Einige harte Gedanken über die Zeit nach dem Ukrainekrieg

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Einige harte Gedanken über die Zeit nach dem Ukrainekrieg
19. Juni 2022 von Graham E. Fuller – Uncategorized – Tags: China Belt and Road Initiative US-Hegemonie, Eurasien, Russland, Ukraine –
von Graham E. Fuller (grahamefuller. com)
18. Juni 2022

Der Krieg in der Ukraine hat sich nun lange genug hingezogen, um einige klare Tendenzen aufzuzeigen. Erstens, zwei grundlegende Tatsachen:
1. Putin ist dafür zu verurteilen, dass er diesen Krieg angezettelt hat – wie praktisch jeder Führer, der einen Krieg anzettelt. Putin kann als Kriegsverbrecher bezeichnet werden – in guter Gesellschaft mit George W. Bush, der weitaus mehr Menschen getötet hat als Putin.
2) Eine zweite Verurteilung gebührt den USA (NATO), die absichtlich einen Krieg mit Russland provoziert haben, indem sie ihre feindselige militärische Organisation trotz Moskaus wiederholter Mitteilungen über die Überschreitung roter Linien unerbittlich bis vor die Tore Russlands getrieben haben. Dieser Krieg hätte nicht sein müssen, wenn die ukrainische Neutralität, á la Finnland und Österreich, akzeptiert worden wäre. Stattdessen hat Washington zu einer klaren russischen Niederlage aufgerufen.

Wie geht es nun weiter, da sich der Krieg dem Ende zuneigt?
Entgegen den triumphalistischen Verlautbarungen Washingtons gewinnt Russland den Krieg, die Ukraine hat den Krieg verloren. Ob Russland längerfristig Schaden nimmt, ist fraglich.
Die amerikanischen Sanktionen gegen Russland haben sich für Europa als weitaus verheerender erwiesen als für Russland. Die Weltwirtschaft hat sich verlangsamt, und viele Entwicklungsländer stehen vor einer ernsten Nahrungsmittelknappheit und der Gefahr einer allgemeinen Hungersnot.
Es gibt bereits tiefe Risse in der europäischen Fassade der so genannten „NATO-Einheit“. Westeuropa wird zunehmend den Tag bereuen, an dem es dem amerikanischen Rattenfänger blindlings in den Krieg gegen Russland gefolgt ist. Tatsächlich handelt es sich nicht um einen ukrainisch-russischen Krieg, sondern um einen amerikanisch-russischen Krieg, der stellvertretend bis zum letzten Ukrainer geführt wird.
Im Gegensatz zu optimistischen Erklärungen könnte die NATO am Ende tatsächlich geschwächt daraus hervorgehen. Die Westeuropäer werden lange und gründlich über die Weisheit und die hohen Kosten nachdenken, die mit der Provokation tieferer, langfristiger Konfrontationen mit Russland oder anderen „Konkurrenten“ der USA verbunden sind.
Europa wird früher oder später zum Kauf von preiswerter russischer Energie zurückkehren. Russland liegt vor der Haustür, und eine natürliche Wirtschaftsbeziehung zu Russland wird letztlich von überwältigender Logik sein.
Europa nimmt die USA bereits als eine im Niedergang begriffene Macht mit einer unberechenbaren und heuchlerischen außenpolitischen „Vision“ wahr, die auf der verzweifelten Notwendigkeit beruht, die „amerikanische Führungsrolle“ in der Welt zu erhalten. Amerikas Bereitschaft, zu diesem Zweck Krieg zu führen, ist für andere zunehmend gefährlich.
Washington hat auch deutlich gemacht, dass Europa sich einem „ideologischen“ Kampf gegen China anschließen muss, und zwar in einem Kampf „Demokratie gegen Autoritarismus“. Dabei handelt es sich doch eher um einen klassischen Kampf um die Macht in der Welt. Und Europa kann es sich noch weniger leisten, sich auf eine Konfrontation mit China einzulassen – eine „Bedrohung“, die vor allem von Washington wahrgenommen wird, die aber viele europäische Staaten und einen Großteil der Welt nicht überzeugt.
Chinas „Belt and Road“-Initiative ist vielleicht das ehrgeizigste wirtschaftliche und geopolitische Projekt der Weltgeschichte. Sie verbindet China bereits über den Schienen- und Seeweg mit Europa. Der Ausschluss Europas aus dem Belt and Road-Projekt wird Europa teuer zu stehen kommen. Beachten Sie, dass der Gürtel und die Straße direkt durch Russland verlaufen. Es ist für Europa unmöglich, sich Russland gegenüber zu verschließen und gleichzeitig den Zugang zu diesem eurasischen Megaprojekt aufrechtzuerhalten. Daher hat ein Europa, das die USA bereits im Niedergang sieht, wenig Anreiz, sich dem Zug gegen China anzuschließen. Das Ende des Ukraine-Krieges wird in Europa ein ernsthaftes Nachdenken über die Vorteile der Unterstützung von Washingtons verzweifeltem Versuch, seine globale Hegemonie zu erhalten, auslösen.
Europa wird bei der Bestimmung seiner künftigen globalen Rolle in eine zunehmende Identitätskrise geraten. Die Westeuropäer werden es leid sein, sich der 75-jährigen amerikanischen Vorherrschaft in der europäischen Außenpolitik zu unterwerfen. Im Moment ist die NATO die europäische Außenpolitik, und Europa bleibt unerklärlich zaghaft, wenn es darum geht, eine unabhängige Stimme zu erheben – wie lange noch?
Wir sehen jetzt, wie die massiven US-Sanktionen gegen Russland, einschließlich der Beschlagnahmung russischer Gelder in westlichen Banken, den Großteil der Welt dazu veranlassen, die Weisheit zu überdenken, in Zukunft ausschließlich auf den US-Dollar zu setzen. Eine Diversifizierung der internationalen Wirtschaftsinstrumente ist bereits im Gange und wird die einst dominante wirtschaftliche Position Washingtons und seine einseitige Instrumentalisierung des Dollars nur noch weiter schwächen.
Eines der beunruhigendsten Merkmale dieses amerikanisch-russischen Kampfes in der Ukraine ist die völlige Korruption der unabhängigen Medien. Tatsächlich hat Washington den Informations- und Propagandakrieg haushoch gewonnen und alle westlichen Medien dazu gebracht, bei der Charakterisierung des Ukraine-Krieges aus demselben Gesangbuch zu singen. Der Westen hat noch nie zuvor eine so umfassende Durchsetzung der ideologisch geprägten geopolitischen Perspektive eines Landes im eigenen Land erlebt. Natürlich kann man auch der russischen Presse nicht trauen. Inmitten einer virulenten antirussischen Propaganda, wie ich sie in meiner Zeit als Kalter Krieger noch nie erlebt habe, müssen ernsthafte Analysten heutzutage tief in die Tasche greifen, um ein objektives Verständnis dessen zu erlangen, was in der Ukraine tatsächlich vor sich geht.
Ich wünschte, diese amerikanische Mediendominanz, die fast alle alternativen Stimmen unterdrückt, wäre nur eine vorübergehende Erscheinung, die durch die Ereignisse in der Ukraine ausgelöst wurde. Aber die europäischen Eliten kommen vielleicht langsam zu der Erkenntnis, dass sie in diese Position der totalen „Einstimmigkeit“ gedrängt worden sind; die Fassade der „EU- und NATO-Einheit“ bekommt bereits Risse. Die gefährlichere Auswirkung ist jedoch, dass auf dem Weg in künftige globale Krisen eine wirklich unabhängige freie Presse weitgehend verschwindet und in die Hände von konzerndominierten Medien fällt, die den politischen Kreisen nahestehen und nun durch elektronische soziale Medien unterstützt werden, die alle die Berichterstattung zu ihren eigenen Zwecken manipulieren. Da wir uns auf eine vorhersehbar größere und gefährlichere Krise der Instabilität durch globale Erwärmung, Flüchtlingsströme, Naturkatastrophen und wahrscheinlich neue Pandemien zubewegen, wird die rigorose staatliche und unternehmerische Beherrschung der westlichen Medien in der Tat sehr gefährlich für die Zukunft der Demokratie. Wir hören heute keine alternativen Stimmen mehr zur Ukraine.
Und schließlich hat sich der geopolitische Charakter Russlands höchstwahrscheinlich nun entscheidend in Richtung Eurasien verschoben. Die Russen haben sich jahrhundertelang darum bemüht, in Europa akzeptiert zu werden, wurden aber stets auf Distanz gehalten. Der Westen wird nicht über eine neue strategische und sicherheitspolitische Architektur diskutieren. Die Ukraine hat diesen Trend nur noch verstärkt. Die russischen Eliten haben nun keine Alternative mehr, als zu akzeptieren, dass ihre wirtschaftliche Zukunft im Pazifik liegt, wo Wladiwostok nur eine oder zwei Flugstunden von den riesigen Volkswirtschaften in Peking, Tokio und Seoul entfernt ist. China und Russland sind nun entscheidend enger zusammengerückt, und zwar aus dem gemeinsamen Bestreben heraus, die uneingeschränkte Freiheit der USA zu unilateralen militärischen und wirtschaftlichen Interventionen in der ganzen Welt zu verhindern. Es ist ein Hirngespinst, dass die USA die von den USA induzierte russische und chinesische Zusammenarbeit aufspalten können. Russland verfügt über wissenschaftliche Brillanz, Energie im Überfluss, reiche seltene Mineralien und Metalle, während die globale Erwärmung das landwirtschaftliche Potenzial Sibiriens vergrößern wird. China verfügt über das Kapital, die Märkte und die Arbeitskräfte, um zu einer natürlichen Partnerschaft in ganz Eurasien beizutragen.
Zum Leidwesen Washingtons erweisen sich fast alle seine Erwartungen an diesen Krieg als falsch. In der Tat könnte der Westen auf diesen Moment als das letzte Plädoyer dafür zurückblicken, Washingtons Streben nach globaler Vorherrschaft nicht in immer neue, gefährlichere und schädlichere Konfrontationen mit Eurasien zu verwickeln. Und die meisten anderen Länder der Welt – Lateinamerika, Indien, der Nahe Osten und Afrika – haben nur wenige nationale Interessen an diesem im Grunde genommen amerikanischen Krieg gegen Russland.
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Graham E. Fuller ist ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des National Intelligence Council bei der CIA und zuständig für globale Geheimdienstschätzungen.

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Some hard thoughts about post Ukraine

June 19, 2022 by Graham E. FullerUncategorized • Tags: China Belt and Road Initiative US hegemony, Eurasia, Russia, Ukraine

by Graham E. Fuller (grahamefuller. com)

18 June 2022

The war in Ukraine has dragged on long enough now to reveal certain clear trajectories. First, two fundamental realities:

  1. Putin is to be condemned for launching this war– as is virtually any leader who launches any war.  Putin can be termed a war criminal–in good company with George W. Bush who has killed vastly greater numbers than Putin.

2) secondary condemnation belongs to the US (NATO) in deliberately provoking a war with Russia by implacably pushing its hostile military organization, despite Moscow’s repeated notifications about crossing red lines, right up to the gates of Russia.  This war did not have to be if Ukranian neutrality, á la Finland and Austria, had been accepted. Instead Washington has called for clear Russian defeat.

As the war grinds to a close, where will things go?

Contrary to Washington’s triumphalist pronouncements, Russia is winning the war, Ukraine has lost the war.  Any longer-term damage to Russia is open to debate.

American sanctions against Russia  have turned out to be far more devastating to Europe than to Russia. The global economy has slowed and many developing nations face serious food shortages and risk of broad starvation.

There are already deep cracks in the European façade of so-called “NATO unity.” Western Europe will increasingly rue the day that it blindly followed the American Pied Piper to war against Russia. Indeed, this is not a Ukrainian-Russian war but an American-Russian war fought by proxy to the last Ukrainian.

Contrary to optimistic declarations, NATO may  in fact ultimately emerge weakened. Western Europeans will think long and hard about the wisdom and deep costs of provoking deeper long term confrontations with Russia or other “competitors”of the US.

Europe will sooner or later return to the purchase of inexpensive Russian energy. Russia lies on the doorstep and a natural economic relationship with Russia will possess overwhelming logic in the end.

Europe already perceives the US as a declining power with an erratic and hypocritical foreign policy “vision” premised upon the  desperate need to preserve “American leadership” in the world. America’s willingness to go to war to this end is increasingly dangerous to others.

Washington has also made it clear that Europe must sign on to an “ideological” struggle against China as well in some kind  of protean struggle of “democracy against authoritarianism”. Yet, if anything this is a classic struggle for power across the globe. And Europe can even less afford to blunder into confrontation with China–a “threat” perceived primarily by Washington yet unconvincing to many European states and much of the world..

China’s Belt and Road initiative is perhaps the most ambitious economic and geopolitical project in world history. It is already linking China with Europe by rail and sea. European exclusion from the Belt and Road project will cost it dearly. Note that the Belt and Road runs right through Russia. It is impossible for Europe to close its doors to Russia while maintaining access to this Eurasian mega project. Thus a Europe that perceives the US already in decline has a little incentive to join the bandwagon against China. The end of the Ukraine war will bring serious reconsideration in Europe about the benefits of propping up Washington’s desperate bid to maintain its global hegemony.

Europe will undergo increasing identity crisis in determining its future global role. Western Europeans will tire of subservience to the 75 year American domination of European foreign policy. Right now NATO is  European foreign policy  and Europe remains inexplicably timid in asserting  any independent voice.How long will that prevail?

We now see how massive US sanctions against Russia, including confiscation of Russian funds in western banks, is causing most of the world to reconsider the wisdom of banking entirely on the US dollar into the future. Diversification of international economic instruments is already in the cards and willl only act to weaken Washington’s once dominant economic position and its unilateral weaponisation of the dollar.

One of the most disturbing features of this US-Russian struggle in Ukraine has been the utter corruption of independent media. Indeed Washington has won the information and propaganda war hands down, orchestrating all Western media to sing from the same hymnbook in characterizing the Ukraine war.  The West has never before witnessed such a blanket imposition by one country’s ideologically-driven geopolitical perspective at home. Nor, of course, is the Russian press to be trusted either. In the midst of  a virulent anti-Russian propaganda barrage whose likes I have never seen during my Cold Warrior days, serious analysts must dig deep these days to gain some objective understanding of what is actually taking place in Ukraine.

Would that this  American media dominance that denies nearly all alternative voices were merely a blip occasioned by Ukraine events. But European elites are perhaps slowly coming to the realization that they have been stampeded into this position of total “unanimity”; cracks are already beginning to appear in the façade of “EU and NATO unity.” But the more dangerous implication is that as we head into future global crises, a genuine independent free press is largely disappearing, falling into the hands of corporate-dominated media close to policy circles , and now bolstered by electronic social media, all manipulating the narrative to its own ends. As we move into a predictably greater and more dangerous crises of instability through global warming, refugee flows, natural disasters, and likely new pandemics, rigorous  state and corporate domination of the  western media becomes very dangerous indeed to the future of democracy. We no longer hear alternative voices on Ukraine today.

Finally, Russia’s geopolitical character has very likely now decisively tilted towards Eurasia. Russians have sought for centuries to be accepted within Europe but have been consistently held at arms length. The West will not discuss a new strategic and security architecture. Ukraine has simply intensified this trend. Russian elites now no longer possess an  alternative to accepting that its economic future lies in the Pacific where Vladivostok lies only one or two hours away by air from the vast economies of Beijing, Tokyo, and Seoul. China and Russia have now been decisively pushed ever more closely together specifically out of common concern to block unfettered US freedom of unilateral military and economic intervention around the world. That the US can split US-induced Russian and Chinese cooperation is a fantasy. Russia has scientific brilliance, abundant energy, rich rare minerals and metals, while global warming will increase the agricultural potential of Siberia. China has the capital, the markets, and the manpower to contribute to what becomes a natural partnership across Eurasia.

Sadly for Washington, nearly every single one of its expectations about this war are turning out to be incorrect. Indeed the West may come to look back at this moment as the final argument against following Washington’s quest for global dominance into ever newer and more dangerous and damaging confrontations with Eurasia. And most of the rest of the world–Latin America, India, the Middle East and Africa– find few national interests in this fundamentally American war against Russia.

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Graham E. Fuller is a former Vice Chair of the National Intelligence Council at CIA with responsibility for global intelligence estimates.

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Julian Assanges Auslieferung ist eine Abscheulichkeit

Gesendet: Montag, 27. Juni 2022 um 14:21 Uhr
von: „Stella Assange“ <office@dontextraditeassange.com>
An: „Helmut Käss“ <helmutkss@gmail.com>
Betreff: Julian Assange ist mein Mann – seine Auslieferung ist eine Abscheulichkeit

Letzten Freitag hat Innenministerin Priti Patel ihre Zustimmung gegeben, dass Großbritannien meinen Mann, Julian Assange, an das Land ausliefert, das seine Ermordung geplant hat.

Julian Assange ist nach mehr als drei Jahren auf Betreiben der US-Staatsanwaltschaft weiterhin in Belmarsh inhaftiert. Ihm droht eine Haftstrafe von bis zu 175 Jahren für die wohl berühmtesten Veröffentlichungen in der Geschichte des Journalismus.

Die Entscheidung von Patel, Julian auszuliefern, hat in der Journalistenszene große Wellen geschlagen. Der Innenminister setzte sich über die Forderungen von Vertretern des Europarats, der OSZE, von fast 2000 Journalisten und 300 Ärzten hinweg, die Auslieferung zu stoppen.

Wenn Julian um die Schlafenszeit der Kinder herum anruft, reden sie lautstark durcheinander. Die Anrufe dauern nur 10 Minuten. Als das Gespräch neulich abrupt endete und Max, der drei Jahre alt ist, weinerlich fragte, ob es daran läge, dass er unartig gewesen sei, sagte ich geistesabwesend, es sei nicht seine Schuld, sondern die von Mike Pompeo. Der fünfjährige Gabriel fragte: „Wer ist Mike Pompeo?“

Ich hatte an Mike Pompeo gedacht, denn während der Innenminister hierzulande damit beschäftigt war, Julians Auslieferungsantrag zu unterzeichnen, wurde Pompeo in Spanien von einem Richter des Obersten Gerichtshofs vorgeladen, um ihn zu seiner Rolle als CIA-Direktor bei den angeblichen Mordkomplotten gegen meinen Mann zu befragen.

Während seiner Zeit als CIA-Direktor soll der treueste Anhänger von Präsident Trump seine Agenten damit beauftragt haben, „Skizzen“ und „Optionen“ für die Ermordung ihres Vaters (??? des Vaters meiner Kinder??) auszuarbeiten.

Die Aufforderung an Pompeo, vor einem spanischen Richter zu erscheinen, ist das Ergebnis einer Untersuchung über die illegale Bespitzelung von Julian und seinen Anwälten durch eine in Spanien registrierte Firma. Die spanische Polizei beschlagnahmte große Mengen elektronischer Daten, und Insider, die an der Durchführung der geheimen Operationen beteiligt waren, sagten aus, dass sie auf Anweisung der CIA gehandelt haben. Sie hatten besprochen, Julian zu entführen und zu vergiften.

Gabriel war zu diesem Zeitpunkt sechs Monate alt und war ebenfalls ein Ziel. Ein Zeuge wurde angewiesen, DNA-Abstriche von einer verschmutzten Windel zu nehmen, um nachzuweisen, dass Julian sein Vater war. Ein anderer gab zu, versteckte Mikrofone unter den Feuerlöschern angebracht zu haben, um rechtlich privilegierte Treffen zwischen Julian und seinen Anwälten abzuhören.

Die Aufzeichnungen von Julians juristischen Sitzungen in der ecuadorianischen Botschaft in London wurden regelmäßig physisch zu Kontaktpersonen in den Vereinigten Staaten transportiert. Ein Einbruch in das Büro von Julians Anwälten wurde mit der Kamera festgehalten, und die Ermittler entdeckten Fotos von juristischen Unterlagen von Julians Anwalt, die in der Botschaft aufgenommen wurden. Die gegen seine Anwälte gerichteten Operationen lesen sich wie aus einem sowjetischen Drehbuch.

Seit dem Versuch der Nixon-Regierung, die New York Times wegen der Pentagon-Papiere vor über einem halben Jahrhundert strafrechtlich zu verfolgen, haben Verfassungsrechtler davor gewarnt, dass das Spionagegesetz von 1917 eines Tages zur Verfolgung von Journalisten missbraucht werden könnte.

Es war die Regierung von Präsident Obama, die den schleichenden Missbrauch des Spionagegesetzes belebte. Es wurden mehr journalistische Quellen auf der Grundlage des Gesetzes angeklagt als alle vorherigen Regierungen zusammen, darunter die WikiLeaks-Quelle Chelsea Manning, der CIA-Whistleblower John Kiriakou und der NSA-Spionage-Whistleblower Edward Snowden.

Auf massiven öffentlichen Druck hin wandelte Obama die 35-jährige Haftstrafe von Chelsea Manning um. Obama lehnte es ab, Julian wegen der Veröffentlichung von Mannings Leaks strafrechtlich zu verfolgen, da dies die Pressefreiheit beeinträchtigen würde.

