https://www.youtube.com/watch?v=P1NTzriyBj0 Alastair Crooke breaks down the IRAN WAR GAME. | Ep. 1
Trump’s ‚help‘ for Iran: Sanctions, and something else?
https://www.youtube.com/watch?v=P1NTzriyBj0 Alastair Crooke breaks down the IRAN WAR GAME. | Ep. 1
Trump’s ‚help‘ for Iran: Sanctions, and something else?
Michael Lüders spricht Klartext: US-Vasallen! Warum sollte Trump Deutschland & Europa ernst nehmen? https://www.youtube.com/watch?v=VasPdEn9eoE
DeepSeek Tutorial: How to Use Deep Seek For Beginners 2025
Hompages wichtiger Personen für den Frieden:
Ulrike Guerot https://www.ulrike-guerot.de
Daniele Ganser https://www.danieleganser.ch
Ray McGovern https://raymcgovern.com
Patrick Baab https://www.patrikbaab.de
Liebe Freunde, liebe Mitmenschen 7.1.26
Hier zwei Aspekte, die einen Vorsatz für 2026 beinhalten zum Glück und Überleben der Menschheit beizutragen. Wobei die Liste der Verbrechen „des Westens“ oft versendet werden sollte, da unsere emsige Propaganda der Medien und des Staates dies in ihrem Sinn auch tut. (Grundsätzlicher Text und Liste der Verbrechen des Westens, hier auf meiner Homepage: https://wp.me/paI27O-6wU)
1. Grundsätzlicher Text, der m.E. zukunftsfähig ist
2. Liste der Verbrechen des Westens
Zu 1: Die Menschheit hat einen unglaublichen Machtzuwachs in einer Explosion ihrer Entwicklung in den letzten 10.000 Jahren erreicht, seit sie sich anscheinend vor 6 Millionen Jahren vom Schimpansen (1) in ihrer Entwicklung getrennt hat. Jetzt muss sie für ihr Glück und wegen der Waffenentwicklung, insbesondere der Atomwaffen, (bisher überlebten zumindest die Sieger) wegen der jetzt ganz neuen Gefahr des Selbstausrottung in Kriegen es schaffen, einen dauerhaften Weltfrieden erreichen. Dies sagte insbesondere Albert Einstein im Manifest von Russell und Einstein (2). Dazu brauchen wir eine weltweite, z.B. in der UNO abgestimmte grundsätzliche Friedenserziehung für jeden, von Kleinkindalter an, solange wir leben, an der alle Länder teilnehmen. Mit einer allgemeinen relativ kurzen Erklärung möglichst von der UN. Und brauchen gleichzeitig einen umsichtigen, nachhaltigen Umgang mit unseren planetaren und globalen Umweltgrenzen (4).
zu 2: Fast alle Länder baben meist viele Leichen im Keller. Deutschland z.B. Hitler und den zweiten Weltkrieg, Frankreich seine Kolonialgeschichte, z.B. Algerien, Italien das alte Rom und Äthiopien, Russland Stalin, die USA seine vielen Kriege auch wegen dem Unilateralismus, die Nato wegen Kosovo und Syrien, und viele, viele andere Kriege, wir erinnern an die Mongolenkriege, aber im Moment ist nach unserer Ansicht „der Westen“ dominierend mit seinen Verbrechen (4). Aktuell wegen der Unterdrückung der Palästinenser, gipfelnd im völkermörderischen Gazakrieg, der für Israel wegen der massiven Hilfe des „Westens“ möglich war, und der Natoosterweiterung trotz vieler Versprechen an Gorbatschow, der Niederhaltung des Südens seit dem zweiten Weltkrieg, im Prinzip schon seit der Gewinnung des Machtvorsprungs über den Rest der Menschheit durch die Wissenschaftsentwicklung und parallel mit den Kämpfen der Kolonialzeit, erst mit dem Machtvorsprung besonders durch die Europäer, später besonders durch die USA.
https://www.spektrum.de/news/wann-trennten-sich-mensch-und-schimpanse/796452
Albert Einstein https://helmutkaess.de/text-des-manifests-von-einstein/
Planetare Grenzen, + planetary bounderies https://wp.me/paI27O-4hB
Liste der Verbrechen des Westens, die zum Untergang der Menschheit führen können https://wp.me/paI27O-6vf
Herzliche Grüße, Helmut Käss
Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: +49 531 350513 Mobile: +49 176 577 47 881, https://helmutkaess.de/willkommen/, www.ippnw.de, https://www.sicherheitneudenken.de, ttps://leuchtturmard.de, Dr. med. Helmut Käss, Arzt für Allgemeinmedizin i.R.,
Liebe Mitglieder des AK,
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Diesen Brief schickte ich persönlich an den Bundeskanzler, und er wurde von der Geschäftsstelle als “ Offener Brief“ an die Medien weitergeleitet, nach Zustimmung des Vorstandsvorsitzenden ( 10.9.04)
Am 3. Januar 2026 war ich in der Sendung „Deep Dive” mit Oberstleutnant (a. D.) Danny Davis zu Gast, wo wir hauptsächlich über folgende Themen sprachen: 1) Trumps Außenpolitik nach fast einem Jahr im Amt, 2) wohin die Verhandlungen über die Ukraine führen und 3) die Aussichten auf einen Krieg um Taiwan in Ostasien.
Ich argumentierte, dass Trump gerne harte Worte spricht und den Eindruck erweckt, als würde er das US-Militär auf verheerende Weise einsetzen, um bestimmte außenpolitische Ziele zu erreichen. Tatsächlich hat er seit seinem Amtsantritt gegen sieben Länder militärische Gewalt angewendet – Irak, Iran, Nigeria, Somalia, Syrien, Venezuela und Jemen, wo er einen Kampf mit den Houthis begann. Die meisten dieser Angriffe waren nur Nadelstiche und alle verfehlten ihr Ziel. Für diejenigen, die den Angriff auf den Iran am 22. Juni 2025 für einen Erfolg halten: Warum sprechen Israel und die USA dann über die Notwendigkeit, den Iran erneut anzugreifen? Was ist hier los? Es ist ganz klar, dass Trump – zu seiner Ehre – nicht in einen weiteren endlosen Krieg verwickelt werden will. Gleichzeitig möchte er aber sein Image als „Mr. Tough Guy” aufrechterhalten.
Was die Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges angeht, so handelt es sich hier um Kabuki-Theater vom Feinsten. Die Amerikaner, Europäer und Ukrainer streiten sich endlos über die Details eines Friedensvorschlags, der keine Chance hat, von den Russen akzeptiert zu werden. Gleichzeitig führen die Russen endlose Diskussionen mit der Trump-Regierung, obwohl sie sicherlich wissen, dass sie an einer Farce teilnehmen. Was geht hier vor sich? Meine beste Vermutung ist, dass dies alles Teil des Krieges um die öffentliche Meinung ist, in dem alle Seiten den Anschein erwecken wollen, dass sie vernünftig sind und sich für eine diplomatische Lösung des Krieges einsetzen. Aber der Krieg, der zählt, ist der auf dem Schlachtfeld, und dort sitzen die Russen am Steuer.
Ostasiat wird derzeit relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt, da sich unser Fokus so sehr auf die Ukraine und Israel richtet. Das Potenzial für Konflikte zwischen China und den Vereinigten Staaten sowie zwischen China und Japan ist jedoch nicht zu unterschätzen. Taiwan ist ein besonders gefährlicher Brennpunkt, auch wenn glücklicherweise nicht davon auszugehen ist, dass es in nächster Zeit zu einem Krieg um Taiwan kommen wird. Der Hauptgrund dafür ist, dass es in diesem Konflikt keinen Gewinner geben würde, was bedeutet, dass keine der beiden Seiten einen Anreiz hat, einen Krieg zu beginnen, und dass beide Seiten sogar einen Anreiz haben, einen Kampf zu vermeiden.
