Leibzig-Demonstration im November…

Hier ist ein Video von dem Journalisten Reitschuster von den Vorfällen… Und hier die entsprechende Stelle auf der Homepage von Reitschuster

Hier ist die Meldung von Web.de zu der Demo in Leibzig, zu der ich mir noch Leserbriefe von Menschen, die teilgenommen haben, erhoffe.

https://web.de/magazine/panorama/eskalation-ansage-querdenken-demo-triumphierend-leipzig-35246664

Mein Vorschlag: eine integrative Demo mit Mundschutz und etwa diesen Parolen:

Corona: Aus dem Weckruf lernen!

Die Alten schützen!

Freiheit erhalten!

Die Friedensdividende einstreichen!

Das richtige Klima bewahren!

Gute soziale Verhältnisse für alle!

Das gehört alles für die menschliche Familie zusammen!

Eskalation mit Ansage: “Querdenken”-Demo zieht triumphierend durch Leipzig

Aktualisiert am 08. November 2020, 19:04 Uhr

Zehntausende Menschen haben in Leipzig gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert und dieselben dabei massenhaft missachtet. Sie betonen ihre Friedlichkeit, trotzdem fliegt Pyrotechnik. Am Ende lässt die Polizei die Menge ziehen.

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Am Ende hatten sie erreicht, was sie wollten: Sie kamen zu Zigtausenden nach Leipzig, missachteten so gut wie kollektiv die Corona-Regeln und zogen am Ende triumphierend über den Leipziger Innenstadtring, die Route der legendären Montagsdemos in der DDR. Aus ganz Deutschland, das war an den vielen Dialekten der Teilnehmer zu hören, waren Anhänger der “Querdenken”-Bewegung am Samstag zu ihrer Demonstration gegen die Corona-Politik angereist. Ihr Protest begann friedlich – und doch provozierten sie mit der massenhaften Missachtung der Corona-Regeln die Auflösung der Veranstaltung. Einen Tag später ist die Empörung über die Bilder aus Leipzig groß.

20.000 Teilnehmer: Rechtsextreme, Esoteriker, Verschwörungstheoretiker

Wie schon auf Demos der Bewegung in Berlin oder Konstanz mischten sich auf dem Augustusplatz in der Leipziger Innenstadt Rechtsextreme mit Esoterikern, Verschwörungstheoretikern und unscheinbaren Teilnehmern. Die einen tanzten, sangen und meditierten – andere schwenkten Fahnen mit Bezug in rechtsextreme Kreise. Zweieinhalb Stunden ließ die Stadt die nach Polizeiangaben 20.000 Teilnehmer – andere Beobachter gingen von mehr als doppelt so vielen aus – ihren Unmut über die Corona-Einschränkungen kundtun. Dann löste die Stadt die Veranstaltung auf, und die bis dahin ruhige Stimmung begann zu kippen.

Raketen, Schlägereien, Angriffe auf Reporter

Faktisch blieb die große Masse der Teilnehmer einfach an Ort und Stelle. Die Polizei forderte sie zum Abzug auf – doch die “Querdenker” beharrten darauf, über den Innenstadtring zu ziehen. Dabei kam es zu einzelnen Schlägereien zwischen Teilnehmern und Gegendemonstranten, an einer Polizeisperre flogen Raketen, Rauchtöpfe wurden gezündet. Angriffe gab es auch auf die Presse: Die Journalistengewerkschaft DJU meldete am Abend mindestens 32 Attacken auf Reporter, die im Wesentlichen von “Querdenken”-Teilnehmern ausgegangen seien. Die Polizei bestätigte, dass Journalisten angegriffen wurden, und bat diese, sich zu melden.

