Video-Lesung von Tim Foley:
Ich widerspreche entschieden der Ansicht, es sei wenig hilfreich, Prominente wegen ihrer Haltung zu Palästina unter Druck zu setzen. Im Gegenteil: Ich finde, wir sollten sie noch stärker unter Druck setzen.
Wir neigen dazu, die Folgen der Tatsache zu unterschätzen, dass die Stimmen mit der größten Reichweite in unserer Gesellschaft allesamt Millionäre sind. Im Kapitalismus sind jene Menschen, die über die größten Plattformen und das größte Publikum verfügen, wohlhabend genug, um ein eigenes Interesse am Erhalt des Status quo zu haben; daher scheuen sie sich davor, politisch allzu sehr für Unruhe zu sorgen.
Wenn die einflussreichsten Stimmen unserer Gesellschaft – durch das, was sie sagen, und durch das, was sie verschweigen – die Illusion erzeugen, das System sei so, wie es ist, mehr oder weniger in Ordnung, dann beeinflusst dies zwangsläufig die öffentliche politische Meinung erheblich. Auf diese Weise fungieren Prominente als eine Art Torwart, der verhindert, dass abweichende Gedanken die Köpfe der breiten Masse erreichen.
jelinaangel
@judgejellz
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09:06 Uhr · 20. Sept. 2026 · 5,51 Tsd. Aufrufe
4 Antworten · 91 Reposts · 378 Likes
Wenn man sieht, wie Ed Sheeran auf der Bühne bittere Tränen vergießt und sich als Opfer inszeniert, weil Leute sein Schweigen zu der moralischen Schlüsselfrage unserer Zeit kritisieren, dann hat er tatsächlich das Gefühl, ihm werde etwas weggenommen. Er genoss es, sich im Luxus zu sonnen, ohne sich jemals gegen die Macht des Establishments auflehnen zu müssen; er sagte nie etwas, das zionistische Milliardäre oder jene Klasse, der die Medien gehören – auf deren Infrastruktur er seine lukrative Karriere aufgebaut hat – verärgert hätte. Nun wurde ihm diese komfortable Situation ein Stück weit entzogen, und er fühlt sich durch die Unannehmlichkeiten, die ihm daraus erwachsen, als Opfer behandelt. Genau diese Dynamik hält das gesamte Konstrukt des Prominentenstatus in unserer Gesellschaft aufrecht. Wer die Milliardäre glücklich macht, wird selbst Millionär; wer sie verärgert, muss mit Unannehmlichkeiten und Verlusten rechnen. Wer den Plutokraten gefällt, bekommt die Karotte; wer sie gegen sich aufbringt, bekommt die Peitsche zu spüren. Das gilt für politische Kommentatoren und Nachrichtensprecher ebenso wie für Musiker oder Filmstars.
Dieses System von Zuckerbrot und Peitsche ist der wichtigste Klebstoff, der den Propagandaapparat des westlichen Imperiums zusammenhält. Uns im Westen wird beigebracht, wir lebten in einer freien Gesellschaft, die den „tyrannischen Regimes“ des globalen Südens weit überlegen sei – schließlich seien dort die Nachrichten staatliche Propaganda und die Unterhaltung stark zensiert. In Wahrheit konsumieren Menschen im Westen tagtäglich streng kontrollierte Propaganda, da die einflussreichsten Stimmen durch die Anreize und Sanktionen reicher Kapitalisten massiv gesteuert werden.
Die einzige Schwachstelle dieses Systems ist offenbar, dass es nur funktioniert, solange die Öffentlichkeit mitspielt. Wenn sich genügend Menschen dazu entschließen, die prominenten „Torwächter“ des Imperiums für ihre Mitschuld an imperialen Verbrechen anzuprangern und ihnen die Unterstützung zu entziehen, zeigt sich, dass auch wir eine Waffe in der Hand haben. Macht man es für Prominente zu unangenehm, auf der Linie des Imperiums zu bleiben, werden sie widerwillig der moralischen Führung der Öffentlichkeit folgen. Dadurch lockert sich der eiserne Griff, mit dem der Apparat zur Kontrolle des imperialen Narrativs unser kollektives Bewusstsein im Würgegriff hält.