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© 2026 John J. Mearsheimer
548 Market Street PMB 72296, San Francisco, CA 94104
On 2 January 2026, I was on the “Deep Dive” with Lt. Col. (ret.) Danny Davis talking mainly about:1) Trump’s foreign policy after almost a year in office, 2) where the negotiations over Ukraine are headed, and 3) the prospects for war over Taiwan in East Asia. I argued that Trump likes to talk tough and make it seem like he is going to employ the US military in a devastating way to achieve certain foreign policy goals. In fact, he has used military force against seven countries since taking office — Iraq, Iran, Nigeria, Somalia, Syria, Venezuela, and Yemen, where he picked a fight with the Houthis. Most of these attacks were pin pricks and all of them failed to achieve their objective. For those who think the 22 June 2025 attack on Iran was a success, why are Israel and the US talking about the need to attack Iran again? What is going on here? It is quite clear that Trump — to his credit — does not want to get involved in another forever war. But at the same time he wants to maintain his image as Mr. Tough Guy. Regarding the negotiations to end the Ukraine war, this is Kabuki theater at its best. The Americans, the Europeans, and the Ukrainians engage in endless fights about the details of a peace proposal that stands zero chance of being accepted by the Russians. At the same time, the Russians engage in endless discussions with the Trump administration, when they surely understand they are participating in a charade. What is going on here? My best guess is that this is all part of the war for public opinion in which all sides want to look like they are reasonable and committed to finding a diplomatic solution to the war. But the war that matters is the one on the battlefield, and there the Russians are in the driver’s seat. East Asia is paid relatively little attention these days because so much of our attention is focused on Ukraine and Israel. But the potential for trouble between China and the United States as well as China and Japan is not to be underestimated. Taiwan is an especially dangerous flashpoint, although thankfully it does not appear that a war over Taiwan is likely anytime soon. The main reason is that there would be no winner in that conflict, which means neither side has an incentive to start a war and in fact both sides have an incentive to avoid a fight. You’re currently a free subscriber to John’s Substack. For the full experience, upgrade your subscription.
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Fünf Jahre Corona – wo stehen wir? https://wp.me/paI27O-6wC
Liebe Leser, Ein aufregendes und auf vielen Ebenen erschütterndes Jahr neigt sich dem Ende zu. Wer meine Arbeit länger verfolgt, weiß, dass ich selten persönliche Ansprachen an meine Leser richte, und mich eher auf faktische Berichterstattung fokussiere. Doch an diesem Jahresende – ein halbes Jahrzehnt nach dem Beginn von Corona, und vier Jahre seit dem Beginn meiner journalistischen Tätigkeit „aus Notwehr“ – habe ich das Bedürfnis, Ihnen mal einige persönliche Gedanken mitzuteilen, die mir schon länger auf der Seele brennen. Zunächst möchte mich bei allen Menschen bedanken, die in den letzten Jahren freie Journalisten und freie Medien unterstützt haben. Denn bei allem, was man politisch derzeit zurecht beklagen kann: Wir haben in Deutschland inzwischen trotz massiver politischer Repressionen wie Zensur, Strafanzeigen, Hausdurchsuchungen, Kontokündigungen und anderen Schikanen eine wirklich vielfältige, freie Medienlandschaft, die teilweise beeindruckende Qualität und Reichweiten erzielt. Der Einfluss der freien Medien auf den politischen Diskurs dieses Landes darf in meinen Augen nicht mehr unterschätzt werden – er ist zu einem relevanten Faktor im politischen Meinungsbildungsprozess geworden. Seitens des politmedialen Mainstreams wird dieser Faktor schon lange nicht mehr unterschätzt. Dies wird beispielsweise deutlich, wenn ein staatlicher Comedian wie Jan Böhmermann die Identität eines anonymen YouTubers offenlegt, der nur mit einem Mikrofon ausgestattet hunderttausende Menschen erreicht – während ein Böhmermann weiß, dass er nur noch mit einer millionenschweren Entourage aus Gagschreibern, Rechercheteams, Co-Comedians und Rundfunkorchester funktioniert. Es wird auch deutlich, wenn ein Mainstream-Mann wie Ulf Poschardt durch die freien Medien tingelt und dort verkündet, Corona habe ihn radikalisiert. Es wird deutlich, wenn Videos aus der Enquete-Kommission des Bundestages im Netz viral gehen, und jeder Bürger sehen kann, wie sich Protagonisten des Corona-Regimes um sachliche Antworten winden, und sich lieber auf die Abwertung des Fragestellers kaprizieren. Es wird deutlich, wenn Christian Drosten nach der Enquete-Sitzung einen Brief hinterherschickt, in dem er auf Fragen von Professor Homburg eingeht, den er zuvor der Enquete-Kommission noch abgewertet hatte – aber zu seinen Behauptungen keine einzige Quelle vorlegt. Es wird deutlich, wenn die Leopoldina, die Nationale Akademie der Wissenschaften, plötzlich anfängt, alte Links zu ihren Corona-Stellungnahmen zu löschen, wie die X-Rechercheurin Stefanie vor wenigen Tagen entdeckte. Und es wird deutlich, wenn der „Stern“ plötzlich davon spricht, bei der Fremdschutz-Behauptung der Impfkampagne habe es sich doch bloß um ein „Missverständnis“ gehandelt. Der Diskurs zu Corona ist eigentlich längst gekippt – aber Sie wissen ja: The revolution will not be televised.
Dass es diesen stillen Paradigmenwechsel gibt, sowie eine freie Medienlandschaft, die diesen maßgeblich mit befördert hat, war nur möglich dank Ihrer Unterstützung. Sie dürfen sich mit gutem Recht als Teil von etwas fühlen, das den Namen „Graswurzelbewegung“ wirklich verdient – im Gegensatz zu den millionenschweren Astroturf-Kampagnen, die in den letzten Jahren über der Bevölkerung ausgerollt wurden, um für grundrechtsverletzende politische Vorhaben eine breite öffentliche Zustimmung zu simulieren. Die öffentliche Zustimmung zu freien Medien ist echt – weil in letzter Konsequenz Sie es sind, die bestimmen, was Sie sehen und lesen, und welchen Stimmen Sie Relevanz verleihen wollen. Die größte Enttäuschung des letzten Jahres waren für mich Medien und Figuren des öffentlichen Lebens – vorrangig aus dem rechten Spektrum – die sich in Corona-Zeiten noch feurig für die Grundrechte eingesetzt hatten, aber angesichts des Genozids in Gaza unkritisch auf die Seite des Völkermörders Israel schlugen. In meinen Augen haben sie damit jedwede Berechtigung, sich auf die universalen Werte der Aufklärung zu berufen, verwirkt. Im Grunde haben sie gezeigt, dass es ihnen bei ihrem Abwehrkampf während der Corona-Zeit nur um sich selbst ging, und nicht um demokratische Grundwerte und -prinzipien. Für mich ist der Genozid in Gaza – wie für jeden fühlenden Menschen – der Holocaust unserer Zeit. Die dort verübten Grausamkeiten übersteigen mein emotionales Fassungsvermögen und haben mich im vergangenen Jahr oft zum Weinen gebracht. Sie traumatisieren nicht nur das palästinensische Volk, sondern die gesamte Welt. Und man sollte sich nicht täuschen lassen: Was den Menschen in Gaza angetan werden darf, das darf uns allen angetan werden. Wir leben in einem Land, das diesen Genozid nicht nur legitimiert, sondern den Völkermörder mit Waffen beliefert. Unser Bundeskanzler reist zu Netanyahu, einem international gesuchten Völkermörder. Deutschland und Israel unterhalten inzwischen sogar gemeinsame Polizei-Ausbildungsgänge in Bereichen wie “Cyberabwehr, Künstliche