Befragung Winfrid Eisenberg

Winfrid Eisenberg

Winfrid Eisenberg (* 14. Februar 1937 in Hanau, Hessen) ist ein deutscher Pädiater. Er war von 1984 bis 2002 Chefarzt der Kinderklinik des Klinikum Herford und ist ein Friedens- und Umweltaktivist.

Leben

Winfried Eisenberg (oben links) auf der Fukushima-Mahnwache 2018 in Herford

Eisenberg wuchs im hessischen Hanau auf. Nach dem Medizinstudium ging er für dreieinhalb Jahre mit seiner Familie an ein Krankenhaus im Inland von Tansania. Diese Zeit hat ihn geprägt. Wieder in Deutschland, beendete er seine Facharzt-Ausbildung als Pädiater in der Kinderklinik Bethel. Danach (1974) wurde er Oberarzt in der Kinderklinik Herford. Er erwarb sich rasch fachliche Anerkennung. Daher wurde er 1984 Chefarzt der Kinderklinik, als diese Stelle frei wurde. Gleichzeitig engagierte sich Eisenberg politisch zuerst in der Friedensbewegung und später auch in der Anti-Atomkraftbewegung. Er ist seit der Gründung der IPPNW in Deutschland deren Mitglied.[1] Des Weiteren ist er in der Friedens- und Flüchtlingsbegleitergruppe Herford aktiv. Zudem war er Mitinitiator zur Gründung der Friedensfördernden Energiegenossenschaft Herford nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima. Zudem schrieb Eisenberg Artikel und Gutachten für die IPPNW – u. a. über die Gefahren der Niedrigstrahlung. Sein Gutachten für die fehlerhafte Feststellung des Alters von geflüchteten Minderjährigen erregte bundesweit Aufsehen.[2]

Aktionen

Im Juli 1986 besetzte Winfrid Eisenberg zusammen mit Bärbel Schröder, Karsten Otte, Hermann Wiesing, Sigurd Elert und Eric Bachman den Kühlturm des Kernkraftwerks Hamm-Uentrop.[3][4] Gegen Winfrid Eisenberg wurde wegen der Besetzung zunächst ein Disziplinarverfahren eingeleitet, später aber eingestellt.[5]

Ehrungen

Winfrid Eisenberg wurde 2004 mit dem Heiko-Ploeger-Preis für Zivilcourage der Stadt Herford ausgezeichnet[6].

Literatur

* Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge:Strittiges Alter – strittige Altersdiagnostik (Deutsches Ärzteblatt 2014; 111(18): A-786 / B-674 / C-642, Nowotny, Thomas; Eisenberg, Winfrid; Mohnike, Klaus)

* Atomkraftwerke machen Kinder krank (IPPNW und .ausgestrahlt, 2009, 5.Aufl. 2011)

* Altersschätzung bei Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen (UMF)

(Beitrag für Sozialmagazin, Sonderheft UMF, 2016)

* Altersdiagnostik bei jungen Flüchtlingen, Interview „Kanal 21“ Bielefeld, 14.11.2018

Weblinks

Einzelnachweise

zu Deinen Fragen:

  1. Schon als junger Mensch hatte ich große, inspirierende Vorbilder, Mahatma Gandhi, Frithjof Nansen, Bertha von Suttner, Albert Schweitzer, später auch Nelson Mandela, Martin Luther King und viele andere. Alle diese Menschen haben bewiesen, dass man gewaltfrei und geduldig viel erreichen kann, dass Gewalt dagegen immer neue Gewalt erzeugt. Mit Krieg angeblich den Frieden „erzwingen wollen“ funktioniert nicht. Versuche, „Militäreinsätze“ so zu rechtfertigen, müssen als Lügen entlarvt werden.
  2. Durch Aktivitäten in der DFG/VK, IPPNW, Flüchtlingsbegleiter- und Friedensgruppe Herford, bei den „Lebenslauten, im BUND; durch Leserbriefe, Beteiligung an Demonstrationen und anderen Aktionen.
  3. Wie 2
  4. Bei Meinungsverschiedenheiten ist es wichtig, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen und, soweit möglich, zum Ausgleich beizutragen. Das bedeutet nicht, die eigene Meinung zurück zu halten, im Gegenteil: Jeder soll seine Argumente klar vortragen, damit darüber diskutiert werden kann.
  5. Greta Thunberg hat erstaunlich viel erreicht. Das Zukunftsthema „Klima“ droht z.Z. hinter der Corona-Krise zu verblassen. Wir müssen dranbleiben und die Generationen nicht auseinander, sondern zusammen bringen.
  6. Bei den Nuklearthemen habe ich mich besonders mit den Gefahren der Niedrigstrahlung (z.B. KiKK) und mit dem Uranbergbau (z.B. NFFA für Golden Misabiko, Kongo) befasst. (NFFA steht für „Nuclear Free Future Award.)
  7. Für die von der Corona-Krise gebeutelte Wirtschaft fließen plötzlich unglaublich große Milliardenbeträge, während eine effektive Klima- und Friedenspolitik immer wieder an den angeblich zu hohen Kosten scheitert. Dieses Missverhältnis müssen wir bewusst machen und auf Änderung dringen.
  8. Es gibt eine Zukunft. Als Kinderarzt habe ich mich immer bemüht, kranke Kinder nicht nur von ihren aktuellen Krankheitssymptomen zu befreien, sondern auch darauf hinzuwirken, dass sie eine lebenswerte Zukunft vor sich haben.
  9. s. 1 – 8
  10. Zum Beispiel die Natur durch die Jahreszeiten, ein Kind in seiner Entwicklung zu beobachten, bestätigt, dass die Welt „bunt und schön“ ist. Kriege machen alles zunichte, sie sind die Summe aller denkbaren Verbrechen. Dem Satz „ohne Frieden ist alles nichts“ stimme ich deshalb vorbehaltlos zu. WE

Die Fragen

  1. Was motiviert Dich im Leben, was begeistert Dich?
  2. Wie versuchst Du, zum Weltfrieden beizutragen?
  3. Womit können wir versuchen, die Menschheit zum Erkennen ihrer wirklichen Interessen, m.E. Frieden, Umwelt und Soziales, zu bringen?
  4. Wie können wir die Spannung zwischen gegenseitiger Anerkennung auch in unserem Friedensverein und der eigenen Meinung aushalten?
  5. Ich bin großer Fan von Greta und den FFF und bin ein P4F und ein GP4F… . Ich versuche, die Bewegungen zusammenzubringen, Stichwort „ doppelter Selbstmord“
  6. Mein Schwerpunkt bei der nuklearen Kette sind die Atomwaffen und damit die Kriegsgefahr. Wie können wir die Aufmerksamkeit auf die guten Möglichkeiten der Menschheit lenken und weg von den Gefahren der „Endzeit“?
  7. Corona: Krise als Chance: Die Politik zeigt, dass sie dramatische Möglichkeiten hat: Sie muss dies jetzt dringend auch in Friedenspolitik wie der Ostpolitik von Willy Brandt und in der Klimapolitik zeigen.
  8. als Kinderarzt: wie sieht es mit der Zukunft der Menschheit aus? Gibt es eine Zukunft?
  9. Was sind Deine Schwerpunkte?
  10. Von Deutschland geht Krieg aus: Banken und schmutzige Kriege…
  11. Die Welt ist bunt und schön, aber chaotisch „und: ohne Frieden ist alles nichts”, was fällt Dir dazu ein?

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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