Ray Mc Govern

Ray Mc Govern,  https://wp.me/paI27O-133

Ray Mc Govern ist ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter, der viele Jahre die us-amerikanischen Präsidenten mit den CIA Lageberichten informierte. Er war einige Jahre in Deutschland und spricht etwas Deutsch. Ich lernte ihn in Ramstein kennen, siehe unten.

Vor einigen Jahren sah ich einen Film über die Türken vor 100 Jahren. Es begann mit einer fröhlichen armenischen Familie, die feierten, mit einer großen üblichen Tischszene. Und dann wurde es plötzlich brutal, wie es oft bei Kriegen und Völkermord zugeht. Ein junger Mann wurde eingezogen, und dann gefesselt, und dann wurden den Gefangenen die Kehlen durchgeschnitten. Bei ihm nicht ganz, weil der Soldat, der den Auftrag hatte, ihm die Kehle durchzuschneiden, das nicht übers Herz brachte. Und dieser kam nachts, entfesselte ihn und er wanderte durch die Gegend und traf auf verhungernde Landsleute und wurde schließlich von einem wohlhabenden Händler gerettet. An diese Feierszene denke ich oft, wenn Leute fröhlich zusammensitzen.

Und ich sehe die Gefahr und halte im Gegensatz zu weit verbreiteter umgekehrten Meinung die Mehrheit für naiv. Es ist wichtig, dass möglichst viele in ihrem Umfeld für zügigstem Waffenstillstand und Blauhelmen dazwischen und Friedensverhandlungen werben.

Der ehemalige CIA-Offizier McGovern aktuell in einem  wichtigen Interview vom 22.3.23.: Former CIA Officer McGovern on the CIA & Ukraine War (PART 1) https://www.youtube.com/watch?v=r7aLw1iX8NI&t=0s 

Und ein zweites Interview über die aktuellen Themen Nord Stream, Kampfjets und den Haftbefehl gegen Putin (PART 2) : https://wp.me/paI27O-4yD

Ich kenne Ray McGovern seit 2014. Ich traf ihn in Ramstein… 

Ich möchte Euch bitten, Euch auch ein Video, gut 30 Minuten, von Ray McGovern oder meine Übersetzung im obigen Link anzusehen. Der ist noch etwas älter als wir, 83, und er hat als Offizier der CIA gearbeitet. Er war zuständig für die Lageberichte der CIA an den Präsidenten, und er hatte es mit drei Präsidenten zu tun. Er sagte, er fühlte sich nur der Wahrheit verpflichtet. (Klartext), im Gegensatz zu den Zuständigen für „Operationen“, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen, Denn er hat eine gute, kompetente und sachliche Art, die Lage darzustellen. Er ist in der Organisation Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS) tätig, die etwas ungünstig in Wikipedia beurteilt wird, m.E, weil Wikipedia, wie fast alle, auch unter dem Einfluss von Propaganda steht. Wenn m.E. jemand kompetent ist für die Lage zwischen den USA und Russland, dann er. Ich habe ihn 2014 in Ramstein kennen gelernt. Hört im Video (Klartext), seine Rede an von 2014 und jetzt wieder und überlegt, ob er nicht Recht hat. Und wenn Ihr weitgehend zu dieser Überzeugung kommt, setzt Euch bitte dafür ein, unsere Aussichten im Sinne des Manifests von Russell und Einstein zu verbessern. Die sagten ja, die Menschheit hat viele Möglichkeiten für Glück, aber nur bei Kooperation statt Konfrontation. Das Video gibt es zur Zeit nur mit Englischen Untertiteln, die selber ziemlich schlecht sind. Ich habe diese englischen Untertitel mit deepl.com übersetzt und mir das Video nochmal angesehen und weiter verbessert. Und ich habe Frieder Schöbel, diesen ehemaligen Englischlehrer gebeten, es in den nächsten Tagen weiter zu verbessern. Aber ich halte es für dringend, diese Stimme der Vernunft bekannter zu machen. Er sagt manches, was nicht selbstverständlich scheint, aber, wie gesagt, ich halte ihn für einen der kompetentesten Menschen, so wie Noam Chomsky, Daniel Elsberg, Edward Snowden und Julian Assange.

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Bei Youtube gibt es viele Videos von ihm und über ihn. Ein Video ist dies, wo er mit Übersetzung sagt, wie er als IA-Offizier Klartext spricht über das US-Imperium, Russland und den Ukraine-Konflikt https://www.youtube.com/watch?v=jcyj7ghU6vY  

Früherer Kontakt mit RayMcGovern:

Betreff: Fwd: Bericht Ramstein// Fw: Fotos mit Ray McGovern

http://www.hintergrund.de/201409093233/globales/kriege/qwir-haben-keine-freie-presse-mehrq.html

2.12.14: http://www.neopresse.com/politik/ex-cia-offizier-mcgovern-es-gab-luegen-um-aggresionskriege-zu-rechtfertigen/

18.-19.10.14: http://www.neopresse.com/politik/ex-cia-offizier-mcgovern-es-gab-luegen-um-aggresionskriege-zu-rechtfertigen/

http://www.hintergrund.de/201409093233/globales/kriege/qwir-haben-keine-freie-presse-mehrq.html

Bericht Ramstein// Fw: Fotos mit Ray McGovern

Sun, 12 Jun 2016 10:40:34 +0200   Gestern war eine kraftvolle Protestaktion der Friedensbewegung gegen den anhaltenden Skandal Ramstein. Am Tag davor waren Vorträge und Diskussionen mit vielen Bekannten.

Herausragende Teilnehmer waren Ray McGovern, Willy Wimmer und Albrecht Müller.

Ray McGovern, ein freundlicher älterer Herr, der viele Jahre die us-amerikanischen Präsidenten mit CIA Lageberichten informierte, sagte, die USA seien nach dem 11.9.2001 ein anderer Staat geworden. Und nine/eleven sei eine „false flag“ Operation gewesen. Jetzt würde die Verfassung nicht mehr oberstes Gesetz sein. Obama sei bei den Drohnenmorden gleichzeitig Staatsanwalt, Richter und Henker.

Willy Wimmer, der 33 Jahr CDU MdB und während dieser Zeit Staatsekrektär im Verteidigungsministerium war, sagte schon vor dem Irakkrieg von Bush junior, wenn wir uns nicht mehr an das Völkerrecht halten, drohe die Barbarei. Es war vorher mit Willy Brandt die Grundlage gelegt worden, Kriege auf Dauer aus Europa zu verbannen. Dann kam der Krieg mit dem völkerrechtswidrigen Jugoslawienkrieg zurück. Das Land von Willy Brandt sei das Land von Angela Merkel geworden. Die eigene Bundesregierung verstoße gegen die Verfassung: §26 verbietet den Angriffskrieg. Von Ramstein würden Angriffe mit „fliegenden Standgerichten“ mit ihren Drohnen in der Welt geführt. Gehard Schröder habe zugegeben, er habe mit der Teilnahme am Jugoslawienkrige das Grundgesetz gebrochen. Was bedeutet das für das Selbstwertgefühl der BRD? Wir sollten laut darauf hinweisen, wir beteiligen uns nicht an einem Angriffskrieg!

Seine Rede steht schon im Netz: https://kenfm.de/wimmer-ramstein-10-6/

Wir werden in Braunschweig am Flaggentag am 8. Juli auf einen anderen Völkerrechtsbruch hinweisen: Dass trotz des Gutachtens des internationalen Gerichtshofes über die Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen deutsche Piloten üben, US-Atomwaffen in Ziele zu fliegen.   Herzliche Grüße  Helmut

PS: einige Links:  http://www.ramstein-kampagne.eu/fr-10-6-stopp-ramstein-drohnen-kriege-beenden/

http://www.ramstein-kampagne.eu/menschenkette-2016/

ein paar Fotos in der Anlage und hier: https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/6295220337060929585?authkey=Gv1sRgCObBjcaU5_D05QE

Und https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/6295220875735601553?authkey=Gv1sRgCOvSy8ayhOS8nQE#6295220591099217474   Albrecht Müller bei seinem Vortrag

Gesendet: Samstag, 11. Juni 2016
Von: „Marga
An: helmut_kaess@web.de
Betreff: Fotos mit Ray McGovern

Hallo,
wie versprochen die Bilder mit Ray McGovern von heute Nachmittag bei der
Kundgebung in Landstuhl Bei Ramstein…
Liebe Grüße,
Marga


DEEPLcom Übersetzung von https://en.wikipedia.org/wiki/Ray_McGovern:    Er war Mitbegründer der   Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), der Veteranen des Geheimdienstes für Vernunft (geistige Gesundheit)

Werkzeuge
Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS) ist eine Gruppe ehemaliger Offiziere der United States Intelligence Community, die sich im Januar 2003 gründete. Im Februar 2003 gab die Gruppe eine Erklärung ab, in der sie die Bush-Regierung beschuldigte, nationale Geheimdienstinformationen falsch dargestellt zu haben, um die USA und ihre Verbündeten zur Invasion des Iraks unter Führung der USA in jenem Jahr zu bewegen. In einem Schreiben wies die Gruppe darauf hin, dass die Geheimdienstanalysten von den politischen Entscheidungsträgern nicht beachtet wurden. Der Gruppe gehörten ursprünglich 25 meist pensionierte Analysten an[1].

Mitglieder
Zu den Mitgliedern gehören der Gründer Ray McGovern, ein ehemaliger CIA-Analyst,[2][3] sowie William Binney, Thomas A. Drake, Patrick Eddington, Philip Giraldi, Larry C. Johnson, David MacMichael, Jesselyn Radack, Scott Ritter und andere. [1][4][5][6][7][8][9][10] Ray McGovern, ein Mitglied des VIPS-Lenkungsausschusses, gab an, dass VIPS im März 2004 35 Mitglieder hatte.[2] Ein Jahr zuvor hatte die Gruppe 25 Mitglieder.[1]

Zwei Mitglieder, Bill und Kathleen Christison, traten im Juli 2003 aus der Gruppe aus, nachdem VIPS in einem offenen Brief den Rücktritt des amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney gefordert hatte. In einem offenen Brief, in dem sie ihren Austritt begründeten, erklärten sie, VIPS solle über Politiken und Handlungen schreiben und nicht über Persönlichkeiten, und sie wollten vermeiden, dass Cheney zum Sündenbock wird, was die Forderungen nach weiteren Änderungen der Außenpolitik der Bush-Regierung beenden würde. Sie sagten auch, das Memo enthalte Aussagen, die „die Glaubwürdigkeit von VIPS schmälern und es dem Vorwurf aussetzen, genau die Art von Wahrheitsverdrehung zu betreiben, die es zu bekämpfen versucht.“ Sie sagten, VIPS müsse gewissenhaft sein, da es sich aus „pensionierten Geheimdienstoffizieren ohne Insiderinformationen aus erster Hand“[11] zusammensetze.

Stiftung: Der Irak-Krieg und das Memo vom Februar 2003
Am 7. Februar 2003, am Vorabend des Irak-Krieges, veröffentlichte VIPS ein „Memorandum für den Präsidenten“, in dem die Rede von US-Außenminister Colin Powell vor den Vereinten Nationen (UN) kritisiert und vor „einem Krieg, für den wir keinen zwingenden Grund sehen und von dem wir glauben, dass die unbeabsichtigten Folgen wahrscheinlich katastrophal sein werden“ gewarnt wurde:

Ihre Pentagon-Berater stellen eine Verbindung zwischen dem Krieg gegen den Irak und dem Terrorismus her, allerdings aus den falschen Gründen. Der Zusammenhang wird in einem Szenario nach einer US-Invasion viel realer. Wir sind nämlich der Ansicht, dass eine Invasion des Irak auf unbestimmte Zeit für überfüllte Rekrutierungszentren für Terroristen sorgen würde. Die Bedrohung wäre damit keineswegs beseitigt, sondern würde sich exponentiell verstärken. … Was den möglichen Einsatz von Chemiewaffen durch den Irak betrifft, so sind die US-Geheimdienste seit über 12 Jahren der Meinung, dass die Wahrscheinlichkeit eines solchen Einsatzes während einer Offensive zur Beseitigung von Saddam Hussein stark zunehmen würde.“[12][nicht primäre Quelle erforderlich]

VIPS legte im Laufe des Jahres 2003 und Anfang 2004 zehn weitere Memos vor, „in denen bewertet wurde, was die Bush-Administration vor, während und nach dem Krieg über den Irak wusste und wie diese Informationen genutzt – und missbraucht – wurden.“[2]

Im Mai 2003 erklärte der Kolumnist der New York Times, Nicholas D. Kristof, dass die weit verbreitete Empörung unter Geheimdienstmitarbeitern zur Gründung von VIPS geführt habe.[13] Nachdem der CIA-Chefwaffeninspektor David Kay 2004 bekannt gegeben hatte, dass im Irak keine Lagerbestände von Massenvernichtungswaffen gefunden werden konnten, meinte Michael W. Robbins in der Zeitschrift Mother Jones, dass VIPS „einige der glaubwürdigsten und kritischsten Analysen des Umgangs der Bush-Regierung mit Geheimdienstdaten im Vorfeld der Invasion des Irak im März 2003″[2] erstellt habe.

Israelischer Einfluss: Das Memo vom August 2010
Am 3. August 2010 veröffentlichte VIPS ein weiteres Memorandum für den Präsidenten, in dem behauptet wird, dass die israelische Regierung die US-Regierung nachweislich getäuscht hat, und in dem geschätzt wird, dass Israel den Iran „noch in diesem Monat“[14][15] einseitig angreifen wird. In dem Schreiben wird auch behauptet, dass die „Likud-Lobby“ einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die US-Politik hat, und als Beispiel wird ein Besuch der Senatoren John McCain, Lindsey Graham und Joseph Lieberman in Israel genannt.[14]

Chemische Waffen in Syrien
Siehe auch: Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg
Nach dem Chemiewaffenangriff in Ghouta in Syrien veröffentlichte VIPS einen „offenen Brief“ an Präsident Barack Obama, in dem es hieß, dass „ehemalige Mitarbeiter“ und „zahlreiche Quellen im Nahen Osten“ sie darüber informiert hätten, dass die syrischen Regierungstruppen nicht für den Angriff verantwortlich seien, im Gegensatz zur Position der US-Regierung und ausländischer Geheimdienste. In dem Brief hieß es, es gebe stattdessen „starke Indizien“, dass es sich bei dem Vorfall um eine „im Voraus geplante Provokation durch die syrische Opposition und ihre saudischen und türkischen Unterstützer“ gehandelt habe[16]. Erklärtes Ziel des Briefes war es, Präsident Obama davon abzubringen, den Vorfall in Ghouta zur Rechtfertigung militärischer Maßnahmen gegen die syrische Regierung zu nutzen, da den Unterzeichnern des Briefes „keine zuverlässigen Beweise dafür bekannt sind, dass eine syrische Militärrakete, die einen chemischen Kampfstoff tragen kann, in das Gebiet [Ghouta] abgefeuert wurde. In der Tat sind uns keine verlässlichen physischen Beweise bekannt, die die Behauptung stützen, dass dies das Ergebnis eines Angriffs einer syrischen Militäreinheit mit Fachkenntnissen über chemische Waffen war“[16].

Muhammad Idrees Ahmad kommentierte in The New Republic die Übernahme der VIPS-Analyse durch Michael Moore, WorldNetDaily und Pamela Geller. Er kritisierte auch, dass sich der Brief auf anonyme Quellen stützt und stellte fest, dass die zitierten Quellen für die „sensationellsten Behauptungen“ die verschwörungstheoretischen Websites GlobalResearch und InfoWars sowie Yossef Bodansky und MintPress News waren.[8]

Im April 2017 schrieb VIPS ein Memo an Präsident Donald Trump, in dem vor einer Eskalation des Krieges in Syrien gewarnt und behauptet wurde, dass der chemische Angriff in Khan Shaykhun nicht stattgefunden habe, sondern – unter Berufung auf „Our U.S. Army contacts in the area“ – dass es sich um einen Angriff auf die Armee-Kontakte in der Region“ – dass „ein syrisches Flugzeug ein Munitionslager der Al-Qaida in Syrien bombardierte, das sich als voll mit giftigen Chemikalien herausstellte, und dass ein starker Wind die mit Chemikalien beladene Wolke über ein nahegelegenes Dorf wehte, in dem daraufhin viele Menschen starben“[17] Zu den Unterzeichnern gehörte Scott Ritter.[18] Laut Al-Jazeera „gibt es Grund, an der Existenz dieser „Armee-Kontakte“ zu zweifeln“[18].

In einer Erklärung vom September 2017, die von fünf VIPS-Mitgliedern unterzeichnet wurde, hieß es als Reaktion auf abweichende Meinungen innerhalb der VIPS: „In den letzten Jahren haben wir Anschläge unter falscher Flagge gesehen, die durchgeführt wurden, um ein politisches Narrativ und Ziel zu untermauern – die syrische Regierung für chemische Angriffe verantwortlich zu machen.“[10][19] Die fünf Mitglieder waren William Binney, Skip Folden, Ed Loomis, Ray McGovern und Kirk Wiebe.[10]

Russiagate und die Trump-Präsidentschaft
Der DNC-Hack
Siehe auch: E-Mail-Leck des Demokratischen Nationalkomitees 2016 und Ermordung von Seth Rich
Im Dezember 2016 veröffentlichte VIPS ein Memorandum, in dem die Behauptungen über die russische Einmischung in die Wahlen in den Vereinigten Staaten 2016 als „beweisfrei“ kritisiert wurden. In dem Memorandum wurde behauptet, dass das E-Mail-Leck des Demokratischen Nationalkomitees von 2016 auf ein internes Leck und nicht auf einen russischen Hack zurückzuführen sei.[20]

Am 24. Juli 2017 veröffentlichte VIPS ein weiteres Memorandum, das von William Binney mitverfasst wurde und in dem ebenfalls behauptet wurde, dass das DNC nicht gehackt wurde, diesmal auf der Grundlage einer forensischen Analyse, die von der anonymen Organisation „Forensicator“ durchgeführt wurde, mit der sie über den pensionierten IBM-Mitarbeiter Skip Folden kommunizierten. Diese Analyse basierte auf DNC-Dateien, die von Guccifer 2.0 veröffentlicht worden waren.[21][4] Das Memo wurde „gegen die substantiellen Einwände mehrerer VIPS-Mitglieder“[10] veröffentlicht.

Laut dem Artikel von Patrick Lawrence in The Nation wurde in dem Memorandum behauptet, dass die Metadaten in diesen Dateien verändert wurden, um russische Fingerabdrücke hinzuzufügen, und dass die Übertragungsrate der Dateien beweise, dass sie lokal übertragen wurden.[22] Brian Feldman kritisierte im New York Magazine, dass sich der Bericht auf die „Metadaten“ von „gesperrten Dateien“ stütze, auf die nur [Forensicator] Zugriff habe, und wies darauf hin, dass diese Sätze bedeutungslos seien. Feldman bezeichnete die Behauptungen in Patrick Lawrences Artikel als „zu inkohärent, um sie überhaupt zu widerlegen“ und kritisierte die Verwendung von „Techno-Kauderwelsch“.[23] Die Herausgeberin und Verlegerin von The Nation, Katrina vanden Heuvel, sagte, sie sei „entsetzt“, nachdem Lawrence die Verschwörungstheorie getwittert hatte, dass Seth Rich für das Leck verantwortlich sei.[24] Vanden Heuvel sagte, die Geschichte habe nichts mit Rich zu tun.[24]

Laut John Hultquist von FireEye:

„Der Autor des Berichts hat eine Reihe von Szenarien nicht in Betracht gezogen und ist an anderen vorbeigeschrammt. Er ignoriert völlig alle Beweise, die seinen Behauptungen widersprechen“. Rich Barger, Director of Security Research bei Splunk, wies darauf hin, dass die VIPS-Theorie davon ausgeht, dass der Hacker die Dateien auf einen Computer heruntergeladen hat und sie dann von diesem Computer aus weitergegeben hat. Bargers Kommentare wurden von anderen Cybersicherheitsexperten aufgegriffen:[25]

Der Gründer des Guardian Project, Nathaniel Freitas, überprüfte Lawrences Artikel unabhängig im Auftrag von The Nation und kam zu dem Schluss, dass die Arbeit des Forensicator zwar detailliert und genau ist, aber die Schlussfolgerungen, die VIPS und Lawrence daraus ableiten, nicht bestätigt. Freitas stellte fest, dass der hohe Datendurchsatz, auf den die relevanten Metadaten hindeuten, von einem Hacker in verschiedenen Szenarien erreicht werden könnte, u. a. durch die Verwendung eines Fernzugriffstrojaners, und dass die Leck-Hypothese auch voraussetzt, dass „der Zielserver … physisch vor Ort im Gebäude sein muss“: „Wenn die Dateien aus der Ferne ‚in der Cloud‘ gespeichert würden, käme die gleiche Kritik ins Spiel: ‚Es ist nicht möglich, diese Geschwindigkeiten zu erreichen‘.“ Zusammengefasst: „An diesem Punkt, angesichts der begrenzten verfügbaren Daten, kann Gewissheit nur über eine sehr kleine Anzahl von Dingen erreicht werden.“[10] „Forensicator“ sagte anschließend, dass VIPS „überambitionierte Extrapolationen“ aus ihren eigenen Behauptungen machte.[10] Robert Dreyfuss, ein mitwirkender Redakteur für The Nation, sagte, dass Freitas‘ Überprüfung zeigte, dass Lawrences Artikel „schlichtweg falsch“ war und vollständig zurückgezogen werden sollte. [Leonid Bershidsky, der mit den VIPS-Behauptungen sympathisierte, schrieb, dass die VIPS, obwohl sie 2003 in der New York Times eine positive Berichterstattung erhalten hatten, 2017 nur noch von „Nicht-Mainstream-Publikationen gefördert wurden, die man leicht beschuldigen kann, Kanäle für russische Desinformation zu sein“[26].

