KLUG – Klimawandel und Gesundheit

KLUG – Klimawandel und Gesundheit

Gesendet: Dienstag, 20. Oktober 2020 um 14:06 Uhr
Von: “H4F-Newsletter” <kontakt@healthforfuture.de>
An: helmut_kaess@web.de
Betreff: Health for Future Newsletter Oktober 2020

Neues von Health for FutureLiebe Health for Future Aktive,Ende September 2019 wurde Health for Future durch erste Mahnwachen in einigen Städten Deutschlands initiiert. Ein Jahr später ist Health for Future so aktiv wie nie im Engagement für Gesundheit, Klima- und Umweltschutz: in mittlerweile 52 Ortsgruppen, bei bundesweiten Kampagnen wie dem Klimastreik am 25. September und in überregionalen Arbeitsgruppen zu Themen wie Divestment, der politischen Arbeit und Social Media.Das starke Engagement von Health for Future – trotz der Herausforderungen die Covid-19 für eine Aktionsplattform und Bewegung bedeutet – hat dabei auch folgende Gründe:Zum einen vernetzen wir uns über kreative Aktionen und Projekte wie dem Klimastreik, der Health for Future Radtour von Koblenz nach Köln und Online-Workshops wie dem Health for Future Skills Lab.Zum anderen findet transformatives Handeln bei Health for Future über vielfältiges zivilgesellschaftliches, politisches, berufliches und ehrenamtliches Engagement in ganz unterschiedlichen Handlungsfeldern statt.Das Engagement vieler Menschen in Deutschland und international zeigt Wirkung. Das wird gerade durch einige politische Beschlüsse der letzten Tage und Wochen deutlich:Anfang Oktober fasste die Gesundheitsministerkonferenz zum ersten Mal einen Beschluss zu Klimawandel und Gesundheit.Beinahe zeitgleich veröffentlichte das Gesundheitsministerium eine neue Strategie zur globalen Gesundheit, in der Umwelt- und Klimaschutz als strategische Priorität festgelegt werden.Ebenfalls Anfang Oktober wurde mit Sabine Gabrysch Deutschlands erste Professorin für Klimawandel und Gesundheit in den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen berufen.In Großbritannien hat der britische Gesundheitsdienst NHS Details bekannt gegeben, wie er als erster Gesundheitsdienst weltweit Klimaneutralität erreichen will.In diesem Newsletter berichten wir von den Aktionen von Health for Future, Möglichkeiten sich einzubringen, und politischen Erfolgen für Klima- Umwelt- und Gesundheitsschutz.
“Kein Grad Weiter” – Health for Future als Gesundheitsblock in vielen Städten auf der StraßeHealth for Future bildete in vielen Städten Deutschland einen Gesundheitsblock beim globalen Klimastreik am 25. September.Health for Future forderte die Politik dabei nachdrücklich zum Handeln auf: “Gesunde Menschen können nur auf einem gesunden Planeten leben. Unsere Politiker*innen müssen die Dringlichkeit erkennen, sich entschlossen für eine nachhaltige Zukunft engagieren,” sagte Alexander Stern, Medizinstudent und Mitglied der Health for Future-Ortsgruppe Mainz-Wiesbaden. In Aachen rief Vanessa Ruan von “Health for Future” zum Klimastreik auf: „In Berufskleidung wollen wir zeigen, dass die Klimakrise eine ernstzunehmende Gesundheitsbedrohung auch in unserer Stadt ist.“Hier könnt Ihr Euch die verschiedenen Aktionen von Health for Future Gruppen in ganz Deutschland anschauen.Health for Future Radtour von Koblenz nach Köln vernetzt Aktive aus ganz DeutschlandBereits am Wochenende vor dem Klimastreik trafen sich 70 Health for Future Aktive aus ganz Deutschland für eine Radtour von Koblenz nach Köln – natürlich mit entsprechendem Hygienekonzept. Die Radtour startete mit einer Critical Mass in Koblenz, setzte sich in Kleingruppen über Remagen und Bonn entlang des Rheins fort und endete mit einer Abschlusskundgebung und Demonstration in Köln. Den kompletten Ablauf könnt Ihr hier im Twitter-Thread von Health for Future Hamburg verfolgen.Health for Future Skills Lab: Kompetenzen für Transformatives HandelnIm Health for Future Skills Lab entwickeln wir gemeinsam mit Expert*innen Kompetenzen für Transformatives Handeln. Der Fokus des ersten Skills Labs lag dabei auf der poitischen Kommunikation und dem Agendasetting, denn gesundheitsbezogene Argumente werden bislang nur unzureichend in politischen Entscheidungen und Maßnahmen zu Klima- und Umweltschutz berücksichtigt.Im ersten Health for Future Skills Lab im September erarbeiteten wir daher mit der Bürgerlobby Klimaschutz und den Psychologists for Future Techniken und Strategien für die Ansprache von Politiker*innen.So wie viele andere Teilnehmende hat Astrid Polzer von Health for Future Hamburg im Anschluss an das Skills Lab ein Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten in ihrem Wahlkreis angefragt und schnell einen Gesprächstermin bekommen.Hier beschreibt sie Ihre Erfahrung: “Die Botschaft, dass ich nicht allein bin mit Hemmungen für ein solches