Energieversorgung

Im Buch von Hans-Josef Fell “Globale Abkühlung”  werden die erfreulichen Möglichkeiten der Menschheit dargestellt. (Hier eine Leseprobe)

Im Vorwort von Professor Mark Z. Jacobson ( unter Bezug auf den Klassiker von 2009: Emissionfrei Jacobson_Delucchi_sdw_2009_12_S80)  steht:

Drei der wichtigsten Probleme, denen die Menschheit gegenübersteht, sind die Erderwärmung, die Mortalität (Übersterblichkeit) durch Luftverschmutzung und die unsichere Energieversorgung.

Die Erderwärmung wird durch die Tatsache deutlich, dass die globale Temperatur heute zehn Mal schneller steigt als sogar bei der raschen Erderwärmung während der Abschmelzphase am Ende der letzten Eiszeit. Neun der zehn wärmsten Jahre in den letzten 150 Jahren lagen zwischen 2001 und 2010. Die arktische Meereisdecke war im August 2010 um 32 Prozent kleiner als im Durchschnitt zwischen 1979 und 2008. Das Schmelzen aller Gletscher auf der Erde wird zu einem Anstieg des Meeresspiegels um 70 Meter führen, wodurch 7 Prozent der gegenwärtigen Landmasse der Welt überschwemmt werden. Luftverschmutzung führt weltweit jedes Jahr zu 2,5 bis 3 Millionen vorzeitigen Todesfällen und Millionen zusätzlichen Fällen von Herz-Kreislauferkrankungen, Atemwegserkrankungen und Asthma. Die schwindenden Vorräte und steigenden Preise fossiler Energieträger und die wachsende Weltbevölkerung sind ein sicherer Indikator für künftige energetische, politische und wirtschaftliche Instabilität und könnten zu einem Zusammenbruch der Gesellschaft führen. Hans-Josef Fell schlägt in seinem Buch Methoden für einzelne Länder und die Welt vor, die uns die richtige Richtung für die Lösung dieser Probleme weisen sollen. Es werden darin politische Maßnahmen und Technologien diskutiert, die schon heute und in der Zukunft dazu beitragen, die Welt auf saubere und erneuerbare Energien umzustellen. Ob die Politik dieses Problem lösen kann, hängt von der technischen Machbarkeit eines völlig sauberen und erneuerbaren globalen Energiesystems ab – eines Systems, von dem keine Gefahr der Erderwärmung, Luftverschmutzung oder Energieunsicherheit ausgeht. In den letzten Jahren haben Dr. Mark Delucchi von der University of California in Davis und ich versucht, die Frage der technischen Machbarkeit auf wissenschaftliche und umfassende Weise zu prüfen. Wir wählten dazu vorhandene saubere Energietechnologien, die anhand von elf Kriterien als die Besten erachtet worden waren – Kohlendioxidäquivalente, Luftverschmutzungsmortalität und -morbidität, Ressourcenreichtum, erforderlicher Flächenbedarf, benötigte Räume, Wasserbedarf, Auswirkungen auf die Tierwelt, thermische Verschmutzung, chemische Wasserverunreinigung/radioaktiver Müll, Versorgungsengpässe und normale Betriebssicherheit – und bemühten uns zu ermitteln, ob die Welt mithilfe dieser Technologien ihren gesamten Energiebedarf decken könnte. Bei der Stromerzeugung gehören zu diesen Technologien Windturbinen, solarthermische Kraftwerke, Photovoltaikanlagen, Photovoltaik-Paneele für Dächer, solarb etriebene Wasserheizsysteme, Geothermiekraftwerke, Wasserkraftwerke, Gezeitenströmungsturbinen und Wellenkraftwerke.

Diese Technologien werden als Wind-, Wasser- und Sonnentechnologien (WWS) bezeichnet, da sie alle aus einer dieser natürlichen Quellen stammen.

