Ray McGovern: Russlands und Irans Reaktion auf den Fall von Assad

 

Ray McGovern: Russlands und Irans Reaktion auf Assads Fall in Syrien – Übersetzung und Transkript  https://wp.me/paI27O-5U3

Ray McGovern: Russia and Iran’s Reaction to Assad’s Fall in Syria
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Deutsche Übersetzung des Transkripts

Hallo zusammen, heute ist Mittwoch, der 11. Dezember, und unser Freund Ray McGovern ist wieder bei uns. Willkommen zurück, Ray!
– Danke, Nima.

Ray, lass uns mit der aktuellen Situation in Syrien beginnen. Wir haben erfahren, dass HTS das Grab des ehemaligen Präsidenten Hafez al-Assad in Brand gesetzt hat. Sie haben seinen Sarg auf der Straße verbrannt. Sie sprechen mit Menschen, fragen nach ihrem Glauben und töten sie, wenn ihnen die Antwort nicht passt. Sie haben begonnen, gewöhnliche Menschen zu töten. Und im Westen sehen wir, wie versucht wird, dieses Ereignis als etwas anderes darzustellen. Wie siehst du die Situation, Ray?

– Nun, Nima, es ist wirklich außergewöhnlich. Ich habe jede Woche ein Briefing mit dem Präsidenten Robert Sher. Die letzte Episode fand nur drei Stunden nach einer Rede des US-Präsidenten statt, in der verkündet wurde, dass Assad gefallen sei. Man sprach von einer „besseren Zukunft“ mit neuen Kräften in Syrien. Doch die Wahrheit sieht anders aus.

Es wurde verkündet, dass Millionen von Dollar an einen ehemaligen Terroristen namens Jolani gehen sollen. Tony Blinken hat diesen Mann nicht einmal von der US-Terrorliste gestrichen. Das Außenministerium bietet weiterhin 10 Millionen Dollar für Informationen über ihn an. Das ist absurd.

Und dann gibt es die absurde Darstellung, dass dieser Mann auf wundersame Weise eine Wandlung auf dem Weg nach Damaskus durchgemacht hat – wie Paulus in der Bibel. Plötzlich soll er kein Terrorist mehr sein, sondern jemand, der die Zukunft Syriens gestalten wird. Es ist ein absurder Versuch, die Realität zu verschleiern.

Die Wahrheit ist, dass die Situation in Syrien ein komplettes Chaos ist – ein „Fass voller Würmer“, wie man in den USA sagt. Ohne den Würmern zu nahe zu treten, versteht sich. Seit die USA und der Westen die Proteste von 2011 ausgenutzt haben, um den Sturz von Assad voranzutreiben, herrscht in Syrien Krieg.

Wir haben damals „gemäßigte Rebellen“ ausgebildet und bewaffnet – für über 500 Millionen Dollar. Und als General Lloyd Austin vor dem US-Kongress befragt wurde, musste er zugeben, dass nur vier oder fünf dieser „gemäßigten Rebellen“ tatsächlich im Einsatz waren. Das war eine gewaltige Blamage.

Die USA und ihre Verbündeten haben verschiedene Rebellengruppen unterstützt, während die Türkei ihre eigenen Interessen verfolgte. Jetzt hat Israel die Oberhand gewonnen. Die Israelis haben Syriens Militärinfrastruktur zerstört und ihre Präsenz weit über die Golanhöhen hinaus ausgedehnt.

Gleichzeitig erleben wir, wie die NATO in der Ukraine ihre eigenen Interessen verfolgt, und Russland sich gezwungen sah, einzugreifen. Die Parallelen sind offensichtlich.

Iran hat ebenfalls einen erheblichen Schlag erlitten. Die Unterstützung für die Hisbollah in Südlibanon wird zunehmend erschwert, und es gibt innerhalb des iranischen Establishments eine Debatte darüber, ob man eine nukleare Abschreckung anstreben sollte.

Iran hat bisher darauf verzichtet, Atomwaffen zu bauen, und das seit 2003 – was von den US-Geheimdiensten einstimmig bestätigt wurde. Doch die Frage bleibt: Wird Iran diesen Kurs beibehalten, oder wird der Druck so groß, dass sie ihre Strategie ändern?

In der Türkei hat Präsident Erdogan versucht, eigene Wege zu gehen, aber die Lage ist außer Kontrolle geraten. Niemand weiß genau, wer in Syrien noch mit wem verbündet ist, und ob Erdogan überhaupt die Kontrolle über die Rebellengruppen hat, die er unterstützt hat.

Was Russland betrifft, so haben sie 2015 sehr deutlich gemacht, dass sie nicht zulassen werden, dass Assad gestürzt wird. Sie haben mit militärischer Stärke eingegriffen und gezeigt, dass sie in der Lage sind, den Verlauf des Krieges zu beeinflussen.

Doch nun stellt sich die Frage: Wie weit ist Russland bereit zu gehen? Gibt es einen Punkt, an dem sie sich zurückziehen werden, um nicht in einen weiteren endlosen Konflikt verwickelt zu werden?

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Lage in Syrien und die geopolitischen Verflechtungen zwischen Russland, Iran, der Türkei und Israel äußerst komplex sind. Und es bleibt zu hoffen, dass die USA und ihre Verbündeten die Realitäten erkennen und von weiteren Eskalationen absehen.

Vielen Dank, Ray, dass du heute bei uns warst.
– Immer gerne, Nima. Es war mir wie immer eine Freude.


Anmerkungen zur Übersetzung:

  1. Der Text wurde sinngemäß und nicht wortwörtlich übersetzt, um Klarheit und Lesbarkeit zu gewährleisten.
  2. Einige umgangssprachliche Ausdrücke wurden angepasst, um im Deutschen verständlich zu bleiben.
  3. Wichtige Punkte und Zitate wurden hervorgehoben.

Gefällt dir diese Übersetzung? Soll ich noch Anpassungen vornehmen oder bestimmte Passagen genauer ausarbeiten? 😊

Ray McGovern: Russia and Iran’s Reaction to Assad’s Fall in Syria

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Key Highlights and Analysis

Below, I’ve selected and highlighted important statements from Ray McGovern’s discussion. These points provide critical insights into the geopolitical situation in Syria, Iran, and the role of major global players.


1. The Transformation of a ‚Terrorist‘ into a ‚Leader‘: The Case of Jolani

  • “The US announced millions of dollars in support for Jolani, a man still listed as a terrorist by the State Department. They haven’t even removed him from the terrorist rewards list.”
  • Key Insight: The US is openly supporting a figure it previously labeled a terrorist, showcasing the double standards and contradictions in its foreign policy.

2. The Western Narrative on Syria

  • “The West tried to exploit what began as legitimate protests in Syria in 2011, turning them into an armed rebellion against Assad.”
  • Key Insight: The legitimate grievances of the Syrian people were co-opted by foreign powers to serve broader geopolitical aims.

3. Iran’s Position and Dilemma

  • “Iran has suffered a significant blow. Its ability to supply Hezbollah in southern Lebanon has been severely restricted.”
  • “Despite pressure, Iran has resisted building a nuclear weapon since 2003. But will that resolve hold under current circumstances?”
  • Key Insight: Iran faces a strategic dilemma. Continued sanctions and military pressures might push Iran towards nuclear deterrence, which it has so far avoided.

4. Russia’s Strategic Calculations

  • “In 2015, Russia intervened militarily in Syria, making it clear that they would not allow Assad to fall. This was a turning point.”
  • “Now, Russia faces a decision: Should it deepen its involvement in Syria or prepare for an eventual withdrawal to avoid overextending itself?”
  • Key Insight: Russia’s involvement in Syria has been a game-changer, but maintaining long-term influence in the region is becoming increasingly complex.

5. Israel’s Role and Objectives

  • “Israel has emerged as the big winner in the Syrian conflict. Its military strikes have crippled Syria’s infrastructure and expanded their operational territory beyond the Golan Heights.”
  • Key Insight: Israel’s military actions in Syria are strategically aimed at weakening Iranian influence and securing long-term dominance in the region.

6. The US Military’s Fragmented Policy

  • “In 2016, a ceasefire agreement in Syria, negotiated between the US and Russia, was sabotaged by a US airstrike on Syrian positions just five days after the deal took effect.”
  • Key Insight: There’s a disconnect between the US diplomatic and military establishments, undermining peace efforts in Syria.

7. Lessons from Ukraine and NATO Expansion

  • “The NATO expansion into Ukraine was viewed by Russia as an existential threat. The parallels with Israel’s justification for military action in Syria are striking.”
  • Key Insight: Both Ukraine and Syria demonstrate the consequences of geopolitical overreach by Western powers and the resulting security dilemmas.

8. The Risk of Nuclear Escalation

  • “If Iran decides to pursue nuclear weapons, it could trigger preemptive strikes by Israel, with catastrophic consequences.”
  • Key Insight: The fragile balance in the region hinges on Iran’s restraint and Israel’s strategic calculations.

9. The Hypersonic Missile Advantage

  • “Russia’s deployment of hypersonic missiles has changed the strategic balance. These weapons are nearly impossible to intercept and offer Russia a significant advantage.”
  • Key Insight: Advanced military technology is shifting the balance of power, with Russia holding a key strategic edge.

10. Ray McGovern’s Conclusion: A Plea for Realism

  • “The West must recognize when it is checkmated. Continuing to escalate in Ukraine and Syria serves no rational purpose.”
  • Key Insight: A sober recognition of the geopolitical realities is essential to avoid catastrophic miscalculations.

Original Transcript (Reformatted)

Below is the original transcript, formatted into sections for clarity:


Introduction and Syria’s Current Crisis

  • Ray discusses the current chaos in Syria following the burning of Hafez al-Assad’s tomb.
  • HTS leader Jolani, previously labeled a terrorist, is now being presented by the West as a legitimate leader.

Western Double Standards

  • The contradictions in the US policy, with figures like Jolani receiving millions despite being on terrorist watchlists.
  • The narrative shift portraying Jolani as a „savior of Syria.“

Iran’s Challenges and Strategic Dilemma

  • The difficulty Iran faces in supplying Hezbollah.
  • The ongoing debate within Iran about pursuing nuclear weapons as a deterrent.

Russia’s Strategic Involvement in Syria

  • Russia’s military intervention in 2015 marked a turning point.
  • Current debates within Russia about the sustainability of their engagement in Syria.

Israel’s Expanding Influence in Syria

  • Israel’s strategic objectives in weakening Iranian influence.
  • The parallels between NATO’s Ukraine strategy and Israel’s actions in Syria.

US Military and Diplomatic Disarray

  • The collapse of the 2016 ceasefire due to conflicting agendas within the US establishment.

Wider Geopolitical Lessons

  • The failure of Western policies in Ukraine and Syria highlights the dangers of unchecked geopolitical expansion.

The Hypersonic Missile Game-Changer

  • Russia’s hypersonic missile capabilities fundamentally alter the strategic balance.

Final Reflections

  • Ray emphasizes the need for the West to recognize geopolitical realities.
  • A warning against further escalation and the catastrophic risks involved.

Conclusion

Ray McGovern’s analysis reveals the deep contradictions and double standards in Western foreign policy, the strategic dilemmas faced by Iran and Russia, and the dangerous escalation dynamics in Syria and Ukraine.


Call to Reflection:

This conversation invites us to critically examine the geopolitical narratives presented by mainstream media and to recognize the broader implications of these conflicts on global security.