Polizeipräsident: “Man bekämpft eine Pandemie nicht mit polizeilichen Mitteln, sondern nur mit der Vernunft der Menschen”

Nur mit massiver Gewalt hätte man die Demonstranten daran hindern können, sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe. Das habe man vermeiden wollen und den Ring deshalb freigegeben. Das Ziel, den Infektionsschutz zu sichern, habe man nicht erreicht, räumte Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze ein. “Man bekämpft eine Pandemie nicht mit polizeilichen Mitteln, sondern nur mit der Vernunft der Menschen”, fügte er hinzu. Sprüche wie “Frieden, Freiheit, keine Diktatur” und “Merkel muss weg” skandierten die noch immer Zigtausenden Teilnehmer, als sie die Protestroute der Freiheitsbewegung von 1989 abschritten.

Oberverwaltungsgericht ließ Kundgebung zu

Im Vorfeld hatten sich Stadt und Organisatoren über die Veranstaltung mitten in der Corona-Krise gestritten. Die Stadt hatte damit gerechnet, dass die Demonstranten sich nicht an die Regeln zum Schutz vor der Corona-Pandemie halten würden. Um das Infektionsrisiko gering zu halten, wollte sie die Veranstaltung an den Stadtrand legen. Das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) kassierte das jedoch am Samstagmorgen und ließ die Kundgebung auf dem Augustusplatz zu – unter der Bedingung, dass die Maskenpflicht eingehalten und die Teilnehmerzahl 16.000 nicht überschreiten wird.

“Planungsdesater”: Polizei und Ordnungsamt am Ende überfordert

“Das OVG hat uns eine Entscheidung auf den Tisch gelegt, die nur sehr, sehr schwer umzusetzen war”, sagte Stadt-Sprecher Matthias Hasberg. Oberbürgermeister Burkhard Jung zeigte sich am Sonntag “empört” über den Richterspruch. Die Kommune sei zudem von Bund und Land alleine gelassen worden. Der sächsischen Landesregierung warf der SPD-Politiker eine “halbgewalkte Coronaschutz-Verordnung” vor, die Busanreisen und Hotelübernachtungen der Demonstranten ermöglicht habe. Polizei und Ordnungsamt seien am Ende überfordert gewesen.

SPD, Linke und Grüne in Sachsen forderten Aufklärung im Innenausschuss. Ein “Planungsdesater” habe dazu geführt, dass sich der Staat von Demokratiefeinden habe vorführen lassen, erklärte der sächsische Grünen-Innenexperte Valentin Lippmann. Auch Bundespolitiker wie Außenminister Heiko Maas und Justizministerin Christine Lambrecht (beide SPD) verurteilten die Corona-Demo. Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU), als Polizei-Zuständiger selbst in der Kritik, nannte die Demo die “größte Corona-Party”. Es sei unverantwortlich gewesen, sie in der Innenstadt zuzulassen.

Teilnehmende tanzen Polonaise und singen “Oh, wie ist das schön”

Die Veranstalter kündigten an, gegen die Auflösung zu klagen. Die Ordnungswidrigkeit hätte einzeln festgestellt werden müssen bei jedem Demonstranten, sagte “Querdenken-Initiator Michael Ballweg, der selbst nicht in Leipzig war, der dpa. Die Behörden hätten den Aufbau bis zur OVG-Entscheidung behindert – deshalb hätten nicht genug Lautsprechertürme errichtet werden können, um die Masse zu entzerren.

Doch am Samstagabend hätten die Lautsprechertürme nichts genutzt: Zehntausende zogen über den Innenstadtring und machten keine Anstalten, nach Hause zu gehen. Ausgelassen feierten die Teilnehmer der aufgelösten Demo ihren Triumph über die Behörden. Sie tanzten Polonaise und sangen “Oh, wie ist das schön”, als gäbe es keine Pandemie. (Birgit Zimmermann/André Jahnke/Fabian Albrecht/Theresa Held/dpa/ash)

Wut und Ausschreitungen in Leipzig

Rund 20.000 Menschen sind in Leipzig zusammengekommen, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Die Initiative “Querdenken-711” hatte dazu aufgerufen.

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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