Beim Verkehr gehören zu diesen Technologien Batteriestrom und Wasserstoff/ Brenn stoffzellen-Fahrzeuge, -Lastkraftwagen, -Busse, -Arbeitsmaschinen, -Lokomotiven und -Schiffe. Flugzeuge sollen mit Flüssigwasserstoff fliegen. Strombetriebene Luft/Wasser-Wärmepumpen, geothermische Wärmepumpen, Widerstandsheizungen und Solarwärmeanlagen sollen Erdgas und Erdöl bei Heizung und Wassererwärmung in Eigenheimen ersetzen. Hohe Temperaturen für industrielle Prozesse ließen sich durch das Verbrennen von Wasserstoff und elektrische Widerstandsheizung erzielen. Die Technologien für all diese Prozesse existieren bereits heute. Eine Umstellung auf WWS-Strom und Strom/Wasserstoff soll Berechnungen zufolge den weltweiten Energiebedarf um 32 Prozent senken, in erster Linie dank der größeren Effizienz von Strom im Vergleich zu Verbrennung. Ein Elektroauto beispielsweise braucht für dieselbe Strecke vier bis fünf Mal weniger Energie als ein Benzin- oder Dieselfahrzeug. Die Kosten für den „Treibstoff“ eines Elektroautos sind vier bis fünf Mal geringer als für ein gleichwertiges Auto mit Verbrennungsmotor. Zusätzliche Effizienzmaßnahmen umfassen die Nutzung effizienterer Beleuchtung und besser isolierte Eigenheime. Außerdem gehören dazu die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder der Einsatz von Telearbeit anstelle von Fahrten mit dem Auto, die Planung der zukünftigen Infrastruktur der Städte mit dem Ziel der Nutzung des nichtmotorisierten Verkehrs und die Planung von Gebäuden, so dass diese die Sonnenenergie besser nutzen, z. B. durch bessere Tageslichtbeleuchtung und verbesserte passive Solarheizung im Winter und Kühlung im Sommer.

Im Rahmen der Studie wurden auch erneuerbare Energiequellen geprüft, und man hat festgestellt, dass der Wind an Starkwindstandorten das 5- bis 15-fache der Energie liefern könnte, die eine mit WWS-Energie versorgte Welt im Jahre 2030 benötigen würde. Sonnenenergie könnte das 30-fache des Weltenergiebedarfs liefern. Ein derartiger Umstieg würde die Nutzung von nur etwa 1 Prozent zusätzlicher Fläche der Erde erfordern, wobei 40 Prozent davon für die technischen Anlagen vor Ort und 60 Prozent für leeren Raum benötigt würden, der für Landwirtschaft, Weideland oder Freiflächen genutzt werden könnte. Rohstoffe wie Beton, Stahl, Lithium und seltene Erden stellen kein Hindernis dar. Die Kosten für die meisten WWS-Technologien im Jahre 2030 werden eine ähnliche Höhe haben wie oder niedriger sein als die Kosten für konven tionelle Brennstoffe, vor allem wenn Gesundheits- und Umweltkosten für konventionelle Brennstoffe berücksichtigt werden.

WWS-Energien können eine stabile Stromversorgung in jeder Minute, jeder Stunde, an jedem Tag und in jeder Jahreszeit bieten. Zwar bläst der Wind nicht immer und die Sonne scheint nicht immer, aber Wind und Sonne ergänzen einander. Wenn der Wind nicht bläst, scheint oft die Sonne und umgekehrt. Wenn Wind- und Sonnenenergie kombiniert werden, können sie den Energiebedarf nahezu decken. Zur Schließung der meisten verbleibenden Lücken kann Wasserenergie eingesetzt werden. Mithilfe des Lastmanagements können Nachfragespitzen auf Zeiten geringerer Nach frage reduziert und so die Belastung der Stromerzeuger verringert werden. Auch durch Überdimensionierung des Stromnetzes kann die Stromnachfrage dem Angebot angepasst werden. In den Stunden, in denen in diesem Falle zu viel Energie für Strom produziert wird, kann der Überschuss zur Erzeugung von Wasserstoff für andere Zweige der neuen Energiewirtschaft genutzt werden. Insgesamt ist es technisch machbar, das Weltenergiesystem auf saubere und nachhaltige Energien umzustellen. Es gibt allerdings gegenwärtig praktische Hürden, vor allem die Politik, Lobbyismus und Sorgen bezüglich der Kosten. Dieses Buch beseitigt die Hürden für eine umfassende Umstellung auf saubere und erneuerbare Energie, indem es mit den irrigen Vorstellungen hinsichtlich der mit einer Umstellung verbundenen politischen Maßnahmen und Kosten aufräumt.

Es besteht die Hoffnung, dass sich die Menschen und Völker auf der Grundlage dieser Informationen mit dem Ziel zusammentun, das drängendste Problem zu lösen, dem sich die Welt heute und unsere Kinder morgen gegenüber sehen.

Energiewende: Pro und Kontra

Hier steht eine der üblichen Desinformationen:  World Energy Outlook: Die jährliche Verkennung der Solarenergie 

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
Dieser Beitrag wurde unter Blog veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Energieversorgung

  1. Pingback: Aufschrei | Streiten für eine Kultur des Friedens

  2. Pingback: eine Kurzformel für meine Weltsicht | Streiten für eine Kultur des Friedens

  3. Pingback: Gefahren und Glück | Streiten für eine Kultur des Friedens

  4. Pingback: world-wide Peace and its threats | Streiten für eine Kultur des Friedens

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.