Einige VIPS-Mitglieder, die es als „problematisches Memo aufgrund beunruhigender Fragen zu seinen Schlussfolgerungen“ bezeichneten, weigerten sich, das Juli-Memo zu unterzeichnen,[27][10] darunter Scott Ritter,[10][28] Philip Giraldi,[10] Jesselyn Radack[10] und der ehemalige technische Leiter der NSA Thomas A. Drake.[4] Drake sagte: „Ray [McGovern]’s Entschlossenheit, Behauptungen zu veröffentlichen, die er glauben wollte, ohne die Fakten zu überprüfen und Beweise zu verwerfen, die er nicht hören wollte, reproduzierte genau die Geheimdienstfehler des Irakkriegs, gegen die die VIPS-Gruppe gegründet wurde.“[29]

Die VIPS-Memos wurden von Breitbart und Fox News verbreitet, was Trump dazu veranlasste, Mike Pompeo um ein Treffen mit William Binney von VIPS zu bitten.[29][30][4]

Duncan Campbell von Computer Weekly untersuchte die Behauptungen und fand heraus, dass die Dokumente, auf die sich VIPS stützte, gefälscht waren, und verfolgte ihre Quelle zu einem pro-russischen Briten.[4][31] Nach Überprüfung des Quellenmaterials räumte Binney ein, dass das Forensicator-Material tatsächlich eine „Fälschung“ war.[29]

Gina Haspel und QAnon
Im März 2018 veröffentlichte VIPS ein Memo, in dem sie sich gegen die Ernennung von Gina Haspel zur CIA-Direktorin aussprach, weil sie angeblich in das Folterprogramm der CIA verwickelt war.[32]

Die Financial Times und Heavy.com haben spekuliert, dass VIPS und insbesondere William Binney und Robert David Steele an der Rekrutierung der Netzwerke beteiligt gewesen sein könnten, aus denen der Pro-Trump-Verschwörungskult QAnon hervorging.[33][34]

Siehe auch
National Security Whistleblowers Coalition
Sam-Adams-Preis

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Warum Krieg? von Manfred Lotze

STANDPUNKT/011: Warum Krieg? – Chancen für eine Weltfriedensordnung (Manfred Lotze)

Veröffentlichungen bei

 http://schattenblick.de/infopool/weltan/meinung/wmsp0011.html

und im IPPNW-FORUM  März 2016

 

Warum Krieg?

Chancen für eine Weltfriedensordnung

Wir lesen täglich wie, wo und warum Kriege geführt werden. Unsere Emotionen gehen aber tiefer als Informationen. Sie schwanken zwischen Resignation und Hoffnung auf eine Zukunft ohne Kriege. Auch im Geiste der IPPNW-Oktober-Konferenz „Unser Rezept für Frieden: Prävention“ versuche ich zu belegen, dass die Hoffnung auf eine globale Friedenskultur realistisch ist. Die These, dass Kriege zur menschlichen Natur gehören, ist so verbreitet wie widerlegbar.

 

Warum also Krieg?

Vielfältige Erklärungen bietet die menschliche Geschichte:

weil

– in Staaten organisierte Menschen mit anderen um die Macht konkurrieren (s. Anmerkung1),

– der militärisch-industrielle Komplex gewaltfreie diplomatische Konfliktbearbeitungen nach demokratischen Regeln, die in der UNO-Charta und den meisten staatlichen Verfassungen festgelegt sind, verdrängt hat,

– „gerechte“ Kriege zum Sieg über „das Böse“ führen („Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ Schiller), (da würde ich schon den „Sieg über das Böse“ in Anführungszeichen setzen, denn die offizielle Geschichte von Kriegen ist die Geschichte von Siegern)

– zur Natur des Menschen Entwicklung und Überleben durch Kampf gehören („Krieg ist aller Dinge Vater, aller Dinge König. Die einen ….lässt er Sklaven werden, die anderen Freie.“  Heraklit),

– Antiterror-,  Low Intensity Conflicts, asymmetrische Kriege, Interventions-, Stellvertreter-Kriege auch als Bürgerkriege instrumentalisiert werden,

– und weil meist unter religiöser Flagge laufende Kombinationen der genannten Motive die Verwirrung vergrößern.

 

Zur Definition von Kriegen: Volksaufstände gegen eine Diktatur (Cuba 1959 z. B.) und alle Dekolonisierungskämpfe als Akte der Selbstbefreiung sowie Militärputsche gegen gewählte Regierungen (Griechenland 1967, Chile 1973  u. a.) sind gewaltsame Konfliktbearbeitungen, aber keine Kriege im engeren Sinn, sondern als „Anwendung bewaffneter Gewalt“ (Art. III der Genfer Fünf-Mächte-Vereinbarung 1932) zu definieren.

Dies mögen inhaltlich und formal ungenügende Erklärungen sein, aber eine Konsequenz ist schon zu ziehen: Krieg ist auch für Pazifisten nachvollziehbar, solange es ausgebeutete, kolonialisierte Völker gibt und solange die moralischen Kategorien von Gut und Böse zu politischen Entscheidungen über Militärhaushalte führen. So kam Ekkehart Krippendorff „notwendig auf den eigentlichen Gegenstand der Kriegsfrage, nämlich die militärisch, d. h. aus Gewalt entstandene und mit monopolisierter Gewalt gesicherte Herrschaft, DEN STAAT“. (E. Krippendorff: Staat und Krieg. Die historische Logik politischer Unvernunft, Suhrkamp 1985)

Mohssen Massarat mahnt eine weltweite Kampagne zur Ächtung der Waffenproduktion an, denn „der militärisch-industrielle Komplex ist die größte Bedrohung für den Weltfrieden unserer Zeit.“ (M. Massarrat bei NachDenkSeiten 21.10.15)

In der Verantwortung stehen aber nicht nur die gerüsteten Regierungen. Sie brauchen kriegsbereite Bürger. Damit sind wir beim nächsten Themenzusammenhang: der Konflikt zwischen einer Kultur des Friedens und der herrschenden Kultur des Krieges. Der oberste Repräsentant unseres Staates hat den Wechsel von einer Kultur der Zurückhaltung zu einer ‚Kultur der Kriegsfähigkeit‘ (Josef Joffe), und damit den Wechsel von einer Kultur der Werte zu einer Kultur der Interessen propagiert, so Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2014. Eine Konferenz über „strategische Kommunikation“ mit „Empfehlungen“ für die „Erziehung der Öffentlichkeit“ im Sinne der NATO wird angekündigt auch mit dem Ziel, dass die NATO die für sie entscheidende „Unterstützung“ durch die Bevölkerungen ihrer Mitgliedsstaaten nicht einbüße. PR-Strategien gegen „starke pazifistische Haltungen“ besonders in Deutschland werden intensiviert (Quelle: www.german-foreign-policy.com Informationskrieg 28.10.2015)

Was macht die Menschen so empfänglich für Kriegspropaganda? Die natürliche Fähigkeit des Menschen zur Aggression und Destruktivität ist von der Bibel bis zu den Schriften von Erich Fromm belegt. Menschliche Aggressionen werden unterschiedlich interpretiert und auch massenpsychologisch instrumentalisiert. Um gegenseitige Vernichtung als gute oder unumgängliche Taten zu propagieren, bedarf es fundamentaler Feindbilder. Domenico Losurdo erklärt die Dichotomie Freund/Feind mit dem Prozess der Despezifikation, die mit der Dichotomie Zivilisation/Barbarei zusammenfalle (in „Kampf um die Geschichte“ PapyRossa 2007).

Auf der Friedenskonferenz im Februar 2015 in München parallel zur sog. Sicherheitskonferenz sprach Prof. Dr. Joachim Bauer über „Gewalt ist kein Naturgesetz – menschliche Aggression und Friedenskompetenz aus der Sicht der Hirnforschung“.  Gibt es den Aggressionstrieb, den Sigmund Freud postuliert? Freud hatte Albert Einstein in einem Brief mitgeteilt: „Wir glauben an die Existenz eines Triebes zum Hassen und Vernichten“. Krieg erscheint hier also als eine biologische Bedingung. „Der Krieg ist nicht wider die menschliche Natur, sondern er entspringt ihr“ schrieb Eckhard Fuhr. in Die Welt am 7. Juni 2014 Das hatten schon Konrad Lorenz und sogar Erich Fromm gelehrt. Neurobiologische Forschungen dagegen kommen zu anderen Ergebnissen. Bauer klärte darüber auf, dass unsere Handlungen und Motive durch ein neuronales Belohnungssystem über Ausschüttung von „Wohlfühlbotenstoffen“ gesteuert werden, das zu guten Gefühlen führt. Aktiviert werde dieses Motivationssystem durch soziale Erfahrungen mit Akzeptanz durch Zuwendungen. Nur das erzeuge gute Gefühle. Wir seien süchtig nach Zuwendung, nach sozialer Verbundenheit und gegenseitiger Hilfe. Weitere Systemaktivierungen gebe es durch Bewegung (man beobachte nur die Bewegungsfreude der Kinder!) und durch Musik, hier besonders durch Singen. Für 95 – 97 Prozent der Menschen sei Aggressivität nicht lohnend. Männliche Gewalttätigkeit sei eine psychische Krankheit.

Übrigens sei auch für Charles Darwin Aggression kein Trieb.
Doch es gebe eine Kehrseite dieser positiven Hirnfunktion: Böses zu tun, um zugehörig zu sein. Die suchtartige Abhängigkeit von oberflächlicher Anerkennung im Internet sei noch ein relativ harmloses, so gesteuertes Verhalten. Outgroups contra Ingroups-Erlebnisse erzeugten ein Gemeinschaftsgefühl zum Beispiel durch Hass auf Ausländer, Juden, Linke oder Schwule. So bestätige auch die Hirnforschung wie wichtig gerade für Jugendliche die Erfahrungen von Zugehörigkeit seien. Ein zuverlässiger Stimulus für Aggression sei Schmerz. Seine Zufügung mache wütend. Bei Demütigung und sozialer Ausgrenzung reagiere im Gehirn die identische Schmerzmatrix. Das erkläre sich aus unserer Stammesgeschichte, da einst soziale Ausgrenzung zum Tod führte. Empathiesysteme reagierten auch beim Zusehen, wenn anderen Schmerzen zugefügt werden. Auf weltweit verbreitete Folterungen wie in Abu Graib oder in Guantanamo ging Bauer nur kurz ein. Verwiesen sei auf seine Bücher „Schmerzgrenze“ und „Prinzip Menschlichkeit“. Auch wer in Armut unter Reichen lebe, sei ausgegrenzt. Angesichts der globalen Ungerechtigkeit zeige sich eine gewisse Toleranz. Doch wenn eine Grenze überschritten werde, wachse auch gesellschaftliche Gewalt. Mit dem Gini-Index der Ungleichverteilungen würden sich diese Zusammenhänge darstellen lassen.  DIE stammesgeschichtlich kommunikative Funktion von Aggression wird in einer Kultur des Krieges, der Konkurrenz und der Fremdsteuerung verfehlt.

Wie erzeugt man also Kriegsbereitschaft? Durch Dehumanisierung des Widersachers.

Weitere Gewaltquellen seien soziale Polarisierungen durch Moral und durch Patriarchat. Den Religionen, die Andersgläubige unmoralisch aussehen lassen, stünden allgemein anerkannte ethische Normen entgegen.

Gegenpole bilden laut Bauer Bindung und Bildung, eine Erziehung zur Einhaltung sozialer Regeln sowie Gerechtigkeit.

So hilfreich diese neurophysiologischen Erkenntnisse für unsere Friedenspolitik sind, so hart sind wir in der Realität mit weiteren Hindernissen konfrontiert. Welches neue Denken müsste sich verbreiten, um die Jahrhundertaufgabe einer Kultur des Friedens mit Abschaffung aller Kriege durchzusetzen? Bausteine fand ich beim Philosophen Michael Schmidt-Salomon. Seine Analyse in „Jenseits von Gut und Böse. Warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind“ (Piper, 4. Auflage 2014) provoziert gerade uns, die wir von Politikern und Militärs moralische Normen einfordern – in der Regel vergeblich. Wir entlarven Kriegslügen, vorgeblich humanitäre Ziele angesichts millionenfachen Mordens. Sind die Verantwortlichen für Drohneneinsätze, Folter und Atomkriegsdrohungen etwa nicht unmoralisch zu nennen?

Der Autor begründet sein Nein mit historischen, religiösen, anthropologischen und philosophischen Argumenten. Er will „die Menschen von der Tyrannei philosophischer Obskuranten“ und abstrakter Begriffe wie „Wahrheit“, „Moral“, „Realität“ oder „Objektivität“ befreien. Diese Begriffe engen den Horizont der Menschen und die Möglichkeiten des Daseins ein. (Nach Paul Feyerabend „Zeitverschwendung“ Suhrkamp 1995)

Der Inhalt beginnt mit der „Geschichte von Eva und dem Apfel, der keiner war – Das Sündenfall-Syndrom“ und behandelt weiter „Abschied von Gut und Böse“, Abschied von der Willensfreiheit“, „Falsche Konsequenzen“ bis zu „Die menschliche Solidargemeinschaft“. Nur ein Textbeispiel zur überaus wertgeschätzten Rolle von Schuldgefühlen in unserer Kultur: „Die Differenz zwischen Schuld und Reue korrespondiert mit der Unterscheidung zwischen Moral und Ethik. ….Reuegefühle sind ein wichtiger Anstoßgeber für die persönliche Weiterentwicklung, Schuldgefühle hingegen stehen ihr im Wege…..Da Schuldgefühle Kriegserklärungen an das eigene Selbst sind, zerstören sie jenen inneren Frieden, der notwendig für eine gesunde psychische Entwicklung ist.“ Terroristen wie staatliche Kriegstreiber haben sicher keine freie Entscheidung zum „Bösen“ getroffen, sondern sind gefangen in ihren Wurzeln aus Natur und Kultur, das „Gute“ in ihrem Sinn zu tun. „Man darf keineswegs den gleichen Fehler machen, den die Terroristen begehen, nämlich sich in moralischer Selbstgefälligkeit über die ganze Welt zu erheben , den Gegner im Sinne eines archaischen Ingroup-Outgroup-Denkens zu dämonisieren und dadurch jegliche Empathie ihm gegenüber zu verlieren.“ Die Konsequenz wäre Rache oder sog. „humanitäre Intervention“. Empathievermögen wird auch durch die Unterstellung von Willensfreiheit untergraben. Je stärker die Idee der Willensfreiheit in westlichen Gesellschaften etabliert sei, desto eher würde soziale Ungleichheit toleriert und desto drakonischer fallen auch die Strafmaßnahmen des jeweiligen Rechtssystems aus.

Ganz im Sinne von Schmidt-Salomon erscheint mir das Zitat des Dalai Lama: „Ich denke an manchen Tagen, dass es besser wäre, wenn wir gar keine Religionen mehr hätten. Alle Religionen und alle Heiligen Schriften bergen ein Gewaltpotenzial in sich. Deshalb brauchen wir eine säkulare Ethik jenseits aller Religionen. Menschliche Entwicklung beruht auf Kooperation, nicht auf Wettbewerb.“

Resümee: „Der Vorteil einer philosophischen Weltanschauung gegenüber einer Religion besteht darin, dass sie es uns ermöglicht, falsche Ideen sterben zu lassen, bevor Menschen für falsche Ideen sterben müssen“ (Schmidt-Salomon). Die anthropologische Verbindung zwischen den neurophysiologischen Erkenntnissen über menschliche Aggressionen und dem ethisch begründeten „Abschied von Gut und Böse“ zeigt die Chancen auf, die im Verzicht auf Feindbilder und in der Förderung aller kooperativen Kräfte liegen. Darin kann die Wurzel für einen zivilisatorischen Epochenwechsel zu liegen. Die Meinungsführerschaft für eine globale Friedenspolitik ist keinesfalls zu gewinnen nur mit Abarbeitung an Symptomen.

Die Denkanstöße von Schmidt-Salomon für eine Friedensbewegung mit langem Atem und „brennender Geduld lassen sich zusammenführen mit den zitierten medizinischen, sozialpolitischen und historischen Erkenntnissen, nicht zuletzt auch mit völkerrechtlichen, wie den zahlreichen Beiträgen von Norman Paech, zuletzt über „70 Jahre UNO-Charta – Ohne Macht und ohne Alternative“, in dem er die Diskrepanz zwischen einem vorherrschenden Völkerrechtsnihilismus und der Suche nach der Weltfriedensordnung aufzeigt (in junge Welt 26.6.2015). Die IPPNW versucht unermüdlich auch mit Kongressen zur Kultur des Friedens und im Oktober 2015 mit der Konferenz „Unser Rezept für Frieden: Prävention“ der militärischen Staatsräson eine breite Bewusstseinsänderung mit demokratischen Meinungsbildern entgegen zu stellen. Sie ist dabei offen für Anregungen aus allen kulturellen Richtungen. Auf diesen breiten Ansatz wies auch Arno Gruen hin: „Es sind die Kulturen, nicht zuletzt die westlichen, die Selbstverrat und Hass hervorbringen.“

Manfred Lotze                                                                                                                                                                                                                                            November 2015

Anmerkung 1:

Kriege gab es erst, nachdem die Menschheit schon etwa 95 % ihrer Entwicklung hinter sich hatte. Voraussetzung war Sesshaftigkeit nach Übergang von der Jäger- und Sammlerperiode auf Ackerbau und Viehzucht ab dem 12. Jahrtausend v. Chr., dem die Gründung von Städten mit Herrschern und später Staaten folgte. Die erste Stadt (in der europäischen Vorläuferregion) war ab 6. Jahrtausend v. Chr. Eridu in Mesopotamien. Kriege sind also kulturell-zivilisatorisch bedingt und gehören nicht zur biologischen Natur des Menschen.  Jäger und Sammler hatten zwar auch Konflikte, konnten  aber übermächtiger Gewalt zwischen Gruppen ausweichen. Mobilität sicherte ihr Überleben. Menschenrecht auf Mobilität sichert Flüchtlingen und Migranten ihr Überleben.

 

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Protest in Bremerhaven

Wir waren gestern in Bremerhaven wegen des Panzertransports von 2000 Panzern samt Soldaten aus den USA nach Polen. Marcel Koppmann aus Uetze fuhr uns, mich, Angela Heike Reinhard aus Veltheim, und Haru Wunderlich aus Hannover . Wir fuhren mit einem weiteren Begleiter frühmorgens dorthin, wobei wir durch nieselnden Regen ins Blitzeis kamen. Es gab schwere Unfälle, einen kurz bei Bremen, der uns durch eine Vollsperrung zu abenteuerlichem Verlassen der Autobahn zwang. In Bremerhaven, beim Treffen weiterer plakativ bemalter Fahrzeuge, hatten wir Schwierigkeiten beim Verlassen des Wagens wegen der äußerst glatten Straßen und Gehsteige. Danach reihten wir uns in einen Demonstrationszug ein und kamen schließlich zum Hafen, wo uns drei große Frachter, bekannt von den Nachrichten her, „begrüssten“. Unter anderem die ARC. Es nieselte ständig bei leichten Minusttemperaturen und Eis und gelegentliche Stürze kamen vor. Eines meiner Fotos zeigt mit grüner Sprühfarbe „Vorsicht“ auf eine harmos aussehnende Ecke, wo in einer halben Stunde drei Leute stürzten. Der ehemalige Europaabgeordnete Tobias Pflüger und der Bundestagsabgeordnete Herbert Behrens sprachen laut Radiobericht vor etwa 160 Demonstranten über von uns so gesehene Provokationen der Nato an die Adresse Russlands durch diese Transporte. Die Nato bedrohe nach versprochener Nicht-Ostausdehnung inzwischen Russlands Grenzen jetzt mit offensichtlich beabsichtigter bleibender Stationierung von US Truppen unter der Verletzung des Russland-Natoabkommens. Die dadurch entstehende große Kriegsgefahr müsse durch eine Aktivierung der Friedensbewegung in Deutschland und der Welt und durch das Ausscheren von Deutschland aus der Nato-Front beantwortet werden.

Tobias Pflüger sagte, bald seien genauere Daten auf der Seite http://www.imi-online.de/ zu sehen.

Schließlich fuhren wir über eisglatte Straßen später abends sehr vorsichtig nach Hause.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31, http://www.helmutkaess.de/Wordpress/, www.ippnw.de , http://www.friedenszentrum.info/

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Grundthesen

Below an English Translation

Mein Hauptinteresse ist der Erhalt und die Weiterentwicklung der Menschheit. Im letzten Jahr habe ich versucht, die Dinge, die ich für die Menschheit für wichtig halte, weiter und weiter zusammenzufassen. Ein Maßstab war für mich das Manifest von Russell und Einstein: Es darf keine Kriege mehr geben. Ich denke, wir müssen mit den zentralen Dingen anfangen und müssen den Weg dorthin vom Ziel her festlegen:
  1. Es besteht weiterhin (und eigentlich für immer) eine Selbstausrottungsgefahr durch z.B. einen Atomkrieg, die aktiv verhindert werden muss durch Verhinderung aller Kriege.

  2. Militärausgaben sind ein mittelalterlicher „Riesen-Blutegel“ der Menschheit und wesentlich schuld an Millionen jährlichen Hungertoten.

  3. Die Regierungen als Interessenausgleich der Bevölkerung sollten eigentlich das Wohl aller Menschen im Auge haben, aber reiche und mächtige Teile der Bevölkerung versuchen ständig und wirkungsvoll, ihren Anteil am Reichtum zu erhöhen und die Politik zu dominieren.

  4. Wir müssen die Regierungen durch die gesamte Bevölkerung kontrollieren durch zuarbeitende  Institutionen wie zum Beispiel die Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen. Kontrolle der Minderheiten durch die Mehrheiten ist Voraussetzung für menschliche Zufriedenheit.

  5. Die Voraussetzung für das wirtschaftliche Wohl der gesamten Menschheit ist durch die ständige Steigerung der Produktivität gegeben und kann zu immer weiterer Minderung der Arbeitszeit genutzt werden.