Nach dem Spionagegesetz der Obama-Regierung war es nur eine Frage der Zeit, bis eine andere Regierung die Auslegung des Gesetzes noch weiter ausdehnen würde.

Dieser Tag kam früh genug. Mit der Anklage gegen Julian Manning wegen des Empfangs, des Besitzes und der Veröffentlichung der Manning-Leaks betrat die Trump-Administration rechtliches Neuland. Währenddessen beauftragte Pompeo in Langley, Virginia, die CIA mit Attentatsplänen.

Priti Patels Entscheidung fällt in eine Zeit umfassender Regierungsreformen mit zunehmend totalitären Zügen – die Pläne, den Einfluss des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu schwächen, und die Entscheidung, Julian auszuliefern, sind der Gnadenstoß.

Die vom Innenminister vorgeschlagenen Reformen des britischen Gesetzes zur Wahrung von Staatsgeheimnissen (Official Secrets Act) entsprechen weitgehend der Anklage gegen Julian aus der Trump-Ära: Verleger und ihre Quellen können als kriminelle Mitverschwörer angeklagt werden.

Julians Auslieferungsfall selbst schafft einen rechtlichen Präzedenzfall. Was lange Zeit als Grundprinzip der Demokratie galt, nämlich die Pressefreiheit, wird mit einem Schlag verschwinden.

So wie es aussieht, wird kein Journalist riskieren, dass ihm das widerfährt, was Julian widerfahren ist. Julian muss freigelassen werden, bevor es zu spät ist. Sein Leben hängt davon ab. Ihre Rechte hängen davon ab.

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Gesendet: Montag, 27. Juni 2022 um 14:21 Uhr
Von: „Stella Assange“ <office@dontextraditeassange.com>
An: „Helmut Käss“ <helmutkss@gmail.com>
Betreff: Julian Assange is my husband – his extradition is an abomination
Helmut

Last Friday, home secretary Priti Patel gave her approval for the UK to send my husband, Julian Assange, to the country that plotted his assassination.

Julian remains imprisoned in Belmarsh after more than three years at the behest of US prosecutors. He faces a prison sentence of up to 175 years for arguably the most celebrated publications in the history of journalism.

Patel’s decision to extradite Julian has sent shockwaves across the journalism community. The home secretary flouted calls from representatives of the Council of Europe, the OSCE, almost 2000 journalists and 300 doctors for the extradition to be halted.

When Julian calls around the children’s bed time, they talk over each other boisterously. The calls only last 10 minutes, so when the call ended abruptly the other night Max, who is three, asked tearfully if it was because he’d been naughty, I absentmindedly said it wasn’t his fault, but Mike Pompeo’s. Five-year-old Gabriel asked: “Who is Mike Pompeo?”

Mike Pompeo had been on my mind, because while the home secretary in this country was busy signing Julian’s extradition order, in Spain a High Court judge was summoning Pompeo for questioning regarding his role as director of the CIA in their reported plots to murder my husband.

While at the helm of the CIA, President Trump’s most loyal supporter reportedly tasked his agents with preparing “sketches” and “options” for the assassination of their father.

The citation for Pompeo to appear before a Spanish judge comes out of an investigation into illicit spying of Julian and his lawyers through a company registered in Spain. Spanish police seized large amounts of electronic data, and insiders involved in carrying out the clandestine operations testified that they acted on instruction of the CIA. They had discussed abducting and poisoning Julian.

Gabriel was six months old at the time and had been a target too. One witness was instructed to obtain DNA swabs from a soiled nappy in order to establish that Julian was his father. Another admitted to planting hidden microphones under the fire extinguishers to tap legally privileged meetings between Julian and his lawyers.

The recordings of Julian’s legal meetings in the Ecuadorian embassy in London were physically transported to handlers in the United States on a regular basis. A break-in at Julian’s lawyers’ office was caught on camera, and investigators discovered photographs of Julian’s lawyer’s legal papers taken inside the embassy. The operations targeting his lawyers read like they are taken from a Soviet playbook.

Across the pond, ever since the Nixon administration’s attempted prosecution of the New York Times over the Pentagon Papers over half a century ago, constitutional lawyers had been warning that the 1917 Espionage Act would one day be abused to prosecute journalists.

It was President Obama’s administration that enlivened the creeping misuse of the Espionage Act. More journalistic sources were charged under the Act than all previous administrations combined, including WikiLeaks source Chelsea Manning; CIA torture whistleblower John Kiriakou; and NSA spying whistleblower Edward Snowden.

Following massive public pressure Obama commuted Chelsea Manning’s 35-year sentence. Obama declined to prosecute Julian for publishing Manning’s leaks because of the implications for press freedom.

After the Obama administration’s Espionage Act charging spree, it was just a matter of time before another administration expanded the interpretation of the Act even further.

That day came soon enough. Trump’s administration broke new legal ground with the indictment of Julian for receiving, possessing, and publishing the Manning leaks. Meanwhile in Langley, Virginia, Pompeo tasked CIA assassination plans.

Priti Patel’s decision comes amidst sweeping government reforms of an increasingly totalitarian bent – the plans to weaken the influence of the European Court of Human Rights and the decision to extradite Julian are the coup de grace.

The home secretary’s proposed reforms to the UK’s Official Secrets Act largely track the Trump-era indictment against Julian: publishers and their sources can be charged as criminal co-conspirators.

Julian’s extradition case itself creates legal precedent. What has long been understood to be a bedrock principle of democracy, press freedom, will disappear in one fell swoop.

As it stands, no journalist is going to risk having what Julian is being subjected to happen to them. Julian must be freed before it’s too late. His life depends on it. Your rights depend on it.

Read the Article on The Independent

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 „Tödliche Desinformation“ und Kritik, 25.6.2022

Publiziert am 27. Juni 2022 von admin
Gesendet: Sonntag, 26. Juni 2022 um 18:47 Uhr
Von: frieden@aufstehen.de
An: ag-frieden@aufstehen-basis.de
Cc: “Willy H. Wahl” <willy.wahl@seniora.org>, “aufstehen Arbeitsgruppe Demokratie & Lobbyismus” <ag-demokratie@aufstehen-basis.de>, “demokratie@aufstehen.de” <demokratie@aufstehen.de>, “ag-frieden@aufstehen-basis.de” <ag-frieden@aufstehen-basis.de>, frieden@aufstehen.de
Betreff: “Tödliche Desinformation” – zu einer Studie, Julian Assange und Aaron Maté, zu Vorfällen in der Ukraine und Syrien, in der OPCW und zum Skripal-Fall

Jochens SOZIALPOLITISCHE NACHRICHTEN

Petra Erler bestätigt hier meine schon lange gehegten Zweifel an unseren Leim-Medien.
https://petraerler.substack.com/p/totliche-desinformation

Gedanken zu einer Studie, Julian Assange und Aaron Maté, zu Vorfällen in der Ukraine und Syrien, in der OPCW und zum Skripal-Fall

Im Guardian wurden kürzlich die Ergebnisse einer Studie („Deadly Desinformation“) vorgestellt, die ein „Netzwerk von Verschwörungstheoretikern“ identifizierte, das oft von Russland unterstützt werde.Es ging um die Rolle der Weißhelme, den Chemiewaffeneinsatz in Syrien und um Vorgänge in der OPCW.Das Zustandekommen dieser Studie wurde auch von der FES (Friedrich-Ebert-Stiftung) unterstützt, die allerdings erklärte, dass dies nicht notwendigerweise die Billigung der Studienaussagen umfasse.Da der Kampf gegen Desinformation usw. ein großes Thema unserer Zeit ist, habe ich mir die Studie genau angeschaut, zumal ich zu Aspekten des Syrienkonflikts selbst im Blättchen publiziert hatte.Die Studie warnte auch, dass die Lehren aus der Desinformation im Syrienkonflikt jetzt auf den Ukraine-Krieg angewendet würden.Das Herangehen der Autoren der Studie folgte dem Verfahren, dass sich in den letzten 10 Jahren peu-à-peu eingeschlichen hat: Die herrschenden politischen (neuerdings auch wissenschaftlichen) Narrative werden axiomatisch zur Wahrheit erklärt.
Jeder, der sich erdreistet, dies kritisch zu hinterfragen oder gar Fakten, die dem Narrativ zuwiderlaufen, auf den Tisch zu legen, wird zum „Verschwörungstheoretiker“ erklärt, der, was das Ganze „demokratiefeindlich“ macht, gemeinhin bewusst oder unbewusst der russischen Sache (also dem politischen Gegner) in die Hände spielt und Menschen gefährdet.Das ist eine äußerst bequeme Lösung für die Mächtigen, sich auf diese Weise der öffentlichen Kontrolle zu entziehen, und da Massenmedien mitspielen, läuft es fast wie geschmiert.

Es ist bis heute nicht klar, ob es stimmt, dass der damalige CIA-Direktor Casey 1981 gesagt haben soll: Wir werden wissen, dass unser Desinformationsprogramm erfolgreich war, wenn alles, was die Amerikaner glauben, falsch ist.  Es gibt nur eine Frau, die das gehört haben will.Dass es in westlichen Demokratien jedoch ein politisches Interesse an Desinformation gibt, allen voran im Bereich des Sicherheitsapparats, kann nicht geleugnet werden. Anderenfalls wäre die Anti-These zur Geheimniskrämerei um die eigene schmutzige Wäsche, Julian Assange, nicht mit solcher Rachsucht verfolgt worden, bis hin zu Mordplanungen, befände er sich heute nicht im Hochsicherheitsgefängnis, eine 175-jährige Haftstrafe vor Augen.Wen wundert es bei solchen „Aussichten“, dass der Kreis der Mutigen schrumpft, sich auf das gefährliche Parkett geheimdienstlicher Spielwiesen zu begeben.  Auch wenn es nicht mit einem Schicksal wie dem von Assange endet, ein drohender Ausschluss aus Zahlungssystemen (hier war Wikileaks der erste Fall), aus sozialen Netzwerken, ein berufliches Aus vor Augen reichen oft schon aus, um Menschen „klein“ und gefügig zu machen. (z.B. Fall Alina Lipp)Und wer dann immer noch nicht die Klappe hält, darf damit rechnen, dem illustren Kreis der Verschwörungstheoretiker, Putin-Wasserträger usw zugerechnet zu werden, was die Existenz ruinieren kann.Die Studie attackierte vor allem Aaron Maté, einen unabhängigen US-Journalisten kanadischer Herkunft, dessen Arbeit auch ich schätze. Deshalb dachte ich darüber nach, was mich publizistisch bewegt.Eine Frage, die mich schon seit mehreren Jahren begleitet, ist, ob politisch einflussreiche Menschen (die über mehr Informationen verfügen, als Otto-Normal-Verbraucher) selbst zum Opfer von Desinformation und damit auch zu Marionetten von Desinformanten werden können. Wichtige Politiker bekommen regelmäßig Pressespiegel vorgelegt und ab einer bestimmten Stufe auch Informationen des eigenen Geheimdienstes.
Glauben sie willig auch das Wahnwitzige, oder ist es politischer Opportunismus oder ein feiges Einknicken vor Narrativen, die vom „großen Bruder“ vorgegeben werden, oder alles zusammen und noch mehr?Das fragte ich mich 2014, als herauskam, dass ein Foto, das angeblich den inhumanen Umgang der „pro-russischen“ – sprich ukrainischen, russischsprachigen „Separatisten“ mit Opfern von MH 17 in der Ukraine dokumentierte (Separatist mit Zigarette und Teddybär), sich als geschickt ausgesuchtes Detail eines Videos erwies. Das Video erzählte das genaue Gegenteil der medialen Geschichte:  die Leute waren bis ins Mark erschüttert (später bestätigte die OSZE deren respektvollen Umgang mit den Opfern). Aber dieses Foto wurde (wenn ich mich recht erinnere) damals zur emotionalen Begründung für den deutschen Außenminister Steinmeier, eine weitere Sanktionsrunde gegen Russland zu befürworten. Zumal die USA auch erklärten, sie hätten Satellitenaufnahmen vom Abschuss, alles gesehen. Diese Aufnahmen wurden im MH 17 Prozess angefordert, aber nicht geliefert.Wie mir damals persönlich – von jemandem, der es wissen musste – gesagt wurde, hatten die Deutschen keine eigenen Aufnahmen, denn es war wolkig an diesem Tag, in dieser Gegend. Allerdings kenne ich nicht die Möglichkeiten der Amerikaner. Im Internet kursierende Bilder, die auch Bellingcat verwendete, zeigten einen weißen Kondensstreifen am wolkenlosen Himmel.Zu MH 17 habe ich nicht detailliert recherchiert, aber zur Ukraine-Problematik habe ich häufiger auf Euractiv geschrieben.Die gleiche Frage stellte ich mir, als der Kampf um Ost-Aleppo (Syrien) in die heiße Phase ging.  Der „Bürgermeister von Aleppo“ Hassan war sogar zum Europäischen Rat eingeladen, die Bundeskanzlerin zeigte sich erschüttert.Wer ist dieser Mann, dachte ich, der in einer Gegend arbeitet, in der Al Nusra präsent ist. Ich suchte und veröffentlichte das Ergebnis meiner Spurensuche im Blättchen. Seitdem hoffe ich, dass dieser Artikel mit dazu beitrug, dass dieser Mann niemals offiziell nach Deutschland eingeladen wurde. Es waren einfach zu viele Fragen offen.Heute weiß ich mehr, aber auch nicht alles. Die Bildung solcher Stadträte in den Rebellengebieten wurde von den Briten finanziert (offengelegt 2017). Diese Räte praktizierten das Scharia-Recht. Der erste Bürgermeister von Ost-Aleppo war ein radikaler Islamist, der auch die Weißhelme dort gründete.
Hassan war 2013 sein Stellvertreter, erhielt 2015 den Zugang zu europäischen Führungsspitzen und hatte eine starke Medienpräsenz. 2019 randalierte der einstige „Bürgermeister von Aleppo“ in einem Krankenhaus in Genf.Hassan hat ein Facebook-Konto, wonach er ein IT-Ingenieur ist und in Frankreich Asyl fand. Er ist auf Twitter präsent, wonach er in Aleppo ist. Seine letzte öffentliche Aktion war 2019. Er protestierte mit einem Hungerstreik gegen den „Genozid“ in Idlib. Die großen Medien bemerkten ihn nicht einmal. Derjenige, der Hassan auf Youtube 2015 „einführte“, hat das Video längst gelöscht.Ein weiteres Mal stellte ich mir die Frage beim Skripal-Fall, als der bulgarische Ministerpräsident seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, die verbündeten Briten würden schon nicht lügen.Die Blitzartigkeit, mit der man im Skripal-Fall politische Schlussfolgerungen zog, irritierte mich zutiefst. Diesen Fall habe ich haarklein recherchiert. Im Ergebnis weiß ich mit Bestimmtheit, dass nichts so war, wie behauptet wurde. Der Fall widerspricht allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Funktionsweise von Nervengiften. Es wurde gelogen, getrickst und jede Menge Nebelkerzen geworfen.Dazu habe ich mich mehrfach öffentlich geäußert, wie auch zum Fall Nawalny.Die OPCW hat den Skripal-Fall nicht nach den Buchstaben und Geist der Konvention behandelt. Das war eindeutig, und ein NYT-Interview vom 3. Mai 2018 enthüllte, dass der OPCW-Generalsekretär Partei war (und gleichzeitig, dass er von Nervengiften nicht das Mindeste verstand). Auch deshalb verfolgte ich die Diskussion in der OPCW um den Chemiewaffenangriff in Douma genauer.Der Douma-Fall war deshalb so bedeutend, weil zum ersten Mal überhaupt Inspektoren der OPCW vor Ort in Syrien nach Beweisen suchen konnten.
Ihr Befund hatte also Konsequenzen für alle früheren Behauptungen zu mutmaßlichen Giftgasangriffe von Assad auf die eigene Bevölkerung.Schon beim ersten mutmaßlichen Chemiewaffenangriff 2013 gab es offene Fragen, denen damals als erster (und fast einziger) Seymour Hersh nachging („Whose sarin“). Nicht einmal die amerikanischen Geheimdienste waren sich 100% sicher, was Obama 2016 öffentlich machte.Mit solchen Details hielt sich die Desinformations-Studie nicht auf. Sie verteidigte den OPCW-Bericht, der einen Chemiewaffenanschlag auf Douma festgestellt hatte.Die Welt wäre auch in wunderschönster Ordnung geblieben (von russischen Meckereien und einzelnen Journalisten abgesehen), wären nicht nach der Berichtsabgabe Whistleblower aus der OPCW aufgetaucht und ein Inspektoren-Bericht. Wikileaks gab ihnen eine Bühne. Die Whistleblower waren in Douma vor Ort. Sie hatten allein das Anliegen, in der OPCW vortragen zu dürfen, was sie in Douma gefunden hatten und was nicht. Immer wieder betonten sie, dass es ihnen nicht um die Bedienung von Narrativen ging, sondern darum, dass der Ruf und die Rolle der OPCW nicht beschädigt wird. Darin wurden sie unterstützt vom ehemaligen Generalsekretär, der diese Organisation aufgebaut hatte, die betreffenden Männer kannte und der 2003 aus politischen Gründen aus der OPCW rausgeworfen wurde, weil er sich nicht dem politischen Narrativ von Chemiewaffen im Irak anschließen wollte (den Prozess gegen seinen Herauswurf hat er gewonnen).Es gehört zum Verdienst von Aaron Maté, dass er den Fall Douma sorgfältig recherchierte und dafür warb, dass sich Politik und Massenmedien damit beschäftigen. Denn wenn nicht mehr ganz klar ist, dass eine Behörde wie die OPCW, die das Chemiewaffenverbot durchsetzen soll, nicht völlig objektiv und unabhängig agiert, schwächt das das ganze Kontrollregime. Er sagte auch im UN-Sicherheitsrat aus.Mit seinem Verhalten machte sich Maté nicht nur Freunde.Er stritt auch mit Bellingcat und entblößte Lügen. Unter anderem hatte Bellingcat im Bemühen, die OPCW-Whistleblower zu diskreditieren, öffentlich mit einem Brief aus der OPCW argumentiert, der zwar geschrieben, aber nie abgeschickt wurde. Leider hat Maté nie gefragt, wie Bellingcat an diesen internen Entwurf kam, der nicht aus einer öffentlich zugänglichen Datenbank stammte (in denen sich Bellingcat angeblich ausschließlich tummelt).Ich bin nicht naiv, alles ist „politisch“. Es wurden Bomben geschmissen auf Syrien, zur „Vergeltung“ von Douma. Ich denke nicht, dass es beim Fall Douma „nur“ um die Legitimierung dieser Bombardierungen ging oder geht. Die sind nur ein Aspekt der westlichen Syrien-Strategie, und die stinkt von hinten und vorn. Um Assad zu stürzen, paktierte der Westen mit islamistischen Terroristen und nahm die Entstehung des IS billigend in Kauf. Begleitet wurde das alles von Waffenlieferungen und einer bis dato wahrscheinlich beispiellosen Kommunikations- sprich Desinformationskampagne.Dass Russland in diese Strategie 2015 durch die militärische Unterstützung von Assad reingrätschte und so den Siegeszug des IS auf Damaskus verhinderte, war nicht eingeplant und den US-Russland-Beziehungen in keiner Weise förderlich.Die Vertreter westlicher Staaten zeigten im UN-Sicherheitsrat keine Bereitschaft, sich mit dem Douma-Fall auch nur zu befassen. Alles wurde in die Schublade „russische Desinformation“ geschmissen und das wars.Zum Douma-Fall habe ich im Blättchen geschrieben.Die Annäherung an die Wahrheit ist immer kompliziert. Je einfacher ein Narrativ eigene Vorurteile bedient, desto leichter lässt es sich glauben.Manchmal ist das, was sich als Kampf gegen Desinformation maskiert, Desinformation.  Aber Desinformation ist auch nicht so einfach, wie man denkt. Ihre Protagonisten verplappern sich immer wieder und reißen Löcher in die eigenen Geschichten. Nebst der Wissenschaft haben aus meiner Sicht große britische Medien im Skripal-Fall (unabsichtlich) die wichtigsten Hinweise darauf geliefert, dass er bei genauer Prüfung in sich zusammenfällt wie vertrocknende Kacke.Das Problem aller Desinformanten sind die, die die Zeit und den Mut haben, den Geschichten auf den Grund zu gehen, die vorurteilslos prüfen, ein gutes Gedächtnis haben (um Puzzleteile zusammenzusetzen), alle, die nicht einfach glauben, was vorgekaut wird, also auch Journalisten wie etwa Aaron Maté.Deshalb wird zur Abschreckung „Desinformation“, „Verschwörungstheoretiker“ und „Demokratiegefährdung“ gebrüllt. Und tatsächlich, auch ich kenne niemanden, der desinformiert werden will, mich eingeschlossen.Desinformation ist demokratiegefährdend – keine Frage.Politisch kolportierte Lügen haben sehr viel Demokratie-Schaden angerichtet. Statt das zu reparieren, wurden die, die sie enthüllten, bestraft, siehe Irak-Krieg; siehe die Boshaftigkeit der US-Demokraten gegen Assange, weil der 2016 Interna des DNC veröffentlichte, die belegten, dass Hillary Clinton den demokratischen Vorwahlkampf manipuliert hatte. Die Russen waren das, hieß es umgehend, aber 2017 konnte und wollte der Vertreter der IT-Firma, die den russischen Datendiebstahl festgestellt haben wollte, unter Eid das dann doch nicht beschwören (nachdem ihm sein Rechtsbeistand auf die Folgen einer Unwahrheit ausdrücklich aufmerksam gemacht hatte).Aaron Maté hat glänzende Artikel zu „Russia gate“ geschrieben.Ich habe auch dazu publiziert.Da hinreichend viele Menschen Probleme im eigenen Alltag haben, die sie völlig auslasten, vertrauen sie darauf, dass schon stimmen wird, was die „Leitmedien“ berichten und „Faktenchecker“ in die Welt setzen.  Dadurch haben gewerbsmäßige Desinformanten einen strukturellen Vorteil.Ihr zweiter struktureller Vorteil besteht darin, dass die Aufklärung einer Lüge (Desinformation) immer der Lüge hinterherhinkt. Eine Lüge, immer wieder wiederholt, setzt sich fest. Ihre Entblößung ist sehr viel schwieriger und braucht einen kritischen Geist: Stimmt es, was mir da gerade erzählt wird?Eine solche Attitüde wurde in der Aufklärung als Fortschritt empfunden. Im Mittelalter dagegen galt das als Häresie und führte zu einschlägigen Reaktionen.
Genau da sind wir, im Gewand des Informationszeitalters, meines Erachtens wieder angekommen.Wobei:  Wahrscheinlich gab es auch im Mittelalter Verrückte, die allen möglichen Blödsinn erzählten.  Aber die scheinen nie das Hauptziel der Inquisition gewesen zu sein. Die Inquisition bekämpfte den Fortschritt, aber auch altes, natürlich gewachsenes Wissen, also alles, was nicht ins eigene Glaubenssystem passte und ihr daher gefährlich wurde. „Aluhüte“ gehörten nicht dazu.Wenn ich beispielsweise behauptete: Außerirdische beschädigten die Fruchtbarkeit der Erden-Männchen durch gezielte Eingriffe, dann kann man das getrost ignorieren, mich verlachen oder flugs in die Klapsmühle verweisen.Hätte ich vor einem Jahr gesagt, mRNA-Impfungen könnten die männliche Fruchtbarkeit im Zeitablauf beeinträchtigen, wäre das als Desinformation, Verschwörungstheorie, Impfgegnerschaft eingestuft worden. Ich habe das nicht behauptet, mir allerdings gemerkt, dass diese Befürchtung geäußert wurde.Nun gibt es diese Studie aus Israel, die erklärtermaßen einen Beitrag zum Kampf gegen Desinformation leisten will, in ihren Daten jedoch eine längerfristige Schädigung der männlichen Spermienkonzentration nach einer mRNA-Impfung nahelegt (verpackt in den Tabellen im Anhang; siehe Werte T2 und T 3 – über 150 Tage nach Impfung – in Tabelle 2). Die Wissenschaftler sind optimistisch, dass sich das langfristig wieder gibt.Hoffentlich, und hoffentlich wird das weiter erforscht.Inzwischen gibt es viele Studien, die das Wissen über die modernen mRNA-Impfstoffe erweitern, aber nicht öffentlich diskutiert werden, denn auch hier gibt es Narrative, die gerne geglaubt und notfalls auch von der Kanzel gebrüllt werden.Dieser Blog begann als ein Diskussionsbeitrag zur Corona-Strategie.Ich werde weiter nach der Wahrheit suchen.Ich werde weiter für die Freiheit von Assange eintreten, der für alle steht, die wissen und sagen wollen, „was ist“.Meines Erachtens ist das eindeutig die Mehrheit, und dieser Mehrheit dient der unabhängige Journalist Aaron Maté.
Dieser Mehrheit fühle auch ich mich verpflichtet.PS:Ich habe in diesem -Beitrag -absichtsvoll – keine meiner Aussagen mit Belegen verlinkt. Sie existieren zu jeder einzelnen Aussage.Ich wollte Neugierigen lediglich demonstrieren, dass es mühsam sein kann, nach Informationen zu fischen und Aussagen/Behauptungen zu prüfen.
In künftigen Beiträgen verlinke ich wieder, versprochen.Eine Ausnahme mache ich in Bezug auf die erwähnte israelische Studie:https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/andr.13209Die sollten Eltern von Jungs und alle jene, die sich Kinder wünschen, schon kennen und mit dem eigenen Arzt besprechen. Um informierter, auch über potentielle Risiken, entscheiden zu können.Aber da wir nicht am Punkt Null der Impfkampagne sind, wiederhole ich:Ich hoffe für uns alle, die Hoffnungen der israelischen Wissenschaftler werden wahr. Aber Hoffnung ersetzt nicht Gewissheit.

