MV der IPPNW 2026 in Jena
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,
am Wochenende hat das IPPNW-Jahrestreffen und -Mitgliederversammlung mit 120 Teilnehmer*innen im schönen Jena unter tatkräftiger Unterstützung der Jenaer Regionalgruppen- und Studierendengruppe stattgefunden.
Eine Dokumentation finden Sie auf unserer Homepage https://www.ippnw.de/aktiv-werden/termine/ippnw-jahrestreffen/ippnw-jahrestreffen-2026.html
Hier noch eine Zusammenfassung des Vortrags von Prof. Klaus Dörre von Stefan Teweleit (IPPNW Jena) sowie eine Zusammenfassung des Vortrags von Prof. Varwick auf dem Workshop „Entspannungspolitik 2.0“.
Letzteren Vortrag haben wir auch als Video aufgezeichnet, das wir veröffentlichen werden, sobald es geschnitten ist. Die Dokumentations-Seite wird fortlaufend ergänzt.
Die Beschlüsse der Mitgliederversammlung finden Sie im digitalen Büro der IPPNW unter https://ippnw.xn--digitalesbro-mlb.org/index.php/s/cWHKkXnNYrfLCDs
Erste Fotos vom Jahrestreffen gibt es hier: https://www.flickr.com/photos/ippnw/albums/72177720333330031
Medienecho:
Im Folgenden noch unsere gestern versendete Pressemitteilung.
Mit freundlichen Grüßen
Angelika Wilmen
IPPNW-Pressemitteilung vom 21.04.2026
IPPNW-Jahrestreffen Jena
Friedensorganisation fordert Absage an Hochrüstung und Umkehr hin zu Diplomatie
Die medizinische Friedensorganisation IPPNW hat auf ihrem Jahrestreffen mit 120 Teilnehmer*innen ein grundsätzliches Umsteuern von der Kriegsvorbereitung hin zu einer Friedensorientierung gefordert.
„Die Missachtung internationaler Rechtsstandards hat sich in den letzten Monaten weiter verschärft. Der russische Angriff auf die Ukraine hält an, ebenso die andauernde Tötung und Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung durch Israel. Die völkerrechtswidrigen Militärangriffe der USA und Israels gegen den Iran und den Libanon sowie die iranischen Gegenangriffe auf die Golfstaaten verschärfen die existentielle globale Krise internationaler Institutionen, allen voran der UN. Die wachsende Anzahl von Kriegen und die Ausbeutung unseres Planeten durch fossile Konzerninteressen und Regierungen aus den Ölstaaten, aus Russland und den USA zerstören unsere Lebensgrundlagen – direkt und indirekt“, heißt es in dem am Wochenende verabschiedeten Leitantrag.
Nach den absolut inakzeptablen Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit der „Auslöschung der iranischen Zivilisation“ forderte die Friedensorganisation von der Bundesregierung die Vereidigung von Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit: „In dieser existentiellen globalen Krise ist es inakzeptabel und gefährlich, dass die Bundesregierung sich dieser Entwicklung nicht entgegenstellt, sondern sie direkt oder indirekt mitträgt. Deshalb fordern wir von unserer Regierung eine Politik der Umkehr hin zu Diplomatie, Entspannungspolitik, Rüstungskontrolle und Abrüstung. Die Bundesregierung muss ihre Unterstützung der Kriege der USA und Israels beenden, die Waffenlieferungen an Israel einstellen und dem Beispiel Spaniens folgen und die Nutzung der US-Basen für die Kriegsführung gegen den Iran untersagen. Die Verteidigungsetats der NATO-Staaten sollen bis 2035 auf bis zu 5 Prozent des Bruttoinlandprodukts anwachsen. Für Deutschland würde dies bedeuten, dass künftig beinahe die Hälfte aller Bundesmittel ins Militär fließen müssten. Wir erteilen der Hochrüstung in der EU und NATO eine deutliche Absage.“
In einem weiteren Antrag hat sich die Mitgliederversammlung mit der Situation in Israel/Palästina beschäftigt: „Die zunehmende Annexion des Westjordanlandes, die humanitäre Katastrophe in Gaza und die Repression gegen Palästinenser*innen gehen ungezügelt weiter.“ In dem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, ihre Politik grundlegend zu ändern. „Die Politik der Rückendeckung für die israelische Regierung und des „Offenhaltens von Kanälen“ ist gescheitert. Es kann und wird keinen gerechten Frieden in Nahost geben, solange kein Selbstbestimmungsrecht für die Palästinenser*innen verwirklicht wird.“
Dr. Angelika Claußen, Co-Vorsitzende der IPPNW, erklärt: „Gerade als Expert*innen im Gesundheitswesen wissen wir, dass wir im Falle eines nuklearen Angriffs nicht werden helfen können. Deshalb macht uns das Auslaufen des letzten großen Rüstungskontrollvertrags New START so große Sorgen. Seitdem können die USA und Russland ungebremst nuklear aufrüsten. Wir müssen uns einer neuen Rüstungsspirale entgegenstellen. Eine erneuerte UNO und die Stärkung des Völkerrechts bleiben die beste Grundlage für die Abschaffung der Atomwaffen und die Durchsetzung des Atomwaffenverbotsvertrags als neue Norm.“
Den Auftakt des Kongresses bildete ein Vortrag von Klaus Dörre zum Thema „Nach der ‚Zeitenwende‘: Rüstung erzeugt Krieg“. Der emeritierte Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sprach über die umgekehrte Konversion: „Anstatt einer Rüstungskonversion erleben wir derzeit eine Konversion zur Rüstungsindustrie. Die Bundesregierung investiert Hunderte Milliarden, um Deutschland „kriegstauglich“ zu machen – von der Infrastruktur bis zu Krankenhäusern. Der sozial-ökologische Umbau bleibt dabei auf der Strecke. Wer die Rüstungsproduktion langfristig steigert, erhöht auch die Chancen für deren Einsatz.“
Die IPPNW-Jahreskonferenz bot neben einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen und Workshops zum Abschluss auch eine öffentliche Aktion für den Frieden. Unter dem Motto „Jena singt für den Frieden“ versammelten sich die Teilnehmer*innen des Jahrestreffens sowie interessierte Bürger*innen auf dem Kirchplatz. Zahlreiche Chöre, Musikgruppen und Solist*innen setzten mit ihrer Stimme ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt und für Menschlichkeit und Zusammenhalt.
Weitere Informationen:
Leitantrag: Widerstand gegen das Recht des Stärkeren! Für Völkerrecht und Abrüstung!
Antrag: Frieden in Nahost (Westasien) und Gerechtigkeit für Palästina
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Angelika Wilmen Geschäftsstellenleiterin, Friedensreferentin
IPPNW e. V. Frankfurter Allee 3, 10247 Berlin +49-(0)30-698074-13 Gemeinsam arbeiten wir für Frieden und eine Welt ohne atomare Bedrohungen.
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