  6. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen neigt der Mensch zu freundlichem Verhalten. Dies muss ihm von Regierungen oder mächtigen Zirkeln durch Feindbildproduktion abtrainiert werden, wenn Kriege angezettelt werden sollen.

Dann etwas ausführlicher ein Text mit diesen Thesen von knapp zwei Seiten mit 23 Links:

.Die Englische Übersetzung:

My main interest is the preservation and developement of humanity. Last year I tried to concentrate my believes in the subjects important for humanity farther and farther to the very minimum, that hopefully anybody will approve it. Most important for me was the manifest of Russell and Einstein: No wars are allowed any more! I think we have to formulate our most important targets and have to plan our steps to reach the targets backwards:

 1. There is always (and will forever be, as weapontechnology increases all the time) the risk of human suicide. For instance by an atomic war. This must be stopped by stopping all wars!

2. The huge military budgets are a giant bloodsucker to humanity and are  responsible to a big part for the millions of deaths by hunger. (many more on this planet than the people killed by all actual wars!)

3. Governements are the instruments for the reconciliation of interests of their people and should care for the wellbeing of all their people, but powerful and rich people continuously and successfull try to improve their already too big share of the wealth and to dominate politics.

4. For this reason the whole population has to control them by elections and institutions under the control of and responsibility to the majority. Control of the minority by the majority ist the precondition for human contentment.

5. Precondition for the commercial wellbeing of humanity is given since hundreds of years by the continuous increase of productivity (the amount of work one worker can do in one hour). Which will increase more and more by automatisation and robotics. This should be used for the reduction of working time.

6. According to scientific studies

(here in German and here in English „Management of outrage and belief“, Noam Chomsky, necessary illusions. Thought control in democratic societies)

human beings tend to a social behavior. This must be overcome by producing enemy images  of wanted targets by the governements or influential circles.

This is a summary in six sentences of a short text from me.

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Der Mensch als von Natur her eher friedliches Wesen

Ich möchte hier begründen, wieso ich so etwas Abstraktes wie die Menschheit liebe und mich für sie einsetze. Einmal wissenschaftlich, sieh unten, und dann durch Hinweise auf das  Entzücken, das durch Menschen bei uns ausgelöst werden kann. Da bitte ich um Hinweise auf entzückende Beispiele, auf die ich hier hinweisen könnte.

Auf die Schnelle erst mal zwei Beispiele: 1. , eine junge Dame spricht über den Darm…  und 2.   https://www.youtube.com/watch?v=cLOnlV6sgG4 Entzückend…

2015 hörte ich zwei Vorträge während der Münchner Friedenskonferenz:

Einmal von Prof. Joachim Bauer,  über moderne Erkenntnisse über die Natur des Menschen:  Egoismus oder Altruismus?  Die Grundmotivation des Menschen sei auf soziale Akzeptanz ausgerichtet. Aggression entsteht, wenn ihm das verwehrt wird. Zitat: „Da auch Armut im Angesicht von Reichtum als soziale Ausgrenzung erlebt und und mit Aggression beantwortet wird, erscheint -neben einer Erziehung zum Frieden- soziale Gerechtigkeit als besonders  wichtige Gewaltprävention.“

Daher scheint es mir besonders wichtig, dass die objektiven Möglichkeiten für allgemeines wirtschaftliches Wohl bestehen, wenn der gesellschaftliche Reichtum ausreichend verteilt wird, wie in meinen Grundthesen formuliert. Daher muss dem Menschen, wenn „Eliten“ aus persönlichem Nutzen Kriege planen, den Bürgern mit der  Entwicklung von Feindbildern die normale freundliche Reaktion abtrainiert werden.

Einen zweiten Vortrag hielt Susanne Luithlen: Gewaltfreier Widerstand ist erfolgreich  Sie legt das, dass gewaltfreie Kampagnen doppelt so häufig erfolgreich sind wie gewaltsame.

 

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China Study

Wie wir uns nach dem gegenwärtigen Wissensstand gesund ernähren

Campbell erzählt seine Geschichte als einem Bauernsohn, der an die „gute Milch“ und die guten tierischen Nahrungsmittel glaubte. Im Lauf seines wissenschaftlichen Lebens erkannte er mehr und mehr, welchen Schaden das Essen von zum großen Teil tierischen Nahrungsmitteln für den Menschen hat. Herzinfarkt, Schlaganfälle, Krebs und viele Erkrankungen wie Erwachsenen- und der jugendliche Diabetes hängen mit dieser Ernährung zusammen. Er erkannte, dass Gesellschaften überwiegend aus wirtschaftlichen Gründen neue Erkenntnisse bekämpfen, was dann auch für Regierungen,  für die verkündete „Wissenschaft“ und auch leider für die Medizinlehre gilt.

Er erreichte die Spitze der wissenschaftlichen Anerkennung, auch, weil er seine Ansichten äußerst wissenschaftlich begründete und bis zum Durchbruch auch etwas tarnte, da er wusste, dass die Milch- und Fleischindustrie die Meinungen weitgehend kontrollierte und weiterhin noch kontrolliert. Dennoch urteilte die The New York Times beim Erscheinen des Buches „China Study“ : „The study can be considered the Grand Prix of Epidemiology“. In seinem Buch nennt er diese Zusammenhänge kompromisslos.

In der Deutschen Version fand ich keine ausführlicheren Zitate im Internet. Bei Amazon fand ich 17 Rezensionen, von denen 15 begeistert sind und nur zwei eine schlechten Beurteilung ergeben.  (Diesen unterstelle ich persönlich wegen ihres Wortlauts, dass sie im Auftrag der  Industrie getätigt wurden)

Sein Vorwort auf Deutsch

In der Englischen Version ist sehr viel vom Buchinhalt in diesem Link zu lesen: In the original English Version there is an extensive „look in the book“ possible, where you can decide, if you want to read it.

Und noch ein paar Hinweise über das, was er für sinnvoll hält. Schlicht die Ernährung mit Hilfe von Pflanzen, die kulinarisch natürlich durch entsprechende Kochbücher interessanter gestaltet werden kann:    „so sollten wir uns ernähren

 

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Typeneinteilung und Ansprache an Enneagrammtypen

Das Enneagramm ist eine Methode der Gruppierung von Menschen nach bestimmten Eigenschaften. Da gibt es neun Typen, ich zum Beispiel bin eine Neun und meine Frau Marlis eine Zwei. Grob informieren könnt Ihr Euch im Internet, z.B. hier.

Weihnachten 2016 habe ich ein kleines neues Buch Marlis geschenkt, in dem ein genialer Mensch die Tpen mit je etwa zwei Sätzen anspricht: Einer, der ihn „nicht interessiert“ spricht eine wesentliche Eigenschaft des Types an, der zweite einen Hauptschwachpunkt des Typs:

 

Lass Dir nicht alles gefallen von Dir selbst!

Zitat aus dem Minihandbuch Ennegramm, Korai Peter Stemmann

Sapere Aude: Aussagen eines Indianerhäuptlings

für die Eins:

Es interessiert mich nicht, ob Du ein Perfektionist bist. Ich will wissen, wie Deine große Vision heißt und ob Du es wagst, den Traum so intensiv zu träumen, dass daraus Dein Weg wird.

.

Für die Zwei:

Es interessiert mich nicht, ob Du für andere da bist.

Ich will wissen, ob Du Deinen Stolz überwinden kannst und Dich selbst liebst, sodass Du Dich nicht mehr hinter anderen verstecken musst.

.

Für die Drei:

Es interessiert mich nicht, ob Du erfolgreich bist. Ich will wissen, wer hinter Deiner Maske versteckt ist und ob Du ehrlich zu Dir stehen kannst, sodass Du den wahren Kern Deines Lebens berührst?

 .

für die Vier:

Es interessiert mich nicht, ob Du eine tiefe Sehnsucht in Dir trägst. Ich will wissen, wie Du mit Deinen Phantasien umgehst und ob Du bereit bist, den schmalen Weg zwischen Vergangenheit und Zukunft zu gehen.

 .

Für die Fünf:

Es interessiert mich nicht, ob Du ein Realist bist.

Ich will wissen, mit welchen Mauern Du Dich umgibst und ob Du offen bist für den großen, unsichtbaren Teil des Lebens, den Du nicht verstehst.

 .

Für die Sechs:

Es interessiert mich nicht, ob Du Deine Pflicht tust.

 Ich will wissen, ob Du vor den Gefahren des Daseins stehen kannst wie vor einem See, um zum silbernen Vollmond zu rufen:

>> Ja! <<

.

für die Sieben:

Es interessiert mich nicht, ob Du das Leben genießt. Ich will wissen, ob Du die Nachtmeerfahrt durch Schmerz und Trauer wagst, um müde und zerschlagen aufzustehen, um Dich um ein Kind zu kümmern…

 .

Die Acht:

Es interessiert mich nicht, ob Du stark bist wie ein Tiger.

 Ich will wissen, ob Du inmitten eines Feuers mit mir stehen kannst, wenn echte Freundschaft Dich mit mir verbindet.

.

Für die Neun:

Es interessiert mich nicht, wie wenig Schaden Du anrichtest.

Ich will wissen, ob Du für ein wildes Abenteuer lebendig bist und Dich voller Energie und ohne Zögern in den Strom des Lebens werfen kannst.

 

 

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persönliche Weihnachten 2016

Liebe Hilde, lieber Walter, liebe Familie

Frohe Weihnachten!

Ich hoffe, allen geht es bis auf harmlose Infekte gut.

Marlis und ich sind diese Weihnachten zum ersten Mal seit der Geburt von Fiti allein

(siehe Foto https://photos.google.com/album/AF1QipNuZ41feDVpykYkR57PW4G78QvPwpoO6doZJxN8:   Eines ist von Marlis vor unserem Weihnachtsbaum, die anderen sind eine Woche davor bei Fiti in Biberach südlich von Ulm).

Aber wir haben diese Weihnachten mit Felix „geskypt“ und natürlich mit beiden Söhnen telefoniert.

Und diese Weihnachten habe ich ein neues Enneagrammbuch Marlis geschenkt. Darin hat jemand lass-dir-nicht-alles-gefallen-von-dir-selbst die uns sehr passend vorkamen… Ich zum Beispiel solle mich nicht mit Kleinigkeiten ablenken lassen, sondern „er“ sagt:  ob Du für ein wildes Abenteuer lebendig bist“ … Das spricht mich ziemlich an und Marlis hat gleich davon etwas Entsprechendes in die Rede zum morgigem Geburtstag ihrer Schwester geschrieben. Das Blatt mir den Sprüchen lege ich bei.

Nun am Ende dieses Jahres von mir ein kurzer Rückblick und ein kurzer Blick in unsere Zukunft.

Dieses Jahr war ein Jahr, in dem meine politischen Bemühungen zumindest bei meiner 70-Jahr-Feier sehr freundlich von Euch beiden und meinen Söhnen beurteilt wurden.

 Andererseits ist mit dem aufkommenden Rechtspopulismus, insbesondere mit der Wahl von Trump, eine zunehmende Verschärfung der internationalen Lage eingetreten. Über die Ursachen sind wir zweifellos sehr unterschiedlicher Meinung. Ich bin der Meinung, dass es sehr wesentlich ist, dass die Mehrheit der Menschen politisch aktiv ist, um die Verhältnisse zu bessern. Dafür versuche ich, die wirklich wichtigen Dinge in der internationalen Politik zu benennen. Ich hoffe, dass Ihr Euch meine Sicht der Dinge auf knapp zwei Seiten anschaut. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3800

Erst mal wird Euch meine in dreißig Jahren entwickelte Meinung sehr befremdlich und viel zu einfach vorkommen, aber ich habe diese Meinung durch intensive Beschäftigung mit Kriegsgefahren und Friedensmöglichkeiten entwickelt. Und wenn Ihr sie interessant findet, könnt Ihr auch die unterlegten Hinweise mit Gründen für meine Meinung nachlesen. Ich bin für jede Art von Kommentaren dankbar.

Herzliche Grüße

Helmut

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31, http://www.helmutkaess.de/Wordpress/,

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Flaggentag der MAYORS FOR PEACE am 8. Juli 2015

Flaggentag der MAYORS FOR PEACE am 8. Juli 2015  https://wp.me/paI27O-113

Mahnung in der Dornse am Flaggentag der MAYORS FOR PEACE am 8. Juli. Dies ist auch der 60 jährige Tag der Verkündigung des Manifests von Russell und Einstein. Hier war auch ein Bericht dazu zum 9.7.15

http://www.braunschweig-spiegel.de/index.php/politik/politik-umwelt/5640-mahnung-in-der-dornse-am-flaggentag-der-mayors-for-peace-am-8-juli

Friedensbewegung und Stadt gegen Atomwaffen

Der Mitgründer des Friedenszentrums Frieder Schöbel eröffnete die Veranstaltung. Er wies auf Städte wie Hannover, Berlin und Frankfurt hin, die anlässlich dieses Internationalen Flaggentages der Mayors for Peace mit bis zu 18 Terminen (Hannover) die Notwendigkeit der atomaren Abrüstung in die Öffentlichkeit bringen. Braunschweig stehe mit nur einem Termin noch ganz am Anfang.

Die Friedensbewegung sei aber dankbar, dass bei den Versammlungen der deutschen Mayors for Peace auf Drängen des Friedenszentrums Braunschweig nun regelmäßig vertreten sei. Zuerst habe der jüngst verstorbene Manfred Pesditschek, dann Bürgermeisterin Annegret Ihbe und am heutigen Tag Cornelia Rohse-Paul unsere Stadt repräsentiert. Die Mayors for Peace haben Einfluss, sie dürfen auf den Atomwaffen-Nichtweiterverbreitungskonferenzen der UN sprechen.

Annegret Ihbe überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und des Rats. Die Politiker bräuchten die Unterstützung der Friedensbewegung, um der großen Gefahr des Einsatzes von Nuklearwaffen entgegen zu treten. Sie schlug vor, die Dornse zu einer jährlichen gemeinsamen Veranstaltung anlässlich des Flaggentags der Friedensbewegung zu nutzen.

Es gehe um die  Ächtung der Atomwaffen weltweit. Dieses Jahr jähre sich auch das Ende des Zweiten Weltkrieges, der unvorstellbare Opfer gefordert hatte. 50 Mio. Menschen wurden im Militär getötet, mit Zivilisten insgesamt 80 Mio. Tote. Die Befreiung vom NS Regime sei für uns ein großes Glück gewesen. Die Mayors for Peace hätten eine Kernaussage, dass mit Atomwaffen nicht nur die Städte ausgelöscht würden, sondern die Existenz der gesamten Menschheit bedroht ist. Wir müssten uns gemeinsam den Aufgaben stellen, wir brauchen eine neue Entspannungspolitik.

Hauptrednerin Dr. Angelika Claußen, Psychologin aus Bielefeld und europäische Vorsitzende der „Ärzte gegen den Atomkrieg“ (IPPNW) betonte, das Einstein-Russell-Manifest vom 9.7.1955 sei aktueller denn je. Denn selbst 70 Jahre nach dem Atomwaffenersteinsatz auf Hiroshima und Nagasaki gebe es immer noch keine Entscheidung gegen Atomwaffen.

Und das trotz vieler Bürgerbewegungen, des Manifests der 18 Göttinger Wissenschaftler gegen deutsche Atomwaffen von 1958, der Ostermarschbewegung seit 1960, der Entscheidung des Haager Weltgerichtshofs von 1996 („Androhung und der Einsatz von Atomwaffen sind völkerrechtswidrig“). Aber die sechs Atomwaffenstaaten verweigerten die Kooperation. Die Bürgermeister für den Frieden, die Global Zero-Initiative, ICAN und andere kämpften dennoch weiter für die Reduzierung und Abschaffung der Massenvernichtungswaffen. Einige Gruppen erhielten für diese ihre Arbeit den Friedensnobelpreis: 1985 die IPPNW, 1995 die Pugwash-Bewegung.

Der tödliche Fallout der amerikanischen Versuchsreihe „Bravo“ habe sich 1954 über 27.000 qkm erstreckt. Die Marshall-Inseln hätten jetzt Klage gegen die USA erhoben, die jeder Bürger im Internet unterstützen kann. In Semipalatinsk litten andererseits viele  Leute heute noch an den Folgen der russischen Atombombentests.

In der Frankfurter Erklärung habe die IPPNW gewarnt:  „Wir Ärzte werden Euch nicht helfen können.“

Auf die gegenwärtigen kriegerischen Auseinandersetzungen ging Angelika Claußen auch ein. Die Nato-Osterweiterung seit 1994 und die seit 2008 bestehen Überlegungen, die Ukraine in die Nato aufzunehmen, hätten den jetzigen Krieg mit ausgelöst. Dennoch gebe es seit 1997 die Nato-Russland-Grundakte, die ebenso wie die OSZE Grundpfeiler der europäischen Friedensordnung sei. Sie müssten reaktiviert und gestärkt werden. Die Verlegung Schwerer Waffen an die russische Grenze sei ein eindeutiger  Verstoß gegen die Grundakte, dabei bestehe das Abkommen immer noch.

Inzwischen entwickele sich auf der Welt ein globales Chaos: Irak, Libyen, Syrien, viele afrikanische Staaten. Es gebe daher immer mehr Flüchtlinge, und Europa reagiere mit Abwehr statt mit Hilfe.

Entscheidend sei der Umgang mit Konflikten. Die bisher verfolgte Sicherheitslogik sehe Konflikte nicht als Aufgabe, sondern als Bedrohung. Es komme zu einer Versicherheitlichung, zur Militarisierungsfalle, es entstehe ein immenser Gewaltapparat, dadurch fehle das Geld für Prävention. Notwendig sei eine Friedenslogik, die das Ziel Frieden als Ausgangspunkt nehme. Dafür müssten wir ganz viel Druck auf die Politik entwickeln. Die USA hätten den Atomraketenvertrag mit Russland gekündigt und bereiteten so wie England eine Modernisierung auch der in Deutschland stationierten Atombomben vor, Russland kündigte seinerseits 40 neue Interkontinentalraketen an.

Die gescheiterte Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags im April habe immerhin zu der „Humanitarian Pledge“, der humanitären Selbstverpflichtung, geführt, die bis zum 2. Juli schon 112 Staaten unterstützten. Österreich habe mit seiner Erklärung „Wir als Nichtatomwaffenstaaten fangen mit rechtlichen Maßnahmen an“ den Anstoß gegeben.

Außerdem werde schon seit langem eine Zone frei von Massenvernichtungswaffen im Nahen Osten gefordert, was leider auf die systematische Blockade durch Israel stoße.

Die Friedensbewegung habe mit vielen kleinen Schritten die Politik immer weiter gebracht auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden. Das Friedenszentrum habe die Braunschweiger Bürgermeisterin Rohse-Paul gebeten, die Forderung nach einer Unterzeichnung der Humanitarian Pledge durch die Bundesregierung bei den Mayors for Peace einzubringen.

Eine recht lebhafte Diskussion schloss sich an. Man war sich einig, dass der Flaggentag im nächsten Jahr mit einem breiten Programm gemeinsam mit der Stadt gestaltet werden soll.


 

Braunschweig setzt sich für eine Welt ohne Atombomben ein

http://www.braunschweig-spiegel.de/index.php/politik/politik-allgemein/5638-braunschweig-setzt-sich-fuer-eine-welt-ohne-atombomben-ein

 

 

Bericht über die Veranstaltung zum „Flaggentag“ der Mayors for Peace am 8. Juli 2015 in der Dornse

 

Seit 1987 ist Braunschweig auf Betreiben des Friedenszentrums Mitglied der „Bürgermeister für den Frieden“, die sich zum Ziel gesetzt haben, alljährlich über den Stand der Atomrüstung zu informieren und ihre Stimme gegen die von diesen ausgehende Bedrohung des irdischen Lebens zu erheben. Mehr als 5500  Städte weltweit haben sich zusammengeschlossen, um für eine  Welt ohne Atombomben zu kämpfen.

Frieder Schöbel, langjähriges Vorstandsmitglied des Braunschweiger Friedenzentrums, was eigens mit seiner Frau Renate aus Berlin angereist, um die Eröffnungsworte  für die diesjährige Feier zu sprechen und an die wechselvolle Haltung der Stadt zu dieser Veranstaltung zu erinnern. Es war nicht zuletzt sein zäher Einsatz gewesen, der zum heutigen Engagement der Stadt geführt hatte. Die vom Friedensbündnis organisierte Feierlichkeit  war zugleich eine Erinnerung daran, dass  vor sechzig Jahren  das Russel-Manifest für das Verbot von Atombomben und des  Krieges überhaupt verabschiedet worden war.

Frau Annegret Ihbe, SPD-Bürgermeisterin, überbrachte die Grüße des OB, der in Hannover an einer zentralen Mayors for Peace-Veranstaltung teilnahm, und erinnerte mit eindringlichen Worten an die Schrecken des keineswegs gebannten Atomkrieges.

Im anschließenden Vortrag verwies Dr. Angelika Claussen (ehemalige Vorsitzende der „Ärzte gegen den Atomkrieg“) auf die  nach 1990 gehegten Vorstellungen  vom gemeinsamen Haus Europa, in dem West und Ost zusammenarbeiten, so z.B. im Europa-Russland-Rat und in der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit). Doch in den folgenden Jahren  wurde das Gleichgewicht durch die Osterweiterung von NATO und EU  immer weiter verschoben. Am vorläufigen Ende steht der Ukraine-Konflikt, der von beiden Seiten mit zahlreichen Rechtsverstößen  betrieben wird. Fatal findet Frau Claussen, dass Sicherheitspolitik die Friedenspolitik verdrängt  habe.  Sicherheitspolitik  betreibt nur immer weitere Aufrüstung, während Friedenspolitik  die Bedürfnisse der Gegenseite einbezieht.  In diesem Zusammenhang erläuterte Frau Claussen die ethischen Grundlagen ihrer Organisation; es sind die allgemeinen Menschenrechte, insbesondere auf Leben  und körperliche Unversehrtheit sowie der Deckung von Grundbedürfnissen. Diese Rechte kämen in vielen Teilen der Welt zu kurz, last not least in Griechenland dank der herrschenden Austeritätspolitik.