Intelligenz und »Gefangenenwesen«”, wie über eine kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag herauskam. Ich habe im letzten Jahr festgestellt: Beim Thema Palästina verläuft meine rote Linie. Menschen, die das Töten Unschuldiger rechtfertigen oder gar begrüßen, habe ich im letzten Jahr geblockt. Darunter auch große Accounts und vormals gute Bekannte. Sofern hier keine Entschuldigungen kommen, bleibt das auch die nächsten Jahre so. Ich verzichte lieber auf Reichweite, als mich auf gewisse ethische Mindeststandards in meinen Netzwerken nicht mehr verlassen zu können. Ich halte es für weitaus schlimmer, den Gaza-Genozid zu rechtfertigen, als die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Die Befürworter letzterer waren ja zumindest überzeugt, dass dadurch weniger Menschen sterben würden. Möglicherweise lebten sie dabei auch unbewusste, totalitäre Neigungen aus, die wir wohl alle in unterschiedlichen Graden in uns tragen – nicht schön. Aber bei der Rechtfertigung, Verharmlosung oder Glorifizierung eines Genozids bewegen wir uns in einer ganz anderen Liga menschlicher Abgründe. Jenseits des Spaltungs-Geheuls halte ich es für angebracht, Mitmenschen auch hin und wieder mal die rote Karte zu zeigen – und zwar aus genau den gleichen Gründen, aus denen wir uns auch gegen die Corona-Maßnahmen ausgesprochen haben: Weil Freiheit und Grundrechte für alle Menschen auf diesem Planeten zu gelten haben. Für mich stand das letzte Jahr weiterhin schwerpunktmäßig im Zeichen der Corona-Aufarbeitung: Ich analysierte die von mir geleakten RKI-Protokolle mit Schwerpunkt auf dem Thema Impfpflicht. Ich veröffentlichte ein “Making Of” zum RKI-Leak. Beide Texte erschienen im sehr empfehlenswerten Buch meines Kollegen Bastian Barucker: “Vereinnahmte Wissenschaft”, Spiegel-Bestseller in der Kategorie Sachbuch. Ich hielt eine Vortragsreihe zu den RKI-Protokollen in 20 verschiedenen Städten Deutschlands. Ich analysierte das Kippen des Diskurses im Hinblick auf die sogenannte “Labor-Theorie”, nachdem systemnahe Journalisten wie Holger Stark, Georg Mascolo und Johannes Boie über die internen Einschätzungen des BND berichtet hatten – in auffälliger Synchronizität zum Diskurswechsel in Washington. Ich recherchierte zur Impfschäden-Bewertungspraxis des Paul-Ehrlich-Instituts, bei der ein ominöser WHO-Algorithmus zum Einsatz kommt. Ich klagte beim RKI erfolgreich 987 Seiten Emails der “AG Impfpflicht” heraus und berichtete regelmäßig von Corona-Untersuchungsausschüssen auf Landesebene (1, 2, 3, 4, 5). Schlussendlich hielt ich im Rahmen des Projekts “liber net” zum deutschen Zensurnetzwerk eine Rede im EU-Parlament in Brüssel und in Berlin, zum Thema Zensur und Repression seit Corona in Deutschland. All das war und ist wichtig. Bei allem Unbill, der täglich in der Welt geschieht und das Nachrichtengeschehen dominiert, war Corona doch die unmittelbarste Repression, die Bürger in Deutschland in den letzten fünf Jahren erfahren haben – bis hinunter auf die eigene Blutbahn. Es war der umfassendste und direkteste Angriff unseres politischen Systems auf bürgerliche Individualrechte und Freiheiten, die von unseren Vorfahren über Jahrhunderte hinweg mühsam erkämpft wurden. Ein solches Ereignis ist nicht einfach eines von vielen im täglichen Nachrichtengeschehen, sondern hat eine vollkommen neue Realität geschaffen: Ein „neues Normal“, wie es vom WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyeses im Juli 2020 indirekt angekündigt wurde: „We will not be going back to the ‘old normal’“. Diesen Frontalangriff auf die Menschheit aufzuklären, betrachte ich weiterhin als eine der wichtigsten journalistischen Aufgaben unserer Zeit. Aufgrund der zahlreichen langfristigen Opfer des Corona-Maßnahmenregimes sah ich mich in letzten Jahren auch stark in einer Chronistenpflicht. Daher war es mir beispielsweise ein Anliegen, Ihnen möglichst detailgetreu zu berichten, was in Corona-Untersuchungsausschüssen vorgefallen ist, besonders angesichts der Tatsache, dass weiterhin keine öffentlichen Protokolle zu den Ausschusssitzungen vorliegen. Sollten diese irgendwann freigegeben werden, werden sie nur auf Anfrage im Landtag einsehbar sein. Wieviele Bürger werden dann von ihrem Recht auf Akteneinsicht Gebrauch machen, und sich unter Aufsicht von Landtagsbeamten in einem tristen Landtagsbüro unter Neonlicht stundenlang Original-Sitzungsprotokolle von Christian Drosten zumuten? – Eben. Leitmedien berichten von Corona-Untersuchungsausschüssen in der Regel nur im Tenor eines triumphalen „Drosten hat es den unterirdischen Pöblern von der AfD mal wieder gezeigt“. Mir war daher klar, dass von Corona-Untersuchungsausschüssen nichts Brauchbares nach draußen dringen wird, wenn die freie Presse nicht berichtet. Allerdings hat sich bei mir im Laufe der letzten Sitzungen auch eine gewisse Ernüchterung eingestellt: Die rechtliche Besonderheit an Untersuchungsausschüssen ist eigentlich, dass dort wahrheitsgemäß geantwortet werden muss, was für mich die Ausschüsse journalistisch besonders interessant gemacht hat. Anders als bei der Corona-Enquete-Kommission des Bundestages, oder in anderen sozialen Kontexten des täglichen Lebens, sind absichtliche falsche Tatsachenbehauptungen vor einem Corona-Untersuchungsausschuss nach § 153 StGB “Falsche uneidliche Aussage” strafbar und können mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren geahndet werden – zumindest in der Theorie. Der Virologe Christian Drosten hat am 21. August bei einer Sitzung des Corona-Untersuchungsausschusses in Sachsen mutmaßlich vier Falschaussagen getätigt, über die ich berichtet habe. Zu diesen Aussagen gingen bei der Staatsanwaltschaft Dresden mehrere Strafanzeigen ein. Die Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber dem Onlinemedium Multipolar, dass man die Anzeigen „prüfe“. Auch die Berliner Zeitung berichtete. Ein Teil der Strafanzeigen wurde jedoch schon wieder eingestellt, wie Drosten am 11. November vor dem Corona-Untersuchungsausschuss in Thüringen verkündete, und der Stern nach einer Anfrage bei Staatsanwaltschaft Dresden bestätigte. Laut Stern werde derzeit nur noch eine Strafanzeige gegen Drosten geprüft. Sollte auch diese eingestellt werden, handelt es sich bei Untersuchungsausschüssen in Deutschland in meinen Augen fortan um rechtsfreie Räume: Wenn Drosten dort behaupten kann, er habe keinen Lockdown empfohlen, obgleich er diesen nicht nur einmal (Archive Link – Original-Link zur Stellungnahme wurde in den letzten Tagen von der Leopoldina gelöscht), sondern gleich mehrfach (1, 2, 3) empfohlen hat, kann man Abgeordneten vor deutschen Untersuchungsausschüssen inzwischen wirklich alles erzählen. Für mich ist an dieser Stelle der Sinn einer detaillierten Berichterstattung über Corona-Untersuchungsausschüsse nicht mehr gegeben. Als Journalistin kann ich mich nicht mehr darauf verlassen, dass das dort gesprochene Wort inhaltlich richtig ist, oder juristische Relevanz hat. Im folgenden Jahr werde ich daher von meiner Berichterstattung zu Corona-Untersuchungsausschüssen weitestgehend Abstand nehmen. In meinen Augen ist Corona bereits aufgearbeitet: Alle Fakten liegen auf dem Tisch. Die Kritikerseite hat geliefert. Auch wenn es angesichts der konzernmedial kuratierten Medienrealität manchmal schwer fällt, es anzuerkennen: Die Kritiker der staatlichen Corona-Politik haben den Kulturkampf auf der inhaltlichen Ebene längst gewonnen. Denn wer traut sich heute mit seiner Meinung zu Corona noch nach draußen? Sind es die „Zero Covid“-Anhänger, die im Jahr 2021 noch der Meinung waren, mit nur noch einem weiteren harten Lockdown könnte