Konzept meines Vortrags anlässlich Büchel

VHS, Do, 17.3.16  

Heute erhielt ich eine Email vom Peace and Health Blog der IPPNW, der Ärzte für den Frieden: The „Trillion Dollar“ question, auf Deutsch, da Europa eine andere Zählweise hat, die Billionen Dollar Frage. Da geht es um eine Billionen Dollar, Tausend Milliarden, die in den nächsten Jahren von den USA in Atomwaffen investiert werden sollen.

Dazu muss man das Manifest von Russell und Einstein berücksichtigen:  Diese sagen, es geht die Entscheidung für ein glückliches Leben auf dieser Erde mit einer Kultur des Friedens oder um Misstrauen gegen „die Anderen“, wer immer das sein mag, was auf die Dauer mit Sicherheit in unserem Untergang endet.

http://www.djf-ev.de/quarterly/2004-01/04_russell_eistein_manifesto.pdf

Dieses Manifest, benannt nach Russell und Einstein wurde vor gut 60 Jahren veröffentlicht, von Wissenschaftlern, die Sorgen für das Überleben der Menschheit hatten:

Sie formulierten zwei Kernsätze:

  1. Die Menschheit sollte sich bewusst werden, dass mit dem Einsatz von Wasserstoffbomben nicht „nur“ Städte ausgelöscht werden, sondern die Existenz der gesamten Menschheit bedroht

  1. Nur durch die Rückbesinnung auf die eigene Menschlichkeit und die bewusste Entscheidung gegen bewaffnete Konflikte kann der Fortbestand der Menschheit gesichert werden.

Dies wird in einem Text von etwa 2 Seiten noch näher begründet.

In Büchel nun, womit wir zum eigentlichen Thema kommen, liegen seit langer Zeit Atomwaffen, die von deutschen Piloten ins Ziel geflogen werden sollen. Angesichts der dringenden Warnung im Manifest mit einem „Verbot“ von Kriegen ist das völlig steinzeitlich.

Deshalb beschloss der Bundestag 2010 einmütig, dass diese Bomben abgeschafft werden sollen. Das stand auch im Regierungsprogramm von CDU/FDP.

Stattdessen sollen die Waffen gemäß der Nato jetzt für viel Geld „modernisiert“ werden. Dazu gab es m.W. keinen Bundestagsbeschluss, zumindest keinen einmütigen.

Im Kampf gegen diese rückwärtsgewandte, äußerst gefährliche Politik gibt es Blockadeaktionen in Büchel, an denen ich auch schon teilgenommen habe. Dazu Näheres hier.

,Dieses Jahr finden Blockaden ab dem 26. März an  20 Kalender-Wochen stellvertretend für 20 Atombomben statt. “Es sollen Gruppen und Einzelpersonen an den Haupttoren des Atomwaffenstützpunktes Büchel Mahnwachen halten oder andere gewaltfreie Aktionen durchführen.“ http://buechel-atombombenfrei.jimdo.com/ :

Und als Neuauflage des alten Manifests von Russell und Einstein gibt es jetzt die  ICAN Bewegung: International Campaign against Nuclear Weapons: www.icanw.org

Sie hat eine Staatenbewegung  gegen Atomwaffen ausgelöst, die von Norwegen in Oslo ausging, dann in Mexico weiterging und im Dezember 2014 in Wien ihren Höhepunkt fand. Der österreichische Außenminister schwor, er würde den „Legal Gap“ schließen, der darin beruht, dass die Atomwaffenandrohung und Anwendung laut Internationalem Gerichtshof völkerrechtswidrig ist, der Besitz aber noch nicht verboten.

Inzwischen haben sich laut der ICAN-Seite 127 Länder dieser Erklärung angeschlossen: (The Humanitarian Pledge is a commitment by nations to fill this unacceptable “legal gap”.) Das heißt, mehr als 2/3. Allerdings sind die Atomwaffenstaaten und damit sehr große Länder nicht dabei. Aber auch dort gibt es Bewegungen für unser Überleben.

Ich möchte noch die 2020 Vision Initiative der Mayors For Peace, der Bürgermeister für den Frieden erwähnen. Sie wollten mit einer weltweiten Initiative der Städte dieser Welt dafür sorgen, dass bis zum Jahr 2020 die Atomwaffen abgeschafft werden.

Damit kommen wir wieder nach Braunschweig. Wir werden den „Flaggentag“ der Mayors for Peace am Freitag, den 8.7. dafür nutzen, auf die Atomkriegsgefahr hinzuweisen und dies mit zwei Ereignissen verknüpfen: Einerseits, wie jedes Mal, mit dem Manifest von Russell und Einstein. Und andererseits mit den Atomwaffen in Büchel.

Dafür werden wir eine Podiumsdiskussion mit den zur Zeit im Bundestag vertretenen Parteien veranstalten, in der wir auf den oben genannten Widerspruch hinweisen und verlangen, dass der Auftrag des Parlaments umgesetzt wird.

 

 

 

 

 

 

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Konzept meines Vortrags anlässlich Büchel

  1. Pingback: Veranstaltung des Friedenszentrums zu Büchel, Do, 17.3.16, VHS alte Waage | Streiten für eine Kultur des Friedens

  2. Pingback: ausführliche Büchelversion | Streiten für eine Kultur des Friedens

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.