Pfarrer Raed

Do, 25. April 2013

Dann stieß sein Vorgänger, Pfarrer Raed, der inzwischen in Jerusalem lebt, dazu und erzählte: Er ist Araber, Christ und Katholik zugleich. Der Ort Taybeh wurde in der Bibel Ephraim genannt. Jesus hielt sich hier auf, um sich auf den Tod vorzubereiten. Er sagte ihn dreimal voraus. In Ephraim lebten die Samariter und die Stadt war als Refugium bekannt. Jesus wurde dort beschützt. Immer noch ist es ein Platz der Ruhe und des Gebetes. Mit Gottes Hilfe werden hier die richtigen Entscheidungen getroffen. Es gibt drei christliche Religionen hier. Zwei orthodoxe und eine katholische. Alle 1300 Bewohner sind Christen. Taybeh ist die einzige vollständig christliche Stadt im Heiligen Land.

Danach Essen im Gästehaus.

Nach dem Essen sprach er weiter zu uns. Von Galilea gelangt man nach Jerusalem entweder über die Berge oder über das Jordantal. Durch die sich am Mond orientierende Berechnungsmethode gibt es verschiedene Ostertage bei den Religionen. Gott ist die Liebe und wird das nicht so genau nehmen…

Christen gibt es 50.000 in Palästina, das sind 1,4% der Bevölkerung. Bei ihnen kommt es wie bei allen Palästinensern auf drei Dinge an:

–      einen Job

–      ein Haus

–      eine Heirat

Ein theologisches Prinzip: die Kirche, die sich um die Bedürfnisse der Menschen nicht kümmert, ist nicht die von Jesus Christus.

Von der südamerikanischen Befreiungsbewegung hält er nichts.

Aber gib „ihnen“ Arbeit und zu essen wie Jesus bei der wunderbaren Brot- und Fischvermehrung…

Sie bekamen in Taybeh Spenden von 3 Millionen € und investierten sie. Nach drei Jahren erreichten sie den „break even point“. Nach fünf Jahren hatten sie 5-10% Gewinn. Damit unterstützen sie die Schule und finanzieren ihr Altersheim. Er studierte in Rom Philosophie, und er bewundert die Kinder, die altruistischer sind als Erwachsene. Ein guter Ratschlag: Seid wie die Kinder…  Es gibt eine InternetseiteTaybeh  Deutschland, siehe www.taybeh.de.

Marketingleute überlegten, was sie mit dem dort produzierten Ölivenöl alles anfangen können. Sie kamen auf das Friedenslicht. 100.000 Friedenslichter gibt es schon. Diese sollten in jeder Kirche auf den fünf Kontinenten stehen und die Leute sollten für den Frieden der Welt beten.

Mit dem Öl ist es sehr schwer. „Alter ECO“ aus Frankreich hat  Ölseife gekauft und Kräutersalz, das sind Kräuter als Salzersatz. Eine Olivenpresse für 150.000 € wurde gekauft und das Öl in Flaschen von je einem halben Liter verkauft.

Sie haben als Handlungsgrundlage zwei Säulen: Kirche und Schule. In der Schule in Taybeh gibt es Koedukation mit Moslems und Mädchen und Jungen. Er ist Direktor der Caritas in Jerusalem, zuständig für Kindergarten bis zur „secondary school“ und unterschiedliche Aktivitäten. Er wirkt wie ein geschickter Geschätsmann, aber er hat eine Berufung:

die Christen wollen in Würde arbeiten. Es gibt nur noch 1300 ,  vor einigen Jahren waren es noch 3000. Papst Johannes Paul der Zweite spendete für sie. Dafür dankt er ihm, aber für die Zukunft sollte dies gestoppt werden.

Jeder „sei in Jerusalem geboren“ und sie werden hier immer wohnen. Sie sind die Nachfolger der Apostel, sie sind stark. „Wanted in the Holy Land“ sind eine Millionen Pilger aus Deutschland. Die Steine sind wichtig, aber wichtiger sind die Christen. Bei Lourdes geht es um die Heilige Maria, 6 Millionen pilgern jährlich dort hin, im Heiligen Jahr waren es im Heiligen Land nur 800.000. Dabei war dort nicht nur Maria, sondern die ganze Familie.

Lachen sei gut, es hilft gegen Depressionen.

Zwei Appelle: Kommt  ins Heilige Land!

Jerusalem ist in uns, Frieden in Jerusalem wird zum Weltfrieden führen. Das wird ein Paradies!

Die christlichen, muslimischen und jüdischen Kinder sollen Eigeninitiative entwickeln.

Und wir sollen weitererzählen, was wir gesehen haben und die Schlüsse, die wir daraus gezogen haben, ohne Angst, denn Gott hält zu uns…

Thomas von Aquin: Gott liebt die Menschen im Himmel nicht mehr als die auf der Erde. Es gibt eine große jüdische Siedlung Eli, Shilo. Seinerzeit raubten die Raubritter die Bevölkerung aus, heute verhalten sich die Siedler entsprechend.

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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1 Antwort zu Pfarrer Raed

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