Ich bin gerade auf Rückfahrt von Jena mit Barbara und Christoph und schreibe diesen Text in der gegenwärtigen Gefahr. Unten ist auch ein Text über das gute Webinar mit Prof. Varwick.
Etwas wie dieser Text sollte m.E. u.a. durch die IPPNW etwa alle 2 Monate durch alle Verteiler geschickt werden. Was haltet Ihr davon?
Wichtige Aspekte für die Überzeugung meiner Familie und von Mainstreamdenkenden
Gefahren insbesondere der Politik von Israel, den USA und Deutschland:
Es gibt den berechtigten Vorwurf des Völkermords in Gaza durch Israel, offiziell 70.000 Tote, überwiegend Kinder und Frauen, vermutlich weit über 100.000. Kanzler Merz unterstützt den Krieg in Gaza mit Waffen und Geld, obwohl Israel wegen Genozids angeklagt ist. Deutschland ist deshalb von Nicaragua wegen Beihilfe am Genozid angeklagt. Kanzler Merz sagte im Widerspruch zum Völkerrecht: Israel und die USA leisten „mit ihrer Drecksarbeit“ im Iran Unterstützung für die Interessen Deutschlands. Nach meiner Meinung gefährden sie uns gegen die Friedensverpflichtung der Charta der Vereinten Nationen ungeheuer durch diese völkerrechtswidrigen Kriege mit der Gefahr eines Atomkriegs und durch die Kündigung durch die USA aller Abrüstungsvereinbarungen.
Dies gilt auch durch die Pflicht der Charta der UN, bei Ausbruch eines Krieges sofort in Verhandlungen zu dessen Beilegung zu treten.
Herzliche Grüße, Helmut
Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: +49 531 350513 Mobile: +49 176 577 47 881, https://helmutkaess.de/willkommen/, www.ippnw.de, https://www.sicherheitneudenken.de, ttps://leuchtturmard.de, Dr. med. Helmut Käss, Arzt für Allgemeinmedizin i.R., http://www.friedenszentrum.info/,
Anfang der weitergeleiteten Nachricht:
Von: Stefan <jenagera@ippnw-lists.de>
Betreff: [JenaGera] Workshop Prof. Varwick
Datum: 25. April 2026 um 17:22:00 MESZ
An: IPPNW Liste IPPNW <jenagera@ippnw-lists.de>, IPPNW studierende Jena <studisjena@ippnw.de>
Kopie: Stefan Teweleit <stefanteweleit@arcor.de>
Antwort an: Stefan , Mailingliste Jena Gera <jenagera@ippnw-lists.de>
Hier eine Zusammenfassung meiner Aufzeichnungen:
Der Vortrag von Prof. Johannes Varwick zum Thema „Entspannungspolitik 2.0“ zeichnet ein eindringliches Bild der aktuellen internationalen Lage und entwickelt daraus Überlegungen für eine zukünftige Sicherheitsordnung. Ausgangspunkt ist die Diagnose einer zunehmend instabilen Welt: Europa ist erneut zum Kriegsschauplatz geworden, Aufrüstung prägt das politische Geschehen, und Konflikte werden häufig indirekt als Stellvertreterkriege ausgetragen. Diese Entwicklungen verstärken die Gefahr einer Eskalationsspirale, deren äußerster Punkt auch eine nukleare Auseinandersetzung sein könnte. Besonders kritisch wird dabei gesehen, dass sich verhärtete Feindbilder herausbilden, die politische Lösungen erschweren. Vor diesem Hintergrund erscheint die Forderung nach einem vollständigen Rückzug russischer Truppen aus der Ukraine zwar normativ nachvollziehbar, aktuell jedoch kaum realistisch. Entscheidend sei vielmehr, eine direkte militärische Konfrontation zwischen der mlitärisch überlegenen NATO und Russland unbedingt zu vermeiden. Der Preis einer solchen Konfrontation sei eine nukleare Eskalation im Falle einer zu erwartenden militärischen Niederlage Russlands.
Im Zentrum des Vortrags steht die These, dass es einer verantwortungsvollen und ethisch fundierten Realpolitik bedarf. Diese müsse darauf abzielen, einen pragmatischen Interessenausgleich zwischen den beteiligten Akteuren zu ermöglichen, ohne die eigenen sicherheitspolitischen Interessen aus dem Blick zu verlieren. Ein zentrales Ziel dieser Politik sei die Wiederbelebung wirksamer Rüstungskontrolle, um die Entstehung eines neuen Kalten Krieges zu verhindern.