man das Coronavirus vollständig eliminieren? Oder sind es diejenigen, die vor den massiven gesellschaftlichen und gesundheitlichen Schäden von Lockdowns, Schulschließungen und Impfpflichten warnten, und sich nun durch massive Schäden in der Bevölkerung bestätigt sehen? Es sind die Kritiker der Corona-Maßnahmen, die weiterhin laut sind, während die Befürworter derselben eigenartig verstummt sind. Wie ich schon des Öfteren anmerkte: Dieses Schweigen ist das wohl ehrlichste Schuldeingeständnis, das die Öffentlichkeit von Protagonisten der Corona-Politik erhalten wird. Politik und Leitmedien können und wollen aus naheliegenden Gründen nicht aufarbeiten. Zu groß ist die eigene Verstrickung und Verantwortung, oder – um es mit Christian Drosten zu sagen – die „schwere Schuld“. Analog zum steigenden Momentum der Kritiker-Argumente nehmen auch staatliche Angriffe auf ebenjene Kritiker zu: Strafanzeigen, Hausdurchsuchungen, Kontokündigungen und neuerdings auch EU-Sanktionen trudeln inzwischen fast im Wochentakt ein. Eine Berichterstattung über diese Vorfälle ist selbstverständlich wichtig und richtig. Gleichzeitig spielt jede Berichterstattung über diese Vorfälle, ob sie es will oder nicht, auf das Konto der Einschüchterung mit ein. Im Hinblick darauf, wie offen totalitär Regierungsbehörden inzwischen vorgehen – Hausdurchsuchungen neuerdings sogar für den Inhalt von Büchern oder rein satirische Meinungsbeiträge in sozialen Medien – muss davon ausgegangen werden, dass der Eindruck staatlicher Repression von den Regierenden durchaus erwünscht ist. Das wird auch daraus deutlich, wie viele staatliche Stellen involviert sind, wenn es zu einem Strafbefehl oder Durchsuchungsbeschluss kommt, wie die freie Journalistin Lena Böllinger in diesem Must-read-Artikel bei Multipolar darlegte. Dass es sich um dabei nur um eine unglückliche Verkettung bürokratischen Versagens handeln soll, ist angesichts der Häufigkeit und strukturellen Ähnlichkeit der Fälle doch eher unwahrscheinlich. Der Totalitarismus des Jahres 2025 in Deutschland versteckt sich nicht mehr – er zeigt seine hässliche Fratze offen und schamlos. Die hohe Frequenz der Angriffe und eine gewissenhafte Berichterstattung über solche Vorfälle führt unweigerlich in eine Defensivhaltung. Es ist ein Abwehrkampf, der den Gegner übermächtig erscheinen lässt. Selbst eine nüchterne Berichterstattung lässt den Berichtenden und sein Publikum ein stückweit zu “Gejagten” werden. Es ist unmöglich, über staatliche Repression zu berichten, ohne den seitens der Herrschenden erwünschten Einschüchterungseffekt mit zu transportieren. Zudem bindet es zeitliche und geistige Ressourcen für offensive Recherchen über Machtstrukturen – ein Effekt, der mir ebenfalls gewünscht erscheint. Ich denke daher, es ist wichtig, den eigenen Fokus neu zu justieren. Sich im „neuen Normal“ einzurichten, indem man große Teile seiner Zeit und Energie damit verbringt, dessen Gemeinheiten und Schikanen zu beklagen, stellt in meinen Augen eine Falle dar. Erniedrigung macht niedrig – es ist einer der ältesten Trick totalitärer Herrschaftssysteme. Besagte Erniedrigung erfolgt nicht nur durch öffentliche Stigmatisierung und Abwertung, sondern auch auf einer geistigen Ebene: Im Angesicht permanenter Angriffe kreist das Denken des Angegriffenen zunehmend um Abwehr. Der Geist schaltet um in einen Überlebensmodus: Neue erschreckende Vorgänge der Tagespolitik werden begierig aufgesogen – es könnte ja eine wichtige Information dabei sein, die einen unmittelbar bedroht. Eine Reflexion über höhere Inhalte ist für Menschen, die sich in einer solchen permanenten Bedrohungssituation befinden, kaum mehr möglich. Die allgegenwärtige Drohkulisse führt daher auch zu einer Kolonisierung des menschlichen Geistes – zu einer Erniedrigung und Verflachung der eigenen mentalen Auseinandersetzung mit der Welt. Ich persönlich werde für mich nächstes Jahr journalistisch einen anderen Weg gehen, und mich aus tagespolitischen Ereignissen, über die ich die letzten Jahre recht gewissenhaft berichtet habe, stärker zurückziehen. Ich sehe es nicht mehr ein, mir von Tagespolitik diktieren zu lassen, was die aktuellen „News“ sind. Die wichtigsten “News“ finden sich in Büchern und den Lebenserfahrungen anderer Menschen. Im Jahr 2021 sprach ich mit Freunden in Peru – ein Land, das sich eigentlich in allen Belangen von Deutschland unterscheidet – sprachlich, geografisch, kulturell und politisch. Ich erfuhr von ihnen, dass sich die Menschen in Peru während der Corona-Zeit mit exakt den gleichen Themen herumschlagen mussten, wie wir in Deutschland: Lockdowns, Berufsverbote, Impfpflichten, Schulschließungen, vereinsamte und traumatisierte Kinder. Eine Situation, in der die Politik so unterschiedlicher Länder wie Deutschland und Peru „harmonisiert“ wurde, hatte es in der Menschheitsgeschichte vorher noch nie gegeben. Corona war demnach eingebettet in einen Ausbau globaler Machtstrukturen, die sich durch die Erzählung legitimieren, Probleme wie Gesundheit, Umwelt oder Sicherheit seien in einer globalisierten Welt schlichtweg zu groß, als dass ein einzelnes Land sie noch im Alleingang bewältigen könnte. Aktuelle Vorstöße überstaatlicher Machtkonsolidierung, etwa der WHO-Pandemievertrag oder die Änderungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV), die gerade vom Bundesrat ratifiziert wurden, werden zwar von freien Medien und oppositionellen Gruppen durchaus kritisch beleuchtet, doch es fehlt eine fundierte Theoriekritik am Ausbau von Überstaatlichkeit. Besonders gut wird dies deutlich am Beispiel der Partei des „Bündnis Sahra Wagenknecht“ (BSW): Während die Landesverbände erfreulicherweise die IGV-Änderungen und den WHO-Pandemievertrag ablehnten, lassen BSW-Mitglieder auf die Dachorganisation der WHO – die „Vereinten Nationen“ – nichts kommen. Videobotschaften des hochrangigen UN-Beraters Jeffrey Sachs werden auf Wagenknecht-Demos wiederholt als ermutigende Redebeiträge eingespielt (1, 2). Ein ehemaliger UN-Mann, Michael von der Schulenburg, wurde vom BSW als EU-Abgeordneter eingesetzt. Auf öffentlichen Veranstaltungen preist von der Schulenburg gerne die hohe Relevanz der UN-Charta an. In privaten Gesprächen mit BSW-Politikern erfuhr ich, dass sie die „Vereinten Nationen“ für eine Errungenschaft der Menschheit auf den Trümmern des Zweiten Weltkriegs halten – ohne dabei zu realisieren, dass die von ihnen zurecht kritisierte WHO nur eine von 70 Unterorganisationen der UN darstellt, und der Fisch möglicherweise vom Kopf her stinkt. Eine Kritik an den totalitären Aspekten von Überstaatlichkeit, wie sie sich während Corona manifestierten, bleibt innerhalb der politischen Opposition in Deutschland fragmentarisch. Eine konsequente Lehre aus dem Missbrauch globaler Policies zulasten der Individualrechte von Bürgern müsste lauten, vorerst erstmal jedwede Form von Überstaatlichkeit zur Disposition zu stellen – einschließlich der EU, die durch Ursula von der Leyens Milliarden-Deal per SMS mit dem Pharmaunternehmen Pfizer (“Pfizergate”) einen massiven Anteil an ausufernder transnationaler Korruption während der Corona-Zeit hatte. Überstaatliche Institutionen treten bereits in ihrem Anfangsstadium neben einem massiven Souveränitätsabbau von Staaten vor allem durch eine massive Schröpfung von Staatshaushalten in Erscheinung. Im kommenden Jahr werde mich daher stärker dem Themenkomplex „Global Governance“ widmen, in dem das globale Corona-Regime zu verorten ist. Corona war die erste globale Operation der Menschheitsgeschichte – durchgeführt von „Public Private Partnerships“, bestehend aus nationalen