Hausbesuche und Betriebsschließungen. Angesichts der Konsequenzen dieser Maßnahmen ist es wichtig, ihre Auswirkungen zu bewerten. Wir bewerten die Auswirkungen von restriktiveren NPIs (mrNPIs) auf das epidemische Fallwachstum, die über die Auswirkungen von weniger restriktiven NPIs (lrNPIs) hinausgehen.

Methoden: Wir schätzen zunächst das COVID-19-Fallwachstum in Abhängigkeit von einer NPI-Implementierung in subnationalen Regionen von 10 Ländern: England, Frankreich, Deutschland, Iran, Italien, Niederlande, Spanien, Südkorea, Schweden und die USA. Unter Verwendung von Erstdifferenzmodellen mit festen Effekten isolieren wir die Effekte von mrNPIs, indem wir die kombinierten Effekte von lrNPIs und Epidemiedynamik von allen NPIs abziehen. Wir verwenden das Fallwachstum in Schweden und Südkorea, zwei Ländern, die keine obligatorischen Heimaufenthalte und Betriebsschließungen eingeführt haben, als Vergleichsländer für die anderen 8 Länder (insgesamt 16 Vergleiche)

Ergebnisse: Die Implementierung jeglicher NPIs war in 9 von 10 Studienländern mit einer signifikanten Reduktion des Fallwachstums verbunden, einschließlich Südkorea und Schweden, die nur lrNPIs implementierten (Spanien hatte einen nicht-signifikanten Effekt). Nach Abzug der Epidemie- und lrNPI-Effekte finden wir in keinem Land einen klaren, signifikanten positiven Effekt von mrNPIs auf das Fallwachstum. In Frankreich z. B. betrug der Effekt von mrNPIs +7% (95CI -5%-19%) im Vergleich zu Schweden und +13% (-12%-38%) im Vergleich zu Südkorea (positiv bedeutet pro-Ansteckung). Die 95%-Konfidenzintervalle schlossen in allen 16 Vergleichen einen Rückgang von 30% und in 11/16 Vergleichen einen Rückgang von 15% aus.

Schlussfolgerungen: Obwohl kleine Vorteile nicht ausgeschlossen werden können, finden wir keine signifikanten Vorteile auf das Fallwachstum von restriktiveren NPIs. Ähnliche Reduzierungen des Fallwachstums können mit weniger restriktiven Maßnahmen erreicht werden.

Abstract

Background and Aims: The most restrictive non-pharmaceutical interventions (NPIs) for controlling the spread of COVID-19 are mandatory stay-at-home and business closures. Given the consequences of these policies, it is important to assess their effects. We evaluate the effects on epidemic case growth of more restrictive NPIs (mrNPIs), above and beyond those of less restrictive NPIs (lrNPIs).

Methods: We first estimate COVID-19 case growth in relation to any NPI implementation in subnational regions of 10 countries: England, France, Germany, Iran, Italy, Netherlands, Spain, South Korea, Sweden, and the US. Using first-difference models with fixed effects, we isolate the effects of mrNPIs by subtracting the combined effects of lrNPIs and epidemic dynamics from all NPIs. We use case growth in Sweden and South Korea, two countries that did not implement mandatory stay-at- home and business closures, as comparison countries for the other 8 countries (16 total comparisons)

Results: Implementing any NPIs was associated with significant reductions in case growth in 9 out of 10 study countries, including South Korea and Sweden that implemented only lrNPIs (Spain had a non-significant effect). After subtracting the epidemic and lrNPI effects, we find no clear, significant beneficial effect of mrNPIs on case growth in any country. In France, e.g., the effect of mrNPIs was +7% (95CI -5%-19%) when compared with Sweden, and +13% (-12%-38%) when compared with South Korea (positive means pro-contagion). The 95% confidence intervals excluded 30% declines in all 16 comparisons and 15% declines in 11/16 comparisons.

Conclusions: While small benefits cannot be excluded, we do not find significant benefits on case growth of more restrictive NPIs. Similar reductions in case growth may be achievable with less restrictive interventions.

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.