Paradise Papers: Es ein Kraut gewachsen gegen Steuerflucht

Gesendet: Montag, 06. November 2017 um 12:33 Uhr
Von: Attac-Pressestelle <presse@attac.de>
An: attac-d-presse@listen.attac.de
Betreff: [attac-d-presse] Paradise Papers: Es ein Kraut gewachsen gegen Steuerflucht
Pressemitteilung
Attac Deutschland
Frankfurt am Main, 6. November 2017

* Paradise Papers: Es ein Kraut gewachsen gegen Steuerflucht

* Attac fordert öffentliches Transparenzregister, Verbot von Geschäften
in Steueroasen und EU-weite Gesamtkonzernsteuer

(mit Fotos und Video der Apple-Aktion am 1.11.)

Die Paradise Papers zeigen für das globalisierungskritische Netzwerk
Attac das Versagen der Politik bei der Bekämpfung von Steuerflucht.
„Wenn Noch-Bundesfinanzminister Schäuble sagt, der Kampf gegen
Steuerflucht gleiche dem gegen eine Hydra, der für jeden abgeschlagenen
Kopf ein neuer nachwächst, dann ist das eine Bankrotterklärung der
Politik“, sagte Alfred Eib vom Attac-Koordinierungskreis „Es gibt
durchaus wirksame Mittel gegen Steuertricks von Konzernen und Reichen –
sie müssen nur angewandt werden. Was fehlt, ist der politische Wille,
denn die Regierungen der großen Industrieländer sind Komplizen des
weltweiten Offshore-Systems.“

Attac fordert unter anderem:

– Öffentliche Transparenzregister:
Die wahren wirtschaftlichen Eigentümer hinter Briefkastenfirmen, Trusts
und Stiftungen müssen offengelegt und öffentlich einsehbar sein. Das
EU-Parlament fordert solche Register, doch Schäuble und viele
EU-Regierungen wollen den öffentlichen Zugang einschränken. Somit dient
Deutschland weiterhin selbst als Steueroase für Diktatoren und
Verbrecher aus anderen Ländern, die hier ihr Geld verstecken.

– Verbot und hohe Geldstrafen für Geschäfte in Steueroasen:
Allen in Deutschland bzw. der EU tätigen Banken und Firmen muss verboten
werden, Geschäfte in Staaten zu machen, die nicht mit den deutschen oder
europäischen Steuerbehörden kooperieren. Dazu ist ein
Unternehmensstrafrecht notwendig, wie es viele Länder bereits haben.
Banken muss die Lizenz entzogen werden.

– Country-by-country-reporting:
Multinationale Konzerne müssen in öffentlich einsehbaren Länderberichten
offenlegen, in welchen Staaten sie aktiv sind und wieviel Umsatz,
Beschäftigte, Investitionen, Gewinne und Steuern in dem jeweiligen Land
anfallen. Die Bundesregierung wehrt sich gegen entsprechende Vorschläge
des EU-Parlaments.

– Gesamtkonzernsteuer:
Eine starke EU-weit einheitliche Besteuerung von Konzernen mit
verpflichtenden Mindeststeuersätzen würde Steuertricks durch
Gewinnverschiebung in Steueroasen effektiv verhindern

Attac setzt sich seit Jahren für eine konsequente Bekämpfung von
Steuerhinterziehung, Steuerflucht und Steuervermeidung ein – aktuell mit
einer Kampagne für eine Gesamtkonzernsteuer.

Erst am Mittwoch erregte eine Aktion gegen Steuertricks von Apple
Aufsehen: Attac-Aktive bemalten die Schaufenster eines Stores in Köln
mit abwaschbarer Farbe und sprühten Forderungen wie „Zahlt die 13
Milliarden“ zurück, „Pay your Taxes“ und „Steuertricks stoppen“ auf
Scheiben und Fassade. (http://t1p.de/Apple-Aktion-Pressefoto;
http://t1p.de/Apple-Aktion-Video). Apple findet sich auch in den
Paradise Papers prominent wieder.

Weitere Informationen:

* Aktion am Apple-Store in Köln (1.11.)
www.attac.de/apple-aktion
Pressefoto: http://t1p.de/Apple-Aktion-Pressefoto
Video: http://t1p.de/Apple-Aktion-Video

* Attac-Vorschläge gegen Steuerflucht:
www.attac.de/steuerflucht

* Attac-Kampagne für Gesamtkonzernsteuer:
www.attac.de/gesamtkonzernsteuer

* Broschüren zur Steuervermeidung und zur Gesamtkonzernsteuer
(Attac-Autor Karl-Martin Hentschel):
https://netzwerk-steuergerechtigkeit.de/material/info-steuergerechtigkeit

Für Rückfragen und Interviews:

* Alfred Eibl, Attac-Koordinierungskreis, Tel. 0160 9078 0266

* Karl-Martin Hentschel, Attac-Arbeitsgruppe Finanzmärkte und Steuern,
Tel. 0151 5908 4268

* Detlev von Larcher, Attac-Arbeitsgruppe Finanzmärkte und Steuern, Tel.
Tel. 0160 9370 8007


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Frauke Distelrath
Pressesprecherin Attac Deutschland
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Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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