Does this format meet your expectations? Would you like further refinements or a different emphasis on certain points? 😊

4o
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Hier das Transcript:
hi everybody today is Wednesday December 11th and our friend Ray MCG is back with
us welcome back Ray thank you neo Ray let’s start with what’s going on
right now in Syria we’ve learned as we talk that HTS ha Alam said the tomb of former
president hael Assad on fire and they burn his coffin on this street they’re
talking about they’re asking people to talk about their faith their religion they have to answer them and they’re
killing people they have started killing Ordinary People and on the other hand in
the west we are witnessing that they’re trying to zenify this
new zenify I like that very much yeah how how do you find the situation
Ray well NE it’s quite extraordinary uh you may know that I
have this U this briefing of the president Robert Sher uh every week and
uh this past episode was just three hours after the president the real one
appeared in the Roosevelt room started talk about the good news that bashad has fallen and that this new
group we have to watch him of course course but then you know it’s going to be you know by implication terrific
Improvement oh well watch him okay well briefing the other president Robert Sher
three hours later I said Mr President you got a problem here what’s that well
um this fellow we used to call a terrorist actually we still call him a
terrorist this guy joani who you said now you’re going to give Millions to and uh matter of fact uh I don’t think Tony
blinkin thought to take them off the rewards for terrorist list uh they’re
offering the state department is 10 million for this guy so um and the fox president Shar say why
says yeah I he say when did you check the list I said 10 minutes ago he says
well I said well I know that that blinkin was probably busy preparing a
remarks for just 3 hours ago in the Roso room I want to talk about that too because
there were several things you should know that were not quite true in those remarks but for the for the nuns you
really have to realize that get this guy off the terrorist list if you’re going to deal with him or your your caution
that somebody inserted in your remarks there in the rort room is completely
well warranted this guy is a head chopper now neemo I want on a slightly
uh lighter main although true enough I have some Christian Zionist friends okay
and they were so rejoicing about Assad’s removal and
rani’s appearance as the head of Syria for all intents and purposes to the degree he is and they said you know this
is amazing it’s as though he yeah it’s as though he fell to the ground on his
way to Damascus and he heard a voice Jani
jolani you’re not Jani any you are not Al-Qaeda anymore you are not anymore we
give you three initials and nobody will be able to pronounce or understand
NS NTS and so you’re in you’re in wow can you imagine that they said to
me said you’re kidding no he had a conversion on the road to Damascus right
well I can’t just see that you’re a Believer well I can’t see it I’m sorry I’m also an intelligent analist we just
have to see how many heads get chopped off now uh it’s a weird weird situation
I mean we have a we have an expression here in America it’s a can of worms okay
now with no disrespect to worms uh the situation in Syria in
particular ever since um ever since the West tried to exploit what began as a as
a legitimate protest by Syrian citizens against the indignities of the Bashar Al Assad regime that was 2011 okay well
then we went in big time and as I think I mentioned on this program before we
armed and supplied and trained moderate terrorist um not we
don’t say ter moderate Rebels okay sounds a little bit because we were Rebels once two and a half centuries ago
so moderate Rebels we invested at 1.500 million dollars in trading what
we’d hope be thousands and it turned out that uh the headed sencom at the time
General General Lloyd Austin had to testify before Congress that what was
the results of all that for the half billion dollars well we we have we
have we have moderate Rebels still in the fight how many four or
five anyhow however embarrassed they were they didn’t stop you had the agency
training rebels in one part of Syria you had the Pentagon training moderate
rebels in the other part of Syria and now we have a situation where
turkey in my view has gone way way farther than it needed to it inherits a
mess here who is jolani going to deal with well I don’t know I don’t know if
even even the Biden regime will be willing to deal with them as we see you
know initially we had the we had CNN and we it was almost as though they
decided to sheep dip an intelligent term all right sheep dipani put lipstick on
this pardon the expression Pig and present him as the savior of Syria now
the big winner here of course is Israel that’s what this is all about now
turkey expected to be the big winner they going it’s a can of worms for turkey there’s some like five five
million Syrian refugees in Turkey are they going to get them back or push them
back or are they going to try to take over part of Northern I don’t Northern Syria I don’t know but Israel is the big
winner and Israel now is crowing about bombing the hell out of the rest of Syria leaving no military infrastructure
and actually creating more than
aan more than just a buffer zone now now they’re into Syria why are they in there
well as area as Israel and the US explained
quite quite logically Israel has the right to defend itself and when there’s
a threat on its borders from some foreign country well Israel must go in
there not only sees the Golan Heights which by all international law belongs
to Syria but now they’ve gone into Syria proper can’t you understand they need to defend themselves well you know
comparisons are invidious but you know when NATO was setting up in Ukraine the
infrastructure was there when they spent eight years training and equipping an
Army in Ukraine that was second to none in Western Europe uh the Russians got a
little worried uh did not the Russians have the right to defend themselves I mean nobody
likes invading other countries but and just saying that it’s more than a rhetorical Point here it’s a it’s a
reality if you are a powerful country and you feel a threat from another
country first of all try to deal with them try to create a treaty or something if you’re Russia and you when you turn
down in the final analysis a great power will do what’s necessary to defend
itself okay the analogy is imperfect but the rhetoric is very very opposite and
uh we can go back to uh we can go back to kosova we can go back to all kind
kind of precedents where there’s one set of rules for the Western powers and for our intelligence services and there’s
another set of rules for Israel and for the United States um what else to say
about we we ought to talk about how the Russians are treating this but I don’t want to go on endlessly Nema you may
have other questions R do you think that right now in Syria Al joani he his his real name
is something else I don’t remember his real name but his his second name is
Alani he’s talking about that the main enemy we are not interested in war and
the main enemy is Iran and Hezbollah right now none of these two parties is
in Syria right now Israel is attacking Syria and do you see any sort of
reaction on their part against Israel
well Iran has taken a real blow here um it has been a major sponsor of
Hezbollah and uh now it’s really really hard for Iran to get arms weapons and
other supplies into his buah in southern Lebanon that’s a real problem uh this is
all very very carefully etched out by Netanyahu and his Western allies us and
UK so yeah there’s no gain seeeing the fact that Iran has suffered a major
blow now uh what have they said about it not too much um most people who know
about Iran and know about the history of whether or not they would decide to
create a nuclear weapon you know a nuclear weapon now use all that uh all
that refined uranium to put into a weapon okay which they’ve resisted doing
since 2003 if my subtraction is right that’s
21 years right that’s when the US intelligence agencies decided and said
unanimously that you Iran had stopped working on a nuclear weapon at the end
of 2003 now you know what happened in the beginning of 2003 it’s not part to put
two and two together and for the Iranians to decide look there’s no real
purpose in us doing that at this time because they’ll find out about it and that will give Israel a pretext to go
after us now will the Iranians change their tune now um there’s a lot of
pressure against pizan the new new head of Iran he’s been reaching out to the
West now for for for as a long as he’s been in power year two years I think
okay he’s been saying look fellas or as as L would say hey
guys hey guys look um let’s deal with the West the sanctions are killing us
let’s see if we can make one last chance to get rid of the sanctions to reassure
the West that that we‘ have we meet you know we resent Israel what it’s doing
but we have no beef with with the United St we have no weapons that can possibly
reach the United States proper so let’s make a last try well didn’t work he was
rebuffed and that’s clear it’s on the record okay so what about all these backbiters that pan so far has been able
to fend off what about these guys say what are you crazy Israelis are GNA we’re next for God’s sake the only
deterrent that works is the one that Korea had okay now remember North Korea
was an AIS of terrorism but they didn’t get invaded they didn’t get attacked why because they had a nuclear weapon come
on you guys the end with the fatwa the religious fantasy that we can defend
ourselves and again every right every nation has its right to defend itself
right we have to go to a nuclear weapon a lot of my friends think that’s almost inevitable now I still have my doubts
because I think there’s more more to a uh an edict you know this fatwa I
think Iran’s religious leaders take that very seriously and um I could think that
they also would worry that as soon as they started developing a nuclear weapon
United States and the UN would find out about it that day okay and if that happened
what would be the Temptation for Israel and its friends namely the United States
to preempt to demonstrate that Iran was on the verge of a nuclear weapon and
they could do that the intelligence is damn good on this okay and then say Oh we have to preempt this and much of the
word much of the world would be persuaded that after all Israel has a
right to defend itself right and whoa nuclear weapon well so I think that’s another incentive for the Iranian rulers
to willy-nilly go down a path that they have resisted so far it’s um you know
it’s just a guess on my part but I think the past would dictate that they’d be very prudent and uh you know if they
have Hypersonic missiles if as they have demonstrated on
the ground they can destroy parts of Israel you know well I think in this day
and age Iran too has a deterrent okay it’s not a nuclear deterrent but as we
have learned these missiles that go at several times the speed of sound uh are
in themselves Unstoppable not able to be defended
against and as I say Israel has already hit targets I’m sorry Iran has already
hit Targets in Israel to demonstrate precisely that even though the Western press is sort of glossed over that fact
it’s reality and reality is what we try to deal with here Ray how do you find the leadership
in Iran and Russia how do they feel about turkey right
now well uh let’s face it the Turks double
crossed uh the the Russians and Iran
they have this aana process well established where they talk to each other the big thing about talking to
each other is no surprises huh uh we not may not be allies but we have a common
interest in a measure of stability and in Syria so no surprises okay well
surprise surprise erdogan felt for some reason that he could surprise everybody
now I think he’s overextended I don’t know what his staying power is and I don’t know you
know how much he thinks he’s in control of these Rebels you call moderate or
immoderate head chopping Rebels I doubt that he has the kind of control that he would wish for so everything’s a a can
of worms again you know when I say this I’ve been at this for you mean in
the Middle East my my expertise is mostly Russian but I’ve been watching
this situation in Middle East since Iraq uh but when when the Russians came in
okay now that was a a benchmark that was a ainal step why because up until then
the attitude of the United States was look we can do what we want we can do
what we want to Iraq we can do what we want to Libya and to Syria and the
Russians won’t stop us that exactly what Paul W Wolowitz said right after the big
victory in Gulf War I early 1991
well uh when it looked like our moderate rebels in in conjunction with other
forces were about to depose bash Assad in Damascus the
Russians looked at the lay of the land and said this would not be good for us uh Bashar Al Assad is not our he’s not
our Ally but he’s a close friend we have certain bases there uh let’s let’s see
what we can do and what happened was it was the 29th of
September uh 2015 they were at the UN okay Putin was
there and um and he said to the Americans look um that was Obama okay he
he said look uh we’re going to go into Syria with our Armed Forces we have a
terrific Air Force perhaps you know uh we’re going to go in there and make sure
that you guys who are at this illicit underhanded war against bash Assad that
you don’t win okay so we don’t want any trouble okay we don’t want any trouble
so what Putin said to Obama is look we’re going to be flying aircraft
you’re going to be flying air C over Syria for God’s sake we don’t want the
kind of trouble that would come if one of us shut down the other okay so please
have Sergey lavro talk with uh John kery
at the time uh please Mr Obama ask John kery to get in touch with my foreign
minister says Putin lavaro and work on this thing try to get a ceasefire here
where the Rebels don’t overwhelm basa that is our interest and Mr President uh
the old has gone out the new is here this time we can prevent you from doing
this and we’re Hellbound intended to do that now Obama for whatever he was he
was a sensible person right and he said well all right John Kerry get together
with Sergey lavaro see what you can do now this is where the can of worms comes
in they worked for 11 months okay 11 months then in the fall if I recall
correctly of 2016 uh they had an agreement a
ceasefire and they went to Putin and they went to um Obama and they got their
explicit Chop on that they got the expensive blessing of this ceasefire it
went into effect 5 days after it went into effect the
American Air Force bombed the hell of Syrian fixed Syrian infantry positions
killed almost a 100 people wounded another 100 fixed Syrian position that
have been there forever okay not forever but at least a year okay end of
ceasefire wow now um it was clear that what Kerrie and Obama said didn’t matter
to the Pentagon they went ahead did this anyway and Carrie admitted that later he
said you know not everyone agreed with this you know it was Obama and Me
Against well he didn’t say the Pentagon but said other forces very clear what happened okay so what happens point of
my my can of worms thing is um Carrie down mou gets on a plane comes back to
Washington first thing Steve Clemens a very very articulate really smart
interviewer gets him to come before the Atlantic council meeting now I was there
you know me and a thousand other but I was there okay because I heard he was
coming and this is what he said this is worth worth reflecting on
because it has to do with how how you align that’s the word how you align uh
can of worms okay
uh Steve Clemens asks him uh what happened here with the ceasefire it was
agreed to by Putin and and Obama and all what happened well rather than explain
to Steve Clemens right then well we were ambushed by our own military and that’s
a bad thing because there’s a lack of trust between puin and you and Obama of
course so so here’s secretary kry he says you know I have to say this is just two sentences so bear with me carry
quote I have to say that Syria is as complicated as anything I’ve ever seen
in public life in the sense that there were probably six Wars or so going on at
the same time kurd against kurd kurd against turkey Saudi Arabia Iran Sun Shia everybody against Isel people
against Assad dusra this is as mixed up sectarian Civil War and strategic and
proxy so it’s very very difficult get this Nema it’s very very difficult to be
able to align all those forces now Steve Clemens says well in
the middle of all that secretary Carrie why did you think you could get a cease
fire secretary Carrie silence