Über Kommentare auf meinem Blog unter http://josopon.wordpress.com/ würde ich mich freuen.
Wenn Ihr den Nachrichtenbrief nicht mehr beziehen wollt, schickt mir bitte eine kurze Elektropost.

Jochen

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Mein 6. Newsletter: Schwerpunkt: Wann endlich erwacht Europa?

 
Wir schlafwandeln in einen furchtbaren Krieg, der völlig gegen Europas Interessen ist und von den USA ausgelöst wurde.
 
https://braunschweig-spiegel.de/der-amerikanisch-russische-krieg/    „Der amerikanisch/Russische Krieg“  (auch noch weitere aktuelle Artikel zum Ukrainekrieg)

Graham E. Fuller, beruflich einer der höchstrangigen US-Funktionäre im Bereich der Geheimdienste, auch im Ruhestand ein genauer Beobachter der geopolitischen Situation: «Eines der beunruhigendsten Merkmale dieses amerikanisch-russischen Krieges in der Ukraine ist die völlige Korruption der unabhängigen Medien.»

Wann endlich erwacht Europa?

Herzliche Grüße, Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0049 176 577 47 881, https://helmutkaess.de, www.ippnw.de ,
 
 

Nach längerer Pause hier wieder ein Newsletter, der Sechste: https://wp.me/paI27O-3  We Die Newsletter werden vermutlich weiterhin in unregelmäßigen Abständen erscheinen. Ich schicke sie erst mal an meine verschiedenen Verteiler, die Leute, zu denen ich eine Beziehung zu haben glaube.

Wie viele sagen, ist der russische Ukrainekrieg nicht wirklich überraschend gewesen. Russland fühlte sich auch von den USA, der Nato und den Entwicklungen in der Ukraine seit Jahrzehnten massivst provoziert und herausgefordert. Und unsere heftige Reaktion enspricht m.E. schlimmen doppelten Standards. Bei bisher furchtbareren  Kriegen der USA: Korea, Vietnam, Libyen, Irak u.a. haben wir keinerlei Sanktionen ausgesprochen. Die Sanktionen drohen Deutschland und der EU ungeheuer zu schaden, mehr als den Russen selbst, da die ihre Rohstoffe auch an den Rest der Welt verkaufen können. Und die Gefahr eines alles vernichtenden Nuklearkrieges ist so groß wie noch nie. Und die gigantischen Rüstungskosten werden unsere Wirtschaft weiter grob schädigen. Und Klima, planetare Grenzen und soziale Erfordernissen für weltweiten Frieden verlangen gebieterisch viele Geld. Wir sollten „kleine Brötchen backen“, da wir auf die Einhaltung der Minsker Abkommen als Garantiemacht nicht geachtet und den Krieg gegen die Ostprovinzen in unseren Medien vernachlässigt haben. Daher sollten wir Russland um Entschuldigung bitten und unseren Einfluss geltend machen, dass dies in effektiven Friedensverhandlungen geregelt wird. Und keine Waffen liefern, die nur zu mehr Toten führen. Ein wilder Vorschlag: Mein Sohn sagte, die UNO oder/ und Europa sollten sowas wie „Blauhelmsoldaten“ in großer Zahl stellen, die sich zwischen die Kampflinien stellen, sodass ein Waffenstillstand erreicht wird… Ein schöner Traum…

A: Ein Rückblick und Ausblick:

  1. Der Höhepunkt der Gefahr ist unsere Reaktion auf den Ukrainekrieg, siehe oben.
  2. Mit dem Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrages durch eine Zeremonie am 22.1.2021 sind alle ratifizierenden Staaten verpflichtet, massiv gegen Atomwaffen vorzugehen. Es ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der laut Beatrice Finh seine Wirkung haben wird.Und der soeben in Wien geprüft  wurde.
  3.  
  4. Parallel ist die Welt im Krisenmodus, wegen dem Ukrainwkrieg (Laut Doosdayclock stehen wir 100 Sekunden vor „High Noon“, vor „Mittag“), wegen Corona, wegen Klima,und wegen einer drohenden Hungerkatastrophe.
  5. Corona ist, wenn man den Zeitungen glauben will, noch nicht  zuende. Ich sehe das anders, dazu Näheres hier: Daher bitte ich Euch, Euch auch mit den Argumenten von Sebastian Rushworth zu beschäftigen https://helmutkaess.de/Wordpress/sebastian-rushworth-2/, einem jungen Arzt in Stockholm, der Herzblut für den richtigen Umgang mit seinen Patienten mit unterschiedlichsten Krankheiten, aber besonders viel über den richtigen Umgang mit der Pandemie investiert. Denn die Pandemie tötet viele, aber die Maßnahmen gegen die Pandemie töten auch viele, und weltweit vermutlich deutlich mehr als die Pandemie. https://helmutkaess.de/Wordpress/sebastian-rushworth-2/ . Meine Familie ist inzwischen schon völlig genesen, ohne wesentlich Schäden. Halt so wie ein grippaler Infekt, der auch in der Vergangenheit einige Leute tötete, aber wenig Aufregunge verursachte…
  6. und Ausblick: Unter dem Motto: Das unglaubliche Abenteuer Menschheit hat gute Chancen:

B: weiter zu Frieden:

  1. Assange: Stella, die Frau des bedeutensten Journalisten unserer Zeit, Assange, kämpft für sein Leben https://wp.me/paI27O-3T9

C: zur gesunden Umwelt

  1.  von den „Parents for Future“ wurde eine Homepage erstellt:  Infos dazu unter https://fuerimmerfreitag.de/

D: zu den Sozialen Verhältnissen:

  1. UN: Ukrainekrieg hat massive Folgen für globalen Süden https://unric.org/de/hunger27052022/
  2. auch wegen Corona gibt es  „Hungersnöte biblischer Ausmaße“    https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/coronavirus-hunger-un-100.html Wenn wir den Hungertod sehr vieler Menschen vermeiden wollen, brauchen wir insbesondere m.E. eine vernünftige Politik, eine vernünftige Absprache mit allen Nationen auf zentraler Ebene!
  1.  

 

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Berlin und Brüssel machen die Ukraine zum EU-Beitrittskandidaten…

Berlin und Brüssel wollen die Ukraine zum EU-Beitrittskandidaten machen https://lostineu.eu/ukraine-beitritt-auf-diese-beiden-brisanten-aspekte-kommt-es-jetzt-an/

Ukraine-Beitritt: Darum geht es wirklich

Berlin und Brüssel wollen die Ukraine zum EU-Beitrittskandidaten machen – trotz eklatanter Mängel und noch dazu mitten im Krieg. Was steckt dahinter, und worum geht es wirklich?

Den Beitritt in die EU (und in die Nato) hat die Ukraine schon 2019 in die Verfassung geschrieben. Danach passierte – nichts. Warum hat es Kiew plötzlich so eilig, und warum zieht Brüssel nun mit?

Die Antwort liegt auf der Hand: Es geht um den Krieg. Die Führung in Kiew braucht Hilfe und eine “europäische Perspektive”, damit sie sagen kann: Unsere Opfer sind nicht umsonst gewesen.

Da die Nato-Mitgliedschaft zumindest offiziell nicht mehr infrage kommt, muß nun die EU herhalten. Die Ukraine erfüllt zwar praktisch kein EU-Kriterium für den Beitritt, doch das ist egal.

Denn Brüssel hat eine “geopolitische Wende” hingelegt. Jetzt zählen nicht mehr die Regeln, sondern die Ziele. Und das oberste Ziel heißt, Russland zu widerstehen und zu strafen.

Insofern ist es nicht erstaunlich, dass die “geopolitische Kommission” unter von der Leyen den Kandidatenstatus bewilligt. Ein “Nein” würde “Putin” in die Hände spielen, heißt es in Brüssel.

Es gibt jedoch noch zwei andere Gründe, über die kaum gesprochen wird. Der erste heißt Geld, der zweite Beistand. Die EU soll die Kriegswirtschaft finanzieren und im Extremfall sogar militärisch eingreifen.

Für die Finanzierung hat die EU zwar bereits eine “Liquiditätshilfe” von 9 Mrd. Euro freigegeben. Doch nun ist auch noch ein “Wiederaufbaufonds” geplant, für den die EU womöglich neue Schulden machen muß.

Ohne eine “europäische Perspektive” ließe sich das kaum begründen. Wir zahlen ja auch nicht für den Wiederaufbau in Gaza, in Nordsyrien oder im Irak, um nur einige Kriegsgebiete zu nennen.

Noch brisanter ist der militärische Aspekt. Der Artikel 42 des Lissabon-Vertrages enthält eine Beistandsklausel: „Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung.“

Wird die EU in den Krieg mit Russland gezogen?

Genau darauf schielt die Ukraine, um sich für die Zukunft zu wappnen. Wenn sie schon nicht Nato-Mitglied werden kann, so sollen wenigstens die EU-Mitglieder gerade stehen.

Anders gesagt: Wäre die Ukraine heute Mitglied der EU, wäre diese vertraglich verpflichtet, einen Krieg gegen Russland zu führen.

Wer den schnellen EU-Beitritt der Ukraine will, sollte sich über diese Konsequenz im Klaren sein, schreibt die “Welt” in einem Kommentar. Doch darüber spricht man in Brüssel nicht so gern…

Siehe auch “Update: EU-Kommission empfiehlt Kandidatenstatus” und “Die Ukraine ist jetzt völlig vom Westen abhängig”

P.S. Der aus der Flüchtlingskrise bekannte EU-Berater G. Knaus fordert, die Ukraine schnellstmöglich in den Binnenmarkt aufzunehmen, schon vor dem Beitritt. Ich würde mich nicht wundern, wenn auch dies schon diskutiert würde…

 

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Flaggen- und Manifesttag in BS 2022: »Ukrainekrieg und die Atomwaffenkonferenz in Wien«

Flaggen- und Manifesttag 2022  https://wp.me/paI27O-3W1

Der Flyer:  https://helmutkaess.de/wp-content/uploads/2022/06/flaggentag_2022-V6lowdata.end_.pdf

Klicke, um auf flaggentag_2022-V6lowdata.end_.pdf zuzugreifen

 

unsere mittlerweile traditionelle Manifest/ Flaggentagsfeier war heute in die Dornse,

am Samstag, den 9.Juli 18:00. Diese Feier sollte sich in der Welt ausbreiten.  Im Moment ist dieser Beitrag so wichtig wie noch nie.

Dies in Erinnerung an Albert Einstein, der sagte: Es darf keine Kriege mehr geben, wenn die Menschheit nicht untergehen will, und in Erinnerung an die Bürgermeister für den Frieden, die sagen, es darf keine Atomwaffen mehr geben.

Dieses Mal sprach Roland Blach als Hauptredner Es wurde von Matthias Jakisch ein Video gemacht, das hier gezeigt wird: https://www.youtube.com/watch?v=NhlRTaK2fOY .      

                                                      Ablauf:

1. Begrüßung durch Brigitte Constein-Gülde und Dr. Michael Köllisch

2.  Grußwort der Stadt (hier in einer schriftlichen Vorlage, es gilt aber das gesprochene Wort, das im Video zu sehen ist) von Frau Bürgermeisterin Ihbe, im Auftrag von Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum

3. Beitrag von Gabriele Canstein, Vorstandsmitglied im Friedenszentrum, über „Sicherheit neu denken“

4. Hauptvortrag von Roland Blach:  

„Ukrainekrieg und die Atomwaffenverbotskonferenz in Wien“ (Hier sind Bilder, die Roland Blach bei seinem Vortrag verwandte) https://wp.me/paI27O-3Yv

mit diesen Sätzen am SchlussEs ist Zeit für eine zivile Zeitenwende.
Richten wir den Fokus auf uns, unsere Kraft, unsere Ermutigungen, und unsere Leidenschaft, was wir mit aktiver Gewaltfreiheit alles erreichen können. Glauben wir an das scheinbare Unmögliche. So viel wurde mit dieser Begeisterung in der Geschichte möglich.
Stehen wir als Mensch und Gemeinschaft zusammen, um das
scheinbar Unmögliche vorzubereiten und zu leben: eine Welt ohne
Atomwaffen, eine Welt ohne Rüstung und Krieg. Mit Frieden und
Vertrauen in und zwischen uns sowie zur Mitwelt.

5. Diskussion:

Dabei der  Schluss: Es geht um eine zivile Zeitenwende in Wien!

Unser Braunschweiger Politikwissenschaftler, Prof. Menzel, sagte bei einer Bewertung des Kovokrieges auf Seite 25: „Der Bundesregierung, das ist die eigentliche Lehre, bleibt angesichts dieser Konstellation nur wenig Spielraum für eine moralische Außenpolitik. Sie ist gut beraten, die diplomatische Nische zu besetzen, sich darauf zu spezialisieren, dass künftig die politischen Möglichkeiten zur Bearbeitung von Konflikten wirklich voll ausgeschöpft werden.

6. Danksagung und Verabschiedung

Bilder der Dornse    https://wp.me/paI27O-3YG

Danach gingen wir noch zu zehnt in die Pizza auf dem Kohlmarkt.

Veranstalter: Friedensbündnis, Friedenszentrum BS e.V., IPPNW BS, Pax Christi BS

Kontakt:
Friedenszentrum BS, Goslarsche Straße 93, 38118 Braunschweig, kontakt@friedenszentrum.info,
Dr. med. Helmut Käss, Tel:  0049 176 577 47 881, https://helmutkaess.de, www.ippnw.de _
Frieder Schöbel 030-817 22533

Medien: 

Hinweis auf das Flaggenhissen    und auf den Flaggentag 2022 in der Braunschweiger Zeitung  und ein Bericht in der Braunschweiger Zeitung online  und ein Bericht in Braunschweig Spiegel

Herzliche Grüße, Helmut Käss

Friedenszentrum BS, Goslarsche Straße 93, 38118 Braunschweig, kontakt@friedenszentrum.info Dr. med. Helmut Käss, Tel:  0049 176 577 47 881, https://helmutkaess.de, www.ippnw.de ,
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Entwurf der Wiener Erklärung des ersten Treffens der Staaten/orginal English

TPNW/MSP/2022/CRP.8
Erstes Treffen der Vertragsstaaten des Vertrag über das Verbot von
Nuklearwaffen Distr: Allgemein 23. Juni 2022
nur auf Englisch, Original unten
Wien, 21-23 Juni 2022