Gespräch, hat mich bestärkt, es zu wagen. Die gute, auf den Punkt gebrachte Präsentation zum Nachlesen mit dem EPIK Leitfaden und einem Beispiel des Lasertalks helfen mir sehr bei der Vorbereitung und Planung des Gesprächs. Meine Motivation diesen Schritt zu gehen besteht vor allem in der Aussage, dass Politiker*innen tatsächlich auf direkte Anfragen aus der Bevölkerung reagiert und dass jede*r, der/die diesen Schritt geht, eine große Anzahl an Menschen hinter sich hat, die ähnliche Forderungen haben. Außerdem möchte ich alles, wozu ich mich fähig fühle, versuchen, um die Dinge auf diesem schönen Planeten etwas besser zu machen.”Das nächste Skills Lab ist bereits geplant. Hier könnt Ihr Euch dafür anmelden:
Unterstützung gesucht für Studien zu Klimaschutz in deutschen Praxen und zum Wissen über die Zusammenhänge von Klimakrise und Gesundheit bei Patient*innenNeben der politischen Arbeit sind Bildung, Forschung und die Arbeit in Praxen und Niederlassungen weitere Handlungsfelder, in denen Health for Future aktiv ist. Aktuell laufen gleich zwei Studien von Health for Future Aktiven an der Schnittstelle dieser Themen. Ihr könnt die Health for Future Aktiven dabei unterstützen.Vom 1. Oktober bis Ende des Jahres läuft die erste großflächige Studie zu Klimaschutz in deutschen Praxen, durchgeführt von Marlene Thöne (Health for Future Tübingen) und Nikolaus Mezger (Health for Future Leipzig). Bitte helft bei der Verbreitung der Umfrage und leitet sie an alle in Niederlassungen arbeitenden Ärzt*innen weiter, um wissenschaftliche Daten zum momentanen Stand, zur Bereitschaft und zu Hürden bezüglich Klimaschutz in Praxen zu erheben. Ärzt*innen haben als mögliche change agents ein enormes Potential zu klimafreundlicher Veränderung beizutragen. Klickt hier für weitere Informationen und die wissenschaftliche Basis der Studie.Lydia Reismann (Health for Future Regensburg) untersucht in ihrer Studie das Wissen über die Zusammenhänge von Klimakrise und Gesundheit bei Patient*innen im Wartezimmer von hausärztlichen Praxen. Kennt Ihr Inhaber*innen von Hausarztpraxen, oder arbeitet selbst in diesem Rahmen? Dann meldet Euch gerne bei Lydia Reismann unter planetare.gesundheit@ukr.de.Gesundheitsministerkonferenz: Klimawandel ist HerausforderungIn den letzten Wochen kam es zu einigen politischen Entwicklungen, die einerseits Früchte des Einsatzes vieler Menschen in Deutschland und international sind. Andererseits spiegeln sie das wachsende Verständnis der Zusammenhänge zwischen Klima-, Umwelt- und Gesundheitsschutz wieder und dienen als Argumente bei der Forderung nach konkretem politischen Handeln.Engagiertes Handeln in Sachen Klimawandel forderte die 93. Gesundheitsministerkonferenz (GMK), eines der wichtigsten gesundheitspolitischen Gremien Deutschlands, auf ihrer Tagung am 30. September und 1. Oktober in Berlin. Zum ersten Mal wurde damit ein Beschluss zu Klimawandel und Gesundheit gefasst. In dem Beschluss der GMK heißt es, das Gesundheitswesen müsse sich nicht nur auf eine erweiterte Inanspruchnahme einstellen, sondern auch selbst vorbildhaft und umfassend Maßnahmen gegen den Klimawandel und für Klimaanpassung ergreifen.Für neun klima- und gesundheitsrelevante Handlungsfelder wurden Maßnahmen beschlossen: Hitze, Aus-, Fort-und Weiterbildung in den Gesundheitsberufen, Stärkung klimabezogener Gesundheitskompetenz und Prävention,  Wissenschaft und Forschung, umwelt- und klimafreundliche Medizinprodukte und nachhaltige Beschaffung bis hin zum Aufruf, Kapitalanlagen klimafreundlich anzulegen sowie Empfehlungen zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks.Bundesregierung legt Klima- und Umweltschutz als strategische Priorität im Engagement für globale Gesundheit festAuch auf Bundesebene gibt es erfreuliche Entwicklungen. Umwelt, Klimawandel und Gesundheit ganzheitlich anzugehen wurde als eine der strategischen Prioritäten in der Strategie der Bundesregierung zur globalen Gesundheit festgelegt. Konkret setzt sich die Bundesregierung zum Ziel, “Klima- und Umweltschutz im Sinne von Gesundheitsschutz voranzutreiben, das heißt, für die Gesundheit nachteilige Umwelt- und Klimaeinflüsse zu erkennen, zu reduzieren und zugleich zur Anpassung des Gesundheitsversorgungssystems an den Klimawandel und zur Minderung der Klimawandelfolgen beizutragen […] Der Gesundheitssektor sollte eine Vorreiterrolle einnehmen und klimaneutral gestaltet werden.”Besonders interessant ist die explizite Hervorhebung des Planetary Health Ansatzes, der interdisziplinär und sektorübergreifend “gleichzeitig die menschliche Gesundheit und die politischen, ökonomischen und sozialen Systeme sowie den Zustand der natürlichen Systeme der Erde in den Blick nimmt, von denen die Zivilisation abhängt.”