well the answer was because we thought we could align all these forces well you
it may be after World War II or World War I here you could align forces but
you can’t do that anymore okay and part of the fly and the ointment of course is these moderate Rebels that we’ve armed
to the teeth and trained and now are in play now big big thing of course in my
view is not only eran’s dilemma I was going to get out of this but Israel
where is it going to stop if Eran is overstretched I mean God where is Israel
think it’s going to stop it’s not going to be able to take over all of Syria I don’t think but they’ll try I think you
know the other thing that we haven’t discussed yet is the Russians
now uh I listened to Alexander murus last night and he has a special sour
course within the vagna group there that works with the Russia The Unofficial
group that does milit paramilitary stuff of the they would they’ve always been in
Syria big time okay has a source there is unabashedly admitted that yeah this
is his firsthand experience and in the first day or two of this attack by oani and all the other
folks that came down from turkey and came all otherwise from from Israel and other places say well um the vagna
reinforced itself they sent more reinforcements from Damascus and they were ready to you know protect they were
ready to you know to get in the freight and there were mobilizations of in the
in that air Airfield Russians have in Syria and you know precautions taken by
the Navy in lakia so so what happened well according to Marcus’s Source uh the
Syria Army decided to retreat and as soon as that word got back to Moscow you
know I could see it happening okay are we going to be able to align all these
forces not really Mr President Putin well are we going to be able to come in
with two feet and reverse it with a Syrian Army that’s
retreating we don’t think so Mr President what are our options
La what do you think well the Americans have this expression playing poker when to hold
them and when to fold them we need to fold them Mr President we don’t want to
make a Vietnam type mistake and get embroiled in something we’re already embroiled in Ukraine let’s get the hell
out of Syria or at least prepare to to show the new Syrian government or
whatever that we’re we’re we’re ready to leave if you ask us to leave my own guess is that
they’d be ready to stay if they were asked to stay those are very important bases but they’re not indispensable for
God’s sake I mean the big thing is the the big thing is the Russians have a
okay we’ve been talking about Miracle weapons all all during Ukraine but this is one okay they’ve demonstrated it and
uh you know as long as they have these weapons and as long as they have the range that they apparently do and the
destructive capacity that they apparently do without causing a nuclear fallout or anything like that they’re
writing high this is a new strategic equation this too is a lional event it
changes the rules of the game so I can say that that’s in the background of these the
Ray can you hear
me yeah Ray we’ve lost you I don’t know if you hear me right now
yeah I can hear you now uh let me see if I yeah something to do with my power I
think let me see if I can get back up here okay or I can I can keep talking while
if you can see me can you see me I no your your your picture is not working
it’s not it’s just Freez here okay well let me see if I can do something here to
get this thing back up but we can hear you you can okay okay well I’ll I’ll
just continue I was talking about yeah we’ve lost your voice as
well we cannot hear you right now
Ray yeah right now we don’t have your we have your picture but we don’t have your
picture and your voice
can you hear me Ray right
now yeah it seems that it’s going to be back in a
minute yeah let me check it out
if
yeah ra back I’m sorry Nema um I uh I thought I
had plugged this power cord in and I did but for some reason I ran out of power but we’re good now I think yeah we’re
good oh my hair my hair’s a [Laughter] mess okay so let me just say what I was
trying to say before is the oresnik is a game changer okay I may have said this
before but you know I didn’t I never learned how to play chess okay I was not
as smart as all the Jewish kids in my neighborhood who really good chess I played Checkers and was not very good at
that but I have learned about Chess okay I learned about Checkmate okay Checkmate
is when you don’t have any good moves Checkmate is when you have lost okay now
Checkmate is what arnik does to the situation in Ukraine and in many other
situations to include Syria I mean it’s usable okay it’s been demonstrated sure
it’s only a test stage but the test was as Putin said successful okay so with
that in the back of their minds as the Kremlin leaders uh do do their
conferring and that’s always kind of well we got this uh we got this Ace in the Hole okay and uh you know we’ve got
this Checkmate and the other thing I was going to say about Checkmate another thing I learned about Chess is that when you’re
checkmated when you have no good moves there’s a sort of there’s a sort of
etiquette in chess where you concede where you remove where you depart gently
okay now I hope against hope that the West
will be able to realize that they’re checkmated and that they follow in similar fashion um the etiquette in
chess where you you remove yourself or at least you don’t threaten because what
worries me especially in these next seven weeks when blinkin and Sullivan are still in charge they don’t get it
okay it doesn’t matter what I say I think that Putin and his generals and
his Admirals think and this is important that that blink and Sullivan still don’t
get it okay what do I mean well for deterrence you have to
look at each party of this two thing
here okay so what do we think the Russians are trying to do what do the
Russian rans think we’re trying to do and what the Russians think we’re trying
to do depends on their impression of blinkin and Sullivan pure and simple
okay so it’s their impression of what we think that is Blink and suivant think
the Russians are prepared to do and they’re saying ah it’s just a bunch of bluff Bluff you know Bluff now I want to
I want to make sure that Blake and Sullivan see the photographs now they of
course have the satellite photography of this place in dio that was you that the
arnik was used against so all I’m saying here is that even though puin and his
people can say well now I’ve got him checkmated it’s not Checkmate if the
other party doesn’t realize it’s Checkmate and so I believe that they will be on higher alert strategically
for these next seven weeks I just hope that their their militaries are sort of
in touch one with the other and there is some hope in that and let me finish this bons about the arnik with
this uh it was on the 21st of November that uh Putin warned look um don’t don’t
even think of uh firing attacks or storm Shadows or scalp missiles into Russia
proper okay the 21st of November 23rd of November Storm Shadow attacks go into
Russia proper we affect from our nose to Putin
25th of November two days later more longer range us UK I think French
missiles go into Russia proper so 21st
is is the warning 23rd 25th the warning disregarded this so what happens on the
27th on the 27th um what’s his name the the the Russian
Chief of Staff um get his name right now I keep wanting to say akv but that was decades
ago in any case he calls up General Brown who’s chair of The Joint Chiefs of Staff I think I
have that somewhere uh and so he says look I’m calling you exstensively
ostensively because we’re starting major exercises in the Mediterranean and I
just want you to know that there are areas that you should keep your naval ships out because we’re doing doing
these exercises but the real reason I’m calling you are you listening General Brown yeah I’m listening all right no
more strikes against Russia the next one you saw one arnik you might see some
more cuz we got some more already already built all tests but the tests have been successful remember take a
look at nepro and what happened to that factory so no more okay no more you get
that uh you’re a military man you know from the satellite photos that you already seen about the nipro what
happened no more wow that was the 27th of
November what’s today today is the 11th of December so wow two weeks and no
attacks and no storm shadows and no scalps and the Germans have of course
continued to insist they’re not going to let their towers missiles be used in that capacity now H is this a big big
deal I hope it is but it’s a nice indication that somebody is listening to
the Russians somebody is indeed in touch with the Russians and uh that uh the the
appropriate conclusions are being are being drawn by our military now remember
our military did Prevail over Biden and blinkin and Sullivan back in September
when when uh Biden disapproved the use of the longer range strikes okay I don’t
know what changed his mind but now we have the military coming up now I think
General Brown is smart enough to say look um we not we may not want to admit
this but the arnik cannot be defended against it‘ be real embarrassing if we
shut a couple of storm shads or attack comes into K to hit virtually nothing
and we came back and lost another major Factory in Ukraine and that is another
key point when Putin said what he what he said on this situation most recently
he said look uh there will be more Targets in Ukraine okay so I think that
was very deliberate to reassure people that the targets are not going to be in NATO countries okay in airfields in
Romania or Poland they’re going to be in Ukraine and as we all know there are
several lucrative Targets in Ukraine to include decision making C
enumerated uh by puin himself so I hope
there that’s enough to indicate that the military has finally said look uh this
is Checkmate uh we don’t want to we don’t want more sites in Ukraine to go
the way of nepro and so let’s hold off let’s let’s hope that’s the case um and
with respect to negotiations um it’s very clear what the what the Russian terms are uh Putin has
set them down in a major address to the foreign Ministry in June of this year no
NATO right no membership in NATO uh get getting all Ukrainian forces out of the
four provinces the four oblasts that Russia now claims as part of Russia
proper and you know Lov was asked about sanctions because Putin has mentioned
sanctions and what he told Tucker cron he says well you know
sanctions we found a way around sanctions I’m paraphrasing of course Lov
you know sanctions have almost been a good thing for us uh you know what autarchy is Tucker uh it means you rely
on your own devices and your own friends we got lots of friends and we got lots
of devices so sanctions they’re hurting
but they’re hurting mostly your allies okay uh not hurt us we learn to cope
with them so yeah we‘ like them lifted but in effect Le is say that’s not a
precondition for God’s sake a precondition is to sit down and make sure number one no NATO for Ukraine
that’s that’s not a bargaining chip that’s the reality that’s how this whole
thing went down the last thing I’ll say on that is this is not just me saying that you know in a Mal appropriate uh
comment that uh Yen stoltenberg made before the European Parliament on the
7th of September last year uh he said I just want to remind people I think I’ve
said this before but it’s really important he was so proud because he got Finland and he got Sweden into NATO you
know talk about NATO enlargement so he said and I quote Russia came to us and said no
Ukraine in NATO okay we are against NATO
enlargement if you keep trying to get Ukraine in
NATO we will have to invade Ukraine he said that we said no and so
he invaded Ukraine but meanwhile we got pH and we got Sweden and so we got en with
anyway the guy is office you know office Crocker I mean this is after what we
think a half a half billion like 500 million Ukrainian
Soldiers the dead okay uh maybe 100,000 Russians dead and of course as you know
uh just six weeks weeks after the beginning of the war namely in April of
2022 Boris Johnson speaking for himself from the UK and the US no doubt spiked
what was to be a deal which included of course first and foremost no Ukraine and
NATO so uh what’s going to happen now well I think the Russians are really
really being specific right now I’m sure that they’re talking to some of the of
the of Trump’s folks and I hope they’re getting the message because there are
some some places there is some leeway there uh you know I just say this once
more time if if the Russians were going to wanting to take over all the Ukraine
that would be one thing if they wanted to take Poland and the Baltic state that would be even worse but they don’t want
to do that I mean talk about G of worms uh talk about
overextension they don’t want to fight a counterinsurgency against Western Ukraine where they’re hated so they
they’re they’re prepared and they have demonstrated that they are prepared to have half a loaf that is half of Ukraine
not even half just the stuff that they need to that they have a right to defend
themselves you know okay who come full circle so will they stop of course
they’ll stop but they won’t stop stop until they have uh banished what remains
of the Ukrainian Army from those four provinces and it looks like just a
matter of weeks before that happens and so Trump I think will be be faced with a
deal where he has some flexibility but not much and the non-negotiable thing is
no Ukraine in NATO Ray Washington Post supported that
Ukrainian intelligence has sent about 20 experienced drone operators and about
50 drones FPE drones to EDB and we know
they have been helping these jihadists these tfues
inab to attack and it seems that the main goal was to just destroy Russ a
Russian a logistic Hub logistical hub for Russia operations in
Africa there there they’ve been in Africa fighting Russians and right now
in the Middle East and overall when you look at just you look at the bigger
picture of what’s going on in the world it seems that the conflict in Ukraine is
just expanding and from what we’ve seen so far from trump it doesn’t seem that he
has any sort of clue of what’s going on and he wants to just hum humiliate Russia they have been defeated in Syria
they have lost more than 600,000 soldiers Which is far from
reality from what has happened in Ukraine how do you see the future of
this two these two conflicts that in my opinion are totally connected with each
other well there is bad news and good news the bad news is these exaggerated
statistics that Trump was talking about 600,000 Russians uh being killed in uh
in Ukraine the good news is that he has disdain for
zinski I mean that was very clear in Paris when they went in the Notre Dame
uh reopening and uh he didn’t give seninsky the time of day so that’s big you know I
gone of the days when zinsky could come and speak to both houses of Congress for
God’s sake and get Pelosi and the others to sign a flag that was just about to fall in
parts of of Ukraine that were were under Fire so zalinski uh well he gave his own
figures didn’t he and Trump trump uh gave different figures I
think you know it’s it’s not a matter of mistake here when a a president of a
country gives certain figures and the another president of a bigger country gives different figures that means that
the latter is dissing the former so I think with this
disdain for uh for zalinski and in my view it’s welld
deserved uh and I and with this new team now General Kellogg and Fred flights who
wrote a sensible set of circumstances set sensible approach to this thing it’s
not going to work to defer Ukraine’s membership in NATO for 10 years or 20
years that’s not going to work but it’s bargaining for God’s sake how about 50 years you never know come out of this if
there’s a will to put a stop to this damn thing and I think Trump wants to put a stop to these things now if he’s a
dealmaker if he knows how to deal and he KN he knows he’s got a losing hand
he can reverse what Biden and his troops are trying to do and what they’re trying to do is blame it all on the incoming
president when inevitably Ukraine takes it on the chin definitively loses in in
this war so Trump could turn that around you know he can demonstrate look you know uh
this is what happened before my watch I’m just doing the cleanup like the circus guy you know after the elephants
okay and I’m going to turn my attention to real important things like China and
God help us the Middle East now I say God help us because he’s
surrounded crazi in my view uh I can’t how it can get worse
than Biden but things have gotten worse without and they could get worse in the
past yeah thank you so much Ray for being
with us today you’re most welcome Nemo always a pleasure pleasure as always
Am 19.12.24 um 09:52 schrieb Helmut Käß:

Lieber JH

Von diesem Youtube hätte ich gern die englische und deutsche Verschriftlichung…
Denn da sagt Rey McGovern, was er von der Übernahme von Syrien durch einen bekannten Terroristen hält…

Herzliche Grüße, Helmut

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: +49 531 350513 Mobile: +49 176 577 47 881, https://helmutkaess.de/willkommen/, www.ippnw.de, https://www.sicherheitneudenken.de, ttps://leuchtturmard.de, Dr. med. Helmut Käss, Arzt für Allgemeinmedizin i.R.,  http://www.friedenszentrum.info/,

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an alternative perspective on the current crises

A New Perspective on Current Crises, Dec. 2024  https://wp.me/paI27O-5TX

Dear Fellow Human Beings,

I would like to invite you to consider an alternative perspective on the current crises. In a 35-minute YouTube video by Stefan Homburg (Watch here), he illustrates how we were deliberately misinformed during the COVID-19 crisis. This raises an important question: Could something similar be happening with the wars in Gaza and Ukraine?

Let’s begin with the Gaza war. Here, the disregard for international law is particularly evident. Two reports offer valuable insights into the situation:

  • British surgeon Dr. Nizam Mamode describes the conditions on the ground (Watch here).
  • American volunteer doctor Dr. Mark Perlmutter shares his experiences from Gaza (Watch here).

The war in Ukraine also has complex roots. Analyses by Jeffrey Sachs and John Mearsheimer provide thought-provoking insights:

  • Jeffrey Sachs explains how NATO and the USA provoked the conflict (Read here).
  • John Mearsheimer elaborates on why the war is closely linked to NATO expansion (Read here).

We face enormous challenges—not least the threat of nuclear war. It might be helpful to engage with these perspectives to better understand the events unfolding before us.

Additionally, the analyses of Architects & Engineers for 9/11 Truth (10 Astonishing Facts You May Not Know About 9/11) suggest that disinformation has been a recurring issue—from 9/11 to COVID-19 to the current crises.

I hope these approaches encourage reflection and critical thinking.

Warm regards,
Helmut Käss

Contact me:
📧 helmut_kaess@web.de (Calling might be more reliable.)
📍 Dr. med. Helmut Käss
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4o
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Freie Rede!!!// Elon musk, Interview mit Bill Maher, 2023…

Zwanzig Minuten, die sich lohnen… Die Bedeutung freier Rede und die politischen Kämpfe in der Gegenrichtung, dass sogar Fragen schon verboten sind!

Elon musk, interview, https://www.youtube.com/watch?v=oO8w6XcXJUs

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Tucker Carlson’s Full Speech and Q&A at America Christmas Fiest 2024

Tucker Carlson’s Full Speech and Q&A at America Christmas Fiest 2024  https://wp.me/paI27O-5TI

Tucker Carlson’s Full Speech and Q&A at Americas Christmas Fiest 2024 https://tuckercarlson.com/amfest-2024-speech

Eine für mich phantastische Rede, in der Tucker erklärt, wieso die Meinungsfreiheit das wichtigste Gut der Menschheit ist!

Auch bei Youtube: Tucker Carlson’s Full Speech and Q&A at AmericaFest 2024 https://www.youtube.com/watch?v=1oU0pGTGuDY

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24.12.24: Mausfeld, Wagenknecht, Jeffrey Sachs, Varoufakis, Snowden melden sich zu Wort!

 

Mausfeld, Wagenknecht, Jeffrey Sachs, Varoufakis, Snowden melden sich zu Wort! https://www.youtube.com/watch?v=NNZ-QRUMQ7U&t=537s

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Daniele Ganser: Ukraine – Augenzeuge berichtet von der Front (21.11.2024)

 

Daniele Ganser: Ukraine – Augenzeuge berichtet von der Front (21.11.2024) https://www.youtube.com/watch?v=dWwHgxM6dIw

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9/11: WTC 7 Collapsed Due To Fire ?

#WTC 7 Collapsed Due To Fire ? https://www.lawyerscommitteefor9-11inquiry.org

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Martin Sonneborn „über Syrien“

 

Martin Sonneborn „über Syrien“, https://www.youtube.com/watch?v=pSk_8w6vVzg

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Zumach: „Reform oder Kollaps – Notwendige und mögliche Veränderung der UN und ihrer Strukturen“

 

In Gedenken an die Opfer des Anschlags in MagdeburgNavigation überspringenSuchen9+Avatarbild42:11 / 51:28A.

Zumach: „Reform oder Kollaps – Notwendige und mögliche Veränderung der UN und ihrer Strukturen“ https://www.youtube.com/watch?v=xyOyFAdpkM4

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Peter Schindler Klage gegen das Bundesamt für Verfassungsschutz

 

42:36 / 1:13:03Apolut – Im Gespräch – Peter Schindler Klage gegen das Bundesamt für Verfassungsschutz https://www.youtube.com/watch?v=0B6YY15e-DY

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Michael Nehls: Wie Pandemien zur lukrativen Investition werden

Video-Premiere | Disease X: Wie Pandemien zur lukrativen Investition werden https://www.youtube.com/watch?v=eP9f__1ebUA

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schiller Instititut

 

Treffen der Internationalen Friedenskoalition ,

International peace coalition, merkwürdigerweise nur beim englischen Stichwort zu finden…

Wo findet man die aktuellen Videos? z.B. vom 13.12. Ray McGregor??

am 7.-8.12.24 war die Konferenz: „all men become brethren“, dez 24, https://wp.me/paI27O-5SV

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Cyrus Janssen: Ich besuchte eine chinesische Fabrik

Liebe Friedensfreunde,

in diesen kritischen Zeiten ist es wichtig, wie vorsichtig doch China mit der Welt umgeht. Sie streben danach, ihren historischen Status als eines der bedeutendsten Länder der Welt wiederzuerlangen – und das auf eine bemerkenswert friedliche Weise. Im Gegensatz dazu verfolgen die USA und die NATO oft lautstarke und aggressive Strategien, die in ihrer Geschichte häufig zu Kriegen führten. Ein Beispiel dafür ist, dass Biden Putin öffentlich als Mörder bezeichnete, ohne zu erwähnen, dass Trump sagte, dass er als einziger US-Präsident seit dem Zweiten Weltkrieg keinen neuen Krieg begonnen habe. Und Angriffskriege sind laut dem us-amerikanischen Ankläger in Nürnberg das schlimmste Verbrechen, die selbstverständlich Morde mit einschließen. Xi und Putin ihrerseits sind diplomatisch und klug genug, solchen Provokationen nicht auf gleichem Niveau zu begegnen.

Heute möchte ich gute Beobachter zitieren, die sich mit China befassen:

  1. Jeffrey Sachs analysiert in einem aktuellen Interview mit einer chinesischen Journalistin die westliche Theorie über den vermeintlichen „Zusammenbruch Chinas“. Seine Einschätzungen sind in diesem Video nachzuhören: Die Theorie vom „Zusammenbruch Chinas“ entschlüsselt.
  2. Cyrus Steffens, der lange Zeit in China gelebt hat, schildert in einem Beitrag, wie das chinesische Wirtschaftssystem und seine Produktionsstätten funktionieren. Sein Bericht ist hier zu finden. „Ich besuchte eine chinesische Fabrik“https://youtu.be/-7nwmVtEUYo

Beide Perspektiven eröffnen wertvolle Einsichten und sollten Anregung sein, die oft einseitige Berichterstattung über China kritisch zu hinterfragen.

Mit friedlichen Grüßen,
Helmut Käss

Dr. med. Helmut Käss, Arzt für Allgemeinmedizin i.R.,Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: +49 531 350513 Mobile: +49 176 577 47 881, https://helmutkaess.de/willkommen/, www.ippnw.de, https://www.sicherheitneudenken.de, ttps://leuchtturmard.de,

 

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Schiller Institut: all men become brethren, dez 24

Schiller Institut: all men become brethren, dez 24, https://wp.me/paI27O-5SV

Hier ist der besonders wichtige Vortrag von Frau Pandor, der Außenministerin von Südafrika und der Diskussion mit Helga Zepp-LaRouche von der Minute 36:10, – 1.03,05.

https://www.youtube.com/watch?v=S9ltnjy5W4Q&t=3208s

 

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Die Theorie vom „Zusammenbruch Chinas“ wird entschlüsselt

Die Theorie vom „Zusammenbruch Chinas“ wird entschlüsselt https://www.youtube.com/watch?v=8029hs0toLc

Breaking down the ‚China Collapse‘ theory with Jeffrey Sachs https://www.youtube.com/watch?v=8029hs0toLc

Interview von einer Chinesin… Gibt es natürlich mit deutschen Untertiteln…

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Sahra Wagenknecht 13.12.24

Im Browser öffnen

Gutes TikTok von Sahra zu den Gründen des Krieges in der Ukraine:  https://www.facebook.com/reel/486932850919069

https://9o3q3.r.sp1-brevo.net/mk/mr/sh/1t6AVsd2XFnIGDU3xYMlZbQl2mHp1p/83-DhSdfR6Om&lm

Besonders süß ist dieses, wo Sahra sich darüber amüsiert, was über sie gegoogelt wird: https://www.youtube.com/watch?v=MVTsqE_cm50

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Telepolis Ukraine-Krieg und der Einsatz von Atomwaffen

 

Telepolis

Ukraine-Krieg und der Einsatz von Atomwaffen: Wenn beide Seiten mit dem Feuer spielen

11. Dezember 2024  Andreas von Westphalen

Atacms-Kurzstreckenrakete. Bild: Martin Spurny / Shutterstock.com / Grafik: TP

Die Eskalationsspirale und das gefährliche Pokerspiel der Atommächte. Interview mit dem Oberst a. D. Wolfgang Richter: Über die Lage im Konflikt und wovor Europa gewarnt werden muss. Teil 1

Wolfgang Richter ist ein renommierter Sicherheitsexperte mit enormer Erfahrung. Im Gespräch mit Telepolis analysiert er die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Krieg, darunter die strategische Bedeutung des Personalmangels in der Ukraine, die Eskalation durch westliche und russische Waffen sowie die neuen nuklearen Drohgebärden.

Besonders brisant: die geopolitischen Risiken für Europa und die Frage, ob ein begrenzter Nuklearkrieg für die USA akzeptabel wäre. Es folgt eine nüchterne, strategische Perspektive auf einen Konflikt, der sich weiter verschärft und die Sicherheit Europas massiv bedroht.

Seitdem US-Präsident Joe Biden überraschenderweise am 17. November der Ukraine erlaubt hat, Raketen gegen Ziele in Russland einzusetzen, überschlagen sich die Ereignisse im Ukraine-Krieg. Wie schätzen Sie die Entwicklung der letzten Wochen ein?

Wolfgang Richter: Die Lage in der Ukraine wird für Kiew militärisch prekär. Die Russen sind seit Wochen im Vormarsch. Sehr langsam, mit hohen Verlusten, aber stetig, während die ukrainische Front bröckelt. Trotz der hohen Verluste können die Russen ihre militärische Stärke nicht nur aufrechterhalten, sondern sogar noch erhöhen, während sich bei den Ukrainern der Personalmangel immer nachteiliger auswirkt.

Deswegen ist auch die Diskussion nur um Waffensysteme fehlgeleitet. Denn was nützt das, wenn man nicht mehr genügend Personal hat, um sie einzusetzen? Ganz abgesehen davon, dass es auch bei den Waffenlieferungen Probleme gibt. Darauf können wir vielleicht noch zu sprechen kommen.

Aber was wir jetzt sehen, ist, dass die Russen in den letzten Wochen in einer Geschwindigkeit Geländegewinne gemacht haben, die nur vergleichbar ist mit der zu Beginn des Krieges.

Die Kursk-Offensive der ukrainischen Armee

Parallel dazu hat die Ukraine versucht, im Oblast Kursk einen Gegenangriff auf russisches Gebiet zu führen, um damit vier Dinge zu gewährleisten:

Zum einen wollte Kiew operative Reserven der Russen aus dem Donbass ablenken, um die ukrainische Donbass-Front zu entlasten. Das hat nicht geklappt. Die Russen haben nur sehr wenige Truppen nach Kursk abgezogen, aber nicht aus dem Donbass, sondern eher von der Südfront. Im Übrigen haben sie in Kursk nationale Reserven eingesetzt. Mittlerweile sollen auch 10.000 Nordkoreaner unter den 50.000 Mann sein, die dort für die Gegenoffensive versammelt wurden.

Zweitens wollte Kiew dem Westen beweisen, dass es noch zur Gegenoffensive fähig ist, dass Waffenlieferungen also nicht umsonst sind, sondern dass man damit militärische Erfolge erzielen kann. So sollte der Westen ermutigt werden, weitere Waffen zu liefern.

