Eröffnungsrede von Gudula Wegmann

Liebe Friedensfreunde und -freundinnen.

Zum „Flaggentag“ der MfP haben wir gestern – zum 4. Mal – die Dornse nutzen dürfen. Es ist hier also schon eine Tradition entstanden.
Und es ist ja auch der richtige Ort zum Begehen des „Flaggentags“.
Denn auch Braunschweig gehört zu den vielen Städten in der ganzen Welt, deren Bürgermeister sich als MfP für atomare Abrüstung einsetzen.
Wir freuen uns, dass Braunschweig „Flagge zeigt für eine atomwaffenfreie Welt“! So hisst unsere Stadt die Flagge gegen Atomwaffen am Rathaus auf dem Platz der Dt. Einheit.In diesem Sinne findet hier auch heute die Kundgebung der friedensbewegten Braunschweiger statt – übrigens seit ein paar Wochen schon jeden Samstag ab 11 Uhr.Weltweit führende Atomwissenschaftler warnen jetzt:
Die Doomsday Clock (Endzeit-Uhr) in NY steht auf weniger 2 Min vor 12!
Sie wollen das nicht als Panikmache verstanden wissen, sondern als eine ernsthafte Mahnung, wie wir mit unserer Welt umgehen:Frieden schaffen ist das Gebot der Stunde !Fast 15000 Atomwaffen, davon mehr als 4000 in höchster Alarmbereitschaft, bedrohen die Menschheit – eine Gefahr, die immer schwieriger zu kontrollieren ist.Das Friedensinstitut SIPRI hat neue Zahlen zu Atomwaffen vorgelegt. Die Zahl der Sprengköpfe ist zwar gesunken, trotzdem ist der Trend klar: Die Massenvernichtungswaffen werden modernisiert, es wird also massiv aufgerüstet! Wir wollen diesen Trend umkehren. Denn ein Atomkrieg wird immer wahrscheinlicher, wenn die Modernisierung dieser Waffen Atom-Kriege als führbar erscheinen läßt.Aber: friedlich denken allein genügt nicht !

  • Friedensaktivistinnen und -aktivisten haben in den letzten Tagen zwei Zufahrtsstraßen zum Atomwaffenstützpunkt Büchel blockiert. Am Tag zuvor gab es eine international besetzte Podiumsdiskussion mit Leuten von IPPNW und ICAN. Damit sind die Büchel-Proteste in die heiße Phase gestartet. Und wir setzen uns hier mit unseren Kräften dafür ein, dass D seine – unsere – „Nukleare Teilhabe aufkündigt“.
  • Staaten müssen Anstöße geben, damit es mit der atomaren Abrüstung vorangeht. Denn nur durch die Initiative Österreichs ist schließlich Fahrt in die UN gekommen, einen Verbotsvertrag auszuarbeiten. Jetzt kommt es darauf an, dass weitere Staaten als die bisherigen 122 unterzeichnen, besonders auch die durch einen “begrenzten Atomkrieg” gefährdeten europäischen. Und da könnte Deutschland die Initialzündung geben.
  • Auch die Stopp Air Base Ramstein Protestwoche 2018 liegt hinter uns. 300 BlockiererInnen gelang es, die Air Base Ramstein am Haupttor für 45 Minuten symbolisch zu schließen – diese erstmals durchgeführte Blockadeaktion im Rahmen der Protestaktionen gegen die Air Base Ramstein war ein Meilenstein in den gewaltfreien Aktionen des zivilen Ungehorsams. Auch dort heißt es: „Wir kommen wieder!“.

Dem Entwurf für den Bundeshaushalt 2019 zufolge soll der Verteidigungsetat nächstes Jahr auf 42,9 Milliarden Euro steigen. Das wäre ein Plus von ca. 10% gegenüber 2018 – übrigens 675 Millionen Euro mehr als bisher für 2019 vorgesehen. Dem Protest dagegen haben wir es wohl auch zu verdanken, dass wir vom Friedenszentrum uns freuen können über die breiter werdende Unterstützung in unserer Stadt. Nicht zuletzt auch wg. dieser Etatausweitung für Rüstung und Kriegsforschung (Cybervalley zw. Stuttgart und Tübingen) haben sich dem Aufruf zum Flaggentag die Gewerkschaften IGM und GEW und die gewerkschaftsnahe Bildungseinrichtung A&L angeschlossen.

Brigitte C-G hat gestern gesagt:
„Damit das Mögliche entsteht, muss das unmöglich Scheinende versucht werden.“ Wir, das Friedenszentrum und Friedensbündnis, machen also – natürlich – weiter:

  • Wir setzen uns ein für die Abschaffung der deutschen Atomwaffen: in Büchel: Übrigens sogar entspr. dem Bundestagsbeschluss von 2010 nach FDP-Koalitionsbed. Nur die damalige Regierung und die bis jetzt folgenden halten sich nicht daran!
  • Wir setzen uns ein gegen Rüstungsexporte, insbesondere die sog. „Klein“-Waffen.
  • Wir machen weiter mit unseren verschiedenen Aktivitäten zu den Gedenktagen, zu Gedenkstätten und -orten.
  • Wir wollen auch viele neue Partner in Braunschweig gewinnen. Aktive Gruppen aus – im weitesten Sinne – friedens- und sozialpolitischen Bereichen und gerne auch Einzelpersonen.
  • Enden möchte ich mit dem Hinweis auf unsere nächsten Veranstaltungen:
    Am 10. August begehen wir am Hiroshima-Ufer mit 100 Kerzen auf der Oker den Gedenktag zu Hiroshima und Nagasaki.
    In unserer VHS-Reihe „Wege zu einer Kultur des Friedens“ haben wir am 16.8. das Thema „Herausforderung China“.

 

 

 

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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Ein Kommentar zu Eröffnungsrede von Gudula Wegmann

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