wie ist die Lage auf den Intensivstationen wirklich?

wie ist die Lage auf den Intensivstationen wirklich?  https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=oqUtg6oPJBU

 

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Als Menschheit denken…

Als Menschheit denken…

Wir sind eine durch Milliarden Jahre der Evolution entstandene Primatenart, die eine Hochkultur entwickelt hat und sich zum momentanen „Herrscher“ der Erde entwickelt hat. Wir werden uns diese phantastische Möglichkeit  nur  erhalten, wenn wir als Menschheit denken und handeln. Vielfältigste Konflikte sind natürlich und notwendig, Kriege sind strengstens verboten. Wir müssen in geeigneten Gremien, vor allem den Vereinten Nationen, alle wesentlichen Aktivitäten absprechen, um die planetaren Grenzen einzuhalten. Und dies in alle Zukunft, um größtmögliches Glück zu ermöglichen und gegenseitige Vernichtung zu vermeiden. Von daher brauchen wir jährliche festliche Traditionen, wie die Begehung des Manifests von Russell und Einstein, um die Traditionen zur erzeugen, die für eine solche langlebige Kultur nötig sind.

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Willkommen/ Welcome

Willkommen/ Welcome   https://wp.me/paI27O-36E

Here the English Translation

 

Liebe Besucher,

unschuldig geboren, dann in der Kindheit von selbst unsicheren Eltern verwirrt, um als Erwachsener wieder die Chance zu haben, meine Gedanken zu ordnen und mein Leben gut zu leben…

Wie ist die Lage? Wir leben auf unserer kleinen, menschengemäßen Erde in einem riesigen Universum, in dem wir praktisch unauffindbar sind. Wir sind das Produkt einer Evolution, sind in einer tollen, aber äußerst labilen Phase und haben in Friedenszeiten etwa 80 Jahre im Durchschnitt zu leben. Die Qualität des Lebens können wir heutzutage als Menschheit selbst definieren. Wir können uns miteinander absprechen und gemeinsame Beschlüsse fassen, am besten, alle mit Delegierten von allen Ländern zusammen. Dann haben wir viele Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten. Wir können mit einer klugen Steuerung, z.B. einer Doughnut-Ökonomie, die nächsten Millionen Jahre auf der Erde und bei Abenteuerlust zusätzlich in der Milchstrasse und dem Universum sehr schön leben.

Ich möchte auf meiner Homepage meine Sicht der Welt etwas hemdsärmelig darstellen, ich möchte versuchen, zu der Erhaltung und positiven Entwicklung der Menschheit beizutragen und mit Interessierten  in Kontakt und Austausch zu kommen.

Wir sind in eine merkwürdige Welt geboren. Als Menschen äußerst winzig im Weltall, dominierend auf der Erde, nicht wissend, was nach dem Tod kommt. Wir können uns laut Robert Betz und Kathie Byron für ein glückliches Leben oder für ein schweres Leben entscheiden, das hängt überwiegend  von uns selbst ab! Davon, wie wir denken.

Dazu eine kurze Überlegung zum Verhältnis von Bewusstsein und Universum. Ich sehe das Leben wie ein halbvolles Glas Wasser, was ich als halbvoll und halbleer interpretieren kann. Dazu  eine „philosophische Anmerkung“ . Dazu steht  im Nachwort von Yuval Noah Harari: Der heutige Mensch, „Sapiens“ droht als Menschheit von einem Tier zu einem unzufriedenen und verantwortungslosen Gott zu werden.

Einerseits ist die menschliche Entwicklung in vieler Hinsicht sehr positiv, die Wahrscheinlichkeit, an einem gewaltsamen Tod zu sterben, ist stark gesunken und es verhungern weniger Menschen als noch vor Jahrzehnten, andererseits besteht durch die moderne Waffenentwicklung und den kleinkindhaften Gemütszustand vieler, auch unserer Politiker, die Möglichkeit der Vernichtung der Menschheit, was spätestens seit dem Manifest von Russell und Einstein („unser Albert…“) bekannt geworden ist. Dazu ein Schreiben von dem Copräsidenten der IPPNW Tilman Ruff (www.ippnw.org) über die 90 Sekunden vor Mitternacht im Jahr 2023  der Weltuntergangsuhr, der Doomsday Clock“

Wir sollten mit besorgten, aber auch liebevollem Blick die vielfältigen Möglichkeiten aller Menschen sehen, sollten versuchen, die Entwicklung der Menschheit positiv zu beeinflussen und wir sollten auf der anderen Seite die hohe Gefährdung besonders durch  Kriege und Umweltkatastrophen bedenken. Entscheidend scheint mir dabei, die Menschheit als eine Familie, als zusammengehörige Einheit zu verstehen und nicht nach Sorten, in „wir und die Anderen“, zum Beispiel Eliten und Plebs,  „Hirten und Herde“, oder nach Religionen und Ethnien und Hautfarbe zu unterscheiden. Dabei versuche ich auch, die Dinge nach von mir empfundener Bedeutung zu gewichten und die Wichtigsten auf dieser Willkommensseite zumindest anzudeuten und in den enthaltenen Links weiter auszuführen. Im (Sept. 2018 gab mir die „Sammlungsbewegung“  und jetzt das Bündnis „Sahra Wagenknecht“ Hoffnung.) Weiterhin sind  hier ein paar Sätze, die mir für die Menschheit besonders bedeutsam vorkommen.

Laut dem Philosophen Dan Dannett ist  es für das persönliche Glück notwendig, etwas über das eigene Leben Hinausweisendes anzustreben. Bei mir ist das in erster  Linie der Frieden der Menschheit, wegen des dann zu erwartenden sozialen Glücks in menschengerechter Umwelt.

Ich fände es phantastisch, wenn manches aus meinem Text übernommen würde mit oder ohne Zitat und wenn mir Antworten in beliebigen Sprachen zugesandt würden. Sie lassen sich mit deepl.com leicht übersetzen. 

Hier sind meine momentanen Vorschläge, wie es besser werden könnte…

Reaktionen entweder an meine Emailadresse Helmut_Kaess@web.de, dann bitte jeweils die Artikelüberschrift angeben oder direkt unter den Artikeln. Bei fehlender Reaktion von mir meine Zerstreutheit bitte bedenken: Notfalls anrufen: Tel. 0531 350513 oder +4917657747881

Unter dem Bild sind Unterzeilen, die bei der Berührung mit dem Cursor heller werden und die Unterpunkte aufzeigen, auf die man klicken kann. Außderdem könnt ihr in das Suchfenster rechts unter dem Bild Begriffe eingeben und schauen, womit ich mich bisher befasst habe.

Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: +49 531 350513 Mobile: +49 176 577 47 881, https://helmutkaess.de/willkommen/, www.ippnw.de, https://www.sicherheitneudenken.de, https://leuchtturmard.de,

PS: was mir wichtig ist… , einige zentrale Begriffe:  unter dem Eingangsbild: Mögliche Lösungen/ Allgemein/ mein Vorschlag: dort drin: positives Narrativ… 

Hier ein entstehendes Narrativ von mir, mit anderen besprochen, was ich für eine gute Zukunft empfehle: 

jetzt, März 24, ist ein erhebliches Atomkriegsrisiko, siehe Doomsdayclock… 

dagegen:

– meine Homepage,

– Petitionen für bedingungslose Friedensverhandlungen, 

– reden mit allen! 

Willkommen    https://wp.me/paI27O-36E

Wie sieht es nach dem Tod aus? https://wp.me/paI27O-4UW

https://wp.me/paI27O-36E,  / Was ist Leben??  https://wp.me/paI27O-4PF

  auch:  Wie ich zur Zeit die Welt sehe  und  drei entscheidende Prinzipien für die Erhaltung der Menschheit https://wp.me/paI27O-4GO

 

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Nach der Jahrhundertrezession: Wie geht es weiter? – Prof. Dr. Christian Kreiß

Nach der Jahrhundertrezession: Wie geht es weiter? – Prof. Dr. Christian Kreiß

Übrigens: Covid und Schweden etwas ab Minute 14,  https://gesundheitsberater.de/nach-der-jahrhundertrezession-wie-geht-es-weiter-prof-dr-christian-kreiss/

 

Nach der Jahrhundertrezession: Wie geht es weiter? – Prof. Dr. Christian Kreiß

 

 

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Eine „Utopie“: Wie wir uns eine gute Zukunft für die Menschheit vorstellen/ English below……

Eine „Utopie“: Wie wir uns eine gute Zukunft für die Menschheit?  vorstellen/ English below… https://wp.me/paI27O-368

Evolution

English below…

Eine gute Zukunft für die Menschheit ist gut möglich, eine Utopie?:

Wir sollten weltweite weitgehende Demokratien anstreben (allerdings ohne alle militärischen Machtspiele, siehe Sicherheitneudenken.de): In unseren Staatengemeinschaften brauchen wir ein weitgehendes Mitspracherecht und eine freie Presse mit Auflagen für eine unabhängige Berichterstattung als Kontrolle für den Staat für alle, damit in jedem Land die Bürger bei den Entscheidungen eingebunden werden. Wobei alle Kinder optimal gefördert werden sollen und auf jeden ausführlich eingegangen wird, zum Beispiel im Sinne der Kitarevolution. (Hier ein Video zur Einführung…)

Drei Themen sind für die Menschheit unseres Erachtens von zentraler Bedeutung: Frieden, eine gesunde Umwelt und gute soziale Verhältnisse.

1. Wir brauchen eine kraftvolle, effektive Friedenspolitik. Sie sollte das Ziel verfolgen, dass das Militär gemäß “Sicherheit neu denken” unnötig wird. Costa Rica, der kleine Staat in Mittelamerika, der 1955 sein Militär abgeschafft hat, hat ohne wesentliche Bodenschätze den höchsten Lebensstandard in Süd- und Mittelamerika. 27 % seiner Landfläche stehen unter Naturschutz und es wird laut Wikipedia mit annähernd 100% Erneuerbaren Energien versorgt.

Wir können alle ein schönes Leben haben, wenn wir Militär nur höchstens zur Verteidigung einsetzen, jede Waffenindustrie verstaatlichen und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit zur Hauptsicherheitsorganisation in Europa machen.

2. Wir sollten in der UN große, langdauernde Absprachen und Konferenzen über unsere sozialen und wirtschaftlichen Ziele treffen, und ständig Kooperation statt Konfrontation praktizieren. Wir brauchen ein verantwortungsvolles Umgehen mit der Umwelt, sollten eine Donutökonomie unter UN Aufsicht entwickeln, wobei alles weitgehend nachhaltig gestaltet wird. Die Solarenergie ist mit ihren Folgeenergien, der Wind- und Wasser- und biologischen Energie völlig ausreichend für unseren Bedarf, und es wird direkte Solarenergie zum Beispiel in den Wüsten für weniger als einen Cent pro KWH angeboten werden (Der Weg in das Solarzeitalter). Das bedeutet, dass wir in überschaubarer Zukunft billige Energie im Überschuss und dadurch ein bequemes Leben für alle haben können.

3. Wir müssen für eine sozial ausgewogene Gesellschaft sorgen. Die Reichen dürfen nicht zur reich werden und die Armen nicht verhungern. Die Menschheit wird auch durch ihre sich immer weiter entwickelnde Technik ein gutes Leben erlangen, sie muss nur der Maßlosigkeit abschwören, die zurzeit herrscht. Rohstoffe können recycelt und notfalls aus Meerwasser gewonnen werden.

Und als Ausblick:  In einer etwas fernerer Zukunft können wir mit der Energie der Sonne mit der Dyson-Sphäre den Sprung ins Weltall wagen. Dann haben wir wirklich ungeheure Energien zur Verfügung.

______________________________________________

English:

A good future for humanity is quite possible, a utopia?:

We should strive for worldwide far-reaching democracies (but without all military power games, see Sicherheitneudenken.de):  In our communities of states we need a far-reaching right of participation and a free press with conditions for independent reporting as a control for the state for everyone, so that in every country the citizens are involved in the decisions. Whereby all children are to be optimally supported and everyone is to be dealt with in detail, for example in the sense of the Kitarevolution. (Here is an introductory video in German…)
We believe that three issues are central to humanity: peace, a healthy environment and good social conditions.
1. we need a powerful, effective peace policy. It should have the goal of making the military unnecessary according to „rethinking security“. Costa Rica, the small country in Central America that abolished its military in 1955, has the highest standard of living in South and Central America without significant mineral resources. 27% of its land area is protected and it is powered by nearly 100% renewable energy, according to Wikipedia.
We can all have a nice life if we use military only for defence at most, nationalise every arms industry and make the Organisation for Security and Cooperation in Europe our main security organisation.

2. We should have big, long-lasting agreements and conferences in the UN about our social and economic goals,  and practice cooperation instead of confrontation all the time. We need a responsible approach to the environment, develop a Doughnut-economy economy under UN supervision and make everything largely sustainable. Solar energy, with its follow-on energies, wind, hydro and biological energy, is quite sufficient for our needs, and direct solar energy will be available for less than one cent per KWH in the deserts, for example (The Road to the Solar Age Der Weg in das Solarzeitalter ). This means that in the foreseeable future we can have cheap energy in abundance and thus a comfortable life for all.

3. we must ensure a socially balanced society. The rich must not become too rich and the poor must not starve. Humanity will also achieve a good life through its ever-evolving technology, it just needs to renounce the boundlessness that currently prevails. Raw materials can be recycled and, if necessary, extracted from seawater.

And as an outlook: In a somewhat more distant future, we can use the energy of the sun to take the leap into space with the Dyson-Sphäre. Then we will really have tremendous energies at our disposal.

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mayors for Peace, Bürgermeister für den Frieden

Mayors for Peace, Bürgermeister für den Frieden  https://wp.me/paI27O-365

https://www.hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover/Politik/Politische-Gremien/Mayors-for-Peace/Aktivit%C3%A4ten/700.-Mitglied-dem-B%C3%BCndnis-beigetreten#

——– Weitergeleitete Nachricht ——–

Betreff: Re: the original of your February statement in Japanese and English
Datum: Fri, 05 Jul 2024 14:43:06 +0900
Von: Mayors for Peace <mayorcon@pcf.city.hiroshima.jp>
An: Helmut Kas <helmut_kaess@web.de>
Kopie (CC): mayorcon@pcf.city.hiroshima.jp
Dear Dr. med. Helmut Käss,
Thank you for your inquiry.

Attached, please find the original copy of our February statement in both Japanese and English.

Unfortunately, we do not currently have a certified German translation available. Additionally, we do not have a video about Mayors for Peace and the current dager at this time.

Thank you for your understanding.

Best regards,

Etsuko Shinagawa (she/her)
Mayors for Peace Secretariat
Twitter: https://twitter.com/Mayors4Peace (@Mayors4Peace)
Facebook: https://www.facebook.com/mayorsforpeace (@mayorsforpeace)
================= Help us achieve 10,000 member cities! ================
Mayors for Peace aims to expand its membership to foster international public support for
the “realization of a world without nuclear weapons.”
Please help us invite cities which are not members yet to join.
You can download recruitment kits (available in 11 languages) from our website.
=================== 1,700 more cities to our target! ===================
On Fri, 5 Jul 2024 00:39:51 +0200
Helmut Kas <helmut_kaess@web.de> wrote:
Dear Secretariat
Where is the original of your February statement in Japanese and English and where is a certified German translation?
And do you have a video about Mayors for Peace and the current danger?
Best regards, Dr. med. Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: +49 531 350513 Mobile: +49 176 577 47 881, https://helmutkaess.de/willkommen/, www.ippnw.de, https://www.sicherheitneudenken.de, https://leuchtturmard.de, Dr. med. Helmut Käss, Arzt für Allgemeinmedizin i.R.,

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ippnw atomenergie

der Spiegel hat eine Zusammenfassung gebracht, wie und warum die
Energiewende mit Merkel, Altmaier, Pfeiffer &Co gegen die Wand gefahren
wird. http://helmutkaess.de/Wordpress/wp-content/uploads/2021/04/2021-04-02-SWF-Strom-Spiegel-100-Dinge-die-bei-der-Energiewende-schieflaufen-1.pdf

Klicke, um auf 2021-04-02-SWF-Strom-Spiegel-100-Dinge-die-bei-der-Energiewende-schieflaufen-1.pdf zuzugreifen

 

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Der Zusammenbruch des amerikanischen Imperiums/ The Collapse of the American Empire

English original here and below

 

 

Der Zusammenbruch des amerikanischen Imperiums

Die US-Führung ist von einem militärischen Debakel zum nächsten gestolpert, eine Entwicklung, die das traurige Finale anderer historischer imperialer Mächte widerspiegelt.

von  Chris Hedges

Imperiale Ungeschicklichkeit wird von innenpolitischer Ungeschicklichkeit begleitet. (Foto: Getty Images/Stock Photo/Carlina Teteris)

Amerikas Niederlage in Afghanistan ist eine in einer Reihe von katastrophalen militärischen Fehlern, die den Tod des amerikanischen Imperiums einläuten. Mit Ausnahme des ersten Golfkriegs, der größtenteils von mechanisierten Einheiten in der offenen Wüste ausgefochten wurde, die – klugerweise – nicht versuchten, den Irak zu besetzen, ist die politische und militärische Führung der Vereinigten Staaten von einem militärischen Debakel ins nächste gestolpert. Korea. Vietnam. Libanon. Afghanistan. Irak. Syrien. Libyen. Der Verlauf der militärischen Fiaskos spiegelt das traurige Ende des chinesischen, osmanischen, habsburgischen, russischen, französischen, britischen, niederländischen, portugiesischen und sowjetischen Imperiums wider. Während jedes dieser Imperien mit seinen eigenen Besonderheiten zerfiel, wiesen sie alle Muster der Auflösung auf, die das amerikanische Experiment charakterisieren.

Imperiale Ungeschicklichkeit wird von innenpolitischer Ungeschicklichkeit begleitet. Der Zusammenbruch einer guten Regierung im eigenen Land, bei der Legislative, Exekutive und Judikative alle von der Macht der Konzerne vereinnahmt sind, sorgt dafür, dass die Inkompetenten und Korrupten, die sich nicht dem nationalen Interesse, sondern der Steigerung der Profite der oligarchischen Elite verschrieben haben, das Land in eine Sackgasse führen. Herrscher und militärische Führer, getrieben von käuflichem Eigeninteresse, sind oft Possenreißer in einer großen komischen Operette. Wie sollte man sonst an Allen Dulles, Dick Cheney, George W. Bush, Donald Trump oder den glücklosen Joe Biden denken? Während ihre intellektuelle und moralische Leere oft düster amüsant ist, ist sie mörderisch und grausam, wenn sie sich gegen ihre Opfer richtet.

Es gibt keinen einzigen Fall seit 1941, in dem Putsche, politische Morde, Wahlbetrug, schwarze Propaganda, Erpressung, Entführungen, brutale Aufstandsbekämpfungskampagnen, von den USA sanktionierte Massaker, Folter in globalen Black Sites, Stellvertreterkriege oder militärische Interventionen, die von den Vereinigten Staaten durchgeführt wurden, zur Etablierung einer demokratischen Regierung geführt haben. Die zwei Jahrzehnte andauernden Kriege im Nahen Osten, die größte strategische Fehlleistung in der amerikanischen Geschichte, haben nur einen gescheiterten Staat nach dem anderen hinterlassen. Doch niemand in der herrschenden Klasse wird dafür zur Verantwortung gezogen.

Krieg, wenn er geführt wird, um utopischen Absurditäten zu dienen, wie der Einsetzung einer Klientelregierung in Bagdad, die die Region, einschließlich des Irans, in ein US-Protektorat verwandeln wird, oder wenn, wie in Afghanistan, überhaupt keine Vision vorhanden ist, endet in einem Sumpf. Bei der massiven Zuteilung von Geld und Ressourcen an das US-Militär, zu der auch Bidens Forderung nach 715 Milliarden Dollar für das Verteidigungsministerium im Haushaltsjahr 2022 gehört, eine Steigerung von 11,3 Milliarden Dollar oder 1,6 Prozent gegenüber 2021, geht es letztlich nicht um die nationale Verteidigung. Der aufgeblähte Militärhaushalt ist, wie Seymour Melman in seinem Buch „The Permanent War Economy“ erklärt, in erster Linie dazu da, die amerikanische Wirtschaft vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Alles, was wir wirklich noch herstellen, sind Waffen. Wenn man das einmal verstanden hat, macht der permanente Krieg Sinn, zumindest für diejenigen, die davon profitieren.

Die Vorstellung, dass Amerika ein Verteidiger von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten ist, würde für diejenigen, die gesehen haben, wie ihre demokratisch gewählten Regierungen in Panama (1941), Syrien (1949), Iran (1953), Guatemala (1954), Kongo (1960), Brasilien (1964), Chile (1973), Honduras (2009) und Ägypten (2013) von den Vereinigten Staaten unterwandert und gestürzt wurden, eine große Überraschung sein. Und diese Liste enthält nicht eine Vielzahl anderer Regierungen, die, wie auch immer despotisch, wie in Südvietnam, Indonesien oder dem Irak, als feindlich gegenüber amerikanischen Interessen angesehen und zerstört wurden, was in jedem Fall das Leben für die Bewohner dieser Länder noch elender machte.

Ich habe zwei Jahrzehnte als Auslandskorrespondent an den Außengrenzen des Imperiums verbracht. Die blumige Rhetorik, die verwendet wird, um die Unterwerfung anderer Nationen zu rechtfertigen, damit Konzerne natürliche Ressourcen plündern und billige Arbeitskräfte ausbeuten können, ist ausschließlich für den heimischen Konsum bestimmt. Die Generäle, Geheimdienstler, Diplomaten, Banker und Firmenchefs, die das Imperium verwalten, finden dieses idealistische Gerede lächerlich. Sie verachten, mit gutem Grund, naive Liberale, die nach „humanitärer Intervention“ rufen und glauben, dass die Ideale, die zur Rechtfertigung des Imperiums benutzt werden, real sind, dass das Imperium eine Kraft für das Gute sein kann. Diese liberalen Interventionisten, die nützlichen Idioten des Imperialismus, versuchen, einen Prozess zu zivilisieren, der geschaffen und entworfen wurde, um zu unterdrücken, einzuschüchtern, zu plündern und zu dominieren.

Die liberalen Interventionisten sind, weil sie sich in hohe Ideale hüllen, für zahlreiche militärische und außenpolitische Debakel verantwortlich. Der Aufruf liberaler Interventionisten wie Barack Obama, Hillary Clinton, Joe Biden, Susan Rice und Samantha Power, Dschihadisten in Syrien zu finanzieren und Muammar Gaddafi in Libyen abzusetzen, hat diese Länder – wie auch Afghanistan und den Irak – in kriegerische Lehen verwandelt. Die liberalen Interventionisten sind auch die Speerspitze in der Kampagne, die Spannungen mit China und Russland zu schüren.
Russland wird beschuldigt, sich im Namen von Donald Trump in die letzten beiden Präsidentschaftswahlen eingemischt zu haben. Russland, dessen Wirtschaft etwa so groß ist wie die Italiens, wird auch dafür angegriffen, dass es die Ukraine destabilisiert, Bashar al-Assad in Syrien unterstützt, Frankreichs Partei Nationale Front finanziert und sich in deutsche Computer gehackt hat. Biden hat Sanktionen gegen Russland verhängt – einschließlich Beschränkungen für den Kauf von neu ausgegebenen Staatsanleihen – als Reaktion auf Behauptungen, dass Moskau hinter einem Hack auf die SolarWinds Corp. steckte und daran arbeitete, seine Kandidatur zu vereiteln.
Gleichzeitig inszenieren die liberalen Interventionisten einen neuen kalten Krieg mit China, den sie damit begründen, dass die chinesische Regierung einen Völkermord an der uigurischen Minderheit verübt, die pro-demokratische Bewegung in Hongkong unterdrückt und US-Patente stiehlt. Wie gegen Russland wurden Sanktionen verhängt, die sich gegen die herrschende Elite des Landes richten. Die USA führen auch provokative Militärmanöver entlang der russischen Grenze und im Südchinesischen Meer durch.
Die Kernüberzeugung der Imperialisten, ob sie nun in Gestalt eines Barack Obama oder eines George W. Bush daherkommen, ist Rassismus und ethnischer Chauvinismus, die Vorstellung, dass es den Amerikanern aufgrund überlegener Eigenschaften erlaubt ist, ihre „Werte“ geringeren Rassen und Völkern mit Gewalt aufzuzwingen. Dieser Rassismus, der im Namen der westlichen Zivilisation und der daraus resultierenden weißen Vorherrschaft ausgeübt wird, vereint die fanatischen Imperialisten und liberalen Interventionisten in der republikanischen und demokratischen Partei. Es ist die tödliche Krankheit des Imperiums, festgehalten in Graham Greenes Roman „Der stille Amerikaner“ und Michael Ondaatjes „Der englische Patient“.
Die Verbrechen des Imperiums bringen immer Gegengewalt hervor, die dann benutzt wird, um härtere Formen der imperialen Unterdrückung zu rechtfertigen. Zum Beispiel entführten die Vereinigten Staaten routinemäßig islamische Dschihadisten, die zwischen 1995 und 1998 auf dem Balkan kämpften. Sie wurden nach Ägypten geschickt – viele waren Ägypter – wo sie grausam gefoltert und in der Regel hingerichtet wurden. 1998 kündigte die Internationale Islamische Front für den Dschihad an, einen Anschlag auf die Vereinigten Staaten zu verüben, nachdem Dschihadisten aus Albanien entführt und an schwarze Orte gebracht worden waren. Sie machten ihre Drohung wahr und zündeten massive LKW-Bomben auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania, die 224 Tote forderten. Natürlich hörten die „außerordentlichen Überstellungen“ durch die CIA nicht auf und auch nicht die Anschläge der Dschihadisten.
Unsere jahrzehntelangen militärischen Fiaskos, ein Merkmal aller späten Imperien, werden „Mikromilitarismus“ genannt. Die Athener betrieben Mikromilitarismus während des Peloponnesischen Krieges (431-404 v. Chr.), als sie in Sizilien einfielen und den Verlust von 200 Schiffen und Tausenden von Soldaten erlitten. Die Niederlage löste erfolgreiche Revolten im gesamten athenischen Reich aus. Das Römische Reich, das auf seinem Höhepunkt zwei Jahrhunderte dauerte, schuf eine Militärmaschinerie, die, ähnlich wie das Pentagon, ein Staat im Staat war. Roms militärische Herrscher, angeführt von Augustus, löschten die Reste von Roms anämischer Demokratie aus und leiteten eine Periode des Despotismus ein, in der das Reich unter dem Gewicht der extravaganten Militärausgaben und der Korruption zerfiel. Nach der selbstmörderischen militärischen Torheit des Ersten Weltkriegs endete das britische Imperium 1956, als es Ägypten im Streit um die Verstaatlichung des Suezkanals angriff. Großbritannien war gezwungen, sich gedemütigt zurückzuziehen, was arabische nationalistische Führer wie Ägyptens Gamal Abdel Nasser stärkte und die britische Herrschaft über seine wenigen verbliebenen Kolonien zum Scheitern brachte. Keines dieser Imperien erholte sich davon.
„Während aufstrebende Imperien bei der Anwendung von Waffengewalt zur Eroberung und Kontrolle überseeischer Herrschaftsgebiete oft besonnen und sogar rational vorgehen, neigen schwindende Imperien zu unüberlegten Machtdemonstrationen und träumen von kühnen militärischen Meisterleistungen, die verlorenes Prestige und verlorene Macht irgendwie zurückgewinnen würden“, schreibt der Historiker Alfred W. McCoy in seinem Buch „In the Shadows of the American Century: Aufstieg und Niedergang der amerikanischen Weltmacht“: „Oft sogar aus imperialer Sicht irrational, können diese mikromilitärischen Operationen blutige Ausgaben oder demütigende Niederlagen nach sich ziehen, die den bereits begonnenen Prozess nur beschleunigen.“

Je schlimmer es zu Hause wird, desto mehr muss das Imperium Feinde nach innen und außen fabrizieren. Dies ist der wahre Grund für die Zunahme der Spannungen mit Russland und China. Die Armut der Hälfte der Nation und die Konzentration des Reichtums in den Händen einer winzigen oligarchischen Kabale, die mutwillige Ermordung unbewaffneter Zivilisten durch die militarisierte Polizei, die Wut auf die herrschenden Eliten, die sich darin ausdrückt, dass fast die Hälfte der Wählerschaft für einen Hochstapler und Demagogen gestimmt hat und ein Mob seiner Anhänger die Hauptstadt stürmt, sind die inneren Zeichen des Zerfalls. Die Unfähigkeit des gewinnorientierten nationalen Gesundheitswesens, mit der Pandemie fertig zu werden, die Verabschiedung eines Covid-Hilfsgesetzes und der Vorschlag eines Infrastrukturgesetzes, das den größten Teil von etwa 5 Billionen Dollar an die Konzerne verteilt, während es Brosamen – einmalige Schecks in Höhe von 1.400 Dollar – an eine Bürgerschaft in tiefer finanzieller Not verschenkt, werden den Niedergang nur noch verstärken.
Die Fassade des Imperiums ist in der Lage, die Fäulnis in seinen Fundamenten zu verbergen, oft jahrzehntelang, bis, wie wir es bei der Sowjetunion gesehen haben, das Imperium plötzlich zu zerfallen scheint.
Aufgrund des Verlustes gewerkschaftlich organisierter Arbeitsplätze, des realen Verfalls der Löhne, der Deindustrialisierung, der chronischen Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit und der strafenden Sparprogramme wird das Land von einer Fülle von Krankheiten der Verzweiflung geplagt, darunter Opioidabhängigkeit, Alkoholismus, Selbstmorde, Glücksspiel, Depression, morbide Fettleibigkeit und Massenerschießungen – seit dem 16. März gab es in den Vereinigten Staaten mindestens 45 Massenerschießungen, darunter acht Tote in einer FedEx-Einrichtung in Indiana am Freitag, drei Tote und drei Verletzte bei einer Schießerei in Wisconsin am Sonntag und weitere drei Tote bei einer Schießerei in Austin am Sonntag. Dies sind die Folgen einer zutiefst gestörten Gesellschaft.
Die Fassade des Imperiums ist in der Lage, die Fäulnis in seinen Fundamenten zu verbergen, oft jahrzehntelang, bis das Imperium, wie wir es bei der Sowjetunion gesehen haben, plötzlich zu zerfallen scheint. Der Verlust des Dollars als globale Reservewährung wird wahrscheinlich das letzte Kapitel des amerikanischen Imperiums markieren. Im Jahr 2015 machte der Dollar 90 Prozent der bilateralen Transaktionen zwischen China und Russland aus, ein Prozentsatz, der inzwischen auf etwa 50 Prozent gefallen ist. Der Einsatz von Sanktionen als Waffe gegen China und Russland drängt diese Länder dazu, den Dollar durch ihre eigenen nationalen Währungen zu ersetzen. Russland hat im Rahmen dieser Abkehr vom Dollar begonnen, Yuan-Reserven anzuhäufen.
Der Verlust des Dollars als Weltreservewährung wird die Kosten für Importe sofort in die Höhe treiben. Er wird zu einer Arbeitslosigkeit wie in der Depression führen. Es wird das Imperium zwingen, dramatisch zu schrumpfen. Es wird, während sich die Wirtschaft verschlechtert, einen Hyper-Nationalismus anheizen, der sich höchstwahrscheinlich durch einen christianisierten Faschismus ausdrücken wird. Die bereits vorhandenen Mechanismen für die totale soziale Kontrolle, die militarisierte Polizei, die Aufhebung der bürgerlichen Freiheiten, die Überwachung durch die Regierung im großen Stil, die verschärften „Terrorismus“-Gesetze, die Menschen in das größte Gefängnissystem der Welt einsperren, und die von den digitalen Medienmonopolen überwachte Zensur werden nahtlos einen Polizeistaat zementieren. Nationen, die in solch schweren Krisen versinken, versuchen, die Wut einer verratenen Bevölkerung auf ausländische Sündenböcke abzulenken. China und Russland werden dazu benutzt, diese Rollen auszufüllen.
Die Niederlage in Afghanistan ist eine bekannte und traurige Geschichte, eine, die all jene ertragen müssen, die von imperialer Hybris geblendet sind. Die Tragödie ist jedoch nicht der Zusammenbruch des amerikanischen Imperiums, sondern dass es, da ihm die Fähigkeit zur Selbstkritik und Selbstkorrektur fehlt, im Sterben in blinder, ungebremster Wut auf Unschuldige im In- und Ausland losschlagen wird.

Chris Hedges ist ein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Journalist, der fünfzehn Jahre lang als Auslandskorrespondent für die New York Times tätig war, wo er als Leiter des Büros für den Nahen Osten und des Balkan-Büros der Zeitung arbeitete. Er ist der Gastgeber der für den Emmy Award nominierten RT America Sendung On Contact. Sein neuestes Buch ist „America: The Farewell Tour“ (2019).
Copyright Robert Scheer, 2020.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

https://www.commondreams.org/views/2021/04/19/collapse-american-empire?utm_term=AO&utm_campaign=Daily%20Newsletter&utm_content=email&utm_source=Daily%20Newsletter&utm_medium=Email

Published on

Monday, April 19, 2021

by

Scheerpost

The Collapse of the American Empire

U.S. leadership has stumbled from one military debacle to another, a trajectory mirroring the sad finales of other historical imperial powers.

by

Chris Hedges

63 Comments

Imperial ineptitude is matched by domestic ineptitude. (Photo: Getty Images/Stock Photo/Carlina Teteris)

America’s defeat in Afghanistan is one in a string of catastrophic military blunders that herald the death of the American empire. With the exception of the first Gulf War, fought largely by mechanized units in the open desert that did not—wisely—attempt to occupy Iraq, the United States political and military leadership has stumbled from one military debacle to another. Korea. Vietnam. Lebanon. Afghanistan. Iraq. Syria. Libya. The trajectory of military fiascos mirrors the sad finales of the Chinese, Ottoman, Hapsburg, Russian, French, British, Dutch, Portuguese and Soviet empires. While each of these empires decayed with their own peculiarities, they all exhibited patterns of dissolution that characterize the American experiment.

Imperial ineptitude is matched by domestic ineptitude. The collapse of good government at home, with legislative, executive and judicial systems all seized by corporate power, ensures that the incompetent and the corrupt, those dedicated not to the national interest but to swelling the profits of the oligarchic elite, lead the country into a cul-de-sac. Rulers and military leaders, driven by venal self-interest, are often buffoonish characters in a grand comic operetta. How else to think of Allen Dulles, Dick Cheney, George W. Bush, Donald Trump or the hapless Joe Biden? While their intellectual and moral vacuity is often darkly amusing, it is murderous and savage when directed towards their victims.

The two-decade-long wars in the Middle East, the greatest strategic blunder in American history, have only left in their wake one failed state after another. Yet, no one in the ruling class is held accountable.

There is not a single case since 1941 when the coups, political assassinations, election fraud, black propaganda, blackmail, kidnapping, brutal counter-insurgency campaigns, U.S. sanctioned massacres, torture in global black sites, proxy wars or military interventions carried out by the United States resulted in the establishment of a democratic government. The two-decade-long wars in the Middle East, the greatest strategic blunder in American history, have only left in their wake one failed state after another. Yet, no one in the ruling class is held accountable.

War, when it is waged to serve utopian absurdities, such as implanting a client government in Baghdad that will flip the region, including Iran, into U.S. protectorates, or when, as in Afghanistan, there is no vision at all, descends into a quagmire. The massive allocation of money and resources to the U.S. military, which includes Biden’s request for $715 billion for the Defense Department in fiscal year 2022, a $11.3 billion, or 1.6 percent increase, over 2021, is not in the end about national defense. The bloated military budget is designed, as Seymour Melman explained in his book, „The Permanent War Economy,“ primarily to keep the American economy from collapsing. All we really make anymore are weapons. Once this is understood, perpetual war makes sense, at least for those who profit from it.

The idea that America is a defender of democracy, liberty and human rights would come as a huge surprise to those who saw their democratically elected governments subverted and overthrown by the United States in Panama (1941), Syria (1949), Iran (1953), Guatemala (1954), Congo (1960), Brazil (1964), Chile (1973), Honduras (2009) and Egypt (2013). And this list does not include a host of other governments that, however despotic, as was the case in South Vietnam, Indonesia or Iraq, were viewed as inimical to American interests and destroyed, in each case making life for the inhabitants of these countries even more miserable.

I spent two decades on the outer reaches of empire as a foreign correspondent. The flowery rhetoric used to justify the subjugation of other nations so corporations can plunder natural resources and exploit cheap labor is solely for domestic consumption. The generals, intelligence operatives, diplomats, bankers and corporate executives that manage empire find this idealistic talk risible. They despise, with good reason, naïve liberals who call for „humanitarian intervention“ and believe the ideals used to justify empire are real, that empire can be a force for good. These liberal interventionists, the useful idiots of imperialism, attempt to civilize a process that was created and designed to repress, intimidate, plunder and dominate.

The liberal interventionists, because they wrap themselves in high ideals, are responsible for numerous military and foreign policy debacles. The call by liberal interventionists such as Barack Obama, Hillary Clinton, Joe Biden, Susan Rice and Samantha Power to fund jihadists in Syria and depose Muammar Gaddafi in Libya rent these countries—as in Afghanistan and Iraq—into warring fiefdoms. The liberal interventionists are also the tip of the spear in the campaign to rachet up tensions with China and Russia.

Russia is blamed for interfering in the last two presidential elections on behalf of Donald Trump. Russia, whose economy is roughly the size of Italy’s, is also attacked for destabilizing the Ukraine, supporting Bashar al-Assad in Syria, funding France’s National Front party and hacking into German computers. Biden has imposed sanctions on Russia—including limits on buying newly issued sovereign debt—in response to allegations that Moscow was behind a hack on SolarWinds Corp. and worked to thwart his candidacy.

At the same time, the liberal interventionists are orchestrating a new cold war with China, justifying this cold war because the Chinese government is carrying out genocide against its Uyghur minority, repressing the pro-democracy movement in Hong Kong and stealing U.S. patents. As with Russia, sanctions have been imposed targeting the country’s ruling elite. The U.S. is also carrying out provocative military maneuvers along the Russian border and in the South China Sea.

The core belief of imperialists, whether they come in the form of a Barack Obama or a George W. Bush, is racism and ethnic chauvinism, the notion that Americans are permitted, because of superior attributes, to impose their „values“ on lesser races and peoples by force. This racism, carried out in the name of Western civilization and its corollary white supremacy, unites the rabid imperialists and liberal interventionists in the Republican and Democratic parties. It is the fatal disease of empire, captured in Graham Greene’s novel „The Quiet American“ and Michael Ondaatje’s „The English Patient.“

The crimes of empire always spawn counter-violence that is then used to justify harsher forms of imperial repression. For example, the United States routinely kidnapped Islamic jihadists fighting in the Balkans between 1995 and 1998. They were sent to Egypt—many were Egyptian—where they were savagely tortured and usually executed. In 1998, the International Islamic Front for Jihad said it would carry out a strike against the United States after jihadists were kidnapped and transferred to black sites from Albania. They made good on their threat igniting massive truck bombs at the U.S. embassies in Kenya and Tanzania that left 224 dead. Of course, the „extraordinary renditions“ by the CIA did not end and neither did the attacks by jihadists.

Our decades-long military fiascos, a feature of all late empires, are called „micro-militarism.“ The Athenians engaged in micro-militarism during the Peloponnesian War (431-404 B.C.) when they invaded Sicily, suffering the loss of 200 ships and thousands of soldiers. The defeat triggered successful revolts throughout the Athenian empire. The Roman empire, which at its height lasted for two centuries, created a military machine that, like the Pentagon, was a state within a state. Rome’s military rulers, led by Augustus, snuffed out the remnants of Rome’s anemic democracy and ushered in a period of despotism that saw the empire disintegrate under the weight of extravagant military expenditures and corruption. The British empire, after the suicidal military folly of World War I, was terminated in 1956 when it attacked Egypt in a dispute over the nationalization of the Suez Canal. Britain was forced to withdraw in humiliation, empowering Arab nationalist leaders such as Egypt’s Gamal Abdel Nasser and dooming British rule over its few remaining colonies. None of these empires recovered.

„While rising empires are often judicious, even rational in their application of armed force for conquest and control of overseas dominions, fading empires are inclined to ill-considered displays of power, dreaming of bold military masterstrokes that would somehow recoup lost prestige and power,“ the historian Alfred W. McCoy writes in his book „In the Shadows of the American Century: The Rise and Decline of US Global Power“: „Often irrational even from an imperial point of view, these micromilitary operations can yield hemorrhaging expenditures or humiliating defeats that only accelerate the process already under way.“

The worse it gets at home the more the empire needs to fabricate enemies within and without. This is the real reason for the increase in tensions with Russia and China. The poverty of half the nation and concentration of wealth in the hands of a tiny oligarchic cabal, the wanton murder of unarmed civilians by militarized police, the rage at the ruling elites, expressed with nearly half the electorate voting for a con artist and demagogue and a mob of his supporters storming the capital, are the internal signs of disintegration. The inability of the for-profit national health services to cope with the pandemic, the passage of a Covid relief bill and the proposal of an infrastructure bill that would hand the bulk of some $5 trillion dollars to corporations while tossing crumbs—one-time checks of $1,400 to a citizenry in deep financial distress—will only fuel the decline.

The façade of empire is able to mask the rot within its foundations, often for decades, until, as we saw with the Soviet Union, the empire appears to suddenly disintegrate.

Because of the loss of unionized jobs, the real decline of wages, de-industrialization, chronic underemployment and unemployment, and punishing austerity programs, the country is plagued by a plethora of diseases of despair including opioid addictions, alcoholism, suicides, gambling, depression, morbid obesity and mass shootings —since March 16 the United States has had at least 45 mass shootings, including eight people killed in an Indiana FedEx facility on Friday, three dead and three injured in a shooting in Wisconsin on Sunday, and another three dead in a shooting in Austin on Sunday. These are the consequences of a deeply troubled society.

The façade of empire is able to mask the rot within its foundations, often for decades, until, as we saw with the Soviet Union, the empire appears to suddenly disintegrate. The loss of the dollar as the global reserve currency will probably mark the final chapter of the American empire. In 2015, the dollar accounted for 90 percent of bilateral transactions between China and Russia, a percentage that has since fallen to about 50 percent. The use of sanctions as a weapon against China and Russia pushes these countries to replace the dollar with their own national currencies. Russia, as part of this move away from the dollar, has begun accumulating yuan reserves.

The loss of the dollar as the world’s reserve currency will instantly raise the cost of imports. It will result in unemployment of Depression-era levels. It will force the empire to dramatically contract. It will, as the economy worsens, fuel a hyper-nationalism that will most likely be expressed through a Christianized fascism. The mechanisms, already in place, for total social control, militarized police, a suspension of civil liberties, wholesale government surveillance, enhanced „terrorism“ laws that railroad people into the world’s largest prison system and censorship overseen by the digital media monopolies will seamlessly cement into place a police state. Nations that descend into crises these severe seek to deflect the rage of a betrayed population on foreign scapegoats. China and Russia will be used to fill these roles.

The defeat in Afghanistan is a familiar and sad story, one all those blinded by imperial hubris endure. The tragedy, however, is not the collapse of the American empire, but that, lacking the ability to engage in self-critique and self-correction, as it dies it will lash out in a blind, inchoate fury at innocents at home and abroad.

Chris Hedges is a Pulitzer Prize–winning journalist who was a foreign correspondent for fifteen years for The New York Times, where he served as the Middle East Bureau Chief and Balkan Bureau Chief for the paper.  He is the host of the Emmy Award-nominated RT America show On Contact. His most recent book is „America: The Farewell Tour“ (2019).

Copyright Robert Scheer, 2020.

 

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Auf dem rechten Weg? Identitätspolitik und Gendersternchen

Michael Lüders: Auf dem rechten Weg? Identitätspolitik und Gendersternchen https://www.youtube.com/watch?v=TniCw2heYn8

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Nawalny und sein „Leiden“

Heute steht bei den Nachrichten von Web.de:  https://web.de/magazine/politik/alexej-nawalny-aerzte-bitten-zugang-patient-minute-sterben-35730182

Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat angekündigt, seinen Hungerstreik fortzusetzen, obwohl sich sein Gesundheitszustand zuletzt verschlechtert habe.

Dazu habe ich folgenden Kommentar geschrieben:

Helmut Käss

Dieser „Aufstand“ um Nawalny, zwei Videos in diesem Link mit entsprechendem Inhalt, Russische Polizei verschärft Sicherheitsmaßnahmen rund um Nawalny-Gefängnis,  kommt mir unwürdig vor. Er ist freiwillig nach Russland zurückgekehrt, obwohl er wusste, dass dort Gefängnis auf ihn wartete. Er versucht jetzt, mit seinem Hungerstreik die Russische Regierung unter Druck zu setzten. Man vergleiche sein Schicksal mit dem von Julian Assange. Der wird von den USA angeklagt, weil er Verbrechen der US Armee aufgedeckt hat und wird seit 10 Jahren in England aus nichtswurdigen Gründen festgesetzt. Damit sollen die Journalisten der Welt gewarnt werden, die Verbrechen von Regierungen aufzudecken

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Globales Energiesystem, 100% „erneuerbar“…

Globales Energiesystem https://www.sonnenseite.com/de/wissenschaft/neue-studie-globales-energiesystem-mit-100-erneuerbaren-energien/

 

Neue Studie: Globales Energiesystem mit 100% Erneuerbaren Energien

 

Betreff: Wissenschaftlich anerkannt: Globales Energiesystem mit 100% Erneuerbaren Energien ist machbar & kostengünstiger
Datum: Tue, 13 Apr 2021 11:38:39 +0000
Von: Hans-Josef Fell <info@hans-josef-fell.de>
Antwort an: Hans-Josef Fell <info@hans-josef-fell.de>
An: Helmut_Kaess@web.de

Liebe Leserinnen und Leser,
Ein „Globales Energiesystem mit 100% Erneuerbaren Energien“ ist machbar und noch dazu kostengünstiger als unser derzeitiges Energiesystem. Zu diesem Ergebnis gelang die globale Studie der Energy Watch Group gemeinsam mit der finnischen LUT University in 2019. Diese Erkenntnis wurde nun auch endlich wissenschaftlich anerkannt.
Die Studie ist die einzige ihrer Art, die ein kostenneutrales Szenario für eine globale Energiewende, ohne negative Emissionen darstellt und dabei einen steigenden Energieverbrauch berechnet. Dank der wissenschaftlichen Anerkennung dieses Szenarios durch Fachkolleg*innen im ‚Peer-Review‘-Verfahren gehört diese Studie (an der auch Dr. Thure Traber, leitender wissenschaftlicher Mitarbeiter der EWG & Prof. Christian Breyer von der LUT University und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der EWG mitgewirkt haben) nun zu einem sehr kleinen Kreis von Publikationen im Themenbereich 100% Erneuerbare Energien. Des Weiteren haben nur Marc Jacobson & Marc Delucci sowie Sven Teske und wenige andere ähnliche, durch ‚Peer-Review‘ bestätigte, Arbeiten zum Thema 100% Erneuerbare Energien veröffentlicht.
Die Arbeit der EWG und LUT University ist somit wegweisend für den gesamten Fachbereich der Energie-Wissenschaft. Ebenso wichtig ist, dass diese offizielle Anerkennung der Studie nun, zwei Jahre nach ihrer ursprünglichen Veröffentlichung, abermals Druck auf die Politik aufbaut. Die wissenschaftlich bestätigte Erkenntnis, dass 100% Erneuerbare machbar und kostengünstig sind kann und darf nun nicht länger ignoriert werden.
Publiziert wurde die Studie im Wissenschaftsjournal Energy unter dem Titel „Low-cost renewable electricity as the key driver of the global energy transition towards sustainability”. Herausgeber dieses Journals ist Elsevier, einer der weltweit führenden Wissenschaftsverläge.
Die Ergebnisse der Originalstudie können Sie in deutscher und englischer Sprache hier nachlesen. Die wissenschaftliche Veröffentlichung um Fachmagazin Energy, wird in den nächsten 50 Tagen hier kostenlos einsehbar sein. Zur offiziellen Pressemitteilung der LUT University, anlässlich der Publikation, gelangen Sie hier.
Hammelburg, 13. April 2021
Ihr Hans-Josef Fell

fell@hans-josef-fell.de
www.hans-josef-fell.de
Twitter: @HJFell
Den Beitrag auf der Homepage finden Sie hier: https://hans-josef-fell.de/wissenschaftlich-anerkannt-globales-energiesystem-mit-100-erneuerbaren-energien-ist-machbar-kostenguenstiger/
Bei mir werden Erneuerbare Energien groß geschrieben!

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Das Prinzip der Spaltung: „Nazi, Antisemit, Jüdin“…

Nazi, Antisemit, Jüdin, Systemling oder Spalter: Hauptsache Feindbild https://www.nachdenkseiten.de/?p=71647

Eine Diskussion mit Eva Braun, über die Spaltung in Deutschland…  aus linker und rechter Richtung…

„Spaltung“

Für vordringlich halte ich für den sozialen Frieden das Thema der Spaltung der Gesellschaft in sich befeindende Gruppen:

Wie kann man die Spaltung verhindern, die die Mehrheit der „99%“ bis zur rassistisch nationalistischen Hetze führt, was wie in Jugoslawien zum gegenseitigen Morden führen kann.

 

Seinerzeit entschlossen sich in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg die Gewerkschaften, Migranten mitwählen zu lassen, das schaffte Solidarität, das war ein großer Beitrag gegen Rassismus. Wir müssen Persönlichkeitsrechte einklagen, „Black life matters“! Solidarität ist notwendig, der, der aufhetzen will, das ist der Rubikon…

Wir sind eine teil- demokratische Gesellschaft, aber das Profitinteresse, die Herrschende Klasse spaltet ständig die Welt, sie will „das Böse“.

Aber für mich persönlich sind das Gute und das Böse ein Kontinuum, da gibt es m.E. keine scharfe Grenze. „Faschismus“ ist ein Verbrechen… Aber was ist der Faschismus, und ich weise auf das Buch hin: „Gewaltfrei gegen Hitler“.

Alle Parteiprogramme und Regierungsprogramme sind gemischt „von Willy Brandt bis Rechts“, sind ein Kontinuum, von richtig bis falsch…

Gewalt ist das Stichwort

  • Klimaleugner und die Klimakatastrophe Fürchtende
  • die „Verschwörungstheoretiker“ und die „Rechtgläubigen“.
  • und die „ Antisemiten“, z.B. die „jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ und die Philosemiten und die wirklichen Antisemiten: https://jerusalemdeclaration.org/
  • Covidfrage: die „Coronaleugner“ gegen die Befürworter des Lockdowns Viele haben Furcht vor einem Tod durch Covid. Aber viele fürchten sich auch vor dem Lockdown mit Vereinzelung, mit Arbeitsplatzverlust, mit dem Verlust an Ausbildung, durch die Schädigung der Kinder. Es gibt eine große Bewegung, die Absichten hinter der Angsterzeugung sehen. Wieso ist bei allem Anstieg der Infektmeldungen erst jetzt zu einem kleinen Anstieg der Toten gekommen? (siehe Wie sollen wir mit Corona umgehen? https://helmutkaess.de/Wordpress/wie-sollten-wir-mit-corona-jetzt-umgehen/)

     

Diese Spaltungen sollten wir betrachten und überlegen, in wessen Sinn sie sind.

Qui bono? (ˈkuːi ˈboːno/, lateinisch für „Wem zum Vorteil?“)

Für den Umgang mit den Spaltungen bitte ich mein und vielleicht auch unser Verhältnis zu den christlichen Kirchen zu betrachten. Ich bin ja bei der GBS, und von daher höre ich viel Kirchenkritisches: Giordano Bruno war ein Kritiker der kirchlichen Fehlentwicklungen. Er wurde, wie Wikipedia schreibt https://de.wikipedia.org/wiki/Giordano_Bruno , von dem weltlichen Gericht des Gouverneurs in Rom an den Vatikan überstellt, mit der herkömmlichen Bitte, dieser möge die Strenge des Gesetzes mildern und keine Strafen gegen Leib oder Leben verhängen, im Vatikan festgesetzt und 1600 verbrannt. Das war nicht das einzige Verbrechen, Hexenverbrennungen, Inquisition, Waffensegnungen und anderes sind den Kirchen anzulasten. Martin Luther war ausgeprägter Antisemit. Trotz der schweren Schuld der Kirchen bin ich gern bereit, mit Christen insbesondere bei der „Sicherheit Neu Denken“ zusammenzuarbeiten. Denn die Christen wie auch die Querdenker sind keine homogene Gruppe. Ich selbst nehme mir nicht die Zeit, zu den Veranstaltungen der Querdenker zu gehen, aber verschiedene Freunde tun das und sagen, die Querdenker seien sehr beunruhigt durch die vielen Maßnahmen des Lockdowns, die sie als Verstoß gegen das Grundgesetz sehen. Und sie werden durch verschiedene Gerichtsurteile darin unterstützt.

Von daher bin ich dagegen, dass wir uns den Spaltungsorgien unterwerfen, sei es wegen Covid, sei es die AfD, seien es Querfrontvorwürfe, oder Klimavorwürfe in beiden Richtungen.

Ich bin für Frieden, gesunde Umwelt und gute soziale Verhältnisse, wie ich kürzlich bei der Ostermarschkundgebung auf dem Kohlmarkt wieder beteuerte. Und da geht es um Folgendes:

„Zusammenfassend müssen die Forderungen sein“:

Abrüsten statt Aufrüsten, die Preise müssen die ökologische Wahrheit sagen und Kooperation statt Konfrontation. Und: Wir brauchen eine Diskussionskultur, in der wir unter Berücksichtigung der Gewaltfreiheit alles ausdiskutieren können und wir sollten es aushalten, andere Meinungen anzuhören.

Herzliche Grüße, Helmut

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Ich glaube, dass „Ich“ gar nicht sterben kann…

Warum gibt es mich, was macht mich aus?

Das Ich in mir, dass ich mich empfinde, ist merkwürdig und nicht zu erklären. Daher glaube ich, dass das „Ich“ gar nicht sterben kann. Natürlich zerfällt mein Ich nach meinem Tod, aber die Essenz des Seins bleibt erhalten. Dies Essenz war schon immer und wird immer sein. Also vermute ich, dass ich nach „meinem“ Tod mich wieder zu meiner Essenz „ausbreite“.

Und was ich aus meinem momentanen Leben mache, ist auch sehr individuell. Auch daher habe ich beschlossen, meine verbleibenden Jahre fröhlich zu verbringen und mein Hobby zu verfolgen, mich für eine sympathische Menschheit einzusetzen…

Soweit mein optimistischer Ansatz…

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Sterbefälle in Deutschland im ersten Quartal 2021 über 3% niedriger als im Jahr 2018

Sterbefälle in Deutschland     https://wp.me/paI27O-34P

Coronas/Covid gegen Influenza/Grippe, statistisches Bundesamt

Sterbefälle in Deutschland im ersten Quartal (2021) 2% unter dem Schnitt der Jahre 2017-2018

Liebe Alle

Wie man nach meiner Meinung die Lage falsch in ihrer Bedeutung darlegt, möchte ich an der kurzen unteren Meldung und der Darstellung des Robert Koch Instituts von heute im Screenshot zeigen, den ihr original auf rki.de jeden Tag neu ansehen könnt: Vom 19.4. hier  (auf rki.de, dann „tägliche Situationsberichte“…)

   Im RKI Bericht ein tiefrotes Land, und im Bericht des Hamburger Abendblatts: Das meldete am 14.4., dass trotz der Pandemie laut dem Statistischen Bundesamt in diesem März weniger Menschen gestorben seien als im Durchschnitt der vier Jahre davor.

 Im gesamten ersten Quartal seien die Todeszahlen gegenüber 2017-2018 um zwei Prozent zurückgegangen. Ich vergleiche sie mit den Quartalen 2016-2020. Da liegen die Sterbezahlen an dritter Stelle  im Vergleich zu den fünf Jahren davor.

Die Zahlen sind im folgenden Link: Hier sind die aus den Origaldaten kopierten Zahlen: Da konnte man links das Inhaltverzeichnis sehen und auf “Sterbedaten monatlich in Deutschland von 2016-2021” klicken… (die standen auf Seite 66, die  Seitenzahlen sind ganz links oben)

Dort stand Folgendes:

         Sterbefälle laut dem statistischen Bundesamt: Sterbezahlen gesamt:

                                                                                                          1. Quartal gesamt:

2021:    Jan 105 874  Februar  81 316  März  81 359                  268.549

2020:              85 421                 80 067            87 516                       253.004

2019:             85 105                81 009          86 739                            252.853

2018:              84 973                 85 799            107 104                         277.876

2017:              96 033              90 649          82 934                               269.616

Durchnitt der zwei Werte mit den Grippeepidemien 2017 und 2018: 547492÷2=273.746 = etwa 2% höher als 268.549,

und über 3% höher als 2018… Und das zur Zeit der Haupttodesfälle an Covid, die man an den Kurven von ourworld in data sehen kann (etwas warten, bis das Bild aufgebaut ist. Dafür kann man dann links Länder zufügen oder abziehen, z.B. Schweden…)

Wie passt das zu den 80.000 Toten, die laut Steinmeier an oder mit Covid gestorben seien? Die sind ja laut den Daten von https://ourworldindata.org/covid-deaths überwiegend im Januar und Februar gestorben. Können Ihr mir den Widerspruch erklären? Warum wurde gegen die Grippe kein Lockdown verhängt?

Helmut Käss

Dies ist der Text aus dem Hamburger Abendblatt laut einem Arzt aus Hamburg, den er mir am 14.4. schickte: S.16

 „Wiesbaden: Trotz der Pandemie sind diesen März laut einer Hochrechnung auf S.16 im Hamburger Abendblatt heute deutlich weniger Menschen gestorben als in den Vorjahren. Demnach gab es bundesweit 81.359 Todesfälle – elf Prozent weniger als im März-Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020. Im gesamten ersten Quartal seien die Todeszahlen um zwei Prozent zurückgegangen. Ursache ist demnach die schwache Grippewelle. Insbesondere 2017 und 2018 seien die Sterbefallzahlen durch schwere Grippewellen erhöht gewesen. DPA“

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Kostengünstiger Strom aus erneuerbaren Energien als Schlüsselfaktor für die globale Energiewende zur Nachhaltigkeit

Originale:   https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0360544221007167  und   https://reader.elsevier.com/reader/sd/pii/S0360544221007167?token=C8BEC662EDA4F7259ABFED8F2C505ACF7BDC747DCE2CF60714E9505F61036EF78DED2B0FC1189ECA814A8570A8028562&originRegion=eu-west-1&originCreation=20210414073517

Kostengünstiger Strom aus erneuerbaren Energien als Schlüsselfaktor für die globale Energiewende zur Nachhaltigkeit

Autorenlinks öffnen Overlay-PanelDmitriiBogdanova
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https://doi.org/10.1016/j.energy.2021.120467
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Highlights-

Die Energiewende in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr ist weltweit machbar. Der Stromsektor entwickelt sich zum Rückgrat des gesamten Energiesystems.Defossilisierung und Elektrifizierung führen zu einem Anstieg der Gesamtsystemeffizienz. Das beschriebene Energiewende-Szenario ist kompatibel mit dem 1,5 °C-Ziel.-  Der Endenergiebedarf wächst in einem kostenoptimalen Pfad ohne Kohlendioxid-Entfernung.

Zusammenfassung

Die Bedrohung durch den Klimawandel und die Notwendigkeit, die globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen, erfordern weltweit beispiellose wirtschaftliche und soziale Veränderungen, einschließlich einer grundlegenden Transformation des globalen Energiesystems. Eine Energiewende ist in den meisten Regionen im Gange, vor allem im Stromsektor. Diese Studie zeigt die technische Machbarkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit von 100 % erneuerbaren Energiesystemen auf, einschließlich der Sektoren Strom, Wärme, Transport und Entsalzung. Es wird ein technologiebasierter, sektorübergreifender, multiregionaler und kostenoptimaler globaler Energiewendepfad für 145 regionale Energiesysteme vorgestellt, die in neun Hauptregionen der Welt unterteilt sind. Dieses mit dem 1,5 °C-Ziel kompatible Szenario mit schneller direkter und indirekter Elektrifizierung über Power-to-X-Prozesse und massiver Defossilisierung weist erhebliche Vorteile auf: 50 % Energieeinsparung, universeller Zugang zu Frischwasser und kostengünstige Energieversorgung. Es bietet auch einen Energiewendepfad, der vom derzeitigen fossil basierten System zu einer bezahlbaren, effizienten, nachhaltigen und sicheren Energiezukunft für die Welt führen könnte.

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Stichwörter, 100% erneuerbare Energie, Energiewende, Sektorenkopplung
Dekarbonisierung, Optimierung des Energiesystems, Stromsektor, Wärmesektor
Verkehrssektor,

1. Einleitung

Der Bericht zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs) [1] weist auf die Risiken hin, die durch die Auswirkungen des Klimawandels entstehen und die jahrzehntelangen Fortschritte bei Ungleichheit, Ernährungssicherheit und anderen SDGs untergraben und umkehren. In diesem Zusammenhang ist eine Transformation des globalen Energiesystems von höchster Relevanz, da die Energienutzung für den Großteil der globalen Treibhausgasemissionen (THG) verantwortlich ist [2]. Der Übergang zu einem höheren Anteil an erneuerbaren Energien (EE) wird das Erreichen eines universellen Zugangs zu sauberer und erschwinglicher Energie, die Reduzierung der THG-Emissionen und die Verringerung der Wasserknappheit durch den Wegfall des Süßwasserverbrauchs in thermischen Kraftwerken vereinfachen [3]. Dieser Übergang hat bereits begonnen, wobei erneuerbare Energien bis Ende 2019 mehr als 27 % der globalen Stromerzeugung liefern werden [4], darunter etwa 11 %, die durch neue erneuerbare Energietechnologien, hauptsächlich Windturbinen und Solar-Photovoltaik (PV), erzeugt werden. Angetrieben durch Kostensenkungen ist Strom aus erneuerbaren Energien zunehmend wettbewerbsfähig mit konventionellen thermischen Kraftwerken: In einigen Regionen sind die Kosten für EE niedriger als die Betriebskosten bestehender fossiler und nuklearer Kraftwerke [5], und Solar-PV hat sich als die kostengünstigste Stromerzeugungsquelle in der Geschichte der Menschheit herausgestellt [6]. Ein ähnlicher Trend ist im Wärmesektor zu beobachten: Etwa 10,1 % der 2019 weltweit verbrauchten Wärme wurde aus nachhaltigen Quellen erzeugt, einschließlich erneuerbarem Strom [4]. Der Verkehrssektor hinkt bei der Einführung nachhaltiger Lösungen immer noch hinterher: Trotz der rasanten Entwicklung von Elektrifizierung, Hybriden und synthetischen Kraftstoffen tragen Öl und Erdölprodukte den größten Teil des Energiebedarfs bei.

Viele globale Energieszenarien haben versucht, die zukünftige Transformation der Energiesysteme auf der Grundlage einer Vielzahl von Annahmen, Methoden und Zielen aus nationaler und globaler Perspektive zu projizieren [7].

Die meisten Studien zur globalen Energiewende präsentieren Pfade, die auch im Jahr 2050 zu CO2-Emissionen führen, die nicht mit den Zielen des Pariser Abkommens vereinbar sind (wie bei den meisten globalen IEA-Szenarien mit Ausnahme des NZE2050 im aktuellen WEO 2020 [6]) und von der Rolle von Technologien mit fragwürdiger Nachhaltigkeit (fossile CCS und Kernkraft) abhängen, wie im Global Energy Assessment des International Institute for System Analysis (IIASA) [8], während spätere Studien wie Grubler et al. [9] einen Rückgang der Endenergienachfrage bis 2050 in Betracht ziehen, trotz steigender Bevölkerung, Einkommen und Aktivität. Das Centre for Alternative Technology [10] skizziert Szenarien auf globaler, regionaler, nationaler und subnationaler Ebene, die zeigen, wie die Ziele des Pariser Abkommens realisiert werden könnten. Die meisten Studien zeigen Wege zum Ausstieg aus nicht-nachhaltigen Technologien auf und integrieren gleichzeitig nachhaltige erneuerbare Energieoptionen, um den steigenden Energiebedarf der zukünftigen globalen Gesellschaft zu decken. Mehrere Studien auf globaler Ebene mit unterschiedlichen Modellen und Annahmen zeigen, dass ein solcher Übergang bis 2050 erreicht werden kann: Pursiheimo et al. [11] mit dem TIMES-VTT-Modell, Löffler et al. [12] mit GENeSYS-MOD, Jacobson et al. [13] und Teske [14] haben unterschiedliche regionale Strukturen, Technologieportfolios, technische und finanzielle Annahmen, aber alle beweisen, dass ein auf erneuerbaren Energien basierendes System im Vergleich zum konventionellen System höchst wettbewerbsfähig ist. Jacobson et al. [15] und Teske et al. [14] zeigen außerdem, dass sich die Vorteile eines auf erneuerbaren Energien basierenden Systems nicht auf einen radikalen Rückgang der THG-Emissionen und niedrige Energiesystemkosten beschränken, sondern auch zu niedrigeren sozialen Kosten und zusätzlichen Arbeitsplätzen führen. Einschränkungen in verschiedenen Methoden globaler Energieszenarien führen jedoch dazu, dass einige von ihnen die Rolle von Speichertechnologien in zukünftigen Energiesystemen [7] und die Auswirkungen von sektorenkoppelnden Power-to-X-Technologien, nämlich Power-to-Heat und synthetische Kraftstoffproduktion, nicht berücksichtigen. Hansen et al. [16] geben einen Überblick über Studien zu 100 % erneuerbaren Energiesystemen und betonen die Bedeutung von Multisektoranalysen, stündlicher zeitlicher Auflösung, Sektorkopplung und Power-to-X-Technologien. Um volle Nachhaltigkeit zu erreichen, sollte der Einsatz von Biokraftstoffen auf unvermeidbare Reststoffe beschränkt werden und synthetische Kraftstoffe müssen eine größere Rolle spielen, damit die Kraftstoffproduktion nicht mit dem Nahrungsmittelanbau konkurriert. Das aufkommende Problem der Wasserknappheit muss berücksichtigt werden, wenn man den zusätzlichen Energiebedarf für Wasserentsalzung, -aufbereitung und -transport in Betracht zieht, um den universellen Zugang zu sauberem Wasser für den privaten, landwirtschaftlichen und industriellen Gebrauch zu ermöglichen [17].

Während das globale Energiesystem und die Faktoren, die es beeinflussen, weitaus komplexer sind als das, was jedes Szenario oder jede Erzählung erfassen kann, präsentiert diese Forschung einen möglichen kostengetriebenen Übergang des Energiesystems von der gegenwärtigen Struktur (2015) hin zu einem vollständig nachhaltigen, zu 100 % erneuerbaren System im Jahr 2050, in hoher regionaler und stündlicher zeitlicher Auflösung über die Sektoren Strom, Wärme, Transport und Meerwasserentsalzung. Dieses Szenario stellt einen möglichen globalen Pfad für die Defossilisierung des gegenwärtigen Energiesystems dar, um die Anforderungen des 1,5 °C-Szenarios des IPCC auf kostengünstige Weise zu erfüllen.
2. Methoden

Das LUT-Energiesystem-Übergangsmodell, das ursprünglich für den Stromsektor [18] angewandt wurde, wird weiter ausgebaut, um alle relevanten Energiedaten über Strom, Wärme, Transport und Entsalzung in 145 Subregionen der Welt zusammenzufassen. Dieser neuartige Ansatz ermöglicht eine dezentralere, kostengesteuerte Optimierung der Energiewende in 145 Subregionen der Welt, die ihren Energiebedarf durch die in den entsprechenden Subregionen verfügbaren Ressourcen decken können. Schließlich führt eine Nachbearbeitung der Ergebnisse, die Analysen und Visualisierungen aus den 145 Subregionen beinhaltet, zu kompilierten Ergebnissen für neun Hauptregionen, Europa, Eurasien, Naher Osten-Nordafrika (MENA), Afrika südlich der Sahara (SSA), Südasien (SAARC), Nordostasien, Südostasien, Nordamerika und Südamerika, die weiter zu globalen Ergebnissen aggregiert werden. Die hohen zeitlichen und räumlichen Auflösungen ermöglichen es, einen Cooper-Plate-Effekt zu vermeiden, indem die Auswirkungen der VRE-Integration detaillierter bewertet werden und die Rolle von Speichern, Flexibilitätsoptionen und regionalen Netzverbindungen beim Ausgleich von Energiesystemen mit hohen Anteilen von EE beurteilt wird.
2.1. Modellbeschreibung

Die Modellierung der Energiewende wurde mit dem LUT Energy System Transition Modell [18] durchgeführt, das ein Energiesystem unter bestimmten Randbedingungen für einen umfassenden Satz von Energie-, Erzeugungs-, Speicher- und Transformationstechnologien optimiert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Modellen, die für globale Energiesystemstudien verwendet werden und normalerweise den Ansatz von Zeitscheiben verwenden (MESSAGE, MARKAL, TIMES, GENeSYS-MOD), optimiert das LUT-Modell das Energiesystem in voller stündlicher Auflösung.

Dies ermöglicht eine detailliertere Betrachtung der Variabilitätseffekte von EE auf Energiesysteme, wodurch das Gleichgewicht von Energiebedarf und -angebot für alle Stunden des Jahres sichergestellt wird. Das Modell verwendet eine myopische Vorausschau. In dieser Studie wird die Simulation für Fünf-Jahres-Intervalle von 2015 bis 2050 angewandt, die den gekoppelten Strom- und Wärmesektor, den Transportsektor und den Energiebedarf für die Entsalzung umfassen. Ein Multi-Knoten-Ansatz ermöglicht die Beschreibung jeder gewünschten Konfiguration von Teilregionen und Stromübertragungsverbindungen. Die Hauptbeschränkung für die Optimierung ist die Übereinstimmung von Energieangebot und -nachfrage für jede Stunde des angewandten Jahres und das Optimierungsziel ist das Minimum der jährlichen Gesamtkosten des Systems. Die Energieversorgung wird für Elektrizität, Wärme auf drei Temperaturniveaus und Transportbrennstoffe modelliert: Wasserstoff (gasförmig, flüssig), Methan (gasförmig, flüssig) und flüssige Kohlenwasserstoffe, bestehend aus Benzin, Diesel, Schiffstreibstoff und Düsentreibstoff. Die volle stündliche Auflösung des Modells erhöht die Berechnungszeit erheblich. Sie garantiert jedoch, dass für jede Stunde des Jahres das Gesamtangebot innerhalb einer Teilregion den lokalen Bedarf deckt und ermöglicht eine genauere Systembeschreibung einschließlich der Synergieeffekte der verschiedenen Systemkomponenten. Das Modell basiert auf einer linearen Optimierung und wird auf einer stündlichen Auflösung für ein ganzes Jahr in zwei Stufen durchgeführt. Zunächst wird eine Prosumer-Simulation auf Basis der jährlichen Energiekosten in Abhängigkeit von der Eigenerzeugung und den lokalen Endkundenenergiepreisen durchgeführt, um die kostengünstigsten Energieoptionen für Prosumer in den Teilregionen zu ermitteln. Der nächste Schritt beinhaltet eine Gesamtenergiesystem-Simulation über die verschiedenen Sektoren hinweg, um kostenoptimale Energiemixe von 2015 bis 2050 für die entsprechenden Teilregionen abzuleiten. Das Modell gewährleistet eine hohe Berechnungsgenauigkeit und zuverlässige Ergebnisse. Die Kosten des Gesamtsystems werden als Summe der annualisierten Kapitalausgaben einschließlich der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten, der Betriebsausgaben (einschließlich der Rampenkosten), der Brennstoffkosten und der Kosten für THG-Emissionen für alle verfügbaren Technologien berechnet. Die detaillierte Beschreibung des LUT Energy System Transition Modells ist im Supplementary Material im Anhang A (Abschnitt 1. Modellbeschreibung) zu finden. Prina et al. [19] verglichen Modelle für stark erneuerbare Energiesysteme in den Hauptkategorien: Auflösung in der Zeit, im Raum, im techno-ökonomischen Detail, in der Sektorkopplung und für die Transparenz. Unter allen langfristigen Energiewende-Modellen erhielt das LUT-Modell die höchste Punktzahl, was die Wirksamkeit dieser Ergebnisse weiter untermauert.
2.2. Angewandte Technologien

Um den Übergang der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr hin zu einer EE-basierten Energieversorgung zu beschreiben, wurde in der Modellierung eine breite Liste von Technologien berücksichtigt, die insgesamt in sechs Hauptkategorien eingeteilt werden können.

Elektrizitätserzeugung: EE, fossile und nukleare Technologien;-

Wärmeerzeugung: RE und fossile Technologien; – Wärmeerzeugung: RE und fossile Technologien;-

Transport: Straße, Schiene, Marine und Luftfahrt;-

Energiespeicherung: Strom, Wärme und Kraftstoffe;-

Kopplungstechnologien im Energiesektor;-

Technologien zur Übertragung von Elektrizität.

Auf fossilen Brennstoffen basierende Stromerzeugungstechnologien umfassen Kondensationskohlekraftwerke, ölbasierte Verbrennungsmotoren (ICE), Open-Cycle- (OCGT) und Gas- und Dampfturbinen (CCGT), auf Kernspaltung basierende Kernkraftwerke sowie kohle-, gas- und ölbasierte Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK). Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien umfasst Solar-PV-Technologien (optimal aufgeständerte, einachsig Nord-Süd-nachgeführte und Aufdach-PV für die Segmente Wohnen, Gewerbe und Industrie), Windturbinen (Onshore, Offshore), Wasserkraft (Lauf- und Speicherkraftwerke), Geothermie und Bioenergie (feste Biomassekraftwerke und KWK, Biogas- und Abfallverbrennungs-KWK).

Heiztechnologien werden in Fernwärme- oder Nutzwärme-Technologien unterteilt, einschließlich fossiler Brennstoffkessel (Kohle-, Gas- und Ölkessel), direkter elektrischer Heizung und Nutzwärmepumpen, Parabolfelder für konzentrierende Solarthermie (CSP), geothermische und feste Biomasse-Fernwärmeanlagen. Zu den einzelnen Heiztechnologien gehören kleine Heizkessel für fossile Brennstoffe (Gas und Öl), direkte elektrische Heizungen und Wärmepumpen, feste Biomasse und Biogas-Heizkessel.

Der Transportsektor wird in vier Kategorien unterteilt: Straße, Schiene, Schifffahrt und Luftfahrt. Der Personenverkehr auf der Straße wird in leichte Nutzfahrzeuge (LDV), Busse und 2-3 Radfahrzeuge (2/3W) unterteilt. Der Straßengüterverkehr wird in mittelschwere Fahrzeuge (MDV) und schwere Fahrzeuge (HDV) unterteilt. Für alle Straßenverkehrsfahrzeuge berücksichtigt das Modell vier Antriebsarten: konventionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (ICE), Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (PHEV), batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) und wasserstoffbasierte Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV).

Der Personen- und Güterverkehr auf der Schiene setzt sich aus elektromotorisch angetriebenen und ICE-Zügen zusammen. Der Personen- und Güterverkehr auf See wird durch Schiffe mit Elektromotor, Flüssiggas (LNG) und ICE-Antrieb mit flüssigen Kraftstoffen repräsentiert. Der Personen- und Güterverkehr in der Luftfahrt besteht aus elektrisch, mit Wasserstoff und mit flüssigen Kraftstoffen betriebenen Flugzeugen.

Speichertechnologien können in drei Hauptkategorien unterteilt werden. Kurzzeitspeicher: Batterie und Pumpspeicherkraftwerke (PHES). Mittelfristige Speichertechnologien sind adiabatische Druckluftenergiespeicher (A-CAES), thermische Hoch- und Mitteltemperatur-Energiespeichertechnologien (TES). Langfristige Gasspeicherung einschließlich Power-to-Gas (PtG)-Technologie.

Technologien zur Sektorkopplung umfassen Technologien zur Brennstoffsynthese: Elektrolyseure und weitere Technologien zur H2-to-X-Synthese; Power-to-Heat (direkte elektrische Heizungen, Wärmepumpen im Fern- und Einzelmaßstab) und Heat-to-Power (Dampfturbinen); und andere: Meerwasserentsalzung, Wasserspeicherung und Pumpentechnologien. Diese Technologien ermöglichen es, Energie oder Produkte aus einem Sektor in wertvolle Dienstleistungen oder Energie für einen anderen Sektor umzuwandeln, was die Gesamteffizienz des Systems erhöht und zusätzliche Flexibilität für das System bietet.

Zu den Stromübertragungstechnologien gehören Hochspannungs-Wechselstrom- (HGÜ) und Gleichstromleitungen (HGÜ) sowie AC/DC-Wandler, die es ermöglichen, die Wechselstromnetze der Regionen innerhalb der Länder miteinander zu verbinden, wobei die Stromnetze der Länder nicht miteinander verbunden sind. Die Struktur der regionalen Wechselstromnetze der Regionen wird nicht modelliert, aber die Entwicklungstrends der regionalen Netze werden in den Gesamtverlusten der Stromübertragung und -verteilung berücksichtigt [20].
2.3. Finanzielle und technische Annahmen

Die finanziellen und technischen Annahmen werden größtenteils von der Europäischen Kommission [21] übernommen, aber auch von verschiedenen anderen referenzierten Quellen [[22], [23], [24], [25], [26], [27], [28], [29], [30], [31], [32], [33], [34], [35], [36], [37], [38], [39], [40], [41], [42], [43], [44], [45], [46], [47], [48], [49], [50]]. Die finanziellen und technischen Annahmen für alle Strom- und Wärmeerzeugungskapazitäten, Speicher-, Übertragungs- und Sektorkopplungstechnologien und Brennstoffe mit ihren jeweiligen Referenzen sind in Anhang A (Tabellen A1-A4) dargestellt. Die Annahmen werden in 5-Jahres-Zeitschritten für die Jahre 2015-2050 getroffen. Für alle Szenarien werden die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) auf 7 % gesetzt, aber für private PV-Prosumer wird der WACC aufgrund der geringeren Erwartung finanzieller Erträge auf 4 % gesetzt. Die Anwendung regionalspezifischer WACC-Niveaus würde zu genaueren Ergebnissen führen, jedoch gibt es nur begrenzte Forschung in Bezug auf die Entwicklung von WACC auf lange Sicht, die länderspezifische Variationen erfasst [51]. Die Strompreise für private, gewerbliche und industrielle Verbraucher wurden für jede Region nach Gerlach et al. [52] abgeleitet und nach Breyer et al. [53] auf das Jahr 2050 erweitert. Der von Prosumern erzeugte Überschussstrom wird in das nationale Netz eingespeist und zu einem Verrechnungspreis von 0,02 €/kWh angenommen. Das Modell stellt sicher, dass Prosumer ihren eigenen Strombedarf befriedigen, bevor sie Überschüsse ins Netz einspeisen.
2.4. Nachfrage und Ressourcenpotenzial für erneuerbare Technologien

Die Stromnachfrage basiert größtenteils auf Daten zum Wachstum des Stromverbrauchs von der IEA [45] und lokalen Quellen, wie in Bogdanov et al. [18] beschrieben, und Projektionen für Übertragungs- und Verteilungsnetzverluste wurden von Sadovskaia et al. [20] übernommen. Der Wärmebedarf basiert auf einem Bericht von Barbosa [54]. Der Bedarf an Entsalzungsanlagen wurde von Caldera und Breyer [55] übernommen. Der Transportbedarf ist aus Khalili et al. [56] entnommen. Die Annahmen für den Strom-, Wärme-, Transport- und Entsalzungsbedarf für jeden Schritt des Übergangs sind in Anhang A (Tabelle A5) aufgeführt.

Die Kapazitätsfaktorprofile für optimal fixierte, geneigte PV, CSP und Windenergie werden nach Bogdanov et al. [57] unter Verwendung globaler Wetterdaten für das Jahr 2005 von der NASA [58,59] berechnet und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt [60] reproduziert, einachsig nachgeführte PV-Kapazitätsfaktorprofile werden nach Afanasyeva et al. berechnet [61]. Die Wasserkraft-Einspeiseprofile werden auf Basis der monatlich aufgelösten Flussabflussdaten für das Jahr 2005 [62] als normalisierter, gewogener Durchschnittsabfluss an Standorten bestehender Wasserkraftwerke berechnet.

Die Potenziale für nachhaltige Biomasse- und Abfallressourcen basieren auf Bunzel et al. [63] und werden in drei Hauptkategorien eingeteilt: feste Abfälle (nicht verwertbare Siedlungsabfälle und Altholz), feste land- und forstwirtschaftliche Reststoffe und Biogaseinsatzstoffe (kommunale Bioabfälle, Gülle, Klärschlamm). Die Annahmen berücksichtigen hohe Recyclingraten für Plastik, Pappe und Papier, was den Einsatz von Rohstoffen für Müllverbrennungsanlagen begrenzt, und hohe Sammelraten von Biogas-Einsatzstoffen, was den wertvollen Biogas-Zufluss erhöht und den Austritt von Deponiegasen als Emissionen begrenzt.

Die Kosten für Biomasse werden anhand von Daten der IEA [64] und Daten des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) [65] berechnet. Es wird angenommen, dass die Gate Fee im Jahr 2015 im Bereich von 50-100 €/Tonne liegt und bis 2050 in allen Regionen auf 100 €/Tonne ansteigt. Die regionsspezifischen festen land- und forstwirtschaftlichen Reststoffe, Biogas und feste Abfälle sowie die entsprechenden Kostenannahmen sind in Anhang A (Tabelle A6) dargestellt.

Das geothermische Energiepotenzial wurde nach der in Aghahosseini et al. [66] beschriebenen Methode berechnet. Das A-CAES-Speicherpotenzial basiert auf einer globalen A-CAES-Ressourcenbewertung [67].
3. Ergebnisse und Diskussion
3.1. Szenario mit hoher Elektrifizierung

Die Entwicklung des Energiesektors, der sich aus den Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Entsalzung zusammensetzt, ist durch einen dynamisch wachsenden Strombedarf gekennzeichnet, der durch die Elektrifizierung des Energiesystems und das kontinuierliche Wachstum der Endenergienachfrage in den Entwicklungs- und Schwellenländern getrieben wird. Die globale durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) des Endenergiebedarfs liegt bei etwa 1 %, wobei die Wachstumsraten in den Entwicklungsländern wesentlich höher sind.

Die Annahmen für den Antriebsstrang erfassen den Übergang von einem auf fossilen Brennstoffen basierenden Verkehrssektor zu einem Sektor mit einem hohen Maß an direkter Elektrifizierung und der Einführung synthetischer Kraftstoffe, basierend auf indirekter Elektrifizierung [56]. Andere Sektoren stehen ebenfalls vor einer umfassenden Elektrifizierung aufgrund der insgesamt sinkenden Kosten für Strom sowie strombasierte Heiz- und Entsalzungstechnologien. Im Rahmen dieses Szenarios mit hohem Elektrifizierungsgrad wird erwartet, dass Elektrizität bis 2050 zum dominierenden Energieträger mit einem TPED-Anteil von ca. 89 % wird, während die Nutzung fossiler Brennstoffe auf Null sinkt, was auf eine grundlegende Veränderung des weltweiten Energieverbrauchs hindeutet. Die direkte und indirekte Elektrifizierung zusammen mit dem Wachstum des Anteils der erneuerbaren Stromerzeugung im Stromsektor führt zu einer erheblichen Steigerung der Gesamtenergieeffizienz. Diese defossilisierungs- und elektrifizierungsbedingten Effizienzgewinne führen zu einer Entkopplung der Wachstumsraten von End- und Primärenergie während des Übergangsprozesses, wie in Abb. 1 dargestellt. Trotz des Wachstums der Energiedienstleistungen und des Endenergiebedarfs sinkt der Gesamtprimärenergiebedarf (TPED) von ca. 125.000 TWh im Jahr 2015 für die genannten Energiesektoren bis 2035 auf ca. 105.000 TWh und steigt bis 2050 auf 150.000 TWh, was eine CAGR von 0,5 % ergibt. Im Vergleich dazu würde ein Fortschreiten der derzeitigen Praktiken mit geringen Anteilen an Elektrifizierung und einem hauptsächlich auf fossilen Brennstoffen basierenden Energiesystem zu einem TPED von fast 300.000 TWh bis 2050 führen, was eine CAGR von 2,5 % impliziert. Diese Auswirkung auf das Energiesystem ist eines der grundlegendsten Ergebnisse dieser Untersuchung, da sie zu Effizienzeinsparungen von fast 150.000 TWh (ca. 49 %) im Vergleich zur Fortführung der derzeitigen Praktiken mit geringen Elektrifizierungsanteilen führt, während die Energiedienstleistungen stetig ausgebaut werden können. Darüber hinaus ist dies in den verschiedenen Regionen der Welt sehr unterschiedlich: Regionen mit einem bereits hohen Anteil an erneuerbaren Energien an der Elektrifizierung gewinnen weniger, z. B. Norwegen [68], während Regionen mit weniger effizienten Energiesystemen am meisten gewinnen, z. B. das ölreiche Libyen und Saudi-Arabien. Das solarreiche Afrika, das den Großteil seiner Energieinfrastruktur erst noch entwickeln muss, kann den Sprung in ein hoch elektrifiziertes Energiesystem der Zukunft schaffen [69] (siehe Abb. 1). Die TPED wird auf Basis der PECM-Methode (Physical Energy Content Method) der IEA berechnet, während andere Methoden zu unterschiedlichen TPEDs führen, d. h. die Partial Substitution Method (PSM) würde zu einer höheren TPED führen, während die Direct Equivalent Method zu einer niedrigeren TPED führen würde [70]. Die PECM definiert Primärenergie als die physikalisch gewonnene Energie bei der ersten Entnahme aus der Natur und setzt alle Energieträger und Technologien auf dieser fundamentalen Ausgangsbasis des menschlichen Handelns gerecht gleich.
Abb. 1

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Abb. 1. Globaler Primärenergiebedarf nach Sektoren (links) einschließlich der Effizienzgewinne beim Primärenergiebedarf, wie durch gestrichelte Linien für fehlende Effizienzsteigerungen angezeigt, und Primärenergiebedarf pro Kopf (rechts) während der Energiewende von 2015 bis 2050.

Trotz des prognostizierten Anstiegs des Pro-Kopf-Verbrauchs von Energiedienstleistungen sinkt der durchschnittliche Pro-Kopf-Primärenergiebedarf von etwa 17 MWh/Kopf im Jahr 2015 auf etwa 15 MWh/Kopf im Jahr 2050. Nur das prognostizierte Bevölkerungswachstum von 7,2 auf 9,7 Milliarden bis 2050 [71] führt zu einem absoluten TPED-Wachstum.

Eine weitere Kennzahl für die Effizienz von erneuerbaren Energiesystemen ist die Drosselung der Stromerzeugung. Trotz der Variabilität der Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien ist die Abregelung im System mit etwa 3,5 % der gesamten Stromerzeugung im Jahr 2050 recht gering.

Diese geringe Einschränkung resultiert aus der Kombination von Flexibilitätsoptionen, hauptsächlich Batteriespeicher, die die tageszeitliche PV-Erzeugung ausgleichen, und flexiblem Lastmanagement aus der synthetischen Brennstofferzeugung, insbesondere Elektrolyseuren.
3.2. Evolutionäre Übergangssprünge

Zur Unterstützung der Energiewende vollzieht sich bei der globalen Stromerzeugung ein rascher Evolutionssprung von überwiegend fossilen Brennstoffen im Jahr 2015 hin zu 98 % erneuerbaren Energien im Jahr 2040 und zu einer vollständigen Nullemission von Treibhausgasen im Jahr 2050. Die treibende Kraft sind die Kosten der Stromerzeugungstechnologien, wobei sich die Solar-PV in einer kostenoptimalen Energiewende als wichtigste Stromversorgungsquelle herauskristallisiert und von nur 1 % im Jahr 2015 auf rund 32 % im Jahr 2030 und weiter auf 76 % im Jahr 2050 ansteigt (siehe Abb. 2). Dieses exponentielle Wachstum der PV-Stromversorgung ist auch auf die hervorragende Verteilung der Ressourcen über die Welt zurückzuführen. Windenergie ist die wichtigste Quelle für erneuerbare Energien in der Anfangsphase der Energiewende, wobei ihr Anteil an der Stromversorgung bis 2030 auf 42 % ansteigt. Danach sinkt der Anteil der Windenergie mit der zunehmenden Kosteneffizienz der Photovoltaik bis 2050 kontinuierlich auf etwa 20 %, während er in absoluten Zahlen bis 2045 weiter wächst. Wasserkraft, Geothermie und Bioenergie haben bis 2050 einen gewissen Anteil am globalen Strommix, wobei sie aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit von Ressourcen während des Übergangs eine ergänzende Rolle spielen. In einigen Regionen der Welt tragen sie jedoch erheblich zur Energieversorgung bei und haben einen großen Anteil an der Energieversorgung während des Übergangs. Der Wert von Wasserkraft aus Stauseen und Bioenergie ist aufgrund ihrer Dispatchability hoch. Auf der anderen Seite wird beobachtet, dass die Anteile fossiler Brennstoffe und der Kernenergie am Stromerzeugungsmix während der Übergangszeit vollständig zurückgehen, da sie im Vergleich zu den erneuerbaren Energien unwirtschaftlich werden (siehe Abb. 2). Das gesamte Stromangebot steigt von knapp 24 PWh im Jahr 2015 auf 137 PWh im Jahr 2050. Haupttreiber ist das schnelle Wachstum der Stromnachfrage aus den elektrifizierten Sektoren Wärme, Verkehr und Entsalzung, während die Stromnachfrage aus dem Stromsektor (ohne Wärme, Verkehr und Entsalzung) bis 2050 auf nur etwa 41 TWh ansteigt. Darüber hinaus sinkt der Anteil des Stroms für den Stromsektor von über 83 % im Jahr 2015 auf nur noch etwa 30 % im Jahr 2050, was den deutlichen Anstieg der Stromnachfrage aus den anderen Sektoren verdeutlicht. Die Wachstumsrate des Stromangebots ist in den Entwicklungsregionen sogar noch höher, wo die Elektrifizierung durch das Gesamtwachstum des Energieverbrauchs pro Kopf vorangetrieben wird, wobei versucht wird, die Lücke beim Energiezugang zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zu schließen.
Abb. 2

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Abb. 2. Globale – technologieabhängige Stromerzeugung (links) und technologieabhängige Wärmeerzeugung (rechts) während der Energiewende von 2015 bis 2050.

In ähnlicher Weise geht die globale Wärmeerzeugung von einem hohen Anteil an Wärme auf Basis fossiler Brennstoffe im Jahr 2015 zu Wärme auf Basis elektrischer und erneuerbarer Energien im Jahr 2050 über. Wärmepumpen und elektrische Heizungen im Allgemeinen spielen eine bedeutende Rolle im Wärmesektor mit einem Anteil von über 40 % an der Wärmeerzeugung bis 2050 auf den Ebenen Fernwärme (DH) und individuelle Heizung (IH), wie in Abb. 2 dargestellt. Zusätzlich tragen einige Anteile von nicht-fossilen gas- und biomassebasierten Heizungen zur Deckung des industriellen Prozesswärmebedarfs bei. Die Anteile der kohlebasierten Wärme sowie der fossilen Öl- und Gasheizungen sinken im Laufe des Übergangs von mehr als 75 % im Jahr 2015 auf Null im Jahr 2050.

Die Elektrifizierung des Wärme- und Verkehrssektors sowie der zusätzliche Strombedarf für die Entsalzung haben einen starken Einfluss auf die Defossilisierung des Strom- und Wärmesektors. Die direkte Elektrifizierung des Verkehrssektors führt zu einem zusätzlichen Strombedarf von 13.000 TWhel im Jahr 2050 im Vergleich zu 477 TWhel im Jahr 2015, während die indirekte Elektrifizierung zu einem weiteren zusätzlichen Strombedarf von 39.000 TWhel führt, um synthetische Kraftstoffe im Jahr 2050 zu erzeugen: Wasserstoff, Methan, LH2, LNG und Fischer-Tropsch (FT)-Kraftstoffe. Der prognostizierte Bedarf an Wasserentsalzung wird in den meisten wasserarmen Regionen im Jahr 2050 1100 bm3 erreichen, was zu einem zusätzlichen Strombedarf von 5900 TWhel für den Betrieb von Meerwasser-Umkehrosmoseanlagen und Wassertransportsystemen führen wird. Das rasche Wachstum der Stromnachfrage während des Übergangs erhöht die Nachfrage nach neuen Stromerzeugungskapazitäten und führt folglich zu sinkenden Anteilen von Strom aus fossilen Brennstoffen im Erzeugungsmix. Ohne ein hohes Maß an Sektorkopplung und zusätzlichen Strombedarf aus Wärme, Verkehr und Entsalzung würde die Stromerzeugung im Jahr 2050 bei ca. 40.000 TWh liegen und fossile Erzeugungskapazitäten würden während des Übergangs eine bedeutendere Rolle spielen.
3.3. Kritische Rolle der Solar-PV – Utility-Scale und Prosumers

Es wird erwartet, dass sich die Solar-PV zur wichtigsten Energieversorgungstechnologie entwickeln wird, ähnlich der Schlussfolgerung von Creutzig et al. [72]. Der größte Anteil von Solar-PV am gesamten Erzeugungsmix wird vor allem im Sonnengürtel und in entwickelten Ländern erreicht. In den Ländern des Sonnengürtels machen perfekte solare Bedingungen die großflächige Solar-PV konkurrenzlos, während in den entwickelten Ländern PV-Prosumer aufgrund hoher Stromverkaufspreise und entsprechend attraktiver Wirtschaftlichkeit einen bedeutenden Anteil am Kapazitätsmix ausmachen. Dies lässt sich an dem krassen Unterschied in den Anteilen von PV-Prosumer-Strom in den meisten europäischen Ländern mit hohen Anteilen erkennen. In Russland und den angrenzenden Ländern, die derzeit niedrige (stark subventionierte) Endkundenstrompreise haben, ist der Anteil von PV-Prosumer-Strom dagegen deutlich geringer (siehe Abb. 3).
Abb. 3

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Abb. 3. Regionale Variation des Anteils der Stromerzeugung aus großflächiger Solar-PV (links) und PV-Prosumern (rechts) auf globaler Ebene im Jahr 2050.
3.4. Lokale ressourcengesteuerte Energiesysteme

Die regionale Struktur der Strom- und Wärmeversorgung ist stark von der lokalen Ressourcenverfügbarkeit und deren Übereinstimmung mit den Energieverbrauchsprofilen abhängig. Die Solar-PV-Kapazitäten sind gut über die verschiedenen Regionen der Welt verteilt und erreichen eine installierte Gesamtkapazität von 63.380 GW im Jahr 2050. Während die Windenergiekapazitäten im Jahr 2050 eine installierte Gesamtkapazität von 8130 GW erreichen und überwiegend in Breitengraden von 45⁰ N und höher liegen, die einen starken Effekt der Saisonalität des Energieverbrauchs und der erneuerbaren Stromerzeugung aufweisen, d. h. Teile Nordamerikas, Europas und Eurasiens haben höhere Windenergiekapazitäten (siehe Abb. 4).
Abb. 4

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Abb. 4. Regionale Verteilung von Stromerzeugungskapazitäten (oben links), Stromerzeugung (oben rechts), Stromspeicherkapazitäten (Mitte links), Stromspeicherleistung (Mitte rechts), Wärmespeicherkapazitäten (unten links) und Wärmespeicherleistung (unten rechts) im Jahr 2050.

In einem System, das massiv von variablen erneuerbaren Energiequellen wie PV- und Windstrom abhängig ist, spielt die Speicherung eine entscheidende Rolle bei der Abstimmung von Angebot und Nachfrage. Utility-Scale- und Prosumer-Batterien tragen einen Großteil der Stromspeicherkapazitäten bei, mit einigen Anteilen von Pumpspeichern (PHES) und Druckluftspeichern (A-CAES) bis 2050, wie in Abb. 4 dargestellt. Batterien, sowohl Prosumer als auch Utility-Scale, liefern bis 2050 die größten Anteile der Leistung, wie in Abb. 4 dargestellt. Der Anteil der Leistung von Prosumer-Batterien ist in den am weitesten entwickelten Regionen mit hohen PV-Prosumer-Kapazitäten, insbesondere in Europa und Nordamerika, relativ höher, während Utility-Scale-Batterien in den südlichen Regionen von MENA, SAARC und Nordostasien höhere Leistungen liefern. PHES und A-CAES tragen in den verschiedenen Regionen der Welt komplementäre Anteile an der Stromspeicherleistung durch den Übergang bei. Was die Wärme betrifft, so werden Gasspeicher in allen Regionen in erster Linie als Pufferspeicher für die Produktion von Biomethan und synthetischem Erdgas sowie als saisonale Speicher installiert. Auf globaler Ebene tragen Biomethan und synthetisches Erdgas 0,29 % bzw. 0,14 % zur Gesamtstromversorgung bei, während Wasserstoff in dieser Untersuchung nicht als saisonaler Speicher für Strom betrachtet wird. Ihre Rolle ist jedoch in Regionen mit hohen Breitengraden, in denen eine langfristige Speicherung für den saisonalen Ausgleich erforderlich ist, bedeutender. Ein gut ausbalanciertes und optimiertes 100%iges erneuerbares Energiesystem benötigt nicht viel saisonalen Ausgleich in Form von gespeicherten gasförmigen Verbindungen. Hochtemperatur- und Fernwärme-Wärmespeicher (TES) tragen reichlich zur Leistung bei, da sie zum Ausgleich kurz- bis mittelfristiger Wärmebedarfsschwankungen eingesetzt werden.
3.5. Kostenoptimaler Energiewendepfad

Erneuerbare Energieerzeugung zusammen mit Strom- und Wärmespeichertechnologien entwickeln sich in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts zu den Grundpfeilern des globalen Energieversorgungssystems und verändern das System, während die nivellierten Energiekosten während des Übergangs stabil bleiben. Die nivellierten Energiekosten sind definiert als die annualisierten Kosten des Energiesystems pro Einheit des Endenergiebedarfs. Die für diesen Übergang erforderlichen Investitionen sind in Abb. 5 dargestellt.
Abb. 5

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Abb. 5. Investitionsausgaben für Fünfjahresintervalle (links) und nivellierte Energiekosten (rechts) des gesamten Energiesystems während der Energiewende von 2015 bis 2050. Die nivellierten Energiekosten werden zunehmend von den Kapitalkosten dominiert, da die Brennstoffkosten in der Übergangsphase an Bedeutung verlieren, was für die Länder der Welt ein höheres Maß an Energiesicherheit bedeutet.

Die Investitionen, d. h. die Investitionsausgaben für installierte Kapazitäten von Energietechnologien, die in den 5-Jahres-Zeiträumen anfallen, sind gut auf eine Reihe von Technologien verteilt. Der Großteil der Investitionen entfällt auf den Stromsektor, der zum Rückgrat des gesamten Energiesystems wird: Photovoltaik, Windenergie und Batterien werden installiert, um die auf fossilen Brennstoffen basierende Erzeugung zu ersetzen und den wachsenden Strombedarf aller Energiesektoren zu decken. Die Kapazitäten für Wärmepumpen und Technologien zur Herstellung synthetischer Brennstoffe werden hauptsächlich in den späteren Phasen des Übergangs aufgebaut, wenn die direkte und indirekte Elektrifizierung des Wärme- und Transportsektors beschleunigt wird. Die Investitionen steigen auf jährlicher Basis von über 900 Mrd. € im Jahr 2020 auf etwa 2800 Mrd. € bis 2050 und ermöglichen die Substitution fossiler Brennstoffe durch EE-basierten Strom in allen Energiesektoren. Darüber hinaus belaufen sich die kumulierten Investitionsausgaben während der Energiewende auf etwa 67.200 Mrd. €, mit einem Großteil im späteren Teil ab 2040, wenn eine massive Defossilisierung des Verkehrssektors projiziert wird, insbesondere für die Schifffahrt und Luftfahrt. Die nivellierten Energiekosten bleiben jedoch während der gesamten Energiewende bei etwa 50-57 €/MWh, da die erhöhten Investitionsausgaben durch den Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen langfristig gut kompensiert werden, wie in Abb. 5 dargestellt. Kurzfristig stellt dies jedoch eine Herausforderung für Entwicklungsländer dar, die erst vor kurzem in fossile Brennstoffe investiert haben und bald mit den sinkenden Kosten der erneuerbaren Energien konfrontiert werden. Innovative politische und fiskalische Mechanismen werden notwendig sein, um den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Brennstoffe effektiv zu planen und gleichzeitig die Chancen zu nutzen, den Sprung in ein nachhaltiges Energiesystem zu schaffen. Eine Umschichtung der Subventionen für fossile Brennstoffe und zusätzliche finanzielle Unterstützung durch Entwicklungsinstitutionen könnten die Entwicklungs- und Schwellenländer zu einer schnellen Einführung nachhaltiger Energien bewegen. Die gesamten systemweiten nivellierten Energiekosten im Jahr 2050 sind etwas geringer als im Jahr 2015. Dies bestätigt, dass eine Energiewende hin zu 100 % erneuerbaren Energien ein wirtschaftlich attraktiver Vorschlag ist, da der Übergang im Energiesystem praktisch kostenneutral sein wird.

Auf regionaler Ebene bleiben die nivellierten Energiekosten für ein System mit 100 % erneuerbaren Energien in einem erschwinglichen Bereich von 40-80 €/MWh, wobei die globalen Durchschnittskosten in den verschiedenen Regionen der Welt im Jahr 2050 bei 53,8 €/MWh liegen, wie in Abb. 6 dargestellt. Darüber hinaus hat eine große Mehrheit der Regionen nivellierte Energiekosten im Bereich von 45-55 €/MWh.
Abb. 6

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Abb. 6. Regionale nivellierte Kosten für Energie (links) und Kosten für Fischer-Tropsch (FT)-Kraftstoffe (rechts) im Jahr 2050.

Fischer-Tropsch-Kraftstoffe, Wasserstoff und Flüssiggase (Methan und Wasserstoff) sind praktikable Alternativen zu fossilen Kraftstoffen und werden voraussichtlich eine wichtige Rolle beim Ersatz fossiler Kraftstoffe in schwer abbaubaren Anwendungen spielen [[73], [74], [75]]. Die regionale Variation der Produktionskosten dieser Brennstoffe wurde in den kostenoptimalen Energiewendepfad einbezogen. Wie in Abb. 6 dargestellt, variieren die Produktionskosten für FT-Kraftstoffe in den verschiedenen Regionen der Welt erheblich, wobei die globalen Durchschnittskosten im Jahr 2050 bei fast 86 €/MWh liegen. Die Kosten für FT-Kraftstoffe in Europa und den zentralasiatischen Regionen sind aufgrund eines dezentralen und lokalisierten Ansatzes für die Produktion von FT-Kraftstoffen höher, während eine integrierte Produktion und ein integrierter Handel mit FT-Kraftstoffen die Kosten höchstwahrscheinlich senken werden [76]. In den meisten Teilen der Welt liegen die Kosten zwischen 75 und 85 €/MWh. Darüber hinaus sind die Kosten extrem niedrig (60-65 €/MWh) in Südamerika (angetrieben durch kostengünstigen Wind in Patagonien und kostengünstige PV in der Atacama-Wüste) und China, die zukünftige Drehkreuze für die Produktion von FT-Kraftstoffen werden könnten (siehe Abb. 6), wenn die attraktiven Kosten am Horn von Afrika und im äußersten Süden der Arabischen Halbinsel aufgrund politischer Unruhen zumindest kurz- bis mittelfristig nicht zugänglich sind.
3.6. Regional unterschiedliche Energiesysteme

In einer hochgradig digitalisierten Zukunft mit einer starken globalen Klimapolitik wird die Elektrifizierung von Energiedienstleistungen voraussichtlich allgegenwärtig sein [77]. In erster Linie werden fossile und nukleare Brennstoffe im Stromsektor durch Technologien ersetzt, die Strom direkt aus der Umwelt gewinnen, insbesondere Solar-PV und Windenergie. Power-to-X-Technologien werden eine zentrale Rolle bei der Verknüpfung von kostengünstigem variablem erneuerbarem Strom und der Nachfrage in allen Energiesektoren spielen. Elektrofahrzeuge werden die mit fossilen Brennstoffen betriebenen 2-Rad- und 3-Rad-Fahrzeuge sowie PKW und LKW weitgehend ersetzen [56,78]. Inzwischen ersetzen Wärmepumpen und elektrische Heizungen Öl- und Gasöfen in Gebäuden und Industrien [79,80]. Darüber hinaus wird erneuerbarer Strom zur Herstellung von Wasserstoff und anderen synthetischen Kraftstoffen für Anwendungen genutzt, bei denen eine direkte Elektrifizierung unwirtschaftlich oder technisch schwierig ist [81,82]. Die Vorteile einer weit verbreiteten Elektrifizierung sind klar und überzeugend [9].

Ein weiterer kritischer Aspekt dieser Forschung ist die Erfassung der regionalen Unterschiede in den Energiesystemen der Welt während der Übergangszeit. Erneuerbare Energieressourcen sind weltweit gut verteilt, aber die verschiedenen Ressourcen sind in den verschiedenen Regionen in unterschiedlichen Anteilen verfügbar. Daher ermöglichen die Ergebnisse dieser Forschung Energiewendepfade, die die Nutzung der lokal verfügbaren erneuerbaren Ressourcen auf kostenoptimale Weise maximieren, wie in Abb. 7 dargestellt.
Abb. 7

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Abb. 7. Regionaler Energiemix für die Sektoren Strom, Wärme, Transport und Entsalzung im Jahr 2050.

Die Ergebnisse liefern regionale Einblicke in die Energiesysteme aus einer globalen Perspektive. Ebenso nutzen die Länder in den hohen Breitengraden relativ höhere Anteile an Windenergie im Vergleich zu den Ländern des Sonnengürtels und des gemäßigten Klimas, in denen die Solar-PV eher vorherrscht. Eurasien sowie einige Regionen in Europa und Nordamerika nutzen in den nördlichen Regionen höhere Anteile an Onshore-Windenergie. Daher sind die Regionen in Eurasien winddominiert (siehe Abb. 7). Auch in Kanada und einigen Teilen der USA dominiert die Windenergie. In der südlichen Hemisphäre hingegen ist nur die patagonische Region Argentiniens von Windenergie dominiert. In den meisten Regionen und Ländern der Welt wird die kostengünstige Solar-PV, wie in Abb. 7 hervorgehoben, die Energiesysteme dominieren. Im Jahr 2050 ist der Anteil der Solar-PV an der Stromerzeugung in den Regionen der SAARC [83] mit mehr als 95 % in ihrem kostenoptimalen Erzeugungsmix am höchsten, während in Afrika südlich der Sahara [69] 82 % der gesamten Stromerzeugung aus einachsig nachgeführter Solar-PV in ihrem kostenoptimalen Erzeugungsmix genutzt wird. Unterdessen wird nur Island im Jahr 2050 von Wasserkraft dominiert, da das Wasserkraftpotenzial in anderen Regionen begrenzt ist [84]. Bemerkenswert ist, dass einige Regionen wie Neuseeland, Chile, Nordost-China, die nordische Region und der russische Ferne Osten ein Energiesystem haben, das auf einem gleichmäßigen Mix aus erneuerbaren Energietechnologien basiert, wobei Solar-PV, Windenergie und Wasserkraft eine wesentliche Rolle spielen (siehe Abb. 7). Ähnlich hat Eurasien aus Sicht der Wärmeversorgung die attraktivsten techno-ökonomischen Bedingungen für den Einsatz von Wärmepumpen im Wärmesektor, die von 2030 bis 2050 etwa 60 % des Wärmebedarfs durch diese Technologie decken. Andere Regionen, die bis 2050 einen großen Teil des Wärmebedarfs mit Wärmepumpen decken, sind Europa mit 51 %, Nordamerika mit 50 %, Nordostasien und Afrika südlich der Sahara mit jeweils 45 %.
3.7. Klimagerechter Energiewendepfad

Die Ergebnisse des globalen Übergangs zu einem 100 % erneuerbaren Energiesystem zeigen einen stetigen Rückgang der globalen THG-Emissionen bis zum Jahr 2050 auf Null, wie in Abb. 8 dargestellt. Die globalen Tank-to-Wheel (TTW) THG-Emissionen aus dem Stromsektor sinken durch den Übergang von über 11.000 MtCO2eq/a im Jahr 2015 auf null bis 2050. Ähnlich sinken die THG-Emissionen aus dem Wärmesektor durch den Übergang von über 9300 MtCO2eq/a im Jahr 2015 auf null bis 2050. Die globalen THG-Emissionen aus dem Verkehrssektor sinken während des Übergangs von über 9000 MtCO2eq/a im Jahr 2015 auf null bis 2050. In den Anfangszeiten steigen die THG-Emissionen des Verkehrssektors an, während eine rasche Elektrifizierung des Straßenverkehrs und ein paralleler Anstieg der erneuerbaren Elektrizität ab den 2020er Jahren zu einer massiven THG-Emissionsreduktion führt. Der Stromsektor erfährt bis 2030 eine tiefe Defossilisierung, während dies für die Sektoren Wärme und Verkehr hauptsächlich zwischen 2030 und 2050 geschieht. Die verbleibenden kumulierten energiebezogenen THG-Emissionen, die in dieser Studie berücksichtigt wurden, umfassen etwa 422 GtCO2eq von 2018 bis 2050, wie in Abb. 8 dargestellt.
Abb. 8

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Abb. 8. Globale sektorale und kumulative THG-Emissionen (links) und THG-Emissionen im Verkehrssektor aus verschiedenen Kategorien (rechts) während der Energiewende von 2015 bis 2050. Tank-to-Wheel (TTW) betrachtet die THG-Emissionen aus sofort verfügbaren Kraftstoffen und berücksichtigt nicht die THG-Emissionen aus der vorgelagerten Produktion und Lieferung von Kraftstoffen.

Der IPCC-Bericht SR1.5 [2] empfiehlt, dass die kumulierten CO2-Emissionen innerhalb eines Budgets gehalten werden sollten, indem die globalen jährlichen THG-Emissionen auf Netto-Null reduziert werden, und schlägt darüber hinaus ein verbleibendes Budget für die Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 °C mit einer 66%igen Chance von etwa 550 GtCO2 und von etwa 750 GtCO2 bei einer 50%igen Chance vor, wobei die THG-Emissionen ab 2018 berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang zeigt diese Untersuchung, dass die kumulativen THG-Emissionen von 2018 bis 2050 in den Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Entsalzung weltweit auf 422 GtCO2 begrenzt werden können. Die CO2-Emissionen der übrigen Sektoren wurden nicht berücksichtigt, insbesondere die von nicht-energetischen industriellen Rohstoffen und Prozessen, Landnutzung, Landwirtschaft und Abfall.

Der IPCC-Bericht SR1.5 [2] empfiehlt, dass die kumulativen CO2-Emissionen innerhalb eines Budgets gehalten werden sollten, indem die globalen jährlichen THG-Emissionen auf Netto-Null reduziert werden, und schlägt außerdem ein verbleibendes Budget für die Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 °C mit einer 66%igen Chance von etwa 550 GtCO2 und von etwa 750 GtCO2 bei einer 50%igen Chance vor, wobei die THG-Emissionen ab 2018 berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang zeigt diese Untersuchung, dass die kumulativen THG-Emissionen von 2018 bis 2050 in den Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Entsalzung weltweit auf 422 GtCO2 begrenzt werden können. Die CO2-Emissionen der übrigen Sektoren wurden nicht berücksichtigt, insbesondere die von nicht-energetischen industriellen Rohstoffen und Prozessen, Landnutzung, Landwirtschaft und Abfall. Der Bedarf an nicht-energetischen industriellen Rohstoffen wird hauptsächlich durch die chemische Industrie repräsentiert, die mit auf erneuerbarem Strom basierenden Massenchemikalien, insbesondere Ammoniak und Methanol, ebenfalls auf null THG-Emissionen umgestellt werden kann [85,86]. Vergleicht man die THG-Emissionen dieser Forschung mit der zweiten Hälfte des letzten Jahrzehnts mit den globalen anthropogenen CO2-Emissionen von etwa 40 GtCO2 pro Jahr [87], so zeigt sich, dass diese Forschung etwa 75 % aller CO2-Emissionen abdeckt, während etwa 85 % aller CO2-Emissionen aus der Nutzung fossiler Brennstoffe stammen und die restlichen 15 % mit der Landnutzung zusammenhängen. Unter der Annahme, dass alle anthropogenen CO2-Emissionen im gleichen Tempo reduziert würden wie die in dieser Forschung nachverfolgten Emissionen, würden die gesamten verbleibenden CO2-Emissionen etwa 567 GtCO2 entsprechen. Folglich könnte der in dieser Studie beschriebene ehrgeizige Energiewendepfad als eine Begrenzung der maximalen Erwärmung auf etwa 1,5 °C mit einer Wahrscheinlichkeit von 66 % bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts eingestuft werden, da die Gesamtemissionen des Pfads recht nahe an der Grenze von 550 GtCO2 liegen. Für ein sichereres Temperaturniveau könnten sogar noch aggressivere Maßnahmen erforderlich sein [88], einschließlich eines schnellen Übergangs und einer Kohlendioxid-Entfernung (CDR) [89], die hauptsächlich durch die hoch skalierbare direkte Kohlenstoffabscheidung und -speicherung in der Luft (Direct Air Captured Carbon and Storage, DACCS) [90] realisiert werden kann, wie von Realmonte et al. angegeben [91]. Grubler et al. [9] zeigten ein 1,5 °C-Szenario ohne CDR, aber mit dem Kompromiss eines um 40 % geringeren Endenergiebedarfs im Jahr 2050 im Vergleich zum heutigen Stand. Die vorliegende Untersuchung hingegen zeigt ein 1,5 °C-Szenario ohne CDR, verbunden mit einem Wachstum des Endenergiebedarfs von 43 % von 2015 bis 2050, und zwar in kostenoptimaler Weise, was durch eine massive direkte und indirekte Elektrifizierung des gesamten Energiesystems und die konsequente Nutzung von kostengünstigem erneuerbarem Strom ermöglicht wird.
4. Schlussfolgerungen

Die grundlegende Struktur des globalen Energiesystems kann sich von der konventionellen, wenig effizienten Verbrennung von extrahierten Brennstoffen hin zu fast reiner Exergie, d.h. Elektrizität, die aus kostengünstigen Solar-, Wind- und anderen natürlichen Energieressourcen erzeugt wird, verschieben. Dieser Übergang wird zu einer erheblichen Steigerung der Systemeffizienz führen und eine schnelle Reduzierung der THG-Emissionen ermöglichen, um ein 1,5 °C-Szenario ohne CDR-Nutzung oder Beschränkungen des Endenergieverbrauchs zu erfüllen. Die breite Elektrifizierung von Endverbrauchssektoren wie Verkehr und Wärme macht Strom zum wachsenden Rückgrat der weltweiten Energieversorgung [92].

Ein 1,5 °C-kompatibles Übergangsszenario erfordert eine rasche Defossilisierung in Verbindung mit einer beschleunigten Elektrifizierung der verschiedenen Energiesektoren, beginnend mit dem Stromsektor bereits in den 2020er Jahren. Die globalen, nivellierten Energiekosten des gesamten Systems bleiben während des Übergangs relativ konstant, auch wenn die nivellierten Stromkosten deutlich sinken, da dieses neue nachhaltige Energiesystem Speichertechnologien, erhöhte Flexibilität und die Produktion synthetischer Brennstoffe beinhaltet. Dies wiederum erfordert massive Kapitalinvestitionen, die nicht nur ein nachhaltiges Energiesystem ermöglichen, sondern auch die sozioökonomische Wohlfahrt erhöhen [93]. Aus der Investitionsperspektive könnten langfristig reduzierte Brennstoffkosten verschiedenen Ländern zugutekommen, kurzfristig können jedoch erhebliche Kapitalinvestitionen eine Herausforderung für Volkswirtschaften auf der ganzen Welt darstellen. Erkenntnisse von BNP Paribas [94] zeigen jedoch, dass die energetische Nettorendite pro investierter Kapitaleinheit bei erneuerbaren Stromlösungen diejenige bei vorgelagerten fossilen Brennstoffen, die in den meisten Energiesystemanalysen vernachlässigt werden, weit übersteigt. Da sich die Energiepolitik weltweit weiterentwickelt hat, um das Wachstum bei der Nutzung erneuerbarer Energien voranzutreiben, müssen diese Bemühungen ausgeweitet und auf die anderen Sektoren ausgedehnt werden.

Wirtschaft und Märkte prägen weiterhin die Energieentscheidungen auf der ganzen Welt, aber die Politik wird die zentrale Rolle bei der Umgestaltung des globalen Energiesektors spielen, wie Daszkiewicz [95] hervorhebt. Verschiedene Energiestrategien, -ziele und -politiken, die auf eine Senkung der Investitionskosten abzielen, können genutzt werden, um den Einsatz von erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr zu fördern. Aus Sicht der Entwicklungsländer erfordert dieser Prozess, wie Relva et al. [96] betonen, neben höheren Anteilen erneuerbarer Energieressourcen auch ergänzende Innovationen wie Energiespeicherung, intelligente Netze, Demand Response, Netzausbau, neue Geschäftsmodelle und Marktvereinbarungen. Auch in Zukunft wird die Energiepolitik die Energiewende prägen und sich kontinuierlich weiterentwickeln und an die Anforderungen der einzelnen Länder und die dynamischen Marktbedingungen anpassen.

Solar-PV entwickelt sich zur Hauptenergiequelle im System, ähnlich den Ergebnissen von Creutzig et al. [72] und Haegel et al. [97] mit installierten Kapazitäten im Bereich von Dutzenden von TW. Die Solar-PV-Industrie ist in der Lage, alle erforderlichen Kapazitäten bereitzustellen, wie Verlinden [98] zeigt, da 70 TW an PV-Kapazitäten bis 2050 hochgefahren werden können, was etwa 10 % mehr ist als die in dieser Untersuchung ermittelten 63,38 TW. Gleichzeitig wird der zunehmende Einsatz variabler erneuerbarer Energien und die drastische Reduzierung des Angebots an unflexibler Grundlasterzeugung durch die Förderung von Power-to-X, disponiblen erneuerbaren Energien, Netzen, Speichertechnologien und der gesamten Sektorkopplung [99] ermöglicht, die ein flexibles Energiesystem bilden [4]. Die Kombination von hohen Anteilen variabler erneuerbarer Energien und Power-to-X wurde als eine große Lücke in den Integrierten Bewertungsmodellen identifiziert, die hauptsächlich vom IPCC verwendet werden [100], was eine Folge von unangemessen hohen Kostenannahmen für die Photovoltaik ist, wie in Krey et al. [101] dokumentiert und in Jaxa-Rozen und Trutnevyte [102] festgestellt wurde. Dies wird durch methodische Unzulänglichkeiten bei der Power-to-X-Modellierung und die fehlende stündliche Auflösung noch verstärkt [100]. Die Ergebnisse dieser Forschung deuten darauf hin, dass die EE-Ressourcen ausreichen, um die wachsende globale Energienachfrage auch bei hohen Elektrifizierungsraten zu befriedigen und darüber hinaus den Energiezugang in den Entwicklungsländern zu erhöhen, wodurch die Lücke zwischen Entwicklungs- und Industrieländern in Bezug auf die Energieversorgung pro Kopf geschlossen wird.

Eine globale Energiewende hin zu 100 % erneuerbaren Energien hat das Potenzial, den Lebensstandard der Menschen auf der ganzen Welt anzuheben, da die Emissionen schrittweise abgebaut werden und ein gleichberechtigter Zugang zu Energie und Wasser ermöglicht wird, insbesondere im globalen Süden, der das ganze Jahr über hervorragende Sonnenbedingungen und ein enormes Potenzial für die Einführung von Solar-PV hat, wie die Ergebnisse dieser und anderer Untersuchungen zeigen [72]. Die Einführung der Entsalzung wird das Problem der Wasserknappheit lösen und 3 Milliarden m3 sauberes Wasser pro Tag liefern. Da der größte Teil der Entwicklung in den Regionen noch nicht abgeschlossen ist, bietet die Umstellung auf eine nachhaltige Energieinfrastrukturentwicklung die Möglichkeit, die entwickelten Länder in eine nachhaltige Zukunft zu führen. Infolgedessen können globale, auf Energieressourcen basierende Konflikte entschärft werden und ein Weg zu Frieden und erhöhtem Wohlstand kann erreicht werden.

Ein solcher Übergang wird direkt vier wichtige Ziele für nachhaltige Entwicklung erreichen. Erstens verringert er die Wahrscheinlichkeit eines signifikanten Klimawandels, der die Zivilisation bedroht, indem er die Treibhausgasemissionen reduziert, ohne das Wachstum des Energieverbrauchs in der Zukunft zu begrenzen. Zweitens ermöglicht sie einen gleichberechtigten Zugang zu kostengünstiger Energieversorgung in allen Regionen der Welt. Drittens ermöglicht sie ein nachhaltiges Wachstum des Lebensstandards in den Entwicklungsländern des globalen Südens. Viertens ermöglicht sie den universellen Zugang zu sauberem Wasser und verringert den Wasserstress. Indirekt wird sie auch dazu beitragen, mehrere andere Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen, die zu einer insgesamt nachhaltigen Zukunft führen.
Credit Autor Statement

Dmitrii Bogdanov: Konzeptualisierung, Methodik, Untersuchung, Software, Visualisierung, Schreiben – Erstellung des Originalentwurfs.Manish Ram: Untersuchung, Schreiben – Erstellung des Originalentwurfs. Arman Aghahosseini: Untersuchung, Visualisierung. Ashish Gulagi: Untersuchung. Ayobami Solomon Oyewo: Untersuchung. Michael Child: Erkundung. Upeksha Caldera: Ermittlungen. Kristina Sadovskaia: Ermittlungen. Javier Farfan: Ermittlungen. Larissa De Souza Noel Simas Barbosa: Untersuchung. Mahdi Fasihi: Untersuchung. Siavash Khalili: Ermittlungen. Thure Traber: Untersuchung. Christian Breyer: Untersuchung, Supervision, Redaktion und Lektorat.
Erklärung über konkurrierende Interessen

Die Autoren erklären, dass sie keine bekannten konkurrierenden finanziellen Interessen oder persönlichen Beziehungen haben, die den Anschein erwecken könnten, die in dieser Arbeit berichtete Arbeit zu beeinflussen.
Danksagung

Die Autoren bedanken sich für die öffentliche Finanzierung von Tekes für das „Neo-Carbon Energy“-Projekt unter der Nummer 40101/14 und die Unterstützung des finnischen Solar-Revolution-Projekts unter der Nummer 880/31/2016 sowie für die Finanzierung durch die Stiftung Mercator GmbH und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Ashish Gulagi und Ayobami Solomon Oyewo bedanken sich bei der Fortum Foundation und der LUT Foundation, für die wertvollen Stipendien.
Anhang A. Ergänzende Daten

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

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Kobalt und Energiewende

Kobalt, https://energiewende.eu/kurzinfo-verkehrswende-kobalt/

Und das Lithium:  https://energiewende.eu/kurzinfo-verkehrswende-lithium/

Gesendet: Montag, 12. April 2021 um 14:10 Uhr
Von: „Hans-Josef Fell“ <info@hans-josef-fell.de>
An: Helmut_Kaess@web.de
Betreff: Kaufen Sie ein E-Auto und keinen umweltschädlichen Verbrenner
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Kaufen Sie ein E-Auto und keinen umweltschädlichen Verbrenner

Liebe Leserinnen und Leser,

Viele Menschen zweifeln, ob die E-Autos denn wirklich so umweltfreundlich sind. In den letzten Jahren hat die Lobby der Hersteller von Autos mit Verbrennungsmotoren mit großer Medienaufmachung viel Unsicherheit geschaffen, indem sie tatsächliche oder vermeintliche Umweltprobleme der E-Autos und ihrer Batterien anprangerte. Lassen Sie sich nicht beirren und kaufen Sie dennoch ein E-Auto. Betreiben Sie es bestenfalls mit selbstproduziertem oder eingekauftem Ökostrom, als dass Sie weiterhin regelmäßig zur Tankstelle fahren und Benzin oder Diesel aus Erdöl tanken.

Die weltweit größten Probleme verursacht die Nutzung von fossilen und atomaren Rohstoffen für die Energiegewinnung, allen voran Erdöl, aber genauso Kohle, Erdgas und auch Uran. Sie sind Verursacher für die immer schlimmer werdende Erdüberhitzung und die ungelösten Probleme der Atommüllentsorgung.

Um Erdöl für unsere Autos werden seit Jahrzehnten Kriege geführt, im Nahen Osten, in Libyen, im Sudan und anderswo. Erdöl und Erdgaseinnahmen dienen in großem Stil der Terrorfinanzierung und der Finanzierung autoritärer Regime z.B. durch Saudi-Arabien, Iran, Libyen, Syrien. Havarierte Öltanker verseuchen immer wieder weite Küstenabschnitte und verursachen schlimmste Umweltkatastrophen.

Umweltverseuchungen und Wasserübernutzung gibt es auch in den Bergbauregionen von Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran, verbunden mit Dumpinglöhnen und Kinderarbeit.

Beenden Sie ihre persönliche Verantwortung als Mitverursacher aller der oben genannten Probleme des Erdöles und tanken Sie in Zukunft nur noch Solarstrom. Der „Rohstoff“ Solarstrahlung schafft keine Umweltprobleme, im Gegenteil er ist die Grundlage für das Leben von Pflanzen, Tieren und Menschen auf dem Planeten Erde.

Die Hauptkritik an E-Autos und anderen Techniken, die Solarenergien nutzen ist die Tatsache, dass sie ebenfalls Rohstoffe benötigen. Doch auch alle fossilen und atomaren Technologien wie E-Autos oder Kohle-, Erdgas- oder Atomkraftwerke verschlingen beim Bau Unmengen an Materialien. Im Gegensatz zu solar betriebenen Technologien verschlingen die fossilen und atomaren während des Betriebs nochmal ungeheure Mengen an Rohstoffen, wie eben Erdöl, Erdgas, Kohle oder Uran. Das ist der entscheidende Unterschied der solaren Technologien zu den fossil/atomaren.

Einen typischer Beitrag ohne Einordnung der gesamten Probleme auch der Diesel- und Benzinautos finden Sie z.B. bei Phoenix. Einseitig werden die E-Autos gebrandmarkt, von den viel größeren Problemen der fossilen Mobilität kein Wort.

Sollten Sie von der Propaganda der Verbrennungsmotorenlobby eingefangen sein und Zweifel an der Umweltfreundlichkeit von E-Autos haben z.B. wegen Kinderarbeit bei der Gewinnung von Kobalt oder der Wassernutzung durch die Lithiumgewinnung in der chilenischen Atacama-Wüste, dann machen Sie sich kundig über die wahren Verhältnisse.

Eine hervorragende und fundierte Analyse dazu hat das Online-Magazin Europäische Energiewende verfasst. Dort können Sie lesen, dass nur ca. 8% der weltweiten Kobaltnutzung für die Batterien von E-Autos verwendet wird. Kobalt findet sich dagegen in großem Stil als unverzichtbares Material für die Härtung von Metallen auch in Autos mit Verbrennungsmotoren, wie in Kurbelwellen, Pleuelstangen, Nockenwellen, Ventilsitzringen und Katalysatoren, aber auch in vielen anderen Anwendungen in der Chemie und anderen Teilen der Technikwelt, die wir alle nutzen, ohne uns auch nur einen Gedanken dazu zu verschwenden, wo denn das Kobalt dafür herkommt.

Dabei gibt es längst Entwicklungen von kobaltfreien Autobatterien, dagegen wird ein Verbrennungsmotorauto ohne Kobalt kaum seine technischen Anforderungen erfüllen können.

Auch die Wasserübernutzung durch Lithiumgewinnung für die Batterien der E-Autos in der chilenischen Atacama-Wüste ist eine maßlose aufgebauschte Propagandafigur, um dem ökologischen Ruf des E-Autos zu schaden.

Lesen Sie auch bei der Europäischen Energiewende, wie relativ gering der (Salz-) Wasserverbrauch bei der Lithiumgewinnung in der Atacama-Wüste ist und was die wahren großen Wasserbräuche dort sind. Dabei kommt nur ein geringer Teil des Lithiums aus Chile, viel größere Mengen kommen aus dem Bergbau in Australien und anderen Ländern.

Doch lesen Sie die sehr interessanten Zusammenstellungen gerne selbst und geben Sie diese an Bekannte weiter, wenn wieder von den angeblich riesigen Umweltproblemen der E-Autos erzählt wird und die gigantischen Probleme des Erdöls einfach ignoriert werden.

Hammelburg, 12. April 2021

Ihr Hans-Josef Fell

www.hans-josef-fell.de
Twitter: @HJFell

Den Beitrag auf der Homepage finden Sie hier: https://hans-josef-fell.de/kaufen-sie-ein-e-auto-und-keinen-umweltschaedlichen-verbrenner/

Bei mir werden Erneuerbare Energien groß geschrieben!

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Durchbruch beim Umweltabkommen in Südamerika

Gesendet: Sonntag, 11. April 2021
Von: Heinz
An: „Helmut Käß“ <helmut_kaess@web.de>
Betreff: Fw: Das Escazú-Abkommen und die Umweltdemokratie – Lateinamerika 21: Aufbau einer Umweltdemokratie
Lieber Helmut, untenstehenden Artikel fand ich gestern auf Internet. Ich denke der ist ganz interessant. Passagen, welche mir besonders bedeutsam – auch in Bezug auf unsere sogenannte Erfolgsstory (??) EU – erschienen, habe ich in Fett gedruckt.  Liebe Grüße   Heinz

https://latinoamerica21.com/es/el-acuerdo-de-escazu-y-la-democracia-ambiental/

aus dem Spanischen übersetzt per BING Translator

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19. Februar 2021

Das Escazu-Abkommen und die Umweltdemokratie

Maria Villarreal

2021 ist ein schwieriges Jahr für Lateinamerika und die Karibik, aber es begann mit einer guten Nachricht: der Ratifizierung des Escazu-Abkommens. Dies ist der erste große Umweltpakt der Region und eröffnet eine neue Phase, da sie die Rechte aller Menschen auf eine gesunde Umwelt und nachhaltige Entwicklung garantieren soll. Außerdem soll der Zugang zu informationen der Öffentlichkeit erleichtert und die Beteiligung der Bürger an der Umweltpolitik der Region gefördert werden.

Dieses historische Regionalabkommen hat seinen Ursprung auf der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) und basiert auf Demprinzip 10 der Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung von 1992. Neben Vertretern von Regierungen und internationalen Organisationen war auch die Beteiligung von sozialen Bewegungen, Akademikern, Experten und der Zivilgesellschaft im Allgemeinen bei deren Aufbau und Verhandlung von Bedeutung.

Das „Regional agreement on access to Information, Public Participation and Access to Justice in Environmental Affairs in Latin America and the Caribbean“, besser bekannt als Escazu-Abkommen, wurde am 4. März 2018 in der costa-ricanischen Stadt Escazé unterzeichnet. Der Vertrag wurde von der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC) gefördert und von 22 Ländern unterzeichnet, nachdem chile und Costa Rica unter dem Vorsitz von Verhandlungen unter dem Vorsitz von Chile und Costa Rica ein Regionalabkommen geschlossen hatten, an dem auch Argentinien, Mexiko, Peru, St. Vincent und die Grenadinen sowie Trinidad und Tobago beteiligt waren.

Ein wegweisendes Rechtsinstrument für den Umweltschutz

Das Escazu-Abkommen ist erstens ein wegweisendes Rechtsinstrument zum Umweltschutz. Zweitens handelt es sich um einen Menschenrechtsvertrag, der laut ECLAC darauf abzielt, „die vollständige und wirksame Umsetzung der Rechte auf Zugang zu Umweltinformationen, die Beteiligung der Öffentlichkeit an Umweltentscheidungsprozessen und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten in Lateinamerika und der Karibik sicherzustellen“.

Diese Elemente bilden die Grundlage der Umweltdemokratie und werden Wirklichkeit, wenn politische Entscheidungen über das Umweltmanagement im Einklang mit den Interessen der Bürger stehen.

Das Abkommen ist auch gegen alle Formen von Ungleichheit und Diskriminierung. Sie zielt daher darauf ab, die Schaffung und Stärkung von Kapazitäten und Zusammenarbeit zu gewährleisten, um zum Schutz des Rechts jeder Person und gegenwärtiger und künftiger Generationen, in einer gesunden Umwelt und einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen.

Für sein Inkrafttreten muss das Abkommen von mindestens elf Staaten ratifiziert werden. Bis zum vergangenen Jahr war es von Antigua und Barbuda, Bolivien, Ecuador, Guyana, Nicaragua, Panama, St. Kitts und Nevis, St. Vincent und den Grenadinen, St. Lucia und Uruguay ratifiziert worden. Doch mit der Ratifizierung Mexikos und Argentiniens und der Hinterlegung dieses Instruments bei den Vereinten Nationen am 22. Januar wurde die erforderliche Zahl erreicht. Auf diese Weise tritt das Escazu-Abkommen am 22. April 2021, dem Tag der Mutter Erde, in Kraft.

Sozio-ökologische Konflikte

Die zahlreichen sozio-ökologischen Konflikte und die hohe Zahl von Morden an Umweltführern wie Berta Céceres oder Samir Flores haben Global Witness (2020) dazu veranlasst, Lateinamerika und die Karibik als die gefährlichste Region der Welt als Menschenrechtsverteidiger, Landverteidiger oder Umweltaktivist zu betrachten. Deshalb ist das Abkommen zweifellos ein großer Schritt nach vorn und eine wichtige Antwort auf eine der wichtigsten regionalen Schulden.

Auf historischer Ebene ist dies das erste internationale Abkommen, das Bestimmungen über Menschenrechtsverteidiger in Umweltfragen enthält. In Artikel 9 heißt es: „Jede Vertragspartei sorgt für ein sicheres und günstiges Umfeld, in dem Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen, die die Menschenrechte in Umweltangelegenheiten fördern und verteidigen, ohne Bedrohungen, Einschränkungen und Unsicherheit handeln können“.

Trotz alledem ist das Escazu-Abkommen ein beispielloses Übereinkommen, das den Wert von Zusammenarbeit und Multilateralismus demonstriert. Dies ist nicht nur der erste Umweltvertrag in Lateinamerika und der Karibik, sondern auch das einzige verbindliche Abkommen, das sich bisher aus der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) ergibt.

Das Übereinkommen stellt auch Lateinamerika und die Karibik an die Spitze der Umwelttransformation, die den Rechten der Menschen Vorrang einräumen soll, mit einer Geschlechterperspektive. Es hat auch einen Ansatz, der die Bedürfnisse von Menschen und Gruppen berücksichtigt, die am stärksten von Umweltzerstörung und den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind.

Die zentrale Bedeutung dieses Abkommens besteht darin, dass die von ihm garantierten Rechte auch für Entscheidungen und Politiken zum Klimawandel gelten. Auf diese Weise dient sie als Rahmen für die ordnungsgemäße regionale Umsetzung des Übereinkommens von Paris (2015) und für den Aufbau einer wirksamen Klimapolitik.

Aufbau einer Umweltdemokratie

Beim Aufbau der Umweltdemokratie in Lateinamerika und der Karibik stellt das Escazu-Abkommen einen grundlegenden Schritt dar. Sie ist auch eine der wesentlichen Grundlagen für die internationale Zusammenarbeit und den Multilateralismus in Bezug auf nachhaltige Entwicklung, Umwelt und Klimawandel.

In einer Zeit, in der über eine regionale Erholung nach der Covid-19-Pandemie nachgedacht werden muss, erinnert uns das Abkommen daran, dass wir nicht mehr über Wirtschaft und Entwicklungsförderung sprechen können, ohne die Auswirkungen auf die Umwelt und den Klimawandel zu berücksichtigen. Aus diesem Rahmen aus kann und sollte sich die Region für eine grüne und nachhaltige Erholung entscheiden, die sie nicht nur für die Rechte der heutigen Generationen, sondern auch für ihre künftigen Bewohner betrachtet.

Kurz gesagt, das Abkommen fordert die Dringlichkeit, über die Umwelt und den Klimawandel nachzudenken, sowie den Aufbau einer echten Umweltdemokratie. Er erkennt das Grundrecht auf eine gesunde Umwelt an, da es Frauen, indigenen Völkern, jungen Menschen, Menschen mit Behinderungen und schutzbedürftigen Gemeinschaften eine Stimme gibt, für ihre Rechte zu kämpfen und In diesem Prozess Schutzgarantien zu haben.

Auf diese Weise markiert das Abkommen einen Wendepunkt auf der regionalen Umweltagenda und hat ein enormes Potenzial für den Aufbau gerechterer, gerechterer und nachhaltigerer Gesellschaften. Unter Berücksichtigung der vielen Hindernisse und Herausforderungen, denen es nach seinem nächsten Inkrafttreten gegenüberstehen wird, wird es unsere Aufgabe als Bürgerinnen und Bürger sein, so zu arbeiten, dass dieses Instrument nicht nur von allen Ländern ratifiziert, sondern auch Realität wird.

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Ein erneuter „Stotter“-Lockdown?

Im Moment werden beunruhigende Dinge beschlossen: Ein erneuter „Stotter“-Lockdown, der wieder Kinder schädigen wird und Kleinkünstler und Kleinunternehmer und Restaurantbesitzer in den Ruin treibt.

Und das angesichts einer offensichtlich saisonalen Erkrankung, wie wir im letzten Sommer sahen, wie es auch die unterschiedlich tödliche Grippe ist, die noch nie einen Lockdown ausgelöst hat. Obwohl die Hongkonggrippe 1968 eine vergleichbare und die spanische Grippe am Ende des 1.WK eine viel höhere Sterblichkeit als Covid19 hatten. (Auch jetzt gibt es noch Unsicherheiten in der richtigen unspezifischen Behandlung und setzt überwiegend auf die Impfung)

Wenn man bei der Seite www.ourworldindata.org Covid und „Death“ aufschlägt, wobei die Daten in der Regel bis zum Vortag enthalten sind, sieht man, dass die Erkrankung am Abflauen ist und keinerlei „dritte Welle“ sich bei der Sterblichkeit bisher sehen lässt. Die Daten bis gestern hier im Screenshot. (Da sieht man übrigens auch, dass Schweden nur im letzten Frühjahr eine höhere Sterblichkeit als Deutschland hatte und England noch viel höher lag) Und bis zum Herbst wird auch unsere Bundesregierung es vermutlich schaffen, allen, die es wollen, eine Impfung zu ermöglichen.

Danach sollte wieder jeder für seine Gesundheit verantwortlich sein, die er durch viele Dinge schädigen kann, durch Übergewicht, durch Rauchen, durch gefährliche Lebensweisen, das verlangt unser Freiheitsbedürfnis.

Der momentane Drang, den Menschen kontrollierbar zu machen, ist schlimm. Natürlich müssen wir für Nachhaltigkeit und einen vernünftigen Umgang mit unserer Erde sorgen. Aber das müssen wir anders erreichen, z.B. mit den Empfehlungen von Ernst Ulrich von Weizsäcker, insbesondere dadurch, dass die Preise die ökologische Wahrheit sagen. (Das bedeutet, dass Schädliches durch eine Schadstoffsteuer entsprechend verteuert wird. Das würde preisgünstige dramatische Verbesserungen bringen)

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Ostermarschkundgebung 2021

Bericht von Frau Steiner in der BZ, http://helmutkaess.de/Wordpress/wp-content/uploads/2021/04/Osterm.BZ_.21.pdf

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Rede Eugen Drewermann zu Ostern 21

https://www.frieden-und-zukunft.de/?Aktivitaeten/Aktionen/Eugen-Drewermann-5.4.2021

Rede Eugen Drewermann zu Ostern 21

Redetext komplett

Transkription und redaktionelle Durchsicht: Friedens- und Zukunftswerkstatt e.V.

Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens,

ich danke Ihnen sehr für Ihr Engagement und am heutigen Ostermontag einzutreten für das, was man an diesem Tag tun sollte – Ja zum Leben und Nein zu sagen zum Tod. Ins Politisch-Praktische lässt es sich zusammenfassen in die folgenden fünf Programmpunkte:

  • Wir sagen Ja zur Menschlichkeit und Nein zur Militarisierung.

  • Wir sagen Ja zur Abrüstung und Nein zur Aufrüstung.

  • Wir sagen Ja zur internationalen Verantwortung und Nein zu internationalen Kampfeinsätzen.

  • Wir sagen Ja zur Versöhnung und Nein zur Konfrontationspolitik.

  • Wir sagen Ja zur Solidarität und Nein zum Sadismus auf Kasernenhöfen und Schlachtfeldern.

Wir wollen das, was wir schon 1989 hätten haben können, das Ende der Militarisierung des Politischen in Gesamteuropa. Gorbatschow hatte das vorgeschlagen: Entmilitarisierung vom Ural bis zum Atlantik. Nicht gewollt hat das die US-Regierung, unter George Bush dem Älteren. Krieg um Krieg musste vom Zaum gebrochen werden. Und die Nato brauchte neue Ziele, sie war überflüssig, nachdem der Warschauer Pakt kollabiert war. Plötzlich erfand man den Anti-Terror-Kampf und legte das Programm der Neokonservativen für ein kommendes amerikanisches 21. Jahrhundert auf. Besetzung all der Gebiete, die mal von der UdSSR gehalten wurden, jetzt aber nicht mehr verteidigt werden konnten. Der Durchmarsch der Sieger im Kalten Krieg. Als wäre diese Zeit mit all den permanenten Einschüchterungen, von Atomwaffen über Wasserstoffbomben bis zu den Neutronenbomben, nicht des Wahnsinns genug gewesen. Jetzt musste man Gewicht haben und die Machtposition erobern, für die die NATO all die Zeit stand. Nie für Frieden, aber für die Hegemonialansprüche der Amerikaner. Es ist deshalb wichtig hier in Frankfurt zu sagen, dass wir nicht länger der 51. Mitgliedsstaat der Vereinigten Staaten von Amerika sind, gleich hinter Hawaii. Wir sind nicht der landgestützte Flugzeugträger der amerikanischen Kriegspolitik. Wir sind nicht die beste Kolonie, die Amerika im Ausland sich aufgebaut hat.

Wir machen Schluss im transatlantischen Bündnis, damit alles mitmachen zu wollen, was an Fehlern vom großen Bruder über dem Teich begangen wird.