Drittens scheint Kiew zu hoffen, mit der Kursk-Offensive ein territoriales Faustpfand in die Hand zu bekommen, um bei künftigen Verhandlungen einen Austausch mit besetzten ukrainischen Gebieten zu erzwingen.

Ob das gelingt, ist allerdings fraglich. Denn die russische Gegenoffensive bei Kursk scheint Fahrt aufzunehmen. Es steht daher in Zweifel, ob die Faustpfand-Idee bis zum Januar, Februar des nächsten Jahres durchgehalten werden kann.

Letztlich ging es auch darum, durch überraschende Erfolge den eigenen Kampfgeist zu stärken und der Truppe Mut zu machen. Denn die Rekrutierung hat bisher nicht den erwarteten Erfolg gebracht. Sie ist zu spät eingeleitet worden.

Anders als der frühere Generalstabschef Saluschnyj das wollte, hat man ja erst lange im Parlament diskutiert, welche Ausnahmen man machen will und bis zu welcher Schwelle man das Einberufungsalter senken will. So ist das Gesetz erst zu Pfingsten in Kraft getreten.

Bisher sehen wir noch keine großen Entlastungen und wenn neue Bataillone an die Front kommen, gibt es sogar eine hohe Desertionsrate. Die Rekrutierung bleibt also ein ganz schwieriges Kapitel in der Ukraine und deswegen neigt sich die Waagschale, was das Personal betrifft, immer mehr zugunsten der Russen.

Die Eskalationsschraube wird weitergedreht

Gleichzeitig setzt Russland Luftangriffe auf die Energieinfrastruktur, Rüstungsbetriebe und Flugplätze fort. Sie haben in den letzten Tagen noch zugenommen. Und vor diesem Hintergrund wird jetzt wieder an der Eskalationsschraube gedreht.

Zunächst haben die USA und Großbritannien auf die Gegenoffensive der Russen in Kursk und die Beteiligung nordkoreanischer Truppen reagiert und die Einschränkungen für Angriffe mit US-amerikanischen ATACMS Kurzstreckenraketen und britischen Storm Shadow Marschflugkörper gegen Ziele in Russland aufgehoben.

Ihre Reichweite beträgt 250 bis 300 Kilometer. Russland ist der Auffassung, der Westen setze eigene Waffensysteme mit ukrainischem Personal gegen russisches Territorium ein. Putin hat darauf mit dem Angriff einer neuen experimentellen Mittelstreckenwaffe, Oreschnik, gegen Rüstungsbetriebe in Dnipro reagiert.

Oreschnik: Der Einsatz einer landgestützten Mittelstreckenwaffe

Bei diesem erstmaligen Einsatz einer landgestützten Mittelstreckenwaffe handelt es sich aber nicht um die, die man nach der Kündigung des INF-Vertrags durch den damaligen Präsidenten Trump im Jahr 2019 erwartet hätte.

Denn damals hatte er den Russen vorgeworfen, den Vertrag mit einem ganz anderen System zu verletzen, nämlich mit der Iskander-Variante 9M729, die angeblich eine Reichweite von über 2.000 Kilometer hat.

Sie ist aber bisher im Ukraine-Krieg gar nicht in Erscheinung getreten und ist auch nicht die Mittelstreckenwaffe, die Russland jetzt eingesetzt hat, nämlich die Oreschnik. Sie ist eine reichweitenverkürzte Variante der Interkontinentalrakete RS-26 Rubezh. Von dieser Experimentalwaffe gibt es laut US-Angaben aber bisher nur eine Handvoll. Es war also ein Test.

Stationierungswettlauf bei landgestützten Mittelstreckenraketen

Das bedeutet aber auch, dass wir jetzt in einen Stationierungswettlauf bei landgestützten Mittelstreckenraketen eintreten. Denn Putin hat den Oreschnik-Angriff zum einen mit der Freigabe westlicher Waffensysteme für Angriffe auf Russland begründet.

Zum anderen hat er aber auch auf die deutsch-amerikanische Erklärung vom 10. Juli dieses Jahres hingewiesen, ab 2026 Langstreckensysteme in Deutschland zu stationieren, die den ganzen europäischen Teil Russlands abdecken können.

All das sind eindeutig eskalatorische Schritte. Offensichtlich gibt es jetzt die Bereitschaft, mehr Risiken in Kauf zu nehmen, sowohl auf der westlichen als auch auf der russischen Seite. Ein anderes Erklärungsmuster ist, dass Präsident Biden in der Sorge um eine Kursänderung des künftigen Präsidenten Trump versucht, in seinen letzten Amtstagen noch alles zu tun, was möglich ist, um die Ukraine zu unterstützen.

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Er hat noch einmal ein großes Milliardenpaket geschnürt, das bis zum 20. Januar 2025 ausgegeben werden soll. Und er hat eben auch die Freigabe von US-Systemen für Angriffe in Russland angeordnet, weil er Sorge hat, dass unter Präsident Trump die Ukrainehilfe vielleicht ganz eingestellt oder doch erheblich reduziert wird.

Verhandlungsposition war im März 2022 für die Ukraine weitaus besser

Die Folge könnte dann für Kiew möglicherweise ein aufgezwungener Friede sein, also eine Art „Diktatfrieden“ aus der Sicht der Biden-Administration.

Sie ist über den angekündigten „Trump-Deal“ besorgt. Noch immer gilt das Credo, man wolle die Verhandlungsposition der Ukraine stärken. Das sehe ich allerdings kritisch. Denn die Verhandlungsposition war im März 2022 weitaus besser, als sie heute ist.

Und dass man sie militärisch noch erheblich verändern kann, glaube ich nicht. Was man allerdings tun kann, ist, die ukrainische Front so gut wie es geht zu stabilisieren, damit sie nicht ganz aufbricht.

Wie klug sind die Ankündigungen Macrons zu Nato-Soldaten in der Ukraine?

Der französische Präsident Emmanuel Macron spielt wieder explizit mit dem Gedanken der Entsendung von Nato-Soldaten in die Ukraine. Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz wird wiederholt zur Lieferung von Taurus-Raketen aufgefordert, die eine Reichweite von 500 Kilometern haben.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat eine neue Nukleardoktrin unterzeichnet und droht, auf anhaltende Angriffe in Russland mit dem Einsatz mehrerer Oreschnik-Raketen auf Kiew zu reagieren. Und die USA erklären, sie wollten auch im Falle eines Atomkriegs Weltmacht bleiben.

Sehen Sie eine klassische Eskalationsspirale, in der jede Seite die eigene Handlung einzig als Reaktion des eskalierenden Gegners auffasst? Und wie groß schätzten sie die Gefahr einer unkontrollierten Eskalation ein?

Wolfgang Richter

Wolfgang Richter: Also zunächst einmal, man muss die Fragen etwas aufteilen. Lassen Sie mich mit Macrons Aussagen beginnen, Nato-Soldaten zu entsenden.

Tatsächlich hat er zuerst gesagt, er würde nicht ausschließen, Bodentruppen zu entsenden. Damit ist er auf großen Widerspruch fast aller Nato-Staaten gestoßen. Denn jedem ist klar, wenn Nato-Bodentruppen in den Krieg eingreifen würden, um die Ukraine zu stützen, sind wir im Krieg mit Russland.

Und das ist genau das, was alle vermeiden wollen: nämlich eine Ausweitung des Krieges auf ganz Europa und damit möglicherweise die Eskalation in einen Nuklearkrieg, also einen Krieg, an dem vier Atommächte beteiligt wären.

Dann ist Macron allerdings zurückgerudert und hat gesagt, er meine eher eine Ausbildungsmission und zwar im Rahmen einer „Koalition der Willigen“. Und letztlich müsse diese Koalition entscheiden, wo diese Ausbildungsmission stattfindet.

Damit sind wir eigentlich wieder dort, wo wir uns ohnehin schon befinden: Denn es gibt ja schon Ausbildungsmissionen und die finden zum Teil in Deutschland oder in alliierten Ländern wie Großbritannien statt, auch in Frankreich.

Das heißt, Macrons Aussage ist gar kein großer Schritt vorwärts. Sie wurde aber auch damit erklärt, dass man die Unkalkulierbarkeit der Risiken aufrechterhalten müsse und dass es klug sei, keine denkbare Option vom Tisch zu nehmen, bevor sie nicht ihre politische Wirkung erzielt hat.

Bei unrealistischen Optionen ist es allerdings sehr fraglich, ob dieses Vorgehen wirklich klug ist. Denn solche Aussagen heizen eher die Eskalation an, als dass sie wirklich umgesetzt werden können. Und die Gegenseite wird darauf ebenfalls mit eskalatorischen Schritten drohen.

Die neue russische Nukleardoktrin

Nun zur russischen Nukleardoktrin. Sie ist an die Lage angepasst und detaillierter gefasst worden, hat sich aber nicht grundsätzlich verändert. Es gibt ein oder zwei Paragrafen, die als Klarstellungen dazugekommen sind. Bisher war es so, dass die russischen Nuklearwaffen dann eingesetzt werden konnten, wenn Russland selbst mit Massenvernichtungswaffen angegriffen wird oder wenn es sich um einen konventionellen Angriff handelt, der eine existenzielle Bedrohung für Russland bedeuten würde.

Der Begriff der „existenziellen Bedrohung“ ist nun etwas erweitert worden. Jetzt versteht man darunter auch eine signifikante Einschränkung der Verteidigungsfähigkeit, die die nationale Sicherheit bedrohen würde. Das geht ein bisschen weiter als der Begriff „existenzielle Bedrohung“.

Und damit könnten auch konventionelle Angriffe auf russisches Gebiet gemeint sein. Das war, glaube ich, das Signal, das man jetzt auch aussenden wollte.

Eine weitere Änderung betrifft die Erweiterung des nuklearen Schutzes auf die Verbündeten, insbesondere ausdrücklich auf Weißrussland. Mit Belarus hat Russland ja im letzten Jahr bereits ein vertieftes Sicherheitsabkommen geschlossen, das auch die nukleare Teilhabe und die Stationierung russischer Nuklearwaffen auf weißrussischem Boden umfasst.

Insofern ist die russische Nukleardoktrin also in der Tat erweitert worden, aber nicht in der Substanz, sondern eher in Fragen der Detailumsetzung. Doch sollte man keine Illusionen über den Entscheidungsprozess in einer Krise haben.

Wenn es zu einer Eskalation kommt, wird niemand, weder der amerikanische noch der russische noch der französische Präsident, als erstes in das Buch schauen, um sich zu vergewissern, was man früher gesagt oder geschrieben hat.

Lagebeurteilung: Auf den Generalstab kommt es an

Vielmehr wird dann auf eine konkrete Lage reagiert und, worauf Putin ja auch immer hinweist, kommt dann der Lagebeurteilung durch das Militär, also den Generalstab, eine entscheidende Bedeutung zu. Wenn der Generalstab zur Auffassung kommt, dass man die Lage im Griff habe, dann gibt es auch keine Notwendigkeit zu eskalieren.

Wenn er aber zur Auffassung kommt, die Lage ist jetzt so gefährlich, dass ein nukleares Zeichen gesetzt werden müsse, dann kann es eine selektive Eskalation geben, auch einen selektiven Nuklearschlag.

Das ist nicht ganz neu. Auch die Nato-Strategie der „Flexible Response“ aus den Zeiten des Kalten Krieges fasste eine selektive nukleare Eskalation ins Auge, da die Nato damals konventionell unterlegen war.

Wenn man mit solchen Szenarien konfrontiert ist, sollte Deutschland als Nichtnuklearmacht im Herzen Europas sehr zurückhaltend sein und nicht selbst an der Eskalationsspirale drehen.

Konsequenzen der Taurus-Lieferung

Solche Risiken mag man ja aus der Sicht einer Nuklearmacht, die an der Peripherie Europas gelegen ist oder sich jenseits des Atlantiks befindet, anders beurteilen. Eine konventionelle Macht wie Deutschland im Herzen Europas, die hoch verwundbar ist, sollte sich an einer potenziellen Eskalation jedenfalls nicht beteiligen und nicht noch weitergehen, als die Nuklearmächte es bereit sind zu tun.

Eine Lieferung der deutschen Taurus-Marschflugkörper könnte die eskalatorische Entwicklung weiter beschleunigen. Denn sie würde weit über das hinausgehen, was Storm Shadow und ATACMS leisten können, und zwar sowohl bezüglich ihrer Reichweite von 500 km, die ja Moskau einschließen würde, als auch im Hinblick auf ihre Wirkungsweise.