Entwurf der Wiener Erklärung des ersten Treffens der Staaten
Vertragsstaaten des Vertrags über das Verbot von Kernwaffen
Atomwaffen „Unser Bekenntnis zu einer atomwaffenfreien Welt“
1. Wir, die Vertragsstaaten des Vertrags über das Verbot von Kernwaffen, haben uns hier zum ersten Treffen der Vertragsstaaten zusammengekommen, um das Inkrafttreten des Vertrags zu begehen, unsere Entschlossenheit zu bekräftigen, die vollständige Abschaffung von Kernwaffen zu verwirklichen und unseren Weg zur vollständigen und wirksamen Umsetzung des des Vertrags festzulegen. Wir begrüßen die breite Beteiligung von Unterzeichnerstaaten und Beobachtern, sowie Beobachter, Vertreter der Zivilgesellschaft und Überlebende des Einsatzes und der Tests von Kernwaffen Einsatzes und von Atomwaffentests.
2. Wir feiern das Inkrafttreten des Vertrags am 22. Januar 2021. Nuklearwaffen sind nun ausdrücklich und umfassend durch das Völkerrecht verboten, wie dies biologische und chemische Waffen schon lange verboten sind. Wir begrüßen, dass der Vertrag diese Lücke im internationalen Rechtssystem gegen Massenvernichtungswaffen schließt und bekräftigen die Notwendigkeit, dass alle Staaten jederzeit das geltende
Völkerrecht, einschließlich des humanitären Völkerrechts, einhalten.
3. Wir bekräftigen die moralischen und ethischen Gebote, die die Beobachter, Vertreter der Zivilgesellschaft und Überlebende des Einsatzes und der Tests von Kernwaffen Einsatzes und von Atomwaffentests.
2. Wir feiern das Inkrafttreten des Vertrags am 22. Januar 2021. Nukleare Nuklearwaffen sind nun ausdrücklich und umfassend durch das Völkerrecht verboten, wie dies biologische und chemische Waffen schon lange verboten sind. Wir begrüßen, dass der Vertrag diese Lücke im internationalen Rechtssystem gegen Massenvernichtungswaffen  schließt und bekräftigen die Notwendigkeit, dass alle Staaten jederzeit das geltende Völkerrecht, einschließlich des humanitären Völkerrechts, einhalten.
3. Wir bekräftigen die moralischen und ethischen Gebote, die die Schaffung des Vertrags inspiriert und motiviert haben Schaffung des Vertrags inspiriert und motiviert haben
und die nun seine Umsetzung vorantreiben und leiten:
– Daß die Einführung eines rechtsverbindlichen Verbots von Kernwaffen einen grundlegenden Schritt in Richtung auf die unumkehrbare, überprüfbare und transparente
Beseitigung von Kernwaffen darstellt, die für die Verwirklichung und Erhaltung einer einer atomwaffenfreien Welt und damit zur Verwirklichung der Ziele und Grundsätze der und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen.
– Dass die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen nicht nicht angemessen angegangen werden können, über nationale Grenzen hinausgehen, schwerwiegende Auswirkungen auf das Überleben und Wohlergehen der Menschen haben und mit der Achtung des Rechts auf Leben unvereinbar sind.
Leben.
Sie verursachen Zerstörung, Tod und Vertreibung sowie tiefgreifende langfristige Schäden für die Umwelt, die sozioökonomische und nachhaltige Entwicklung,
der Weltwirtschaft, der Ernährungssicherheit und der Gesundheit der heutigen und künftigen Generationen, auch im Hinblick auf die unverhältnismäßig starken Auswirkungen auf
Frauen und Mädchen haben.
TPNW/MSP/2022/CRP.8
2/4
– dass alle Staaten gemeinsam dafür verantwortlich sind, nukleare Abrüstung zu erreichen, die die Verbreitung von Kernwaffen in all ihren Aspekten zu verhindern, jeden Einsatz oder die Androhung
Einsatz von Kernwaffen zu verhindern und den Opfern zu helfen, die Schäden wiedergutzumachen und die Umweltschäden zu beseitigen Umweltschäden zu beseitigen, die durch frühere Einsätze und Tests von Atomwaffen bewaffneter Staaten in Übereinstimmung mit ihren jeweiligen Verpflichtungen nach dem Völkerrecht und bilateralen Abkommen.
– Dass das Risiko einer Kernwaffendetonation durch Unfall, Fehlkalkulation oder die Sicherheit der gesamten Menschheit betrifft und die Verwirklichung und Erhaltung einer
atomwaffenfreien Welt dient sowohl den nationalen als auch den kollektiven Sicherheitsinteressen.
– Die Risiken, die die Existenz von Kernwaffen für die gesamte Menschheit darstellt, so schwerwiegend sind, dass sofortiges Handeln erforderlich ist, um eine Welt ohne Kernwaffen zu erreichen Waffen zu erreichen. Nur so kann gewährleistet werden, dass sie nie wieder eingesetzt werden, unter
unter allen Umständen. Wir können es uns nicht leisten zu warten.
4. Wir sind alarmiert und bestürzt über Drohungen mit dem Einsatz von Atomwaffen und immer schärfer werdende nukleare Rhetorik. Wir betonen, daß jeder Einsatz oder jede Androhung des Einsatzes von Kernwaffen eine Verletzung des Völkerrechts, einschließlich der Charta der Vereinten Nationen, darstellt.
Vereinten Nationen. Wir verurteilen unmissverständlich alle nuklearen Drohungen, ob sie nun ausdrücklich oder stillschweigend und ungeachtet der Umstände.
5. Weit davon entfernt, Frieden und Sicherheit zu bewahren, werden Atomwaffen als Instrumente der Politik eingesetzt
der Politik eingesetzt, die mit Zwang, Einschüchterung und der Verschärfung von Spannungen verbunden sind. Dies zeigt
mehr denn je den Irrtum der Doktrinen der nuklearen Abschreckung, die auf der Drohung die auf der Androhung des tatsächlichen Einsatzes von Atomwaffen beruhen und damit das Risiko der
der Zerstörung unzähliger Menschenleben, Gesellschaften und Nationen sowie der Verursachung globaler katastrophalen Folgen. Wir bestehen daher darauf, dass bis zur vollständigen Abschaffung der alle nuklear bewaffneten Staaten diese Waffen unter keinen Umständen einsetzen oder mit deren Einsatz
drohen
6. Wir sind nach wie vor zutiefst besorgt darüber, daß neun Staaten zusammen immer noch 13.000 Atomwaffen besitzen und Sicherheitsdoktrinen haben, in denen Gründe für den Einsatz oder die Androhung des Einsatzes von Atomwaffen darlegen. Viele dieser Waffen sind in höchster Alarmbereitschaft und können innerhalb von Minuten eingesetzt werden. Wir sind außerdem besorgt darüber, dass einige nicht-nuklear bewaffnete Staaten weiterhin für nukleare Abschreckung eintreten und den weiteren Besitz von Atomwaffen befürworten. Wachsende Instabilität und
Konflikte verschärfen das Risiko, dass diese Waffen eingesetzt werden, sei es absichtlich oder durch Unfälle oder Fehlkalkulationen. Die Existenz von Nuklearwaffen
gefährdet die gemeinsame Sicherheit aller Staaten, ja, sie bedroht unser Überleben.
7. Wir bedauern und sind zutiefst besorgt, daß trotz der schrecklichen Risiken und trotz trotz der schrecklichen Risiken und trotz ihrer rechtlichen Verpflichtungen und politischen Zusagen zur Abrüstung keiner der bewaffneten Staaten und ihrer Verbündeten unter dem nuklearen Schutzschirm keine ernsthaften Schritte unternimmt
um ihre Abhängigkeit von Atomwaffen zu verringern. Stattdessen geben alle nuklear bewaffneten Staaten
enorme Summen aus, um ihre Atomwaffenarsenale zu erhalten, zu modernisieren, aufzurüsten oder zu erweitern
und legen größeren Wert auf die Rolle von Atomwaffen in ihren Sicherheitsdoktrinen und
Sicherheitsdoktrinen. Wir fordern nachdrücklich ein sofortiges Ende dieser beunruhigenden
Trends. Wir betonen, dass diese Ressourcen besser für eine nachhaltige Entwicklung genutzt werden könnten.
Entwicklung genutzt werden könnten.
8. Unter diesen Umständen ist der Vertrag über das Verbot von Kernwaffen
mehr denn je erforderlich. Wir werden seine Umsetzung vorantreiben, mit dem Ziel
mit dem Ziel, Atomwaffen weiter zu stigmatisieren und zu entlegitimieren und kontinuierlich eine
robuste globale zwingende Norm gegen sie aufzubauen.
9. Gemeinsam entwickeln wir die Mechanismen des Vertrags. Wir werden
unsere nationalen Verpflichtungen in vollem Umfang erfüllen. Wir werden in Partnerschaft mit den Vereinten Nationen arbeiten,
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der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung, anderen internationalen und
regionalen Organisationen, der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen und
andere Nichtregierungsorganisationen, religiöse Führer, Parlamentarier,
Akademiker, indigene Völker, Opfer des Einsatzes von Atomwaffen (Hibakusha),
sowie die von Atomtests Betroffenen und Jugendgruppen. Wir anerkennen und
schätzen ihren wertvollen Beitrag zum Voranbringen der nuklearen Abrüstung. Wir werden
werden auch weiterhin auf das Fachwissen führender Wissenschaftler zurückgreifen und die
mit den betroffenen Gemeinschaften zusammenarbeiten.
10. Der humanitäre Geist des Vertrags spiegelt sich in seinen positiven Verpflichtungen wider, die darauf abzielen
den durch den Einsatz und die Erprobung von Kernwaffen verursachten Schaden zu beheben. Wir werden die
die internationale Zusammenarbeit zwischen den Vertragsstaaten stärken, um die Umsetzung der
positiven Verpflichtungen dieses Vertrags voranzutreiben. Wir werden mit den betroffenen Gemeinschaften zusammenarbeiten, um
Überlebenden des Einsatzes oder der Erprobung von Kernwaffen alters- und geschlechtsspezifische Hilfe ohne Diskriminierung
von Kernwaffentests zu unterstützen und die Umweltkontamination zu sanieren. Wir
heben die innovativen geschlechtsspezifischen Bestimmungen des Vertrags hervor und betonen die Bedeutung
der gleichberechtigten, uneingeschränkten und wirksamen Beteiligung von Frauen und Männern an der
Abrüstungsdiplomatie.
11. Wir werden darauf hinarbeiten, die Mitgliedschaft im Vertrag in allen Regionen auszubauen. Wir werden
Wir werden das öffentliche Bewußtsein zur Unterstützung unseres Ziels des weltweiten Beitritts zum
Vertrag und seiner vollständigen Umsetzung. Wir werden daran arbeiten, den Aktionsplan umzusetzen, den
den wir als Leitfaden für unsere Bemühungen um die Verwirklichung der Ziele des Vertrags angenommen haben. Wir
werden regelmäßig zusammenkommen, um die Durchführung des Vertrags zu überprüfen, und wir werden
zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung des Vertrags und zur Förderung der nuklearen Abrüstung
voranzubringen.
12. Wir werden auch mit Staaten außerhalb des Vertrags zusammenarbeiten. Wir erkennen den Vertrag über die
Nichtverbreitung von Kernwaffen (NVV) als den Eckpfeiler des Abrüstungs- und
und Nichtverbreitungsregimes an und bedauern Drohungen oder Handlungen, die diesen Vertrag zu untergraben drohen.
Als uneingeschränkt verpflichtete Vertragsstaaten des NVV bekräftigen wir die Komplementarität des
Vertrags mit dem NVV. Wir freuen uns, dass wir die Umsetzung des Artikels
des Artikels VI des NVV vorangebracht zu haben, indem wir ein umfassendes rechtliches Verbot von Kernwaffen in Kraft gesetzt haben
als notwendige und wirksame Maßnahme zur Beendigung des nuklearen Wettrüstens und zur
Rüstungswettlaufs und zur nuklearen Abrüstung. Wir fordern alle NVV-Vertragsstaaten nachdrücklich auf
ihre Bemühungen um die vollständige Umsetzung der Verpflichtung aus Artikel VI und der auf den
Verpflichtungen, die auf den NPT-Überprüfungskonferenzen vereinbart wurden. Wir bekräftigen unser Engagement für
mit allen Vertragsstaaten des NVV konstruktiv zusammenzuarbeiten, um unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen.
13. Wir werden weiterhin alle Maßnahmen unterstützen, die einen wirksamen Beitrag zur
nuklearen Abrüstung beitragen können. Dazu gehören Bemühungen um das Inkrafttreten des Vertrags über das umfassende
Atomteststoppvertrags, vorläufige Maßnahmen zur Verringerung des Risikos des Einsatzes und der Androhung des Einsatzes
von Kernwaffen, die Weiterentwicklung von Abrüstungsverifikationsmaßnahmen,
Stärkung negativer Sicherheitsgarantien und ein Rechtsinstrument zum Verbot von spaltbarem
Spaltmaterial für die Herstellung von Kernwaffen und anderen Kernsprengkörpern.
Wir verpflichten uns, die Zusammenarbeit mit den kernwaffenfreien Zonen fortzusetzen und bekräftigen, dass
die Verbote, Verpflichtungen und Ziele des Vertrags über das Verbot von Kernwaffen
Verbots von Kernwaffen voll und ganz mit den Verträgen zur Einrichtung dieser Zonen
diese Zonen.
14. Wir verpflichten uns, die Dringlichkeit der nuklearen Abrüstung weiter hervorzuheben, die
die wichtigen Beweise für die humanitären Folgen und Risiken, die durch die Existenz von
Existenz von Kernwaffen in allen einschlägigen Abrüstungs- und Nichtverbreitungsprozessen
Abrüstungs- und Nichtverbreitungsprozessen und in der Weltöffentlichkeit hervorzuheben. Die Verhinderung dieser Folgen
muss im Mittelpunkt unserer gemeinsamen Bemühungen stehen, eine Welt ohne diese Waffen zu erreichen und zu erhalten.
ohne diese Waffen.
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4/4
15. Wir fordern alle Staaten nachdrücklich auf, dem Vertrag über das Verbot von Nuklearwaffen
unverzüglich beizutreten. Wir appellieren an die Staaten, die noch nicht bereit sind, diesen Schritt zu tun, sich
sich kooperativ auf den Vertrag einzulassen und mit uns zusammenzuarbeiten, um unser gemeinsames Ziel zu unterstützen
einer atomwaffenfreien Welt zu unterstützen. Wir bedauern das Vorgehen einiger nuklear bewaffneter Staaten
Staaten, die nicht nuklear bewaffnete Staaten davon abhalten, dem Vertrag beizutreten. Wir schlagen vor, dass
dass die Energie und die Ressourcen dieser Staaten besser für konkrete Fortschritte bei der
Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung zu erzielen. Dies wäre ein echter Beitrag zu nachhaltigem
Frieden, Sicherheit und Entwicklung für alle beitragen. Wir würden solche Fortschritte begrüßen und feiern
Fortschritt begrüßen und feiern.
15. Wir machen uns keine Illusionen über die Herausforderungen und Hindernisse, die vor uns liegen, wenn wir
Verwirklichung der Ziele dieses Vertrags liegen. Aber wir schreiten mit Optimismus und Entschlossenheit voran. Unter
Angesichts der katastrophalen Risiken, die von Kernwaffen ausgehen, und im Interesse des
Überlebens der Menschheit können wir nicht anders handeln. Wir werden jeden Weg beschreiten, der sich uns bietet
Wir werden jeden Weg beschreiten, der uns offensteht, und hartnäckig daran arbeiten, die Wege zu öffnen, die noch verschlossen sind. Wir werden nicht ruhen
bis der letzte Staat dem Vertrag beigetreten ist, der letzte Sprengkopf demontiert und zerstört wurde
zerstört und Atomwaffen vollständig von der Erde verbannt worden sind.

You can find all the meeting documents on the UNODA website:  https://meetings.unoda.org/section/tpnw-msp-1-2022_documents_14229/

TPNW/MSP/2022/CRP.8
First Meeting of States Parties to the
Treaty on the Prohibition of
Nuclear Weapons
Distr.: General
23 June 2022
English only
Vienna, 2123 June 2022

Draft Vienna Declaration of the 1st Meeting of States
Parties of the Treaty on the Prohibition of Nuclear
Weapons

“Our Commitment to a World Free of Nuclear Weapons”

1.
We, the States Parties to the Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons, have
gathered here for the first Meeting
of States Parties, to mark the Treaty’s entry into
force, to reaffirm our determination to realize the complete elimination of nuclear
weapons and to chart our path forward for the full and effective implementation of
the Treaty. We welcome the broad participation of signatory states and observers, as
well as other observers, civil society representatives and survivors of nuclear weapons
use and testing.

2.
We celebrate the entry into force of the Treaty on 22 January 2021. Nuclear
weapons are now explicitly and comprehensively prohibited by international law, as
has long been the case for biological and
chemical weapons. We welcome that the
Treaty fills this gap in the international legal regime against weapons of mass
destruction and
reaffirm the need for all states to comply at all times with applicable
international law, including international humanitarian law.

3.
We reiterate the moral and ethical imperatives which inspired and motivated the
creation of the Treaty and which now drive and guide its implementation:

That the establishment of a legally binding prohibition on nuclear weapons
constitutes a fundamental step towards the irreversible, verifiable and transparent
elimination of nuclear weapons needed for the achievement and maintenance of
a world free of nuclear weapons and, hence, for the realization of the purposes
and principles of the Charter of the United Nations.

That the catastrophic humanitarian consequences of nuclear weapons cannot be
adequately addressed, transcend national borders, pose grave implications for
human survival and wellbeing and are incompatible with respect for the right to
life. They inflict destruction, death and displacement, as well as profound long
term damage to the environment, socioeconomic and sustainable development,
the global economy, food security and the health of current and future
generations, including with
regard to the disproportionate impacts they have on
women and girls
.

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2/4

That all states share the responsibility to achieve nuclear disarmament, to prevent
the proliferation of nuclear weapons in all its aspects, to prevent any use or threat
of use of nuclear weapons and, to assist victims, redress the harms and remediate
the environmental damage caused by previous use and testing of nuclear armed
states in accordance with their respective obligations under international law and
bilateral agreements.

That the risk of a nuclear weapon detonation by accident, miscalculation or
design concerns the security of all humanity and achieving and maintaining a
nuclearweaponfree world serves both national and collective security interests.

That the risks posed to all humanity by the existence of nuclear weapons are,
thus, so grave that immediate action is needed to achieve a world without nuclear
weapons. This is the only way to guarantee that they are never used again, under
any circumstances. We cannot afford to wait.

4.
We are alarmed and dismayed by threats to use nuclear weapons and
increasingly strident nuclear rhetoric. We stress that any use or threat of use of nuclear
weapons is a violation of international law, including the Charter of the United
Nations. We condemn unequivocally any and all nuclear threats, whether they be
explicit or implicit and irrespective of the circumstances.

5.
Far from preserving peace and security, nuclear weapons are used as instruments
of policy, linked to coercion, intimidation and heightening of tensions. This highlights
now more than ever the fallacy of nuclear deterrence doctrines, which are based and
rely on the threat of the actual use of nuclear weapons and, hence, the risks of the
destruction of countless lives, of societies, of nations, and of inflicting global
catastrophic consequences. We thus insist that, pending the total elimination of
nuclear weapons, all nucleararmed states never use or threaten to use these weapons
under any circumstances.

6.
We remain gravely concerned that nine states still possess between them
approximately 13,000 nuclear weapons and
by security doctrines, which set out
rationales for the use or threat of use of nuclear weapons. Many of these weapons are
on high alert and ready to be launched within minutes. We are further concerned that
some nonnuclear armed states continue to advocate for nuclear deterrence and
encourage the ongoing possession of nuclear weapons. Growing instability and
outright conflict greatly exacerbate the risks that these weapons will be used, whether
deliberately or by accident or miscalculation. The existence of nuc lear weapons
diminishes and threatens the common security of all states; indeed, it threatens our
very survival.

7.
We regret and are deeply concerned that despite the terrible risks, and despite
their legal obligations and
political commitments to disarm, none of the nuclear
armed states and their allies under the nuclear umbrella are taking any serious steps
to reduce their reliance on nuclear weapons. Instead, all nucleararmed states are
spending vast sums to maintain, modernize, upgrade or expand their nuclear arsenals
and are placing a greater emphasis on and increasing the role of nuclear weapons in
security doctrines. We strongly call for an immediate end to these disconcerting
trends. We underscore that these resources could be better utilized for sustainable
development.

8.
In these circumstances, the Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons is
needed more than ever. We will move forward with its implementation, with the aim
of further stigmatizing and delegitimizing nuclear weapons and steadily building a
robust global peremptory norm against them.

9.
Together, we are developing the mechanisms of the Treaty. We will discharge
our national obligations in full. We will work in partnership with
the United Nations,

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3/41702952

the International Red Cross and Red Crescent Movement, other international and
regional organizations, the International Campaign to Abolish Nuclear Weapons and
other nongovernmental organizations, religious leaders, parliamentarians,
academics, indigenous peoples, victims of the use of nuclear weapons (
hibakusha),
as well as those affected by nuclear testing and youth groups.
We recognize and
appreciate their valuable contribution to taking forward nucl ear disarmament. We will
continue to draw on the expertise of leading scientists and consult and work
inclusively with affected communities.

10.
The Treaty’s humanitarian spirit is reflected in its positive obligations, aimed at
redressing the harm caused by nuclear weapons use and testing.
We will strengthen
international cooperation amongst States
Parties to advance the implementation of the
positive obligations of this Treaty. We will work with affected communities to provide
age and gender sensitive assistance without discrimination to survivors of use or
testing of nuclear weapons, and to remediate environmental contamination. We
emphasize the innovative gender provisions of the Treaty and stress the importance
of the equal, full and effective participation of both women and men in nuclear
disarmament diplomacy.

11.
We will work to build the membership of the Treaty in all regions. We will
harness the public conscience in support of our goal of universal adherence to the
Treaty and its full implementation. We will work to implement the Action Plan that
we have adopted to guide our efforts to achieve the Treaty’s objectives and goals. We
will meet regularly to review the implementation of this Treaty and we will identify
any additional measures to strengthen the Treaty and move nuclear disarmament
forward.

12.
We will also work with states outside the Treaty. We recognize the Treaty on the
NonProliferation of Nuclear Weapons (NPT) as the cornerstone of the disarmament
and nonproliferation regime, and deplore threats or actions that risk undermining it.
As fully committed states parties to the NPT, we reaffirm the complementarity of the
Treaty with the NPT. We are pleased to have advanced the implementation of the
NPT’s Article VI by bringing into force a comprehensive legal prohibition of nuclear
weapons, as a necessary and effective measure related to the cessation of the nuclear
arms race and to nuclear disarmament. We urge all NPT States Parties to reinvigorate
their efforts to fully implement the obligation of Article VI and the actions and
commitments agreed at NPT review conferences. We reiterate our commitment to
work constructively with all NPT States Parties to achieve our shared objectives.