Prof. Dr. Dr. med. Sabine Gabrysch in den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) berufenSabine Gabrysch, Professorin für Klimawandel und Gesundheit an der Charité – Universitätsmedizin Berlin und Leiterin der Forschungsabteilung Klimaresilienz am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung wurde als neues Mitglied in den Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) berufen. Der WBGU wurde 1992 im Vorfeld der UN-Konferenz in Rio de Janeiro als unabhängiges wissenschaftliches Beratergremium der Bundesregierung mit dem Auftrag eingerichtet, globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme und deren Folgen zu analysieren und zur Lösung Handlungs- und Forschungsempfehlungen an die Bundesregierung zu erarbeiten.Sabine Gabrysch ist Gründungsmitglied der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) und hat die erste Professur für Klimawandel und Gesundheit inne. Hier könnt Ihr den Vortrag von Sabine Gabrysch bei der Planetary Health Academy anschauen, in dem Sie die ihr Forschungsfeld vorstellt.Das Null-Emissions-Projekt des britischen Gesundheitsdienstes NHS liefert innovative IdeenInspiration für anstehende Veränderungen im deutschen Gesundheitssystem könnte aus Großbritannien kommen. Am 1. Oktober hat der britische National Health Service (NHS) erklärt, emissionsfrei und damit klimaneutral werden zu wollen. Damit ist der NHS weltweit der erste staatliche Gesundheitsdienst mit diesem Ziel. Bis 2028 sollen seine Emissionen (in CO2-Äquivalenten) bereits um 80 Prozent reduziert werden (endgültig 2040), im Jahr 2045 auch alle Zulieferer einbezogen worden sein. Vorgesehen sind auch verschärfte Vorgaben für Klinikneubauten. Internationale Wissenschaftler*innen schlagen ein planetares Gelöbnis für Gesundheitsberufe vorWenn die Erde krank ist, kann der Mensch nicht gesund sein – diese Überzeugung ist die Basis eines neuen „Hippokratischen Eids“, den Vertreter*innen von Gesundheitsberufen aus dem In- und Ausland etablieren möchten – und jüngst im Lancet zur Diskussion gestellt haben. Darin steht unter anderem das Bekenntnis, „mein Leben in den Dienst der Menschheit zu stellen und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, von denen die menschliche Gesundheit abhängt.“„Wir haben dieses Gelöbnis entwickelt, weil das öffentliche Bekenntnis, sich für die Gesundheit anderer einzusetzen, ein ganz wichtiger Schritt im Leben von jungen Mediziner*innen und allen anderen Gesundheitsberufen ist“, erklärt Katharina Wabnitz, deutsche Ärztin und Forscherin an der englischen Universität Cambridge. „Wir leben im Anthropozän, dem Zeitalter, in dem der Mensch den Lebensraum Planet Erde massiv verändert. Die menschliche Gesundheit und letztlich das Überleben der Menschheit, wie auch das vieler anderer Arten, sind stark von diesen Entwicklungen bedroht.“Du willst selbst bei Heath for Future aktiv werden? Kontaktiere eine Health for Future Gruppe in Deiner Region oder schreibe eine Mail an kontakt@healtforfuture.de um Dich zu vernetzen.Es gründen sich auch laufend neue Ortsgruppen, wie zum Beispiel in Nürnberg. Dort findet am 5. November ein Gründungstreffen statt. Wenn Du daran interessiert bist, schreibe eine Mail an hff-n@freenet.de.Alles Gute und herzliche Grüße,Felix
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Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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