Sie ist hochpräzise, sie hat ein vierfach redundantes Steuerungssystem, zumindest wenn man alle Steuerungsmodule einsetzt, was nur mit aktiver deutscher Mithilfe möglich wäre.

Und zum Dritten hat sie eine gewaltige Durchschlagskraft, die auch in der Lage ist, Bunker aufzubrechen oder Brückenpfeiler zum Einsturz zu bringen, wenn sie konzentriert angegriffen werden. Es gilt also, die Risiken einer Taurus-Lieferung abzuwägen gegen den Nutzen, den die Ukrainer daraus ziehen könnten.

Wir wissen aus der Vergangenheit, dass die Ukrainer auch schon nukleare Warnsysteme mit eigenen Drohnen angegriffen haben, nämlich ein Armavir. Das hat auch den Amerikanern nicht gefallen, weil damit an einer Eskalationsspirale gedreht wird, die für die USA nicht akzeptabel ist. Denn nukleare Frühwarnsysteme gehören mit zum Paket der nuklearen Stabilität und des Gleichgewichts zwischen den USA und Russland.

Diesen Hintergrund sollten wir im Blick behalten, wenn wir über die Lieferung von Taurus reden. In unserer nationalen Debatte wird dieser Aspekt häufig ignoriert. Statt der hitzigen Detaildebatten sollten wir einen kühlen Kopf bewahren. Ich unterstütze deswegen die Position des Bundeskanzlers, dass er keine Taurus-Systeme liefern wird.

US-amerikanische Nukleardoktrin

Zu Ihrer Frage nach der amerikanischen Nukleardoktrin. Es gibt in den Vereinigten Staaten, und auch in Russland, Diskussionen zwischen verschiedenen Doktrinschulen unter den strategischen Eliten, die ganz unterschiedliche Auffassungen haben.

In den USA gibt es eine Gruppe, die ausdrücklich vor den Gefahren jeder Eskalation und vor einem Nuklearkrieg warnt, weil er nicht gewonnen werden kann und nie geführt werden darf, wie schon die berühmte Erklärung von Präsident Gorbatschow und Präsident Reagan festgestellt hat.

Diese Aussage wurde übrigens im Januar 2022 von allen fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats wiederholt. Gleichwohl gibt es aber in den USA eine andere strategische Denkschule, die das Gegenteil behauptet und sagt: Doch, wir müssen in der Lage sein, einen Nuklearkrieg zu führen, auch einen strategischen, also wenn das Territorium der USA mit betroffen wäre.

Dann würde es einen Unterschied machen, ob man einen verstärkten Erstschlag führen kann, zum Beispiel auch mit konventionellen Präzisionswaffen, und durch Raketenabwehr einen Zweitschlag reduzieren kann. Es gibt Nuklearexperten, die es für wichtig erachten, dass in einem solchen Szenario auf US-Territorium weniger Tote und weniger Zerstörung eintreten würden als auf dem russischen.

Zum Glück ist diese Denkschule bisher nur eine Minderheitsposition, wenn auch im republikanischen Lager durchaus einflussreich. Ich halte solche Gedankenspiele für völlige Illusion und unverantwortlich.

Die dritte, etwas realistischere Gruppe, sagt, wir müssen verhindern, dass ein Nuklearkrieg sich auf das amerikanische Territorium ausweitet. Dies schließt gegenseitige strategische Atomschläge aus.

Gleichwohl sei ein regionaler Atomkrieg durchaus denkbar; er müsse geführt werden können und auch gewonnen werden können. Auch diese Schule hat prominente Vertreter, die übrigens jetzt in der Trump-Administration einflussreiche Positionen bekommen sollen.

Wovor in Europa zu warnen ist

Das ist für Europa eine schlechte Nachricht. Denn diese Auffassung würde ja bedeuten, dass man einen Nuklearkrieg auch zulasten von Verbündeten führen könne. „Begrenzt“ wäre ein regionaler Nuklearkrieg ja nur aus Sicht von Washington und möglicherweise auch von Moskau. Jedenfalls nicht aus der Sicht Deutschlands und anderer konventionellen Mächte in der Mitte Europas.

Und man möchte vor solchen Diskussionen in Europa warnen. Es müsste eigentlich in unserem Interesse sein, deutlich zu machen, dass ein „begrenzter Nuklearkrieg“ nicht kontrolliert werden kann und dass wir als Europäer ihn auf jeden Fall verhindern müssen, weil er immer zu unseren Lasten ginge.

Diese Zusammenhänge auf die leichte Schulter zu nehmen, wie das in deutschen Talkshows immer wieder zu hören ist, so nach dem Motto, die roten Linien Russlands hätten sich ja schon immer als unhaltbar erwiesen, ist unverantwortlich. Denn solange es für Russland gar keine militärisch kritische Lage gibt, stellt sich die Frage nach den roten Linien einer nuklearen Eskalation nicht.

Wenn man aber die strategische Ruinierung Russlands anstrebt, wie das am Anfang des Krieges von Lloyd Austin und anderen vollmundig postuliert wurde, dann kommt man solchen roten Linien natürlich näher, sollte diese Zielsetzung realisierbar werden. Das ist aber im Moment nicht so.

Die Ziele Russlands

Russland muss eine solche Lage derzeit nicht befürchten. Militärisch hat es im Moment leicht die Oberhand. Dafür nimmt Moskau allerdings hohe Verluste in Kauf, während sich seine Finanzlage verschlechtert. Insofern dürfte es auch im Interesse Moskaus sein, diesen Krieg zu beenden.

Aber vom Kriegsziel, das es erreichen will, macht es keine Abstriche. Es will verhindern, dass die Ukraine der Nato beitritt und dass damit Nato-Stationierungsräume, also US-amerikanische Stationierungsräume, näher an Russland heranrücken.

Zudem will Moskau die Krim unter Kontrolle behalten, die sehr lange der Hauptstützpunkt der Schwarzmeerflotte war, sowie den Donbass, mit dem es sich auch ethnisch-kulturell verbunden sieht. Und dann geht es um die Frage einer Verbindungszone zwischen dem Donbass und der Krim. Hier könnte sich eine gewisse Verhandlungsmasse abzeichnen.

Wie künftige Lösungen durch Sicherheitsgarantien für beide Seiten abgesichert werden könnten, wird im Verlauf von Verhandlungen die entscheidende Frage sein. Solche Verhandlungsziele sind aber etwas völlig anderes als die vorherrschende Perzeption, Moskau wolle die ganze Ukraine erobern und anschließend sogar noch die Nato angreifen. Dies wäre völlig unrealistisch, wie schon ein Vergleich der militärischen Fähigkeiten nahelegt.

Wie groß schätzen Sie die Gefahr einer unkontrollierten Eskalation?

Wolfgang Richter: Eine solche Gefahr besteht immer, wenn die Staaten nicht alles tun, um unbeabsichtigte militärische Zwischenfälle zu verhindern oder die Instrumente schaffen, um sie sofort zu deeskalieren, sollten sie unbeabsichtigt passieren. Wir haben gerade in jüngster Zeit wieder Zwischenfälle erlebt.

Beide Seiten versuchen derzeit, mit vielen Aufklärungs- und Beobachtungsmissionen zu sehen, was die andere Seite tut. Vor allem in und über den engen internationalen Gewässern im Ostseeraum gibt es ein umfangreiches Aufkommen an Überflügen, an Schiffspatrouillen etc.

Das erstreckt sich auch in die Nordsee hinein und in den Nordatlantik. Hier beschatten sich die Kampf- und Aufklärungsflugzeuge gegenseitig und gleiches gilt für die Schiffspatrouillen.

„Sehr nahe Begegnungen, die aus dem Ruder laufen könnten“

Dann kommt es zu sehr nahen Begegnungen, die natürlich aus dem Ruder laufen können. Hier kommt es darauf an, dass man die Regeln einhält. Beim jüngsten Zwischenfall hat offenbar ein ziviles russisches Schiff Signalmunition zur Warnung verwendet, als ein deutscher Hubschrauber sich angenähert hat.

Das muss jetzt kein direkter Beschuss gewesen sein, aber man sieht schon, dass es da eine sehr nervöse und gespannte Situation gibt und dass es darauf ankommt, klug und zurückhaltend zu handeln und die Regeln einzuhalten, die es dafür gibt.

Und vor allen Dingen brauchen wir ein stabilisierendes Netz von Kommunikation zwischen den zuständigen militärischen Hauptquartieren, um sofort deeskalieren zu können, wenn mal etwas passiert, wenn eine Besatzung überzogen reagiert oder es zu einem Unfall kommt.

Ich glaube also nicht, dass eine Seite absichtlich eine Eskalation herbeiführen will; aber die vielen militärischen Aktivitäten unterscheiden sich doch ganz deutlich von der Vorkriegssituation. Sie zeigen auch, in welchem Spannungszustand wir leben, und das fast ohne Leitplanken, weil die Rüstungskontrolle längst zusammengebrochen ist.

Wenn in dieser Lage die Risikobereitschaft wächst, ist das besorgniserregend. Dem muss entgegengesteuert werden.

Teil 2: Ukraine-Krieg: Demilitarisierte Zone als Weg zum Frieden?

Oberst a. D. Wolfgang Richter ist seit 2009 bei der Stiftung Wissenschaft und Politik wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik.
Forschungsfelder: europäische Rüstungskontrolle; OSZE-Sicherheitskooperation und ungelöste Konflikte im OSZE-Raum.

Von 2005 bis 2009 war er bei der OSZE Leiter des militärischen Anteils der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland.

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Ukraine-Krieg: Demilitarisierte Zone als Weg zum Frieden?

12. Dezember 2024  Andreas von Westphalen

Ukrainischer Soldat in der Region Donezk. Bild: Drop of Light /shutterstock.com

Während Kiew einen Nato-Beitritt als Bedingung für einen Waffenstillstand sieht, ist genau dies für Moskau ein No-Go. Wie kommt der Krieg aus der Sackgasse? Interview mit Wolfgang Richter, Teil 2.

Der Ukraine-Krieg ist gegenwärtig geprägt von strategischen Geländegewinnen Russlands, begrenzten ukrainischen Gegenoffensiven und verstärkten militärischen Aktivitäten beider Seiten. Oberst a. D. Wolfgang Richter warnt vor den geopolitischen Risiken für Europa und einer unkontrollierten Eskalation, die durch den Einsatz moderner Waffen und neue Nukleardoktrinen verstärkt wird.

Teil 1 des Interviews

Ukraine-Krieg und der Einsatz von Atomwaffen: Wenn beide Seiten mit dem Feuer spielen

Telepolis

Im folgenden Teil zwei des Interviews mit dem Sicherheits- und Militärexperten richtet sich der Blick auf die Eskalationsrisiken und die Frage, wie ein Waffenstillstand und der Weg zu Friedensverhandlungen aussehen können, welche Vorstellungen, Begrenzungen und Vorgeschichten ihn bedingen.

Zivile Verluste und ein rücksichtsloser Krieg

▶ Friedrich Merz hat erklärt, er würde als Bundeskanzler Russland ein 24-Stunden-Ultimatum stellen, um die Bombardierungen zu beenden, ansonsten würde Deutschland Taurus-Raketen an die Ukraine liefern. Was halten Sie von solch einem Ultimatum?

Wolfgang Richter: Friedrich Merz hat diese Aussage, glaube ich, später relativiert. Erstens hat er von der Bombardierung der Zivilbevölkerung gesprochen und nicht von militärischen Zielen. Die Frage, ob es tatsächlich das Ziel Russlands ist, mit der begrenzten Zahl an militärisch wertvollen und teuren Raketen Wohnhäuser zu zerstören, ist durchaus strittig, auch wenn es immer wieder zu zivilen Verlusten kommt.

Hier hilft ein Vergleich mit dem Krieg im Gazastreifen und im Libanon. Er hat innerhalb eines Jahres auf weitaus kleinerer Fläche vierfach höhere Zivilverluste gefordert als der dreijährige Krieg in der Ukraine, obwohl Israel für sich in Anspruch nimmt, militärische Ziele anzugreifen. Das spricht nicht dafür, dass sich russische Luftangriffe vorwiegend gegen die Zivilbevölkerung richten.

Sicher kann man aber sagen, dass auch dieser Krieg rücksichtslos geführt wird. Aus den Militärnachrichten Kiews geht hervor, dass es überwiegend abgeschossene Trümmerteile sind, die auf Städte und Wohnhäuser niedergehen, während die eigentlichen Ziele der russischen Luft-, Drohnen- und Raketenangriffe die Energieinfrastruktur, aber auch Rüstungsbetriebe wie in Dnipro oder Eisenbahnlinien, Verkehrsknotenpunkten und Flugplätze sind. Auch wenn es sich vorwiegend um militärische Ziele handelt, entstehen allerdings Grauzonen.