Trotz der allgegenwärtigen Konfliktlage und der weltweiten Aufrüstung ´beschwor Frau Claussen die Hoffnung auf möglichen Dialog: die Anwesenden sollten an ihre parlamentarischen Vertreter vor allem im Europa-Parlament appellieren, dass diese sich für eine Verständigung  im Ukraine-Konflikt einsetzten.

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Der Ruf der Nation, „dunkle Woge…“

Texte von Uri Avnery

Dec 10, 2016

Der Ruf der Nation


Uri Avnery, 10.Dezember 2016

http://www.uri-avnery.de/news/398/17/Der-Ruf-der-Nation

EINE DUNKLE Woge überschwemmt Demokratien in der ganzen westlichen Welt.

Es begann in Großbritannien, einem Land, das wir immer als die Mutter der Demokratie ansahen, die Heimat eines besonders sensiblen Volkes. Es stimmte in einer Volksabstimmung dafür, die Europäische Union zu verlassen, ein Markstein menschlichen Fortschritts, der sich aus den Ruinen des schrecklichen 2. Weltkriegs erhob.

Warum? Kein besonderer Grund. Eine Laune.

Dann kamen die US-Wahlen. Das Unglaubliche geschah. Ein Niemand kam von nirgendwoher und wurde gewählt. Eine Person ohne irgendwelche politische Erfahrung, ein brutaler Kerl, ein Gewohnheitslügner, ein Schauspieler. Jetzt ist er der mächtigste Staatsmann auf dem Planeten, der „Führer der freien Welt“,

Und nun geschieht es in ganz Europa. Die Ultra-Rechte gewinnt fast überall und droht, mit Abstimmung, an die Macht zu kommen. Moderate Präsidenten und Ministerpräsidenten geben ihr Amt auf oder werden rausgeschmissen. Mit der bemerkenswerten Ausnahme von Deutschland und Österreich, die anscheinend ihre Lektion gelernt haben, gewinnt der Faschismus und Populismus überall an Boden.

Warum , um Gottes Willen?

DIE LÄNDER unterscheiden sich von einander. Jede lokale politische Szene ist einzigartig. So ist es leicht, die lokalen Gründe für die Ergebnisse jeder Wahl und Volksabstimmung zu finden.

Aber wenn dieselbe Sache überall geschieht, in vielen Ländern und fast gleichzeitig, ist man gezwungen, nach einem gemeinsamen Nenner zu suchen, nach einem Grund, der bei all diesen verschiedenen Phänomenen gilt.

Es ist der Nationalismus.

Worin wir gerade Zeugen werden, ist eine Rebellion von Nationalismus gegen den Trend einer post-nationalistischen, regionalen und globalen Welt.

Dieser Trend hat praktische Gründe. In den meisten Gebieten menschlicher Bemühung werden immer größere Einheiten gefordert.

Industrien und Finanzinstitutionen fordern große Einheiten. Je größer die Einheit, umso rationaler die Wirtschaft. Ein Land mit einem Markt von zehn Millionen kann nicht mit einem Markt von einer Milliarde Menschen konkurrieren. Vor Jahrhunderten hat dieser Trend kleine Provinzen wie Bayern oder Katalonien gezwungen, sich Nationalstaaten wie Deutschland oder Spanien anzuschließen.

Heutzutage ist das wirtschaftliche Leben von Milliarden von anonymer, superstaatlicher Körperschaften bestimmt, die nirgendwo und überall sitzen, weit entfernt von der Verständnis gewöhnlicher Leute.

Gleichzeitig hat die Informations-Revolution immer größere Wissens-Gemeinschaften geschaffen. Vor fünfhundert Jahren war es selten, dass ein Bauer in Europa sich weiter als bis zum nächsten Dorf bewegte. Das Reisen war teuer, nur Aristokraten hatten Pferde, eine Wagenfahrt zur nächsten Großstadt kam für die meisten Leute nicht in Frage. Aus demselben Grund war es unmöglich, Waren über große Entfernungen zu transportieren. Die Leute aßen, was in ihrer Nähe wuchs.. Nachrichten reisten langsam, wenn überhaupt.

Heutzutage hört man egal, wo man lebt, über die österreichischen Wahlergebnisse oder über eine Revolution in Malawi innerhalb von Minuten. Die Welt ist ein Dorf geworden.

 

Fast jeder hat einen Internet-Anschluss. Er oder sie können sich mit fast jedem auf dem Globus unterhalten, während Wissenschaftler an vielen Orten tief in das Universum tauchen.

In dieser neuen Welt ist der Nationional-Staat eine leere Schale geworden, eine Flagge, eine Nationalhymne, ein Fußballteam, eine Briefmarke, die immer weniger gebraucht wird.

DOCH DAS Ende der Nützlichkeit eines nationalen Staates hat noch nicht das Ende des Nationalismus‘ erreicht. Weit entfernt davon.

Der menschliche Verstand verändert sich viel langsamer als materielle Umstände. Er hinkt mindestens drei oder vier Generationen hinterher, er hängt an überholten Ideen und Idealen, während politische, wirtschaftliche und militärische Realitäten davonrasen.

Moderner Nationalismus kam erst vor zwei oder drei Jahrhunderten auf. Es ist eine vergleichsweise neue Erfindung. Einige glauben, dass er von der französischen Revolution geschaffen wurde. Ein angesehener Historiker behauptet, dass er von spanischen Siedlern in Südamerika geschaffen wurde, die den spanischen Imperialismus los sein wollten und für sich selbst eine unabhängige Nation begründen wollten.Wie dem auch sei, der Nationalismus wurde schnell die herrschende Kraft in der Welt. Am Ende des 1.Weltkrieges brachen die alten Reiche zusammen und schufen ein Dutzend Nationalstaaten. Der 2. Weltkrieg beendete den Job.

Der Nationalstaat stand auf zwei Beinen: dem materiellen und dem spirituellen. Der materielle musste größere Märkte schaffen und sie gegen andere große Märkte verteidigen. Der geistige Aspekt ist, das Bedürfnis zu einer Menschengruppe zu gehören,

Tatsächlich ist dieses Bedürfnis so alt wie die menschliche Rasse. Menschen mussten zusammenstehen, um sich selbst gegen andere zu verteidigen, sie mussten zusammen arbeiten, beim Jagen und Pflanzen. Sie lebten in großen Familien, dann in Stämmen, in Königreichen und Republiken. Soziale Gruppierungen bildeten sich und änderten sich während der Jahrhunderte bis die modernen Nationen alle andern Gruppierungen ablösten.

Für die meisten ist die Notwendigkeit, zu einer Nation zu gehören, eine tiefe psychologische Angelegenheit. Die Menschen schaffen eine nationale Kultur, oft sprechen sie eine nationale Sprache. Menschen sterben für ihre Nation.

Große moderne Bewegungen versuchen den Nationalismus zu Gunsten anderer Ideologien zu überwinden. Der Kommunismus war ein prominentes Beispiel. Das Proletariat hat kein Vaterland. Doch in seiner Stunde der größten Gefahr, unter dem Ansturm des super-nationalen Faschismus‘ gab die Sowjet Union die „Internationale“ auf und übernahm eine Nationalhymne, und Stalin proklamierte den Großen Patriotischen Krieg. Später brach die internationalistische Sowjet Union zusammen und Russland fiel in den reinen Nationalismus, personifiziert von Vladimir Putin.

Ich glaube, dass das, wovon wir jetzt Zeugen sind, eine weltweite Reaktion gegen den Post-Nationalismus und den Globalismus ist. Die Menschen wollen keine Bürger der Welt sein, auch keine Europäer oder Nordamerikaner. Ein paar mögen vorausmarschieren, aber die gewöhnlichen Leute hängen an ihrer Nation. Sie wollen Franzosen, Polen oder Ungarn sein.

Dies ist ein Bedürfnis, das von unten kommt. Die „Eliten“, die Hoch- Gebildeten und die Reichen mögen weiterschauen und sich den neuen Realitäten anschließen, aber die „untere Klasse“ der herrschenden Nation ist leidenschaftlich nationalistisch und selbst faschistisch. Der höfliche Terminus dafür ist „Populismus“.

FOLGT ISRAEL demselben Trend? Und ob.

In der Tat können Israelis darüber stolz sein, dass es hier sogar vor dem Brexit und Trump geschehen ist.

Israel ist jetzt fest im Griff einer Ultra-Rechten, fremdenfeindlichen, antifrieden-, annexionistische Regierung, die kaum verkappte Faschisten einschließt. Benjamin Netanjahu scheint zuweilen fast moderat zu sein, verglichen mit einigen seiner Verbündeten und Anhänger.

Israel wurde vom Zionismus geschaffen, einer revolutionären Bewegung, die viele andere Revolutionen des 20. Jahrhunderts überlebte. Der Zionismus war eine nationalistische Bewegung ohne eine Nation. Ihre Gründer mussten eine Nation erfinden, die vorher nicht existierte. Sie musste eine zerstreute, ethnisch-religiöse Gemeinschaft, die Tausende von Jahren in einer sich veränderten Welt überlebt hatte, in eine moderne Nation verwandeln. Die Gründer des Zionismus sahen dies als einzige Antwort auf den Antisemitismus, der die illegale Tochter des modernen europäischen Nationalismus war.

Selbst der Name dieser Nation ist umstritten. Ist sie eine jüdische Nation? Eine hebräische Nation, wie einige von uns sie lieber nennen würde? Eine israelische Nation? Und wo lässt sie die Millionen von Juden, die nicht einmal davon träumen würden, nach Israel einzuwandern oder die 20% israelischer Bürger, die behaupten zur palästinensischen Nation zu gehören, die (bis jetzt) keinen Staat hat?

Dieser schwankende ideologische Boden hat einen jüdisch-hebräisch-israelischen Nationalismus geschaffen, der stärker und leidenschaftlicher ist als die meisten.

WEDER IN Israel noch anderswo hat eine progressive, friedenliebende Bewegung eine Chance für Erfolg, wenn sie als antagonistisch zum Nationalismus begriffen wird.

Ich hatte dies in meinem ganzen Leben geglaubt. Ich definierte mich immer als Nationalist. Ich bin überzeugt, dass es keinen grundlegenden Widerspruch zwischen Nationalismus und Internationalismus gibt. In der Tat bedeutet Inter-Nationalismus buchstäblich Zusammenarbeit zwischen den Nationen.

Als israelischer Nationalist glaube ich an die Rechte anderer Völker, die sich an ihre eigenen nationalen Werte halten. Dies bedeutet zunächst alle Achtung für das palästinensische Volk und ihr Recht auf einen eigenen nationalen Staat, Seite an Seite mit Israel zu haben.

Die israelische Friedensbewegung muss zunächst ihrem nationalen Charakter Geltung verschaffen. Wir sind die wahren Nationalisten. Wir wollen, dass Israel in Frieden und Sicherheit blüht, während die Pseudo-Nationalisten, die an der Macht sind, uns jetzt in eine Katastrophe führen. Erlauben wir den Faschisten nicht, uns den Nationalismus wegzunehmen.

Einige ziehen vor, sich eher „Patrioten“ zu nennen anstelle von Nationalisten. Aber Patria bedeutet Vaterland. Es bedeutet dasselbe

Als israelische Nationalisten müssen wir für die Solidarität aller Nationen in unserer Region kämpfen und uns dem Marsch zu einer Weltordnung anschließen, wo alle Nationen blühen können.

Ich würde all unseren Schwester-Bewegungen in der ganzen Welt raten, dasselbe zu tun und die dunkle Welle zurückweisen, die uns alle zu verschlingen droht.

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Zu Trump gibt es unterschiedliche Meinungen

wichtig finde ich die Meinungen von Uri Avnery: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3900

und die Diskussion in der IPPNW Deutschland (www.ippnw.de) unten mit einem Brief von Günter Rexilius:

Trump und die IPPNW – ein etwas anderer Blick

Dr. Günter Rexilius                              22.11.2016

„Ist denn nicht diese Ungleichheit zwischen den Klassen und den Nationen die größte Bedrohung des Friedens?“
Der heilige Franz mit den Worten Papst Pius‘ VI. in Pasolinis „Große Vögel, kleine Vögel“

Nein, mich hat der Beitrag von Alex Rosen zum Wahlerfolg des Donald Trump nicht überzeugt. Je mehr ich gelesen habe, desto irritierter war ich. Meine Assoziationen: Emotionale Erregung statt sachlicher Analyse, demagogische Schlenker, suggestives Vokabular: etwa Bush-Assoziation, Charakterisierung als fast debil, unterstellte Unfähigkeit zum verantwortungsvollen Handeln, Attribute wie Naivität, sozialdarwinistische Etikettierung usw. Seine besorgt klingenden Angriffe wirken wie zustimmende Resonanz auf die mediale Kampagne gegen den republikanischen Kandidaten, in der alle Register der Diskriminierung, der demagogischen Tricksereien und der suggestiven Stimmungsmache gezogen wurden, vor allem in deutschen Medien. Auch verbale Aggressivität ist aggressiv, auch sprachliche Schläge sind Formen der Gewalt – nicht nur gegen Donald Trump, der selbst ohne Rücksicht auf Verluste austeilt, sondern gegen die, von denen er gewählt wurde. Wenn laut SZ 82% der Deutschen überzeugt waren, dass Hillary Clinton die Wahl gewinnt, muss die Frage erlaubt sein, ob ein derartiges diskursives Desaster, dem noch die geringste journalistische Sachlichkeit fehlte, bar jeder Seriosität und Redlichkeit der Berichterstattung, unseren Vorstellungen von zivilen Lösungen für gesellschaftliche Konflikte entspricht. Es war vielmehr Teil der „postfaktischen“ Stimmungsmache, die Alex Rosen in seinem Beitrag diesem – sicherlich zu Recht – anlastet, die aber auch durch seinen Beitrag weht.

Ich will meine Einschätzung nicht an einzelnen Formulierungen festmachen, weil mir der ernsthafte Versuch, nach Impulsen für die Arbeit der IPPNW zu suchen, wichtiger ist, möchte mich deshalb argumentativ aus den meines Erachtens unproduktiven argumentativen Gleichschritt ausklinken. Die wiederkehrende Einschätzung, Trumps Wahl sei so etwas wie Warnschuss an uns alle, scheint mir ein passabler Anker für weiterer Überlegungen zu sein: Was soll das heißen, insbesondere für die deutschen IPPNW?

Alternative Hillary Clinton?

Bei Alex Rosen klingt an, dass auch Frau Clinton als Präsidentin nicht unproblematisch gewesen wäre – aber der eine Absatz, in dem er über ihre Zugehörigkeit zum politischen Establishment und ihre unerfreuliche Rolle in der amerikanischen Politik sinniert, bleibt vage. Angst und Bedrohung, betont er wiederholt, löst bei ihm Trump aus, nicht Clinton, so wie Politik und Medien es seit Monaten suggerieren. Seine Gefühle werfen auch a posteriori noch die Frage auf: Kann diese Frau von einer friedenspolitischen Position her als das „kleinere Übel“ gesehen werden?

Die Antwort kann meines Erachtens nur lauten: Nein! Wenn jemand in den letzten zwanzig Jahren Kriege und militärische Lösungen forciert und zu verantworten hat, dann sie, bis hin zur kriegseskalierenden Forderung einer Flugverbotszone über Syrien noch kurz vor der Wahl. Frau Clinton, ausgestattet mit der Macht, jeden Knopf zu drücken, der Bomber und Drohnen und Raketen auf ihren tödlichen Weg bringen kann, bis hin zum atomaren Schlag, hätte uns mit beängstigender Wahrscheinlichkeit einen 3. Weltkrieg aufgezwungen – vor dieser Bedrohung haben nicht zuletzt Jakob Augstein im SPIEGEL und andere mediale ExpertInnen gewarnt. Es verwundert nicht, dass die exponiertesten Scharfmacher in Europa und Nato, von der Leyen und Stoltenberg, am heftigsten und aggressivsten auf Trumps Wahl bzw. Clintons Nicht-Wahl reagieren, und dass die meisten der an den Hebeln der Macht sitzenden politischen Mandats- und Entscheidungsträger aufgeschreckt sind, weil das erwartete „Weiterso“ bedroht zu sein scheint. Und Trump? Zumindest hat er nicht auf der Klaviatur der kriegerischen Instrumente gespielt, und seine Ankündigung, mit Russland in Frieden leben zu wollen, hat er begonnen wahrzumachen. Ich stimme Noam Chomsky, einem der letzten Wissenschaftler, die ihren analytischen Verstand gesellschaftskritisch einsetzen, zu, der in Trumps Äußerungen zu Russland eine Chance für Frieden in der Welt sieht, und der Europa mahnt, endlich den Aufbau eines immer mächtigeren Bedrohungsszenarios gegen Russland zu beenden.

Trump und die verhinderte Alternative

Um die vielleicht nicht ganz so deutlichen Signale zu vernehmen, die von Trumps WählerInnen ausgehen, und ihre Botschaft zu verstehen, hilft es, einen Blick über Trump und Clinton hinweg auf den Wahlkampf von Bernie Sanders zu werfen. Die Bewegung, die ihn getragen hat, war – nicht nur für die USA –hoffnungsvoll für viele, sie war friedlich, sozial, gesellschaftskritisch und bereit, unmenschliche und unerträgliche Lebensverhältnisse umzukrempeln. Die an ihr Beteiligten haben viele Menschen erreicht, sie haben sich für die interessiert, die seit Jahrzehnten vom politischen Establishment abgehängt und von der neoliberalen ökonomischen Profitlogik ausgestoßen worden sind, die Sanders infrage gestellt hat. Deshalb haben so viele junge Menschen, die um ihre Zukunft bangen, ihm zugejubelt, ihm zugetraut, dass er die amerikanische Gesellschaft auf einen sozialen, gerechten und demokratischen Weg bringen kann. Sanders hat die Finger in die amerikanischen Wunden gelegt und konsequent darauf hingewiesen, dass der Umgang der ökonomischen und politischen Macher mit einem großen, inzwischen wohl dem größten Teil der Menschen, existenziell zerstörerisch ist.

Menschen, die sich ignoriert, teilweise für ihr Elend noch verspottet, ausgegrenzt und exkommuniziert fühlen, resignieren – oder sie schlagen irgendwann zurück, und sei es per Stimmzettel. Wenn sie auf die selbsternannten Verteidiger der westlichen Werte reagieren, auf deren plutokratisch und oligarchisch verseuchte Abgehobenheit vom Alltag leidender Teile der Bevölkerung, beginnt der gesellschaftliche Boden zu beben, wie jetzt in den USA. Beide, Trump und Sanders, haben einen großen Teil der Menschen hinter sich versammeln können die Opfer der ökonomisch und politisch Mächtigen sind und von diesen immer weniger wahrgenommen werden. Zumindest eine große Schnittmenge der Unzufriedenen, vom gesellschaftlichen Reichtum Abgehängten und ob ihrer existenziellen Hoffnungslosigkeit Verzweifelten hat in dem einen wie in dem anderen einen Lichtblick im Dunkel ihres Lebens gesehen.

Trump und Sanders, nicht Trump und Clinton, symbolisieren die beiden aktuellen Modelle für die Entschärfung der bislang nur latent explosiven Spannungen innerhalb der amerikanischen – und der europäischen – Gesellschaft. Trump steht für die tyrannische, die undemokratische, für die Lösung, die von autoritären und repressiven Interventionsstrategien lebt; sie kann – soziale, gesellschaftliche – Schäden regulieren, aber immer und gezielt auf Kosten anderer Menschen, die noch mehr leiden, noch mehr tyrannisiert werden. Bernie Sanders steht für ein Lösungsmodell, das den demokratischen Ansatz des Zusammenlebens von Menschen jeglicher Herkunft, Religion und gesellschaftlicher Gruppen wiederherstellen, beim Wort nehmen und wieder mit Inhalt füllen will. Beide, Trump und Sanders, zeichnet ihre Authentizität aus, die der politischen und ökonomischen Elite längst abhanden gekommen ist: Trump hat aus seinen autoritären Absichten und machtaffinen Einstellungen kein Hehl gemacht, so wenig wie Sanders aus seiner sozialen, solidarischen, demokratischen Handlungslinie.

Neben diesen beiden so unterschiedlichen, aber auf ihre Weise wahrhaftig wirkenden Figuren haben die Verlogenheit und Korruptheit von Frau Clinton sich besonders krass abgehoben. Weder in den hiesigen Medien noch bei Alex Rosen spielt die infame intrigante Kampagne von Frau Clinton und ihren Verbündeten in der demokratischen Partei und über sie hinaus die Rolle, die ihr für die Wahl und ihre Konsequenzen zukommt: Sie hat persönlich die Fäden gezogen, ihren demokratischen Kontrahenten auf eine unanständige und hinterhältige Weise auszubooten oder, wie es in einer der von Wikileaks veröffentlichten Mails heißt, „zermalmen“ versucht. Es wäre vielleicht eine große, eine epochale Chance für das Wirklichwerden einer weltpolitischen Utopie geworden, wenn sie beide zur Wahl gestanden hätten und nicht Frau Clintons Machtkalkül diese so hoffnungsvolle Alternative verhindert hätte.

Eine Reihe seriöser Analysten von Wahlverlauf und –ergebnis belegen mit handfesten Zahlen, dass Bernie Sanders die Wahl gegen Trump wahrscheinlich gewonnen hätte. Zu dessen Erfolg hat der Schwenk, den ein Teil von Sanders‘ Anhängern vollzogen haben, nicht nur hin zu „grün“, sondern auch zum republikanischen Kandidaten, weil sie die korrupte, unsoziale und kriegslüsterne Clinton für das größere Übel hielten, nicht unerheblich beigetragen hat – mehr wahrscheinlich als „die weißen Männer ohne Collegebildung“, die Alex Rosen, unisono mit einschlägigen Medien und auf ein Teilphänomen verkürzt, verantwortlich für Trumps Wahl macht.