Regierungen, Zentralbanken, transnationalen Organisationen, globalen Vermögensverwaltern, Stiftungen, Universitäten, NGOs und sogenannten „zivilgesellschaftlichen“ Organisationen. Um Corona wirklich zu verstehen, gilt es, die Ideologie zu verstehen, durch die sich überstaatliches Handeln legitimiert. Wenn wir nicht auf einer philosophischen Ebene durchdringen, in welchem ideologischen System wir heute leben, können wir uns auch nicht dagegen wehren. Der Herrschaftsdiskurs kann sich dann immer wieder neue Masken aufsetzen und kommt damit durch, weil die logischen Brüche der ihm innewohnenden Philosophie nicht adressiert werden können. Warum schrieb ein berühmter deutscher Philosoph wie Richard David Precht im Jahr 2020 plötzlich ein Buch mit dem Titel “Von der Pflicht” – mit einer FFP2-Maske auf dem Cover? Warum sollten wir “von Asien lernen”? Warum fiel die Corona-Ideologie gerade in der politischen Linken auf so einen fruchtbaren Boden? Welche Diskurse der letzten Jahrzehnte haben den Nährboden bereitet, auf dem das Corona-Regime gedeihen konnte? Warum redeten plötzlich alle von Gemeinschaftsschutz, Gemeinwohl und Solidarität? Warum zensieren Plattformen mit Hinweis auf die “Gemeinschaftsstandards” bzw. “Community-Richtlinien”? Welche Gemeinschaft wird hier verteidigt? Wie hängen neuartige Gemeinschaftsideologien mit dem Neoliberalismus und der fordistischen Krise des Kapitalismus von 1975-1985 zusammen? Ein Krisenkapitalismus, der sich nur noch durch gigantische neue Schuldenberge in immer kürzeren Abständen über Wasser halten kann, um eine weitere Finanzkrise wie 2008 zu verhindern, wie Fabio Vighi in seinem sehr lesenswerten Buch “Emergency Capitalism” darlegte. Den eben genannten Fragen möchte ich mich in einer größeren Recherche und einem neuen Dokumentarfilmprojekt widmen. Zu diesem Zweck plane ich, mich in den Wintermonaten etwas zurückziehen, denn ich brauche Laserfokus, und Tagespolitik ist Gift dafür. Meine regelmäßigen Unterstützer bitte ich daher um Verständnis, dass ich in den nächsten Monaten weniger journalistischen Output liefern werde. Dass es mir überhaupt möglich ist, mir in den nächsten Monaten diese Auszeit für Tiefenrecherche zu nehmen, ist allein Ihnen zu verdanken. Keine Redaktion der Welt hätte mir in einem Angestelltenverhältnis diese Möglichkeit bieten können. Für die journalistische Freiheit, die Sie mir ermöglicht haben, bin ich Ihnen wirklich dankbar. Fünf Jahre Abwehrkampf gegen die Erosion von Bürgerrechten haben bei vielen Menschen, mich selbst eingeschlossen, Spuren hinterlassen. Ein Aspekt davon ist sicherlich ein gewisses „Newsjunkietum“. Viele von Ihnen haben sich in den letzten Jahren einen Social Media Account zugelegt, verfolgen darüber die neuesten Entwicklungen und kommentieren selbst. Viele haben sich dabei eine beachtliche Reichweite aufbauen können: Zuvor unbekannte Privatpersonen haben plötzlich ein Mikrofon in die Hand bekommen, von dem sie vor Social-Media-Zeiten nur hätten träumen können. Viele sind zu regelrechten Social-Media-Celebrities mit eigenen Fanclubs geworden. Auch kleinere Accounts können durch Netzwerkeffekte inzwischen sagenhafte Reichweiten generieren. Soviel zum durchaus positiven, demokratisierenden Aspekt dieser Entwicklung. Sie hat aber auch eine Kehrseite: Längst ist klar, dass soziale Medien auf schnelle Dopaminstöße hin programmiert sind, um starke Abhängigkeiten zu erzeugen. Letztendlich handelt es sich bei Social-Media-Konsum um harte Drogen, die das Gehirn auf ständige kleine Belohnungsreize hin umprogrammieren. Spätestens seit 2013 und einem bemerkenswerten Dokument aus dem Snowden-Leak, das GCHQ-Manual (“The Art of Deception – Training for a new generation of online covert operations”), ist deutlich geworden, dass soziale Medien bewusst als Waffen der Massensteuerung und -täuschung konzipiert wurden. Eine zentrale Rolle dabei spielt das Phänomen „gemeinsamer Affekt“: Durch gemeinsam erlebte Angst-Realitäten und kollektives Trauma wird Aufmerksamkeit und das Weltbild von Nutzern neu kalibriert. So entstehen neue, künstliche Wahrnehmungstunnel, die mit der uns unmittelbar umgebenden Realität oftmals nicht mehr viel zu tun haben. In einem Zustand kollektiver Hypnose ist es dann leicht, neue Feindbilder einzupflanzen und Realität plastisch umzuformen – algorithmisch optimiert auf jede einzelne Person. Längst ist auch kein Geheimnis mehr, wie stark die Plattform X, vormals Twitter, über seinen Mutterkonzern xAI mit der amerikanischen Regierung, genauer gesagt dem Pentagon, sowie Peter Thiels Palantir verzahnt ist. Im Prinzip werden alle Daten, die man in die Plattform eingibt, via KI ausgewertet und mit dubiosen Partnern geteilt. Auch die neuen X-Datenschutzrichtlinien, die gerade alle Nutzer unterzeichnen mussten, sprechen Bände: Darin kündigt X offen an, nicht nur illegale, sondern auch nach “örtlichen Gesetzen” “schädliche und unsichere” Inhalte zu entfernen – eine offene Kooperation mit dem “Digital Services Act” (DSA) der EU – ganz entgegen dem politischen Spektakel eines “Free Speech”-Kriegs zwischen Musk und der EU. Algorithmisch erstellte Feeds werden auf jeden einzelnen Nutzer zugeschnitten, und sperren ihn je nach eigener Präferenz zunehmend in der eigenen Blase ein. Täglich werden neue Themen durch den digitalen Äther ventiliert, und es lässt sich beobachten, dass viele gute und reflektierte Menschen tagtäglich neu darauf aufspringen. Wir sind in einem „Unser täglich Angst gib uns heute“-Modus angekommen, in algorithmischer Unterwerfung an den eigenen News-Feed. Wie mein Kollege Tom-Oliver Regenauer in seinem Artikel “iDrone” darlegte, gleicht die tägliche Harmonisierung von Inhalten auf Plattformen der Programmierung eines Drohnenschwarms: Man wird darauf trainiert, jeden Tag nur noch auf externe Reize zu reagieren, aber keine eigenen inhaltlichen Impulse mehr zu setzen. Durch Trend-Themen, die algorithmisch verstärkt werden, wird trainiert, sich ständig mit dem Schwarm zu synchronisieren. Dabei entsteht die Illusion, man erzeuge eigenen Content, der die Debatte bereichere. In Wahrheit jedoch schöpft man nicht mehr aus sich selbst, sondern reagiert nunmehr auf äußere Impulse. Eine Art Pawlowsche Konditionierung findet statt, bei jedem nächsten Aufreger-Thema wieder mitzureden, und sich dabei politisch wirkmächtig zu fühlen – obwohl nur plattformseitig bestimmte Echokammer-Themen gerade besonders belohnt werden. Zunehmend wird die kuratierte Realität auch durch KI-Inhalte und -Bilder verstärkt. Zu beobachten ist, dass Nutzer immer häufiger auf KI zurückgreifen, um eigene Standpunkte zu untermauern, und die anderer zu hinterfragen: „Schauen wir doch mal, was Grok dazu sagt“ ist auf der Plattform X zu einem geflügelten Wort geworden. Passt die Antwort der KI ins eigene Weltbild, wird sie stolz als Inbegriff der Wahrheit präsentiert. Jede Interaktion mit der KI trainiert diese weiter. Das tun wir gratis, in unserer Freizeit, für milliardenschwere Tech-Konzerne von Oligarchen. Dass die KI oftmals sogar mehr von uns profitiert, als andersherum – dazu hatte ich letztens ein Schlüsselerlebnis. Ich wollte wissen, ob ein bestimmter Autor, zu dem ich gerade forsche, sich zu Hegel geäußert hat. Die Twitter-KI Grok nannte mir daraufhin ein konkretes Zitat inklusive eines Buches, in dem das Zitat zu finden sein soll, inklusive einer konkreten Seitenangabe. Daraufhin kaufte ich mir das Buch, las es durch und stellte fest, dass das angebliche Zitat darin nicht enthalten war. Da ich mir die Konversation mit Grok abgespeichert hatte, nahm ich sie erneut auf und konfrontierte die KI mit dem nicht vorhandenen