Das Humanitäre Völkerrecht verbietet, den Krieg rücksichtslos zulasten der Zivilbevölkerung zu führen. Das gilt auch für die Luft- und Artillerieangriffe im Frontgebiet. Allerdings greifen dort auch die Ukrainer mit Mitteln an, die unweigerlich Kollateralschäden in den betroffenen Siedlungen verursachen.

Die komplexe Lage zeigt, dass der Vorwurf des gezielten Terrors gegen die Zivilbevölkerung, den Merz erhoben hat, fragwürdig ist. Er bedarf zumindest einer neutralen Untersuchung, die nicht allein von Kiew zu erwarten ist.

Wenn man aber ein Ultimatum ausspricht, dann muss man sich sicher sein, dass man sich dadurch nicht selbst in eine Situation begibt, die man nicht mehr in der Hand hat, weil dann Dritte über eine weitere Eskalation entscheiden. Dann würde Deutschland die Initiative und die Handlungsfreiheit verlieren.

Die Resolution des EU-Parlaments

▶ Vor wenigen Tagen hat die EU eine Resolution verabschiedet, in der sie unter anderem fordert, „ihre militärische Unterstützung für die Ukraine weiter zu verstärken, unter anderem durch die Bereitstellung von Flugzeugen, Langstreckenraketen, einschließlich Taurus“. Wie beurteilen Sie diese Resolution?

Wolfgang Richter: Es handelt sich nicht um die Europäische Union, sondern um das Europäische Parlament. Das ist ein großer Unterschied.

Das Europäische Parlament hat eine Mehrheitsresolution verabschiedet; es gibt aber eine Minderheit, die gegen diese Entscheidung gestimmt hat. Entscheidend aber ist, das EU-Parlament ist eine gesetzgebende Versammlung, die die Kommission überwacht und die nur in denjenigen Bereichen tätig werden kann, in denen die Staaten ein Stück Souveränität an die Kommission abgegeben haben. Der Lissaboner Vertrag legt dies im Detail fest.

Und es ist der Verteidigungsbereich, in dem die Vertragsstaaten die meisten Vorbehalte gemacht haben. Dort legt der Artikel 42.7 zum Beispiel fest, unter welchen Bedingungen man Verteidigungsbefugnisse an die EU abgeben könnte, sofern darüber ein Konsens hergestellt wird. Die meisten EU-Staaten sind zugleich Nato-Staaten. Sie haben auf einem Nato-Vorbehalt im EU-Vertrag bestanden.

Aber das Entscheidende ist, dass das EU-Parlament die nationalen Regierungen nicht zwingen kann, in den Bereichen, in denen weiterhin die Souveränität der Nationalstaaten gilt, also insbesondere in der Verteidigungspolitik, Entscheidungen durchzuführen, die die Mehrheit des EU-Parlaments bevorzugen würde. Solche Resolutionen sind daher unrealistisch. Kernfragen der nationalen Verteidigung bleiben weiter politische Entscheidungen souveräner Staaten.

Vorschlag Selenskyjs zum Waffenstillstand

▶ Vielen Dank für die Aufklärung! Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schlägt nun die Option einer Waffenstillstand vor, wenn im Gegenzug ein Nato-Beitritt für den unbesetzten Teil der Ukraine garantiert wird. Wie ist Ihre Einschätzung dieses Vorschlags?

Wolfgang Richter: Die bisher vorgelegten Friedens- oder auch Siegespläne von Selenskyj beruhen im Kern darauf, dass die Ukraine durch mehr Waffenhilfe und durch weitreichendere Waffen militärisch gestärkt werden muss, um zu siegen.

Zum Zweiten solle der Westen der Ukraine stabile Sicherheitsgarantien geben, am besten ihren Nato-Beitritt erlauben. Selenskyj hat jetzt nochmal klargemacht, dass nicht nur der Teil der Ukraine der Nato beitreten solle, der unter der Kontrolle Kiews steht.

Dies wäre auch schwer vorstellbar, wenn man gleichzeitig die Ukraine in den Grenzen von 1991 völkerrechtlich anerkennt. Selenskyj will erreichen, dass die Nato politisch die Ukraine als Ganzes zum Beitritt einlädt, aber den Artikel 5, also die Verteidigungsgarantie, zunächst nur auf diejenigen Gebiete anwendet, die unter Regierungskontrolle stehen.

„Unrealistisch“

Das halte ich aus verschiedenen Gründen für unrealistisch. Denn dann blieben bestimmte Grauzonen ungeregelt, selbst wenn die jetzt noch bewegliche Front einmal zum Stillstand kommen sollte. Wie will man dann auf Luftangriffe reagieren, oder auf Provokationen durch Renegaten?

Wie verfährt man mit Fehlperzeptionen einer Seite, die der Gegenseite Angriffsabsichten unterstellt und dann selbst wieder mit Artillerie schießt?

Es gibt zu viele Möglichkeiten, wie so eine fragile Regelung zur Eskalation führen kann. Zunächst müsste ein stabiler Verlauf der Frontlinie in einem Waffenstillstand festgelegt werden, bevor sich die Frage stellt, wie sie überwacht, gesichert und garantiert werden soll.

Ich glaube, dass der Beitritt der Ukraine zur Nato derzeit unrealistisch ist und wahrscheinlich auch auf lange Sicht. Denn die meisten Nato-Staaten sind sich völlig bewusst, welche Folgen eine Artikel 5-Garantie hätte. Sie bedeutet, dass man bereit sein muss, für die Verteidigung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine Krieg mit Russland zu führen.

Das hätte man längst machen können, wenn man dieses Risiko nicht aus gutem Grund gescheut hätte. Zu erwarten, dass nun die Nato-Länder bereit wären, das Risiko eines Nuklearkriegs einzugehen, halte ich für unrealistisch. Putin will den Nato-Beitritt verhindern.

Die Forderung, genau dies zu tun, ist kein Weg zum Frieden. Das ist auch nicht der Weg, den die Trump-Administration gehen will.

Option: Die Schaffung einer entmilitarisierten Zone

▶ Laut einem Bericht von Bloomberg spielt die Nato mit dem Gedanken an die Option eines Waffenstillstands mit der Schaffung einer entmilitarisierten Zone. Was denken Sie darüber?

Wolfgang Richter: Das ist eine Idee, die aus der künftigen Trump-Administration kommt, und zwar von seinem neuen Sicherheitsberater und wahrscheinlichen Ukraine-Beauftragten Keith Kellogg, einem ehemaligen Generalleutnant. Er hat Konturen eines Planes veröffentlicht, der in informellen Track-Two-Gesprächen schon seit Längerem erörtert worden ist.

Diese Ideen werden wahrscheinlich von der Trump-Administration ab Ende Januar offiziell aufgenommen werden. Demnach soll zunächst einmal die Frontlinie durch eine Feuereinstellung eingefroren werden. Darauf könnte man dann einen Waffenstillstand und später einen vollumfänglichen Frieden aufbauen. Das würde auch bedeuten, dass man zunächst die Truppen entflechten und eine demilitarisierte Zone schaffen muss.

Wie breit sie sein soll, und wie sie überwacht werden soll, muss verhandelt werden. Zugleich sollen Anreize gesetzt werden, damit Putin an den Verhandlungstisch kommt. Das verlangt Kompromisse und gewisse Zugeständnisse von beiden Seiten.

Dazu gehört beispielsweise die Verschiebung der Nato-Mitgliedschaft der Ukraine auf unbestimmte Zeit, aber auch der Verzicht Moskaus auf die „Demilitarisierung“ der Ukraine.

Es gibt andere in der Trump-Administration, wie der frühere US-Botschafter in Berlin Grenell zum Beispiel, der im Detail abweichende Vorschläge gemacht hat.

Die Nato und die Frage der Peacekeeper

Aber eines ist damit klar, die Nato-Mitgliedschaft Kiews bzw. der Verzicht darauf spielt eine entscheidende Rolle. Das ist jedenfalls aus der Sicht Putins ein zentraler Punkt. Teil der Kompromisse wird es auch sein, die Sanktionen gegen Russland zu lockern.

Zudem muss es eine förmliche Erklärung zum Gewaltverzicht geben, selbst wenn Kiew die russische de facto-Kontrolle der besetzten Gebiete nicht völkerrechtlich anerkennen wird.

Mit anderen Worten: Die Rückkehr der besetzten Gebiete kann nur diplomatisch erfolgen, nicht durch militärische Gewaltanwendung. Und viele andere Fragen wären dann noch zu klären: Wie kann man so etwas sichern? Und wer würde das überwachen? Das sind entscheidende Fragen, die noch nicht geklärt sind.

Dass die Nato als Ganzes sich mit einer solchen Lösung einverstanden erklärt, glaube ich eher nicht. Was aber schon diskutiert worden ist, ist ja auch das, was Frau Baerbock gesagt hat. Wenn es zu einer solchen Lösung kommt, werden natürlich Forderungen, Peacekeepers zu stellen, auch auf Deutschland zukommen.

Allerdings ist in der Öffentlichkeit nicht klar unterschieden worden zwischen der Entsendung von Truppen, um der Ukraine im Krieg zu helfen. und der Entsendung von Friedenstruppen, wenn ein Waffenstillstand vereinbart ist.

Dann stellt sich die Frage, mit welchem Mandat werden Peacekeeper ausgestattet, wer würde diese Truppen entsenden und wie robust müssten sie ausgerüstet sein, damit man zumindest kleinere Verletzungen des Waffenstillstands verhindern kann.

Solche Peacekeeping-Konstruktionen wären denkbar. Aber was aus meiner Sicht nicht denkbar ist, sind harte Garantien, also dass Nato-Staaten bereit sind, in den Krieg mit Russland einzutreten.

Das wäre ein Nuklearkrieg, der würde sich auf ganz Europa oder auch weltweit ausweiten. Das muss natürlich verhindert werden. Und diese wichtige Unterscheidung fällt leider in der öffentlichen Berichterstattung häufig unter den Tisch.

Nato-Beitritt der Ukraine nach dem Muster der deutschen Wiedervereinigung?

▶ Inwiefern wäre aus Ihrer Sicht eine Art „DDR-Lösung“ für die Ukraine ein gangbarer Kompromiss? Im Zuge der Wiedervereinigung durfte Deutschland in der Nato bleiben, so dass auch die neuen Bundesländer die Sicherheitsgarantie der Nato erhielten, allerdings durften keine Nato-Militärbasen und Nato-Übungen in den neuen Bundesländern stationiert werden beziehungsweise stattfinden.

Wolfgang Richter: Ja, diese Lösung ist Teil der kooperativen Sicherheitsordnung gewesen, in der wir vereinbart haben, dass der Nato-Beitritt nicht ein strategisches Nullsummenspiel zulasten Russlands sein soll. Das hat Gorbatschow damals überzeugt. Er hat daraufhin den Rückzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland eingeleitet.

Später hat Jelzin dann den Abzug russischer Truppen fortgesetzt. Und Deutschland hat sich in der Tat verpflichtet, auf dem Gebiet der früheren DDR und Berlins keine fremden Truppen zu stationieren. Dies gilt immer noch. Doch es bestehen gravierende Unterschiede zur Lage in der Ukraine, und deswegen sind manchmal historische Analogien nicht so ganz zutreffend.

Deutschland war zwar ein geteiltes Land, aber die deutsche Identität war ja auf beiden Seiten nicht infrage gestellt worden und es gab weit überwiegend den Willen zur Einheit. Die Frage, zu welcher Identität sich Bevölkerungsteile in der Ostukraine und auf der Krim bekennen, ist schon seit der Unabhängigkeit der Ukraine im Jahr 1991 diskutiert worden.

Nicht ohne Grund gab es eine „Partei der Regionen“, die eher auf die regionalen Identitäten Wert gelegt hat als auf eine vorwiegend westukrainisch geprägte zentrale Identität. Und wenn in einem Staat mit unterschiedlichen Sprachen und Identitäten die eine Seite versucht, der anderen ihre eigene Identität aufzudrücken, wird es zu Konflikten kommen. Diese Erkenntnis hat den Föderalismus Belgiens oder der Schweiz geprägt.

In der Ukraine gab es immer ein Spannungsverhältnis, das sich nicht nur in der Sprachenfrage geäußert hat. Das war übrigens auch einer der Gründe, weshalb Deutschland und Frankreich 2008 dem von George W. Bush geforderten Ukraine-Beitritt nicht einfach zugestimmt haben.

Interessant ist es jetzt zu lesen, was Frau Merkel in ihren Memoiren dazu sagt. Hinzukommt, dass die DDR ein eigenständiger Staat im UN-System war, der auch von den Nato-Staaten anerkannt war. Der historische Vergleich ist also, glaube ich, nicht ganz zutreffend.