13.
We will continue to support all measures that can effectively contribute to
nuclear disarmament. These include efforts to bring into force the Comprehensive
NuclearTestBan Treaty, interim measures to reduce the risk of use and threat of use
of nuclear weapons, further development of disarmament verification measures,
strengthening negative security assurances and a legal instrument prohibiting fissile
material for the production for nuclear weapons and other nuclear explosive devices.
We pledge to continue collaborating with Nuclear Weapons Free Zones, affirming that
the prohibitions, obligations and objectives of the Treaty on the Prohibition of Nuclear
Weapons are fully compatible with and complementary to the treaties establishing
these Zones.

14.
We pledge to highlight further the urgency of nuclear disarmament, the
important evidence regarding the humanitarian consequences and risks posed by the
existence of nuclear weapons in all relevant disarmament and non proliferation
processes and to the global public more widely. The prevention of these consequences
must be at the center of our collective efforts to achieve and maintain a world without
these weapons.

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15.
We urge all states to join the Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons
without delay. We appeal to those
states that are not yet ready to take this step to
engage cooperatively with the Treaty and work with us in support of our shared goal
of a world free of nuclear weapons. We deplore the actions of some nucleararmed
states to discourage nonnucleararmed states from joining the Treaty. We suggest that
the energy and resources of these states would be better directed to making concrete
progress towards nuclear disarmament. This would truly contribute to sustainable
peace, security and development for all. We would welcome and celebrate such
progress.

15.
We have no illusions about the challenges and obstacles that lie before us in
realizing the aims of this Treaty. But we move ahead with optimism and resolve. In
the face of the catastrophic risks posed by
nuclear weapons and in the interest of the
very survival of humanity, we cannot do otherwise. We will take every path that is
open to us, and work persistently to open those that are still closed. We will not rest
until the last state has joined the Treaty, the last warhead has been dismantled and
destroyed and nuclear weapons have been totally eliminated from the Earth.

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Ican: bei der Wien Konferenz

Ican: bei der Wien Konferenz, https://wp.me/paI27O-3VU

1. Vertragsstaatenkonferenz: Abschlusserklärung und Aktionsplan angenommen https://www.icanaustria.at/1-vertragsstaatenkonferenz-abschlusserklaerung-und-aktionsplan-angenommen/?mc_cid=a7ecf828e6&mc_eid=c89fa52233

Dabei kam es zu einer sehr krassen Aussage  von Erklärung von Dmitri Muratow und Beatrice Fihn, die ich für die Bezeichnung von Putin als Dikator kritisierte.

Tillman Ruff:   Since 1945, nuclear-armed states have detonated over 2,000 nuclear weapons, impacting communities around the world https://www.nucleartestimpacts.org

a look in the actions:  https://vienna.icanw.org/msptv-by-ican

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Chemiewaffen im syrischen Duma???

Chemiewaffen im syrischen Duma        https://www.imi-online.de/download/Sponeck-Syrien.pdf

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Klima und Rassismus?? Von Rexilius

https://www.heise.de/tp/features/Klima-und-Rassismus-7120973.html?seite=all

Hier ist eine These des Arztes Rexilius, mit einer der vielen Antworten, die mir gut vorkommt…

Klima und Rassismus

Das rassistische europäische Selbstverständnis verwüstet seit 500 Jahren Menschen und Natur. In Alltag, Politik und Wissenschaft wird es so perfekt verdrängt, dass ihm kein Regenwurm, keine Mangrove und letztlich kein Mensch entkommen wird (Teil 1)

Klimaforschung, Future-Bewegungen, Umweltschützer:innen weltweit versuchen seit vielen Jahren zu verhindern, dass die klimatischen Systeme weiter aus dem Lot geraten und das Leben auf der Erde bedrohen. Der weitaus größte Teil dieser Klima- und Lebensrettungsdynamik ist in den Ländern oder Staaten angesiedelt, die zur Umweltverschmutzung, zur Vernichtung der Lebensbedingungen für Menschen, Tiere und Pflanzen, am meisten beitragen, also überwiegend im globalen Norden.

Dieses Zusammentreffen jener, die fahrlässig und vorsätzlich alles Lebendige schädigen, und denen, die Protest laut werden lassen – manchmal sogar Widerstand -, könnte Hoffnung machen. Die Hoffnung aber trügt. Beide „Lager“ übersehen die für das globale Weiterleben vielleicht tödlichste Gefahr, die Klima-Zerstörungs-Konstante (KZK).

Für die einen war sie schon immer die selbstverständliche und deshalb nicht-bewusste Grundlage ihres Daseins, ihres Handelns und ihrer Vorstellungswelt, die anderen dringen mit ihren Anklagen gegen Profit, Wachstum und Konsumterror nicht wirklich zu ihr vor.

Die hier vertretene These lautet: Rückt die Klima-Zerstörungs-Konstante nicht in den Fokus des Kampfes gegen den klimatischen Zusammenbruch, wird er nicht aufzuhalten sein.

Kolumbus und der europäische Humanitätsbruch

Mit dem Donner der Kanonen zum Abschied von Columbus aus Europa war auch so etwas wie der Startschuss für die Klimazerstörung gefallen. Sie beginnt mit den erbarmungslosen Übergriffen der Europäer und später der Nordamerikaner auf die Teile der globalen Weiten, die nahezu alles bargen, was das Leben angenehm, luxuriös und übersättigt macht.

In den zwei bis drei Jahrhunderten nach Columbus, Vasco da Gama oder Magellan wurde Europa überflutet mit den natürlichen Reichtümern der okkupierten, teilweise zerstörten Völker und Kulturen jenseits der Ozeane.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Reiche und Staaten auf der Nordhalbkugel aus den Kontinenten Afrika, Asien und Mittel- und Südamerika unermessliche Mengen an Über- und Unterbodenschätzen – und Millionen Menschen als Sklaven – in den eigenen Besitz überführt. Mithilfe ihrer zerstörerischen Gewalt kolonisierten die Invasoren weite Teile der irdischen Welt.

Der formale Verzicht auf die Kolonien – überwiegend zu Anfang des letzten Jahrhunderts – erwies sich als raffinierte Rochade: Die Strategien der nordwestlichen Machtzentren, die ökonomisch und politisch hegemonial waren und sind, beinhalteten Zugeständnisse an Selbständigkeit, Freiheit, staatlicher Autonomie und wirtschaftlicher Unabhängigkeit, gekoppelt an die bruchlose Fortsetzung von Ausraubung, Unterdrückung und Ausbeutung. Von westlichen Konzernen diktierte Handelsverträge und scheinpartnerschaftliche Kooperationen erweisen sich seither folgerichtig als Betrugsmanöver, die das Ausmaß der Inbesitznahme von Boden, Kulturpflanzen und Arbeitskräften im Vergleich zur Kolonialzeit weiter verschärfen.1

Sie legalisieren und legitimieren den neuen Kolonialismus als gängiges Format des Umgangs des Nordens mit dem Süden, beseitigen ihn also keineswegs, wie sie häufig vorgeben.

Imperialismus, dem Kolonialismus verwandt, aber durch die unverhohlene Integration militärischer Gewalt effektiver und ergiebiger – gleich doppelt, denn das Militär war immer auch ein wichtiger Wirtschafts- und Technologiefaktor –, wurde zum Mittel der Wahl zeitgenössischer neoliberaler Expansion, deren Folgen täglich zu besichtigen sind, als Katastrophen-Kapitalismus, dessen Schock-Strategien seit einigen Jahrzehnten unvorstellbare Verwüstungen auf dem Planeten Erde anrichten.2

Seine Opfer in den kolonisierten Gebieten, in den ausgelaugten Gegenden im Süden, haben nichts als ihr nacktes Leben, werden von ihren Ländereien vertrieben3 und vielerorts als Sklaven bis zum letzten Atemzug ausgepresst.

Wagen sie den Widerstandsmodus als letzten Akt des Kampfes um ihr Überleben, werden sie mit überlegener militärischer Gewalt gemeuchelt, ganze Völker fast ausgerottet, wie die Nama und Herero durch deutsche Kolonisten.4

In der jüngeren Vergangenheit setzen die Damen und Herren der Damen- und Herrenvölker diese für sie fruchtbringende Tradition nahtlos fort, in Vietnam und Kambodscha, später Irak und Libyen, zuletzt vor allem Afghanistan. Das Vorkommen wichtiger Bodenschätze begründete etwas – historisch gesehen – wahrscheinlich wirklich Innovatives: Blut- und Bodenpolitik, Mord und Totschlag unter dem Motto „Menschenrechte“ und „Demokratie“ als Lüge und Betrug in Wort, Bild und Tat.

Verbrämt mit verbalen Rechtfertigungsorgien werden ferne Gemeinwesen für die eigene Bereicherung und Machterweiterung zerschlagen. Die trickreichen Kosten-Nutzen-Kalküle reichen bis in die gegenwärtige europäische Asylpolitik: Wer ausbeutbar ist, darf kommen und bleiben, unnütze Esser oder nicht auspressbare Hilfesuchende werden als unerwünschte Eindringlinge deklariert und dürfen im Mittelmeer ersaufen oder in der Wüste verdursten, sich in libyschen Lagern quälen und vergewaltigen lassen oder in Bosnien und an der polnischen Grenze, Europa zum Greifen nahe vor sich, in Stacheldrahtzäunen verrecken.

Kolonialismus und Imperialismus werden als Ausraubungs- und Zerstörungsmaschinerien zur Sicherung der nord-westlichen Existenzgrundlagen erst vollends begreifbar, wenn ihr Lebensnerv freigelegt wird: Rassismus, die Selbstgewissheit der BewohnerInnen im Norden, lebenswerter zu sein als die Menschen in südlichen Gefilden.

Schon zur Zeit der so gar nicht unschuldigen Entdeckungsreisen grassierte ein exkulpierender rassistischer Bazillus, der die jahrhundertelange Barbarei, mit der die zivilisatorisch Selbstgerechten die vermeintlich rückständigen Völker auf der Südhalbkugel ausnutzten oder abschlachteten, bis heute als legitim erscheinen lässt.

Diese Spur der rassistischen Legitimation für jedes weltweit begangene Verbrechen ist in die Zeit des europäischen Aufbruchs in die Moderne zurück zu verfolgen. So gewaltig die Veränderung des Welt-, Gesellschafts- und Menschenbildes durch Kopernikus war, als er das geo- durch das heliozentrische Weltbild ersetzte, so penetrant pochten seine politisch und ökonomisch dominanten ZeitgenossInnen darauf, dass es durch ein eurozentrisches ergänzt wurde:

Sie hatten sich im Zuge der nur vordergründig allumfassenden Aufklärung, die schon im Moment ihrer Geistwerdung gegenaufklärerisch wurde5, selbst zum wissenden und innovationsfähigen Teil der Menschheit erklärt, dem es zustand, den in jeder Hinsicht beschränkten Teil anderswo bedingungslos zu unterjochen.

Ihre Logik war so einfach wie betörend, weil zirkelschlüssig: Wer über die Fähigkeiten und die Mittel verfügte, Menschen und Völker in anderen Teilen der Welt zu betrügen, zu bestehlen, sich untertan zu machen, gehörte zweifellos zur überlegenen Rasse, deren nautische und kriegerisch-militärische Überlegenheit hinreichender Beleg dafür war, dass nur sie mit Gold und Gewürzen, Kakao und Zuckerrohr, Baumwolle und Kaffee wirklich etwas Sinnvolles anfangen konnten.

Ein globaler Lebensrhythmus, in dem alle Menschen zufrieden mitschwingen, war den Vertretern dieser Krämer- und Dominanz-Logik ein Gräuel, der brandschatzenden und räuberischen Selbstüberschätzung war eine friedliche und gerechte Welt für alle ein sinnloses Hirngespinst.

Alltägliches rassistisches Selbstverständnis und Verhalten haben sich in fünfhundert Jahren europäischen Überlegenheitsdünkels wahrscheinlich im Erbgut des weißhäutigen, bleichgesichtigen Teils der Menschheit verankert – oder gibt es eine auch nur annähernd überzeugende oder plausible Begründung für die obszönen Formen der Ausbeutung von Abermillionen Menschen, für die Vertreibung von ihrem Grund und Boden, für das Leerfischen ihrer überlebenswichtigen Gewässer, für Kinderarbeit auf Kakaoplantagen und in T-Shirt-Fabriken, für verlogene Debatten über „faire Löhne“ und „Sozialstandards“, die im Vergleich zu den hiesigen Bedingungen nichts als herrische Demütigungen sind?

Für den gesellschafts-politischen Umgang mit Flüchtlingen, mit in Armut lebenden Menschen, mit Sklaven auf Plantagen, mit gewaltsam unterdrückten Frauen, mit Indigenen, spielt nicht die Hautfarbe die entscheidende Rolle, sondern die grundsätzliche Missachtung von Menschen, die generelle Gleichgültigkeit ihnen gegenüber – das rassistische Grundmuster, das allen Unterdrückungs- und Ausbeutungsverhältnissen zugrunde liegt. Sonst würden uns6 Bananen, Ananas und Steaks im Hals stecken bleiben und Hemden und Hosen würden uns die Haut verbrennen, weil wir das Blut, den Schweiß, die Verzweiflung und das Elend ihrer ProduzentInnen spüren würden.

Und wir würden begreifen, dass von dieser Menschenvernichtungslogik jene, die das fatale Pech haben, im sonnigen und so unermesslich reichen Süden geboren worden zu sein, gleich doppelt heimgesucht werden: Direkt über Vertreibung, Hunger und Verheerung ihrer Lebensräume, indirekt über die Folgen der Klimaveränderungen, die ihre Lebensgrundlagen verwüsten oder im Meer versinken lassen.

Ursprüngliche Akkumulation und Klimazerstörung

Die von den Eroberern erbeuteten Güter, Naturprodukte und Schätze des Bodens, der Gewässer und der Fauna und Flora, bildeten einen wichtigen Grundstock der ursprünglichen Akkumulation, der materiellen Basis für die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsprozesse.

Wie immer Europa sich mit Beginn der Neuzeit und vor allem nach der Französischen Revolution ohne sie entwickelt hätte, bleibt der kreativen Phantasie überlassen, aber auch ohne „belastbare“ Zahlen lässt sich aus dem vorhandenen Wissen über die Dynamik von wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und technologischer Entwicklung schlussfolgern, dass wir uns, ohne die rechtlose Konfiszierung fremden Eigentums, einen vergleichsweise abgemagerten Entwicklungsprozess vorstellen müssen.

Die erste industrielle Revolution, das Heranwachsen der kapitalistischen Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse, ist weder zu erklären noch zu verstehen ohne den Lebens- und Blutzoll und die Enteignung zahlloser Menschen im globalen Süden.

Die Basis für einen qualitativen Sprung von der Hand- und mechanischen Fertigung von Gütern in Manufakturen zur Massenproduktion, aber auch für Technik, Wissenschaft und Kultur, waren naturgemäß zunächst die Ressourcen, die „vor der Haustür“ lagen, etwa Erze und Kohle, in größerem Maßstab aber wurde mehr und mehr genutzt, was dem Rest der Menschheit entwendet werden konnte.

Die Ergebnisse der Forschungen zur Erderwärmung, wie sie auch in den Berichten der IPPC zusammengetragen worden sind7, bestätigen diese These, denn sie weisen einen steilen Anstieg seit etwa 1850 nach, dem Beginn der Nutzung fossiler Brennstoffe, zunächst für die Eisen- und Stahlgewinnung, dann aber immer stärker für die Produktion von Gütern sowohl für den weiteren Ausbau von Industrie und Handwerk als auch für den Massen-Konsum.

Einzelheiten dieses Prozesses, seiner ökonomischen Verflechtungen, seiner Dynamik und seiner politischen Rahmenbedingungen, sind von vielen Ökonomen und Soziologen aufgearbeitet worden, Marx und Engels etwa haben mit ihren Schriften zum Verständnis der kapitalistischen Produktionslogik und ihrer sozialen und gesellschaftlichen Folgen beigetragen.

Die Quintessenz ihrer Analysen lautet, dass der „fette Import“ von Roh- und Wertstoffen für die Klimaveränderung der letzten zweihundert Jahre essenziell ist. Im Überblick der ökonomischen Entwicklung der letzten Jahrhunderte, insbesondere der Zeit seit Mitte des 19. Jahrhunderts und der letzten Jahrzehnte, lässt sich eine empirisch belegbare Korrelation feststellen zwischen der Belastung des Klimas durch Treibhausgase und chemische Gifte einerseits und der Verschärfung kolonialistischer und imperialistischer Ausbeutung und Ausraubung andererseits.

Gäbe es diese ungleichgewichtigen Verhältnisse zwischen Menschen, Völkern und Kontinenten nicht, fänden zweifellos, wie immer seit Bestehen des Blauen Planeten, klimatische Veränderungen statt, wie sie sich aus dem natürlichen Zusammenspiel der Kräfte, die auf ihm wirken, ergeben: Schwankende Sonnenaktivität, natürliche Erhöhung oder Senkung der CO2-Konzentration durch die Dynamik der ozeanischen Wassermassen, tektonische Verschiebungen der Erdmassen und Vulkanausbrüche und sicherlich noch durch viele andere Faktoren und ihr Zusammenwirken.

Aber einen Klimakollaps, wie er sich seit 150 Jahren abzeichnet, seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts definitiv nachweisbar ist und seit Beginn des 21. Jahrhunderts für immer mehr Menschen unmittelbar spürbar wird, hätte es ohne den fünfhundertjährigen ökonomischen, politischen, ideologischen Krieg des Nordens gegen den Süden, ohne die unstillbare Gier auf die Reichtümer vieler anderer Menschen und die Enteignung ihrer Lebengrundlagen, mit realistischer Wahrscheinlichkeit nicht gegeben.

Belege und Begründungen für diese Annahme haben Karl Marx und Friedrich Engels, Wladimir I. Lenin, Frantz Fanon, Aimé Césaire, Eduardo Galeano8 und tausend andere wissenschafts-politische Autoren akribisch zusammengetragen, empirisch werden sie tagtäglich erfahrbar durch die Folgen der globalen Verordnung neoliberaler Profitgenerierung.

Aus der militärisch gesicherten Herrschaft mächtiger politisch-ökonomischer Assoziationen über die große Mehrheit, die als Arbeitsware mit mehr oder weniger Gewalt rekrutiert oder als nützliche Idioten9 gekauft, bis zur Erschöpfung ausgebeutet oder indirekt oder nicht selten auch direkt vom Leben zum Tode befördert wird, resultieren nicht nur deren privater Reichtum, profitables Wachstum, technologische Durchdringung aller Lebensbereiche und ungebremster Konsum, sondern, als ihr janusköpfiges Schreckensantlitz, auch der drohende Zusammenbruch der über Jahrmillionen gewachsenen und, wie die bis in die Gegenwart hinein relativ ungebrochene Bewohnbarkeit des Planeten belegt, funktionierenden klimatischen Systeme.

Das klimabezogene Fazit lautet: Rassistisch motivierte, kolonialistisch und imperialistisch organisierte Raubzüge liegen dem sogenannten „Fortschritt“ des nord-westlichen Imperiums zugrunde, kaum eine produktive, technologische, kulturelle Bewegung vollzieht sich ohne Rückgriff auf Diebesgut, dem wir, hier und heute und jeder einzelne, unseren zusammengeklauten Wohlstand verdanken. Kolonialismus, Imperialismus und Rassismus – im weiteren Verlauf gelegentlich als „K-I-R“ abgekürztes Syndrom – sind unmittelbarer Ausdruck der Unterwerfungs- und Vernichtungslogik, nach der Europa und Nordamerika seit fünfhundert Jahren funktionieren, sie garantieren nahezu alle – ideellen und materiellen – Lebensgrundlagen im Norden des irdischen Planeten. Sie bilden gemeinsam das Gerüst der Klima-Zerstörungs-Konstante, deren Vorhandensein so selbstverständlich für unseren Alltag, unser Fühlen und Denken und Handeln ist, dass sie nicht böswillig oder vorsätzlich, sondern einfach so, ohne en Bewusstsein ihrer zerstörerischen Auswirkungen, übersehen, überhört, vernachlässigt wird.10

Ein gestörtes Beziehungsgeflecht

Weil wir unsere Beziehungen zu den Menschen südlich unseres Vorstellungsvermögens von einer hochmütigen und aggressiv-diebischen Warte her definieren, tragen wir jeden Tag zu ihrem, aber auch zu unserem Untergang bei, solange wir diese so einfältige wie selbstzerstörerische Basis unseres eigenen Lebens nicht begreifen – und verändern.

Alle Untersuchungen zu den Klimaveränderungen der letzten Jahrhunderte bleiben, bei aller empirischen und theoretischen Akribie, ohne Berücksichtigung der Variable „menschliche Beziehungen“ als ursächliche und weiterwirkende Triebkraft der Klima-Zerstörungs-Konstante, vordergründig: Rückt sie nicht in den Fokus, wird das notwendige globale Gegensteuern keinen Erfolg haben.