Zitat. Ich fragte sie, ob das Zitat möglicherweise in einem anderen Buch desselben Autors enthalten sei. Nachdem ich eine halbe Stunde lang nachgebohrt hatte, gab Grok schließlich zu, das vermeintliche Zitat sei nur eine „Paraphrasierung“ auf Grundlage von Sekundärliteratur gewesen. Gleichzeitig betonte die KI, sie habe ganz gewiss kein Zitat erfunden – es handle sich nur um ein Missverständnis, und sie sei mir sehr dankbar, dass ich mitgeholfen habe, sie zu verbessern. Orwells berüchtigtes „Memory Hole“ (“Gedächtnisloch”), wo die Wahrheit von heute als Papierkügelchen zusammengeknüllt in einem riesigen, staubsaugerartigen Röhrensystem verschwindet – nimmt mit der fluiden Wahrheit der KI, die heute nichts mehr davon wissen will, was sie gestern gesagt hat, langsam manifeste Gestalt an. Noch nie war Wahrheit so relativ wie heute. Das von mir beschriebene Phänomen ist bekannt: Die KI „halluziniert“, wenn sie etwas nicht weiß, weil es im Sinne ihrer Macher offenbar wichtiger erscheint, Nutzer mit einer prompten Antwort zufrieden zu stellen, als bei der faktischen Wahrheit zu bleiben. Für Journalisten ist KI damit eigentlich unbrauchbar, denn die Prüfung jeder einzelnen KI-Antwort kostet am Ende mehr Zeit, als eine traditionelle Suchmaschinensuche durchzuführen, bei der man weiß, was man hat. Erfundene Zitate, die von Menschen öffentlich verbreitet werden, sind zurecht abmahnfähig. Das eigene Wort ist das schärfste Schwert in der öffentlichen Debatte. Falschzitate stellen daher zurecht eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten dar. Wer jedoch übernimmt die Verantwortung, wenn eine KI Zitate erfindet? Und wenn eine KI falsch aus einem Buch zitiert: Wieviele Nutzer werden sich anschließend das Buch kaufen und nachprüfen, ob das Zitat wirklich darin enthalten ist? Was macht das auf lange Sicht mit unserer Wahrnehmung von Realität? Ungewiss ist auch, wie viele mediale Nachrichtentexte inzwischen mithilfe von KI geschrieben werden. Eine leise Ahnung erhielt man, als der Spiegel kürzlich vergaß, eine KI-generierte Anweisungszeile aus einem seiner Artikel zu löschen. Manche Journalisten in großen Medienhäusern brüsten sich intern damit, sich mit ihren KI-Fähigkeiten die Arbeit zu erleichtern: Man lasse sich von der KI Texte im eigenen Stil schreiben, und müsse dann nur noch hier und da ein paar Anpassungen machen. Wir haben es zunehmend mit künstlichen Wahrnehmungswelten zu tun. Niemand sollte sich täuschen lassen: Es handelt sich dabei um kognitive Kriegswaffen, die auf uns gerichtet werden. Es ist evolutionär noch nicht sehr lange her, dass der Mensch über algorithmisch generierte Social-Media-Feeds Informationen zu sich genommen hat. Dass dies spurlos an unserem Bewusstsein, unserer Aufmerksamkeitsspanne, und unserer Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu erfassen, vorbeigehen wird, ist schwer vorstellbar – und eine Verkürzung der Aufmerksamkeitsspannen ist bereits empirisch nachweisbar. Ich fühle mich ein stückweit mitverantwortlich an dieser Entwicklung, da ich als „Content Creator“ ohne leitmediale Plattform natürlich auf soziale Medien angewiesen bin, um meine Inhalte zu verbreiten. Ich kenne sogar einige Menschen, die nur wegen mir ein eigenes X-Konto eröffnet haben. Damit meine Veröffentlichungen Sie erreichen, müssen Sie sich in einen Schlund begeben, der unser aller Bewusstsein letztendlich nicht gut tut – es sei denn natürlich, Sie erhalten meine Artikel direkt als Newsletter in Ihrem Email-Posteingang. Ich kann nur für mich selbst sprechen. Mir selbst tut es gut, meine Erkenntnisse aus Büchern zu ziehen. Ein Buch beruhigt, lässt die Dinge klarer und in größeren Zusammenhängen sehen, während bereits ein kurzer Aufenthalt in sozialen Medien eher nervös macht und eine innere Leere erzeugt. Ein „Scrolling“ unzusammenhängender Inhalte – jene Kakophonie aus Empörendem und Bizarrem, die algorithmisch befördert wird – konditioniert auf den nächsten Dopaminstoß, aber lässt die Welt kalt und sinnlos erscheinen. Das vermeintlich demokratische Empowerment über soziale Medien kommt potenziell zum Preis einer KI-kuratierten „Idiocracy“. Wir haben nur dieses eine Leben – und die wichtigste Ressource darin ist unser Bewusstsein. Ich bin froh, dass ich in den letzten Jahren so viele großartige Menschen treffen durfte, die imstande sind, sich mithilfe ihres Bewusstseins eigenständig die Welt zu erschließen. Gleichzeitig sehe ich auch, dass genau diese Fähigkeit angegriffen wird – und zwar egal, für wie aufgeklärt wir uns halten. Ich für meinen Teil weigere mich, ein „hackable animal“ zu werden. Ich werde mich dem Diktat der Tagespolitik noch stärker als ohnehin schon verweigern. Ich bin wieder komplett umgestiegen auf altmodische Suchmaschinensuche, lese Bücher und Fachartikel, und meide die Nutzung von KI. Ich gehe spazieren, wenn mir die Welt über den Kopf steigt. Ich traue nur Gedanken, die von echten Menschen formuliert wurden, weil dann auch jemand Verantwortung für diese Gedanken übernimmt. In meinen Augen handelt es sich momentan um eine der wichtigsten mentalen Weichenstellungen für die Zukunft, den eigenen Informationskonsum bewusst zu steuern. Die Intimität unseres eigenen Bewusstseins ist unsere große Stärke. Die einzigartige Linse, mit der jeder Mensch die Welt betrachtet, ist das, was uns als Menschen wirklich ausmacht, und es lohnt sich, sich diese zu erhalten. Da ich Sie alle für erwachsene Menschen halte, liegt es mir fern, Ihnen irgendwelche Ratschläge erteilen zu wollen. Ich fühle mich jedoch verantwortlich, Ihnen meine Gedanken zu diesem Thema zumindest einmal mitgeteilt zu haben, da ich Sie auch über die sozialen Medien adressiere und somit ein Teil des Problems bin. So zu tun, als gäbe es dieses nicht, hielte ich an diesem Punkt für unverantwortlich, denn Ihr freies Denken liegt mir wirklich sehr am Herzen. Ich wünsche Ihnen friedliche und geruhsame Tage zwischen den Jahren, und viel Kraft und Zuversicht für das neue Jahr! Aya Velázquez Meine journalistische Arbeit ist unabhängig und wird ausschließlich von meinen Lesern finanziert. Ich bedanke mich herzlich für die Unterstützung! Mein bisheriges Geschäftskonto bei der GLS Bank wurde von dieser ohne Begründung gekündigt – NZZ und Berliner Zeitung berichteten. Ich habe ein neues Geschäftskonto bei der Berliner Sparkasse eröffnet. Wer meine Arbeit unterstützen will, bitte ab sofort nur noch an meine neue Bankverbindung: Empfänger: Aya Velazquez Die alte Bankverbindung mit der IBAN endend auf 201 bitte ab sofort nicht mehr verwenden, denn das Konto wird ab dem 08. Januar 2026 geschlossen. Weitere Spendenoptionen: PayPal: aya.velazquez@protonmail.com Wer meine Arbeit regelmäßig unterstützen will, kann dies durch ein Support-Abo tun. Da ich meine Inhalte allen Lesern unabhängig vom Geldbeutel gleichermaßen barrierefrei zur Verfügung stellen möchte, gibt es bei mir keine Extra-Features bei “Upgrade to paid”. Mit einem Abo ermöglichst du jedoch, dass ich meine Arbeit als Journalistin weiterhin unabhängig fortführen kann. Alternativ kannst du mir auch gerne via Überweisung oder PayPal etwas zukommen lassen: Überweisung: Aya Velázquez, DE70 1005 0000 0191 5576 92, PayPal: aya.velazquez@protonmail.com. Vielen Dank!
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Hompages wichtiger Personen für den Frieden
Ulrike Guerot https://www.ulrike-guerot.de
Daniele Ganser https://www.danieleganser.ch
Er sieht schlccht aus, der höchste Soldat, den Deutschland je hatte und er war der höchste Soldat der Nato: NATO-General Kujat rechnet mit Europas Politik ab: Wir snd in großer Gefahr!
