H.J. Fell, Das Absurdistan der Kernfusionsforschung verschlingt weitere Milliarden

Liebe Streiter für eine Energiewende

Hans Josef Fell (1) weist wieder auf die sinnlos ausgegebene Milliarden für ein unsinniges Projekt hin. Die Sonne ist unser Motor und dort sollten wir die Fusionsenergie toben lassen. Uns reicht zurzeit das, was auf der Erde ankommt. Allerdings stelle ich am Ende dazu ein phantasievolles Modell zur direkteren Nutzung des Sonnenenergie vor (4). Im Moment brauchen wir nur die auf der Erde ankommenden erneuerbaren Energien. Sie sind durch die technische Entwicklung der letzten Jahre schon die billigsten Energieformen: Solarenergie im Süden für unter 2 Cent pro kwh (2), und es werden bald unter 1 Cent sein. Bei uns nicht ganz so billig, aber unter Berücksichtigung der Schadstoffkosten (5) auch billiger als fossile oder gar nukleare Energien. Und im Zuge einer Umrüstung der Wirtschaft auf grüne und nachhaltige Technologien ist die Umorientierung dringend nötig, einen groben Versuch einer Gesamtdarstellung gibt es hier (3).

In Zukunft gibt es schon eine sehr gute und optimistische Idee, wie wir auf viel mehr Energie zurückgreifen können (4), aber das ist eine Idee für vermutlich die nächste Generation.

  1. https://helmutkaess.de/Wordpress/h-j-fell-das-absurdistan-der-kernfusionsforschung-verschlingt-weitere-milliarden/
  2. https://helmutkaess.de/Wordpress/solarenergie-im-ueberschuss/
  3. https://helmutkaess.de/Wordpress/veraenderung-des-narrativs-der-menschheit/
  4. https://wp.me/paI27O-2XE
Herzliche Grüße, Helmut

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0049 176 577 47 881, https://helmutkaess.de/Wordpress/, www.ippnw.de

Gesendet: Dienstag, 23. Februar 2021 um 11:09 Uhr
Von: “Hans-Josef Fell” <info@hans-josef-fell.de>
An: Helmut_Kaess@web.de
Betreff: Das Absurdistan der Kernfusionsforschung verschlingt weitere Milliarden

Liebe Leserinnen und Leser,

Die EU-Staaten haben weitere 5,6 Milliarden für das Kernforschungs-Experiment ITER im französischen Cadarache beschlossen. Damit sind nur 15 Jahre nach der 2006 gefallenen Entscheidung für ITER die ursprünglich geplanten Kosten um das Dreifache auf inzwischen 20 Milliarden Euro angestiegen. Selbst die immer sehr optimistischen Kernfusionsforscher*innen rechnen nun frühestens 2060 mit einem ersten einsatzbereiten Kernfusionsreaktor. Dabei ist ITER schon wieder 5 Jahre im Verzug der geplanten Baufortschritte. Damit setzt sich der größte Forschungsflop, den die Weltgemeinschaft je gesehen hat, unbeirrt weiter fort, trotz aller Rückschläge und nutzlosen riesigen Milliarden-Ausgaben.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts versprachen die Kernfusionsforscher*innen einen Reaktor in 30 Jahren bauen zu können, also 1980 war die Perspektive der Realisierung. Dazu ist leider kein zeitgenössischer Internetlink verfügbar, denn damals gab es ja noch gar kein Internet. Technikrevolutionen (Internet, Mobilfunk, Solar, E-Autos usw.) gab es also wie man sieht in der Zwischenzeit zuhauf, nur die Kernfusion hat nicht geliefert. 40 Jahre später versprechen die Forscher*innen weiter, dass sie nun in weiteren 40 Jahren vielleicht einen Reaktor bauen können – und erhalten alleine für das Versprechen weitere Milliarden für ihren vollkommenen Unrealismus.

Selbst für das vollkommen unzulängliche Klimaneutralitätsziel der EU bis 2050 käme die Kernfusion viel zu spät.

Wenn es aber von den weltweit führenden Forscher*innen im Bereich der Erneuerbaren Energien eine gemeinsame Erklärung gibt, dass 100% Erneuerbare Energien bis 2030 möglich sei, dann wird das von den EU-Staaten auf Regierungsebene nicht einmal zur Kenntnis genommen, geschweige denn eine milliardenschwere Realisierungsstrategie dazu entworfen.

Bei Erneuerbaren Energien wird dann lieber die gesamte Fake-Diskussion eröffnet, dass der Ausbau der Erneuerbaren ja gar nicht schnell genug gehen könnte, weil sie wegen den Schwankungen von Sonne und Wind keine verlässliche Energie liefern könnten, die Speicher angeblich noch nicht zur Verfügung stünden und ein Ausbau zu 100% noch nach 2050 nicht vollendet werden könnte.