Erst ein systemischer Ansatz, der alle an den „menschengemachten Klimaveränderungen“ beteiligten Prozesse, also auch die globalen Beziehungsmuster und die Ursachen, Bedingungen und Folgen ihrer Störungen, integriert, öffnet hoffnungsvolle und zukunftsweisende Perspektiven: Ohne Verständnis für sie sind die kleinsten klimatischen Veränderungen, ist selbst das Aussterben einer einzigen Libellenart nicht wirklich aufzuklären und aufzuhalten. Hinlänglich bekannte Mechanismen, die das Beziehungsgefüge zwischen den Bewohnerinnen des Erdballs zerrüttet haben, sind (komprimiert und ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

– Raub von Bodenschätzen und Über-Boden-Schätzen, von Land und Erfahrungswissen;

– exzessive Nutzung, also Ausbeutung, von natürlichen und menschlichen Ressourcen;

– kriegerische Gewalt als Mittel von Raub und Ausbeutung;

– Zerstörung und Raub von kulturellen Reichtümern (einschließlich Sprache und Geschichte), Lebensformen und akkumuliertem Erfahrungswissen;

– ideologische Okkupation in globalem Ausmaß durch neoliberale und pseudohumane Werteorientierungen;

– tief verankerte, über viele Generationen gewachsene rassistische Grundhaltung;

– Externalisierung der produktiven und konsumtiven Verdauungsprodukte, also Abladen der Exkremente sie Schadstoffe, Müll und Schrott aller Art.

Dieses Horrorszenario hat sich im Laufe der Jahrhunderte zur Klima-Zerstörungs-Konstante verdichtet, die zu der Unwucht der klimatischen Prozesse, die heute der Menschheit – neben den Atomwaffen – zur größten Bedrohung geworden ist, ihre zerstörerische Energie liefert.

Sie verbindet die interaktiven Prozesse innerhalb der natürlichen und menschengemachten Kreisläufe, also die weltumspannenden sozialen Beziehungen, mit den übrigen hinlänglich bekannten Ursachen der Klimaveränderung.

Klima-Wissenschaft

Mit der KZK wird die Geschichte der klimatischen Störungsdynamik auf die Ebene der Beziehungen zwischen den Menschen auf den Planeten herunter gebrochen. Auf sie wird in den letzten Jahren zwar offener und häufiger hingewiesen, ihre wirkliche Brisanz auch für die BewohnerInnen der Nordhalbkugel gelangt aber nicht in das Bewusstsein öffentlicher, geschweige denn politischer und ökonomischer Debatten: Die so banale wie grausige Erkenntnis, dass der Verhaltensmodus, der kolonialistisch fundiert, imperialistisch abgesichert und rassistisch getragen ist, in Erderwärmung und Artensterben mündet, hat auch die Klima-Wissenschaft bisher kaum erreicht.

Seit mehr als fünfzig Jahren warnen Wissenschaftler kompakt und öffentlichkeitswirksam vor der Klimakatastrophe. Sie stellen Diagnosen über den Zustand des Globus, über seine Zukunft und die der auf ihm existierenden Lebewesen, und sie machen konkrete Vorschläge für die erforderlichen therapeutischen Maßnahmen, die den Planeten, einschließlich seiner pflanzlichen, tierischen und humanen BewohnerInnen, vielleicht retten könnten.

Die Gründung des Club of Rome 1968 und sein erster Klimabericht von 1972 waren so etwas wie der erste Warnschuss nicht nur an die verantwortlichen Politiker:innen und Konzernmanager:innen, sondern an all die Menschen, deren Energie- und Ressourcenverbrauch Weltklima und globale Gesundheit gefährden. Die TeilnehmerInnen der ersten Weltklimakonferenz 1979 bündelten viele Forschungsergebnisse, sie fassten über Jahrzehnte hin gewonnene Erkenntnisse über Klimawandel, Klimakrise, Klimakatastrophe zusammen, ergänzt durch neuere und neueste Erkenntnisse, die von der ökonomischen Logik der industriellen Produktion und ihren Folgen geradezu aufgedrängt wurden. Das gesammelte Wissen wurde zu einer epochalen Warnung an die Weltgesellschaft verdichtet.

Die 1979 erarbeitete Agenda einer unverzichtbaren Reduzierung von Treibhausgasen war wissenschaftlich so stichhaltig begründet, dass sie in den nachfolgenden Jahrzehnten zur Forschungs- und Handlungsgrundlage der meisten einschlägigen wissenschaftlichen Institutionen und Organisationen wurde, die immer überzeugender den drohenden Klimakollaps belegen konnten.

Rein rechnerisch hatten sie eine Gleichung mit vielen Unbekannten zu lösen, viele Daten sind inzwischen mehr oder weniger exakt vermessen. Auf empirisch solider Grundlage haben 14.000 Wissenschaftler im August 2021 noch einmal nachdrücklich bei den politischen Verantwortlichen angemahnt, die globalen Veränderungen des Klimas ernstzunehmen und ohne weitere Zeitverzögerung gegenzusteuern, nur so sei die große Katastrophe noch abzuwenden, für die es viele Szenarien gibt, die nicht nur verheerend klingen, sondern es sind, wie viele sogenannte „Naturkatastrophen“ zeigen.

Differenzierte Klimamodelle von einschlägigen Forschungsinstituten und viele aktive ForscherInnen liefern fundierte Erkenntnisse aus ihren je spezifischen Bereichen, die sich zu einem Gesamtbild ergänzen, das allen, deren Gehirne noch nicht von Pestiziden durchseucht oder durch Sauerstoffmangel geschrumpft sind, Schauer über die Rücken jagt, weil sie verstehen, dass sie auf einem Vulkan tanzen, der schon Feuer zu spucken beginnt.

Alle Erkenntnisse und Einsichten stimmen irgendwie, und doch wird in den noch so fundierten Forschungen, bis hin zu den klimatischen Kipppunkten, nicht bis zu den Wurzeln der Zerstörung des Planeten Erde gegraben.11

Dieser argumentative Verkürzungsmodus ist nicht dem wissenschaftsimmanenten Umstand geschuldet, dass Klimaforscher und -mahner bedauerlicherweise die eine oder andere Einzelheit übersehen können, sondern ein systematisches und systemisches Defizit, das wissenschaftliche Intervention als roter Faden durchzieht12:

Aus ihren Modellen eines globalen Ökosystems, in dem alles mit allem zusammenhängt und Störungen von Teilsystemen das Ganze bedrohen können, haben die ForscherInnen und MahnerInnen die menschlichen Beziehungen, also die besonderen Interaktionsmuster zwischen den BewohnerInnen der Nord- und denen der Südhalbkugel, als wichtigsten Faktor, als das „Sesam-öffne-Dich“ in eine Welt ohne die Bedrohung durch eine klimatische Apokalypse, ausgeklammert.

Solange kenntnisreiche klimaschützende WissenschaftlerInnen sich darauf beschränken, Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe wie die Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen in den Industrieregionen einzufordern, verschonen sie den rassistisch-kolonialistischen Lebensstil weiterhin, wie seit Jahrhunderten gewohnt, und erweisen dem Kampf gegen den Klimakollaps letztlich einen Bärendienst.

Erst wenn die erste und wichtigste Forderung lautet, „das Übel bei der Wurzel packen“, also die Ursachen des klimatischen Selbstmordes, die menschenverachtenden Maximen des Kapitalismus „radikal“ zu beseitigen, wird es vielleicht gelingen, das Leben auf der Erde nicht zu einem Desaster werden zu lassen, dessen Imponderabilien vorzustellen keine Phantasie ausreicht.

 

Eine Antwort:

  • Makrovir

mehr als 1000 Beiträge seit 11.12.2000

01.06.2022 16:15

Also das hier..

Alltägliches rassistisches Selbstverständnis und Verhalten haben sich in fünfhundert Jahren europäischen Überlegenheitsdünkels wahrscheinlich im Erbgut des weißhäutigen, bleichgesichtigen Teils der Menschheit verankert

Also das ist meiner Meinung nach eine echt rassistische Aussage..

Da sollten Sie wirklich mal in sich gehen und nachforschen wo da der ganze Hass herkommt..

Ein großer Teil der Menschen hier in Europa waren selber Leibeigene also quasi Sklaven und da auch fast genauso lange. So dauerte die Ablöse der Leibeigenen in Preußen z.B bis ins Jahr 1855. Der handel mit Afrikanischen Sklaven wurde von Groß Britannien schon 1808 Verboten und dann im Jahre 1815 vom Wiener Kongress bestätigt. In Deutschland war es z.B bis in Jahr 1909 so das man seinem Arbeitgeber um Erlaubnis fragen musste wenn man Heiraten wollte..

Insofern differenzieren Sie im Artikel meiner Meinung nach nicht genug zwischen Tätern und Opfern. Denn wenn wir uns genau anschauen was im Einzelnen passiert ist dann stellen wir fest das es immer eine kleine besonders grausame Gruppe von Menschen war die Ihre Macht dazu missbrauchte alle anderen und auch die Natur auszubeuten und zu unterjochen. Bei uns in Europa war das nach den Römern die Kirche und der Adel bis dann mit der Industrialisierung und dem Handel der „Geldadel“ noch hinzukam..

Der Rest von uns wollte eigentlich immer nur in Ruhe seinem Tagewerk nachgehen, bis dann mal wieder irgendein mächtiges Arschloch vorbeikam, uns mit einem Baionett im Bauch herumstocherte und uns dann gezwungen hat wahlweise den Schwarzen, den Muselmann oder den Russen umzubringen.

Wenn die europäischen Sklavenhändler die westafrikanischen Küsten anliefen, dann nahmen sie die Sklaven nicht selbst gefangen. Sie wurden ihnen zugeführt, etwa von afrikanischen Stammesfürsten oder adligen Familien, die vom Sklavenhandel profitierten und das afrikanische Hinterland kontrollierten.

Tatsächlich war die Existenz von Sklaverei, Sklavenhandel und Kriegen in Afrika vor dem Erscheinen der Europäer überhaupt die Voraussetzung für den atlantischen Sklavenhandel.

Keine der europäischen Mächte hätte ohne afrikanische Eliten Zugang zu Sklaven aus dem Inneren Afrikas gehabt oder auch nur ansatzweise erfolgreich Sklavenhandel betreiben können.

https://www.planet-wissen.de/geschichte/menschenrechte/sklaverei/pwiesklavenfueramerika100.html

Insofern haben wir es in dem Fall nicht mit Rassismus zu tun sondern mit dem Wahn der Mächtigen, der getrieben durch Gier stets danach trachtet andere für den eigenen Wohlstand auszubeuten und der die eigene Machtposition mit Argwohn, Hinterlist und Heimtücke jederzeit verteidigt. Ganz ohne Empathie aber dafür mit eiskalter Methodik..

Ich denke grundsätzlich haben Sie das erkannt, jedenfalls würde ich den letzten Absatz schon so werten in dem Sie schreiben..

Erst wenn die erste und wichtigste Forderung lautet, „das Übel bei der Wurzel packen“, also die Ursachen des klimatischen Selbstmordes, die menschenverachtenden Maximen des Kapitalismus „radikal“ zu beseitigen, wird es vielleicht gelingen, das Leben auf der Erde nicht zu einem Desaster werden zu lassen, dessen Imponderabilien vorzustellen keine Phantasie ausreicht.

Das könnte man eben auch tun ohne dabei erst mal alle Macht an eine Gruppe von Bänkern abzutreten die in Zukunft eine Menge Geld damit machen indem sie uns das Recht verkaufen Energie zu Nutzen..

Was wenn der Klimawandel nur eine Wahnvorstellung ist ?

Ich glaube das der allgegenwärtige latente Rassismus nicht unser eigentliches Problem ist. Diese Art des „Futterneides“ bekämpft man am besten indem man den Individuen eine gute und ausreichende Versorgung zukommen lässt die dann meist auch dazu führt das die Menschen eher bereit sind zu teilen und solidarisch zu handeln. Vorrausgesetzt es geht uns gut sind die meisten von uns dorch durchaus liebenswerte Mitmenschen..

Wenn man die Menschen aber kurz hält und einschränkt, dann fördert man Neid, Rassismus und Missgunst..

https://www.psychologytoday.com/us/blog/busting-myths-about-human-nature/201607/we-re-all-bit-racist

Unser Problem sind meiner Meinung nach eher die psychisch Kranken in Machtpositionen die stets bereit sind über Leichen zu gehen um damit Ihre Machtposition zu erhalten. Und Ich denke das da auch durchaus ein Kausaler zusammenhang zwischen persönlicher Macht und dem Hang zu Empathielosem Verhalten besteht. Denn durch die immerwährende Konkurrenz zwischen den Mächtigen sind diese fortwährend gezwungen Ihre Macht zu erhalten was vermutlich auch zu einer gewissen Form von Paranoia führen dürfte..

Auch halte Ich es für gefährlich jeglichen Ansatz von gesellschaftlicher Veränderung irgendwie mit Klima zu vermischen das führt nur dazu das man am Ende keines der vielen Probleme auf diesem Planeten gelöst bekommt..

Mfg Makrovir

Das Posting wurde vom Benutzer editiert (01.06.2022 16:21).

 

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medizinische Notfallnummern

110 Polizei

112 in potentiell bedrohlichen Situtionen: Feuerwehr und medizinisch

116117: Die Nummer für den ärztlichen Notdienst

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Expertentreffen im Vatikan erarbeitet Friedensplan!

  1. 16.juni.22:  Expertentreffen im Vatikan erarbeitet Friedensplan

Dieses  ist ein guter Friedensplan.

Dazu werden auch andere Texte am Ende empfohlen:


 USA: Internationaler Aufruf von Wissenschaftlern und Diplomaten  
Brief von US Friedensorganisationen und -instituten…  

27. Februar: Demonstration Stoppt den Krieg

https://neue-entspannungspolitik.berlin/27-02-2022-demonstration-zum-ukraine-konflikt-menschenkette-fuer-den-frieden/
Das Friedensabkommen von Minsk: Der Stand im Frühjahr 2016
40 Jahre nach Palme-Bericht: neue Kommission…

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Hannover, Mayors for Peace, Veranstaltung am 7.7.22

Betreff: Mayors for Peace: Einladung zur Veranstaltung am 07.07.2022
Datum: Mon, 13 Jun 2022 11:10:00 +0000
Von: 15.23 Mayors for Peace <15.23.mayo@hannover-stadt.de>
An: kontakt@friedenszentrum.info
Kopie (CC): 15.23 Mayors for Peace <15.23.mayo@hannover-stadt.de>

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Mayors for Peace Geschäftsstelle Hannover möchte Sie und alle Interessierten zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 07.07.2022 um 19:00 Uhr ins Neue Rathaus einladen.

Unter dem Titel „Wie weiter auf dem Weg zu Global Zero?“ und 5 Jahre nach der Verabschiedung des Atomwaffenverbotsvertrags  in der UN wird Dr. Oliver Meier vom Institut für Friedensforschung und Sicherheit, Hamburg/Berlin, einen Impulsvortrag halten.

Anschließend wird eine moderierte Podiumsdiskussion mit Dr. Meier und Xanthe Hall, Abrüstungsreferentin von ICAN/IPPNW, auch auf Zuschauerfragen eingehen.

Anmeldungen erforderlich unter:  frieden2020plus@hannover-stadt.de

Gern können Sie diese Einladung an Interessierte in Ihrem Umfeld weiterleiten

Mit freundlichen Grüßen

Evelyn Kamissek und

Dr. Sabine Meschkat-Peters

Landeshauptstadt Hannover

Büro Oberbürgermeister

Geschäftsstelle Mayors for Peace

Trammplatz 2

30159 Hannover

Tel. 0511 168 41446

 

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Henri Guaino: «Nous marchons vers la guerre comme des somnambules»

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Henri Guaino: «Nous marchons vers la guerre comme des somnambules»

Henri Guaino. Fabien Clairefond

TRIBUNE – Dans un texte de haute tenue, l’ancien conseiller spécial de Nicolas Sarkozy à la présidence de la République relève des analogies entre la situation internationale née de la guerre en Ukraine et l’état de l’Europe en juillet 1914. Sans renvoyer dos à dos l’agresseur et l’agressé, et tout en distinguant le bellicisme de Moscou et le discours désormais martial de Washington, il s’alarme du durcissement des positions en présence qui ne laisse aucune place à une initiative diplomatique et à une désescalade.

Nous marchons vers la guerre comme des somnambules.

J’emprunte cette image au titre du livre de l’historien australien Christopher Clark sur les causes de la Première Guerre mondiale: Les Somnambules, été 1914: comment l’Europe a marché vers la guerre.

«Le déclenchement de la guerre de 14-18,écrit-il, n’est pas un roman d’Agatha Christie (…) Il n’y a pas d’arme du crime dans cette histoire, ou plutôt il y a en a une pour chaque personnage principal. Vu sous cet angle, le déclenchement de la guerre n’a pas été un crime, mais une tragédie.» En 1914, aucun dirigeant européen n’était dément, aucun ne voulait une guerre mondiale qui ferait vingt millions de morts mais, tous ensemble, ils l’ont déclenchée. Et au moment du traité de Versailles aucun ne voulait une autre guerre mondiale qui ferait soixante millions de morts mais, tous ensemble, ils ont quand même armé la machine infernale qui allait y conduire.

Dès le 7 septembre 1914, après seulement un mois de guerre, le chef du grand état-major allemand qui avait tant plaidé pour que l’Allemagne attaquât avant d’être attaquée écrivait : « J’ai l’impression que je suis responsable de toutes ces horreurs et pourtant je ne pouvais agir autrement. » Tout était dit sur l’engrenage qui mène à la guerre

Dès le 7 septembre 1914, après seulement un mois de guerre, le chef du grand état-major…

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1316 commentaires
  • alain4509

  • le 28/05/2022 à 09:47

    Merci Mr Gaino pour cet article.

  • Michel Gaume

  • le 25/05/2022 à 14:01

    Maria Gentile, sans aucune prétention,
    entre guillemets, d’un bout à l’autre :
    „Basta, basta ya, punt uit, period, punto finale, salut en de kost, va s’ti far arrandgi“

  • anonyme

  • le 25/05/2022 à 10:04

    Encore un, dont on va découvrir au fil du temps, qu’il avait des intérêts avec la Russie….

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Preuves de la nature de la guerre en Ukraine

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In einer Zeit, in der Angst vor einem Atomkrieg wieder umgeht,

In einer Zeit, in der Angst vor einem Atomkrieg wieder umgeht, https://www.infosperber.ch/politik/friedensaktivistin-verbrachte-neun-tage-in-einzelhaft/

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Die Politik des Westens in diesem Krieg ist eine Politik der gespaltenen Zunge

https://gewerkschaftsforum.de/politik-der-gespaltenen-zunge-sie-reden-vom-frieden-aber-wollen-den-krieg/   23. Mai…  Dazu: https://www.rubikon.news/autoren/das-gewerkschaftsforum

Politik der gespaltenen Zunge: Sie reden vom Frieden, aber wollen den Krieg

Von Marcus Kloeckner

Warum bewegen „die Guten“ die Ukraine nicht zur Aufgabe?  Die Beantwortung dieser Frage führt in einen politischen und moralischen Abgrund.

Stellen wir uns Folgendes vor: Am 24. Februar dieses Jahres marschiert Russland in die Ukraine. Der ukrainische Präsident erteilt den Befehl, dass von seiner Armee nicht ein Schuss abgefeuert wird. Er teilt in einer Fernsehansprache den Ukrainern mit, dass er trotz des schweren Völkerrechtsbruchs Russlands eine friedliche Lösung für sein Land möchte und im Sinne des Friedens bereit ist, mit Putin zu verhandeln.

Was wäre dann passiert? Wie würde die Ukraine heute aussehen? Hätten die russischen Soldaten das Feuer aus ihren Gewehren und Panzern gegen die Ukrainer eröffnet? Hätten russischen Soldaten vor den Augen der Weltöffentlichkeit auf ein friedliches Volk geschossen, dass sich nicht einmal verteidigt, wenn eine Invasion im eigenen Land stattfindet? Die Realität sähe vermutlich wie folgt aus: Den Ukrainern wären die Sympathien der gesamten Welt sicher gewesen. Die russische Armee wäre zunächst perplex gewesen. Sie ist gekommen, um zu kämpfen, aber kein Ukrainer ist bereit, sich auf diesen Kampf einzulassen. Teile der ukrainischen Machtelite, die eine Kooperation mit Russland verweigert hätten, wäre es an den Kragen gegangen. Vermutlich hätte es trotz der Friedfertigkeit der Ukrainer, alleine schon aufgrund der Eigendynamik eines solchen Einmarsches, auch Übergriffe und Verbrechen gegeben. Von den massiven Auswirkungen eines Krieges, wie sie nun heute jeden Tag in den Nachtrichten zu hören sind, wäre die Ukraine verschont geblieben.

Die Auswirkungen für die Ukraine würden sich hauptsächlich auf der politischen Ebene bewegen. Die Ukraine würde zu einer Art Satellitenstaat Russlands.

Eine große Anzahl von Politikern, Medienvertretern und anderen Akteuren wird diese Ausführungen als „ungeheuerlich“ betrachten. Sie werden einwenden, dass es das Recht der Ukraine sei, sich zu verteidigen. Wenn hier einer Recht gebrochen habe und die Waffen niederlegen solle, dann sei das Russland.

An dieser Stelle gilt es innezuhalten.