Flavio von Witzleben: Warum China zum nächsten Ziel der herrschenden Elite werden wird! // Heiko Schöning
https://www.youtube.com/watch?v=2BbCCPWaw0I
Diesen Preis bezahlt man für Meinungsfreiheit – der Fall Flavio von Witzleben: https://www.youtube.com/watch?v=z321ygBDXEc
Florian Pfaff, der friedensbewusste Soldat, https://wp.me/paI27O-6vU
Major Florian Pfaff war ein Soldat, der Grundgesetzverstöße nicht akzeptierte. Ihr könnt das zum Beispiel seiner Rede im Mai entnehmen: Florian Pfaff: „Die NATO ist eine Verbrecherorganisation!“, was er m.E. überzeugend begründete, Er hat in ihr bis zur Rente gearbeitet und weiß, wovon er spricht: https://www.youtube.com/watch?v=NFffUufF2pQ
Oder auch iene Rede im Sommer: https://odysee.com/@f-d-pfaff:5/2025-0719_FI_Rosenheim_gegen_Verleumdung:4
Und wir diskutierten in Berlin bei der Veranstaltund des IPC, der International Peace Coalition, Florian Pfaff: „Die NATO ist eine Verbrecherorganisation!“ https://www.youtube.com/watch?v=NFffUufF2pQ sehr gut mit ihm.
auf meiner Homepage steht schon viel von ihm: mit diesem Link könnt Ihr das sehen: https://helmutkaess.de/?s=Florian+Pfaff
„Wie verhindern wir den 2029 geplanten Krieg?“
A-WEF 2025 Planspiel: „Wie verhindern wir den 2029 geplanten Krieg?“
SANCTIONED: Col Jacques Baud Explains Being the EU’s TARGETHow a former Swiss intelligence officer became an EU target — and what his case reveals about the state of free speech, due process, and political power in Europe.
In this episode of Daniel Davis Deep Dive, I sit down with someone who is now at the center of one of the most alarming political actions I’ve seen in Europe in years: Col. Jacques Baud, former Swiss intelligence officer — and now an officially sanctioned “target” of the European Union. What Baud describes is nothing short of extraordinary. On December 12, he learned from Radio Free Europe — not from any government — that his name was about to appear on an EU sanctions list. Three days later, without a single warning, phone call, letter, or legal proceeding, the sanctions were published. That was his only notification. Overnight, his bank accounts were frozen. His ability to travel inside the EU was revoked. He cannot even return to his own country. And the accusation? That he is spreading “pro‑Russian propaganda” — including the claim that he promoted a conspiracy theory that Ukraine somehow orchestrated its own invasion. Baud forcefully rejects this, explaining that he merely quoted a 2019 statement by Oleksiy Arestovych, then a senior adviser to President Zelensky, warning that Ukraine’s NATO ambitions could trigger war. Quoting a Ukrainian official, he says, is now being treated as evidence of being a Russian agent. What makes this case even more disturbing is what didn’t happen. Baud stresses that he has no ties to Russia, has repeatedly refused invitations from Russian state media, and bases most of his analysis on Ukrainian and U.S. sources. Yet his work — careful, technical, and often uncomfortable for Western narratives — has been rebranded as “disinformation.” In this conversation, he lays out how these sanctions have effectively confiscated his livelihood, leaving him unable to access his own money and now dependent on a possible humanitarian exemption just to buy food. More importantly, he argues that his case is a warning sign: that Europe is entering a phase where objective analysis of the Russia–Ukraine war is being criminalized, and where political decisions are replacing legal standards. This is one of the most consequential interviews I’ve hosted — not because of what it says about Jacques Baud, but because of what it reveals about the state of free expression, democratic norms, and the boundaries of acceptable analysis in the West. I encourage you to watch the full episode. What Baud describes has implications far beyond his personal situation, and it raises questions that every serious observer of this war — and of Western governance — needs to confront. You’re currently a free subscriber to Daniel Davis Deep Dive. For the full experience, upgrade your subscription.
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Lieber Helmut, wenn Du willst – kannst Du gerne den folgenden Artikel in unsere WhatsApp Gruppe stellen. Der Artikel IST von J Sachs, gestern veröffentlicht worden. Ich habe ihn für Dich übersetzt. Er ist wirklich gut. Sehr tiefe Recherche finde ich. Beste grüße
Der gesamte Text ist ganz unten…
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www.jeffsachs.org
Das Original auf der Seite von Jeff: https://www.cirsd.org/en/news/european-russophobia-and-europes-rejection-of-peace-a-two-century-failure
Auf Deutsch: https://youtu.be/aMpEiLgBLbQ
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Dieser kurze aktuelle neue Text hier ist laut Aussage von Frau Sachs ein Fake, aber nach meiner Meinung sehr gut gemacht… https://www.youtube.com/watch?v=5LxQDw55y_c
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Offener Brief von Jeffrey Sachs: „Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler!“ https://wp.me/paI27O-6vo
Das englische Original: https://www.jeffsachs.org/newspaper-articles/albzye67la82jw37ltlrpg8r5ybgwz
Und seine Homepage: https://www.jeffsachs.org/
Offener Brief von Jeffrey Sachs: „Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler!“
Der amerikanische Ökonom Jeffrey Sachs zeigt Friedrich Merz Wege auf, wie Diplomatie den Krieg in der Ukraine beenden könnte. Der Brief im Wortlaut.
Jeffrey D. Sachs
17.12.2025, 13:03 Uhr
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor Beginn der Kabinettssitzung in Berlin am 17.12.2025www.imago-images.de
Offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz
Sicherheit ist unteilbar – und Geschichte zählt
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
Sie haben wiederholt von Deutschlands Verantwortung für die europäische Sicherheit gesprochen. Diese Verantwortung lässt sich nicht durch Parolen, selektive Erinnerung oder die Normalisierung von Kriegsrhetorik ersetzen. Sicherheitsgarantien sind keine Einbahnstraßen. Sie wirken in beide Richtungen. Dies ist weder ein russisches noch ein amerikanisches Argument; es ist ein Grundprinzip der europäischen Sicherheit, das explizit in der Schlussakte von Helsinki, dem OSZE-Rahmen und jahrzehntelanger Nachkriegsdiplomatie verankert ist.
Deutschland ist verpflichtet, diesem Moment mit historischem Ernst und Ehrlichkeit zu begegnen. In dieser Hinsicht bleibt Ihre jüngste Rhetorik gefährlich hinter den Erwartungen zurück.
Seit 1990 wurden Russlands zentrale Sicherheitsbedenken wiederholt ignoriert, verwässert oder direkt verletzt – oft mit aktiver Beteiligung oder Duldung Deutschlands. Diese Geschichte darf nicht ausgelöscht werden, wenn der Krieg in der Ukraine beendet werden soll, und sie darf nicht ignoriert werden, wenn Europa einen permanenten Konfrontationszustand vermeiden will.
Am Ende des Kalten Krieges gab Deutschland der sowjetischen und später der russischen Führung wiederholt und unmissverständlich die Zusicherung, dass die NATO nicht nach Osten expandieren würde. Diese Zusicherungen erfolgten im Kontext der deutschen Wiedervereinigung. Deutschland profitierte enorm davon. Die rasche Wiedervereinigung Deutschlands – innerhalb der NATO – wäre ohne die auf diesen Zusagen beruhende sowjetische Zustimmung nicht möglich gewesen. Später so zu tun, als seien diese Zusicherungen bedeutungslos gewesen oder lediglich beiläufige Bemerkungen, ist nicht realistisch, sondern geschichtsrevisionistisch.
1999 beteiligte sich Deutschland an den NATO-Bombenangriffen auf Serbien, dem ersten größeren Krieg, den die NATO ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates führte. Dies war keine Verteidigungsaktion, sondern eine wegweisende Intervention, die die Sicherheitsordnung nach dem Kalten Krieg grundlegend veränderte. Für Russland war Serbien keine abstrakte Angelegenheit. Die Botschaft war unmissverständlich: Die NATO würde Gewalt jenseits ihres Territoriums anwenden, ohne UN-Mandat und ohne Rücksicht auf russische Einwände.
Im Jahr 2002 traten die Vereinigten Staaten einseitig aus dem ABM-Vertrag aus, einem Eckpfeiler der strategischen Stabilität über drei Jahrzehnte. Deutschland erhob keine ernsthaften Einwände. Doch die Aushöhlung der Rüstungskontrollarchitektur erfolgte nicht im luftleeren Raum. Raketenabwehrsysteme, die näher an Russlands Grenzen stationiert wurden, wurden von Russland zu Recht als destabilisierend wahrgenommen. Diese Wahrnehmungen als Paranoia abzutun, war politische Propaganda und keinesfalls kluge Diplomatie.
2008 erkannte Deutschland die Unabhängigkeit des Kosovo an, trotz ausdrücklicher Warnungen, dass dies den Grundsatz der territorialen Integrität untergraben und einen Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen schaffen würde. Erneut wurden Russlands Einwände als böswillig abgetan, die grundsätzlichen Bedenken wurden nicht ernst genommen.
