Spielt die Friedensbewegung keine Rolle in den Leitmedien?

sogenannte Sicherheitskonferenz,  in Wirklichkeit Unsicherheitskonferenz

http://sicherheitskonferenz.de/de/Aufruf-SiKo-Proteste-2015

http://www.friedenskonferenz.info/

Zuerst am 5.2., 19.30 Uhr, DGB- Haus, Schwanthalerstr. 64: Vortrag und Diskussion,  spielt die Friedensbewegung keine Rolle in den Leitmedien?

Einführung und Moderation: Thomas Rödl, DFG-VK:

Die Friedenskonferenz findet überwiegend im Lokalteil, nicht im internationalen Teil zB der Süddeutschen Zeitung statt. Im Internationalen Teil überwiegen die Nachrichten über die “Sicherheitskonferenz“ noch viel mehr. Meinungsfreiheit sollte doch bedeuten, dass die Journalisten über die relevanten Meinungen aller Seiten mit ähnlicher Gewichtung berichten. Dies sei bei unseren „Leitmedien“, zB der Süddeutschen, dem Spiegel, der Welt, der FAZ, der Frankfurter Rundschau nicht der Fall. Abschätzige Bemerkungen seien üblich: zB „Als die Friedensbewegung noch denken konnte“ Am Anfang, 2008, waren die Berichte noch ordentlicher, 2009 hieß es „ältere Damen in gesunden Schuhen“.

Trotz dieses Ärgers und Frusts blieb zum zumindest die Besucherzahl mit etwa 300 im Rathaus ziemlich gleichbleibend und erfreulicherweise bietet das Internet immer mehr unabhängige Verteiler.

Es folgte der Vortrag des Hauptredners Dr. Uwe Krüger aus Leipzig:

Spielt die Friedensbewegung keine Rolle in den Leitmedien?

Autor von „Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten“.

Zuerst gab er die Gliederung seines Vortrags an. Sie steht bei den Bildern, so wie auch viele wertvolle Teile des Vortrags, wobei die Bilder im Fragefall wirklich die Meinung des Vortragenden angeben.

Er hatte am Samstag vor der „Sicherheitskonferenz“ bis zum Tag danach nach die Zeitungen durchgesehen, und die Perspektive von außen und von innen, und von oben beachtet.

Er betrachte die „Siko“ als Elitenveranstaltung, es gehe um den „main stream“, was in der Elite kursiert. Die Großen Medien hätten in den Eliten Verbindungen nach allen Seiten, viele maßgebliche Journalisten seien im Establishment vernetzt, daher werde über die „Siko“, aber nicht über die Friedenskonferenz berichtet.

Er hat Graphiken über die Beziehungen der Journalisten erstellt:

Große Punkte bedeutet viele Leute, die Dicke der Verbindungslinien zeigen zeigt die Zahl der Leute, die in mindestens zwei „Elite“-Organisationen sind. Ischinger zum Beispiel ist neben vielen anderen Organisationen hauptberuflich der Cheflobbyist der Allianz.

Eine weitere Graphik stellt dar, wer in drei Organisationen ist. Die zentralsten Journalisten sind Stürmer von der Welt, Joffe von der Zeit, Kornelius von der SZ und noch jemand vermutlich vom Spiegel.

Frau Krohne-Schmalz habe gesagt: Das Assoziierungsabkommen zerreißt die Ukraine “Friedensmacht EU“ dazu zB:

Szenen aus der Anstalt:“all diese Zeitungen seien „transatlantische Swinger-Clubs“ sie seien Lokalausgaben der Nato-Pressestelle“, nach der Sendung gab es Ärger, der Clip durfte nicht mehr erscheinen, nach dem gewonnenen Prozess war er wieder erlaubt, aber er sei nicht mehr in der Mediathek, sei aber auf YouTube zu bekommen und viel gesehen.

Die Journalisten sollten immer die Dinge kritisch sehen und dürfen sich nicht mit den „Parteien“ gemein machen. Jochen Bittner zum Beispiel habe an dem Strategiepapier mitgearbeitet, nach dessen Drehbuch von der Leyen, Steinmeyer und Gauck auf der letzten „Siko“ sprachen. Dann habe er für die Zeitung die Reden beurteilt und gelobt und diesen Zusammenhang nicht dargestellt. Das sei unseriöses Arbeiten.