Als historisches Vorbild verweist Varwick auf die Entspannungspolitik der 1970er- und 1980er-Jahre, die unter dem Leitmotiv „Wandel durch Annäherung“ stand. Trotz ideologischer Gegensätze gelang es damals, Formen der „antagonistischen Kooperation“ zu entwickeln und unter dem Prinzip der friedlichen Koexistenz Spannungen abzubauen. Diese Phase wird rückblickend als Erfolgsmodell interpretiert, aus dem sich auch für die Gegenwart wichtige Lehren ziehen lassen. Gleichzeitig macht der Vortrag deutlich, dass ein zentraler Konflikt fortbesteht: das Spannungsverhältnis zwischen der Bündnisfreiheit von Staaten einerseits und der Berücksichtigung legitimer Sicherheitsinteressen einzelner& nbsp;Akteure – insbesondere Russlands – andererseits. Nachhaltige Lösungen können daher nur in Form von Kompromissen zwischen diesen widerstreitenden Interessen gefunden werden.
Ein wesentliches Problem der aktuellen Situation sieht Varwick in der weitgehenden Erosion der Rüstungskontrolle. Zahlreiche internationale Abkommen wurden aufgekündigt, während gleichzeitig neue Technologien wie Hyperschallwaffen und autonome Waffensysteme entwickelt werden. Zudem hat sich die globale Machtstruktur verändert: Rüstungskontrolle kann heute nicht mehr allein bilateral zwischen den USA und Russland gedacht werden, sondern muss auch China einbeziehen. In dieser multipolaren Konstellation verschärft sich das klassische Sicherheitsdilemma, bei dem Aufrüstung einer Seite von der anderen als Bedrohung wahrgenommen wird und entsprechende Gegenmaßnahmen auslöst.
Vor diesem Hintergrund wird die Notwendigkeit einer modernen, angepassten Rüstungskontrolle betont. Diese müsse auf Transparenz und überprüfbaren Kontrollmechanismen beruhen und alle relevanten Akteure einbeziehen. Ziel sei es, das Eskalationsrisiko beherrschbar zu machen. Dabei komme auch der Zivilgesellschaft eine wichtige Rolle zu, indem sie politischen Druck für Abrüstung und Dialog erzeugt.
Der Krieg in der Ukraine wird im Vortrag als Testfall für einen möglichen „Kalten Krieg 2.0“ interpretiert. Um eine direkte militärische Eskalation zwischen NATO und Russland zu verhindern, müsse ein tragfähiger Modus Vivendi gefunden werden. Dabei sei die Sicherung der Existenz der Ukraine als eigenst� �ndiger Staat zentral. Zugleich wird kritisch angemerkt, dass Waffenlieferungen ohne klare politische Strategie problematisch seien und Maximalforderungen beider Seiten mögliche Verhandlungen erschweren. Die Idee einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur erscheint zwar notwendig, ist derzeit jedoch aufgrund der verhärteten Positionen kaum umsetzbar.
Im Hinblick auf die normative Grundlage außenpolitischen Handelns plädiert Varwick für einen verantwortungsethischen Ansatz, der auf pragmatische Lösungen abzielt. Eine rein wertegeleitete Außenpolitik wird hingegen kritisch gesehen, da sie zur Verhärtung von Konflikten beitragen könne. Stattdessen sei eine Politik des Interessenausgleichs erforderlich, bei der nicht der Sieg über den Gegner, sondern das Management von Konflikten im Vordergrund steht. Dazu gehört auch die Fähigkeit, sic h in die Perspektive des Gegenübers hineinzuversetzen, sowie die Wiederbelebung klassischer diplomatischer Tugenden – allerdings ohne Naivität. Friedensfähigkeit sollte dabei Vorrang vor sogenannter Kriegstauglichkeit haben.
Als Orientierungspunkt für eine zukünftige Sicherheitsordnung wird abschließend der „Geist von Helsinki“ der KSZE-Schlussakte von Helsinki hervorgehoben. Dessen Leitideen – darunter die Achtung des Völkerrechts, der Verzicht auf Interventionen, die Respektierung gegenseitiger Sicherheitsinteressen und die Anerkennung von „roten Linien“ – könnten auch heute als Grundlage dienen.
Insgesamt warnt der Vortrag vor den Gefahren einer multipolaren Welt im Zustand dauerhafter Konfrontation und plädiert für eine nüchterne, ethisch reflektierte R ealpolitik, die darauf abzielt, Eskalationen zu vermeiden und langfristig stabile Friedensordnungen zu ermöglichen.