Das stetige Drängen auf eine NATO-Erweiterung um die Ukraine und Georgien – formell erklärt auf dem Gipfeltreffen in Bukarest 2008 – überschritt die deutlichsten roten Linien, trotz jahrelanger, lautstarker, klarer, konsequenter und wiederholter Einwände Moskaus. Wenn eine Großmacht ein zentrales Sicherheitsinteresse benennt und es über Jahrzehnte hinweg immer wieder betont, ist dessen Ignorieren keine Diplomatie, sondern eine bewusste Eskalation.
Deutschlands Rolle in der Ukraine seit 2014 ist besonders beunruhigend. Berlin vermittelte gemeinsam mit Paris und Warschau das Abkommen vom 21. Februar 2014 zwischen Präsident Janukowitsch und der Opposition – ein Abkommen, das die Gewalt beenden und die verfassungsmäßige Ordnung wahren sollte. Innerhalb weniger Stunden scheiterte dieses Abkommen. Es folgte ein gewaltsamer Umsturz. Eine neue Regierung entstand auf verfassungswidrigem Wege. Deutschland erkannte das neue Regime umgehend an und unterstützte es. Das von Deutschland garantierte Abkommen wurde folgenlos aufgegeben.
Das Minsker Abkommen II von 2015 sollte die Korrektur darstellen – ein ausgehandelter Rahmen zur Beendigung des Krieges in der Ostukraine. Deutschland fungierte erneut als Garantiemacht. Doch sieben Jahre lang wurde das Minsker Abkommen II von der Ukraine nicht umgesetzt. Kiew lehnte seine politischen Bestimmungen offen ab. Deutschland setzte sie nicht durch. Ehemalige deutsche und andere europäische Staats- und Regierungschefs haben inzwischen eingeräumt, dass Minsk weniger als Friedensplan denn als Verteidigungsmaßnahme behandelt wurde. Allein dieses Eingeständnis erfordert eine Auseinandersetzung mit den Vorgängen.
Vor diesem Hintergrund klingen Forderungen nach immer mehr Waffen, immer schärferer Rhetorik und immer größerer „Entschlossenheit“ hohl. Sie fordern Europa auf, die jüngste Vergangenheit zu vergessen, um eine Zukunft permanenter Konfrontation zu rechtfertigen.
Genug der Propaganda! Genug der moralischen Infantilisierung der Öffentlichkeit! Die Europäer sind durchaus in der Lage zu verstehen, dass Sicherheitsdilemmata real sind, dass NATO-Aktionen Konsequenzen haben und dass Frieden nicht dadurch erreicht wird, dass man so tut, als gäbe es Russlands Sicherheitsbedenken nicht.
Die europäische Sicherheit ist unteilbar. Dieses Prinzip bedeutet, dass kein Land seine Sicherheit auf Kosten eines anderen stärken kann, ohne Instabilität zu provozieren. Es bedeutet auch, dass Diplomatie nicht Beschwichtigung ist und historische Ehrlichkeit kein Verrat.
Deutschland hat dies einst verstanden. Ostpolitik war keine Schwäche, sondern strategische Reife. Es wurde erkannt, dass Europas Stabilität von Dialog, Rüstungskontrolle, Wirtschaftsbeziehungen und der Achtung der legitimen Sicherheitsinteressen Russlands abhängt.
Deutschland braucht diese Reife heute erneut. Es darf nicht länger so reden, als sei Krieg unvermeidlich oder gar tugendhaft. Strategisches Denken darf nicht länger auf Bündnisparolen reduziert werden. Es muss sich endlich um echte Diplomatie bemühen – nicht als PR-Maßnahme, sondern als ernsthafter Versuch, eine europäische Sicherheitsarchitektur wiederaufzubauen, die Russland einschließt, statt es auszuschließen.
Eine erneuerte europäische Sicherheitsarchitektur muss mit Klarheit und Zurückhaltung beginnen. Zunächst erfordert sie ein unmissverständliches Ende der NATO-Osterweiterung – um die Ukraine, Georgien und jeden anderen Staat entlang der russischen Grenzen.
Die NATO-Erweiterung war keine unvermeidliche Folge der Nachkriegsordnung; sie war eine politische Entscheidung, die unter Verletzung feierlicher Zusicherungen von 1990 getroffen und trotz wiederholter Warnungen vor einer Destabilisierung Europas verfolgt wurde.
Sicherheit in der Ukraine wird nicht durch die Stationierung deutscher, französischer oder anderer europäischer Truppen erreicht, da diese die Spaltung nur vertiefen und den Krieg verlängern würde. Stabilität wird durch Neutralität erreicht, gestützt auf glaubwürdige internationale Garantien. Die Geschichte ist eindeutig: Weder die Sowjetunion noch die Russische Föderation haben in der Nachkriegsordnung die Souveränität neutraler Staaten verletzt – weder Finnland, Österreich, Schweden, die Schweiz noch andere. Neutralität funktionierte, weil sie legitime Sicherheitsbedenken aller Seiten berücksichtigte. Es gibt keinen triftigen Grund, anzunehmen, dass sie nicht erneut funktionieren kann.
Zweitens erfordert Stabilität Entmilitarisierung und Gegenseitigkeit. Russische Streitkräfte müssen von den NATO-Grenzen ferngehalten werden, und NATO-Streitkräfte – einschließlich Raketensysteme – müssen von den russischen Grenzen ferngehalten werden. Sicherheit ist unteilbar, nicht einseitig. Grenzregionen sollten durch überprüfbare Abkommen entmilitarisiert und nicht mit immer mehr Waffen überladen werden.
Sanktionen sollten im Rahmen einer Verhandlungslösung aufgehoben werden; sie haben keinen Frieden gebracht und der europäischen Wirtschaft schweren Schaden zugefügt.
Insbesondere Deutschland sollte die leichtfertige Beschlagnahmung russischer Staatsvermögen ablehnen – ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht, der das Vertrauen in das globale Finanzsystem untergräbt. Die Wiederbelebung der deutschen Industrie durch rechtmäßigen, auf Verträgen beruhenden Handel mit Russland ist keine Kapitulation, sondern wirtschaftlicher Realismus. Europa sollte seine eigene Produktionsbasis nicht im Namen moralischer Rhetorik zerstören.
Schließlich muss Europa zu den institutionellen Grundlagen seiner eigenen Sicherheit zurückkehren. Die OSZE – nicht die NATO – sollte wieder als zentrales Forum für europäische Sicherheit, Vertrauensbildung und Rüstungskontrolle dienen. Strategische Autonomie für Europa bedeutet genau dies: eine europäische Sicherheitsordnung, die von europäischen Interessen geprägt ist, nicht von der permanenten Unterordnung unter den NATO-Expansionsgedanken.
Frankreich könnte seine nukleare Abschreckung als europäischen Sicherheitsschirm ausweiten, jedoch nur in einer rein defensiven Haltung, ohne vorgeschobene Systeme, die Russland bedrohen.
Europa sollte dringend auf eine Rückkehr zum INF-Rahmen und auf umfassende strategische Verhandlungen zur nuklearen Rüstungskontrolle unter Beteiligung der Vereinigten Staaten und Russlands – und später auch Chinas – drängen. Die Analogie zwischen Kosovo und Ukraine muss ebenfalls ehrlich anerkannt werden: Grenzen wurden in Europa bereits mit westlicher Unterstützung verschoben. Grenzen werden verschoben. Das Streben nach Frieden muss unantastbar sein.
Und das Wichtigste: Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler! Und seien Sie dabei ehrlich! Ohne Ehrlichkeit kann es kein Vertrauen geben. Ohne Vertrauen kann es keine Sicherheit geben. Und ohne Diplomatie riskiert Europa die Katastrophen zu wiederholen, aus denen es angeblich gelernt hat.
Die Geschichte wird beurteilen, woran sich Deutschland erinnert – und was es vergisst. Lassen Sie Deutschland dieses Mal Diplomatie und Frieden wählen und zu seinem Wort stehen.
Mit freundlichen Grüßen,
Jeffrey D. Sachs
Universitätsprofessor
Columbia University
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Herzliche Grüße, Helmut Käss
Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: +49 176 577 47 881, helmut_kaess@web.de, https://helmutkaess.de/willkommen/, www.ippnw.de, https://www.sicherheitneudenken.de, ttps://leuchtturmard.de, Dr. med. Helmut Käss, Arzt für Allgemeinmedizin i.R.,