Herr Krüger zitierte dann Wissenschaftler zum Nachrichtenwert eines Beitrags, siehe auch meine Fotos der Abbildungen. In den Medien wird laut Östgard ? die Welt konfliktreicher dargestellt, als sie ist. Winfried Nachtweih, der frühere gründe Bundestagsabgeordnete, sagte, die Medien seien „gewaltaffin“ wie Hollywood.

Seine Lösungsansätze:

  • Ideen von dem Friedensforscher Galtung, wobei mir einfällt, dass ich zur Zeit von Johan Galtung „TMS“  beziehe, Transcend Media Service, wöchentliche Friedensjournalismus Information zur ganzen Welt, wobei man sich das am meisten Interessierende heraussuchen kann.  Bei der Friedenskonferenz wird dargestellt, dass gewaltlose Konfliktlösungen wirksamer sind als gewaltsame. Daher muss es eine Debatte der Medienwissenschaften zu diesem Thema geben.
  • Qualitätsjournalismus könne man einfordern! Durch Leserbriefe und persönliche Proteste. Journalisten Kritik sei nicht wirkungslos.
  • Solution Journalismus, Michael Gleich, Peace counts, Solutions Journalism, spannende Geschichten
  • “ZKB“, Zivile Konfliktbearbeitung, im Bundestag stärken zB über die Abgeordnete Fink Krämer
  • Gauck versucht zum Beispiel unter dem Eindruck der Proteste die zivile Konfliktbearbeitung zu stärken!!

Seine letzte Abbildung:  Was ist zu tun?

– von Medien lösungs-und friedensorientierten Journalismus einfordern

– Sich selbst interessieren für Geschichten über Friedensvermittler (Bücher: Ute Scheub “Guten Nachrichten”, Michael Gleich/Petra Gerster “Die Friedensmacher”, Film “Miles&War” v. Anne Thoma)

– Die eigenen MdBs für das Thema sensibilisieren

– Offiziellen Sicherheitsdiskurs (und die zugrundeliegende Angst) akzeptieren und transzendieren, Eliten in den Alternativdiskurs einbeziehen

Diskussion:

  • wir brauchen eine Verpflichtung der Zeitungen zur Ausgewogenheiten, zB eine Seite, der Einfluss der Arbeitgeber muss reduziert werden,
  • „main stream“ ist, was in der Elite kursiert. Das heißt, wir müssen unsere Anliegen in die Eliten tragen
  • Krüger, auf die Frage seiner Herkunft: Er ist Ossi, dann kam die Wende, er wollte Wessi werden, dann kamen die orangenen Revolutionen, da bekam er das Gefühl, dass da einseitig was läuft, dass eine grobe Einmischung des Westens stattfindet. Er fand für sich das Propaganda Modell, jetzt möchte er einen bösen Blick aus Osten in den Westen werfen, da die nicht die eigenen Fehler sehen, es geht nicht um die Soße von Gut und Böse, es geht um Interessen.
  • Reiner Braun, die Pressefreiheit muss erkämpft werden, Demokratisierung der Pressen, es geht nicht nur Nicht-Berichterstattung, es geht um Hetze, wir waren die „5. Kolonne“ wir sollten „ nach drüben“, eine sachliche Auseinandersetzung war kaum möglich. Als Alternative gab es eine unabhängige Medienentwicklung im Internet und in Griechenland. Wir werden das Problem erst überwinden, wenn Millionen auf der Straße gehen…
  • Sitzdemos in Mutlangen, da wurde ich verhaftet, Ute Fink Krämer, einzige Abgeordnete, leider wenig Einfluss, es gilt, ihr den Rücken zu stärken, weg von der Depression, es gibt immer ein Gummiband, es gibt die kritischen Journalisten,
  • Mein Beitrag: ich denke, wir brauchen ein einfaches, aber richtiges Dachthema
  1. das schaffen wir vielleicht im Juli mit dem Manifest von Russell und Einstein 
  2. Russell und Einstein sagten dort, es dürfe keine Kriege mehr geben, es ist der 60. Jahrestag, sie sagen, Glück oder Untergang, sehr wahr, aber verdrängt…
  3. Mir scheinen jährliche Demonstrationen erforderlich, dann könnte dies in einigen Jahren zunehmend bekannt werden
  4. zB über die Mayors for Peace und vielen anderen Organisationen…

 

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig
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