Wir sollten dies also bereitwillig und ohne Zögern tun. Es ist absolut moralisch vertretbar, einem Millionär den Tag zu verderben, wenn er einen Völkermord durch eine „Beide-Seiten-haben-Schuld“-Argumentation relativiert. Es ist vollkommen ethisch, Menschen mit großer Reichweite so lange unter Druck zu setzen, bis sie öffentlich Stellung gegen die Verbrechen jenes Imperiums beziehen, das sie obszön reich gemacht hat. Das wird zwar nicht alle unsere Probleme lösen, aber es schwächt die Macht der Massen-Gehirnwäsche-Maschine des kapitalistischen Imperiums, die die Öffentlichkeit dazu manipuliert zu glauben, wir bräuchten keinen revolutionären Wandel.
Meine Arbeit wird vollständig von Lesern finanziert. Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, finden Sie hier Möglichkeiten, mir ein Trinkgeld zu geben, falls Sie sich dazu inspiriert fühlen. Meine Arbeiten dürfen von jedem frei kopiert und in jeder beliebigen Form verwendet werden – ob als Neuveröffentlichung, Übersetzung, auf Merchandise-Artikeln oder wie auch immer du möchtest. Alle Werke sind in Zusammenarbeit mit meinem Ehemann Tim Foley entstanden. Keines der Werke wurde mithilfe von KI erstellt.
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I strongly disagree with the idea that it’s unhelpful to bully celebrities about their position on Palestine. On the contrary, I think we should bully them more. We tend to underestimate the consequences of the fact that all the most amplified voices in our society are millionaires. Under capitalism the people with the largest platforms and the biggest audiences are all wealthy enough to have a vested interest in preserving the status quo, so they’re reluctant to rock the boat politically in any major way. When all the most influential voices in our society are creating the illusion that the system is more or less fine the way it is by what they say and what they don’t say, it cannot help but significantly influence public political opinion. In this way celebrities function as a kind of goalkeeper preventing dissident thought from reaching the minds of the masses.
When you see Ed Sheeran bawling his eyes out onstage and playing victim because people are criticizing his muteness on the moral issue of our time, he genuinely does feel as though something is being taken away from him. He was enjoying being able to relax in the lap of luxury without having to go against the grain of establishment power in any way, never saying anything which upsets the Zionist billionaires or the media-owning class whose infrastructure he built his lucrative career on. Now that comfortable setup has been taken away from him a bit, and he feels victimized by the inconvenience this has caused him. This dynamic is what holds the entire construct of celebrity in place in our society. If you make the billionaires happy you get to be a millionaire, and if you make the billionaires unhappy you get discomfort and loss. If you please the plutocrats you get the carrot, and if you displease them you get the stick. This is true whether you’re talking about pundits, news anchors, musicians or movie stars. This system of carrots and sticks is the main adhesive holding the propaganda apparatus of the western empire together. As westerners we are taught that we live in a free society which is far superior to the “tyrannical regimes” of the global south, because under the tyrannical regimes the news is state propaganda and the entertainment is heavily censored. In reality westerners are consuming tightly controlled propaganda every day of their lives, because all their most influential voices are being aggressively regulated by the carrots and sticks of wealthy capitalists. The only weakness in this system, apparently, is that it only works if the public plays along with it. If enough people decide to denounce and defund the empire’s celebrity goalkeepers for their complicity in imperial abuses, it turns out that we’ve got a stick of our own. Make it too uncomfortable to toe the imperial line and you’ll start seeing celebrities reluctantly follow the moral leadership of the public, thereby further weakening the vice-like grip of the imperial narrative control apparatus on our collective consciousness. So we should do so happily and without hesitation. It is perfectly moral to ruin a millionaire’s day for both-sidesing a genocide. It is perfectly ethical to bully people with large platforms until they take a public stand against the abuses of the empire which has made them obscenely wealthy. It won’t solve all our problems, but it will weaken the power of the mass-brainwashing machine of the capitalist empire which has been manipulating the public into believing we don’t urgently need revolutionary change. __________________ Caitlin’s Newsletter is a reader-supported publication. To receive new posts and support my work, consider becoming a free or paid subscriber. My work is entirely reader-supported, so if you enjoyed this piece here are some options where you can toss some money into my tip jar if you feel inspired. All my work is free to bootleg and use in any way, shape or form; republish it, translate it, use it on merchandise; whatever you want. All works co-authored with my husband Tim Foley. No AI in any works. You’re currently a free subscriber to Caitlin’s Newsletter. For the full experience, upgrade your subscription.
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