Sieg des Populismus?

Auf dem Hintergrund dieser Alternative wirkt die scheinbar überzeugende, weil stereotyp wiederkehrende Erklärung für die Erfolge von Leuten wie Trump, Le Pen, Wilders und anderen, sie seien doch nur bauernfängerische PopulistInnen, eine Nebelkerze zur Verschleierung der wahren Gründe. Für Platon waren Populisten diejenigen, die dem Volk nach dem Mund reden – aber die dem Volk zuhören und seine Stimmen ernst nehmen, sind keine PopulistInnen, sondern RealpolitikerInnen. Wer sie auf „rechts“ oder „braun“ reduziert, verfestigt eine bornierte Haltung, auf die meines Wissens nur ein Mainstreammedien-Journalist, Alois Theisen vom Hessischen Rundfunk, in einem Tagesschau-Kommentar hinzuweisen gewagt hat. Sie demonstriert seiner Meinung nach eine unsägliche Arroganz und verzerrte Wahrnehmungsmuster, mit denen Trump medial und politisch begegnet worden ist, und er zeigt die Gefahr auf, die von dieser Verengung der Perspektive ausgehen könnte.

Wenn PolitikerInnen aus den Nöten, den Ängsten und der Verzweiflung von Menschen politischen Nutzen ziehen, betreiben sie ihr Alltagsgeschäft, von dem alle Parteien und ihre ProtagonistInnen leben, egal ob sie Trump oder Clinton, Gabriel oder Merkel heißen. Wir sollten deshalb Abschied nehmen von der populistischen Erklärungsroutine und uns lieber unserer reflexiven und analytischen Fähigkeiten bedienen, denn sie ersetzt inzwischen das Nachdenken fast vollständig. Tausendfach echot es, im PoliterInnensprech, in Print- und allen anderen Medien und leider auch in linken und anderen sonst eher distanziert-kritischen Stellungnahmen, immer häufiger: PopulistInnen, Populist…,Popul…, wie können wir uns vor ihnen schützen, was macht sie attraktiv für die Menschen usw. Sicherlich gibt es auch die, auf die Platons Definition zutrifft, aber die entscheidende Frage, was vielen Menschen treibt, sich von etablierten, gewohnten, eingeschliffenen politischen Ritualen und ihren Akteuren abzuwenden, rückt nicht nur in den Hintergrund, sie wird gar nicht mehr gestellt. Wir sollten, wir müssen sie stellen.

Trump, Sanders – und wie das politisch-ökonomische Leben so spielt

Trump hat sich rassistisch, sexistisch, ausländerfeindlich präsentiert, also so, wie er ist. Solche und andere sicherlich zutreffende Attribute sollten uns nicht darüber hinweg täuschen, wie eng sie mit unseren hiesigen politischen Verhältnissen zusammenhängen. Wer Trumps Androhung, eine Mauer gegen mexikanische Eindringlinge zu bauen, oder seine Ausfälle gegen Hispanics und Frauen, widerlich findet oder bedrohlich, ohne den nächsten notwendigen gedanklichen Schritt zu vollziehen, blickt durch eine politisch korrekt eingenordete Brille oder hat sich mit dem alltäglichen Rassismus und Sexismus hierzulande arrangiert: Europa hat sich eingezäunt, hat mit Diktatoren und Despoten Abschottungsverträge geschlossen und lässt jährlich Tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken, seit vielen Jahren – das ist kein verbaler, das ist praktizierter Rassismus mit tödlichen Folgen. Diese Tatsache bedeutet schlicht, dass wir hier in Deutschland, in Europa, die wahren Rassisten sind – und es schon immer waren, blicken wir auf die letzten Jahrhunderte zurück. Was Sexismus bedeutet, kann mindestens jede zweite Frau in unserer näheren Umgebung beschreiben und erklären. Es sind Verhaltensmuster, die nicht für Trump typisch sind, sondern für diejenigen, die Macht über andere haben, wo auch immer und wie wie auch immer, hier wie dort; Oettinger ist kein Ausreißer, sondern hat in seiner kumpelhaften Dümmlichkeit nur kurz die Maske gelüftet, die viele von ihnen ihrer politischen Karriere zuliebe tragen.

Wenn wir als IPPNW aus der Wahl in den USA lernen wollen, müssen wir uns – heute mehr denn je – den gesellschaftlichen Zuständen und Verhältnissen hier und anderswo stellen. Nicht die sog. Globalisierung – die grundsätzlich ein Segen für die Menschheit sein könnte, kulturell, religiös, historisch -, ist ein gefährlicher Virus für den sozial-politischen Frieden, sondern die Tatsache, dass sie von einer neo- bzw. marktliberalen Ökonomie beherrscht und durchsetzt ist, der vom größten Teil der politischen Mandats- und Entscheidungsträger durch Gesetze und Verordnungen der Rücken frei gehalten, die damit die Zerstörung von Mensch und Natur legitimieren und beschleunigen. Das Geflecht von Regelungen und Deregulierungen, die marktkonform perfekt ineinander greifen, stützt und sichert ein entfesseltes Profitstreben, unkontrollierte Finanzmärkte, steuersubventionierte Profite, legale Steuerflucht gerade derjenigen, die unter der Last ihrer Einkommen und Vermögen fast zusammenbrechen. Die sind für viele Menschen grausam:. Die Zahl derjenigen, die in den sozialen Abgrund, in die soziokulturelle und gesundheitliche Verarmung gestoßen werden, als Kinder, als Jugendliche, als Erwachsene, als Rentner, wächst und wächst und wächst, bei gleichzeitiger Vergrößerung der Kluft zwischen denen, die arm sind, und denen, die reich sind. Alle Armutsberichte und Analysen gesellschaftlicher Dynamik transportieren die gleiche Botschaft, Piketty hat das so nüchterne wie entlarvende Zahlenmaterial beigesteuert.

Nicht nur die Menschen, auch die politischen Strukturen ihres Zusammenlebens werden neoliberal zersetzt. Nicht zufällig wird in den letzten Wochen viel von demokratischen Werten und Zusammenhalt der Gesellschaft gesprochen, als sollen sie geradezu beschworen werden, und zwar ausgerechnet von denen, die seit Jahrzehnten demokratische Werte sukzessive abgebaut haben. Sie haben jedes nur mögliche Wahlversprechen gebrochen, für die Beteiligung an illegitimen militärischen Attacken in vielen Teilen der Welt demokratische Regeln ausgehebelt, Schutzgesetze wie die für Asylsuchende plattgewalzt und mit CETA und TTIP demokratisches Miteinander an die weltweit operierenden Konzerne verscherbelt, sie haben eine EU der Konzerne und der Wohlhabenden geschaffen, deren wichtigste Organe ohne demokratische Kontrolle funktionieren, sie haben Billionen von Steuergeldern den Finanzinstitutionen für ihre jeder Kontrolle entzogenen Spekulationen und die Millionen-Boni ihrer mit unserem Geld zockenden Manager zugesteckt, und sie haben damit dem Gemeinwohl, also den staatlichen Leistungen, auf die wir alle Anspruch haben, den finanziellen Boden weitgehend entzogen. Sie wollen uns jetzt mahnen, es gäbe noch etwas zu verteidigen, was als demokratische Grundlagen des Zusammenlebens vorhanden wäre: Wer Konzerne Gesetze schreiben lässt, durch die sie eigentlich kontrolliert werden sollen, wer ihnen gesetzlich zugesteht, Menschen systematisch zu vergiften und den Klimaschutz nicht weniger systematisch auszuhebeln, wer sich von ungezählten Lobbyisten umgarnen und letztlich korrumpieren lässt, für die ist Demokratie eine verlogene Phrase oder eine Fassade, hinter der sie ihre undemokratischen Machenschaften planen und umsetzen.

Die IPPNW und ihre zwei Seiten

Eine kompakte Skizze gesellschaftlichen Realität, mit der wir alltäglich konfrontiert sind, an der aber nicht wir ÄrztInnen und PsychoTherapeutInnen leiden, sondern die vielen Millionen Mitmenschen, die keinen Job und kein ausreichendes Einkommen, keine lebenswerte Zukunft und keine ausreichende Rente haben. Ihr prekäres und geschundenes Leben sollte uns im Anschluss an die Wahl in den USA nachdenklich machen, sie zum politisches Lehrstück werden lassen. Wie das geht?

Ich denke – ein wenig wehmütig – an Horst-Eberhard Richter zurück, der viele Jahre lang die IPPNW nicht nur mit seiner Persönlichkeit geprägt hat: zu ihr ist er vor allem durch seinen klaren, unmissverständlichen und unbeugsamen Einsatz für Frieden geworden – für den äußeren in einer Welt ohne (Atom)Waffen und für den inneren in einer Gesellschaft, die von sozialer Gerechtigkeit und solidarischem Miteinander getragen wird. An diesem doppelten Auftrag für eine politische Ärzteorganisation hat sich bis heute nichts geändert, er ist im Gegenteil dringlicher geworden.

Dem ersten Auftrag widmen die IPPNW viel Aufmerksamkeit und zahlreiche Aktivitäten, sei es die friedliche oder militärische Nutzung der Atomenergie, sei es die Ächtung der Atomwaffen, sei es die Beteiligung an Kampagnen wie die gegen den grauenhaften Krieg in Syrien und für zivile Lösungen – die Stellungnahmen zur Wahl bewegen sich überwiegend innerhalb seines Rahmens. Dem zweiten Auftrag gegenüber agieren sie eher zurückhaltend, ja konsensual mit einem gesellschaftlichen Status quo, der Zündstoff für eine Explosion mit unabsehbaren Folgen birgt. Horst Eberhard Richter hat in den siebziger und achtziger Jahren nicht nur mit Worten, sondern ganz aktiv eingegriffen, wo Menschen litten – als Psychoanalytiker sowieso, aber auch im sozialen Feld, in der Arbeit mit obdachlosen und verelendeten Menschen. Ihn hat das – materielle, seelische, umfassende – Leiden herausgefordert, weil er ihn ihm die Auswüchse einer gesellschaftlichen Dynamik sah, die schon in den ersten Jahrzehnten der bundesrepublikanischen Existenz immer gleichgültiger und ausgrenzender gegenüber den Menschen wurde, die krank oder arbeitslos wurden oder aus anderen Gründen in prekäre Lebensverhältnisse gerieten. Empathie ihnen  gegenüber war und ist eine der wichtigsten Errungenschaften der 68er Revolte: Kaum jemand von denen, die damals politisch sozialisiert wurden, hat nur gegen den Vietnamkrieg oder die Atombewaffnung der Bundeswehr oder die Errichtung von Atomkraftwerken oder die CIA als Agentur des Niedermetzelns von Befreiungsbewegungen von diktatorischer oder militärischer Gewalt überall auf der Welt demonstriert, fast alle waren gleichzeitig irgendwo im sozialen Feld aktiv beteiligt am Bemühen, Ungerechtigkeit und Benachteiligung zu beseitigen. Diese empathische Aufmerksamkeit und Aktivität ist eine der tragenden Wurzeln der IPPNW in Deutschland.

Axel Rosens Beitrag bringt meines Erachtens in Bezug auf diesen Auftrag eine kaum konturierte Haltung zum Ausdruck, die der „sozialen Verantwortung“ im Verbandsnamen nicht mehr gerecht wird. Nicht sein Ruf nach sozialem Zusammenhalt oder mehr Demokratie hilft weiter, weil er längst in einer gesellschaftlichen Wüste erschallt, sondern das Aufdecken und Benennen von politischen, ökonomischen, sozialen Widersprüchen und der aktive Beitrag zu ihrer Lösung. Dabei bringt es wenig, möglichst wenig bei den für unerträgliche Zustände Verantwortlichen anecken und niemandem von ihnen auf die Füße treten zu wollen, sondern dort, wo ungerechte, verelendende, ausgrenzende, undemokratische Zustände herrschen – also eigentlich fast überall – das Wort erheben, einschreiten und nicht locker lassen. Ärzte in sozialer Verantwortung müssten sowohl die Klassenmedizin – etwa das gesundheitliche Elend von Hartz-IV-Empfängern und anderen armen Menschen wie Arbeitslosen, Rentnern, Obdachlosen – als auch die krankmachenden Lebensbedingungen von Millionen, die unterhalb der Armutsgrenze leben und besonders stark von Krankheiten, ihren Chronifizierungen, unzureichender medizinischer Versrogung und frühem Siechtum und Tod bedroht sind, anprangern. Wir sind die ExpertInnen, die mit dieser erbärmlichen Lebensrealität unzähliger Menschen in unserer täglichen Arbeit konfrontiert sind, und wenn unsere Wahrnehmung noch nicht genug geschult ist, können wir uns wissend machen über zahlreiche Studien und Forschungen, die belegen, was Armut, Elend und Hoffnungslosigkeit in Menschen psychisch und körperlich anrichten. Deshalb tragen wir Verantwortung dafür, dass diese Zustände sich ändern.

Fazit

Die IPPNW können und wollen keine Parteipolitik machen, aber sie können das Versagen der Parteien und ihrer ProtagonistInnen in Bezug auf die Brisanz einer materiellen, kulturellen, sozialen Verelendung aufzeigen, die von ihnen immer weiter vertieft wird. Wir als IPPNW können von Trump und von Sanders lernen, dass nicht nur die Atomwaffen unser aller Leben bedrohen. Der soziale Sprengstoff in der amerikanischen wie in den europäischen Gesellschaften ist nicht weniger bedrohlich für uns alle, weil er Aktionsmuster provoziert, die ihn nicht entschärfen, sondern noch explosiver machen. Ihre Apologeten nutzen den entdemokratisierten Zustand der politökonomischen Machtverhältnisse und treiben sie letztlich auf die Spitze. Ein Ergebnis könnte sein, dass die letzten demokratischen Reste auf den Müllhaufen der Geschichte landen – aber dem sozialen Sprengsatz wohnt auch die Chance inne, wie wir von Bernie Sanders lernen können, den Aufbruch in ein gerechtes, soziales, demokratisches Miteinander aller Menschen anzustoßen. Diese Lösung erfordert volle Konzentration, vollen Einsatz und die Bereitschaft, den schon ein wenig apokalyptischen Charakter der gesellschaftlichen Barbarei zur Kenntnis zu nehmen und ihr, auch wenn die meisten von uns sie nicht am eigenen Leibe spüren, den Kampf anzusagen. Das wäre Erfüllung des zweiten Auftrages für die IPPNW, es würde auch so ein wenig das Vermächtnis von Horst-Eberhard Richter ernst nehmen.

Ich zitiere noch einmal Noam Chomsky: Wie können wir angesichts der Tatsache, dass der Klimawandel uns immer mehr bedroht und das Polareis sich um 30 % verringert hat, uns von dieser Bedrohung durch ein Phänomen wie Trump ablenken lassen? Ich ergänze: …und von der Bedrohung durch die krankmachen, seelisch und körperlich verkrüppelnden und letztlich tödlichen Folgen neoliberaler Ökonomie und Politik für unzählige Menschen weltweit?

(Das Interview mit Noam Chomsky und der Kommentar von Alois sind mehrfach übers Netz gegangen, das Buch von Piketty ist sicherlich bekannt, deshalb verzichte ich auf detailliertere Quellenangaben. Einen Link möchte ich aber anfügen, der dem Denken eine Chance geben möchte: http://www.nachdenkseiten.de/?p=35828)

Dr. Günter Rexilius
Psychol. Psychotherapeut
Gartenstr. 18
41236 Mönchengladbach
Tel. +49 (0)2166-1239074 (Praxis)
Tel. +49 (0)2166-950544 (privat)
Mobil 0172 2449356
www.psychotherapie-in-mg.de

 

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zu dem weltweiten Frieden und seinen großen Gefährdungen/ world-wide Peace and its threats

in German:  http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3800

Hier ein kurzer und konzentrierter Artikel über die Dinge, die ich im Moment als entscheidend für die menschliche Zukunft ansehe.

Und ein aktueller (April 18) Beitrag von Albrecht  Müller über gemeinsame Sicherheit und gegenwärtige Kriegsreden. „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein. Dieses großartige Versprechen ist an den Nagel gehängt. Wahnsinn!“

Meine längere schon zweimal gehaltene Rede, die wütender und informativer ist, könnt Ihr natürlich auch lesen und eine Kurzformel für meine Weltsicht, die ich immer weiter zu verbessern suche. Wobei ich mich freuen würde, wenn Euch einige meiner Argumente gefallen würden und Ihr andererseits Kritik äußern würdet…

zu dem weltweiten Frieden und seinen großen Gefährdungen

Below the English Translation

Auf dem Weg zum weltweiten Frieden mit seinen großen Gefährdungen

unten sind übrigens die Anlagen getrennt aufgeführt, von denen einige im Text nicht zitiert sind, die mir aber sinnvoll erschienen

Es besteht eine große, aktuelle Gefahr durch einen atomaren „Overkill“. (Es gibt laut dem Arzt und IPPNW23 Aktivisten Ernst Ludwig Iskenius, „mit hier einer Übersicht“ 21, noch etwa 15.300 Atomwaffen, Tendenz wieder steigend. 1.800 davon sind in Minuten einsetzbar. 1000 davon, auf Städte abgeworfen, könnten einen voll ausgeprägten „nuklearen Winter“3 , erzeugen, der das Ende der Menschheit bedeuten könnte) und es gibt die extremen weltweiten Ausgaben für das Militär, pro Jahr zur Zeit etwa 1,7 Billionen = 1.700 Milliarden Dollar (ein Dollar entspricht zur Zeit in etwa einem Euro), die völlig ausreichen würden, der Menschheit ein materiell auskömmliches Leben zu ermöglichen.

Das menschliche Leben könnte in Zukunft noch viel besser werden. Das Militär ist ein ökologischer und materieller „Parasit“ der Menschheit. (Die Kriegsbereitschaft wird in der Bevölkerung in der Regel durch Lügen6 erzeugt.) Jährlich müsste daher immer an die „Selbstmordgefahr“ der Menschheit, zum Beispiel in Form eines Gedenktags an das Manifest von Russell und Einstein, möglichst weltweit, erinnert werden.

Wir würden uns wünschen, dass „unsere Führer“, das heißt die verantwortlichen Menschen in allen Regierungen, sich vorrangig um das Wohlergehen ihrer gesamten Bevölkerung kümmern würden, das bedeutet gutes Wohnen, gute Nahrung, gute Umgebung, gute Arbeit. Dies ist in den meisten Staaten nicht der Fall. Wie bekommen wir das hin?

Die Menschheit hat objektiv alle Voraussetzungen für materielles und psychologisches Glück:

Die Produktivität, das heißt, „die Menge an produzierten Gütern pro Arbeitsstunde“, wächst durch die menschliche Erfindungskraft seit Jahrhunderten jährlich an und wird dies, sofern wir keinen vernichtenden Krieg bekommen, sicher durch Automatisierung und Robotisierung noch Jahrhunderte tun. Umwelt- und Klimaschäden sind hochgefährlich, aber bei Konzentration unserer Regierungen auf diese Aufgaben noch gut zu beherrschen. Voraussetzung ist, dass unsere Regierungen für die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung arbeiten, und das setzt eine politisierte Bevölkerung voraus. Wir müssen unsere Lethargie überwinden und die Politiker aktiv kontrollieren.

Frieden schaffen geht nach meiner Meinung nur mit den Prinzipien, mit denen schon Willy Brandt und Egon Bahr den kalten Krieg zu entschärfen halfen: Mit dem Prinzip der „gemeinsamen Sicherheit“ 22, was das Fragen nach den Sicherheitsproblemen der Gegenseite mit beinhaltet. Mit diesem Prinzip traten sie der auch durch den West-Ost Konflikt militarisierten Sowjetunion gegenüber, erzeugten Vertrauen und schufen mit allen europäischen Staaten die Helsinkiverträge und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa („OSZE“).

Nur mit einer solchen Politik wäre die christliche Forderung – „Frieden auf Erden“- zu erfüllen (die Politik von Brandt und Bahr hat erheblich zum Ende des kalten Kriegs beigetragen).

Prof. Rainer Mausfeld sagt, die sogenannten Eliten, das heißt Menschen mit großer, insbesondere Geldmacht, sprechen sich ab und „steuern“ mit vielen Institutionen mit „Think Tanks“ und mit dem „Meinungs- und Empörungsmanagement“ ihrer Medien zunehmend effektiv die Mehrheiten mit Hilfe der psychologischen Forschung. Das heißt, jeder müsste sich über die Grundprinzipien dieser Mechanismen informieren, um seine durch diese Berieselung „künstlich erzeugten“ Meinungen zurückzudrängen und sein natürliches Urteilsvermögen wiederherzustellen.10

Eine Mehrheit der Bevölkerung sollte lautstark eine friedliche und soziale Politik fordern, ihre gewählten Politiker mit Hilfe zum Beispiel von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen kontrollieren und gegebenenfalls andere Personen und Parteien wählen und kontrollierende Gremien für ihre Medien schaffen, die erheblichen Ärger bei fehlerhafter Berichterstattung (wie zum Beispiel dem zur Zeit extrem übertriebenen Russland-Bashing) machen könnten.  Auch sollten unsere Schulen Medienkompetenz und Friedensfähigkeit über die gesamte Lebenszeit (später in moralisch verpflichtenden Erwachsenenkursen) lehren. Dann hätte unsere Menschheit es vermutlich geschafft und könnte sich dem Abenteuer Universum voll widmen. Denn die Evolution und die blaue Erde und die Menschheit sind ein unglaubliches Abenteuer und jetzt sind wir an der Schwelle, auch zunehmend das Universum zu erkunden.