Also wollen wir nicht länger dafür geradestehen, dass immer neue Kriege nötig sind. Wir haben seit 2001 alleine mehr als sieben muslimische Staaten so zerbombt, dass sie als „Failed States“ in die Geschichte eingehen. Hunderttausende von Menschen hat das das Leben gekostet, Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Sie schwimmen auf dem Mittelmeer und wir weigern uns in Europa, sie als Flüchtige aus einer Stätte des Elends auch nur aufzunehmen. Wir lösen keine Probleme, wir vermehren sie ins Unersättliche. Ja zum Leben bedeutet: Nein zum Krieg; bedeutet, dass wir mit Menschen umgehen, wie Menschen es verdienen: respektvoll, humanitär, und solidarisch.

Das Militär ist genau das Gegenteil. Er ist die planvolle Zerstörung von allem, was das menschliche Leben bedeutet und es ist die Umerziehung von Menschen für die Fähigkeit, Unmenschlichkeit auf Befehl begehen können.

Dass damit Schluss sein soll, ist der Sinn unserer heutigen Aktionen am Ostermontag der Protestaktionen. Wir sagen Ja zur internationalen Verantwortung, aber wir sagen Nein zu internationalen Militäreinsätzen. Nach wie vor gaukelt man uns die Lüge über die Medien vor, wir hätten nach 1989 als eine der starken Wirtschaftsnationen die Aufgabe, international überall einzugreifen, wo gerade bestimmte strategisch wichtige Ziele wirken könnten. Nicht um humanitäre Ziele geht es, sondern um monetäre. Ins Deutsche übersetzt um kapitalistische, kolonialistische und imperialistische Zielsetzungen, um die Hegemonialausdehnung der amerikanischen Vormachtbehauptung in der ganzen Welt. Deshalb haben wir eine Strategie, wie wir Raketen verlegen könnten ins Baltikum. Gerade sind wir dabei, die Erstschlagkapazität wiedergewinnen zu wollen, die schon in der Reagan-Politik anvisiert war. Wir müssten Raketen so abschießen können, dass eine Gegenantwort Russlands gar nicht mehr möglich wäre.

Und Deutschland soll wieder mal die Drehscheibe und das Aufmarschgebiet für diese Art der strategischen Wahnsinnspolitik sein.

Oh ja, wir Deutsche haben Grund, die Zeit von 12 Jahren Faschismus zu bedauern. Und mit Recht verbinden wir damit vor allem den Rassismus. Und wir müssen damit auch verbinden den unerträglichen Militarismus. Es waren Deutsche, die zweimal über Russland hergefallen sind, die 1941 vierzig Kilometer vor Moskau standen, so dass ihre Artillerie bis in die Vororte schießen konnte. Und wir hatten Winston Churchill, der 1945 die Deutschen wieder umdrehen wollte, damit nach der Abschaffung von Hitler jetzt auch der Sowjetkommunismus abgeschafft würde. Das alles hat im Denken der Westmächte offenbar nie aufgehört. In unserem Denken sollte es aber aufhören. Nach 27 Millionen getöteter Sowjetbürger haben wir keinerlei Grund mehr irgendeine Oppositionspolitik gegen Russland zu treiben.

Wie oft hat Russland uns die Hand gereicht zur Versöhnung und zum Frieden.

Noch 2007 auf der sogenannten Sicherheitskonferenz – vormals Wehrkunde-Konferenz von Herrn Ischinger in München – konnte Putin davor warnen, dass wir in einen Kalten Krieg zurückfallen würden. Heute ist er voll im Gange. Und wir sollen unter internationalen Friedenseinsätzen als das verstehen, was wir derzeit gerade haben. 20 Jahre schon wütet die Bundeswehr mit in Afghanistan. Man kann über Trump denken was man will, aber unter seiner Regierung wäre am 31. März Schluss gewesen mit den Militäreinsätzen des Westens in Afghanistan. Unter Biden werden wir darüber nachdenken und wir werden noch lange da bleiben, denn es gibt Bodenschätze in Afghanistan und es hat rein geografisch eine Schlüsselposition zwischen Indien und China. Wir müssen China eingrenzen von der Südflanke her. Wir müssen Russland eingrenzen von der Westflanke her. Wir müssen China in eine Containment-Politik hineinzwingen, indem wir deutsche Fregatten in den Pazifik laufen lassen nach dem Plan von Annegret Kramp-Karrenbauer. Wir müssen Japan, Australien, Süd-Korea und Taiwan zusammen bündeln als formierte Kampfgemeinschaft gegen China. So schafft man keinen Frieden, so schafft man den Unfrieden in der ganzen Welt. Deshalb auch sind wir für Abrüstung statt Aufrüstung. Allein der Stand, den die Rüstung des Militärs erreicht hat, ist unerträglich. Und wir können nur Frau Merkel, Frau von-der-Leyen, Frau Annegret Kramp-Karrenbauer sagen:

Wir werden alles dafür tun, dass die Bundeswehr nicht wie geplant jemals im Herzen der bürgerlichen Gesellschaft ankommt.

Ganz im Gegenteil: Sie gehört da nicht hin, in keiner Weise. Wie ist es möglich, dass man mit Uran angereicherten Panzergranaten ganze Regionen wie im Süd-Irak, in Bosnien und Serbien in strahlende, radioaktive Gefährdungsgebiete verwandelt, die in Jahrzehnten noch krebserregend und genverändernd für die neugeborenen Kinder sein werden? Wie ist es möglich, dass man den Einsatz solcher Waffen hinnimmt? Dass man übt, wie man hier von Deutschland aus über zehntausend Kilometer Entfernung mit Hellfire-Raketen gezielt mordet? Davon will Frau Merkel nichts wissen, aber das müsste sie wissen: Von deutschem Boden soll kein Krieg mehr ausgehen. Von deutschem Boden geht Tod und Sterben aus. Und das müssen die Politiker zugeben zu wissen, statt weiter zu heucheln.

Hier über den Frankfurter Flughafen fanden die Übertragungs-Deportationen statt, mit denen man Verdächtige, sogenannte Terroristen, in die Foltercamps abschob, nach Polen, Bagram in Afghanistan, Damaskus in Syrien, Kairo in Ägypten. Von all dem wusste auch Herr Steinmeier nichts. Aber hier in Frankfurt aus konnte man beobachten, wie zielgenau die Übertragung stattfand. Und heucheln konnte Bush der Jüngere, dass auf amerikanischem Boden niemand gefoltert wird, ausgenommen vielleicht Guantanamo, in der immer noch besetzten Kolonialzone von Kuba, wohin US-Amerikaner nicht gehören. Aber man kann Inhumanität outsourcen. Man kann andere dafür verpflichtend machen. Und man kann am Ende ihre vermeintlichen Ergebnisse abschöpfen zur Gewinnung größerer Sicherheit. Daran sind wir mit beteiligt. All das dürfen wir nicht länger dulden und hinnehmen. Und was die Rüstung angeht, so eskaliert sie ins Unglaubliche. Immer noch wird uns eingebläut und beigebracht, wie gefährlich Russland und China sind und dass wir sie bekämpfen müssen. Die neue Rede von Herrn Biden ist genau dieses Programm. Und die transatlantische Freundschaft, der Schulterschluss mit den Amerikanern soll uns nötigen, selber aufzustocken auf mindestens 2% des Bruttoinlandsprodukts. Müssen wir weiter rüsten, um unsere NATO-Verpflichtungen ableisten zu können.

Die NATO ist erkennbar kein Friedensbündnis, niemals gewesen, sondern die schlimmste Angriffsarmee, die die Welt jemals erlebt hat.

Ausstieg aus der NATO ist zu fordern als erster Schritt zur Menschlichkeit, identisch mit der Forderung nach Abrüstung. Solange wir in der NATO sind, werden wir weiter aufrüsten, auch Europa stark machen müssen als eigenes Militärbündnis. Haben nicht die Franzosen bereits Atombomben, brauchen wir nicht mit Frankreich gemeinsam einen neuen Kampfbomber? Brauchen wir womöglich gemeinsame Flugzeugträger? Alles versteckt im Programm des Wahnsinns, angstgetrieben, künstlich gemacht. Schon vor mehr als 100 Jahren konnte Karl Kraus sagen: Will ich euch erklären, wie man die Welt regiert? Indem die Mächtigen die Journalisten belügen und dann so tun, als wenn sie selber glauben würden, was in den Zeitungen geschrieben steht. An Fernsehen konnte er noch gar nicht denken.

Wir erklären, dass wir den Mächtigen ihre Lügen nicht glauben werden und die doppelte Lüge, dass wir ihre Lügen glauben würden.

Wir glauben nicht, dass internationale Verantwortung darin besteht, überall auf der Erde die Besten zu sein, die Menschen töten können. Angeblich aus Verantwortung, angeblich um sich selbst zu verteidigen, wie an der Küste von Somalia. In Wirklichkeit brauchen wir Handelsplätze, Zugriff auf Rohstoffe. In Ihren Handys, die Sie in der Tasche haben, werden die Akkus mit Coltan aufgebaut. Über 90% davon lagert im Kongo, ein Land, das zu den ärmsten gehört, weil es an Bodenschätzen derart reich ist. Brauchen wir seltene Erden wie in China, brauchen wir Rohstoffe wie Bauxit, Uran, Lithium? Leider liegt Letzteres in Bolivien. Und was tun wir dagegen? Die einzige Erklärung: Wir müssen kämpfen zur Verteidigung. Sie hören richtig: „für unsere Werte“. Sie sind rein wirtschaftlicher Art, nicht humanitär. Nichts mehr glauben wir euch da oben, wenn ihr weiter sprecht, wie wir aus irgendeiner Verantwortung heraus Kriege führen müssen in Libyen. Das haben Franzosen, Briten und Amerikanern zerbombt. Gott sei Dank hat Frau Merkel uns da herausgehalten.

Wir sind dabei in Syrien weiter herum zu bomben. Den Krieg haben wir selbst herbeigeführt mit der „Assad muss weg“-Strategie.

Gerade verhandeln in Astana die Russen, die Türken und die Syrier darum, wie man den Bürgerkrieg, der initiiert wurde, langsam wieder abbauen könnte. Man dient nicht dem Frieden. Und was das Kräftegleichgewicht im Aufrüsten angeht: Immer wieder warnt man uns vor der Gefahr vom Osten, von Russland. Russland gibt jährlich ca. 68 Milliarden US-Dollar für Rüstung aus. Das ist viel, aber Russland ist der größte Flächenstaat der Welt. China rüstet auch auf – steht in den Zeitungen. Beide zusammen geben nicht ein Drittel von dem aus, was USA und NATO jährlich an Geld nur für Waffen ausgeben. Über eine Billion Dollar, tausend Milliarden Dollar, mehr als der ganze Rest der Welt, mehr als das Dreifache von den vermeintlichen Schurkenstaaten Russland und China. Und die Waffen, die entwickelt werden, gehen ins Grenzenlose. Und es ist nicht genug, dass wir alle Scheußlichkeiten auf den Militär-Schauplätzen der Welt organisieren, vorbereiten und exekutieren können. Wir brauchen unbedingt den Krieg im Weltall, das Programm von Ronald Reagan. Wir brauchen unbedingt den Cyberkrieg. Wir brauchen unbedingt die Dauerüberwachung. Wie in Stuttgart das Africom zur Kontrolle von ganz Schwarzafrika. Zur Planung möglicher Militäreinsätze so wie in Somalia, in Libyen, in Ägypten, in Marokko, in der Sahara, wo immer wir wollen, können wir dabei sein. Wir verlangen, dass man das Africom in Stuttgart abbaut. Wir sind hier ganz richtig in Frankfurt, das ist der Kreisverkehr für den gesamten Datenverkehr, wo die NSA und die Five Eyes abgreifen können. Sie überwachen die ganze Welt. Sie geben die Daten nach Langley, die festmachen, welche Leute man irgendwo in Afghanistan, Pakistan, Irak, wo auch immer töten muss, gezielt, mit Drohnen, die wir gerade dabei sind militärisch selber zu beschaffen.

Auch ein Programm von Annegret Kramp-Karrenbauer: Wir müssen die Soldaten schützen im Gefechtsfeld. Dafür brauchen wir Drohnen zu ihrer Verteidigung. Wir brauchen beides nicht. Wir brauchen keine Drohnen, die bewaffnet sind, die wir gerade dabei sind von Israel zu leasen und die wir jetzt gerade dabei sind selbst herzustellen und wir brauchen keine Soldaten in Auslandseinsätzen. Wir sollten den Lügen der Mächtigen nicht länger glauben.

Aufrüstung ist eine permanente Verunsicherung. Wir sind nicht Amerikaner, die glauben, sie könnten erst ruhig schlafen, wenn sie den Colt unter dem Kopfkissen haben.

Die permanente Drohung, per Knopfdruck die Menschheit mehrfach mit allen beliebigen Waffensystemen ausrotten zu können, ist kein Zeichen für Sicherheit, sondern das Dokument einer Irrsinnszuständigkeit unserer Weltbevölkerung in der Dauerparanoia, in die die Politik sie zum Gefangenen erklärt hat. Wir müssen damit aufhören, denn Frieden ist nicht die Vorbereitung zum Krieg. Die alten Römer hatten unrecht. Frieden ist nicht die Aggressivität im Vormarsch gegen erklärte Gegner. Darum sind wir entschlossen für Verständigung statt Konfrontation. Wir haben eine Politik der Sanktionen und der Embargo-Strategie. Vielleicht am aller furchtbarsten in der Zeit nach 1991 bis zum Jahr 2001 hatten die Vereinigten Staaten von Amerika es nötig, ein Embargo zu verhängen gegen Saddam Husseins Irak. 1998 fragte man die amerikanische Außenministerin Madeleine Albright, ob der Tod von 500.000 Kindern die Embargo-Strategie der USA wert sei. Sie starben an medikamentöser Mangelversorgung, sie starben an Hunger-Engpässen, sie starben am Zusammenbruch der Energieversorgung, die OPs fielen aus, die nötig gewesen wären in den Krankenhäusern. Die Außenministerin von „Gods own Country“, der Führungsmacht des Friedens und der Freiheit wagte es in die Kamera zu sprechen: „Yes“. 500.000 unschuldige Kinder, rein durch ein Embargo, und so soll das weitergehen. Sanktionen, kein Staat der Welt ist derart fleißig, Menschen in Schutzhaft zu nehmen.

Embargo gegen Syrien: Es sterben die Menschen vor Hunger.

Es sterben die Menschen auch unter Corona. Impfstoffe werden (Sputnik V) von Russland geliefert und sicher nicht von Amerika. Embargo gegen den Iran, Embargo gegen Libyen: Nur Amerika erlaubt sich in dieser Art in der Weltbevölkerung zu wüten zur Durchsetzung seiner eigenen macht-orientierten Ziele. Und so soll es weitergehen. Es ist nicht Versöhnung, sondern eine ständige Verschärfung der Konflikte, die schon da sind. Fast schon um den Krieg zu provozieren, den man gewinnen möchte. Aufmarsch im Schwarzen Meer, Aufmarsch der Flotte in der Ostsee, Verlegung immer größerer Militärkapazitäten an die Westgrenze Russlands. Die NATO ist inzwischen in Mittelasien, in Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Aserbaidschan. Sie gehört da nicht hin, sie müsste sich zurückziehen, sie müsste sich selber auflösen. Es wären die Deutschen, die als erste aus dieser Angriffsarmee austreten müssten. Von deutschem Boden soll kein Krieg mehr ausgehen. Das ist das Ende der NATO mit Beteiligung von Deutschen. Wir hätten aus dem sogenannten Dritten Reich, aus dem Erbe von zwei Weltkriegen, hervorgebrochen aus Deutschland, irgendwann mal was zu lernen, mehr an Menschlichkeit, weniger an Militarisierung und Militarismus.

Es ist allein Amerika, das weltweit mehr als 600 Militärstützpunkte unterhält.

Abhörzentralen im Kosovo, man weiß wofür man diesen Krieg vom Zaum gebrochen hat. Eine Abhörzentrale im Irak. Man weiß, dass man von dem Irak aus den gesamten Nahen Osten überwachen kann. Spionagenetze, die die gesamte Welt überstreichen und durch Kontrolle, Macht, Einfluss und Einschüchterung permanente Angst erzeugen. Diese Politik können wir nicht gebrauchen, sie dient nicht dem Zusammenwachsen der Nationen, sondern zu deren Okkupation und der Vormachtstellung eines einzigen Landes – „Gods own Country“. Wir Deutsche haben womöglich den USA vieles zu verdanken. Dieses erzeugt nicht unsere Dankbarkeit, sondern unsere tiefste Ablehnung und Verachtung. Hier zum Ostertage in Frankfurt erklären wir, dass wir diese Art von Politik nicht wollen. Russland hat Militärstützpunkte nirgendwo, wenn man hochrechnet, gerade mal in Syrien. China hat Militärstützpunkte nirgendwo, aber Amerika baut sie aus in Europa, baut sie aus im Pazifik, baut sie in Asien. Es muss Schluss damit sein, Konfrontations- und Aggressionspolitik weiter als Maßnahme der Vernunft zu erklären.

Und deshalb kommen wir zum Hauptpunkt: Wir weigern uns Soldaten zu sein. Die Friedensbewegung war stark, als die Menschen Angst hatten. 1982 als wir fürchten mussten, bei der Disloziierung der Pershing 2 selber in Deutschland das Schlachtfeld zu werden für einen nuklearen Schlagabtausch, wie man das nannte. Man fürchtete um die eigene Existenz. Heute ist die Friedensbewegung schwach. Man fürchtet wieder um die eigene Existenz. Also findet man es richtig, im Antiterrorkrieg überall auf Erden präsent zu sein.

Aber der Pazifismus wird nicht gespeist von Angst, sondern durch Zuversicht und Vertrauen.

Das ist genau das, was es am Ostertag zu lernen gilt. Nein zum Tod und Ja zum Leben. Wir sagen Nein zum Krieg und Nein zum Militär, nicht aus Angst, sondern genau im Gegenteil aus innerer Überzeugung. Es gibt keine Bürger in Uniform, wie man uns einredet. Es gibt eingeschüchterte Bürger, die man nötigt, auf Befehl mörderische Aktionen unter dem Anzeichen verantwortlichen Handelns zu akzeptieren, um-trainiert auf den Kasernenhöfen, um ihr eigenes Gewissen durch den Drillgehorsam entleert, entmenschlicht und betrogen. Genau das wollen wir nicht und deshalb sagen wir dazu Nein. Es ist keine Ausflucht zu erklären: Wir haben ja heute keine Pflichtarmee mehr – umso schlimmer. Was wird gemacht aus Menschen, die das Morden lernen um dafür ihren Sold zu kassieren, als wären sie immer noch im 30jährigen Krieg. Eine Söldnerarmee, Killerprofis, die dafür Geld einnehmen, Treppchen für Treppchen auf der Karriereleiter betreten, indem sie immer effizienter Menschen töten lernen und zu Töten befehlen. Seitdem ich denken kann, wird mir gesagt: Aber wir Soldaten verteidigen doch auch deine Freiheit. Die Antwort kann nur sein: Menschen, die ihre eigene Freiheit einbüßen zum Drillgehorsam gegenüber einem Brüllaffen von Sergeant, sind nicht die Menschen, die Freiheit verteidigen. Sie haben sie selbst geopfert, um Soldaten zu sein. Daraus geht nicht Freiheit hervor, sondern Abhängigkeit, Unmündigkeit, Strammstehen, die Augen geradeaus. Das Marionettendasein von Leuten, die kein Gewissen mehr haben, dafür aber einen Koppel um den Bauch und einen Stahlhelm auf dem Kopf. Menschlichkeit wird frei gewählt, indem man zur Unmenschlichkeit Nein sagt.

Deshalb erklären wir, dass wir die Politik, die man gerade betreibt, die man im Schulterschluss mit den USA gerade wieder neu wieder aufleben möchte, zutiefst nur ablehnen kann. Sie ist nicht die Zukunft, sie ist die älteste Vergangenheit. Zukunft hat der Frieden, beerdigen sollten wir nach Ostern ein für allemal den Krieg. Wir feiern heute den Tag der Auferstehung und deshalb danke ich Ihnen. Ich bin mit Ihnen für den Aufstand gegen den Krieg. Wir revoltieren gegen die Unmenschlichkeit und die Inhumanität der Instrumentalisierung von Kriegen zu irgendeinem Ziel des Regime Change. Sie wird nicht besser, sie wird schlimmer, indem wir vermeintlich das Böse bekämpfen müssen mit immer bösartigeren Mitteln. Wir selber werden im Kampf gegen die Hölle dabei zu den Teufeln, die wir jagen wollen. Arbeiten sollten wir an uns selbst, in Vertrauen, Sanftmut und Friedfertigkeit. Eben deswegen lehnen wir den Sadismus auf den Kasernenhöfen und den Schlachtfeldern ab, heute und ein für allemal. Ich wünsche Ihnen ein frohes Ostern.

 

 

 

 

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