Rede Gudula Wegmann

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Vertreter und Vertreterinnen der Stadt Braunschweig, liebe Friedensfreunde und -freundinnen.

Zu unserer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum sog. „Flaggentag“ begrüße ich Sie alle als Vertreterin der Braunschweiger Friedensbewegung. Ich begrüße besonders Dr. Helmut Blöcker, der gleich das Grußwort der Stadt sprechen wird, und Herrn Bachmann, den Vizepräsidenten des nds. Landtages.

Das Braunschweiger Friedensbündnis bedankt sich bei der Stadt Braunschweig, dass wir dieses Jahr wieder – zum 3. Mal – die Dornse nutzen dürfen. Es ist hier also schon eine Tradition entstanden.
Und es ist ja auch der richtige Ort zum Begehen des „Flaggentags“.
Denn auch Braunschweig gehört zu den 470 deutschen Städten, deren Bürgermeister sich als MfP für atomare Abrüstung weltweit einsetzen.
Wir freuen uns, dass Braunschweig „Flagge zeigt für eine atomwaffenfreie Welt“! Von heute bis Dienstag hisst unsere Stadt an zwei Rathäusern die Flagge gegen Atomwaffen!

12 weltweit führende Atomwissenschaftler warnen jetzt:
Die Doomsday Clock (Endzeit-Uhr) in NY steht auf weniger als 3 Min vor 12!
Sie wollen das nicht als Panikmache verstanden wissen, sondern als eine ernsthafte Mahnung, wie wir mit der Welt umgehen.
Mehr als 15000 Atomwaffen, davon mehr als 4000 in höchster Alarmbereitschaft, bedrohen die Menschheit –
eine Gefahr, die immer schwieriger zu kontrollieren ist.

  • Wir erinnern heute an das Russell-Einstein-Manifest von 1955. Diese beiden berühmten Denker und 10 weitere internationale Wissenschaftler warnten schon damals im „Kalten Krieg“ vor der Auslöschung der Menschheit in Folge eines Kernwaffen-Einsatzes in einem großen kriegerischen Konflikt.
  • Wir erinnern an das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs vom 8. Juli 1996, das die Androhung und den Einsatz von Atomwaffen als Verstoß gegen das Völkerrecht wertet und die Weltgemeinschaft auffordert, ernsthafte Verhandlungen zur Beseitigung von Kernwaffen aufzunehmen. Dieses Datum nahmen die „Mayors for Peace“ zum Anlass des jährlichen Flaggentags.
  • Wir stellen heute die Verhandlungen vor den VN in den Brennpunkt unserer Aufmerksamkeit, die zu einem globalen Atomwaffenverbot, Ächtung und Abschaffung nuklearer Massenvernichtungswaffen führen sollen.
    Heute wird das Ergebnis erwartet, das ca. 130 Länder auf Grund eines Beschlusses der UN-Vollversammlung gerade in den letzten Wochen in New York erarbeitet haben.

Und wer sind WIR?
Zusammengefunden haben sich in der Vorbereitung dieses Tages wieder einmal das Friedensbündnis mit den gemeinnützigen Organisationen IPPNW (den Ärzten gegen den Atomtod), mit Pax Christi (der katholischen Friedensinitiative) und dem Friedenszentrum (mit vielen ev. Pastoren …).

Für den Vortrag haben wir Roland Blach gewinnen können:
Er ist seit mehr als 20 Jahren in der Friedensbewegung aktiv und seit 2002 Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft / Vereinigte KriesdienstgegenerInnen e.V. (DfG-VK) Ba Wü. Sein Schwerpunkt ist der Einsatz für die atomare Abrüstung. Er ist Koordinator der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ und des jährlichen eintägigen Radmarathons „Pacemakers“ für eine friedliche und gerechte Welt ohne Atomwaffen.

Wir sind gespannt auf seinen Vortrag.

 

Schlusswort:
„Damit das Mögliche entsteht, muss das unmöglich Scheinende versucht werden.“ Wir machen also – natürlich – weiter:

  • Wir setzen uns ein für die Abschaffung der deutschen Atomwaffen: in Büchel – Abschaffen statt Modernisieren… Entspr. dem einstimmigen Bundestagsbeschluss von 2010 nach FDP-Koalitionsbed. Regierung hält sich nicht daran! (nur falls nicht R.B. Darauf ausführlich eingegangen ist)
    Gegen Rüstungsexporte, insbesondere die sog. „Klein“-Waffen.
  • Das Friedens-Zentrums und -Bündnis vor Ort organisiert den
    Ostermarsch, Aktionen zu Gedenktagen wie zum A-Bombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki, den Antikriegstag.
    Auch in Zusammenarbeit mit Schulen bearbeiten wir das Thema gewaltfreie Konfliktbearbeitung anstelle von Militäreinsätzen.
    Und jeden 3. Do im Monat unsere VHS-Reihe
    „Wege zu einer Kultur des Friedens“.
  • Mit unseren verschiedenen Aktivitäten zu den Gedenktagen, zu Gedenkstätten und -orten wollen wir neue Partner in Braunschweig gewinnen. Aktive Gruppen aus – im weitesten Sinne – friedenspolitischen Bereichen und gerne auch Einzelpersonen.
  • Enden möchte ich mit dem Hinweis auf unsere nächsten Veranstaltungen:
    Am 4. August begehen wir am Hiroshima-Ufer mit 100 Kerzen auf der Oker den Gedenktag zu Hiroshima und Nagasaki.
    In unserer VHS-Reihe „Wege zu einer Kultur des Friedens“ haben wir am 17.8. das Thema „Ramstein – Drohnen aus Deutschland“.

Bleibt mir jetzt noch, Ihnen zu danken: für’s Zuhören, für’s Mitdenken und Mitreden.

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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Ein Kommentar zu Rede Gudula Wegmann

  1. Pingback: Die Veranstaltung „Flagge zeigen“ am 7.7.17 in der Dornse | Beitragen zu einer Kultur des Friedens

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