Dr. Helmut Käss, Tel. O531 350513, Helmut_Kaess@web.de

Mir in diesem Zusammenhang sinnvoll erscheinende Links:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbreitung_des_Menschen
  2. http://helmutkaess.de/Wordpress/?s=sch%C3%B6ning, die „Schöninger Speere“
  3. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3697 ,    nuklearer Winter
  4. http://www.pugwash.de/rem.pdf , Einstein Manifest
  5. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2334 Flaggentag und Manifest…
  6. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3458    Lügen
  7. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=1191  Klimaerwärmung
  8. https://chomsky.info/06122016/    Chomsky…
  9. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=2804 Risiken für das Überleben der Menschheit
  10. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2194 gegen die Steuerung durch unsere „Eliten“
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz
  12. https://de.wikipedia.org/wiki/Initiative_Neue_Soziale_Marktwirtschaft
  13. https://de.wikipedia.org/wiki/Lobbycontrol
  14. https://de.wikipedia.org/wiki/Produktivit%C3%A4t Produktivität
  15. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=3403    Energieversorgung
  16. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=80  Weizsäcker Faktor Fünf
  17. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=85   „Fortentwicklung der Demokratie“
  18. http://ourearthonline.com/  : Inspire a global movement to repair, restore and live sustainably
  19. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=2551   Eine Dauerkultur des Friedens
  20. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=3547 Empört Euch!!!
  21. http://helmutkaess.de/Wordpress/wp-content/uploads/2016/07/B%C3%BCchel-ist-%C3%BCberall-korrRS.ppt („Elu“)
  22. https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsame_Sicherheit
  23. www.ippnw.de
  24. der Mediennavigator, bei Min. 9,52 in https://youtu.be/l1qbicJ3Y64

    —————————————————————————-

above in German:  http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3800
Here is my short and concentrated article about that, what I consider as crucial for humanity at this time . Unluckily some of the links are still in German, where you have only the chance of a google translation

world-wide Peace and its threats

Below my attachments are listed additionally. Partially they are not mentioned in my article.

There is a big risk by the nuclear “overkill”. There exist according to my IPPNW-college and nuclear authority Ernst Ludwig Iskenius still about 15.300 atomic weapons, numbers again rising. 1.800 can be started in minutes, and 1.000 of them, if used against cities, can produce by the resulting fire storms a full nuclear winter. This would result in a completely dark and cold planet for over 10 years und kill most people by hunger. And there are the extreme expenses for the military, in the last years about 1.700 billion Dollar, which would be sufficient to guarantee food and school for the whole humanity and would pave the way for a good future. The military is a big burden to humanity.  The readiness for war is created mostly by lying. (By highly paid propaganda institutions)

We would hope, that our leaders, that means, the people responsible in the governments, would care predominantly for the wellbeing of the majority of their population. That means, food, shelter, housing, good work. Unluckily this is not the case in most countries. How can we achieve that?

Humanity has all external requirements for material and psychological happiness:

Productivity, that means the goods produced by one hour of working time, goes up since far more than a hundred years by the human inventive talent and it will do this because of automatization und robotics for at least hundreds of years to come, as long as we will not have a devastating war. Environmental damage and climate warming are very dangerous, but can still be controlled in time by coordinated work of our governments. Precondition is, that our governments work for the wellbeing of the majority of their people and that means, you have to have a very politicised population. We have to lay off our lethargy and have to control actively our politicians.

To make peace is to be achieved only by the principles, which were used for instance by two German politicians, who helped to ease the cold war and who fought heavily against the aggressive opposition of other parties: They followed the principle made famous by Olof Palme, a Swedish premier minister: “Common Security” (an expression I did not find in the English Wikipedia, but in the peace magazine and in the German Wikipedia)

Willy Brandt and Egon Bahr used the principle of “common security”, which means, you have not only to look to your security but to consider as well the security concerns of the states, you have problems with.

With this principle they spoke with the Soviet-Union, produced trust and created with all European states the Helsinki Declaration and the organisation for Security and Cooperation in Europe, where all the European Nations are participants and which should be our European common security organisation (not NATO, which divides in friends and enemies).

Only with the policy of common security the Christian call – “Peace on Earth” – would be possible. The policy of Brandt und Bahr contributed a lot to the end of the cold war. In the USA are to my opinion as important for peace for instance Bernie Sanders, Noam Chomsky, Edward Snowdon, Michael Moore and many more. But even many more are needed in the USA and nearly everywhere.

Prof. Rainer Mausfeld , a German psychologist, says, that the so-called „Elites“ that means human beings with much might, especially with very much money, they cooperate to control the society with a lot of special institutions, for instance the Bilderberg group, and “think tanks” and they use the results of psychological science with the instrument of “Management of Beliefs and Outrages” by the help of the media. (His speech is to my knowledge still not translated. You can help yourself with the google-translation.) That means, everybody should try to get himself informed about the principles of that influence to be able to restore his natural ability to judge.

The majority of people should demand loudly peaceful and social politics. They should control their politicians with the help of unions and civil society and if necessary elect other persons or parties next time. And they should create organisations to check the articles in Papers and television, which could create trouble for incorrect and dangerous statements. Our schools should teach competence for media and for peace the whole lifetime. It is important to watch your own state and the whole of humanity. Then our human society has hopefully succeeded and could concentrate for instance on the universe, as evolution and human beings and the blue earth are incredible adventures and now we are on our way to pay a lot more attention to the universe…

Dr. med. Helmut Käss, Tel. O531 350513, mobile: 0176 38137631, Helmut_Kaess@web.de, helmutkaess.de/wordpress/
1. www.ippnw.org
2. http://helmutkaess.de/Wordpress/wp-content/uploads/2016/07/B%C3%BCchel-ist-%C3%BCberall-korrRS.ppt („Elu“)
3. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3697 ,    nuklearer Winter
4. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_military_expenditures
5. http://www.pugwash.de/rem.pdf , Einstein Manifest
6. https://en.wikipedia.org/wiki/Productivity
7. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3458    Lügen/lies
8. www.peacemagazine.org/archive/v06n4p08.htm   What is Common Security?
9. https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsame_Sicherheit
  1. https://en.wikipedia.org/wiki/Helsinki_Accords Helsinki Final Act
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/Organization_for_Security_and_Co-operation_in_Europe   Organization for Security and Co-operation in Europe
  3. https://chomsky.info/06122016/    Chomsky…
  4. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2194 gegen die Steuerung durch unsere „Eliten“
14.    https://en.wikipedia.org/wiki/Bilderberg_Group
15.    https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz
16.    https://de.wikipedia.org/wiki/Lobbycontrol
17.    http://ourearthonline.com/  : Inspire a global movement to repair, restore and live sustainably
18.    http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=3547 Empört Euch!!!

 

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Erzbischof Joseph Tobij von Aleppo: „Die 5 Dinge,…“

Diese Infos über Erzbischof Tobji, der in der der italienischen Abgeordnetenkammer sprach, kommen von Bernd Duschner am 11.10.16

Erzbischof Joseph Tobij von Aleppo:

„Die 5 Dinge, die der Westen tun müsste, um den Krieg in Syrien sofort zu beenden“.

Der Erzbischof von Aleppo Joseph Tobij lebt mit weiteren 1,3 Mio. Syrern im Westteil der Stadt, der sich unter der Kontrolle der Regierung befindet. Im flächenmäßig etwa gleich großem Ostteil, den die „Rebellen“ von Al-Nusra und ihren Verbündeten beherrschen, halten sich noch knapp 300.000 Menschen auf. Eingeladen von der 5-Sterne Bewegung hat Erzbischof Tobji am 5.10.16 auf einer Pressekonferenz in der Italienischen Abgeordnetenkammer erklärt:

„Mit aller Deutlichkeit möchte ich vor allem sagen: Schluss mit dem Krieg.“

„Ich lebe im Westteil von Aleppo. Wir sind jeden Tag mit dem Tod, mit Raketen,  Mörser- und. Kanonenschüsse sowie Scharfschützen konfrontiert. Die Terroristen schießen überall. Wenn wir solche Angriffe erleiden, können wir die Täter nicht als Rebellen bezeichnen. Allein in der letzten Woche hatten wir 75 Tote und 180 Verletzte. Gestern wurde die Universität getroffen. Es gab viele Opfer. Jeden Tag gibt es Beerdigungen. Auch wenn wir zu hause bleiben,sind wir nicht sicher: die Häuser stürzen über deinem Kopf ein. Aleppo ist die zweite Stadt in Syrien. Dort lebten 4 Millionen Menschen. Jetzt ist sie halb zerstört. Unsere beide maronitischen Kirchen gibt es nicht mehr, viele Moscheen, Krankenhäuser, Wohnhäuser, Fabriken und Geschäfte liegen in Trümmern.“

„Häufig haben wir keinen Strom und das geht seit 5 Jahren . Ohne Strom kommt alles zum Stillstand, es kann nicht gearbeitet werden. Seit 5 Jahren ist das Stromwerk in der Hand der Terroristen. Häufig gibt es kein fließendes Wasser. Es ist deshalb normal geworden, sich vor den Brunnen anzustellen, um seine Kanister zu füllen. Die alten Menschen müssen sie hinauf in ihre  Wohnungen tragen. Das Schlangestehen macht man unter Raketenbeschuss…

Als Folge des Krieges und der Sanktionen herrscht große Armut. Man spricht viel von Belagerungen. Der Westteil stand häufig unter Belagerung. Die einzige Straße war von bewaffneten Gruppen blockiert und dann kam nichts durch. Es gibt zahlreiche physische und psychische Erkrankungen. In dieser Situation warten alle darauf, wann sie mit dem Sterben an der Reihe sind.

Die Medien sprechen nur von den Leiden unserer Brüder im Ostteil, nicht von unseren Leiden. Sie zeigen ein armes Kind, das sie aus den Trümmern ziehen, aber nicht die vielen anderen getöteten oder verstümmelten Kinder im Westteil. Ich betone:  Es handelt sich nicht um einen Religionskrieg. Die Religion wird instrumentalisiert.

Der Krieg forciert die Emigration. Wir sind mittlerweile ohne Jugend, ohne Zukunft. Wer wird unser Land wiederaufbauen? Wie wird Syrien in 30 Jahren aussehen? Wird es nur seine Vielfalt verloren haben?

Das sind unsere Forderungen, damit der Krieg ein Ende findet:

  1. Schluss mit dem Waffenverkauf
  2. Der Zufluss von Terroristen über die türkische Grenze ist zu beenden.
  3. Schluss mit den Gehaltszahlungen an Terroristen
  4. Die unmoralischen Wirtschaftssanktionen sind zu aufzuheben
  5. Helft uns, das Leben wiederaufzubauen. Unterstützt Versöhnung und Übereinkünfte zwischen den ethnischen und religiösen Gemeinschaften.

Interview mit Monsignor Joseph Tobij, maronitischer Erzbischof von Aleppo

Aleppo leidet. Tageszeitungen und Radio sind voll von dieser Tragödie. Monsignor Joseph Tobij, Erzbischof der Maroniten von Aleppo ist direkter Zeuge dieser Leiden. Darüber spricht er in Rom, wo er sich momentan in diesen Tagen aufhält.

Interviewer: David Malacaria

In den Zeitungen liest man vom belagerten Aleppo, dem Ostteil, der sich in der Hand der Rebellen befindet und verurteilt die russischen Bombardierungen in diesem Bereich. 

Gewiss, die Flugzeugbomben töten. Aber auch die Raketen und Artilleriegeschosse töten, genauso wie die sogenannten leichten Waffen. Der Ostteil von Aleppo erleidet Bombardierungen. Aber auch im westlichen Teil, wo ich mich befinde, sterben seit 4 Jahren Menschen, seit die Terroristen einen Teil von Aleppo eingenommen und begonnen haben, auf die Zivilbevölkerung in den freien Stadtteilen ihre tödlichen Geschosse abzuschießen.

Entschuldigung, Sie haben von Terroristen gesprochen, für den Westen sind es Rebellen. Und gemäßigte Rebellen….

Im Westen hat man eine seltsame Vorstellung von „gemäßigt“. Sie machen  keine Demonstrationen auf den öffentlichen Plätzen. Sie schießen mit Kanonen und Mörsern auf unschuldige Zivilisten… sind das „Gemäßigte“?

Aber es gibt unterschiedliche Fraktionen: Al Nusra, Jihadisten, Freie syrische Armee. Sind alle gleich?

Selbstverständlich. Und viele von ihnen sind Ausländer. Es sind Terroristen aus Saudi-Arabien, Libyen, Tschetschenien,  aber auch aus westlichen Ländern. Dorthin kehren sie anschließend zurück und richten Massaker an, wie ihr in diesen Jahren gesehen habt.

Kommen wir zurück auf die Belagerung von Ost-Aleppo durch die Regierungstruppen.

Lange Zeit war der Teil der Stadt, der sich unter der Kontrolle von Damaskus befindet, von jeder Versorgung abgeschnitten. Über Monate hinweg haben wir an  Hunger und Durst gelitten, weil die Terroristen oft die Wasserversorgung durch das einzige Wasserwerk, das eben sie kontrollieren, unterbrochen hatten (sie machen das noch immer, wenn es für sie nützlich ist). Diese Leiden haben die internationale Öffentlichkeit nicht interessiert. Heute versucht die syrische Armee den Sektor, der von den Terroristen kontrolliert wird, einzunehmen, indem sie ihnen die Nachschubwege versperrt. Das erregt Aufsehen.

Die Medien sprechen von Belagerung   

Das sind die Gleichen, die die Sanktionen befürworten. Die Sanktionen haben die Auswirkungen wie die einer Belagerung der syrischen Bevölkerung. Ihre Wirkung ist noch schlimmer. Die Sanktionen haben zur Verarmung einer ganze Nation geführt und das Volk ausgehungert. Viele Flüchtlinge gehen deshalb in den Westen, weil sie e Hunger leiden: es gibt keine Arbeit, keine Zukunft.  Es ist eine grausame Belagerung, bei der den Kindern die Medikamente, die Ersatzteile für die medizinischen Geräte verweigert werden. Und dann schreibt man von der Belagerung des Ostteils von Aleppo.

Aber in diesen Jahren wurde humanitäre Hilfe geliefert

Manchmal ist auch in Aleppo etwas angekommen. Offen gesprochen wenig, angesichts des enormen Bedarfs. Seltsamerweise waren die Transporte des Roten Kreuzes für ganz Aleppo bestimmt. So wurde der belagerte Teil, der damals unter Kontrolle von Damaskus stand, beliefert, und der Teil, den die Terroristen kontrollierten, obwohl er nicht belagert und mehr als versorgt war.

Kommen wir zurück auf die Bombardierungen ..

Keine Frage, die Bombardierungen schmerzen. Es gibt Zivilisten, die in diesen Zonen wohnen. Bei ihnen handelt es sich um Unschuldige. Ich bin nur ein Pastor und kann dazu nur die Meinung der Leute in der Stadt wiedergeben. Sie glauben, dass die syrische Armee das Richtige tut, um die Bürger vor den Angriffen der Terroristen zu beschützen. Auch heute, jeden Tag, schlage im Westteil Raketen und Mörsergeschosse ein. Jeden Tag haben wir Tote zu beweinen. Aber das macht offensichtlich keine Schlagzeilen wie die Toten auf der anderen Seite.

Wie lebt die Zivilbevölkerung unter der Herrschaft der Jihadisten?

Sie haben ihre eisernen Gesetze wahabitischer Herkunft, ihre Gerichte. Ich glaube nicht, dass es den Syriern gefällt, diesen Gesetzen zu unterliegen. Man muss sich nur vor Augen halten, dass die beiden Teile von Aleppo, der im Osten, den die Terroristen besetzt halten, und der im Westen, den Damaskus kontrolliert, flächenmäßig die gleiche Ausdehnung haben. Sie hatten mehr oder wenige die gleiche Einwohnerzahl. Heute leben im Ostteil 300.000 Menschen, im Westteil 1,3 Millionen. Wer konnte, ist vor diesen Fanatikern geflohen.

Der syrische Islam war immer gemäßigt

Richtig. Auch heute unter den Bomben sind die Beziehungen zwischen Christen und Moslems gut, wie es alte Tradition in Syrien ist. Wenn die Terroristen gewinnen, wird das alles verschwinden.

Wie geht das Leben der Christen unter den Bomben weiter?

Dank Gottes gibt es viele Dinge, die uns Trost spenden und unseren Glauben erhalten. Die Gläubigen kommen weiter zur Messe, auch wenn sie mittlerweile in der Kapelle des Erzbistums gefeiert wird, da die beiden maronitischen Kirchen der Stadt zerstört wurden. Viele Kinder und Jugendliche kommen zur Katholischen Aktion und den Pfadfindern, sowie es die jeweilige Situation erlaubt. Wir versuchen allzu große Risiken für Jugend zu vermeiden, aber im Ende kann man sich nur dem Schutz Gottes anvertrauen.

In Rom haben Sie auch den Papst getroffen

Ich habe ihm ein Album gebracht, das Jugendliche der Pfarrei gemacht und signiert hatten. Es zeigt Fotos ihrer Lieben, ihrer Freunde und Verwandten, die im Krieg getötet wurden. Als der Papst begann, es durchzublättern, war er erschüttert. Sie mussten ihn stützen. Er hat geweint und mit ihm haben auch wir alle ein wenig geweint.

Was verlangen Sie vom Westen?

Der Krieg in Syrien ist nur ein Teil Weltkrieges, der an verschiedenen Orten stattfindet und von dem der Papst spricht. Russen und Amerikaner müssen zu einer Verständigung kommen. Es ist richtig, dass die bisher erprobten Waffenstillstände keine Ergebnisse brachten. Sie wurden immer dann vereinbart, wenn die Terroristen mit dem Rücken zur Wand standen, Ihre Unterstützer haben im Gegenteil, die Waffenstillstände benützt, um sie mit Waffen zu versorgen und weitere Milizen nach Syrien hereinzulassen, so dass diese Mörder die Brutalität bei ihren Angriffen noch erhöht haben. Deshalb fangen wir in Syrien an zu zittern, wenn wir von neuen Waffenstillständen hören…. Es scheint, dass einer der Streitpunkte zwischen den Mächtigen die Frage ist, wer in Zukunft über die Verwendung der Reichtümer Syriens entscheidet und wer den Wiederaufbau trägt. Es geht um Abermilliarden Dollar.

Sehen Sie keine Hoffnung?

Wie gesagt, kann man nur hoffen, dass die Mächtigen zu einer Übereinkunft gelangen. Wir im kleinen können nur beten. Darum bitte ich auch die Leser dieses Interviews. Es handelt sich dabei nicht nur um ein Beten für die Brüder, die sich in Schwierigkeiten befinden. Wir sind ein einziger Körper: wenn ein Glied krank ist, leidet der ganze Körper. Deshalb betet jeder, der für Brüder in weiter Ferne betet, tatsächlich auch für sich und seine Seele. Eine Hilfe, den eigenen Glauben zu leben.

Quelle:
Antidiplomatico – Übersetzung B. Duschner

https://www.youtube.com/watch?v=kLA5CNnIjSI&feature=youtu.be

Friedensappell des Erzbischof von Aleppo, Joseph Tobij am 5.10.2016 im italienischen Parlament

 

 

 

 

 

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„gebt den Kindern Wurzeln und Flügel.“

Der Schlüssel zum Frieden in Zukunft sind die Kinder und Heranwachsenden in der ganzen Welt. Wie wir mit Kindern umgehen, entscheidet maßgeblich, ob sie zu Kriegern und Terroristen oder zu friedlichen Menschen werden.

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Klimawandel – Ein Thema für die IPPNW?

Gesendet: Sonntag, 11. Dezember 2016 um 23:12 Uhr]

Klimawandel – Ein Thema für die IPPNW?

Hier ein Link für die Diskussion Sept/18

ich beschäftige mich ja – wie einige von Ihnen und euch – schon länger
mit dem Thema Klimawandel und möchte anregen, dass sich auch die
deutsche IPPNW noch mehr zu dem Thema engagiert. Nicht nur weil ich Noam
Chomsky zustimme, dass der Klimawandel neben dem Atomkrieg die größte
globale Bedrohung und Herausforderung für die Menschheit darstellt,
sondern auch, weil das Thema verschiedene Kernthemen der IPPNW berührt:
Gesundheit, Krieg und Flucht, Atomenergie, und nicht zuletzt soziale
Verantwortung.

Momentan ist die Menschheit dabei, das Klimasystem der Erde aus einer
etwa Zehntausend Jahre anhaltenden Phase weitgehender Stabilität – die
i.w. die Kulturgeschichte der Menschheit erst möglich gemacht hat –
heraus zu bewegen. Ich finde u.a. diese Grafik recht anschaulich:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/5b/All_palaeotemps_G2.svg
Die roten Punkte rechts entsprechen den Vorhersagen des Weltklimarats:
wenn die Entwicklung so weiter geht wie bisher, wird es voraussichtlich
zu einem globalen Temperaturanstieg um ca. 4,8 Grad Celsius bis zum Jahr
2100 gegenüber der vorindustriellen Zeit (bzw. weiteren knapp 4 Grad im
Vergleich zu jetzt) kommen.

Bereits jetzt (Temperaturanstieg von ca. 1 Grad) sind Entwicklungen
beobachtbar, die sehr wahrscheinlich in Zusammenhang mit dem Klimawandel
stehen: Eine mehrjährige Dürre mit Wasser- und Lebensmittelknappheit im
Vorfeld des Bürgerkriegs in Syrien, Versalzung von Grundwasser und
Ackerböden durch Überschwemmungen in Bangladesch, gefährdete
Trinkwasserversorgung aufgrund abschmelzener Gletscher in den Anden usw.
Es ist wohl so gut wie sicher, dass in einer vier Grad wärmeren Welt ein
„gutes Leben“ für die meisten Menschen nicht mehr möglich sein wird.
Bereits der sog. „Jahrhundertsommer“ 2003, der (bei ca. 4 Grad erhöhten
Temperaturen in Süddeutschland im Vergleich zu Durchschnittssommern
1960-1990) u.a. ca. 70.000 Hitzetote in Europa sowie massive
Ernteverluste zur Folge hatte, hat die Auswirkungen u.a. auf die
Landwirtschaft und die Gesundheit deutlich gemacht. Derartige
Wetterextreme werden wir in Zukunft voraussichtlich noch viel häufiger
erleben.