So wie sich wohl die meisten Kreaturen auf diesem Planeten bei einem Angriff verteidigen, so wie jeder Mensch das Recht hat, sich zu verteidigen, wenn er angegriffen wird, so hat auch die Ukraine das Recht auf ihrer Seite. Aber: Es gibt einen Unterschied zwischen Recht haben und auf seinem Recht bestehen. Wer in seinem eigenen Haus überfallen wird, hat alles Recht der Welt, sich zu verteidigen. Zielen dabei 10 bewaffnete Männer auf den Hausbesitzer und seine Familie und stellen ihn vor die Wahl: Haus verlassen oder Tod!, dann wäre eine Verteidigung, ein Bestehen auf sein Recht, auch im Hinblick auf die eigene Familie, nicht heldenhaft und bewundernswert, sondern dumm.

In einem Krieg muss berücksichtigt werden: Wer will Frieden? Und wer will Frieden nur zu bestimmten Bedingungen? Wer Frieden an Bedingungen knüpft, wird lange im Krieg sein.

Das Recht der Ukrainer sich zu verteidigen, sei ihnen unbenommen. Ein Anrecht, sie in ihrem Kampf und damit auch an der Verlängerung des Krieges, an Mord und an einem unsäglichen Leid auf beiden Seiten zu unterstützen, haben sie nicht.  Wenn „die“ Ukrainer diesen Kampf führen wollen, dann ist es ihr Kampf  – 5 Millionen Geflüchtete und ein Ausreiseverbot für Männer im „wehrfähigen“ Alter zwischen 18 und 60 lassen Zweifel aufkommen.  Es kann und darf nicht der Kampf „des Westens“ und schon gar nicht der Kampf Deutschlands sein.

Wenn einige Ukrainer, vom Kampfgeist „beseelt“, für „Ehre“, „Volk“, „Freiheit“ und was auch immer bis zum letzten Blutstropfen kämpfen wollen, dann müssen sie den Preis für dieses Entscheidung  zahlen. Sie können nicht erwarten, dass andere diesen Preis mitzahlen. Doch genau das ist bei einer weiteren Konfrontation zwischen der NATO und Russland in zunehmenden Maß der Fall. Hinzu kommt: Was ist eigentlich von Opfern zu halten, die die Welt mit in einen großen Krieg ziehen? Wobei, um präzise zu formulieren: Das ist gewiss nicht die Absicht „der“ Ukrainer. Es ist die politische Führungselite des Landes, die unverantwortlich handelt. Über 50.000 Treffer spuckt eine Google-News-Suche bei dem Begriff „dritter Weltkrieg“ derzeit aus. Das sollte zum Nachdenken anregen.

Wer im Hinblick auf eine militärische Hilfe der Ukraine mit einer „moralischen Verpflichtung“ argumentiert, handelt im besten Falle naiv und unwissend. Im schlimmsten Falle steckt eine perfide Absicht dahinter. Naiv und unwissend ist es, wenn nicht erkannt wird, was eine militärische Unterstützung, was Waffenlieferungen zur Verteidigung eigentlich konkret bedeuten. Nämlich: Mit den „guten“ Gewehren von „uns“ werden junge ukrainische Soldaten in die Lage versetzt, auf den Kopf von jungen russischen Soldaten zu schießen. Unsere Waffen zur Verteidigung, führen dazu, dass russische Soldaten, die auch Menschen sind, zerfetzt und bei lebendigem Leibe in ihren Panzern verbrennen. Ob diese Soldaten gekommen sind, um zu morden, oder ob sie sich vor Angst in die Hosen machen, weil sie auf diesen Krieg so wenig Lust haben, wie so manche ukrainischen Soldaten, wissen weder diejenigen, die die Waffen liefern, noch diejenigen, die sie gebrauchen. Das ist nur ein Beispiel.

Viele, die für Waffenlieferungen an die Ukraine sind, können oder wollen sich nicht vorstellen, was der moralisch so schön klingende, aber eben auch sehr abstrakte Begriff „Verteidigung“ in dieser Kriegssituation bedeutet. In der heimeligen Atmosphäre des Home Office lässt sich das Grauen, das von „Verteidigungswaffen“ ausgeht, gut übersehen. Die ultimative Waffenstärke mag am Ende über das entscheiden, was manche dann in völliger Verkennung und Beschönigung der Realität wagen, als „Sieg“ zu bezeichnen.

Aber bis es soweit ist, werden diese Waffen ein Blutbad anrichten. Wer diesen Weg wirklich beschreiten will, der möge selbst an die Front gehen; er möge die Waffe in die Hand nehmen, auf die jungen Männer in Uniform, die er als Feinde betrachten, anlegen, zielen, abdrücken. Und dann möge er echten Mut beweisen. Dann möge er nach Hause zu den Eltern und Familien der Ermordeten gehen, ihnen ins Gesicht blicken und sagen: „Ich habe Ihrem Sohn das Leben genommen, weil er meiner Ansicht nach nicht mehr verdient hat zu leben.“

Vorsicht vor einem falschen Gerechtigkeitssinn! Es geht hier nicht um ein Mütterchen, das auf der Straße angegriffen wird und dem es gilt, zur Hilfe zu eilen. Es geht um einen Krieg. Dieser Krieg hat komplexe politische Ursachen. Wer „helfen“ will, muss sowohl die Dynamik und die Auswirkungen eines Krieges als auch seine Ursachen verstehen. Ziel echter Hilfe, die die die Menschen in der Ukraine dringend benötigen, kann nur sein, dass das Morden, das gegenseitige sich Abknallen, Angriff und Verteidigung, Verteidigung und Angriff, so schnell es überhaupt nur geht, aufhören. Ziel kann nicht sein, einer Partei dabei zu helfen, möglichst viele Gegner zu töten. Echte Hilfe geht nur über Diplomatie, Vernunft und Einsicht.

Die Ketzerfrage, die diesen Krieg umgibt, lautet: Warum bewegen wir, „die Guten“, die Ukraine nicht zur Aufgabe? Wenn es uns wirklich um „Frieden“ geht, wenn wir wollen, dass das Grauen des Krieges sofort aufhört und all die unsäglichen Bilder von Leid, Zerstörung und noch mehr Leid und noch mehr Zerstörung, aufhören, warum handeln wir dann auf eine Weise, die diesen Krieg und dieses Grauen verlängert?

Die ehrliche Beantwortung dieser Frage lautet: Viele derjenigen, die in der Öffentlichkeit als „Helfer“ der Ukraine auftreten, handeln aus Motiven, die zu verachten sind. Sie wollen, sei es aus persönlichem Hass gegenüber Russland und Putin, oder aber aus politischen Gründen, Russland schwächen. Sie wollen Russland die Ukraine nicht überlassen, weil Russland bei einer Einverleibung der Ukraine geostrategisch gestärkt würde. Auf den Punkt gebracht: Sie reden vom Frieden, aber wollen doch den Krieg.

Die Tage hat das Magazin Fokus berichtet, britische und amerikanische Spezialeinheiten operierten in der Ukraine. Außerdem bildet laut Medienberichten die USA ukrainische Soldaten in Deutschland aus. Warum „helfen“ diese Länder der Ukraine auf diese Weise? Aus purer Barmherzigkeit? Die Antwort lautet: aus eigenen politischen Interessen.

Die Politik des Westens in diesem Krieg ist eine Politik der gespaltenen Zunge.

Viele Befürworter einer „robusten“ Unterstützung der Ukraine umkleiden mit edel klingenden Begriffen wie Demokratie, Freiheit, Menschenrechte ihre ganz und gar unedlen Motiven. „Unsere“ Freiheit wird in der Ukraine so wenig verteidigt wie am Hindukusch. Die „Hilfe“ der Militaristen gleicht einer Kindergärtnerin, die bei einer Rauferei dem unterlegenen Kind ein Messer in die Hand drückt, damit es sich „wehren“ kann. Ihre „Hilfe“ bringt Tod und Zerstörung! Wer das anzweifelt, dem sei ein einfacher Realitätsabgleich empfohlen. Nachrichten einschalten und sehen, wie ein durch Krieg zerstörtes Land aussieht. Russische Soldaten schießen mit ihren Panzern und Gewehren auf Häuser, ukrainische Soldaten feuern aus den Häusern auf die Russen. Ein Schuss bedingt den nächsten Schuss. Viele Schüssen führen zur totalen Zerstörung. Wer für Waffenlieferungen ist, muss diese Wahrheit aushalten.

Die mit Gegengewalt Frieden schaffen wollen, inszenieren sich, wie immer, in der Öffentlichkeit als „die Guten“. Vergessen wir nicht, was so manche Verfechter für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte in der Vergangenheit getan haben. Sie haben Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen und dabei etwa 200.000 Menschen fast auf einen Schlag getötet; sie haben in Vietnam das Entlaubungsmittel Agent Orange eingesetzt und dabei den Menschen, die dem Gift ausgesetzt waren, einen unfassbaren Schaden zugefügt – von den etwa 400.000 Tonnen der Brandbomben Napalm ganz zu schweigen; die Invasion Panamas, aus fadenscheinigen Gründen, bei der über Nacht mehrere hundert Bomben auch auf Wohngebiete eines souveränen Landes abgeworfen wurden, geht auf ihr Konto; die „gute“ Koalition der Willigen hat unter Lügen den Irak, ein souveränes Land, angegriffen und, je nach Quelle, etwa 500.000 Iraker getötet – dass dabei, laut Spiegel, 88.500 Tonnen Bomben abgeworfen wurden, übersehen sie elegant. Ein Verweis auf die etwa 50.000 Opfer der Geheimdienstoperation „Operation Condor“ sollte in dieser Auflistung, die nur beispielhaft sein kann, nicht fehlen. Sollten alle Völkerrechtsbrüche, Verbrechen und Ungeheuerlichkeiten, die sich die in der Tradition der „Guten“ stehenden in den vergangenen Dekaden geleistet haben, angeführt werden, würde der hier vorgegebene Platz nicht ausreichen.

Man kann es förmlich hören, wie „die Guten“ an dieser Stelle „whataboutism!“ rufen, das heißt den Bezug zu den Verbrechen des Westens als eine Ablenkung und eine Relativierung des Völkerrechtsbruchs Russland betrachten. Sie sind sehr geschickt darin, strategisch falsch zu verstehen. Die Verbrechen des Westens legitimieren nicht die Verbrechen Russlands. Wenn allerdings diejenigen im Westen, die in der Tradition der Kriegstreiber stehen, an deren Händen das Blut der Vergangenheit klebt, von einer „Unterstützung“ der Ukraine reden, dann ist Vorsicht geboten. Als moralische Instanz sind sie ohnehin disqualifiziert. Wer sich nach dem „moralischen Kompass“ dieser „Guten“ ausrichtet, muss aufpassen, dass er nicht irgendwann dem Teufel persönlich die Hand schüttelt.

 

Der Beitrag erschien auf https://krass-und-konkret.de/ und wird hier mit freundlicher Genehmigung gespiegelt.

 

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Italiens neuer Friedensplan

Italiens neuer Friedensplan

 

Liebe Friedensfreunde_innen,

im Mai ist ein neuer Friedensplan den Vereinten Nationen und weiteren transnationalen Organisationen vorgelegt worden, der geeignet sein könnte, die Kriegshandlungen in der Ukraine zu beenden, wenn hierfür der Zeitpunkt gekommen ist. Ich habe daher zum von der italienischen Regierung vorgelegten Plan einen Artikel publiziert, der gestern in Telepolis mit großer Resonanz veröffentlicht wurde und auch frei einsehbar in erweiterter Form auf meiner Webseite publiziert ist (Lesezeit ca. 5 Minuten):

https://www.klaus-moegling.de/actual-blogs/

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9/11 neuer NIST Bericht, dass sein ursprünglicher Bericht falsch war…

Deutscher Baustatik-Experte Prof. Dr. Ruppert

Gesendet: Dienstag, 14. November 2023 um 06:32 Uhr
Von: „N.St
An: „Deutschland, IPPNW“ <ippnw-deutschland@ippnw-lists.de>
Betreff: [Ippnw-deutschland] Interessantes Statement zu 9/11 von einem deutschen Sprengstoff-Experten

https://www.youtube.com/watch?v=JZ6nL7TPmhc

Noch ein Verschwörungstheoretiker 😉

LG Norbert Stute

Gesendet: Montag, 06. Juni 2022 um 06:23 Uhr
von: „Richard Gage, AIA, Architekt“ <richardgage911@substack.com>
An: Helmut_Kaess@web.de
Betreff: NIST bestätigt, dass sein Building 7-Bericht unhaltbar ist – Teil 1 von 5: Die fehlenden Stegaussteifungen

RichardGage911 – Architekt
6. Juni

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AE911Truth stellt der 9/11-Truth-Gemeinschaft und darüber hinaus weiterhin hervorragende Recherchen und Artikel zur Verfügung. Diese Artikelserie über den NIST-Betrug im Zusammenhang mit dem Abschlussbericht über WTC 7 von Ted Walter ist keine Ausnahme. Ich werde ihre Artikel in dieser Serie wieder veröffentlichen, und zwar zeitnah, sobald sie von AE911Truth veröffentlicht werden. Herzlichen Glückwunsch an Herrn Walter und Architects & Engineers for 9/11 Truth!

NIST bestätigt, dass sein Bericht über Gebäude 7 unhaltbar ist – Teil 1 von 5: Die fehlenden Stegversteifungen

Ted Walter

19. Mai 2022

Am 21. August 2008, auf den Tag genau sechs Jahre nach Beginn der Untersuchung der Zerstörung der Zwillingstürme des World Trade Centers und des nahe gelegenen World Trade Center Building 7 – ein 47-stöckiges Hochhaus, das nicht von einem Flugzeug getroffen wurde, aber dennoch am 11. September um 17.20 Uhr zu Boden stürzte – hielt das National Institute of Standards and Technology eine Pressekonferenz ab, um die Veröffentlichung seines Berichtsentwurfs zu Building 7 bekannt zu geben. Der Bericht über die Zwillingstürme war bereits drei Jahre zuvor veröffentlicht worden.

Der leitende Ermittler des NIST, Dr. Shyam Sunder, gab vorbereitete Bemerkungen ab und beantwortete etwa 50 Minuten lang Fragen, bevor er die Fragerunde mit einer für einen Wissenschaftler ungewöhnlichen Ermahnung abschloss:

„Die Öffentlichkeit sollte an dieser Stelle wirklich erkennen, dass die Wissenschaft wirklich hinter dem steht, was wir gesagt haben“.

Dr. Sunder stand dann schweigend da, als der Leiter der Medienarbeit, Ben Stein, das Briefing beendete.

Die Sache ist die, dass wir in der Wissenschaft die Leute nicht einfach beim Wort nehmen. Wir beurteilen wissenschaftliche Berichte und Artikel nach ihren Vorzügen, d. h. nach ihrer Fähigkeit, alle verfügbaren Beweise zu erklären. Niemandem sollte gesagt werden, er solle die Gültigkeit eines wissenschaftlichen Berichts „anerkennen“. Der Bericht sollte für sich selbst sprechen.

Ein Beispiel: Wenn die Forscher des NIST wirklich von ihren Ergebnissen überzeugt waren und wollten, dass die Öffentlichkeit ihren Bericht als wissenschaftlich fundiert akzeptiert, hätten sie die Tür zur Überprüfung weit öffnen und es anderen Ingenieuren leicht machen müssen, ihre Analyse zu wiederholen. So funktioniert der wissenschaftliche Prozess.

Aber das NIST hat seit der Veröffentlichung seines Abschlussberichts im November 2008 genau das Gegenteil davon getan. Hier sind ein paar Beispiele:

Im Jahr 2009, nachdem ein Mitglied der Öffentlichkeit einen Antrag auf Informationsfreiheit für die Computermodelldaten des NIST gestellt hatte, stufte das NIST die Daten mit der absurden Begründung ein, dass ihre Freigabe „die öffentliche Sicherheit gefährden könnte“.

Ebenfalls 2009 lehnte das NIST eine FOIA-Anfrage nach dem Text von Interviews mit Zeugen ab, die von Explosionen in Gebäude 7 berichteten, und begründete seine Entscheidung mit der ebenso absurden Begründung, dass diese Interviews „nicht direkt mit dem Gebäudeversagen zusammenhingen.“ (Siehe Seite 69.)

Mehr als einmal wurden in den Informationen, die das NIST als Antwort auf FOIA-Anfragen veröffentlicht hat, Zeichnungen von Strukturelementen, die für die Erklärung, wie das Gebäude einstürzte, von zentraler Bedeutung sind, auffallend ausgelassen.

Das NIST hat immer wieder grundlegende Fragen ignoriert, die von externen Ingenieuren zu Entscheidungen gestellt wurden, die während der Computermodellierung des NIST getroffen wurden – Entscheidungen, die die Ergebnisse der Analyse wesentlich beeinflusst haben.

Wenn prominente Kritik aufkam – zum Beispiel der Artikel in Europhysics News von 2016, in dem der NIST-Bericht kritisiert wurde, oder die Veröffentlichung des Abschlussberichts der Building-7-Studie der University of Alaska Fairbanks (UAF) im Jahr 2020 -, hat das NIST entweder mit oberflächlichen Floskeln geantwortet (siehe Seite 44) oder überhaupt nicht reagiert.

Tatsächlich musste das NIST in den letzten zwei Jahrzehnten nur selten, wenn überhaupt, auf Kritik an seinen Berichten antworten.

Doch nun ist das NIST endlich in Zugzwang geraten. Alles begann in diesem Frühjahr vor zwei Jahren, als zehn Angehörige der 9/11-Familie, 88 Architekten und Ingenieure sowie Architects & Engineers for 9/11 Truth einen Antrag auf Korrektur des NIST-Berichts zu Gebäude 7 gemäß dem Data Quality Act einreichten, einem Gesetz, das es der Öffentlichkeit ermöglicht, die Korrektur von Informationen zu verlangen, die von Bundesbehörden verbreitet werden.

In dem Antrag auf Korrektur wurde das NIST aufgefordert, acht Bereiche seines Berichts zu überarbeiten, die nach Ansicht der Antragsteller gegen die Informationsqualitätsstandards der Behörde verstoßen. Die Umsetzung der geforderten Korrekturen hätte erfordert, dass das NIST seine wahrscheinliche Einsturzsequenz (d.h. seine Theorie über den Einsturz von Gebäude 7) verwirft und „einen neuen wahrscheinlichen Einsturz entwickelt, der physikalisch möglich ist und mit den verfügbaren Beweisen übereinstimmt“.

Mit anderen Worten: eine kontrollierte Sprengung.

Von Anfang an waren diejenigen von uns, die an der Vorbereitung des Korrekturantrags beteiligt waren, realistisch. Wir hofften auf ein positives Ergebnis, aber offen gesagt hatten wir kaum die Erwartung, dass das NIST tatsächlich zugeben würde, dass es sich geirrt hatte und seinen Bericht überarbeiten würde. Die eigentliche Frage war: Wie würde das NIST auf unsere Argumente reagieren? Und inwieweit würden die Antworten des NIST die Falschheit seines Berichts weiter aufdecken?

Tatsächlich gab das NIST im August 2020 seine erste Entscheidung heraus, in der es unseren Antrag auf Korrektur ablehnte. Einen Monat später, am 28. September 2020, legten wir gegen diese Entscheidung Berufung ein. Erst neun Monate später, im Juni 2021, gab das NIST seine endgültige Entscheidung bekannt – diesmal wurde unsere Berufung abgelehnt.

Da wir dieses Ergebnis schon lange erwartet hatten, dauerte es nicht lange, bis wir reagierten. Am 7. September 2021, nur wenige Tage vor dem 20. Jahrestag des 11. Septembers, reichten wir eine Klage gegen das NIST ein. Darin argumentierten wir im Wesentlichen, dass die Antwort des NIST auf den Antrag auf Korrektur so technisch mangelhaft und irrational war, dass sie eigentlich keine echte Antwort gemäß dem Data Quality Act darstellte.

Das Ziel dieser Klage war und ist es, das NIST zu zwingen, eine substantielle Antwort auf die Aufforderung zur Korrektur zu geben. Dies würde zwangsläufig bedeuten, dass das NIST neue Analysen durchführen und seine wahrscheinliche Einsturzsequenz überarbeiten müsste.

Während wir darauf warten, dass die Klage ihren Lauf nimmt, in der Hoffnung, dass die Gerichte das NIST anweisen werden, eine echte Antwort auf unsere Forderung nach Korrektur zu geben, ist es wichtig, dass wir für die Ingenieurgemeinschaft und die 9/11-Forschungsgemeinschaft auspacken, was die angebliche Antwort des NIST auf die Forderung nach Korrektur über seinen Gebäude-7-Bericht enthüllt hat.

Wir legen alle Details in fünf Teilen dar, weil ein einziger Artikel, der Hunderte von Seiten der Analyse erklärt, untragbar lang wäre.

Das Fazit dieser Serie ist, wie wir hoffen, dass Sie zu dem Schluss kommen werden, dass das NIST mit seiner Antwort auf das Ersuchen um Berichtigung nun endgültig und entscheidend bewiesen hat, dass sein Gebäude-7-Bericht einer Überprüfung nicht standhält. Weit davon entfernt, die Argumente des Berichtigungsantrags zu widerlegen, bestätigen die unsinnigen Antworten und Nicht-Antworten des NIST nur noch mehr die seit langem bestehenden Kritikpunkte an seinem Bericht.