Was allerdings aus Moskauer Sicht ein wichtiger Punkt ist, ist die Befürchtung, dass die USA und ihre Verbündeten im Falle eines Nato-Beitritts der Ukraine Stationierungsräume in der Nähe der russischen Grenzen nutzen könnten, die das strategische Gleichgewicht unterminieren könnten.

Solche Fragen müssen nicht nur in einem Waffenstillstand geregelt werden, sondern auch in einer künftigen Vereinbarung über die größere europäische Sicherheitsordnung. Das war ja schon mal geregelt, dass man Rücksicht auf die gegenseitigen Sicherheitsinteressen nimmt und nicht einseitig die eigene Sicherheit zu Lasten der Partner erhöht.

Das Dilemma für Russland

Das Dilemma hier ist allerdings, dass Russland völlig auf das strategische Gleichgewicht mit den USA fokussiert ist. Die Nato ist für Russland nur eine Funktion der amerikanischen Machtausübung und des nuklearstrategischen Gleichgewichts zwischen Moskau und Washington. Moskau befürchtet, dass es durch Kurz- oder Mittelstreckenwaffen auf Nato-Gebiet in der Nähe russischer Grenzen unterminiert werden kann.

Dabei ignoriert Russland allerdings weitgehend die genuinen Sicherheitsinteressen der europäischen Nachbarn. Es nimmt nur wenige Staaten Europas als eigenständige Größen wahr.

Dieses Dilemma, das wir ja seit Jahren kennen, wurde in den 1990er-Jahren durch Rüstungskontrollvereinbarungen gelöst. Sie beruhten auf der strategischen Zurückhaltung aller Seiten, auch auf den Verzicht auf solche Stationierungsräume oder ihre militärische Ausdünnung. Die Stichworte waren der INF-Vertrag, der KSE-Vertrag, das Wiener Dokument, der Vertrag über den Offenen Himmel, etc. Der 2+4-Vertrag entstand auch in diesem Kontext.

Leider sind alle diese Vereinbarungen nach der Jahrtausendwende erodiert oder gekündigt worden. Und das hat zu dieser prekären Situation geführt. Deshalb bin ich der Auffassung, dass wir zu solchen oder ähnlichen Vereinbarungen zurückkehren müssen. Das werden nicht die gleichen sein wie damals, weil die Lage sich verändert hat.

Aber in der Substanz müssen es wieder Vereinbarungen sein, die die strategische Zurückhaltung gewährleisten, und zwar auf beiden Seiten reziprok verifiziert.

Die Vertragstreue Russlands

▶ Immer wieder wird betont, dass man mit Russland unter einem Präsidenten Putin keinen Vertrag schließen könnte, weil Russland sich an keine Verträge halten und immer wieder Verträge brechen würde, wie beispielsweise das Budapester Memorandum von 1994 beweist, in dem unter anderem Russland die Grenzen der Ukraine anerkannte. In Ihrem Beitrag in der WIFIS-Ausgabe „Die Debatte um US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland“ analysieren Sie im Detail die Vertragstreue Russlands. Was ist Ihr Ergebnis?

Wolfgang Richter: Im Budapester Memorandum hat Russland die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine anerkannt. Das ist im Kontext des nuklearen Nichtverbreitungsvertrags geschehen.

Alle Vertragsstaaten, vor allem die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates, waren daran interessiert, dass die Zahl der anerkannten Nuklearmächte sich nicht erweitert, sondern auf die fünf begrenzt bleibt, die der Vertrag akzeptiert hatte. Insofern war das im Interesse aller Staaten.

Das Budapester Memorandum enthielt allerdings keine positive Sicherheitsgarantie, die andere Staaten verpflichtet hätte, einzugreifen, falls die Souveränität der Ukraine gebrochen wird.

Solche sogenannten negativen Sicherheitsgarantien, die ja in ähnlicher Weise auch für kernwaffenfreie Zonen abgegeben wurden, standen immer unter dem Vorbehalt, dass die betroffenen Staaten nicht den Staat angreifen, der die Garantie gibt, und vor allem nicht im Bündnis mit Nuklearmächten militärische Aktivitäten ausüben. Das ist eine durchaus übliche Formel, die von vier Atommächten, die solche Garantien abgegeben haben, verwendet wird.

Moskau war der Auffassung, dass die Ukraine allein durch ihre Absicht, der Nato beizutreten und somit mit Nuklearmächten zu kooperieren, den Budapester Rahmen verlassen habe. Das ist zu Recht kritisiert worden, da es 2014 keineswegs feststand, dass die Absicht der Maidan-Führung, der Nato beizutreten, auch rasch umgesetzt werden konnte. Doch glaubte Moskau offenbar, dass dies mit westlicher Unterstützung bald erfolgen könnte, nachdem Präsident Janukowitsch gestürzt worden war.

Offenbar hat Russland im eigenen Sicherheitsinteresse präemptiv, aber ohne völkerrechtliche Deckung gehandelt, als es die Krim annektierte. Unterm Strich bleibt dies tatsächlich ein Bruch des Budapest-Memorandums und auch der des Flotten- und das Freundschaftsabkommen von 1997, mit denen Moskau ja auch die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine anerkannt hatte.

Rüstungskontrolle und Rüstungswettlauf

Auf einem anderen Blatt steht, warum wichtige westliche Stimmen, auch die EU-Kommission, ein geopolitisches Nullsummenspiel betrieben haben, indem sie die Ukraine vor eine alternative Entscheidung stellten: Entweder mit dem Westen oder mit Russland!

Dies widersprach dem Konzept der OSZE, das ja die bipolare Blockspaltung überwunden hatte und stattdessen einen gemeinsamen Sicherheitsraum ohne Trennlinien zwischen Vancouver und Wladiwostok schaffen wollte.

Die relevanten OSZE-Dokumente dazu, die zwischen 1990 und 1999 mit Zustimmung aller OSZE-Staaten verfasst wurden und zuletzt 2010 in Astana, in Kasachstan, noch einmal bestätigt worden waren, weisen diese Zielvereinbarung der gesamten OSZE eindeutig aus.

Dies und die Rüstungskontrolle waren die Grundlagen der regelbasierten Ordnung in Europa, auf die man sich geeinigt hatte, um die Konfrontation des Kalten Krieges zu überwinden. Davon sind wir im Moment zwar weit entfernt. Aber diesen politischen Kontext der Zeit muss man natürlich mitbewerten, um die Ereignisse von 2014 einzuordnen.

Putin I und Putin II

Was aber die Rüstungskontrolle betrifft, komme ich zu einem anderen Ergebnis. Die Rüstungskontrollabkommen wurden unter Putin I, also in den ersten acht Jahren der Präsidentschaft Putins, tatsächlich eingehalten. Putin hat sie sogar gefördert. Er hat fast alles umgesetzt, was wir gefordert haben, zum Beispiel die Reduzierung konventioneller Kräfte in der sogenannten Flanke des KSE-Vertrags.

Hier ging es darum, trotz des Tschetschenienkriegs die russischen Truppenverstärkungen im Kaukasus auf die Vertragsgrenzen zu reduzieren. Das hat Putin durchgesetzt. Ein anderes Beispiel ist der Vertrag über den offenen Himmel.

Er ist in der Duma lange Zeit als „organisierte Spionage“ diffamiert worden. Deswegen war er unter Präsident Jelzin nicht ratifiziert worden. Putin hat das 2002 durchgedrückt, weil er die Sicherheitskooperation mit dem Westen wollte.

Und insofern, glaube ich, sollte man nicht in der berechtigten Empörung über den russischen Angriffskrieg nun rückwirkend versuchen, die Geschichte zu verfälschen.

Vielmehr stellt sich die Frage, was sind denn eigentlich die Gründe dafür, dass ein Putin I., der noch auf Sicherheitskooperation getrimmt war, sich so verändert hat, dass Putin II., also nach dem Zwischenspiel von Medwedew, dann aus einer Situation der Frustration und der Erbitterung über die vermeintliche westliche Ignoranz gegenüber russischen Sicherheitsinteressen gehandelt hat.

Die Weltmachtgeltung

Selbst Obama hat mit seiner Äußerung, Russland sei ja nur eine Regionalmacht, deutlich gemacht, dass er Moskau nicht als gleichwertige Weltmacht sah. Putin beansprucht für Russland eine Weltmachtgeltung, sieht es als Großmacht auf Augenhöhe mit den USA und als unverzichtbarer Pol in einer multipolaren Welt.

Eine Sicherheitsgefährdung nahm er auch dadurch wahr, dass die USA wichtige Rüstungskontrollverträge nicht mehr eingehalten haben. Das begann mit der Kündigung des ABM-Vertrags durch den damaligen Präsidenten George W. Bush, also des Vertrags zur Begrenzung der strategischen Raketenabwehr.

Dies hat einen Rüstungswettlauf bei strategischen Offensiv- und Defensivwaffen ausgelöst. Moskau hat neuartige Waffen eingeführt, die die amerikanische strategische Raketenabwehr überwinden sollten. Dabei ging es immer darum, die sogenannte „nukleare Zweitschlag-Kapazität“ aufrechtzuerhalten. Denn wer das nicht mehr kann, müsste kapitulieren.

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Im konventionellen Bereich in Europa war es offensichtlich, dass das 1990 vereinbarte Konzept des konventionellen Gleichgewichts zwischen Nato- und früheren Warschauer-Pakt-Staaten obsolet wurde, sobald die Nato mit ihrer Osterweiterung begann.

Ein Gleichgewicht kann dann weder geografisch noch numerisch aufrechterhalten werden, wenn die Vertragsstaaten der einen Seite der anderen Gruppe beitreten. Der Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) musste also angepasst werden, wenn die Sicherheitskooperation erhalten werden sollte.

Das haben alle OSZE-Staaten einschließlich der Nato-Partner akzeptiert. In der Nato-Russland-Grundakte von 1997 haben sie sich verpflichtet, den KSE-Vertrag anzupassen. Er galt als „Eckpfeiler der europäischen Sicherheit“. Nun ging es darum, potentielle Stationierungsräume zu begrenzen, die näher an den russischen Grenzen lagen.

Tatsächlich wurde 1999 ein Anpassungsabkommen vereinbart. Der US-Präsident George W. Bush hat aber seine Ratifikation im Bündnis blockiert. Er begründete dies mit Lokalkonflikten und russischen Abzugsverpflichtungen in Georgien und Moldau, die allerdings keine strategischen Auswirkungen hatten. Dafür einen strategisch wichtigen Vertrag und die Sicherheitskooperation auf Spiel zu setzen, war mehr als kurzsichtig.

Bush wollte die Voraussetzungen schaffen, um die Ukraine und Georgien in die Nato aufzunehmen. Die Blockade des KSE-Anpassungsabkommens war übrigens nicht im deutschen Interesse. Deutschland blieb immer bemüht, die Rüstungskontrolle zu erhalten, trotz der Konflikte mit den USA. Es ist nicht gelungen. Deutschland blieb im Geleitzug der Nato, in der die USA und die „neuen Europäer“ den Ton angaben.

Die Ursprünge der Brüche

Berlin wollte nach dem Irak-Krieg keine weitere Spaltung der Nato. Auch beim Nato-Gipfel in Bukarest 2008 war die Lage gespannt. Die USA und osteuropäische Verbündete positionierten sich in der Frage des Nato-Beitritts der Ukraine und Georgiens und der Berücksichtigung russischer Sicherheitsinteressen deutlich anders als Deutschland und Frankreich.

Sie hielten an der gesamteuropäischen Sicherheitskooperation im Sinne der OSZE-Dokumente fest, während die anderen bereits eine ganz andere geopolitische Agenda verfolgten, die wieder bipolar angelegt war: Entweder für uns oder gegen uns; für einen gemeinsamen OSZE-Sicherheitsraum blieb kein Raum mehr. Da liegen, glaube ich, die Ursprünge der Brüche, die erklären, warum und wie sich die Perzeption Russlands geändert hat.

Diese Deutungsmuster sind wichtig, um russische Handlungsmotive zu verstehen und für die Zukunft Wege zu einer Friedenslösung zu finden. So hilfreich solche Erklärungsversuche sind, einen Angriffskrieg können sie nicht rechtfertigen. Denn jeder Krieg bedeutet das Überschreiten einer roten Linie und ist mit ungeheuren Opfern und Zerstörung verbunden.

In Kürze erscheint der dritte und letzte Teil des Interviews.

Oberst a. D. Wolfgang Richter ist seit 2009 bei der Stiftung Wissenschaft und Politik wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik. Forschungsfelder: europäische Rüstungskontrolle; OSZE-Sicherheitskooperation und ungelöste Konflikte im OSZE-Raum.

Von 2005 bis 2009 war er bei der OSZE Leiter des militärischen Anteils der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland.

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