Dabei sind wir in Deutschland durch die geographische und
wirtschaftliche Lage ja noch eines der am wenigsten betroffenen Länder.
Manche Gegenden, insbesondere in Afrika, werden durch einen weiteren
(und dort im Verhältnis stärkeren) Temperaturanstieg voraussichtlich
unbewohnbar werden, was vmtl. weitere Flüchtlingsströme nach sich ziehen
wird. Schon jetzt wird deutlich, dass die Länder, die durch ihre hohen
CO2-Emissionen bisher am meisten zum globalen Klimawandel beigetragen
haben (westliche Industrienationen) zumindest anfangs am wenigsten unter
den Folgen zu leiden haben – welche zunächst die Armen, Kranken und
Schwachen treffen werden.

Diese Dinge zu Ende gedacht wird es wohl leider so sein, dass in einer 4
Grad wärmeren Welt Gesundheit nicht mehr unsere Hauptsorge sein wird –
für viele wird es schlicht ums Überleben gehen (entweder aufgrund von
unmittelbarer Wasser- und Nahrungsmittelknappheit oder aufgrund von
Verteilungskriegen/-konflikten). Bereits eine Temperaturerhöhung um 2
Grad wird weitreichende und z.T. irreversible Folgen haben (z.B.
Abschmelzen des grönländischen Eisschilds), weshalb sich die
Weltgemeinsachaft letztes Jahr auf der UN-Klimakonferenz in Paris auf
das 1,5 Grad-Ziel verständigt hat.

Wie dieses eingehalten werden kann steht allerdings noch in den Sternen,
da Berechnungen zufolge die bisherigen Klimaschutzzusagen der Länder
immer noch auf eine Erwärmung von 2,6 – 3,1 Grad hinauslaufen. Viele
Modelle zur nötigen Transformation der Energiesysteme schließen dabei
die Atomenergie mit ein (wie z.B. das Referenzszenario der Europäischen
Union). Die Rolle der Atomenergie wird wohl u.a. auch bei MedAct
kontrovers diskutiert. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung
für Globale Umweltveränderungen (WBGU) oder das Deutsche Institut für
Wirtschaftsforschung (DIW) halten jedoch eine Transformation hin zu
einer kohlenstoffarmen Weltwirtschaft auch ohne Atomenergie für möglich
(vgl. z.B.
https://www.econstor.eu/bitstream/10419/148089/1/871675366.pdf). Damit
dies möglich ist, muss jedoch noch deutlich mehr getan und schneller
gehandelt werden als bisher.

Glücklicherweise ist es bisher noch nicht zu spät – aber die Zeit wird
knapp. Um das 1,5 Grad-Ziel ohne die Einbeziehung von Geoengineering zu
erreichen (Entfernung von Kohlenstoffdioxid aus der Erdatmosphäre mit
technischen Mitteln – die allerdings noch nicht zur Verfügung stehen und
mit Risiken behaftet sind;
https://de.wikipedia.org/wiki/CO2-Abscheidung_und_-Speicherung), muss
Berechnungen zufolge die Verbrennung fossiler Energieträger bis 2040
komplett eingestellt werden. Da die Atomenergielobby schon in den
Startlöchern sitzt (z.B. http://www.sfen.org/en/nuclear-for-climate)
wäre es m.E. im Interesse der IPPNW, hier einen politischen Druck in
Richtung Dekarbonisierung der Wirtschaft aufzubauen, damit die „große
Transformation“ ohne Atomenergie gelingt.

Ein guter Anfang war die Unterstützung der von Dieter Lehmkuhl u.a.
initiierten, an die ärztlichen Versorgungswerke gerichteten,
Divestment-Kampagne in diesem Frühjahr. Unsere IPPNW-Gruppe in Stuttgart
hatte vor kurzem Julia Gogolewska von der „Health and Environment
Alliance“ (europäische NGO mit Sitz in Brüssel) zu einem Vortrag zum
Thema Klimawandel und Gesundheit eingeladen. Ein weiterer Schritt wäre
z.B. zu überlegen, wie man die Empfehlungen der
Weltgesundheitsorganisation, des Weltärztebunds und der Lancet
Commission for Health and Climate aufzugreifen könnte (z.B.
http://lancetcountdown.org/). U.a. könnte es darum gehen, die
gesundheitlichen Folgen des Klimawandels mehr ins Bewusstsein der
Öffentlichkeit und Politik, der im Gesundheitsbereich tätigen
KollegInnen, der Gesundheitsorgansationen sowie der Forschung zu bringen.

Dieses Wochenende fand in London die MedAct-Konferenz „Healthy Planet,
Better World“ mit dem Schwerpunkt-Thema Klimawandel statt (ich konnte
leider nicht dabei sein – aber vielleicht berichtet Alex Rosen noch dazu).
Auf der letzten MedAct-Konferenz (2015) verglich deren Direktor David
McCoy die bevorstehende Aufgabe mit der Abschaffung des Sklavenhandels,
die damals auch u.a. aus wirtschaftlichen Gründen zunächst abgelehnt
wurde – aber dann durch den Druck „von unten“, aus der Bevölkerung,
schließlich umgesetzt wurde
(https://youtu.be/8UTaL8QtUq8?list=PLF1t_AbZoiJAPAfYjhAFtrxhjXV2Jiz5u&t=783)
Nun da mit Trump die USA als wesentlicher Treiber der
Klimaschutzbestrebungen von Regierungsseite wohl wegfällt, ist es m.E.
doppelt wichtig, dass Deutschland noch eine größere Vorreiterrolle
einnimmt, und hierzu ist auch eine starke Bewegung „von unten“ nötig.

Die nächste UN-Klimakonferenz wird Ende 2017 in Bonn stattfinden.
Vielleicht ein guter Anlass, das Thema Gesundheit, Frieden und soziale
Verantwortung mehr in die Debatte einzubringen. Wer wäre da besser
geeignet als die IPPNW?
Ich freue mich über Rückmeldungen und Anregungen. Und natürlich wäre es
schön, wenn sich – falls das Thema auf Interesse stößt – noch ein paar
„MitstreiterInnen“ finden.

viele Grüße

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Zukunft des Friedenstreffens

Liebe Friedensfreunde
Wir überlegen über die Zukunft des Friedenstreffens:
Zum Beispiel macht es nicht viel Mühe, etwas per Email und per Lifechat zu verschicken, so wie hier.
bei mir geht es auch, ich bin ja in Querum im Nordosten Braunschweigs. Marcel und Matthias waren ja schon bei mir. Leider eben nicht zentral, so wie im Limonella. Aber wir können uns ja Vorschläge über Email und Lifechat und Links zuschicken, (auch z.B. Dateien über meine Homepage) ...
Herzliche Grüße

Helmut

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31, http://www.helmutkaess.de/Wordpress/,

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zu dem weltweiten Frieden und seinen großen Gefährdungen

Below under the English Translation

 

Hier mein kurzer und konzentrierter Artikel über die Dinge, die ich im Moment als entscheidend für die menschliche Zukunft ansehe.

Meine längere schon zweimal gehaltene Rede, die wütender und informativer ist, könnt Ihr natürlich auch lesen und meinen Grundsatzartikel, den ich immer weiter zu verbessern suche. Wobei ich mich freuen würde, wenn Euch einige meiner Argumente gefallen würden und Ihr andererseits Kritik äußern würdet…

HG   Helmut Käss

Auf dem Weg zum weltweiten Frieden mit seinen großen Gefährdungen

unten sind übrigens die Anlagen getrennt aufgeführt, von denen einige im Text nicht zitiert sind, die mir aber sinnvoll erschienen

Es besteht eine große, aktuelle Gefahr durch einen atomaren „Overkill“. (Es gibt laut dem Arzt und IPPNW23 Aktivisten Ernst Ludwig Iskenius, „mit hier einer Übersicht“ 21, noch etwa 15.300 Atomwaffen, Tendenz wieder steigend. 1.800 davon sind in Minuten einsetzbar. 1000 davon, auf Städte abgeworfen, könnten einen voll ausgeprägten „nuklearen Winter“3 erzeugen) und es gibt die extremen weltweiten Ausgaben für das Militär, 1,7 Billionen = 1.700 Milliarden Dollar (ein Dollar entspricht zur Zeit in etwa einem Euro), die völlig ausreichen würden, der Menschheit ein materiell auskömmliches Leben zu ermöglichen.

Diese könnte in Zukunft noch viel besser werden. Das Militär ist ein ökologischer und materieller „Parasit“ der Menschheit. (Die Kriegsbereitschaft wird in der Bevölkerung in der Regel durch Lügen6 erzeugt.) Jährlich müsste daher immer an die „Selbstmordgefahr“ der Menschheit, zum Beispiel in Form eines Gedenktags überall an das Manifest von Russell und Einstein erinnert werden.

Wir würden uns wünschen, dass „unsere Führer“, das heißt die verantwortlichen Menschen in allen Regierungen, sich vorrangig um das Wohlergehen ihrer gesamten Bevölkerung kümmern würden, das bedeutet gutes Wohnen, gute Nahrung, gute Umgebung, gute Arbeit. Dies ist in den meisten Staaten nicht der Fall. Wie bekommen wir das hin?

Die Menschheit hat objektiv alle Voraussetzungen für materielles und psychologisches Glück:

Die Produktivität, das heißt, die Menge an Gütern pro Arbeitsstunde, wächst durch die menschliche Erfindungskraft seit Jahrhunderten jährlich an und wird dies, sofern wir keinen vernichtenden Krieg bekommen, sicher durch Automatisierung und Robotisierung noch Jahrhunderte tun. Umwelt- und Klimaschäden sind hochgefährlich, aber bei Konzentration unserer Regierungen auf diese Aufgaben noch gut zu beherrschen. Voraussetzung ist, dass unsere Regierungen für die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung arbeiten, und das setzt eine politisierte Bevölkerung voraus. Wir müssen unsere Lethargie überwinden und die Politiker aktiv kontrollieren.

Frieden schaffen geht nach meiner Meinung nur mit den Prinzipien, mit denen schon Willy Brandt und Egon Bahr den kalten Krieg zu entschärfen halfen: Mit dem Prinzip der „gemeinsamen Sicherheit“ 22, was das Fragen nach den Sicherheitsproblemen der Gegenseite mit beinhaltet. Mit diesem Prinzip traten sie der auch durch den West-Ost Konflikt militarisierten Sowjetunion gegenüber, erzeugten Vertrauen und schufen mit allen europäischen Staaten die Helsinkiverträge und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa („OSZE“).

Nur mit einer solchen Politik wäre die christliche Forderung – „Frieden auf Erden“- zu erfüllen (die Politik von Brandt und Bahr hat erheblich zum Ende des kalten Kriegs beigetragen).

Prof. Rainer Mausfeld sagt, die sogenannten Eliten, das heißt Menschen mit großer, insbesondere Geldmacht, sprechen sich ab und „steuern“ mit vielen Institutionen mit „Think Tanks“ und mit dem „Meinungs- und Empörungsmanagement“ ihrer Medien zunehmend effektiv die Mehrheiten mit Hilfe der psychologischen Forschung. Das heißt, jeder müsste sich über die Grundprinzipien dieser Mechanismen informieren, um seine durch diese Berieselung „künstlich erzeugten“ Meinungen zurückzudrängen und sein natürliches Urteilsvermögen wiederherzustellen.10

Eine Mehrheit der Bevölkerung sollte lautstark eine friedliche und soziale Politik fordern, ihre gewählten Politiker mit Hilfe zum Beispiel von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen kontrollieren und gegebenenfalls andere Personen und Parteien wählen und kontrollierende Gremien für ihre Medien schaffen, die erheblichen Ärger bei fehlerhafter Berichterstattung (wie zum Beispiel dem zur Zeit extrem übertriebenen Russland-Bashing) machen könnten.  Auch sollten unsere Schulen Medienkompetenz und Friedensfähigkeit über die gesamte Lebenszeit (später in moralisch verpflichtenden Erwachsenenkursen) lehren. Dann hätte unsere Menschheit es vermutlich geschafft und könnte sich dem Abenteuer Universum voll widmen. Denn die Evolution und die blaue Erde und die Menschheit sind ein unglaubliches Abenteuer und jetzt sind wir an der Schwelle, auch zunehmend das Universum zu erkunden.

Dr. Helmut Käss, Tel. O531 350513, Helmut_Kaess@web.de

Mir in diesem Zusammenhang sinnvoll erscheinende Links:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbreitung_des_Menschen
  2. http://helmutkaess.de/Wordpress/?s=sch%C3%B6ning, die „Schöninger Speere“
  3. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3697 ,    nuklearer Winter
  4. http://www.pugwash.de/rem.pdf , Einstein Manifest
  5. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2334 Flaggentag und Manifest…
  6. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3458    Lügen
  7. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=1191  Klimaerwärmung
  8. https://chomsky.info/06122016/    Chomsky…
  9. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=2804 Risiken für das Überleben der Menschheit
  10. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2194 gegen die Steuerung durch unsere „Eliten“
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz
  12. https://de.wikipedia.org/wiki/Initiative_Neue_Soziale_Marktwirtschaft
  13. https://de.wikipedia.org/wiki/Lobbycontrol
  14. https://de.wikipedia.org/wiki/Produktivit%C3%A4t Produktivität
  15. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=3403    Energieversorgung
  16. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=80  Weizsäcker Faktor Fünf
  17. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=85   „Fortentwicklung der Demokratie“
  18. http://ourearthonline.com/  : Inspire a global movement to repair, restore and live sustainably
  19. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=2551   Eine Dauerkultur des Friedens
  20. http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=3547 Empört Euch!!!
  21. http://helmutkaess.de/Wordpress/wp-content/uploads/2016/07/B%C3%BCchel-ist-%C3%BCberall-korrRS.ppt („Elu“)
  22. https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsame_Sicherheit
  23. www.ippnw.de

    —————————————————————————-

above in German:  http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3800
Here is my short and concentrated article about that, what I consider as crucial for humanity at this time . Unluckily some of the links are still in German, where you have only the chance of a google translation

world-wide Peace and its threats

Below my attachments are listed additionally. Partially they are not mentioned in my article.

There is a big risk by the nuclear “overkill”. There exist according to my IPPNW-college and nuclear authority Ernst Ludwig Iskenius still about 15.300 atomic weapons, numbers again rising. 1.800 can be started in minutes, and 1.000 of them, if used against cities, can produce by the resulting fire storms a full nuclear winter. This would result in a completely dark and cold planet for over 10 years und kill most people by hunger. And there are the extreme expenses for the military, in the last years about 1700 billion Dollar, which would be sufficient to guarantee food and school for the whole humanity and would pave the way for a good future. The military is a big burden to humanity.  The readiness for war is created mostly by lying. (By highly paid propaganda institutions)

We would hope, that our leaders, that means, the people responsible in the governments, would care predominantly for the wellbeing of the majority of their population. That means, food, shelter, housing, good work. Unluckily this is not the case in most countries. How can we achieve that?

Humanity has all external requirements for material and psychological happiness:

Productivity, that means the goods produced by one hour of working time, goes up since far more than a hundred years by the human inventive talent and it will do this because of automatization und robotics for hundreds of years to come, as long as we will not have a devastating war. Environmental damage and climate warming are very dangerous, but can still be controlled in time by coordinated work of our governments. Precondition is, that our governments work for the wellbeing of the majority of their people and that means, you have to have a very politicised population. We have to lay off our lethargy and have to control actively our politicians.

To make peace is to be achieved only by the principles, which were used for instance by two German politicians, who helped to ease the cold war and who fought heavily against the aggressive opposition of other parties: They followed the principle made famous by Olof Palme, a Swedish premier minister: “Common Security” (an expression I did not find in the English Wikipedia, but in the peace magazine and in the German Wikipedia)

Willy Brandt and Egon Bahr used the principle of “common security”, which means, you have not only to look to your security but to consider as well the security concerns of the states, you have problems with.

With this principle they spoke with the Soviet-Union, produced trust and created with all European states the Helsinki Declaration and the organisation for Security and Cooperation in Europe, where all the European Nations are participants and which should be our European common security organisation (not NATO, which divides in friends and enemies).

Only with the policy of common security the Christian call – “Peace on Earth” – would be possible. The policy of Brandt und Bahr contributed a lot to the end of the cold war. In the USA are to my opinion as important for peace for instance Bernie Sanders, Noam Chomsky, Edward Snowdon, Michael Moore and many more. But even many more are needed in the USA and nearly everywhere.

Prof. Rainer Mausfeld , a German psychologist, says, that the so-called „Elites“ that means human beings with much might, especially with very much money, they cooperate to control the society with a lot of special institutions, for instance the Bilderberg group, and “think tanks” and they use the results of psychological science with the instrument of “Management of Beliefs and Outrages” by the help of the media. (His speech is to my knowledge still not translated. You can help yourself with the google-translation.) That means, everybody should try to get himself informed about the principles of that influence to be able to restore his natural ability to judge.

The majority of people should demand loudly peaceful and social politics. They should control their politicians with the help of unions and civil society and if necessary elect other persons or parties next time. And they should create organisations to check the articles in Papers and television, which could create trouble for incorrect and dangerous statements. Our schools should teach competence for media and for peace the whole life. It is important to watch your own state and the whole of humanity. Then our humanity has hopefully succeeded and could concentrate for instance on the universe, as evolution and human beings and the blue earth are incredible adventures and now we are on our way to pay a lot more attention to the universe…

Dr. med. Helmut Käss, Tel. O531 350513, mobile: 0176 38137631, Helmut_Kaess@web.de, helmutkaess.de/wordpress/
1. www.ippnw.org
2. http://helmutkaess.de/Wordpress/wp-content/uploads/2016/07/B%C3%BCchel-ist-%C3%BCberall-korrRS.ppt („Elu“)
3. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3697 ,    nuklearer Winter
4. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_military_expenditures
5. http://www.pugwash.de/rem.pdf , Einstein Manifest
6. https://en.wikipedia.org/wiki/Productivity
7. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3458    Lügen/lies
8. www.peacemagazine.org/archive/v06n4p08.htm   What is Common Security?
9. https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinsame_Sicherheit
  1. https://en.wikipedia.org/wiki/Helsinki_Accords Helsinki Final Act
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/Organization_for_Security_and_Co-operation_in_Europe   Organization for Security and Co-operation in Europe
  3. https://chomsky.info/06122016/    Chomsky…
  4. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2194 gegen die Steuerung durch unsere „Eliten“
14.    https://en.wikipedia.org/wiki/Bilderberg_Group
15.    https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz
16.    https://de.wikipedia.org/wiki/Lobbycontrol
17.    http://ourearthonline.com/  : Inspire a global movement to repair, restore and live sustainably
18.    http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=3547 Empört Euch!!!

 

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Kampagne gegen den „Krieg gegen den Terror“

Vorschlag einer

Kampagne gegen den „Krieg gegen den Terror“ (hier: die Die Terror-Profiteure)

Und gegen das Politikversagen weltweit

Es besteht weltweit ein weitgehender Sieg des sogenannten Marktfundamentalismus oder Neoliberalismus (Link1) und deshalb ein weltweit verbreitetes Versagen der Politik, für die Mehrheit der Bevölkerung zu sorgen. Die „Eliten“, das heißt Finanzeliten, große Konzerne und Superreiche sprechen sich in dafür geschaffenen Institutionen wie den Bilderbergkonferenzen und der „INSM“ (Link2) und vielen anderen ab, und „steuern“ uns sehr effektiv über Meinungssteuerung und ein „Empörungs-management“ (Link3). Wir werden bewusst in Apathie versetzt. Deshalb können völkerrechtswidrige Kriege geführt werden, wie der Jugoslawienkrieg, der Irakkrieg und der Syrienkrieg (Link4). Wir müssten unsere verantwortlichen Politiker wegen der Teilnahme an einem Angriffskrieg mindesten 10 Jahre ins Gefängnis stecken (Anmerkung7). Deutschland hat bei der Verfolgung eines Angriffskrieges ein grobes Rechtsdefizit, weil nur der Generalbundesanwalt diese Klagen annehmen kann, der natürlich befangen ist (Link8).

Die ungeheuren Kosten führen durch den „Parasiten“ Militär zum Reichtum einiger und zur Armut von vielen, weltweit zur Armut der meisten Menschen trotz ständig steigender Produktivität, das heißt, pro Stunde Arbeit wird immer mehr geschaffen (Link5). Trotz des immer größeren Reichtums der Menschheit trotz Gegenbehauptungen (Link9) müssen Millionen Kinder jedes Jahr an Hunger grausam sterben (Link6), mehr als 10x soviel, wie Menschen an Kriegen sterben (Link7). Wir müssen unsere Apathie überwinden und müssen insbesondere in den Staaten, wo das ohne große Mühe möglich ist, nämlich in unseren Demokratien als Mehrheit die Minderheit führen (Es ist Unsinn, uns nicht als Demokratien zu bezeichnen, wir haben das Wahlrecht erkämpft und wir dürfen es uns nicht mehr wegnehmen lassen, das würde den „Eliten“ nur gefallen!). Wir dürfen nicht die momentane Realität weiter tolerieren, dass die Wenigen die Mehrheit an der Nase herumführen. Wir müssen steuern, nicht die „Eliten“. Dafür müssen wir aufwachen! Wir brauchen eine solche Kampagne, mit der diese zentralen Wahrheiten der großen Mehrheit nahegebracht werden.

Helmut Käss
Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31,

http://www.helmutkaess.de/Wordpress/ , helmut_kaess@web.de

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Initiative_Neue_Soziale_Marktwirtschaft
  3. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2194
  4. http://norman-paech.de/v%C3%B6lkerrecht/
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Produktivit%C3%A4t
  6. www.deutschlandradiokultur.de/alle-fuenf-sekunden-verhungert-ein-kind.1008.de.html?dram:article_id=220879
  7. www.schwaebische.de/region_artikel,-Jede-Minute-stirbt-ein-Mensch-durch-Waffengewalt-_arid,5235617_toid,290.html
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensverrat
  9.  http://www.egbert-scheunemann.de/Die-Rentenluege-und-Rentenalternative-Scheunemann.pdf
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Briefwechsel mit dem MdB Carsten Müller zu „Aleppo“, November 2016

Herrn Carsten Müller, MdB,

Sehr geehrter Herr Müller

Herzlichen Dank für Ihre Antwort.

Die Friedensbewegung ist der Meinung, dass Deutschland in Syrien militärisch nichts zu suchen hat.

Unsere Beteiligung an dem Krieg ist völkerrechtswidrig (Anmerkung 5, siehe unter meiner Unterschrift. Das genaue Gutachten in der Anlage, dort Hervorhebungen durch mich). Die Charta der Vereinten Nationen wurde insbesondere zu dem Zweck gegründet, „künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren“ (Anmerkung1) Das geht nur, wenn diese Bestimmungen strikt angewendet werden und nicht nach parteilichem Gutdünken.

Wir müssen überlegen, was wir zur Verbesserung der schrecklichen Lage beitragen können. Insbesondere müssen wir laut eines Appells von kirchlichen Würdenträgern aus Syrien die Sanktionen der EU gegen Syrien, die zum Elend der Bevölkerung beitragen, abschaffen (Anmerkung 2) und wir müssen unsere vielen noch dramatisch gestiegenen Waffenexporte an die Türkei und die arabischen Diktaturen stoppen. Russlands Beteiligung am Krieg ist schwierig, und die Bombardierung von Wohnvierteln und Krankenhäusern, soweit sie denn von Russland und der Syrischen Regierung zu verantworten sind (Anmerkung 8), verstößt grauenhaft gegen das humanitäre Völkerrecht. Aber die Friedensbewegung tut sich schwer, in den Chor der insbesondere westlichen Medienklagen einzustimmen, denn die Verbrechen der „westlichen“ Seite werden von unseren Medien totgeschwiegen. Der Zustand von Aleppo ist grauenhaft, aber die Söldner der Saudis und der Türken sind leider mindestens genauso beteiligt und scheinen die Flucht der Zivilbevölkerung zu verhindern. Auch ist es nicht sinnvoll, nur nach Aleppo zu schauen, wenn die Ursache des ganzen Desasters im völkerrechtswidrigen Irakkrieg liegt und zurzeit in Mossul eine größere Stadt, mit rund 2,9 Millionen Einwohnern (Berechnung 2010, knapp die Einwohnerzahl von Berlin) mit Unterstützung der USA bombardiert wird. Davon hört man nicht, welche Gräueltaten damit zweifellos verbunden sind.

Russlands militärische Anwesenheit in Syrien ist vom Völkerrecht gedeckt, da sie von der syrischen Regierung offiziell gebeten worden sind. Wir dagegen müssten unsere verantwortlichen Politiker wegen der Teilnahme an einem Angriffskrieg mindesten 10 Jahre ins Gefängnis stecken (Anmerkung7). Deutschland hat bei der Verfolgung eines Angriffskrieges ein grobes Rechtsdefizit, weil nur der Generalbundesanwalt diese Klagen annehmen kann, der natürlich befangen ist. Dies war schon ein scheußliches rechtliches Defizit beim Jugoslawienkrieg.

Die vielen Millionen Kinder, die weltweit jedes Jahr verhungern (Anmerkung3) sind ein noch viel größeres verschwiegenes Problem, wobei viel mehr Kinder sterben, als Leute in militärischen Konflikten (Anmerkung4). Sie sind laut Jean Ziegler (Anmerkung6) ermordet, da die Menschheit problemlos die Ressourcen hätte, für die Ernährung und Bildung aller Menschen dieser Erde zu sorgen, wenn nicht diese idiotischen Hegemonialkonflikte, insbesondere von den USA und der Nato provoziert, überall toben würden. Nach meiner Meinung besteht dieser grauenhafte Missstand im Wesentlichen, um den militärisch industriellen Komplex zu mästen.

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31, http://www.helmutkaess.de/Wordpress/www.ippnw.de , http://www.friedenszentrum.info/,
 .
PS: noch einige Stellungnahmen der deutschen IPPNW zu Syrien:
Kriegsparteien sollen sich zur Einhaltung der Genfer Konvention verpflichten https://www.ippnw.de/no_cache/presse/artikel/de/kriegsparteien-sollen-sich-zur-einha.html#c8590
 .
Und eine Anmerkung eines IPPNW Kollegen zu meiner Frage, ob ihm noch etwas einfällt: Krieg gebiert nur weitere Monster und Terrorismus in seiner jetzigen Form in Europa ist ein Kind anhaltender kriegerischer Interventionen unsererseits.
.
————————————————————————————————-
Gesendet: Freitag, 25. November 2016 um 09:54 Uhr
Von: „Carsten Müller, MdB“ <carsten.mueller@bundestag.de>
An: „Helmut Käß“ <helmut_kaess@web.de>
Betreff: AW: Abstimmung über die Verlängerung des Bundeswehrmandats

Sehr geehrter Herr Dr. Käß,

vielen Dank für Ihre E-Mail zur Verlängerung des Bundeswehrmandates zum Syrien-Einsatz. Sehr gern beziehe ich dazu kurz Stellung:

Bei der Abstimmung im Deutschen Bundestag über die Verlängerung des Bundeswehrmandates in Syrien habe ich mit Ja gestimmt, weil es politisch und humanitär sehr wichtig und notwendig ist, sich dort zu engagieren. Der Einsatz richtet sich konkret gegen die Terrormiliz IS in Syrien und im Irak und sollte nicht als Einsatz aus Solidarität mit Frankreich verwechselt werden. Vielmehr handeln wir im Interesse der internationalen Staatengemeinschaft. Mittlerweile sind 60 Nationen an der Allianz gegen den IS beteiligt. Auch hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen dazu aufgerufen, im Kampf gegen den IS alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um seine terroristischen Handlungen zu unterbinden. Weiter ist es ein erklärtes Ziel, der IS seine Rückzugsorte zu nehmen, die er sich in weiten Teilen Syriens und Iraks schaffen konnte. Diesem Ziel ist man durch die erzielten Erfolge näher gekommen. Den Einsatz jetzt abzubrechen, konnte ich daher nicht unterstützen. Alternative Lösungen, wie Sie von Ihnen angesprochen werden, sollten durchaus für die Zukunft angedacht werden. Neben der militärischen Intervention halte auch ich humanitäre Hilfe und zivile Lösungen für wichtige Pfeiler, um ein Ende des Einsatzes herbeizuführen.

Sehr geehrter Herr Dr. Käß, was ich an dieser Stelle aber auch einmal ganz klar zum Ausdruck bringen will: Ich bin schon sehr verwundert, dass ich von Ihnen und der Friedensbewegung keinen Aufschrei vernommen habe, als syrische Regierungstruppen mit russischer Unterstützung Gräueltaten an der Zivilbevölkerung in Aleppo begangen haben. Mit solchen eklatanten, nicht hinnehmbaren Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht wird das Leid der Zivilbevölkerung weiter dramatisch verschärft.

Mit freundlichen Grüßen aus Berlin

Carsten Müller

Carsten Müller
Mitglied des Deutschen Bundestages
Platz der Republik 1
11011 Berlin

Tel: 030/227 – 73 298
Fax: 030/227 – 76 298
E-Mail: carsten.mueller@bundestag.de
www.carsten-mueller.com

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: „Helmut Käß“ [mailto:helmut_kaess@web.de]
Gesendet: Montag, 7. November 2016 17:44
An: Carsten Müller, MdB <carsten.mueller@bundestag.de>; PartBS CDU <Kontakt@CDU-Braunschweig.de>
Cc: „Schöbel Frieder und Renate“ <frieder@rutschmann-schoebel.de>; Elke Almut Dieter <e_a_dieter@yahoo.de>; Ute Lampe <ute_lampe@gmx.de>; Friederike Speitling <ike@speitling.net>
Betreff: Abstimmung über die Verlängerung des Bundeswehrmandats

Dr. med. Helmut Käss, Arzt i.R.

CDU-Kreisverband Braunschweig, Gieselerwall 2
38100 Braunschweig
Tel.: 0531 24442-0
Fax: 0531 24442-24
E-Mail: kontakt@cdu-braunschweig.de

Braunschweig, den 07. 11.2016

Betreff: Abstimmung über die Verlängerung des Bundeswehrmandats am 10.11.2016 im Deutschen Bundestag

Sehr geehrter Herr Müller

am Donnerstag, dem 10. November 2016, wird im Bundestag über die Verlängerung und Erweiterung des Mandats der Bundeswehr zum Syrieneinsatz abgestimmt.

Der Krieg in Syrien geht ins sechste Jahr und ein Ende ist nicht absehbar. Immer deutlicher ist: Neben den innersyrischen Auseinandersetzungen und der Bedrohung durch den IS hat dieser Konflikt alle Kennzeichen eines Stellvertreterkrieges. Auch die Bundesrepublik ist seit Dezember 2015 aktiv über das Mandat Operation Counter Daesh der Bundeswehr an den kriegerischen Aktivitäten gegen den IS beteiligt. Der Beschluss im Bundestag wurde damals als Zeichen der Solidarität mit Frankreich nach den vierzehn Tagen zuvor erfolgten Anschlägen in Paris gefasst.

Sie haben damals für den Einsatz gestimmt. Wir bedauern diese Entscheidung und möchten Sie dazu ermutigen, bei der kommenden Abstimmung gegen eine Verlängerung des Mandates zu stimmen.

Argumente, die in der Öffentlichkeit gegen den Einsatz vorgebracht werden, sind völkerrechtliche, politische, ethische und auch militärstrategische. Dazu zählen u. a.

* Terrorismus wird nicht militärisch „besiegt“. Krieg löst keine Probleme und hat in den vergangenen 15 Jahren das Problem des Terrorismus nirgendwo gelöst. Im Gegenteil: Militärische Gewalt wirkt als Nährboden für Terrorismus (Beispiel Afghanistan).
* Viele der Attentäter vom 13. November 2015 waren französische Staatsangehörige. Wir haben es zumindest teilweise auch mit einem innerstaatlichen Problem Frankreichs zu tun. Ein Einsatz der Bundeswehr hilft da nicht weiter.
* Die Entscheidung im Bundestag wurde innerhalb von nur 14 Tagen gefasst, ohne größere öffentliche Debatte über alternative Möglichkeiten der Solidarität mit Frankreich.

Aufgrund dieser und vieler weiterer Argumente möchten wir Sie heute dazu ermutigen: Stimmen Sie bei der anstehenden Abstimmung am 10. November im Bundestag gegen das Mandat. Die Situation für die Menschen in Syrien ist im ablaufenden Jahr nicht besser geworden. Und auch wenn militärische Operationen gegen den sogenannten IS kurzfristige Erfolge zu bringen scheinen: Die terroristische Bedrohung in Frankreich, Deutschland und anderen Staaten Europas besteht unvermindert fort und wird durch die militärische Intervention der westlichen Staaten langfristig noch zunehmen.

Die Kampagne „MACHT FRIEDEN. Zivile Lösungen für Syrien“ stellt deshalb folgende Forderungen an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages:

1. Keine Verlängerung des Bundeswehrmandats für Syrien!
2. Friedensprozess unter UN-Verantwortung stärken – Zivilgesellschaft einbeziehen.
3. Humanitäre Hilfe aufstocken – Zivile Konfliktbearbeitung ausbauen.

Dabei liegen den Kampagnenunterstützer*innen die Möglichkeiten ziviler Konfliktbearbeitung besonders am Herzen. Deshalb fordert die Kampagne den Ausbau nicht-militärischer Kompetenzen zur Bearbeitung gewaltsamer Konflikte – jetzt. Für militärische Kompetenzen werden in Deutschland immer noch 36-mal mehr Mittel aufgewendet als für zivile Methoden der Konfliktbearbeitung. Hier müssen die Prioritäten anders gesetzt werden. Für den Konflikt in Syrien und für andere aktuelle und zukünftige Konflikte weltweit. Wir brauchen mehr Möglichkeiten der zivilen Konfliktbearbeitung, mehr Ressourcen, mehr Kompetenzen und mehr Konzepte.

Wir von der Friedensgruppe Friedensbündnis, Friedenszentrum und IPPNW (www.ippnw.de <http://www.ippnw.de> ) unterstützen die Forderungen der Kampagne.

Wir würden uns freuen, wenn auch Sie sich den Forderungen anschließen könnten. Stimmen Sie am 10.11. gegen die Verlängerung des Bundeswehrmandats. Und machen Sie sich innerhalb Ihrer Fraktion und Ihrer Partei für zivile Lösungen in Syrien stark!

Sie als Parlamentarier haben es in der Hand. Sie stimmen ab über Krieg und Frieden. Wählen Sie den Frieden!

Mit freundlichen Grüßen

Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31, http://www.helmutkaess.de/Wordpress/, www.ippnw.de <http://www.ippnw.de>

PS: Über eine Rückmeldung Ihrerseits und eine Stellungnahme zu den Forderungen der Kampagne würden wir uns freuen.
Auch würde ich mich über ein erneutes Treffen in einigen Monaten freuen.

Weitere Infos zur Kampagne im Flyer anbei und unter: www.macht-frieden.de <http://www.macht-frieden.de/> Und ein Hinweis auf die Website der IPPNW: www.ippnw.de <http://www.ippnw.de> und des Friedenszentrums http://www.friedenszentrum.info/ller

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eine Kurzformel für meine Weltsicht

Helmut Käss, helmut_kaess@web.de

Ich glaube, dass die Menschen zuerst einen einfachen Vorschlag brauchen, wie es gehen könnte, und ich bitte alle, mir dabei zu helfen und mein Schema zu kritisieren:

Die ersten Menschen gab es bekanntlich vor über einer Millionen Jahren1 in Afrika. Ich war sehr beeindruckt, dass in Schöningen nahe Braunschweig (meinem Wohnort) in den Braunkohlsedimenten 300.000 Jahre alte Speere gefunden wurden („Schöninger Speere“2). Also  seitdem lebten hier auch schon Menschen.  Zumindest seitdem gibt es schon eine ereignisreiche Geschichte der Menschheit, die „jetzt“, seit dem Einsatz von Atomwaffen von einer (bisher in diesem Ausmaß noch nicht dagewesenen) weitgehend verdrängten Gefahr bedroht ist. Das regt mich sehr auf: Ich denke an meine Familie, meine Enkel, aber auch an alle Kinder der Welt: Der Gefahr des nuklearen Winters3! (Bei der Formulierung dieses Links half mir meine Frau entscheidend) Dazu gibt es auch das Russell/ Einstein4 Manifest. Darin fordern die Wissenschaftler die Abschaffung aller Kriege, weil jeder Krieg in einen Atomkrieg münden kann. (An dieses Manifest wollen wir seit 2015 jährlich in Braunschweig Anfang Juli5 erinnern, dass wir nämlich dringend die kleinlichen Versuche der Dominanz und der Teilinteressen aufgeben müssen, die zum Beispiel zu groben Lügen für den eigenen Vorteil6 führen.)

Eine andere große Menschheitsgefahr ist die Klimaerwärmung7, wobei positive Rückkoppelungen drohen, durch die es bei Temperaturanstiegen durch das Abschmelzen großer Eisflächen und durch das Aufsteigen gefrorenen Methans zu drastischen zusätzlichen Temperaturanstiegen kommen kann. (Zu den beiden meines Erachtens zurzeit bestehenden Haupt-Gefahren Klimaerwärmung und Atomkrieg ein Text auf Englisch von Chomsky8.) 

Außerdem kommt es laut der Wissenschaft etwa alle 30-60 Millionen Jahre zu einer schweren Kollision der Erde mit einem größeren Himmelskörper, wodurch vor etwa 60 Millionen Jahren die Dinosaurier ausgerottet wurden. Ein solches Ereignis ist eigentlich überfällig. Dazu Näheres9 .  (Aber davor könnte man sich sicher in den nächsten Jahrzehnten in einer gemeinsamen Anstrengung durch Umlenken der Himmelskörper schützen.)

Die Kontrolle der beiden aktuellen Hauptgefahren Atomkrieg und Klimaerwärmung ist nach meiner Überzeugung möglich. Dafür muss die allgemeine menschliche Sicherheit und ihr Wohlergehen an oberster Stelle stehen und nicht die Dominanz einiger Staaten und Personen. Das geht nach meiner Meinung nur mit den Prinzipien, mit denen schon Willy Brandt und Egon Bahr den kalten Krieg zu entschärfen halfen: Mit dem Prinzip der „gemeinsamen Sicherheit“, was das Fragen nach der Sicherheit der Gegenseite mit beinhaltet. Mit denen traten sie der noch viel militaristischeren Sowjetunion als dem Russland von heute gegenüber und schufen mit allen europäischen Staaten die Helsinkiverträge und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa „OSZE“. Dafür müssen aber die Mehrheiten die Verpflichtung zu der Notwendigkeit der Beteiligung spüren und sich politisch durchsetzen können. Zum Beispiel müssen sich laut Prof. Mausfeld die “99%“ der nicht so vermögenden Bevölkerung (in Wirklichkeit die 999 Promille gegenüber dem einen Promille, das viel Geld hat) zusammentun, die nicht die besseren Menschen sind, sondern zum großen Teil auch sehr selbstbezogen. Sie steuern uns zum Teil zu unserem Schaden10 mit der Macht ihrer Gelder und ihren Medien, ohne dass dies den meisten bewusst wird. (Zum Beispiel durch die Bilderberger Konferenzen11 und die „Initiative für Neue Soziale Marktwirtschaft INSM12 (oder auch13 ) und  viele andere dafür geschaffene Institutionen. Das tut die Mehrheit der Reichen, die ja ihren Reichtum erhalten und mehren wollen, schon seit über 2000 Jahren und sie werden immer effektiver. Dies stellt der Psychologe Mausfeld  im obigen Link10 überzeugend dar) Aber sein Kritiker Andreas Peglau spricht von Fehlern in seiner Wahrnehmung der Ursachen. Er sagt, man müsse bei der Kindererziehung ansetzen.

Als Menschheit haben wir nach Einsteins Überzeugung4 die Möglichkeit zu materiellen und psychologischen Glück. Die menschliche Erfindungskraft führt zu immer besseren Möglichkeiten zum Beispiel auch der Wirtschaft. Die Produktivität hat seit 200 Jahren kontinuierlich inflationsbereinigt zugenommen, im Moment etwa um 2-3%14 pro Jahr, die Energieversorgung ist mit erneuerbaren Energien technisch und wissenschaftlich problemlos15 möglich, die seltenen Elemente, wie wir sie zum Beispiel für unsere Handys brauchen, sind so selten nicht und können durch Recycling wiedergewonnen und häufig mit Hilfe von Erfindungen durch häufigere Elemente ersetzt werden. Wir müssen Nachhaltigkeit lernen16 und politisch vermutlich optimal ein politisches System für die Kontrollen, zum Beispiel in Form einer  föderalen UN Steuerung17 organisieren. Die zum Teil gewaltigen Schäden wie der Klimawandel und der Plastikmüll im Meer sind bei gemeinsamen Anstrengungen offensichtlich relativ schnell zu reparieren18. All das ist schwierig, aber sehr wohl möglich. Man braucht viel mehr Wissen, um ein Handy zu konstruieren, als für eine Kultur des Friedens. Die Probleme liegen in der Psychologie. Wir brauchen vom Kleinkind an eine lebenslange Weiterbildung für Frieden für alle Menschen, um alles dieses zu ermöglichen19.

Es ist unser aller Aufgabe, die wir als Bürger bei unseren Staaten auf allen Ebenen, von der kommunalen bin zu den Vereinten Nationen ständig leisten müssen, uns ständig um die Erfüllung der zentralen Aufgaben der Staaten zu kümmern: Vor allem für den Frieden auf dieser Welt, aber auch für das Wohlergehen aller auf einem zumindest bescheidenen Level, auf ausreichenden Umweltbedingungen, auf Nahrung und Wohnung für alle.

Dafür habe ich vor, auch in meiner Homepage entsprechende Punkte zu gestalten, und bin deswegen für entsprechende Links und Literaturhinweise dankbar.

Das gleiche Thema versuche ich auch als Rede, noch etwas ausführlicher, etwas kämpferischer und emotionaler20, die ich auch fortlaufend zu verbessern suche, als Versuch, die auch von den Leitmedien (wie von Prof. Mausfeld beschrieben10), apathisch gemachte Mehrheit der Bevölkerung zu aktivieren.

Um des Friedens willen, fordere ich vor allem anderen:

Die Einhaltung des Grundgesetzes, der Charta der UN und der von der UN geforderten Menschenrechte!

Einige Links noch mal getrennt vom Text:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbreitung_des_Menschen
  2.  http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2661, die „Schöninger Speere“
  3.  http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3697 ,    nuklearer Winter
  4. http://www.pugwash.de/rem.pdf , Einstein Manifest
  5. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2334 Flaggentag und Manifest…
  6.  http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=3458 Lügen
  7. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=1191  Klimaerwärmung
  8. https://chomsky.info/06122016/    Chomsky…
  9.  http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2804 Risiken für das Überleben der Menschheit
  10.  http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2194 gegen die Steuerung durch unsere „Eliten“
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Bilderberg-Konferenz
  12. https://de.wikipedia.org/wiki/Initiative_Neue_Soziale_Marktwirtschaft
  13. https://de.wikipedia.org/wiki/Lobbycontrol
  14. https://de.wikipedia.org/wiki/Produktivit%C3%A4t
  15.  http://www.helmutkaess.de/Wordpress/?p=3403  Energieversorgung
  16.  http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=80   Weizsäcker Faktor Fünf
  17. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=85  „Fortentwicklung der Demokratie“
  18. http://ourearthonline.com/: Inspire a global movement to repair, restore and live sustainably
  19.  http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=2551 Eine Dauerkultur des Friedens
  20. Helmutkaess.de/Wordpress/?p=3547   Empört Euch!!!
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