Zu seiner Aussage aus dem Jahr 2008, dass „die Öffentlichkeit … erkennen sollte, dass die Wissenschaft wirklich hinter dem steht, was wir gesagt haben“, habe ich Dr. Sunder nur Folgendes zu sagen: Die Öffentlichkeit hat Ihren Bericht nun so umfassend wie möglich studiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Wissenschaft ganz sicher nicht hinter dem steht, was Sie gesagt haben.
Die fehlenden Stegversteifungen

Der vielleicht folgenreichste und eklatanteste falsche Aspekt der Computermodellierung des NIST war die Auslassung einer wichtigen strukturellen Komponente, der so genannten „Stegversteifungen“. Diese waren an einem Träger im 13. Stockwerk von Gebäude 7 angebracht, der für die Theorie des NIST über den Einsturz des Gebäudes von zentraler Bedeutung ist. Dieser Punkt wurde in Abschnitt C des Antrags auf Berichtigung behandelt (siehe Seite 18).

Ich habe mich aus drei Gründen dafür entschieden, die Serie mit diesem Thema zu beginnen:

Das NIST hat öffentlich zugegeben, dass es die Stegversteifungen in seiner Modellierung weggelassen hat, was diese Tatsache unumstritten macht.

Die Stegversteifungen machen unbestreitbar die wahrscheinliche Einsturzsequenz des NIST physikalisch unmöglich – obwohl das NIST dies natürlich nicht zugibt.

Die Erklärung des NIST für das Weglassen der Stegversteifungen ist zweifellos die absurdeste aller Erklärungen in der Antwort des NIST auf die Aufforderung zur Korrektur.

Um es klar zu sagen: Die Kritiker des NIST-Berichts wissen seit über einem Jahrzehnt, dass NIST diese strukturelle Komponente in seiner Modellierung ausgelassen hat. Sie wussten auch, dass die Einbeziehung der Stegversteifungen die wahrscheinliche Einsturzsequenz des NIST-Berichts physikalisch unmöglich macht, basierend auf einfacher technischer Logik. Dies wurde später durch Computermodellierung im Rahmen der UAF-Studie bestätigt. (Siehe Seite 80.)

Die neue Entwicklung ist, dass das NIST nun seine Erklärung für das Weglassen der Stegversteifungen geändert hat. Die neue Erklärung – die nun direkt vom Engineering Laboratory (der für die Berichte über das World Trade Center zuständigen Abteilung) und nicht mehr vom Büro für öffentliche Angelegenheiten des NIST stammt – ist so lächerlich, dass jeder Ingenieur, der sie liest, nur zu dem Schluss kommen kann, dass das NIST seine Analyse durch das Weglassen der Stegversteifungen absichtlich gefälscht hat.

Doch um die Frage der Stegversteifungen zu verstehen, muss man zunächst die wahrscheinliche Einsturzsequenz des NIST kennen. Hier ist sie in Kurzform. (Beachten Sie, dass die Auslassung der Stegversteifungen durch das NIST im ersten unten aufgeführten Schritt zum Tragen kommt).

Mehrere Deckenbalken in der nordöstlichen Ecke des 13. Stockwerks von Gebäude 7 (der Bereich mit den Markierungen in der ersten Abbildung unten) dehnten sich thermisch aus, als sie durch Brände im 12. Durch die Ausdehnung wurde der Träger, in den sie eingefasst waren, Träger A2001, nach Westen gedrückt (die Richtung nach Westen ist durch den blauen Pfeil gekennzeichnet). Schließlich wurde der Träger A2001 so weit geschoben, dass er aus seinem Lagersitz an der Säule 79 herausfiel. In der zweiten Abbildung unten, die von dem Statiker Ronald H. Brookman unter Verwendung von Werkstattzeichnungen von Frankel Steel erstellt wurde, sehen wir den Träger A2001 und seinen Lagersitz an Pfeiler 79 (alle mit roten Markierungen versehen) von Norden aus gesehen, entlang der Länge des Trägers. Die blauen Pfeile zeigen die westliche Richtung an, in der der Träger A2001 aus seinem Sitz gedrückt wurde. Die grünen Markierungen zeigen die Stegversteifungen an, die das NIST bei seiner Modellierung ausgelassen hat.

Abbildung des Trägers A2001

Nachdem der Träger A2001 aus seinem Sitz gedrückt wurde, fielen er und der an ihm befestigte Fußbodenabschnitt auf den nordöstlichen Abschnitt des darunter liegenden 12. Die nordöstliche Ecke des 12. Stockwerks stürzte dann auf die nordöstliche Ecke des 11. Stockwerks und so weiter, was zu einer Kaskade von Bodenbrüchen bis hinunter zum fünften Stockwerk führte.

Die Kaskade von Stockwerksbrüchen vom 13. bis zum 5. Stockwerk führte dazu, dass die Säule 79 über eine Strecke von neun Stockwerken seitlich nicht mehr abgestützt war, was zum Ausknicken der Säule 79 führte. Das vermeintliche Ausknicken der Säule 79 unterhalb des 13. Stockwerks soll dazu geführt haben, dass das östliche Penthouse etwa sieben Sekunden vor dem Einsturz des übrigen sichtbaren Gebäudeteils in das Gebäude fiel.

Das Ausknicken von Säule 79 löste dann eine Kettenreaktion aus, bei der die anderen 23 Kernsäulen von Osten nach Westen ausknickten. Dies geschah angeblich, bevor das östliche Penthouse in das Gebäude zu stürzen begann und bevor der Rest des sichtbaren Teils des Gebäudes zu fallen begann – obwohl es an der Außenseite des Gebäudes keine Anzeichen für ein Versagen dieser Kernsäulen gibt.

Sobald alle Kernsäulen versagten, wurden die noch stehenden Außensäulen überlastet und knickten innerhalb weniger Sekunden ein, was dazu führte, dass die gesamte Außenfassade als Einheit einstürzte.

Die Tatsache, dass das NIST die Stegversteifungen des Trägers A2001 nicht berücksichtigt hat, ist ausschlaggebend dafür, wie der Träger in der wahrscheinlichen Reihenfolge des NIST von seinem Sitz an der Säule 79 abrutschte.

Laut NIST „gilt ein Träger als nicht mehr vertikal abgestützt [d.h. als umgestürzt], wenn sein Steg nicht mehr durch den Lagersitz gestützt wird.“ (Siehe Seite 527 von NCSTAR 1-9.) NIST stellte in seinem Bericht auch fest: „[W]enn der Steg nicht mehr durch den Lagersitz gestützt wurde, wurde angenommen, dass der Träger seine Unterstützung verloren hat, da die Biegesteifigkeit des unteren Flansches als unzureichend für die Übertragung der Schwerkraftlasten angesehen wurde.“ (Siehe Seite 488 von NCSTAR 1-9.)

Zur Übersetzung: Der Steg des Trägers ist das vertikale Element in der I-Trägerform des Trägers, und die Flansche sind die horizontalen Elemente. Als das vertikale Element des Trägers (d. h. die Mitte des Trägers) knapp über die Kante des Lagersitzes hinausgeschoben wurde, bog sich der untere Flansch, der keine ausreichende „Biegesteifigkeit“ zur Übertragung der Schwerkraftlasten aufweist, nach oben, so dass der Träger geradewegs von seinem Sitz herunterfallen konnte.

Das Problem ist, dass der untere Flansch durch die Stegversteifungen – die sowohl den Steg als auch den unteren Flansch des Trägers versteifen – mehr als genug Steifigkeit hätte, um der Biegung zu widerstehen, so dass der Träger nicht von seinem Sitz abrutschen würde.

Abbildung 3.8 aus dem UAF-Bericht, die im Antrag auf Berichtigung verwendet wurde, veranschaulicht, wie sich der untere Flansch des Trägers nicht verbiegt, wenn der Steg des Trägers über den Rand des Lagersitzes hinaus geschoben wird.

Damit der Träger A2001 mit den vorhandenen Stegversteifungen seinen Sitz tatsächlich verlassen könnte, hätte er viel weiter nach Westen geschoben werden müssen – in der Größenordnung von mehreren Zentimetern – als die Bodenträger sich möglicherweise ausdehnen konnten. Die einzige Möglichkeit für das NIST, den Träger A2001 dazu zu bringen, seinen Sitz zu verlassen, und zwar innerhalb des Bereichs, in dem sich die Bodenbalken ausdehnen können, bestand also darin, die Stegversteifungen am Träger wegzulassen.

UAF Abbildung 3.8

In Anbetracht der Auswirkung, die die Stegversteifungen auf die Verhinderung des Abhebens des Trägers A2001 haben würden, wurde das NIST in dem Korrekturantrag gebeten, seine Analyse mit den Stegversteifungen zu wiederholen. Das Weglassen der Stegversteifungen, so argumentierten die Antragsteller, habe gegen die Informationsqualitätsstandards des NIST verstoßen.

Trotz der Tatsache, dass die einfache technische Logik und die Computermodellierung von UAF unbestreitbar beweisen, dass der Träger A2001 mit den vorhandenen Stegsteifen nicht von seinem Sitz abheben konnte – und somit die wahrscheinliche Einsturzsequenz des NIST ungültig ist – lehnte das NIST in seiner Antwort auf die Aufforderung zur Korrektur eine Wiederholung der Analyse mit den hinzugefügten Stegsteifen ab. Die Erklärung für die Weigerung, die Analyse zu wiederholen – und für das Weglassen der Stegversteifungen in erster Linie – ist der Punkt, an dem die Dinge wirklich lächerlich werden.

Bis zur Aufforderung zur Korrektur fand sich die Erklärung des NIST für das Weglassen der Stegversteifungen in einer E-Mail des NIST-Beauftragten für öffentliche Angelegenheiten Michael Newman an den Forscher David Cole aus dem Jahr 2013. Newman schrieb:

„Die in der Frankel-Zeichnung #9114 gezeigten Stegversteifungen am Ende des Trägers verhindern eine Verkrüppelung des Stegs. Die strukturellen Analysen von WTC 7 haben kein Versagen der Stegversteifung gezeigt. Daher mussten die Stegverkrüppelungsplatten nicht in die Modelle/Analysen einbezogen werden.“

Der NIST-Direktor für Kongress- und Gesetzesangelegenheiten, Jim Schufreider, gab dem Büro von US-Senatorin Barbara Boxer in einem Brief vom 11. Juli 2014 eine ähnliche Erklärung:

„Die detaillierte Strukturanalyse des fraglichen Trägers durch das NIST hat ergeben, dass ein Ausknicken des Stegs unter den kombinierten Auswirkungen von Schwerkraft und Feuer nicht auftrat. Da es kein Stegknicken des Trägers A2001 gab, hat NIST die Stegversteifungen in den endgültigen NIST-Analysen nicht als Faktor berücksichtigt.“

Diese Erklärung ignorierte erstaunlicherweise die Tatsache, dass die Stegversteifungen auch den unteren Flanschen zusätzliche Steifigkeit verliehen – genau das Element, das in der wahrscheinlichen Einsturzsequenz des NIST versagte, und zwar, so das NIST, aufgrund „unzureichender“ „Biegesteifigkeit“.

Vielleicht in dem Glauben, dass es mit demselben Argument in seiner Antwort auf den Antrag auf Korrektur nicht durchkommen würde, lieferte das NIST Engineering Laboratory eine brandneue Erklärung. Auf den ersten Blick scheint sie weniger offensichtlich falsch zu sein als die erste Erklärung. Tatsächlich ist sie aber noch viel lächerlicher.

Der relevante Abschnitt aus der ursprünglichen Entscheidung des NIST, in dem diese neue Erklärung geliefert wird, lautet wie folgt (siehe Seite 4):

„Das NIST ist nicht der Meinung, dass das Vorhandensein von Stegversteifungen am Träger A2001 im 16-stöckigen Modell erforderlich war, um ein Versagen der Flansche und ein Abheben des Trägers A2001 zu verhindern. Bei der vorläufigen Analyse des Deckensystems in der Nordostecke in Kapitel 8 des WTC 7-Berichts wurde ein Modellierungsansatz (Schalenelemente) verwendet, mit dem eine Reihe von Versagensmodi simuliert werden konnten, einschließlich lokaler Verformungen oder Knicken/Verkrüppeln von Stahlträgerflanschen und Stegelementen. Die Stegversteifung mit teilweiser Höhe für den Träger A2001 in der Frankel-Werkstattzeichnung Nr. 9114 wurde in den vorläufigen Analysen nicht berücksichtigt. Stegaussteifungen erhöhen den Knickwiderstand des Stegelements, z. B. wenn ein Geschossbereich der vollen Bemessungslebenslast ausgesetzt ist. Da das Gebäude jedoch evakuiert worden war, waren die Verkehrslasten im Bodenbereich minimal. Ein konservativer Ansatz war die Bewertung des Trägers A2001 im Hinblick auf das mögliche Auftreten von Verformungen und Knickversagen ohne die Stegaussteifung in den vorläufigen Analysen (NCSTAR 1-9 Abschnitt 8.8). Obwohl die aufgebrachte Bodenlast und die Temperaturen in den vorläufigen Analysen (NCSTAR 1-9 Abschnitt 8.8) die des 16-stöckigen ANSYS-Modells (NCSTAR 1-9 Abschnitt 11.2) um den Faktor 2 oder mehr überstiegen, kam es bei Träger A2001 ohne die Stegaussteifung zu keiner Verformung der Steg- oder Flanschelemente am sitzenden Anschluss an Stütze 79. Daher war die Stegversteifung nicht erforderlich, um ein Beulen oder Biegen des Stegs oder der Flansche im 16-stöckigen ANSYS-Modell zu verhindern.“ (Hervorhebung hinzugefügt.)

Um es zu übersetzen: Bevor das NIST seine Hauptanalyse (das 16-stöckige ANSYS-Modell) durchführte, führte es eine vorläufige Analyse des Bodensystems in der nordöstlichen Ecke durch (wo der Einsturz von Gebäude 7 angeblich begann). Der erklärte Zweck dieser vorläufigen Analyse war es, Versagensmodi mit einem hohen Grad an Genauigkeit zu simulieren und, je nachdem, welche Versagensmodi als möglich identifiziert wurden, diese in die Hauptanalyse einzubeziehen. Der angebliche Grund des NIST für die Auslassung der Stegversteifungen aus der vorläufigen Analyse ist, dass ein bestimmter Versagensmodus, der ohne die Stegversteifungen nicht eintreten würde, mit Sicherheit auch mit den Stegversteifungen nicht eintreten würde. Und da in der vorläufigen Analyse ohne die Stegsteifen keine Verformung des Flansches auftrat, ist die Logik, dass es auch mit den Stegsteifen keine Verformung des Flansches geben würde.

Das riesige Problem mit der Erklärung des NIST ist, dass es in der wahrscheinlichen Reihenfolge des NIST eine Biegung und ein Ausknicken des Flansches gab, und diese Biegung und dieses Ausknicken waren wesentlich für das angebliche Abspringen des Trägers A2001.

Auch hier heißt es im NIST-Bericht: „[W]enn der Steg nicht mehr durch den Lagersitz gestützt wurde, wurde angenommen, dass der Träger seine Unterstützung verloren hatte, da die Biegesteifigkeit des unteren Flansches als unzureichend für die Übertragung der Schwerkraftlasten angenommen wurde.“ (Hervorhebung hinzugefügt.)

Sie fragen sich vielleicht, warum der untere Flansch in der vorläufigen Analyse des NIST keine Verformung erfuhr, da die Stegversteifungen weggelassen wurden. Der Grund ist sehr einfach. In der vorläufigen Analyse wurde der Träger A2001 nicht nach Westen bis zu dem Punkt geschoben, an dem der Steg des Trägers A2001 sich über die Kante des Lagersitzes hinaus bewegte und der Flansch sich zu biegen begann, sondern der Träger A2001 wurde hinter der Seitenplatte der Säule 79 eingeklemmt. Dies geschah, weil der Träger A2001 erwärmt wurde (wie in jeder Situation, in der die Bodenbalken, die ihn einrahmen, stark erwärmt werden) und sich in Längsrichtung ausdehnte. Da er sich ausdehnte und gleichzeitig nach Westen gedrückt wurde, wurde er von der Seitenplatte der Säule 79 eingeklemmt.

Die Einklemmung des Trägers A2001 hinter der Seitenplatte von Säule 79 in der vorläufigen Analyse des NIST wird in den Abbildungen 8-23 und 8-26 von NCSTAR 1-9 veranschaulicht, die im Folgenden auf dieselbe Weise dargestellt werden wie im Antrag auf Korrektur.

In Abbildung 8-23 befindet sich der Träger A2001 in seiner ursprünglichen Position. In Abbildung 8-26 ist der Träger hinter der Seitenplatte der Säule 79 eingeklemmt, nachdem er sich ausgedehnt hat und nach Westen geschoben wurde. Zur weiteren Veranschaulichung zeigt Abbildung 3.4 aus dem UAF-Bericht, die auch im Antrag auf Berichtigung verwendet wird, ebenfalls den hinter der Seitenplatte von Stütze 79 eingeklemmten Träger A2001.

UAF Abbildung 3.4

In der vorläufigen Analyse des NIST hat der Träger A2001 also nie eine Position erreicht, in der ein Flanschversagen und ein Abheben des Trägers auftreten könnte.

Das Fehlen eines Flanschversagens in der vorläufigen Analyse als Grund dafür anzuführen, dass die Stegversteifungen nicht in die Hauptanalyse einbezogen werden mussten – in der der Träger A2001 irgendwie vermieden wurde, hinter der Seitenplatte der Säule 79 eingeklemmt zu werden und weiter nach Westen geschoben wurde – ist sowohl lächerlich als auch extrem irreführend.

Nach der Logik der wahrscheinlichen Einsturzsequenz des NIST wäre der Träger A2001, wenn er nicht hinter der Seitenplatte von Säule 79 eingeklemmt worden wäre, weiter nach Westen geschoben worden, und der Flansch hätte versagt, sobald sich der Steg des Trägers über den Rand des Lagersitzes hinaus bewegt hätte (dank der fehlenden Stegversteifungen).

Und weil das NIST die offensichtliche Tatsache nicht direkt widerlegen kann, dass die Stegversteifungen das Abheben des Trägers A2001 verhindern würden (die Antwort des NIST bestätigt sogar implizit, dass die Stegversteifungen die Flanschbiegung verhindern würden, wenn es sagt, dass die Stegversteifungen „nicht erforderlich“ waren, weil die Flanschbiegung nicht auftrat), und weil das Engineering Laboratory offenbar nicht andeuten wollte, dass die Stegversteifungen nur den Steg und nicht den Flansch versteiften, hat das NIST eine neue, noch lächerlichere Erklärung dafür geliefert, dass es die Stegversteifungen weggelassen hat – und sich weigert, sie jetzt hinzuzufügen.

Kurz gesagt, läuft es auf Folgendes hinaus:

Da in unserer vorläufigen Analyse ohne die Stegversteifungen kein Flanschversagen auftrat, werden die Stegversteifungen nicht benötigt, um in unserer Hauptanalyse ein Flanschversagen zu verhindern, obwohl in unserer Hauptanalyse ein Flanschversagen auftrat und für das Abheben des Trägers A2001 wesentlich war.

Das ist doch sonnenklar, oder nicht?

Mit seiner offensichtlich absurden Erklärung, warum die Analyse nicht mit den Stegversteifungen durchgeführt wurde, bestätigt das NIST einen der Hauptkritikpunkte, den Ingenieure und Forscher seit mehr als einem Jahrzehnt vorbringen: Die Stegversteifungen des Trägers A2001 machen den wahrscheinlichen Einsturzverlauf des NIST physikalisch unmöglich.
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Gesendet: Montag, 06. Juni 2022 um 06:23 Uhr
Von: „Richard Gage, AIA, Architect “ <richardgage911@substack.com>
An: Helmut_Kaess@web.de
Betreff: NIST confirms its Building 7 report is indefensible — Part 1 of 5: The omitted web stiffeners
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Dokumentarfilm „Leben und Sterben im Donbass“

Gesendet: Sonntag, 05. Juni 2022 um 00:00 Uhr
Von: „Dominik

Hallo, liebe Freunde des Friedens,

der Dokumentarfilm „Leben und Sterben im Donbass“ des Filmemachers Wilhelm Domke-Schulz zeigt erschreckende Momente des Krieges, die nichts für schwache Nerven sind.

Hier zum Film: https://odysee.com/@DruschbaFM:4/leben_und_sterben_im_donbass-(1080p):f

Oder hier mit der ausführlichen Beschreibung (lesenswert) von Felicitas Rabe:

https://www.vtnvagt.de/index.php/9-startseite/aktuelles/1505-das-weltbild-kommt-durcheinander-ueber-den-film-leben-und-sterben-im-donbass

Zum Film selbst müsst Ihr etwas nach unten scrollen. Trotz der schrecklichen Bilder wünsche ich Euch allen schöne Pfingsten. Aus Altendiez im Rhein-Lahn-Kreis grüßt Euch

Dominik

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