Was für eine absurde politische und mediale Diskussion. Einen Kernfusionsreaktor wird es niemals vor 2060 geben. Windräder, Solaranlagen und Speicher stehen heute millionenfach auf allen bewohnten Kontinenten der Erde und ihr Ausbau steigt weiterhin exponentiell.

Doch die EU-Staaten werfen weiter Milliardenbeträge für den größten Forschungsflop, den die Weltgemeinschaft je gesehen hat, raus und behindern auch mit diesen fehlallokierten Milliarden für die Kernfusion den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Dabei sollten die EU den Fusionsforscher*innen mal ernsthaft auf den Zahn fühlen und die alles entscheidende Frage stellen, ob sie denn heute nach 70 Jahren Forschung endlich eine Perspektive für das alles entscheidende und ungelöste Problem eines Kernfusionsreaktor haben: Ein Material, welches den hohen Belastungen als Ummantelung des Fusionsplasmas standhalten kann.

Diese erste Wand muss ein Plasma dauerhaft und sicher einschließen, welches eine Temperatur von 150 Millionen Grad und einen sehr hohen Druck während der Kernfusion erzeugt. Alleine ein solches Material ist nur sehr schwer auf der Welt zu finden. Doch dann muss dieses Material auch noch einem extrem hohen Neutronenbeschuss standhalten, der unweigerlich bei der Kernfusion entsteht. Neutronen lassen sich nicht durch Magnetfelder auf gekrümmte Bahnen zwingen und treffen daher immer auf die erste Wand. Jeder Neutronenbeschuss in dieser Größenordnung verändert schnell das Material, zerstört völlig die notwendigen Materialeigenschaft und macht es in kurzer Zeit hochgradig radioaktiv. Nun glauben die Forscher*innen einen Reaktor entwickeln zu können, dessen Herzstück – die erste Wand zum Plasmaeinschluss – im Rhythmus von wenigen Monaten wegen völliger Verstrahlung und Materialverschleiß ausgewechselt werden muss. Große Atommüllberge entstehen, aber vor allem ist ein kontinuierlicher Reaktorbetrieb so gut wie ausgeschlossen.

Diese Fragen hatte ich schon vor 20 Jahren im Bundestag den Kernfusionsforscher*innen gestellt und keine befriedigende Antwort bekommen. Heute stellt offensichtlich niemand mehr aus den Regierungsfraktionen diese Fragen und viele rennen blindgläubig den Versprechungen der Atomforscher*innen hinterher, beschließen ca. alle 5 Jahre neue Milliarden-Förderungen für die Kernfusionsforschung und akzeptieren, dass schon wieder weitere 5 Jahre an Bauverzögerungen eingetreten sind. So geht das nun schon seit 70 Jahren.

Aber nochmal 70 Jahre wird das so nicht weitergehen können, denn lange vorher wird die Kernfusion auf der Sonne die Erde in die unbeherrschbare Heißzeit aufgeheizt haben, da die Menschen weiter Treibhausgase emittieren. In dieser Heißzeit werden große Teile der menschlichen Zivilisation vor dem Untergang stehen und neue Beschlüsse und Milliarden für die Kernfusionsfoschung wird es nicht mehr geben, da die Menschheit ganz andere Sorgen um Trinkwasser, Nahrungsversorgung, Meeresspiegelanstieg, Hitzeperioden und Stürme haben wird.

Es sei denn, die Menschheit hat es doch bis 2030 geschafft, eine Energieversorgung auf Basis 100% Erneuerbarer Energien zu verwirklichen. Doch dann wird niemand mehr danach streben, einen Kernfusionsreaktor vielleicht bis 2060 zu verwirklichen.

Hammelburg, 23. Februar 2021

Ihr Hans-Josef Fell

fell@hans-josef-fell.de
www.hans-josef-fell.de 
Twitter: @HJFell

Den Beitrag auf der Homepage finden Sie hier: https://hans-josef-fell.de/das-absurdistan-der-kernfusionsforschung-verschlingt-weitere-milliarden/

Bei mir werden Erneuerbare Energien groß geschrieben!

Sie erhalten diesen Newsletter, weil Sie sich bei unserem Newsletter-Service auf www.hans-josef-fell.de angemeldet haben.
Bitte antworten Sie nicht an diese E-Mail-Adresse. Bei Kommentaren oder Fragen wenden Sie sich bitte an sekretariat@hans-josef-fell.de.

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, schon lange in der Umweltwerkstatt, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de und ippnw.org), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig, und ich bin seit etwa 15 Jahren in der Linkspartei// Family doctor, retired, since 1976 in the environmental organization BUND, for a long time in the environmental workshop, since 1983 in the medical peace organization IPPNW (www.ippnw.de and ippnw.org), since 1995 in the peace center, since 2000 in the umbrella organization Friedensbündnis Braunschweig, and I am since about 15 years in the Left Party//
Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert