Wahlen 2017 und Linke in Querum

Ihr Lieben

Ich möchte hiermit einen Diskussionsvorschlag machen.

Treffen die Linke Querum am 2.10. 16.00 bei mir…

Was spricht für mich für die Linke: das glaubwürdige Programm: Sozial, Gerecht, Frieden,

Sozial: Sie sagt, wie sie die Unterstützung der Menschen unter einem Einkommen von 7100 € finanziert: Insbesondere Menschen mit Behinderungen, den Arbeitslosen, den Rentnern mit einer zu geringen Rente: mit einer kräftigen Steuerprogression über 7100€ monatlichem Einkommen und einer Vermögenssteuer von ab 1 Mio €. (5%, für mich ein „mindestens“ ich würde bei einem Vermögen ab einer Milliarden mindestens 10% fordern, damit auf die Dauer möglichst keine Milliardäre mehr existieren, 100 Millionen müssten auch reichen…)

Gerecht: mit einer Bürgerversicherung, in die alle in die Arbeitslosen-, Kranken- und Rentenversicherung gemäß ihrem Einkommen einzahlen. Steuerfreiheit für Milliardäre ist für mich nicht gerecht. ( Zu dem Klimaproblem: wir müssen zügige hochprozentige Erneuerbare Energien und eine CO2 Abgabe und Schadstoffabgabe für Atom- und fossile Energien fordern. Im beiliegenden Solarbrief gibt es ungiftige Energien nur bei den Linken, den Grünen und der ÖDP… http://www.sfv.de/solarbr/pdf/Internet_Solarbrief2_173.pdf )

Frieden: die Linke hat noch nie für Auslandseinsätze der Bundeswehr gestimmt und sie verurteilt die völkerrechtswidrigen Einsätze zum Jugoslawien und Syrienkrieg und das feige Wegsehen bei den Drohnenmorden von Ramstein aus.

Wie könnten wir die Linke bei ihrem Kampf um den Einzug in das niedersächsische Parlament unterstützen?

Mit Ständen, z.B. am Westfalenplatz Dienstags und Freitags, aber auch zentral Samstags, mit Zeitungsverteilung und Plakateaufhängen…

Mein eigentliches Hauptthema ist eigentlich ein Friedensthema: Falls Euch das anch interessiert, könntet Ihr Euch folgenden Link ansehen: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4886

Wir verteilten Querum in vier Viertel für je 300 Zeitungen…

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possible ways to improve the fate of mankind

To reach political solutions, an idea from Braunschweig: 

Dies auf Deutsch

a yearly commemoration and a yearly Manifestation

Dear People

After the agreeable result of the very effective campaign for the banning of nuclear weapons and the shameful non-participation of our Germany I hope the peace movement proceeds. One of the reasons that my friends and I participate in actions against the horrible military development oft this time is the Russell-Einstein Manifesto, which calls for an end to all war.

We succeeded in creating a yearly commemoration of the Manifesto here in Braunschweig in 2015. The commemoration of the Manifesto takes place one day after the Flag Day of the Mayors for Peace (which honors the International Court’s decision on the illegality of nuclear weapons), so we celebrate these days together, as we have a Mayor for Peace (so we get a representative room for free and a speech by the mayor of the city each year). We think every town and village in the world should have at least one day of this kind.Sowe hope that our commemoration spreads all over the world.

Now we have had a second idea to make this a more effective event. The military–industrial complex is such a parasite sucking the very blood of humanity; it gorges on much more money than we would need to feed the poor of this world and give everyone a good education. Therefore we want to establish a big event to call attention to this, and we plan to do it the day after the commemoration of the Manifesto. We’re taking the „Munich Security Conference“ as a model – each February influential people and the armaments industry meet, while the peace movement has a parallel peace conference on Friday, usually with over a hundred attendees and some actions on Saturday morning and evening and a demonstration at midday on Saturday with over a thousand people. To bring attention to the terrible waste of the military complex, we also want to have a very big demonstration the day after the Manifesto commoration day in Braunschweig. In the long run, we hope to do this annually and spread the idea world-wide. Humanity forgets quickly and has to be reminded yearly, otherwise it might destroy itself, as we all fear.  For this we intend to merge this themes beginning from next year, 2018:

What do you think about our idea from Braunschweig?

Could you imagine supporting a yearly commemoration of the manifesto (or even such a weekend) in your city each July?

For this a presentation 

and a letter

Dr. med. Helmut Käss
Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513, 0176 57747 881

helmut_kaess@web.de

http://helmutkaess.de/Wordpress/

 

Wir in Braunschweig versuchen seit 2015,  jetzt mit zwei Wegen zu einer politischen Lösung wesentlicher Weltprobleme weiter zu kommen:
Erstens durch eine jährliche Erinnerung an den Satz des Manifests von Russell und Einstein, dass die Menschheit keine Kriege mehr führen darf, da jeder Krieg zu einem Atomkrieg eskalieren kann und damit die Existenz der Menschheit gefährdet. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4265
Zweitens durch einmal jährlich durchzuführende Großdemonstrationen möglichst in allen Städten auf der ganzen Welt, in der die Bevölkerung ihren Unmut kundtut, dass es ungeheure Ausgaben für das Militär gibt, obwohl dies gemäß siehe oben gefährlicher Unsinn ist und obwohl ein materiell glückliches Leben ohne diesen Unsinn möglich ist. Die Existenz von Reichen ist normal. Aber die Existenz von Superreichen, die mehr als eine Milliarden Dollar entsprechenden Werten besitzen, ist für die Welt ungesund. Und sie mischen sich in die Politik auf schädliche Weise ein.
Dazu haben wir vor, dies 2018 zusammenzuführen: Dazu ein kurzer Flyer und  ein etwa dreiseitiger Vortrag
und ein Briefentwurf 
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sinnvollen politischen Druck anstreben, eine Idee aus Braunschweig

Dies auf Englisch: This in English 

Wir in Braunschweig versuchen seit 2015,  auf zwei Wegen bei einer politischen Lösung wesentlicher Weltprobleme weiter zu kommen. Denn die Regierungen richten sich in wesentlichen Punkten nicht nach den Interessen der Mehrheit der Bevölkerung. Und es sind lautstarke Mehrheiten erforderlich, um die Politik zu beeinflussen:

Erstens durch ein jährliches Bedenken und die Erinnerung an den Satz des Manifests von Russell und Einstein, dass die Menschheit keine Kriege mehr führen darf, da jeder Krieg zu einem Atomkrieg eskalieren kann und damit die Existenz der Menschheit gefährdet. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4265

Dazu eine Anleitnng! 

Zweitens durch einmal jährlich durchzuführende Großdemonstrationen möglichst in allen Städten auf der ganzen Welt, in der die Bevölkerung ihren Unmut kundtut, dass es ungeheure Ausgaben für das Militär gibt, obwohl dies gefährlicher Unsinn ist (siehe Manifest oben) und und ein materiell glückliches Leben weltweit durch die Verwendung schon eines Teil dieses Geldes gut möglich ist. Außerdem wollen wir darauf hinweisen, dass wir die Existenz von Reichtum als Lohn für besondere Tüchtigkeit sinnvoll oder zumindest verständlich finden. Aber die Existenz von Superreichen, die mehr als eine Milliarden Dollar oder entsprechende Werte besitzen, ist für die Welt ungesund. (Und sie mischen sich in die Politik auf sehr schädliche Weise ein.)

Dazu haben wir vor, dies 2018 an einem Wochenende zusammenzuführen: Dazu als Vorschläge ein Briefentwurf   als Vorlage für beliebige Verwendung,  eine kurze Rede,  ein kurzer Flyer (Variante) und  ein etwa dreiseitiger Vortrag  (hier mit farbigen Hervorhebungen)

aktuelle Überlegungen

Und eine Experimentierecke…

Organisatorisches

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a yearly commemoration and manifestation

Each one can try to make a contribution to a better world. Each one a little bit, but altogether deciding to success. Each one should ask brain and stomach, what he can try to contribute, and this again and again.

We in Braunschweig try since 2015, aditionally to the yearly acitivities expecially by the „Friendenszentrum“ (peace center) to  go on with two connected ideas:

First in a yearly commemoration of the Manifest of Russell and Einstein, who said, no war is allowed any more, because each war migtht by the existence of atomic bombs andanger the existence of mankind. This together with the „flag day“ of the mayors for peace at the beginning of July, as this day remembers of the ruling of the international court, that atomic weapons may never be used and it is forbidden to threaten their use.

To give you an idea, here is a letter to explain...

https://www.commondreams.org/views/2017/09/28/bernie-sanders-most-popular-politician-us-and-why-jeremy-corbyn-will-win-britain

 

 

Wir in Braunschweig versuchen seit 2015, zusätzlich zu unseren bisher schon laufenden jährlichen Aktivitäten insbesondere des Friedenszentrums und unseren Vorträgen zur Kultur des Friedens jetzt auch noch mit zwei Wegen weiter zu kommen:

Erstens durch jährliche Erinnerung an den Satz des Manifests von Russell und Einstein, dass die Menschheit keine Kriege mehr führen darf, da jeder Krieg zu einem Atomkrieg eskalieren kann und damit die Existenz der Menschheit überhaupt gefährdet. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4265

Zweitens durch Idee von einmal jährlich Großdemonstrationen, auch prinzipiell auf der ganzen Welt, in der die Bevölkerung ihren Unmut kundtut, dass es Superreiche und ungeheure Investitionen in das Militär gibt, obwohl dies gemäß siehe oben gefährlicher Unsinn ist und obwohl ein materiell glückliches Leben ohne diesen Unsinn möglich ist.

Dies haben wir vor, 2018 zusammenzuführen: Dazu ein kurzer Flyer und  ein etwa dreiseitiger Vortrag

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Rede: „Keine Kriege mehr“ und die Beeinflussung der Politik

Zwei zusammengehörige Themen: „Keine Kriege mehr“ und die Beeinflussung der Politik

(Etwas ironisch: „Ein Humanist zeigt Wege zum ewigen Frieden auf Erden.“)

Die Weltlage ist bescheiden. Wir leben unter dem Damoklesschwert eines drohenden Atomkrieges.

In einer Welt, in der die Reichen immer reicher werden, die Armen aber nicht angemessen profitieren. In der wir eine dramatische Klimaerwärmung spüren und die Meere versauern und vermüllen. Kriege zur Erhaltung der Dominanz werden zunehmend geführt, obwohl sie völkerrechtsmäßig verboten sind. Nach unserer Meinung, die einer Kleingruppe aus der Friedensbewegung Braunschweig, ist das alles nicht nötig. Die Menschheit ist so erfindungsreich, dass alle Probleme im Geiste der Zusammenarbeit gelöst werden können. Wie kommen wir zu dieser Zusammenarbeit? Hilfreich ist nach unserer Meinung ein jährliches weltweites Gedenken, verbunden mit einer Demonstration.

Zu Beginn meiner Rede folgende These: 

  1. Es dürfen keine Kriege mehr geführt werden, da jeder Krieg zur Vernichtung der Menschheit führen kann! 

  2. Die weltweite Rüstung (zur Zeit etwa 1800 Mrd Dollar, überwiegend des „Westens) soll auf eine reine Verteidigungsfähigkeit reduziert werden und das gewonnene Geld zur Sanierung der Weltgenutzt werden! (Ernährung und Schulbildung für alle als Voraussetzung für ein bewusstes Leben) Nach meinen  groben Recherchen reichen 23 Mrd Dollar für das Nötigste… – Lass es mehr sein, auch 500 Mrd Dollar sind möglich, wo soviel Geld ganz überwiegend für Vorherrschaft verschwendet wird. Einstein sagte ja, es darf keine Kriege mehr geben und das Völkerrecht verbietet Kriege, außer der Sicherheitsrat stimmt dazu.

Zu der ersten These: Wir sagen im Gedenken an das Manifest von Russell und Einstein:  „Nie wieder Krieg“.  Im Manifest wird eben dies gesagt, die Menschheit dürfe keine Kriege mehr führen, da jeder Krieg sich zu einem Atomkrieg ausweiten könnte, der zum Untergang der Menschheit führen könne. Das ist ein Satz, den fast jeder versteht und er ist mit dem Namen Einstein verbunden, den fast jeder kennt.

Dieser Gedenktag in Braunschweig ist schon angelaufen. Er fällt Anfang Juli weitgehend mit dem sogenannten Flaggentag der Mayors for Peace zusammen, weshalb wir diesen Tag wählten, auch da auch unser Bürgermeister ein Bürgermeister für den Frieden ist. Über 7000 Städten in der Welt, davon 500 in Deutschland, haben schon einen solchen Bürgermeister und jedes Dorf, jede Stadt sollte teilnehmen, da niemand von Atomwaffen vernichtet werden will.

Dagegen wird oft gesagt, Kriege gab es schon immer und wird es immer geben. Aber das bedeutet bei heutiger Waffentechnik, dass die Menschheit sich selbst vernichten wird. Wir müssen unseren Verstand nutzen, um einen großen Entwicklungsschritt zu gehen und mögliches menschliches Glück statt durch Kleingruppendenken den Untergang zu wählen. Willy Brandt und Egon Bahr haben in einer äußerst verdienstvollen Phase der SPD  uns den Weg gewiesen. Gemeinsame Sicherheit, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa waren hoffnungsvolle und starke Schritte in der richtigen Richtung.

Um dieses zu erreichen, müssen wir als Friedensbewegung wieder politische Wirkung erlangen. Dies scheint uns möglich durch eine ständige Erinnerung an diese Forderung durch die genannte Gedenkveranstaltung, aber auch dem menschlichen Naturell entsprechend durch eine jährliche möglichst große Demonstration. Die Idee kam mir in München.

Da findet jeden Februar die sogenannte Siko, die „Sicherheitskonferenz“, ein Treffen der Reichen und Mächtigen statt, an der ich oft teilnehme. Dort findet das Hauptereignis der Friedensbewegung am Freitagabend mit ausgewählten Reden im Altstadtrathaus auf dem Marienplatz und mit einem Grußwort eines Bürgermeisters statt (mit etwa 100-200 Teilnehmern), mit einer Auswertung am Samstagmorgen, nach der Auswertung geht man zu einer Demonstration mit etwa 1000-2000 Personen mit Musik und jeweils Reden zu Beginn und am Ende. (Danach gehen einige, meist auch ich, in den Rathauskeller zum Nachgespräch.)

Daher wollen wir gemäß der zweiten These zuerst und auch in Braunschweig möglichst große Demonstrationen, bei der Slogans gezeigt werden, die jeden angehen: „Es ist absurd, dass für die Rüstung viel mehr ausgegeben wird, als für die soziale Grundversorgung der Menschheit gebraucht wird… und es ist absurd, dass eine Person Milliarden € oder auch Dollar besitzt und andernorts viele Leute verhungern. Wir wollen deutlich mehr Geld von dort nehmen, da wo es ist, vom Militär und den Super-Reichenund dazu, unter diesem Oberthema, die jeweiligen, vielfältigen Interessen der Menschen.

Also noch einmal zusammenfassend:

Am Freitag um den 8.7. die Erinnerung an den Flaggentag und das Manifest mit dem Kernsatz: Nie wieder Krieg! Und eine Demonstration am Samstag in etwa unter dem Motto, „Soziales statt Panzer“ oder „Versorgung statt Untergang“.

Dies ist im Interesse fast aller Menschen, bis auf die verschwindend kleine Menge der weltweiten Milliardäre, die aber gewaltigen Einfluss haben und der Menschheit sehr schaden, wie man z.B. bei Rainer Mausfeld erfahren kann.

Wir, das heißt, bisher eine kleine Kerngruppe aus der IPPNW-Braunschweig (sagen wir „Ärzte für den Frieden“), aus Friedensbündnis und Friedenszentrum haben uns das Obengenannte vorgenommen: Wir hoffen, dass sich dies möglichst in jedes Dorf und jede Stadt dieser Welt ausbreitet. Natürlich nutze ich meine Kontakte insbesondere zur Friedensbewegung auch für diesen Zweck.

„Wir“ (insbesondere ICAN, die IPPNW und viele andere) haben in diesem Sommer erreicht, dass der Nuclear Ban Treaty beschlossen wurde. Damit werden bald nicht nur biologische und chemische Waffen, Landminen und Streubomben völkerrechtlich verboten sein, sondern auch die schrecklichste Massenvernichtungswaffe, die Atombomben. Viele Angriffswaffengattungen müssen folgen: Die Bombenflugzeuge, die Panzer, die Marschflugkörper und Raketen und bewaffnete Drohnen und viele mehr. Erlaubt bleiben dürfen nach unserer Auffassung nur Waffen, die überwiegend zur Verteidigung gedacht sind wie Panzerfäuste und Flak. Dann sind Angriffe kaum noch möglich. Wir müssen erreichen, dass das Völkerrecht, das ja Teil des Grundgesetzes ist, wieder von Deutschland voll respektiert wird. Wieso nimmt denn Deutschland an dem völkerrechtswidrigen Krieg in Syrien teil? Wieso duldet es den Drohnenkrieg von Ramstein von deutschem Boden aus?

Dies sind unsere Pläne und wir brauchen jede mögliche Unterstützung!

Helmut  Käss

Das Ganze kürzer: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4609

 

 

Oder  etwas ironisch, von Fritz Walz:
„Ein Humanist zeigt Wege zum ewigen Frieden auf Erden.“ 

http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4237

Die Weltlage ist bescheiden. Wir leben unter dem Damoklesschwert eines drohenden Atomkrieges. In einer Welt, in der die Reichen immer reicher werden, die Ärmeren aber nicht angemessen profitieren. In der ein dramatisches Artensterben passiert und wir eine schlimme Klimaerwärmung spüren und die Meere versauern und vermüllen. Kriege zur Erhaltung der Dominanz der USA und des Westens werden zunehmend geführt, obwohl sie völkerrechtlich verboten sind.

Laut Rainer Mausfeld, dem Professor in Kiel, haben die Reichen schon seit über 2000 Jahren versucht, die Mehrheit zu lenken, um ihren Reichtum zu schützen und noch reicher zu werden. Durch die psychologischen Wissenschaften wissen ihre Institute inzwischen sehr viel über uns und nutzen es zum Beispiel über die Medien der Reichen und durch das System ihres us-amerikanischen Planungssystems, des Councils for Foreign Relations https://swprs.org/die-propaganda-matrix/ , um uns besser und besser zu steuern, ohne dass die Mehrheit es merkt. Ihr könnte es z.B. unter Rainer Mausfeld bei Youtube nachsehen.

Nach unserer Meinung, die einer Kleingruppe aus der Friedensbewegung in Braunschweig, ist das alles nicht sinnvoll. Die Menschheit ist so erfindungsreich, dass alle Probleme im Geiste der Zusammenarbeit gelöst werden können.

Wie kommen wir zu dieser Zusammenarbeit? Hilfreich ist nach unserer Meinung ein jährliches weltweites Gedenken, in allen Ländern, verbunden mit einer Demonstration.

Zu Beginn meiner Rede folgende Thesen: 

  1. Es dürfen keine Kriege mehr geführt werden, da jeder Krieg zur Vernichtung der Menschheit führen kann!

Die weltweite Rüstung (zur Zeit etwa 1800 Mrd Dollar pro Jahr, überwiegend des „Westens) soll auf eine reine Verteidigungsfähigkeit reduziert und das gewonnene Geld zur Sanierung der Welt genutzt werden! (Ernährung und Schulbildung für alle als Voraussetzung für ein bewusstes Leben) Laut Internet ganz grob etwa 23 Mrd Dollar pro Jahr: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/762435/7-Milliarden-Dollar-noetig-um-Hungerproblem-zu-loesen  und www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/unesco-bericht-weltweit-72-millionen-kinder-ohne-chance-auf-bildung-a-672821.html  (…Doch selbst dann bleibe eine Finanzierungslücke von 16 Milliarden Dollar jährlich für 46 arme Länder…)

  1. Lass es mehr sein, auch 500 Mrd Dollar sind möglich, die genannten Zahlen schreien zum Himmel. das Völkerrecht verbietet Kriege, außer der Sicherheitsrat stimmt dazu.

Jetzt Näheres zu diesen Thesen:

Zur Ersten These: Wir sagen im Gedenken an das Manifest von Russell und Einstein:  „Nie wieder Krieg“.

Im Manifest wird dies gesagt, da jeder Krieg sich zu einem Atomkrieg ausweiten kann, der zum Untergang der Menschheit führen könnte. Das ist ein Satz, den fast jeder versteht und er ist mit dem Namen Einstein verbunden, den fast jeder kennt.

Dieser Gedenktag ist in Braunschweig schon angelaufen. Er fällt weitgehend mit dem sogenannten Flaggentag der Mayors for Peace zusammen, weshalb wir diesen Tag wählten, weil auch unser Bürgermeister ein Bürgermeister für den Frieden ist. Über 7000 Städte in der Welt, davon 500 in Deutschland, haben schon einen solchen Bürgermeister und jedes Dorf, jede Stadt sollte einen solchen haben und teilnehmen, da niemand von Atomwaffen vernichtet werden will.

Dagegen wird oft gesagt, Kriege gab es schon immer und es wird sie immer geben. Aber das bedeutet bei der heutigen Waffentechnik, dass die Menschheit sich selbst vernichten wird. Aber auch die Sklaverei gab es schon immer und kein Wahlrecht für die Frau, aber diese Dinge sind bei uns verschwunden. Es muss nichts so bleiben, wie es war.

Wir müssen unseren Verstand nutzen, um einen großen Entwicklungsschritt zu gehen, wir müssen das mögliche menschliche Glück anstreben statt durch Kleingruppendenken den Untergang zu wählen. Willy Brandt und Egon Bahr haben zu einer Zeit, als die Sozialdemokraten noch eine Partei des einfachen Mannes war, uns den Weg gewiesen. Gemeinsame Sicherheit, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa waren hoffnungsvolle und starke Schritte in der richtigen Richtung.

Um dieses zu erreichen, müssen wir mehr politische Wirkung erlangen. Dies scheint uns möglich durch eine ständige Erinnerung an die Forderung „Nie wieder Krieg“.

Daher wollen wir insbesondere zur zweiten These möglichst große Demonstrationen auch in Braunschweig zum Protest gegen die ungeheuren parasitären weltweiten Rüstungsausgaben(Es wird oft von dem wirtschaftlichen Nutzen der Militärausgaben gesprochen. Das stimmt nicht, es sind grob schädliche, der übrigen Wirtschaft das Geld absaugende Ausgaben)

Die Idee zur Gestaltung kam mir in München.

Da findet in jedem Februar die „Sicherheitskonferenz“, ein Treffen der Reichen und Mächtigen statt. Dort findet das Hauptereignis der dagegen protestierenden Friedensbewegung am Freitagabend mit ausgewählten Reden im Altstadtrathaus auf dem Marienplatz mit Grußwort eines Bürgermeisters statt (mit etwa 100-200 Teilnehmern), mit einer Auswertung am Samstagmorgen, nach der Auswertung geht man zu einer ausführlichen, bunten Demonstration mit etwa 1000-2000 Personen mit Musik und jeweils Reden zu Beginn und am Ende. (Danach gehen einige, meist auch ich, in den Rathauskeller zum Nachgespräch.)

So etwa stellen wir uns nächstes Jahr vor: Am Freitag, den 6.Juli der Flaggentag mit dem Kernsatz: Nie wieder Krieg!

Und am Samstag eine Demonstration in etwa unter unter dem Motto, „Soziales statt Panzer“ oder „Versorgung statt Untergang“.

Es könnten als Hauptplakate die Slogans gezeigt werden, die jeden etwas angehen: „Es ist absurd, dass für die Rüstung viel mehr Geld ausgegeben wird, als für die soziale Grundversorgung der Menschheit gebraucht wird… und es ist absurd, dass eine Person Milliarden € oder auch Dollar besitzt und andernorts viele Leute verhungern. Wir wollen deutlich mehr Geld von dort nehmen, da wo es ist, vom Militär und den Super-Reichen„.

Und dazu, unter diesem Oberthema die jeweiligen, vielfältigen Interessen der Menschen, z.B. Friedensgruppen, Umweltgruppen, Parteien, die Giordano Bruno Stiftung, die Tierschutzpartei und viele Andere.

Dies ist im Interesse fast aller Menschen, bis auf die verschwindend kleine Menge der weltweiten Milliardäre, die aber gewaltigen Einfluss haben und der Menschheit sehr schaden, wie man z.B. bei Rainer Mausfeld erfahren kann. Sie haben offensichtlich zum großen Teil einen durchaus krankhaften Macht- und Erwerbstrieb.

Wir, das heißt, bisher eine kleine Kerngruppe aus der IPPNW-Braunschweig, sagen wir „Ärzte für den Frieden“, aus dem Friedensbündnis und dem Friedenszentrum hoffen, dass sich dies möglichst in jedes Dorf und jede Stadt dieser Welt ausbreitet. Natürlich nutze ich meine Kontakte insbesondere zur Friedensbewegung auch für diesen Zweck.

Wir als Friedensbewegung haben gemeinsam mit  vielen anderen in diesem Sommer erreicht, dass der Nuclear Ban Treaty beschlossen wurde. Damit werden bald nicht nur biologische und chemische Waffen, Landminen und Streubomben völkerrechtlich verboten sein, sondern auch die schrecklichsten Massenvernichtungswaffen, die Atombomben.

Viele Angriffswaffengattungen müssen folgen: Die Bombenflugzeuge, die Panzer, die Marschflugkörper und Raketen und bewaffnete Drohnen und viele mehr. Erlaubt bleiben dürfen nach unserer Auffassung nur Waffen, die überwiegend zur Verteidigung geeignet sind wie Panzerfäuste und Flak. Dann sind Angriffe kaum noch möglich. Wir müssen erreichen, dass das Völkerrecht, das ja Teil des Grundgesetzes ist, wieder von Deutschland voll respektiert wird. (Es wird durch

Wieso nimmt denn Deutschland an dem völkerrechtswidrigen Krieg in Syrien teil? Wieso duldet es den Drohnenkrieg von Ramstein von deutschem Boden aus?

Dies sind unsere Pläne und wir brauchen jede mögliche Unterstützung für die Planung und Organisation!

Helmut  Käss

Weitere Argumente: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4609

 

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zwei zentrale Themen der Menschheit

This in English

Liebe Mitmenschen

Nach dem wunderbaren Erfolg der Kampagne zum Verbot von Atomwaffen und dem Friedennobelpreis dafür für ICAN und der äußerst peinlichen Nicht-Teilnahme Deutschlands hoffe ich auf weitere große Schritte der Friedenbewegung. Einer der Gründe dafür, dass meine Freunde und ich an Aktionen gegen die schreckliche militärische Entwicklung unserer Zeit mitmachen, ist das Russell-Einsteinmanifest, das ein Ende aller Kriege verlangt.

Wir begehen seit 2015, seit der Sechzigjahrfeier, die jährliche Erinnerung an das Manifest. Die Erinnerung an das Manifest findet einen Tag nach dem Flaggentag der Bürgermeister für den Frieden statt (der an die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes zur Illegalität der Atomwaffen erinnert) Daher feiern wir diese Tage gemeinsam, auch weil wir in Braunschweig einen Ober-Bürgermeister für den Frieden haben. (Daher bekommen wir einen repräsentativen Raum und eine Begrüßung durch einen Bürgermeister)

Jede Stadt und jedes Dorf dieser Welt sollte zumindest einen Tag für diesen Anlass wählen. Dadurch hoffen wir, dass sich diese Erinnerungsveranstaltung über die Welt ausbreitet.

Wir haben noch eine zweite Idee, um diese Veranstaltung noch effektiver zu machen. Der militärisch-industrielle Komplex ist ein furchtbarer Blutegel, der das Blut aus der Menschheit saugt. Er frisst viel mehr Geld als wir brauchen würden, um alle Hungernden zu sättigen und jedem eine gute Bildung zu geben. (Etwa 1800 Milliarden Dollar gegenüber 23 Milliarden) Deshalb planen wir eine große Aktion, um auf dies hinzuweisen und wir möchten dies am Tag nach der Erinnerung an das Manifest tun. Wir nehmen die „Münchner Sicherheitskonferenz“ als Modell: In jedem Februar treffen sich einflussreiche Leute aus Politik und Militärindustrie, während die Friedensbewegung eine parallele Friedenskonferenz mit weit über 100 Teilnehmern an einem Freitagabend macht, mit einigen Begleitveranstaltungen auch am Samstagmorgen und – abend und einer Demonstration am Samstagmittag, an der weit über 1000 Personen teilnehmen.

Um auf diese schreckliche Verschwendung an den Militärisch-Industriellen Komplex hinzuweisen, möchten wir auch in Braunschweig eine große Demonstration am Tag nach der Erinnerung an das Manifest und den Flaggentag veranstalten. Wir möchten dies jährlich tun und die Idee weltweit verbreiten. Denn die Menschheit vergisst schnell und muss jährlich erinnert werden, denn sonst kann sie sich selbst vernichten, was wir schon seit dem Manifest befürchten.

Was halten Sie von dieser Idee aus Braunschweig? Können Sie sich vorstellen, eine jährliche Erinnerung an das Manifest (oder sogar eine solches Wochenende) in Ihrer Stadt in jedem Juli festlich zu begehen?

Kontakt: Dr. med. Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513, helmut_kaess@web.de,  http://www.helmutkaess.de/Wordpress/
Dazu ein Überblick: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4886

 

Ältere Version, welche scheint Euch besser? : 

Zur Befriedung der internationalen Beziehungen und zur Rückgewinnung der Initiative der Mehrheit der Bevölkerung auf unsere Regierungen gibt es in Braunschweig in der Friedensbewegung diese Initiative

Erstens: Ein Gedenktag mit der Forderung des Manifests von Russell und Einstein: „Nie wieder Krieg“: Im Manifest (Veröffentlichung 9.7.55) wird gesagt, die Menschheit dürfe keine Kriege mehr führen, da jeder Krieg zu einem Atomkrieg eskalieren könne mit der Gefahr der Vernichtung der Menschheit.

Der jährliche Gedenktag hierfür ist in Braunschweig schon angelaufen. Er findet Anfang Juli am frühen Abend in der Dornse, Altstadtrathaus, Altstadtmarkt statt. Also wieder im nächsten Juli.

Und eine jährliche Protestkundgebung:

Hierfür drei Hauptthemen:

1. der obengenannte Satz: „Nie wieder Krieg“

2. Wir wollen ein gutes Leben (z.B. saubere Umwelt, kostenfreie und gute Bildung, ein ordentlich finanziertes Gesundheitssystem, eine auskömmliche Rente und bezahlbaren Wohnraum…)

3. Dafür braucht es Geld! Das muss bei den Rüstungsausgaben und bei den Reichen geholt werden. Es ist schlimm, dass für die Rüstung weltweit ein Vielfaches an Geld (etwa 1800 Mrd. Dollar) ausgegeben wird, als für die soziale Grundversorgung der Menschheit und eine gute Schulbildung für alle als Voraussetzung für ein gutes Leben gebraucht wird. Alle, die mehr Geld für gute Zwecke wollen, sollten teilnehmen.

Wir sollten versuchen, in Braunschweig dafür am Tag nach dem Gedenktag eine solche Großkundgebung ebenfalls einmal pro Jahr zu schaffen und dieses Konzept in der Welt zu verbreiten.

Dazu ein Überblick und

eine zusammenfassende Rede

und ein Textvorschlag für ein zentrales Poster

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Beeinflussung der Politik

Hinweis: Ausschüsse des Parlaments

Mit Betonungen auch des Textes für eine buntere Darstellung

„Keine Kriege mehr“ und die Beeinflussung der Politik

Text  Mit Power-Point Folien

Oder  etwas ironisch, von Fritz Walz:
„Ein Humanist zeigt Wege zum ewigen Frieden auf Erden.“ 

http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4237

 Die Weltlage ist bescheiden. Wir leben unter dem Damoklesschwert eines drohenden Atomkrieges. In einer Welt, in der die Reichen immer reicher werden, die Ärmeren aber nicht angemessen profitieren. In der ein dramatisches Artensterben passiert und wir eine schlimme Klimaerwärmung spüren und die Meere versauern und vermüllen. Kriege zur Erhaltung der Dominanz der USA und des Westens werden zunehmend geführt, obwohl sie völkerrechtlich verboten sind. 

Laut Rainer Mausfeld, dem Professor in Kiel, haben die Reichen schon seit über 2000 Jahren versucht, die Mehrheit zu lenken, um ihren Reichtum zu schützen und noch reicher zu werden. Durch die psychologischen Wissenschaften wissen ihre Institute inzwischen sehr viel über uns und nutzen es zum Beispiel über die Medien der Reichen und durch das System ihres us-amerikanischen Planungssystems, des Councils for Foreign Relations https://swprs.org/die-propaganda-matrix/ , um uns besser und besser zu steuern, ohne dass die Mehrheit es merkt. Ihr könnte es z.B. bei Youtube nachsehen. 

 Nach unserer Meinung, die einer Kleingruppe aus der Friedensbewegung in Braunschweig, ist das alles nicht sinnvoll. Die Menschheit ist so erfindungsreich, dass alle Probleme im Geiste der Zusammenarbeit gelöst werden können. Wie kommen wir zu dieser Zusammenarbeit? Hilfreich ist nach unserer Meinung ein jährliches weltweites Gedenken, in allen Ländern als Menschheit, verbunden mit einer Demonstration. 

Zu Beginn meiner Rede folgende Thesen: 

  1. Es dürfen keine Kriege mehr geführt werden, da jeder Krieg zur Vernichtung der Menschheit führen kann!
  2. Die weltweite Rüstung (zur Zeit etwa 1800 Mrd Dollar, überwiegend des „Westens)soll auf eine reine Verteidigungsfähigkeit reduziert werden und das gewonnene Geld zur Sanierung der Welt genutzt werden! (Ernährung und Schulbildung für alle als Voraussetzung für ein bewusstes Leben) Kofi Annan sagte, 20 Mrd Dollar seien ausreichend für das Nötigste… – Lass es mehr sein, auch 500 Mrd Dollar sind möglich, die genannten Zahlen schreien zum Himmel. das Völkerrecht verbietet Kriege, außer der Sicherheitsrat stimmt dazu.

Jetzt Näheres zu diesen Thesen:

Zur Ersten These: Wir sagen im Gedenken an das Manifest von Russell und Einstein:

„Nie wieder Krieg“.

Im Manifest wird dies gesagt, da jeder Krieg sich zu einem Atomkrieg ausweiten kann, der zum Untergang der Menschheit führen könnte. Das ist ein Satz, den fast jeder versteht und er ist mit dem Namen Einstein verbunden, den fast jeder kennt.

Dieser Gedenktag ist in Braunschweig schon angelaufen. Er fällt weitgehend mit dem sogenannten Flaggentag der Mayors for Peace zusammen, weshalb wir diesen Tag wählten, weil auch unser Bürgermeister ein Bürgermeister für den Frieden ist. Über 7000 Städte in der Welt, davon 500 in Deutschland, haben schon einen solchen Bürgermeister und jedes Dorf, jede Stadt sollte einen solchen haben und teilnehmen, da niemand von Atomwaffen vernichtet werden will.

Dagegen wird oft gesagt, Kriege gab es schon immer und es wird sie immer geben. Aber das bedeutet bei der heutigen Waffentechnik, dass die Menschheit sich selbst vernichten wird. Aber auch die Sklaverei gab es schon immer und kein Wahlrecht für die Frau, aber diese Dinge sind bei uns verschwunden. Es muss nichts so bleiben, wie es war.

Wir müssen unseren Verstand nutzen, um einen großen Entwicklungsschritt zu gehen, wir müssen das mögliche menschliche Glück anstreben statt durch Kleingruppendenken den Untergang zu wählen. Willy Brandt und Egon Bahr haben zu einer Zeit, als die Sozialdemokraten noch eine Partei des einfachen Mannes war, uns den Weg gewiesen. Gemeinsame Sicherheit, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa waren hoffnungsvolle und starke Schritte in der richtigen Richtung.

Um dieses zu erreichen, müssen wir mehr politische Wirkung erlangen. Dies scheint uns möglich durch eine ständige Erinnerung an die Forderung „Nie wieder Krieg“.

Daher wollen wir insbesondere zur zweiten These möglichst große Demonstrationen auch in Braunschweig zum Protest gegen die ungeheuren parasitären weltweiten Rüstungsausgaben.

Die Idee zur Gestaltung kam mir in München.

Da findet in jedem Februar die „Sicherheitskonferenz“, ein Treffen der Reichen und Mächtigen statt. Dort findet als Hauptereignis der dagegen protestierenden Friedensbewegung am Freitagabend mit ausgewählten Reden im Altstadtrathaus auf dem Marienplatz mit Grußwort eines Bürgermeisters statt (mit etwa 100-200 Teilnehmern), mit einer Auswertung am Samstagmorgen, nach der Auswertung geht man zu einer ausführlichen, bunten Demonstration mit etwa 1000-2000 Personen mit Musik und jeweils Reden zu Beginn und am Ende. (Danach gehen einige, meist auch ich, in den Rathauskeller zum Nachgespräch.)

So etwa stellen wir uns nächstes Jahr vor: Am Freitag, den 6.Juli der Flaggentag mit dem Kernsatz: Nie wieder Krieg!

Und am Samstag eine Demonstration in etwa unter unter dem Motto, „Soziales statt Panzer“ oder „Versorgung statt Untergang“.

Es könnten als Hauptplakate die Slogans gezeigt werden, die jeden etwas angehen: „Es ist absurd, dass für die Rüstung viel mehr Geld ausgegeben wird, als für die soziale Grundversorgung der Menschheit gebraucht wird… und es ist absurd, dass eine Person Milliarden € oder auch Dollar besitzt und andernorts viele Leute verhungern. Wir wollen deutlich mehr Geld von dort nehmen, da wo es ist, vom Militär und den Super-Reichen„.

Und dazu, unter diesem Oberthema die jeweiligen, vielfältigen Interessen der Menschen, z.B. die GBS, die Tierschutzpartei und viele Andere.

Dies ist im Interesse fast aller Menschen, bis auf die verschwindend kleine Menge der weltweiten Milliardäre, die aber gewaltigen Einfluss haben und der Menschheit sehr schaden, wie man z.B. bei Rainer Mausfeld erfahren kann. Sie haben offensichtlich einen krankhaften Macht- und Erwerbstrieb.

Wir, das heißt, bisher eine kleine Kerngruppe aus der IPPNW-Braunschweig, sagen wir „Ärzte für den Frieden“, aus dem Friedensbündnis und dem Friedenszentrum hoffen, dass sich dies möglichst in jedes Dorf und jede Stadt dieser Welt ausbreitet. Natürlich nutze ich meine Kontakte insbesondere zur Friedensbewegung auch für diesen Zweck.

Wir als Friedensbewegung haben gemeinsam mit  vielen anderen in diesem Sommer erreicht, dass der Nuclear Ban Treaty beschlossen wurde. Damit werden bald nicht nur biologische und chemische Waffen, Landminen und Streubomben völkerrechtlich verboten sein, sondern auch die schrecklichste Massenvernichtungswaffe, die Atombomben.

Viele Angriffswaffengattungen müssen folgen: Die Bombenflugzeuge, die Panzer, die Marschflugkörper und Raketen und bewaffnete Drohnen und viele mehr. Erlaubt bleiben dürfen nach unserer Auffassung nur Waffen, die überwiegend zur Verteidigung geeignet sind wie Panzerfäuste und Flak. Dann sind Angriffe kaum noch möglich. Wir müssen erreichen, dass das Völkerrecht, das ja Teil des Grundgesetzes ist, wieder von Deutschland voll respektiert wird.

Wieso nimmt denn Deutschland an dem völkerrechtswidrigen Krieg in Syrien teil? Wieso duldet es den Drohnenkrieg von Ramstein von deutschem Boden aus?

Dies sind unsere Pläne und wir brauchen jede mögliche Unterstützung!

Helmut  Käss

Weitere Argumente: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4609

 

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Eine Anmerkung von Christoph

Eine Anmerkung von Christoph:

Die Wahlprüfsteine des AK „Süd-Nord“ dienen der Information. Sie sind kein Aufruf, den (Fassaden-)Parlamentarismus zu fördern
(ein häufiges Mißverständnis, dessentwegen ich inzw. wiederholt angepault wurde).
Aus meiner Sicht geht das Problem tiefer, liegt in den Grundfesten unseres Gesellschaftsmodells und seines Privatisierungswahns:
Von der Krankenhausversorgung bis zur Bildung und öffentlichen Meinungsbildung.
Von den Gegnern unserer Initiative wüßte ich gerne, ob und ggf. wie sie es ändern wollen –
unter Vermeidung von Parteienwesen und Verfassungsschutz…
Appell:           Laßt uns zusammenwirken, wo es möglich ist, und auf Gezanke verzichten, wo es vertretbar ist!
Für Denuklearisierung, Frieden und ärztliches Gewissen!

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Wahlprüfsteine

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

wir haben eine Grafik zur Antwort der Parteien auf die Wahlprüfsteine des IPPNW-Arbeitskreises Süd-Nord erstellt, die Sie gerne noch an ihre Bekannten und Freunde weiterleiten können.

Antworten
      IPPNW-Wahlprüfsteine

Die vollständigen Antworten mit Kommentierungen – auch der kleineren Parteien – finden Sie unter https://www.ippnw.de/aktiv-werden/kampagnen/artikel/de/wahlpruefsteine-des-arbeitskreises-s.html

Stellungnahmen von KandidatInnen und Parteien zu den Wahlprüfsteinen Rüstungsexport der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel“ finden Sie unter http://www.aufschrei-waffenhandel.de/24-09-17-Bundestagswahl-2017.881.0.html

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Wilmen


**********************
Angelika Wilmen
Pressesprecherin
Koordinatorin der Öffentlichkeitsarbeit
IPPNW – Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/
Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.
Körtestr. 10
10967 Berlin
Tel. 030 / 69 80 74 15
Fax 030/ 6938166
Email: wilmen@ippnw.de
Web: www.ippnw.de
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Which principle, which solution?

On which principles can we rely to find a solution for the very risky situation of mankind?

The situation is very serious, as many people are dying of hunger and all are in the danger of death by the use of atomic weapons. We are at risk of being polluted and also because of the dangers of climate change (rising sea levels, acification of  the oceans, hurricans exploding…)

On the other hand,  the problem oft the economic future of mankind is somehow ridiculous, because human capacities have enlarged so strongly that many solutions are possible. One big problem is the gross disparity between rich and poor, which ist unhealthy (see for instance Ted.com with Richard Wilkinson). Another is competition, which is exaggerated. It should be done in a more sportif manner by taking care of the people, who are not capable of caring for themselves, on a lower but sufficient level. On the whole, there should be a lot of cooperation. Some competition is good, but too much of it is dangerous and spoils the brains.

The situation

Human productivity was rising immensely and keeps rising, for instance by automatisation. Raw materials can be recycled and often be replaced by more common substances by human ingenuity .

We need governments of states who care for  the majority of people and not for the super-rich and who, in friendly competition, look for the best solutions.We need strong United Nations, which would care for the needs of the very poor, for instance by prohibiting nuclear weapons, as it is finally happening now. There should be an opportunity for any child to get a good education, if neccessary by aid from the richer states.

Dr. med. Helmut Käss

 

four central sentences for the policy of humanity:

  • Humanity is not allowed in the atomic age to lead any more wars (Einstein), we have to go back to international law.

  • Humanity becomes more and more powerful, what it should use for the wellbeing of the people.

  • It is absurd, that for the military is spent much more, as would be needed to feed the hungry and to give free education for each child, as this is  the key to solutions.

  • And is is absurd, that people own billions of Dollar or Euro and on other places many people dy by hunger.

And now this proposition for a central poster,

The world is in disorder

It is organized badly

It is absurd, that for for the military is spent much more than would be needed for getting free education for any child and the feeding of the hungry and it is absurd, that a person owns more than a billion € or $, while other people dy by hunger. It should be easy to do, as productivity has risen enormously.

We want Peace and

a good Administration

We want more money for all, from, where it is (partly misused)

The Military

And the Super-Rich

 

 

 

 

 

 

 

German Version:  Streit und welche Lösung?

Publiziert am 11. Juli 2017 von admin

Streit: welche Lösung

um der Zukunft willen?

Einerseits ist die Sicherung der Zukunft bitterernst, weil viele Menschen verhungern und alle in ihrer Existenz zum Beispiel durch einen alles vernichtenden Krieg (Atomwaffen!!) oder durch Umweltverschmutzung oder durch den Klimawandel gefährdet sind.

Andererseits ist die Sicherung der Zukunft lächerlich einfach, da die menschlichen Fähigkeiten schon so sehr gewachsen sind, dass alle komfortabel leben könnten. Es müsste nur mehr Absprachen geben und nicht so viel verbissene Konkurrenz. Etwas Konkurrenz ist ja gut. Aber zu viel Druck schadet und schaltet die Vernunft aus.

Zur Lage: Die menschliche Produktivität, das heißt, das, was ein Arbeiter in einer Stunde produzieren kann, ist immens gewachsen und wächst z.B. durch Automatisierung immer weiter. Die Rohstoffe können recycelt werden und sind durch Erfindungen oft durch andere, häufigere Stoffe ersetzbar.

Wir brauchen Regierungen der Staaten, die die Interessen der Mehrheit und nicht die der Super-Reichen vertreten und im friedlichen Wettstreit nach den besten Lösungen suchen. Daneben brauchen wir eine starke UNO, durch die die Ärmsten gestützt werden können. Dafür sollte es ein Recht auf Arbeit zu einem ausreichenden Mindestlohn geben und die Pflicht, ihre Kinder gut ausbilden zu lassen. Wir schlagen das vor, was wir noch einmal weiter vereinfacht in folgenden vier Thesen und dann etwas hübscher in folgendem Plakat ausdrücken können:

Dr. med. Helmut Käss,

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31, http://www.helmutkaess.de/Wordpress/,

.

vier zentrale Sätze für die Politik der Menschheit :

Die Menschheit darf im Atomzeitalter keine Kriege mehr führen,wir müssen zurück zum Völkerrecht.

 Die Menschheit wird immer reicher, da die Produktivität enorm angestiegen ist und sie immer weiter ansteigt. (Daher sind alle materiellen Probleme lösbar. Es ist die Konzentration auf die Organisation und faire Verteilung von Arbeit und Ressourcen, was nottut.)

Es ist absurd, dass für die Rüstung viel mehr ausgegeben wird, als für die soziale Grundversorgung der Menschheit und die Schulbildung für alle gebraucht wird

Und es ist absurd, dass  Personen Milliarden Euro oder auch Dollar besitzen und andernorts auch deshalb viele Leute verhungern

.

und nun das Ganze vielleicht etwas demonstrationsgeeigneter als zentrales Plakat:

.

Die Welt ist in Unordnung

Sie ist schlecht verwaltet

.

Es ist absurd, dass eine Person viele Milliarden € oder auch Dollar besitzt und andernorts viele Leute verhungern und es ist absurd, dass für die Rüstung viel mehr ausgegeben wird, als für die kostenlose Erziehung aller Kinder und für die soziale Grundversorgung der Menschheit gebraucht wird, wobei die Menschheit immer reicher wird, da die Produktivität enorm angestiegen ist

.

wir wollen Frieden,

eine gute Verwaltung

.

Wir wollen

deutlich mehr Geld für Leben und Glück für alle,

von dort, wo es ist,

.

vom Militär

und den Super-Reichen

.

Dr. med. Helmut Käss,

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31, http://www.helmutkaess.de/Wordpress/,

 

Über admin

Hausarzt, i.R., seit 1976 im der Umweltorganisation BUND, seit 1983 in der ärztlichen Friedensorganisation IPPNW (www.ippnw.de), seit 1995 im Friedenszentrum, seit 2000 in der Dachorganisation Friedensbündnis Braunschweig

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Vorschlag

Brief an die Welt über den Vorschlag zu einer jährlichen Erinnerung und einer jährlichen Kundgebung

 

An alle Menschen

Nach dem wunderbaren Erfolg der Kampagne zum Verbot von Atomwaffen und dem Friedennobelpreis dafür für ICAN und der äußerst peinlichen Nicht-Teilnahme Deutschlands hoffen wir auf weitere große Schritte der Friedensbewegung. Einer der Gründe dafür, dass meine Freunde und ich an Aktionen gegen die schreckliche militärische Entwicklung unserer Zeit mitmachen, ist das Russell-Einsteinmanifest, das die Abschaffung aller Kriege verlangt.

Wir begehen seit 2015, seit der Sechzigjahrfeier, in Braunschweig die jährliche Erinnerung an das Manifest. Die Erinnerung an das Manifest findet einen Tag nach dem Flaggentag der Bürgermeister für den Frieden statt (der an die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes zur Illegalität der Atomwaffen erinnert) Daher feiern wir diese Tage gemeinsam, auch weil wir in Braunschweig einen Oberbürgermeister für den Frieden haben. (Daher bekommen wir einen repräsentativen Raum und eine Begrüßung durch einen Bürgermeister)

Jede Stadt und jedes Dorf dieser Welt sollte zumindest einen Tag für diesen Anlass wählen. Dadurch hoffen wir, dass sich diese Erinnerungsveranstaltung über die Welt ausbreitet.

Wir haben noch eine zweite Idee, um diese Veranstaltung noch effektiver zu machen. Der militärisch-industrielle Komplex ist ein furchtbarer Blutegel, der das Blut aus der Menschheit saugt. Er frisst viel mehr Geld als wir brauchen würden, um alle Hungernden zu sättigen und jedem eine gute Bildung zu geben. (Etwa tausend achthundert Milliarden Dollar jährlich gegenüber etwa 23 Milliarden) Deshalb planen wir eine große Aktion, um auf dies hinzuweisen und wir möchten dies am Tag nach der Erinnerung an das Manifest tun. Wir nehmen die „Münchner Sicherheitskonferenz“ als Modell: In jedem Februar treffen sich einflussreiche Leute aus Politik und Militärindustrie, während die Friedensbewegung eine parallele Friedenskonferenz mit weit über 100 Teilnehmern an einem Freitagabend macht, mit einigen Begleitveranstaltungen auch am Samstagmorgen und – abend und einer Demonstration am Samstagmittag, an der weit über 1000 Personen teilnehmen.

Um auf diese schreckliche Verschwendung an den Militärisch-Industriellen Komplex hinzuweisen, möchten wir auch in Braunschweig eine große Demonstration am Tag nach der Erinnerung an das Manifest und den Flaggentag veranstalten. Wir möchten dies jährlich tun und die Idee weltweit verbreiten. Denn die Menschheit vergisst schnell und muss jährlich erinnert werden, denn sonst kann sie sich selbst vernichten, was wir schon seit dem Manifest befürchten.

Was halten Sie von dieser Idee aus Braunschweig? Können Sie sich vorstellen, eine jährliche Erinnerung an das Manifest (oder sogar eine solches Wochenende) in Ihrer Stadt in jedem Juli festlich zu begehen?

Kontakt: Dr. med. Helmut Käss

helmut_kaess@web.de
Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513, 0176 57747 881 http://helmutkaess.de/Wordpress/ ,      Näheres dazu

a yearly commemoration and a yearly Manifestation

Dear People

After the agreeable result of the very effective campaign for the banning of nuclear weapons and the shameful non-participation of our Germany I hope you will continue.

One of the reasons that my friends and I participate in actions against the horrible military development oft this time is the Russell-Einstein Manifesto, which calls for an end to all war.

We succeeded in creating a yearly commemoration of the Manifesto here in Braunschweig in 2015. The commemoration of the Manifesto takes place one day after the Flag Day of the Mayors for Peace (which honors the International Court’s decision on the illegality of nuclear weapons), so we celebrate these days together, as we have a Mayor for Peace (so we get a representative room for free and a speech by the mayor of the city each year). We think every town and village in the world should have at least one day of this kind. So we hope that our commemoration spreads all over the world.

Now we have had a second idea to make this a more effective event. The military–industrial complex is such a parasite sucking the very blood of humanity; it gorges on more money than we would need to feed the poor of this world and give everyone a good education. Therefore we want to establish a big event to call attention to this, and we plan to do it the day after the commemoration of the Manifesto. We’re taking the „Munich Security Conference“ as a model – each February influential people and the armaments industry meet, while the peace movement has a parallel peace conference on Friday, usually with over a hundred attendees and some actions on Saturday morning and evening and a demonstration at midday on Saturday with over a thousand people. To bring attention to the terrible waste of the military complex, we also want to have a very big demonstration the day after the Manifesto commoration day in Braunschweig. In the long run, we hope to do this annually and spread the idea world-wide. Humanity forgets quickly and has to be reminded yearly, otherwise it might destroy itself, as we all fear.

What do you think about our idea from Braunschweig?

Could you imagine supporting a yearly commemoration of the manifesto (or even such a weekend) in your city each July?

Dr. med. Helmut Käss
Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513, 0176 57747 881

helmut_kaess@web.de

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a letter to York: a yearly commemoration and a yearly Manifestation

Dear Participants of the IPPNW World Conference in York

After the agreeable result of the very effective campaign for the banning of nuclear weapons and the shameful non-participation of our Germany I hope you will continue.

One of the reasons that my friends and I participate in actions against the horrible military development oft this time is the Russell-Einstein Manifesto, which calls for an end to all war.

We succeeded in creating a yearly commemoration of the Manifesto here in Braunschweig in 2015. The commemoration of the Manifesto takes place one day after the Flag Day of the Mayors for Peace (which honors the International Court’s decision on the illegality of nuclear weapons), so we celebrate these days together, as we have a Mayor for Peace (so we get a representative room for free and a speech by the mayor of the city each year). We think every town and village in the world should have at least one day of this kind. So we hope that our commemoration spreads all over the world.

Now we have had a second idea to make this a more effective event. The military–industrial complex is such a parasite sucking the very blood of humanity; it gorges on more money than we would need to feed the poor of this world and give everyone a good education. Therefore we want to establish a big event to call attention to this, and we plan to do it the day after the commemoration of the Manifesto. We’re taking the „Munich Security Conference“ as a model – each February influential people and the armaments industry meet, while the peace movement has a parallel peace conference on Friday, usually with over a hundred attendees and some actions on Saturday morning and evening and a demonstration at midday on Saturday with over a thousand people. To bring attention to the terrible waste of the military complex, we also want to have a very big demonstration the day after the Manifesto commoration day in Braunschweig. In the long run, we hope to do this annually and spread the idea world-wide. Humanity forgets quickly and has to be reminded yearly, otherwise it might destroy itself, as we all fear.

What do you think about our idea from Braunschweig?

Could you imagine supporting a yearly commemoration of the manifesto (or even such a weekend) in your city each July?

Dr. med. Helmut Käss
Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513, 0176 57747 881

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20. IPPNW Weltkonferenz Hiroshima 2012

Mein Abschlussbericht aus Hiroshima

Ich möchte mich zuerst für meine vielen Zwischenberichte bei den Personen entschuldigen, die sensibel gegen das Zuschicken von redundanter Information sind.

Jetzt der letzte Bericht, den ich einer größeren Gruppe schicke.

Meine Japanreise bestand aus drei Abschnitten: der Zeit vor dem Kongress, bei dem ich Hiroshima ein wenig kennenlernen und Kontakte knüpfen, sowie am Vorprogramm teilnehmen konnte. Dem eigentlichen Kongress, der aus den drei Tagen Freitag bis Sonntag vom 24.-26.8. bestand. Und den fünf Tagen nach dem Kongress, der aus einem Tokyobesuch mit Symposion zu Fukushima und einer Pressekonferenz mit IPPNW-Mitgliedern und Japanern,  sowie einer Besichtigungsfahrt nach Fukushima  bestand.

In den Anlagen und in den Fotolinks könnt Ihr jeweils ausführlichere Informationen erhalten. Sie sind zweimal überarbeitet, aber dennoch sind zweifellos viele Flüchtigkeitsfehler und falsch verstandene Worte enthalten. Aber sie geben einen Eindruck, was mir von den vielen Eindrücken besonders wichtig war.

In der Zeit vor dem Kongress möchte ich folgende Ereignisse erwähnen: das Treffen mit einem japanischen Journalisten; das Treffen mit Steven Leeper, einem Verantwortlichen der Mayors for Peace, das Treffen mit zwei Japanern, die mich zum Essen einluden und von denen ich mit Seishi Hinada zu einer Anti-AKW-Demo fuhr und das Treffen mit Frau Prof. Masae Yuasa, die mit mir am Samstag eine Gruppe besuchte, die sich mit erneuerbarer Energie als Alternative zur Atomenergie beschäftigt.

Ich nahm nach Japan das aktuelle 100% Erneuerbare Energien-Konzept des ZGB aus der Region Braunschweig in der Form eines Links http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=543  mit. Davon hatte ich mir die wichtigsten Teile auf Japanisch und Englisch übersetzen lassen, als Beispiel dafür, was in Deutschland für den Atomausstieg unternommen wird. Und weil ich der Meinung bin, dass ein solches Konzept in Japan, wo einen die Kraft der Sonne niederschlägt, sobald man das klimatisierte Hotel verlassen hat, noch eher möglich sein müsste als hier. Und ein Foto P1150337 beweist: In der Friedenserklärung von Hiroshima 2012 gibt es ein Zitat: „Einige Stimmen bestehen darauf, dass Atomenergie und Menschheit können nicht koexistieren“

Beeindruckt hat mich besonders ein Besuch des Friedensmuseums in Hiroshima und ein Treffen der Organisation ICAN am 22.8.. Und ich freute mich, mit dem Japaner Seishi Hinada an einer Demonstration gegen Atomenergie teilzunehmen und dort die Gelegenheit zu einer kurzen Ansprache zu bekommen.

Bericht vom 20. IPPNW-Welt-Kongress vom 24. Bis 26.8.2012 (Programm www.ippnw2012.org) :

Etwas ausführlichere Berichte finden Sie in den Kongressteilen 1-3 im Anhang.

Zentral war die Besichtigung des Friedensmuseums, das neben dem International Conference-Center steht, mit ausführlichen Berichten über die schrecklichen Folgen der Atombombe.

Aufgrund des Atombombenabwurfs beschloss die Führung der Stadt, den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die Schaffung einer friedlichen Welt zu legen, damit dieses Grauen nie wieder geschehen möge.

Daher begannen die Vorveranstaltungen des Kongresses jeweils mit Hibakusha (Atombombenüberlebende)-Berichten.

Am Freitag  (24.8.,1.Tag) sprachen die ICAN – Vertreter (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons) Tilmann Ruff und Akira Kawasaki darüber, wie ihre Organisation aus der Frustration über die vergeblichen Verhandlungen zum Non Proliferation Treaty geboren wurde.

Ira Halfland von der Organisation „Physicians for Social Responsability“ der USA sprach über die Erfolge und Misserfolge dazu innerhalb der IPPNW. Bei den regionalen Meetings innerhalb des Kongresses wurde bei dem europäischen Meeting besonders auf die Homepage: http://www.ippnw.eu/  hingewiesen.

Am Abend nahmen viele an einer eindrucksvollen Bootsfahrt teil.

Am Samstag (25.8.) wurde darauf hingewiesen, dass es der ganzen Welt zu Gute käme, wenn sie in ihrem Denken von einer Kriegslogik zu einer Friedenslogik übergehen würde, weil man dann den Frieden an die erste und wichtigere Stelle setzt und sich dies positiv auswirken würde. (Kriegslogik ist leider in den Regierungen dieser Welt noch weit verbreitet)

Dann wurden die Strahlungsfolgen erläutert und, da die die letzten Hibakusha in den nächsten Jahren sterben, die Kinder der Hibakusha als 2.Hibakusha-Generation vorgestellt, um das wichtige Erbe des Berichtens zu übernehmen. Dann kam die Studentenfraktion der IPPNW zu Wort, die schon an den zwei Tagen vor dem Hauptkongress ihren eigenen Kongress abgehalten hatten.

Abgeschlossen wurde der Tag mit unterschiedlichen Berichten dazu, was eine atomwaffenfreie Welt bedeuten würde und wie sich unsere psychische Einstellung ändern muss, um dorthin zu gelangen.

Am Abend wurden wir von dem Bürgermeister von Hiroshima zum Essen und zu einer Drachentheateraufführung eingeladen.

Am Sonntag (26.8., letzter Tag) sprachen Lars Pohlmeier und Andy Nidecker über die „schrecklichen Zwillinge“ Atomwaffen und Atomenergie.

Lars Pohlmeier,
1. if Japan is not able to handle nuclear energy, no one can. (By the way: Russian reactors are as highly developed as German ones)
2. nuclear weapons and nuclear energy, too many aspects are interchangeable, including the option for weapons
3. it is access to the bomb, as in Pakistan and India, Pakistan has the fastest growing stockpile. Iran has the right to build nuclear power plants, but you see the danger…
4. the distinction between nuclear energy and weapons is a trap The NPT is therefore a tragic treaty, nuclear energy (and weapons) are going worldwide, Japan can easily develop them. For the extensive smokers (the nuclear weapon states) it is pointless to stop a little …
5. The threat of nuclear weapons exceeds all other reasons for doom…, but accidents are also a big risk, with radioactivity, with immorality….
6. the terrible twins must go, IPPNW must be at the forefront of the struggle, or we will have a world without morals, … the terrible twins must go…

Translated with www.DeepL.com/Translator (free version)

Danach wurde unter der Moderation auch von Frau Katsuko Kataoka auf den Atomunfall in Fukushima eingegangen. Ich  hatte den Eindruck, dass die Bedeutung des Unfalls heruntergespielt wurde. Frau Kataoka ließ keine Zeit zur Diskussion und musste dieser erst zustimmen, nachdem das Publikum laut protestierte.

Die Nachmittagssession verpassten einige Teilnehmer einschließlich mir,  da wir zu weiteren Veranstaltungen nach Tokyo und Fukushima aufbrechen mussten.

Nach dem Kongress gab es ein Symposion über Fukushima und „the nuclear chain“ in Tokyo und nach dem Besuch der verstrahlten Zone in der Nähe der Reaktoren fand eine Pressekonferenz der IPPNW statt, die ausgezeichnet war. Zwei Erklärungen dazu in den Anlagen.

Herzliche Grüße

Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel. 0531 35 05 13, Mobile: 0176 3813 7631
http://www.helmutkaess.de/Wordpress/,

Meine Fotos, zeitlich geordnet:

Wenn Ihr meine Links öffnet, seht Ihr die Bilder möglicherweise nicht auf Picasa, sondern auf Google Plus. Dann seht Ihr eine Menge Bilder ohne Beschriftung. Ihr seht nach dem ersten Öffnen oben einen schmalen schwarzen Streifen. In diesem seht Ihr auf Blass/Gelb eine Schrift: Hier gelangen Sie zurück zu Picasa-Webalben”.  Ihr müsst auf das “Hier” klicken. Dann bekommt Ihr die Bilder in Picasa mit Unterschriften. Dann könnt Ihr entweder auf die Bilder klicken und sie dadurch vergrößern oder auf Diashow…

2012-08-16 Bilder von der Hiroshimareise zwischen dem 14.-16.8:

Bitte die Links jeweils in die Befehlszeile des Browsers kopieren und „Enter“ drücken…

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20120816BilderVonDerHiroshimareiseZwischenDem14168?authkey=Gv1sRgCMPbq_OsrNXFUA 

Bilder bis 2012-08-18 Fotos aus Japan/Hiroshima

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20120818FotosAusJapanHiroshima?authkey=Gv1sRgCKSE1e2ju5LolQE

Bilder bis 2012-08-19:

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20120819?authkey=Gv1sRgCL-T4MjqqfHGJw

Bilder bis 2012-08-22:

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20120822?authkey=Gv1sRgCLHHoLOFoquXXg

Bilder vom 23.-26.8./   012-08-24:

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/2012082402?authkey=Gv1sRgCNX36pP_j-SYNg

Bil2012-08-30 Termine in Tokyo und Fukushima nach dem Kongress:

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20120830TermineInTokyoUndFukushimaNachDemKongress?authkey=Gv1sRgCJ-G4eKaztK8uwE

Karten von Hiroshima und Umgebung:

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20120928KartenVonHiroshimaUndUmgebung?authkey=Gv1sRgCOqAo8KXterhCg

 

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IPPNW 21st World Congress,  Astana, 25-30 August 2014

IPPNW 21st World Congress,  Astana, the Republic of Kazakhstan,  25-30 August 2014,    International Physicians for the Prevention of Nuclear War  (Nobel Peace Prize, 1985)

From a Nuclear Test Ban to a Nuclear Weapon Free World:

Disarmament, Peace and Global Health in the 21st Century 

Meine Fotos, einige ausgewählte: Wenige Fotos von mir: https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/PresseAstana?authkey=Gv1sRgCJv3ztXrytmmPQ

und für an Fotos Interessierte die Links zu meinen Bilder der verschiedenen Tage:… Bitte die Links jeweils in die Befehlszeile des Browsers kopieren und Enter drücken…

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20140829FreitagAstanaEndeDerKonferenz?authkey=Gv1sRgCJu_2OSV6_SSmgE

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20140828DonnerstagAstana?authkey=Gv1sRgCPyo5P6js4CS1wE

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20140825AstanaMontag?authkey=Gv1sRgCJ7R78K7usugzQE

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20140826DienstagAstana?authkey=Gv1sRgCK_K6Jmtn7CxWw

https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/20140827AstanaMittwoch?authkey=Gv1sRgCOKAw7Pj-NCidw 

Jetzt gerade wurde vom internationalen IPPNW Board eine Erklärung zu der hochgefährlichen Situation in der  Ukraine verabschiedet. Leider habe ich im Moment nur den Entwurf vorliegen.        Sie müssten den verabschiedeten Text von Dr. Helmut Lohrer erbitten. Seine Addresse und der Entwurfstext steht  unten.

Zu der nuklearen Kette: Die Uranminen sind äußerst ungesund für die Arbeiter und die umliegend Wohnenden. Dann kommt die Verschickung, die Verarbeitung und schließlich der Einsatz für Energiegewinnung oder in Atomwaffen dazu. Schon auf der Uranminenebene ist meist eine mangelnde Kontrolle äußerst spürbar, wenn man bedenkt, dass der gewonnene Stoff so gefährlich ist. Viele Kilo Uran werden nicht kontrolliert oder nur verdeckt deklariert. Es gibt viele Initiativen gegen diesen nachlässigen Umgang oder für eine Schließung der Uranminen.

Nuklearwaffen sind unnütz und hochgefährlich für das Überleben der Menschheit. Darauf wies heute der Amerikaner Ward Wilson hin, ein Senior Fellow und Direktor des „Rethinking Nuclear Weapons“ Projektes. Die Gläubigen an die Macht der Atomwaffen seien Süchtige, leider heute noch viele. Die Datenlage für ihre Annahmen sei äußerst dünn und gegenteilige Annahmen erdrückend begründet. Die Annahme, die Japaner hätten wegen der Atomwaffen den Krieg gestoppt, sei durch neuere Daten widerlegt. Es sei nur ein Vorwand gewesen, mit der „Wunderwaffe“ die sowieso unvermeidbare Kapitulation wegen des kurz vorher stattgefunden Kriegseintritts der Sowjetunion zu begründen.

Der Co-Präsident der internationalen IPPNW, der Australier Dr. Tilman Ruff, sagte, dass die Gefahren durch Atomwaffen unerträglich seien und die Atomwaffen dringend geächtet werden müssten.

Fotos: https://picasaweb.google.com/115109311005248499349/PresseAstana

Weitere Highlights des Kongresses: 500 Teilnehmer, in würdigem Rahmen, die Fahrradfahrt der Studenten, mein Wohnen im „Hostel“, neben der dramatischen Gefahren der nuklearen Kette das Programm „Aiming for Prevention“ = „Guns are bad for Health“ und noch vieles andere, worauf das Gespräch kommen könnte. HosH

Herzliche Grüße
Dr. med. Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31, http://www.helmutkaess.de/Wordpress/,

 

PS: This was (Helmut Lohrers) proposal:

We urge Russia and the USA, and the presidents Barack Obama and Wladimir Putin, to stop playing with fire. In the 1980s, at the height of the cold war, IPPNW warned the world of a nuclear catastrophe. (For this we received the Nobel peace prize). We now feel the need to remind everybody that there are still about 2000 nuclear weapons at “hair trigger alert”, which means they may be launched within minutes. Enough to kill every living thing on our planet. On top of that there is an existing arsenal of about 15.000 nuclear weapons. Because of a local dispute, which of course has strategic dimension, the conflict between east and west seems reemerging. Existing communication between the former enemies has been shut down as Russia was excluded from several tables. As we see a relapse into the dangerous antagonism the world was hoping we had left behind us, our prescription for you and for mankind would be:

–          you must sit together and start sincere conciliation instead of returning to hostility

–          in the face of this you should take a joint historic decision and destroy all remaining nuclear war heads.

Helmut Lohrer, MD, International Councillor,  IPPNW Germany,  Int. Board of Directors

Auf der Eck 16

78052 Villingen-Schwenningen

 

tel                 +49 7721 2061520

work            +49 7721 25222

fax                 +49 7721 27880

mob             +49 172 777 3934

 

 

nasarbajew, Programm,

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Heute war Sahra Wagenknecht in Braunschweig:  Samstag, 26. August 2017,

Heute war Sahra Wagenknecht in Braunschweig: 

Samstag, 26. August 2017, 17:00 vor dem „Schloss“ 

Meine Fotos: https://goo.gl/photos/Ss5iV6RbcSzRcED8A

 

In der BZ wurde nur der Besuch in Wolfsburg berichtet, der aber ausführlich, so wie auch die Berichte über Horst Seehofer und Stephan Weil.
 .
Sie hielt ja eine ausgezeichnete Rede.
Zum Beispiel über die gelogene CDU Wahlaussage, dass die Deutschen unter Merkel „gut und gern leben“, wo doch 40% der Deutschen weniger verdienen als vor 20 Jahren, während die Reichsten kräftige Gewinne machen. Die Leiharbeit sei moderne  Sklaverei, wobei der Schutz der Arbeitnehmer, der zu Kohls Zeiten noch funktionierte, von der Koalition der bisher Regierenden abgebaut wurde. Sie fordert 12 € Mindestlohn, was auch das Mindeste sei, um in 45 Jahren eine Rente über dem Sozialsatz zu bekommen. Österreich sei vorbildlich bei der Rente, dort erhalte der „Durchschnittsrentner“ 800€ mehr ausgezahlt als in Deutschland. Die anderen Parteien sprechen auch von Steuersenkungen, sagen aber nicht, wie sie dies finanzieren wollen. Dies rechne nur die Linke vor. Im letzten Jahr wurde 8% mehr für die Rüstung ausgegeben und das soll so weitergehen, bis sich der Rüstungshaushalt fast verdoppelt hat. Unglaubliche 900 Milliarden Dollar gibt die Nato aus, dagegen Russland nur 50-60 Mrd Dollar. und dennoch wird bei uns noch mehr verlangt. Da wird das Geld verschleudert, bei den Hungernden kommen wir nicht auf schon längst gemachte Zusagen. Dabei treiben die Kriege, wozu Deutschland mit seinen Rüstungsexporten an Diktatoren wie Saudiarabien (das damit eifrig einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Jemen betreibt) und  einseitige Wirtschaftsverträgen durch die EU kräftig dazu bei. Der „Krieg gegen den Terrorismus“ ist eine wesentliche Ursache für den ansteigenden Terrorismus. Deutschland macht eine verantwortungslose Außenpolitik. Wir müssen zurück zu Willy Brandt, „von deutschem Boden darf kein Krieg ausgehen“.
Sie sprach über gekaufte Politik und  dass nur die Linke keine Spenden von Großspendern wie Daimler Benz und der Deutschen Bank annimmt. Und dass die Politiker wie Gerhard Schröder, aber auch viele Andere, sich später in den Aufsichtsrat der jeweiligen Großfirmen für Wohlverhalten wählen lassen: „Bezahlt wird später.“
Notwendig sei eine Stärkung der Linken, damit sich die Politik wirklich ändert.
 .
Herzliche Grüße
Helmut
Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31 und 0049 176 577 47 881 http://www.helmutkaess.de/Wordpress/, www.ippnw.de , http://www.friedenszentrum.info/, http://die-linke-bs.de/,
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Briefwechsel mit Johannes Kaufmann

Der Briefwechsel ist so, wie er bei Emails ist: die älteste zuunterst, die letzte oben: 

Thu, 23 Nov 2017 16:10:21   Von:Kaufmann, Johannes <Johannes.Kaufmann@bzv.de>

Sehr geehrter Herr Käß,

nach langer Zeit komme ich nun endlich zu einer Antwort. Leider war ich in der vergangenen Woche krank und konnte daher nicht auf Ihre Mails zu der Veranstaltung in der Brunsviga reagieren, zu der ich gern gekommen wäre. Obwohl ich davon ausgehe, dass mir der Abend ordentlich den Blutdruck in die Höhe getrieben hätte…

Sie sprechen viele Punkte an, und ich weiß gar nicht, wie ich darauf in vernünftiger und systematischer Weise antworten soll. Vermutlich wird’s ein bisschen unstrukturiert.

Ich fange mal hinten an: Ja, die Lage in Gaza ist schlecht. Dass der Küstenstreifen in drei Jahren unbewohnbar sein wird, halte ich zwar für arg übertrieben, aber die Probleme will ich keinesfalls abstreiten. Das betrifft vor allem die Versalzung und Kontaminierung des Küsten-Aquifers durch unbehandelte Abwässer, Übernutzung und das Einfließen von Meerwasser. Allerdings sehe ich die Verantwortung für einen Großteil der Probleme – vermutlich im Gegensatz zu Ihnen – nicht bei Israel, das im Übrigen gar nicht die Möglichkeit hat, den Gazastreifen komplett zu blockieren, da es auch eine Grenze nach Ägypten gibt, sondern vor allem bei der Hamas. Deren Kampf, der nach der noch immer gültigen Charta der Terrororganisation auf die vollständige Vernichtung Israels abzielt, ist der Grund für die abgeriegelte Grenze. Trotzdem liefert Israel Strom, Treibstoff und täglich dutzende LKW-Ladungen mit Lebensmitteln und Medikamenten nach Gaza – in ein „feindliches Gebiet“, dessen Führung Israel den Krieg erklärt hat. Baumaterial, das für die Instanthaltung von Infrastruktur gedacht ist, missbraucht die Hamas für den Bau von Bunkern und Angriffstunneln gegen Israel. Krankenhäuser dienen als Kommandozentralen, Moscheen und Schulen als Raketenbasen etc. pp.

In Ihrem Bericht zum Vortrag von Herrn Zumach begegnet mir wieder einmal ein willkürlicher und damit propagandistisch nutzbarer Umgang mit der Geographie. Da ist vom Britischen Mandatsgebiet die Rede, in dem 97 Prozent der Bewohner keine Juden gewesen sein sollen, denen aber 54 Prozent der Fläche zugesprochen werden sollte. Das ist schlicht falsch, denn das Mandatsgebiet von 1918 ist nicht identisch mit dem von 1947. Wie ich bereits in einer früheren Mail geschrieben habe, wurde auf rund 80 Prozent des ursprünglichen Mandatsgebiets der arabische Staat Transjordanien gegründet. Und ja, es gibt in Jordanien auch Kurden – laut Wikipedia sind das heute allerdings weniger als 5000. Das rechtfertigt in meinen Augen, dass ich geschrieben habe, das Land sei an die Araber gegangen. Bei der Teilung 1947 ging es um die restlichen knapp 20 Prozent des ursprünglichen Mandats, und da sind die behaupteten 97 Prozent grob falsch. Wiederum laut Wikipedia wohnten 1931 im Restmandatsgebiet 760.000 Muslime, 175.000 Juden und 89.000 Christen. 1947 waren es dann bereits 630.000 Juden und knapp 1,2 Millionen Muslime. Allerdings müssen solche Zahlen mit einer gewissen Vorsicht genossen werden.

Übrigens hat sich auch die Zahl der Araber in Palästina in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verdoppelt. Und das nicht etwa nur durch eine hohe Geburtenrate, sondern durch Einwanderung. Jassir Arafat etwa wurde in Kairo geboren. In absoluten Zahlen ist die muslimische Bevölkerung in dieser Zeit vergleichbar stark gewachsen wie die jüdische, sprich: Juden und Araber sind in großer Zahl nach Palästina eingewandert. Zu den 54 Prozent der Fläche des Restmandats, das 1947 den Juden zugeschrieben wurde (bei 33 Ja- zu 13-Nein-Stimmen von einer „knappen Mehrheit“ zu sprechen, halte ich für etwas gewagt), gehörte übrigens auch der Negev, der knapp zwei Drittel des Territoriums des zu gründenden Staats Israel ausmachte und in dem außer den Beduinen fast keine Araber lebten. Von David Ben Gurion stammt daher der berühmte Ausspruch, dass die Zukunft Israels in der Wüste liege.

Nun noch zu den Details:

Zuerst eine ethnische Frage. Jude ist für mich ein religiöser Begriff und Araber ein ethnischer. Und beide Volksgruppen werden meines Wissens als „Semiten“ bezeichnet (daher „Antisemit“).

[Kaufmann, Johannes] Araber ist ein ethnischer Begriff. Semitisch bezieht sich ursprünglich auf die Sprachfamilie der semitischen Sprachen, zu denen das Arabische und das Hebräische gehören. Die rassistische Verwendung des Semitischen im Sinne des Antisemitismus war aber immer nur auf die Juden bezogen. Insofern ist die häufig geäußerte Behauptung, Araber könnten als Semiten ja keine Antisemiten sein, durchschaubarer Blödsinn und – mit Verlaub – schlicht albern. Jude wiederum ist keinesfalls nur eine religiöse Bezeichnung. Die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk wird vererbt, in der Bibel geht Gott seinen Bund mit einem Volk ein, nicht mit einer Glaubensgemeinschaft. Die tatsächliche genetische Verwandtschaft der Juden ist umstritten (wobei es durchaus eine auffällige genetische Ähnlichkeit z.B. bei askenasischen Juden gibt), relativ unumstritten ist allerdings die Selbstdefinition des Judentums in dieser Sache. Es ist Volk, Religion und Kultur in einem.

Ein Problem mit Israel ist, dass es ein „jüdischer Staat“ sein soll, somit ein Staat wie Iran, der ein moslemischer Staat sein will. In der Mehrheit der Länder begreifen sich die Länder nicht als Vertreter einer Religion oder Ethnie.

[Kaufmann, Johannes] Es gibt jede Menge eindeutig muslimische und auch christliche Staaten auf diesem Planeten. Bei islamisch geprägten Ländern ist es sogar die überwältigende Mehrheit. Warum das ausgerechnet beim einzigen jüdischen Staat plötzlich ein Problem sein soll, ist mir nicht klar. Der Vergleich mit dem Iran ist trotzdem vollkommen unpassend, denn der Iran ist eine Theokratie, während Israel säkular ist. Der jüdische Charakter Israels bezieht sich vor allem darauf, dass Juden erstmals eine Bevölkerungsmehrheit in einem Staat darstellen und deswegen dort nicht wie in allen anderen Ländern der Erde die „anderen“ sind, die auf den Schutz einer freundlichen Mehrheit vertrauen müssen. Im Übrigen bestimmt in Israel allein die Staatsangehörigkeit über die Bürgerrechte. Ob, Jude, Araber, Kurde, Druse etc. spielt vor dem israelischen Gesetz keine Rolle. Von einer vergleichbaren Gleichberechtigung der Minderheiten sind islamische Staaten meilenweit entfernt. Im Libanon erhalten nicht einmal die arabischen Palästinenser volle Bürgerrechte.

Diese beantragte bei der UN ein eigenes Staatsgebiet, was sie, sehr knapp nur, und sicher unter dem Eindruck des Holocaust auch zugesprochen bekamen.

[Kaufmann, Johannes] Juden sind Teil der indigenen Bevölkerung Palästinas – und das schon viele Jahrhunderte vor den Arabern, die erst im Zuge der islamischen Expansion in die Levante kamen. Einen Staat Israel gab es bereits in der Antike, und die Idee seiner Neugründung ist viel älter als die Schoah. Spätestens seit der Balfour-Deklaration von 1917 wurde diese Idee konkreter. Aber der Wunsch nach der „Rückkehr nach Jerusalem“ ist Jahrtausende alt. „Nächstes Jahr in Jerusalem“ lautet ein traditioneller Satz am Sederabend des Pessach-Festes. Zur knappen Entscheidung siehe oben.

Die arabischen Staatenk aber auch die einheimische Bevölkerung revoltierte, auch, weil viele Dörfer schon vor dem Krieg zwischen Juden und Arabern durch Vertreibung entvölkert wurden.

[Kaufmann, Johannes] Das spielt vermutlich auf das sogenannte Massaker von Deir Yasin an. Eine systematische Vertreibung lässt sich historisch aber nicht belegen. Eher im Gegenteil. Umgekehrt war die vollständige Vertreibung oder sogar Ermordung der jüdischen Bevölkerung das offen verkündete Ziel der arabischen Armeen und Milizen. Und schon die schiere Tatsache, wie viele Juden in Ägypten, Jordanien, Syrien, dem Libanon oder den palästinensischen Autonomiegebieten leben und wie viele Araber in Israel, spricht Bände in dieser Hinsicht.

Danach kam es zu einem Krieg zwischen dem „neugeborenen“ Israel und den Nachbarstaaten, an dem Uri Avnery teilnahm und erheblich verwundet wurde.

[Kaufmann, Johannes] Es kam nicht einfach zum Krieg. Alle Nachbarstaaten sind in Israel einmarschiert. Es „kam“ auch nicht zum Zweiten Weltkrieg, sondern Deutschland hat Polen überfallen. Und wo wir gerade bei historischen Vergleichen sind: Auch die arabischen Staaten haben erklärtermaßen einen Vernichtungskrieg gegen Israel geführt. Wenn es selbstverständlich sein soll, dass Israel die in einem Verteidigungskrieg eroberten Gebiete bedingungslos zurückgeben soll, warum engagieren Sie sich eigentlich nicht für die „Rückgabe“ ehemals deutscher Territorien in Osteuropa?

Jedenfalls habe ich diese Argumente noch nicht gehört. Dies  liegt aber auch wesentlich daran, wie ich glaube, wegen der Weigerung vieler „Freunde der Israelischen Regierung“, mit Kritikern, wie der Kopi, überhaupt zu sprechen.

[Kaufmann, Johannes] Bei allem Respekt, Herr Dr. Käss, aber nun auch die Schuld für Ihre eigene Ignoranz der Gegenseite zuschieben zu wollen, halte ich für ziemlich daneben. Ich habe im Laufe der Arbeit an meiner Dissertation wohl etwa 300 Bücher und Aufsätze zum Nahostkonflikt gelesen, und die historischen Fakten, auf denen diese Interpretation basiert, finden sich in jeder auch nur halbwegs ausgeglichenen Darstellung. Vielleicht liegt es eher daran, dass die Kreise, in denen Sie sich bewegen, in dieser Hinsicht schlichtweg extrem einseitig sind. Vor allem aber scheinen sie nahezu ausschließlich Stimmen aus Israel wahrzunehmen, die tatsächlich eine extreme Randerscheinung darstellen. Leute wie Uri Avnery oder Avi Schlaim sind für die israelische Gesellschaft so repräsentativ wie die MLPD für die deutsche.

Aber es gibt auch für die Zukunft eine andere Möglichkeit einer „Einstaatenlösung“. Ich war gerade in der Schweiz, die ja zu 70% aus merkwürdigen Deutscharten sprechenden Menschen besteht (mein schweizer Freund Martin Vosseler sagte, er beherrsche 20 Dialekte), aber in Genf, in einem französisch sprechenden Kanton. Dort kann man erleben, dass der Schweizer Staat das Problem der „Deutsch-Dominanz“ mit seinem Kantonssystem, in dem die Kantone erhebliche politische Selbstbestimmung haben, gelöst hat. In den Kantonen haben ja die vier Sprachen der Schweiz jeweils andere Mehrheiten, aber alle sind voll anerkannte Schweizer.

[Kaufmann, Johannes] Glauben Sie wirklich, dass die Verhältnisse in der Schweiz sich auf den Nahen Osten übertragen lassen? Wir reden hier über Gesellschaften, in denen die „Protokolle der Weisen von Zion“ ein Bestseller sind und als historische Wahrheit betrachtet werden. In denen im Abendprogramm eine Fernsehserie läuft, in der Juden christliche und muslimische Kinder schlachten, um aus deren Blut Mazzebrot zu backen. Das ist ein bisschen was anderes als die Verständigungsprobleme zwischen Rätoromanen und Deutsch-Schweizern. Im Übrigen ist Arabisch in Israel bereits Amtssprache, und Araber sind voll anerkannte Israelis.

Eine Einstaaten-Lösung halte ich aber für vollkommen illusorisch. Das würde die Juden zur Minderheit machen und damit die Raison d’Être Israels infrage stellen. Aus demselben Grund kann Israel auch kein „Recht auf Rückkehr“ für Flüchtlinge anerkennen, wie es die arabische Friedensinitiative von 2002 vorgesehen hatte. Die beste Chance auf Frieden bietet zumindest in meinen Augen die Gründung eines demilitarisierten Staates Palästina. Über das genaue Territorium müsste verhandelt werden. Ich bezweifle aber, dass das die entscheidende Frage ist.

Mit freundlichem Gruß

Johannes Kaufmann
Zentralredaktion, Wissenschaftsredakteur, Reporter
Braunschweiger Zeitung

Telefon: 05 31 – 39 00 376
mailto:johannes.kaufmann@bzv.de
Braunschweiger Zeitungsverlag GmbH
Hintern Brüdern 23 – 38100 Braunschweig
http://www.braunschweiger-zeitungsverlag.deThu, 23 Nov 2017 16:10:21 +0000Von:Kaufmann, Johannes <Johannes.Kaufmann@bzv.de>

Sehr geehrter Herr Kaufmann

Nun versuche ich, auf Ihren Brief zu reagieren. Ich schreibe das so, wie ich glaube, dass es gewesen ist, aber ich habe wenig geschichtliche Kenntnisse. Das ganze Thema ist ja äußerst kompliziert, aber es den Fachleuten zu überlassen, ist auch keine Lösung, da sich die auch kräftig streiten. Und die Fachleute sind ja Spezialisten, die die Lebensrealität auch nur teilweise überblicken. Am ehesten sind langfristig möglichst vielfältig zusammengesetzte Kommissionen dazu in der Lage, wie sie bei der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa eingesetzt und seinerzeit von Bahr und Willy Brandt angeregt wurden. Von der IPPNW (www.ippnw.de) geht übrigens ein zaghafter Versuch aus für eine KSZMNO, eine Konferenz für Sicherheit  und Zusammenarbeit im Mittleren und Nahen Osten.

Zuerst eine ethnische Frage. Jude ist für mich ein religiöser Begriff und Araber ein ethnischer. Und beide Volksgruppen werden meines Wissens als „Semiten“ bezeichnet (daher „Antisemit“). Man kann als Araber Jude oder Moslem sein oder einer der vielen Sekten der Region angehören. Wie würden denn Sie die Mehrheit der Juden ethnisch einordnen? Ein Problem mit Israel ist, dass es ein „jüdischer Staat“ sein soll, somit ein Staat wie Iran, der ein moslemischer Staat sein will. In der Mehrheit der Länder begreifen sich die Länder nicht als Vertreter einer Religion oder Ethnie. (Wobei ich denke, dass Religionen alle „menschengedachte“ Dinge sind und mit der Evolutionsrealität ihre Schwierigkeiten haben)

Auch von daher habe ich Schwierigkeiten mit Ihrem Satz: „dass mehr als vier Fünftel des Mandatsgebiets zum Zeitpunkt des UN-Teilungsplans längst ausschließlich an die Araber gegangen war:“

Das Mandatsgebiet wurde aufgeteilt, aber es ging nicht „ausschließlich an die Araber“. Was ist mit den Kurden? Die sind auch eine Ethnie und sie sind eine Minderheit in mehreren Staaten. Und das gilt für andere Ethnien und Religionen auch so wie die Juden, die seit Jahrtausenden in der Region leben. Staaten gehören nicht einer Ethnie. Die Ethnien sind mehr oder weniger dominierend oder unterdrückt, aber auch Teil des Staates und sind in den Staatsfunktionen zum guten Teil eingebunden, wie zum Beispiel mehrere kurdische Würdenträger in der Türkei.

Gehen wir also davon aus, dass Palästina eine kleine Region des Osmanischen Reiches war, das von einem Teil der Bevölkerung als Fremdherrschaft wahrgenommen wurde. Ich weiß nicht, wie lange schon die Mehrheit der Bevölkerung in der Region war, vermutlich hunderte von Jahren. Seit Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einem erheblichen Zuzug von Juden aus Russland und anderen Ländern, die sich brutal unterdrückt fühlten. Durch den grauenhaften Holocaust verstärkte sich der Zuzug dramatisch, bis sie schließlich zwar nicht die Mehrheit, aber eine dominierende Minderheit waren. Diese beantragte bei der UN ein eigenes Staatsgebiet, was sie, sehr knapp nur, und sicher unter dem Eindruck des Holocaust auch zugesprochen bekamen. Flächenmäßig offensichtlich 60% der Provinz Palästinas? Die arabischen Staatenk aber auch die einheimische Bevölkerung revoltierte, auch, weil viele Dörfer schon vor dem Krieg zwischen Juden und Arabern durch Vertreibung entvölkert wurden. Dies ist anscheinend auch von jüdischen Historikern beschrieben worden. Auch Uri Avnery sprach davon, weil er zu dieser Zeit ein Teil der jüdischen „Terrorgruppe“ Irgun war. Danach kam es zu einem Krieg zwischen dem „neugeborenen“ Israel und den Nachbarstaaten, an dem Uri Avnery teilnahm und erheblich verwundet wurde. (Er beschloss ja nach diesem auch in seinem Sinne erfolgreichen Krieg, für den Frieden einzutreten)

Die ausführlichen Besprechungen der „vier Karten“ auf der Palästinensischen Homepage finde ich sehr wichtig und staune über die unterschiedlichen Interpretationen der Kartenschreiber, fühle mich aber im Moment nicht imstande, darauf näher einzugehen. Jedenfalls habe ich diese Argumente noch nicht gehört. Dies  liegt aber auch wesentlich daran, wie ich glaube, wegen der Weigerung vieler „Freunde der Israelischen Regierung“, mit Kritikern, wie der Kopi, überhaupt zu sprechen.

Laut den Beiträgen auf der Veranstaltung „fünzig Jahre Besatzung“, die Sie alle auf den Videos von Kopi ansehen können, ist zur Zeit nur günstigstenfalls die Zweistaatenlösung trotz aller Widerstände zu realisieren, da sonst die „Palästinenser“ und damit die „Nichtjuden“, die Mehrheit im Staate stellen würden und das bedeuten würde, dass Israel seinen Charakter dramatisch ändern würde. Aber es gibt auch für die Zukunft eine andere Möglichkeit einer „Einstaatenlösung“. Ich war gerade in der Schweiz, die ja zu 70% aus merkwürdigen Deutscharten sprechenden Menschen besteht (mein schweizer Freund Martin Vosseler sagte, er beherrsche 20 Dialekte), aber in Genf, in einem französisch sprechenden Kanton. Dort kann man erleben, dass der Schweizer Staat das Problem der „Deutsch-Dominanz“ mit seinem Kantonssystem, in dem die Kantone erhebliche politische Selbstbestimmung haben, gelöst hat. In den Kantonen haben ja die vier Sprachen der Schweiz jeweils andere Mehrheiten, aber alle sind voll anerkannte Schweizer.

Zu Hebron und Kfar Etzion sagen Sie ja sehr eindrucksvolle Sätze. Diese schreckliche Geschichten der Vergangenheit mit wechselnden Massakern sind ein wesentlicher Grund, weshalb im Moment die Einstaatenlösung nicht möglich ist. Aber nach einer vorübergehenden Zweistaatenlösung nach einer „Normalisierung“ des Zusammenlebens im Sinne einer Kantonslösung sollte sie nach meiner Vorstellung zukünftig möglich sein …

Wie sehen Sie das übrigens mit Gaza, das laut meiner Friedensfreundin Angela Vorwerk in angeblich drei Jahren praktisch unbewohnbar sein soll?

Herzliche Grüße

Helmut Käß

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31 und 0049 176 577 47 881 http://www.helmutkaess.de/Wordpress/,

Betreff:  RE: Israel     Datum:  Mon, 4 Sep 2017 14:38:17 +0000   Von:  Kaufmann, Johannes <Johannes.Kaufmann@bzv.de>

Sehr geehrter Herr Käß,

nun endlich komme ich dazu, auf ihre Mail einzugehen.

Es gab eine Provinz Palästina im Osmanischen Reich, das ist wahr. Allerdings war dies eine klassische Kolonialherrschaft ohne politische Autonomie der „Palästinenser“ und damit genauso Fremdherrschaft wie das Britische Mandat. Warum da die Religionszugehörigkeit entscheidend sein soll, ist mir nicht so recht klar. Die Osmanen hatten eine andere Kultur und sprachen eine andere Sprache.

Trotzdem stimmt es natürlich, dass die Araber die Mehrheit in der Region stellten (kleine Randnotiz zum „arabischen Blut“ der Juden: Juden waren bereits Jahrtausende vor den Arabern in Palästina). Allerdings wird gern unterschlagen (so wie es auch die Kartenfolge auf der Seite des unsäglichen Palästina-Portals tut), dass mehr als vier Fünftel des Mandatsgebiets zum Zeitpunkt des UN-Teilungsplans längst ausschließlich an die Araber gegangen war: Transjordanien. Der verbliebene kleine Rest sollte nun 1947 noch einmal geteilt werden in einen jüdischen und einen arabischen Teil (nachdem zuvor der Plan der Peel-Kommission, der einen noch kleineren Teil für die Juden vorsah, gescheitert war – übrigens an der Ablehnung der Araber). Es ging also nicht um 60 vs. 40 Prozent, sondern um 60 Prozent von knapp 20 Prozent. Um das Ganze zuzuspitzen: Die Einigung ist daran gescheitert, dass die Araber nicht bereit waren, auf irgendeinen Teil des Landes zu verzichten. Es ging nicht etwa um Nablus oder Gaza, es ging (und geht) auch um Tel Aviv.

Bezüglich der manipulativen Kartenfolge zitiere ich den Historiker Yaacov Lozowick:

„Fangen wir mit der Karte von 1946 an. Selbst wenn man sie einzeln betrachtet, also getrennt von der Serie, ist sie insofern irreführend, als sie zwei verschiedene Arten von Information enthält: Ihre Umrisse zeigen das von den Briten kontrollierte, gemeinhin Palästina genannte Territorium. Da es sich um die Karte einer politischen Einheit handelt, müsste das Gebiet eigentlich vollständig mit einer einzigen Farbe gefüllt sein, schließlich wurde das gesamte Land von den Briten beherrscht, die weißen Teile genauso wie die grünen. Wollte man dagegen privaten Landbesitz unter britischer Souveränität entlang ethnischer Kriterien darstellen, müsste das Grüne durch einen Mischmasch von Farben ersetzt werden: Ein Teil des Landes gehörte Juden, ein anderer jenen Arabern, die man heute Palästinenser nennen würde, ein weiterer arabischen Grundbesitzern (Libanesen, Syrern, Ägyptern etc.), die nicht auf ihrem Land lebten, wieder ein anderer europäischen Kirchen (beispielsweise der katholischen, protestantischen, griechisch-orthodoxen oder russisch-orthodoxen). Der bei weitem größte Teil des Landes aber gehörte keinem der Genannten und somit der Regierung, also den Briten.

Wenn ich es richtig sehe, wird auf der Karte das jüdische Eigentum an Grund und Boden in Jerusalem (wo es eine jüdische Mehrheit gab) übergangen; Gleiches gilt für Ortschaften wie Gusch Etzion und Neve Yaacov, für Siedlungen am Toten Meer sowie in Hebron, in Safed, in Naharia und dem Hinterland, in Kfar Darom im Gazastreifen und so weiter. Aber das Hauptproblem mit dieser Karte ist nicht, dass sie über jüdisches Eigentum an Grund und Boden hinweggeht, sondern vielmehr die implizite Behauptung, dass alles Land, welches nicht Juden gehörte, »Palästina« war. Und das stimmt nicht. Wenn hier Landbesitz dargestellt werden soll, dann müsste der größte Teil des Territoriums als der britischen Regierung gehörend abgebildet werden; geht es um politische Souveränität, dann war sogar das gesamte Gebiet britisch.

Die zweite Karte beschäftigt sich nicht mehr mit dem Thema Landbesitz, und die Serie kehrt auch nicht mehr dorthin zurück. Es handelt sich vielmehr um eine halbwegs genaue Darstellung des UN-Teilungsplans vom 29. November 1947 – mit einer eklatanten Auslassung allerdings, nämlich der Gegend um Jerusalem und Bethlehem, die eindeutig nicht einer Seite zugeordnet, sondern als corpus separatum behandelt wurde. Ich betone: Jerusalem und Bethlehem. Der Kartenzeichner hat also einem prospektiven Staat Palästina ein sehr wichtiges Stück Land zugeschlagen, das er in Wirklichkeit nie hatte.

Diese Karte bildete natürlich niemals eine Wirklichkeit ab. Zur Zeit des UN-Teilungsplans wurde sie von allen arabischen Staaten abgelehnt, die eine Stimme hatten, und darüber hinaus auch von den einheimischen Arabern, die sich seinerzeit – anders als heute – nicht durchweg Palästinenser nannten. Ich werde mich hier nicht mit der Frage beschäftigen, wer den UN-Teilungsplan durchkreuzte, aber ich glaube, man kann sagen, dass dabei alle Seiten eine Rolle spielten: der Jischuw, el-Husseinis palästinensische Truppen, al-Qawuqjis Truppen sowie die ägyptischen, jordanischen, syrischen, irakischen und libanesischen Truppen, die am Kampf um ein Territorium teilnahmen, das zuvor unter britischer Herrschaft gestanden hatte.

Die dritte Karte (1949–1967) ist auf ihre eigene Weise irreführend. ie zeigt Israel in weiß und zwei andere Gebiete in einheitlichem Grün – dem gleichen Grün, das in den ersten beiden Karten palästinensisches Territorium markieren sollte. Natürlich stimmt das nicht mit der historischen Wirklichkeit überein: Der Gazastreifen wurde von Ägypten kontrolliert, nicht von den Palästinensern, und sollte von Rechts wegen als ägyptisch besetzt bezeichnet werden. Das größere grüne Gebiet wurde von Jordanien kontrolliert und annektiert; die Bewohner bekamen die jordanische Staatsbürgerschaft, weshalb ich nicht weiß, ob dieses Territorium, rechtlich gesehen, besetzt war oder nicht. Falls ja, dann war sein Status wahrscheinlich ähnlich wie der unter israelischer Herrschaft nach 1967: besetzt eben, mit Siedlern aus dem Besatzerstaat. Wenn es nicht besetzt war, dann war es ein Teil von Jordanien. (Das ist ja auch der Grund für den Namen »Westbank« bzw. »Westjordanland«: die westliche Hälfte von Jordanien.) Wie auch immer: Als Palästina kann man es jedenfalls nicht bezeichnen.

Bemerkenswert ist auch, dass die Karte es vermeidet, sich mit dem privaten Landbesitz zu beschäftigen – was ja das Thema der ersten Karte war. Würde sie diesen Besitz anzeigen, dann müsste an ihr deutlich werden, dass ein Teil des Gebietes innerhalb Israels natürlich Palästinensern gehörte, während kein Stückchen Land in Jordanien als in jüdischem Besitz befindlich akzeptiert wurde, auch wenn dieser Besitz mancherorts niemals in so etwas wie einem rechtsstaatlichen Verfahren aufgehoben wurde.

Kommen wir schließlich zur vierten Karte. Zum ersten Mal in dieser Serie gibt es nun so etwas wie eine palästinensische Herrschaft – im gesamten Gazastreifen und im Westjordanland. (Vernachlässigen wir kurz die Unterscheidung zwischen der Herrschaft der Hamas in Gaza und der Herrschaft der Palästinensischen Autonomiebehörde in der Westbank.) Kaum erklärlich ist dabei die Entscheidung des Kartenzeichners, so zu tun, als ob die palästinensische Befehlsgewalt nur für die A-Zone gilt, und die größeren B-Zonen zu unterschlagen. So, wie ich die Geschichte verstehe, zeigt die Karte außerdem keinen palästinensischen Rumpfstaat, sondern im Gegenteil zum ersten Mal überhaupt das Entstehen einer neuen Entität, von und für Palästinenser. Kein verschwindendes Palästina also, sondern ein entstehendes!“
Der Text enthält ein wichtiges Faktum, das gern unterschlagen wird: Beim Großteil des Landes handelt es sich um Staatsbesitz. Der gehörte nie irgendwelchen Palästinensern. Er ging vom Osmanischen Reich auf die Briten und anschließend auf Israel über. Privatbesitz wird von Israel anerkannt, sofern er sich belegen lässt. Entsprechend gibt es jede Menge arabischen Privatbesitz in Israel – im Gegensatz zu jüdischem Privatbesitz in den allermeisten arabischen Ländern. Ich habe meinen ersten Hebräisch-Unterricht von einer Palästinenserin erhalten, deren Familie Land und ein Haus in Beit Safafa im Westen Jerusalems besitzt. Daran hat weder das britische Mandat noch die Entstehung des Staates Israel etwas geändert. Auch der Bau von Siedlungen ist nach (israelischem!) Recht auf privatem Land illegal. Umgekehrt steht in den Palästinensischen Autonomiegebieten auf den Verkauf von Land an Juden übrigens die Todesstrafe.

Zuletzt zu Hebron: Die dort lebenden Siedler sind mir alles andere als sympathisch. Allerdings hat auch hier die Geschichte mehr als eine Seite. Hebron ist die älteste durchgehend jüdisch besiedelte Stadt der Welt, bzw. sie war es – bis 1929 die jüdische Bevölkerung von Arabern massakriert wurde und die Überlebenden aus der Stadt flohen. Ich werde nie verstehen, warum es akzeptiert wird, dass ein Massaker damit belohnt wird, dass aus einer uralten jüdischen Siedlung plötzlich ganz selbstverständlich eine exklusiv arabische Stadt wird, in der Juden nichts zu suchen haben. Damit wird die Gewalt im Nachhinein belohnt. Ganz ähnlich ist es übrigens im Fall Kfar Etzion. Das Dorf wurde 1948 von Jordanien erobert und ein Großteil seiner Bevölkerung dabei ermordet. 1967 hat Israel das Gebiet erobert, und das Dorf wurde unter anderem von einem Überlebenden des Massakers neu gegründet. Doch innerhalb von 19 Jahren wurde durch die illegale jordanische Besatzung offenbar aus einem legalen Dorfbewohner plötzlich ein illegaler Siedler.

In Hebron wohnen 800 Juden, umgeben von 200.000 Arabern. Sie müssen von der Armee beschützt werden, die dafür in einem winzigen Teil der Stadt die Bewegungsfreiheit der Araber einschränkt. Umgekehrt ist der gesamte Rest der Stadt wiederum für die Juden eine No-Go-Area. Warum ist es eigentlich selbstverständlich, dass 20 Prozent der Bevölkerung Israels aus Arabern besteht, die volle Bürgerrechte haben, leitende Ärzte, Parlamentsabgeordnete, Minister und Richter am Obersten Gerichtshof sind, aber jeder einzelne Jude in „Palästina“ ist ein Skandal? Und warum ist es kein Skandal, dass Mahmud Abbas öffentlich erklären kann, dass er in seinem künftigen Staat keinen einzigen Israeli akzeptieren wird? Für diese modernisierte Form der „Judenreinheit“ bringen gerade viele Deutsche ein erschreckendes Verständnis auf.

Mit freundlichem Gruß

Johannes Kaufmann
Zentralredaktion, Wissenschaftsredakteur, Reporter

Braunschweiger Zeitung

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From: „Helmut Käß“ [mailto:helmut_kaess@web.de]
Sent: Monday, August 21, 2017 8:56 PM
To: Kaufmann, Johannes
Subject: RE: Israel

Sehr geehrter Herr Kaufmann

Sie hatten zum Teil mir bisher unbekannte Argumente.
Zur Qualifikation von Ilan Pappe kann ich nichts sagte, außer dass Menschen, denen ich vertraue, ihn eingeladen haben. Das empfohlene Buch schaffe ich vorläufig nicht zu lesen.
Was sagen Sie denn zu den den beiden anderen für mich  sehr eindrucksvollen jüdischen Referenten auf dem Kongress „50 Jahre israelische Besatzung“ ? Hier sind die Referentinnenreden dokumentiert:

https://www.kopi-online.de/wordpress/?p=3686   Zuckermann referiert z.B. in seinem Video ab der 17. Minute über die „historische Sackgasse“ auch aus zionistischer Sicht, nach der die Besetzung von den letzen 20% Palästinas ein grober Fehler war, den Ben Gurion vermieden hatte…

 

Übrigens veröffentlichte ein Mitorganisator der Konferenz, der Arzt Matthias Jochheim, ehemaliger Vorsitzender der IPPNW, kürzlich seinen Bericht der Konferenz: https://www.ippnw.de/frieden/artikel/de/50-jahre-israelische-besatzung.html
Zu dem Argument, dass es Palästina nie gab: Es gab zweifellos eine überwiegend muslimische Bevölkerung in dieser Gegend, die ursprünglich zum Osmanischen Reich gehörte. Juden sind ja wohl auch Semiten, also arabischen „Blutes“, aber diese Religion hatte nur ein sehr kleiner Teil der Bevölkerung. Es gibt ja dramatische Bilder über den Rückgang des Einflusses der Bevölkerung, die vor 100 Jahren dort lebte, in der Gegend. Hier ein Link aus palästinensischer Sicht:

http://palaestina-portal.eu/texte/Karten.htm .  Die Verteilung von israelischem und „palästinenischem“ Gebiet ist durch ein knappes Votum der UN festgelegt worden und es sind aus arabischer Sicht ungerechte  60% der Fläche Israel zugesprochen worden, die, soweit ich informiert bin, zu der Zeit immer noch sehr deutlich unter 50% der Bevölkerung lagen. Inzwischen zählen aber schon 80% der Landfläche mehr oder weniger offiziell zu Israel. Die Palästinenser aber haben das „Gefühl“ und wohl auch die berechtigte Überzeugung, wie ich z.B. bei meinem Besuch mit Pastor Binder in der Westbank auch von Israelis erfuhr, dass sie auch aus den kümmerlichen Resten verdrängt werden sollen. Zum Beispiel auch durch die häufigen Gebäudeabrisse „illegaler Häuser“ und die fehlenden Baugenehmigungen.

Ihre Argumente zu Jerusalem sind für mich neu. Eine von der UN seinerzeit vorgesehene Internationalisierung von Jerusalem mit Anwesenheit einer internationalen Polizeitruppe  erscheint mir eine mögliche Lösung.

Noch zu meinen „Gewährsleuten“: Es gibt immer nur ein paar Leute, die den Mut haben, gegen die überwiegende Meinung ihres Heimatlandes zu revoltieren. Aber Friedensaktivisten müssen das tun, denn das nationale Gefühl begünstigt immer die eigene Position. wir müssen in Deutschland die deutsche Regierung kritisieren. Es ist viel angenehmer, mit der Masse zu gehen. Juden haben nach meiner Meinung die positive Eigenschaft (auf Grund ihrer überwiegenden Außenseiterposition?), dass Opposition auch gegen die nationalen Überzeugungen bei ihnen häufiger vorkommt. Es gibt viele Gruppen, die sich für die palästinensische Sache einsetzen. Sie werden mehr kennen. Ich kenne die Juden gegen Häuserzerstörungen http://icahd.de und https://icahd.org, wovon einer vor sieben Jahren in Braunschweig war, natürlich auch Gush Shalom und ich habe von den Soldaten gehört, die von denen in ihrer Dienstzeit von ihren Vorgesetzten befohlenen Grausamkeiten berichten. Das ist sehr wertvoll, die Einstellung, „Wir sind die Guten und die anderen die Bösen“, ist weit verbreitet und ist unter anderem bei den Rechten und den Linken in Deutschland der Normalfall. Ich kämpfe als Linker gegen diese Einstellung meiner Partei an. Ich teile den Standpunkt von Michael Schmidt-Salomon in seinem Buch. „die Grenzen der Toleranz. warum wir die offene Gesellschaft verteidigen müssen“, dass es Dinge gibt, denen man zustimmt, Dinge, die man tolerieren muss, weil sie der Vielfalt der Denkweisen entspricht, wie zum Beispiel die Vielfalt der Religionen und Dinge, die man nicht tolerieren darf, nämlich alle Aufrufe zur Gewalt. Und Gewalt wird zum Beispiel auch von den (völkerrechtswidrigen) Siedlern ausgeübt, zum Beispiel extrem in Hebron.
Wären Sie damit einverstanden, dass ich den Briefwechsel als Beispiel eines Meinungsaustausches über Israel auf meine Homepage stelle und anderen zur Verfügung stelle oder möchten Sie Vertraulichkeit?

Herzliche Grüße

Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31 und 0049 176 577 47 881

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Betreff:  RE: Israel

Datum: Mon, 14 Aug 2017 14:53:09 +0000

Sehr geehrter Herr Käß,

herzlichen Glückwunsch zu ihrem dritten Enkel.

Zu den von Ihnen genannten Gewährsleuten sage ich besser nichts. Ich fürchte, da werden wir nicht einmal in die Nähe eines gemeinsamen Nenners kommen – schon gar nicht bei Leuten wie Ilan Pappe, dem bereits die Fälschung historischer Quellen nachgewiesen wurde. Damit zählt Pappe für mich zu einer Kategorie von „Historikern“, bei denen im Zweifelsfall Ideologie mehr zählt als Wahrheit. Ich empfehle dazu: Efraim Karsh, Fabricating Israeli History: The „New Historians“, 2. Ausg., Routledge 2000.

Im Übrigen ist Ostjerusalem keinesfalls völkerrechtlich ein Teil Palästinas. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: 1. Gibt  und gab es niemals einen Staat Palästina, zu dem Ostjerusalem gehören könnte. 2. Wäre die Grundlage für einen zu gründenden palästinensischen Staat der UN-Teilungsplan von 1947, und der sieht keinesfalls vor, dass Ostjerusalem zu „Palästina“ gehört. Stattdessen teilt er den nach der Abspaltung Transjordaniens übriggebliebenen Rest des Mandatsgebiets Palästina in einen jüdischen und einen arabischen Teil. Jerusalem sollte nach diesem Plan unter internationale Verwaltung gestellt werden, um auf dieser Weise den Zugang zu den Heiligtümern für Juden, Christen und Muslime zu sichern.

Wie sie wissen, wurde aus diesem Plan nichts, weil die Araber ihn ablehnten und im Mai 1948 den neu gegründeten Staat Israel in offen erklärter Vernichtungsabsicht überfielen. Erst in diesem Krieg von 1948 geriet Ostjerusalem unter arabische Herrschaft – in Form einer jordanischen Besatzung, die alle Juden vertrieb, die Synagogen zerstörte und den Zugang zur Klagemauer zubaute. Fakt ist, dass erst durch die Eroberung Jerusalems durch Israel 1967 der Zugang zu den heiligen Stätten für alle wieder gewährleistet wurde. In dieser Situation, in der die zerstörerische und rechtswidrige Besetzung durch Jordanien endete, hat Israel die Verwaltung über den Tempelberg an Jordanien übergeben, obwohl die Jordanier in den 19 vorangegangenen Jahren Israelis den Zugang zu ihrem wichtigsten Heiligtum verwehrt hatten. Israel kümmert sich lediglich um die Sicherheit auf dem Tempelberg – was auch absolut notwendig ist, weil vom Platz vor der Al-Aksa-Moschee aus immer wieder Juden an der Klagemauer angegriffen werden.

Es ist durchaus möglich, dass Ostjerusalem einmal die Hauptstadt eines palästinensischen Staates werden wird. Das wäre aber das Ergebnis künftiger Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern und nicht die Voraussetzung dafür. Sowohl Ehud Barak als auch Ehud Olmert haben dies in ihren Friedensplänen angeboten. Die Altstadt werden die Israelis aber kaum je den Palästinensern überlassen. Denn den Zugang zu ihrem wichtigsten Heiligtum werden die Juden nicht noch einmal aufgeben.

Mit freundlichem Gruß

Johannes Kaufmann
Zentralredaktion, Wissenschaftsredakteur, Reporter

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From: „Helmut Käß“ [mailto:helmut_kaess@web.de]
Sent: Friday, August 11, 2017 8:13 AM
To: Kaufmann, Johannes
Subject: Israel

Sehr geehrter Herr Kaufmann

Willkommen zurück in Braunschweig. Ich bin noch bis Montagabend bei meinem Sohn in Biberach anlässlich der Geburt meines dritten Enkels („Arthur, Ansgar und Armin“).

Es freut mich, bei Ihnen auf einen kompetenten Menschen getroffen zu sein, was Israel betrifft. Wir haben offensichtlich ganz unterschiedliche Meinungen.

Meine Gewährsleute sind nicht nur Uri Avnery, den ich auch einmal in Frankfurt bei einer Friedensveranstaltung zufällig getroffen habe und sehr für seine Haltung bewundere. Er bezeichnet sich ja als ehemaligen Terroristen, weil er in seiner Jugend Angehöriger der Irgun war und hat nach dem 48er Krieg, bei dem er, wie ich glaube, zweimal verwundet wurde, beschlossen, dass er den Frieden zwischen den Palästinensern und den Israelis anstrebt. Er wurde ja später noch einmal bei einem Attentat schwer verletzt. Aber ich bewundere auch Rolf Verleger und Felicia Langer und den soeben verstorbenen Reuven Moskovitz, ich las das Buch von dem „Sohn des Generals“, Miko Peled, uns besuchten Juden aus Israel, die über die Haltung ihres Landes entsetzt sind. Ich war ja kürzlich in der Veranstaltung „50 Jahre Israelische Besatzung“ in Frankfurt, bei der Ilan Pappe, Moshe Zuckermann und Iris Hefets referierten: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4486 Alles für mich bewundernswerte Juden, die uns vormachen, wie wir auch in Deutschland für unsere Überzeugungen einstehen müssen, der gängigen Propaganda zu Trotz, die die völkerrechtswidrigen Kriege Deutschlands mit der Beteiligung am Jugoslawienkrieg (was ja Schröder zugegeben hat), am Syrienkrieg und der feigen Deckung der Drohnenmorde von Ramstein aus (wo man angeblich nichts von weiß) vertuscht.

Natürlich hat Deutschland mit seinem Holocaust, dem grauenhaften fabrikmäßigen Massenmord an Juden vor allem Schuld an dieser Unterdrückung der Palästinenser durch Israel. Ohne dieses Ereignis wären vermutlich nicht so viele Juden nach Palästina emigriert und die UN hätte nicht zugestimmt, dass die Existenzgründung eines eigenen Staates möglich gewesen wäre.

Zu einem Argument von Ihnen: Zweifellos neigt Uri Avnery auch zur „Pointierung“. Er versucht, seine Texte „farbig“ zu gestalten. Er ist ja auch seit vielen Jahrzehnten journalistisch tätig und schreibt beinahe wöchentlich noch seine Texte. Aber wenn der Tempelberg in Ostjerusalem ist und dies völkerrechtlich ein Teil Palästinas, was haben dann überhaupt israelische Soldaten dort zu suchen? Für die Sicherheit sind dann doch die Palästinenser verantwortlich und nicht Israel. Und es wären möglicherweise palästinensische Wachleute getötet worden, nicht aber israelische.

Herzliche Grüße

Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31, http://www.helmutkaess.de/Wordpress/, www.ippnw.de ,

 

 

Am 06.08.2017 um 22:00 schrieb Kaufmann, Johannes:

Sehr geehrter Herr Käss,

ich hingegen war schon sehr oft da und habe auch knapp anderthalb Jahre in Israel gelebt. Uri Avnery kenne ich, wenn auch nicht persönlich. Ich zweifle auch nicht daran, dass er noch fit ist. Immerhin hat er seine extrem einseitigen Ansichten, in denen er es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, auch schon vor 30 Jahren genau so verbreitet.

Um nur ein paar kleine Beispiele aus dem Artikel zu nennen.

„Diese Massen durch die Detektoren zu schleusen, wäre dasselbe, wie einen Elefanten durch ein Nadelöhr zu schleusen.“

Jeder, der zur Klagemauer will, muss durch einen Metalldetektor. Warum sollte das beim Tempelberg nicht funktionierten? Warum funktioniert es in Mekka bei der Pilgerfahrt zur Kaaba?

„In den Augen der Muslime sah es nach einem israelischen Versuch aus, den Status Quo zu verändern und Herren des Tempelbergs zu werden.“

In denen Augen der Muslime ist es bereits der Versucht, den Status Quo zu verändern, wenn eine Rampe repariert wird, die zum Tempelberg hochführt. Israel hat freiwillig auf die Kontrolle über den Tempelberg verzichtet, im Moment der der Eroberung. Für die Sicherheit (und somit die Metalldetektoren) ist Israel aber seit 1967 zuständig. Darüber hinaus frage ich mich, warum einer absurden Verschwörungstheorie der Palästinenser, die jedes Mal einen kleinen Volksaufstand anzetteln, wenn am Tempelberg auch nur eine Schreibe eingedreht wird, so viel Verständnis entgegengebracht wird. Hier wird auf die Einrichtung einer absolut üblichen und vor allem in Israel allgegenwärtigen Sicherheitsanlage mit tödlichen Ausschreitungen reagiert. Und Avnery sucht die Schuld daran nicht bei den Randalierern, sondern den „Provoakteuren“. Dass den Palästinenser nicht zugetraut, ihre Wutreflexe zu kontrollieren, halte ich übrigens für eine andere Form von Rassismus.

„Als ihm die Wut über die Detektoren zu Kopf gestiegen war, drang ein junger Araber in die Halamish-Siedlung ein und tötete drei Mitglieder einer Siedlerfamilie.“
Offenbar hat Avnery mehr Verständnis für einen Mörder, der aus religiösem Hass eine Familie massakriert als für einen Wachmann, der in Notwehr einen Mann erschießt, der ihm zuvor einen Schraubenzieher in den Bauch gerammt hat.

Mit freundlichem Gruß

Johannes Kaufmann
Zentralredaktion, Wissenschaftsredakteur, Reporter

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Von: „Helmut Käß“ [mailto:helmut_kaess@web.de]
Gesendet: Mittwoch, 2. August 2017 23:35
An: Kaufmann, Johannes
Betreff: Aw: AW: Besatzungsmacht ISRAEL – Jerusalem soll von palästinensischen Ureinwohnern „gereinigt“ werden…. SOLIDARITÄT – JETZT!!!!

Sehr geehrter Herr Kaufmann

Herzlichen Dank für Ihre Antwort aus Ihrem Urlaub.

Zu Ihrer Stellungnahme eine kurze Antwort. Ich selbst habe mit Pastor Binder nur einmal einen Besuch in Palästina und Jerusalem gemacht, aber ich möchte aktuell den im nächsten Monat 94 jährigen Uri Avnery zitieren, der nach meiner Überzeugung immer noch fit ist und mit Datum von Samstag folgenden Artikel geschrieben hat: www.uri-avnery.de/news/430/17/Der-Marsch-der-Torheit

Herzliche Grüße

Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31,   http://www.helmutkaess.de/Wordpress/, www.ippnw.de ,

Gesendet: Mittwoch, 02. August 2017 um 16:45 Uhr
Von: „Kaufmann, Johannes“ <Johannes.Kaufmann@bzv.de>
An: „‚\“Helmut Käß\“‚“ <helmut_kaess@web.de>
Betreff: AW: Besatzungsmacht ISRAEL – Jerusalem soll von palästinensischen Ureinwohnern „gereinigt“ werden…. SOLIDARITÄT – JETZT!!!!

Sehr geehrter Herr Käss,

vielen Dank für Ihre Mail und Ihre Urlaubsgrüße. Auf den Inhalt der grotesken Propaganda einzugehen, die Ihrer Mail angehängt war, würde mich vermutlich einen kompletten Urlaubstag kosten. Aber allein schon die Tatsache, dass der jüdische Bevölkerungsanteil Jerusalems seit Jahrzehnten rückläufig ist, während der muslimische seit 1967 von knapp 26 auf mehr als 35 Prozent gestiegen ist, macht die Absurdität der Behauptungen der PGD deutlich. Und über „nachvollziehbare“ und „verständliche“ Gewaltausbrüche als Reaktion auf das Aufstellen von Metalldetektoren (durch die im Übrigen auch jeder Pilger in Mekka muss) werde ich nicht diskutieren.

Mit freundlichem Gruß

Johannes Kaufmann
Zentralredaktion, Wissenschaftsredakteur, Reporter

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Von: „Helmut Käß“ [mailto:helmut_kaess@web.de]
Gesendet: Dienstag, 25. Juli 2017 20:00
An: Redaktion Politik
Cc: Kaufmann, Johannes; Breyvogel, Dirk Clemens; Angela vorwerk; Ehab Abu El Auf; Prof. Prof. Dr. Johannes-Henrich Kirchner; „Schöbel Frieder“
Betreff: Besatzungsmacht ISRAEL – Jerusalem soll von palästinensischen Ureinwohnern „gereinigt“ werden…. SOLIDARITÄT – JETZT!!!!

Sehr geehrte Redaktion

Zu den aktuellen Vorgängen in Jerusalem eine Stimme der Palästinenser, als den rechtmäßigen Bewohnern von Ostjerusalem. Ich hatte an der eindrucksvollen Veranstaltung „50 Jahre israelische Besatzung“ in Frankfurt teilgenommen. http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=4486 Ich bin zu einem Gespräch gern bereit.

Vielleicht auch mit Angela Vorwerk, der Lehrerin, die die Nakbaausstellung 2012 in Braunschweig mit hochkarätiger Begleitung organisiert hat und einem Palästinenser der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft. Gern würde ich dabei auch mit Prof. Kirchner sprechen, dem Leiter der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. http://friedenszentrum.info/index.php/archivierte-artikel/2012/236-nach-der-nakba-ausstellung und http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=449

Vielleicht ist ein gemeinsames Gespräch möglich. In welcher Zusammensetzung es Ihnen günstig erscheint.

Herzliche Grüße

Helmut Käss

Tulpenweg 11, 38108 Braunschweig, Tel: 0049 531 350513 Mobile: 0176 381 376 31,

http://www.helmutkaess.de/Wordpress/, www.ippnw.de , http://www.friedenszentrum.info/,
Gesendet: Dienstag, 25. Juli 2017 um 19:17 Uhr
Von: „Angela Vorwerk“ <a.vorwerk@web.de>
An: „Helmut Käß“ <helmut_kaess@web.de>
Betreff: Fwd: Besatzungsmacht ISRAEL – Jerusalem soll von palästinensischen Ureinwohnern „gereinigt“ werden…. SOLIDARITÄT – JETZT!!!!
Wie gerade besprochen Gruß Angela
Anfang der weitergeleiteten Nachricht:
Von: Volksbücherei-International <buchinvo@t-online.de>

Betreff: Besatzungsmacht ISRAEL – Jerusalem soll von palästinensischen Ureinwohnern „gereinigt“ werden…. SOLIDARITÄT – JETZT!!!!

Datum: 24. Juli 2017 um 14:36:09 MESZ

Palästinensische Gemeinde Deutschland e.V.Kontakt  C/O Lafi KhalilClair Waldoff Promenade 10, 10557 BerlinTel: 01793223338khalillafi@hotmail.comoderTel.: 01715411168 , munir.hamad@t-online.de
Solidarität mit dem Aufstand der Mutigen in Alquds ( Jerusalem)!

Liebe Freunde des Friedens

liebe Freunde der Menschenrechte,

seit Jahren versucht die Besatzungsmacht Israel Ostjerusalem zu judaisieren und seine palästinensischen Ureinwohner zu vertreiben.

Der Marsch des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon auf das Gelände der Alaqsa Moschee im Jahre 2000 hat Tür und Tor für die Judaisierungsmaßnahmen und Vertreibungsversuche geöffnet. Überdies war genau das der Zündstoff der zweiten Intifada.

Nicht nur mit Landenteignung und Siedlungsbau versucht Israel den Menschen das Leben in Ostjerusalem unerträglich zu machen und ihnen ihren Lebensraum zu beschneiden. Dazu addieren sich der Entzug der Residenzsrechte, die Verweigerung von Renovierungsarbeiten an alten Wohnhäusern und Gebäuden sowie die Einschränkung des Baurechtes.

All das verdeutlicht immer wieder das erklärte Ziel: Ostjerusalem soll frei von Palästinensern sein.

Die andauernde Provokation radikaler Israelis und Sicherheitskräften in der Altstadt ist auffällig für jeden, der vor Ort war oder Berichte gesehen hat. Junge radikale Siedler unter dem Schutz der Besatzungsarmee demolieren täglich Verkaufsstände und greifen willkürlich Menschen in der Altstadt von Jerusalem an. Jeder, der wagt, Widerstand zu leisten oder sich wehrt, wird im besten Fall verhaftet oder im schlechtesten Fall sofort erschossen. Die Erklärung der Presseabteilung der Besatzungsarmee kommt prompt: „Es war eine versuchte Messerattacke auf die Sicherheitskräfte.“

Mit der Einschränkung des Zugangs zu den muslimischen und christlichen Heiligtümern erreicht die Provokation der Besatzungsmacht ihren Höhepunkt. Schließlich darf die Alaqsa Moschee nicht mehr besucht werden und auch der Felsendom wird den Gläubigen zum ersten Mal seit dem Beginn der Besatzung 1967 verschlossen.

Die Reaktion der palästinensischen Bewohner Jerusalems ist mehr als verständlich und nachvollziehbar. Die Solidarität der Palästinenser in Israel und aus den anderen Städten der Westbank und Gazastreifen macht deutlich, dass alle Versuche der Besatzungsmacht, das palästinensische Volk auseinander zu dividieren zum Scheitern verurteilt sind. Das Motto ist und bleibt „Ein Volk, ein Schicksal.“

Die Besatzung und ihre Institutionen im besetzen Ostjerusalem sind der Grund für die Demonstrationen und für den Widerstand der Palästinenser. Es geht dabei um so viel mehr als um einen freien Zugang zu den Heiligtümern. Es geht um die Beendigung der seit 50 Jahren andauernden Besatzung Palästinas und seiner Hauptstadt Ostjerusalem. Es geht auch darum, die andauernde Entrechtung seiner Ureinwohner zu beenden.

Wir von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland e.V (PGD) fordern die Bundeskanzlerin auf, den Weg des deutschen Außenministers Gabriels zu gehen und der israelischen Rechten sowie der Regierung die kalte Schulter zu zeigen. Deutschland kann nicht weiter der Unterstützer und Beschützer eines Besatzungsregimes sein, das Menschenrechte und internationales Recht mit Füßen tritt. Dies muss die eigentliche Lehre sein aus der Phase der dunklen deutschen Geschichte und deren Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Wir fordern die deutsche Regierung auf – soweit sie es ernst meint mit der Zwei-Staaten-Lösung – den Staat Palästina anzuerkennen. Das Versteckspiel hinter dem so genannten Friedensprozess, die Hinhalte-Manöver sowie die Scheck-Diplomatie haben nun ihr Ende erreicht.

Eine Besatzungsmacht kann nicht als Schützerin von elementaren Menschenrechten, wie der freie Zugang zu den Gebetshäusern, auftreten. Deshalb fordern wir die Entsendung von internationalen Schutztruppen für die christlichen und muslimischen Heiligtümer in Ostjerusalem.
PGD-Bundesvorstand

Berlin, 24.7.2017
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www.bib-jetzt.de
www.kopi-online.de
www.bds-kampagne.de
www.palaestina-portal.eu

 

Sicherung: http://helmutkaess.de/Wordpress/?p=5231

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Drohnen aus Deutschland

IPPNW Deutschland online hearing 

Am 17.09.2020

Vortrag von Reiner Braun:

Der heimliche Tod –
Drohnen aus Deutschland

Donnerstag, 17. August 2017  •  19 Uhr, Volkshochschule Haus Alte Waage 15

Er ist in Braunschweig geboren, ging zur Schule im Katharineum und studierte hier Geschichte. Er ist unter anderem einer der zwei Präsidenten des ältesten Friedensnetzwerks der Welt.

Die Airbase Ramstein ist die größte Air-Base außerhalb der USA, hat 52000 US Amerikanische Leute und 20.000, überwiegend wenig bezahlte Deutsche. Sie ist völlig untertunnelt.

Sie hat folgende Funktionen:

  1. Der Drohnenkrieg: Der Drohnenkrieg ist bisher ohne die Air-Base Ramstein nicht möglich. 5000 bis 8000 Einsätze gab es bisher mit 15000-18000 Toten, davon laut den Schätzungen etwa 80% Zivilisten. Die Tötungen sind völkerrechts- und Grundgesetzwidrig, da erstens zwischen Beteiligten und Zivilisten nicht unterschieden wird, zweitens die USA mit diesen Ländern nicht im Kriegszustand ist. Es existiert ein Vertrag zwischen den USA und Deutschland, in dem steht, dass von den stationierten Truppen keine völkerrechtswidrigen Kriege geführt werden dürfen.  Dies müsste zur Kündigung der Stationierungserlaubnis führen und damit zum Abzug binnen 24 Monaten. Die Kündigung müsste die deutsche Regierung auf Grund ihres Amtseides aussprechen. Wir müssten Druck auf die eigene Regierung ausüben, dass sie dieser Verpflichtung nachkommt. Schließlich darf von „Deutschem Boden kein Krieg ausgehen“.
  2. Sie ist die Einsatzzentrale der Atomwaffen, die in Europa gelagert sind. Seit dem 7. Juli diesen Jahres gilt der Atomwaffenverbotsvertrag der UN, sobald ihn 50 Staaten ratifiziert haben.
  3. Sie leitet die Raketenabwehr, die uns viel Geld kosten wird und die die Welt gefährlicher macht.
  4. Sie ist das hochausgebaute Logistikzentrum für die Luftwaffe, wobei die Munitionsvorräte unter der Air-Base lagern.
  5. Sie ist ein Spionagezentrum, wie wir seit Edward Snowden wissen, das die Ausspähung der Bevölkerung und der Industrie und der Politik koordiniert.
  6. Außerdem ist sie ein „Recreation Center“, ein „wieder Kampffähigmach“ Zentrum, mit einem geplanten 1 Milliarden Dollar Hospital für Kriegsverletzte, bei dem Deutschland 128 Millionen zuschießt, mit einer Rundumversorgung einschließlich Puff.

Die Region, in der dies stattfindet, bei Kaiserslautern, war eine Textilien herstellende Gegend, die diese Arbeit verloren hat.  Der Strukturwandel wurde kaum sozial abgefedert. Von daher ist die Region stark abhängig von dem militärischen Arbeitgeber.

Die Friedensbewegung arbeitet deshalb an einem Konversionsprogramm. (Das letzte Konversionsprogramm wurde ja in Ostdeutschland entwickelt, um das Verschwinden der Sowjetarmee zu kompensieren.) Dieses hat folgende Punkte:

  1. Den Ausbau des Tourismus, den der Pfälzer Wald, das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands nach dem Wegbleiben der quälenden Lärmbelästigung durch die Flugzeuge ermöglichen würde.
  2. Der Erhalt seltener Flora und Fauna in Naturparks, die durch die Militärgebiete ermöglicht wurden, ähnlich wie in Ostdeutschland.
  3. In diesem dreisprachigen Gebiet (Französisch, Englisch, Deutsch) der Aufbau eines großen Konversions- und Friedensforschungszentrums zusammen mit der Hochschule in Kaiserslautern.
  4. Für die großen Landebahnen denkt er an eine Gocart-Rennbahn…
  5. Die Wiederaufbereitung der vergifteten Erde ist wie bei der Sowjetarmee ein teures und arbeitsintensives Projekt.

Die Diskussion um die Schaffung von „guter Arbeit“ wühlt die Region auf.

Nun noch etwas zu den Drohnen: Es gibt Kampfdrohen und Beobachtungsdrohnen, wobei die zivilen Drohnen ambivalent beurteilt werden, aber schon für Feuerwehr und vielfältige Dinge eine wichtige Funktion haben. Es gibt inzwischen schon 900 Typen.

Die Entwicklung begann 1931, als Kriegswaffen werden sie seit dem jetzigen Afghanistankrieg genutzt, die Entwicklung begann dazu in den USA und Israel. Das ist ein Teil des asymmetrischen Krieges zwischen den hochentwickelten und den armen Ländern. Die Antwort auf diesen teuren Staatsterrorismus sind die Selbstmordanschläge, die zunehmend auch den Westen erreichen. Die Drohnenmorde haben seit Trump um 40% pro Zeiteinheit zugenommen. Der Drohnenterror ist in den betroffenen Regionen „sauschwer“ zu ertragen, er ist eine psychologische Folter, der durch die in 3-5 Kilometer Höhe operierenden Drohnen tagtäglich ausgelöst wird, und sicher die Bereitschaft zu Selbstmordattacken erhöht.

Politische Alternative ist zum Beispiel eine internationale Drohnenkonvention, deren Vorbereitung mit entsprechendem Auftrag an den Generalsekretär von der UN-Vollversammlung mit großer Mehrheit beschlossen wurde und empörenderweise von der Deutschen Regierung abgelehnt wurde.

In drei Wochen ist vom 3.-10. 9. eine Ramstein-Aktionswoche geplant: „Stop Airbase Ramstein“. https://www.ramstein-kampagne.eu/category/stopp-ramstein-2017/  Das ist „sexy“ und kommt an. Geplant ist erstens ein Friedenscamp mit voraussichtlich etwa 1000 Teilnehmern, wobei die geänderte Stimmung in der Region zum Beispiel durch das zur Verfügung stellen einer Wiese durch einen Bauern gekennzeichnet ist. Das wäre vor fünf Jahren noch nicht denkbar gewesen. (Auch wurden ihm bei einem lokalen Bäcker, als dieser hörte, dass es um eine Ramsteinaktion ging, 120 Restbrötchen kostenlos zur Verfügung gestellt.)

Zweitens werden Spitzenredner mit Daniele Ganser und Drewermann und Anne Wright kommen. Drittens wird ein Musikfestival mit u.a. Hallervorden, Patrice und Leslio Clio stattfinden. Mit einer Veranstaltung in der größten Kirche Kaiserslauterns.

Er überlegt, den Protest nach Berlin, nahe der Regierung, zu bringen, dort mit zwei zusätzlichen Themen, den Atomwaffen und der geplanten dramatischen Anhebung der Rüstungsausgaben, den „2%“ des Bruttosozialsprodukts.

Die Spendenbereitschaft für das Projekt ist groß. Nach 14.000€ Einzel-Spenden gab es eine Crowdfunding Operation mit 10.000 € Ergebnis, wobei das ganz überwiegend Kleinspenden waren.

Diskussion: Wie ist das mit dem Menschengerichtshof?: die internationale Rechtsanwaltsorganisation IALANA klagt zur Zeit vor dem Verfassungsgericht und wird bei mangelndem Erfolg es auch bei der EU versuchen. Leider gestehen die Richter der Politik einen großen außenpolitischen Spielraum zu und sie haben wenig Ahnung von der Thematik. Und sie sind von den Parteien in dieses Amt gewählt worden, weshalb sie auch weniger unparteiisch sind…

Roland Voigt, ein wichtiger Mann der Konversions AG aus Kaiserslautern, der in Ostdeutschland in dieser Thematik lange tätig war, ist zurückgekehrt und arbeitet dort weiter.

Über die fragliche Legalität der Regierung: Er ist der Auffassung, dass das Denken aus dem 19.Jahrhundert ist. Er betrachtet den 2+4 Vertrag als Ersatz eines Friedensvertrages, Deutschland ist nun souverän und kann den Stationierungsvertrag, wie oben gesagt, kündigen. Nicht ohne Grund baut die USA zur Zeit eine zweite Relaisstation in Sizilien: Um eine Alternative zu haben. Deutschland hat eine wichtige Rolle in Europa, wir müssen daher gegen unsere eigene Regierung aktiv werden.

Zur Rolle des Internationalen Gerichtshofes: Ein über 90-jähriger Staatsanwalt, der Nürnberg begleitet hat, fragt, wer klagt unsere prominenten Kriegsverbrecher, Bush, Blair, und Schröder, Scharping und Fischer vor dem internationalen Gerichtshof an. Solange nur afrikanische Potentaten angeklagt werden, wird das Gericht nicht besonders ernst genommen.

Es wird auch über eine „Prominentenblockade“ in Ramstein nachgedacht.

Er freut sich über die Vielfalt der Proteste. Wichtig ist die solidarische Zusammenarbeit. „Lasst tausend Blumen blühen“ und die internationale Abstimmung…

Wichtige Schlagworte von uns im Wahlkampf:

  • Keine 2%, statt dessen Rüstung herunterfahren
  • Atomwaffenvertrag unterzeichnen, Atomwaffen raus aus Deutschland!
  • Drohnenmorde stoppen
  • Rüstungsexporte stoppen

Helmut Käss

Eine Ankündigung:

Vortrag von Reiner Braun: Der heimliche Tod – Drohnen aus Deutschland,  Donnerstag, 17. August 2017  •  19 Uhr, Volkshochschule Haus Alte Waage 15

Der Tod durch Drohnen kommt in den Nachrichten selten vor. Und doch ist der Drohnenkrieg
inzwischen Alltag – nicht nur in Somalia, Afghanistan und Jemen. Auch in diesem Bereich wird die militärische Aufrüstung ausgeweitet: Die Bundesregierung will Drohnen in Israel bestellen und beteiligt sich an der Entwicklung der europäischen Drohne. Die Air Base Ramstein wird ausgebaut und Deutschland beteiligt sich daran, u.a. mit 180 Millionen Euro für ein neues Krankenhaus.
Dabei können Rüstungsausgaben auch in anderen Haushaltstiteln versteckt werden.
Drohnenkrieg bedeutet auch immer Ramstein. Ohne die Satelliten-Relais-Station in Deutschland wäre der tägliche mörderische Einsatz der Drohnen nicht möglich. Mit der »Kampagne STOPP Air Base Ramstein« fordern wir die Schließung dieser Air Base. Reiner Braun wird diese Kampagne vorstellen und zu aktuellen Drohnenentwicklungen und der Bedeutung der Airbase Ramstein in aktuellen Kriegen und Konflikten sprechen.

Reiner Braun ist Co-Präsident des Internationalen Friedensbüros (IPB) und Mitglied der Organisation »Internationale Juristen u. Juristinnen gegen den Atomkrieg« (IALANA)

Grüße    Hubert Schipmann

 

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Fragen zur Bundestagswahl an Carola Reimann

Meine Fragen zu Ihrer Kandidatur zum Bundestag

Ich bin an einer Beantwortung der sieben Fragen interessiert, die von dem Arbeitskreis Süd/Nord der Ärzte für den Frieden IPPNW (www.ippnw.de) für diese Wahl gestellt worden sind. Wir hoffen auf ein Exemplar der Antwort bei unserem Gespräch am 30.8. Wir werden ja dann auch die jeweiligen Meinungen auch zu diesen Themen austauschen können. Wir hoffen spätestens dann aber auch auf eine Beantwortung in diesem Forum.

Die IPPNW Deutschland ist Teil der Friedensbewegung und die größte berufsbezogene deutsche Friedensorganisation. Frieden ist unser zentrales Anliegen und somit für unsere Entscheidung zur Bundestagswahl auschlaggebend.
Als Mitglied der IPPNW bitte ich Sie als Kandidatin für den neuen Bundestag deshalb um Ihre konkrete Stellungnahme zu folgenden Fragen.
Ihrer Antwort sehe ich mit großem Interesse entgegen.

Mit freundlichen Grüßen Helmut Käss

Arbeitskreis Süd-Nord der IPPNW – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung e. V., Körtestraße 10 – 10967 Berlin – www.ippnw.de – kontakt@ippnw.de

 

Sind Sie für

1. die Abrüstung der Bundeswehr und Austritt Deutschlands aus den militärischen Strukturen der NATO und der EU? Ja Nein

Hier ist Platz für beliebig ausdehnbare Hinweise oder Kommentare

 

2. den Abzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen? Ja Nein

Kommentar:

 

3. ein Atomwaffenverbot durch die UN-Vollversammlung? Ja Nein

Kommentar:

 

4. den Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel und den Verzicht auf nukleare Teilhabe? Ja Nein

Kommentar:

 

5. die Kündigung des Truppenstationierungsvertrages, also Abzug aller ausländischen Truppen und Schließung ihrer Militärbasen? Ja Nein

Kommentar:

 

6. den Stopp aller Kriegswaffenexporte? Ja Nein

Kommentar:

 

7. die Beendigung der Sanktionen gegen Russland? Ja Nein

Kommentar:

 

Im Namen des Arbeitskreises Süd-Nord der IPPNW – Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzte in sozialer Verantwortung e. V., Körtestraße 10 – 10967 Berlin – www.ippnw.de – kontakt@ippnw.de

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wird immer reicher…

Dieser Satz war auf dem Sommerfest des AK der IPPNW Süd/Nord umstritten, daher noch ein paar Argumente.

„Die Menschheit wird immer reicher, da die Produktivität enorm angestiegen ist und sie immer weiter ansteigt. Daher sind alle materiellen Probleme lösbar.“

Es ist sicher keine Frage, dass die Menschheit viel mächtiger und reicher ist, als sie je war. Es ist ein Verteilungsproblem… 

Es ist so dass unsere Zunahme der Produktivität so groß ist, dass sie Einbussen durch eine langsamere Zunahme oder zeitweise Rückschritte problemlos verträgt. Die Menschheit hat genug, um alle Widerstände zu überwinden, wenn sie nicht konfrontativ, sondern kooperativ denkt. Wir in Deutschland vermindern unsere Zahl, weil es den meisten gut geht und die Leute im Durchschnitt den Stress der Kinder nur begrenzt ertragen wollen. Wenn es allen gut geht, wird dieses Denken auf die ganze Welt übergreifen. Daneben brauchen wir natürlich auch die offene Diskussion weltweit, zu der z.B. Michael Schmidt-Salomon aufruft, und wir brauchen Bildung für alle, damit z.B. keine Familie altertümlichen religiösen Vorstellungen zuliebe viele Kinder bekommt, sondern nur, wenn sie diese Kinder wirklich will und die Staatsverhältnisse es ermöglichen. Das ist bei Umwidmung der grotesken und laut Manifest von Russell und Einstein verbotenen Rüstungskosten und noch problemloser des Reichtums der Milliardäre problemlos möglich. Zu den Rüstungskosten: Wenn man seine Verteidigungsfähigkeit erhalten will, braucht man keine Panzer, Marschflugkörper, Bomber und Atomuboote. Man braucht Flak und Panzerfäuste und Computerspezialisten, die  viel billiger sind… 

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Vortrag von Roland Blach über die Ächtungsverhandlungen

Mit Hervorhebungen durch mich, Helmut Käss

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter für eine atomwaffenfreie Welt,

ich bedanke mich ganz herzlich dafür, heute hier in Braunschweig sprechen zu dürfen.

Wahrscheinlich wird dieser Tag, der 7. Juli 2017 in wenigen Jahren Eingang in die Geschichtsbücher weltweit gefunden haben. Nein, es geht nicht um den G 20 Gipfel. Denn genau um 16 Uhr 53 deutscher Zeit wurde der Vertrag zur Ächtung aller Atomwaffen an der UNO in New York verabschiedet.

Ein großer Tag für die Menschheit, ein großer Erfolg für die Zivilgesellschaft und über 130 Staaten, die mit Nachdruck seit vielen Jahren daran arbeiten.

Wir wissen uns dabei an diesem Wochenende in einer großen Gemeinschaft mit vielen Menschen weltweit, die die Augen nach New York richten und sich freuen. Allein in Deutschland beteiligen sich flächendeckend bis zu 240 (von 500) Mayors for Peace Städten am mittlerweile sechsten Flaggentag – mit vielen begleitenden Veranstaltungen wie in Braunschweig, Wolfenbüttel, Salzgitter, Wolfsburg und Hannover. Wenn wir in ein paar Jahrzehnten zurückblicken werden, könnte dieser Tag zu einer Zäsur der Ordnung nach dem 2. Weltkrieg geführt haben.

Bei aller Freude über den zu erwartenden Vertrag: es sind nicht alle Wünsche erfüllt, die wir als Friedensbewegung gehabt haben und zweitens wir haben noch sehr viel zu tun, damit er wirksam wird.

Blicken wir zunächst zurück an den Ausgangspunkt dieses historischen Moments: das Desaster des 2. Weltkriegs, den Beginn der Atomwaffenforschung in Deutschland, das geheime Manhattan Projekt in den USA, der erste Atomtest in der Wüste New Mexicos am 16. Juli 1945, fast auf den Tag genau vor 72 Jahren. Wenige Tage später erteilte US Präsident Truman, nach allem was wir wissen, von seiner Villa in Potsdam aus den Befehl zum Abwurf der ersten Atombombe auf Hiroshima.

Die infernalischen, unvorstellbaren Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 mit Hunderttausenden Toten und Auswirkungen auf die Nachkommen bis heute standen am schrecklichen Ende des furchtbaren 2. Weltkriegs. Und das schlimme daran: es gab kaum Möglichkeiten, den Überlebenden der Explosion zu helfen.

Gleichzeitig markierten sie den Auftakt des kalten Krieges und eines ungeheuren Rüstungswettlaufs zwischen Ost und West, zwischen Russland und den USA, zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, in welchem ein unvorstellbares atomares Vernichtungspotenzial aufgebaut wurde und die Welt manches Mal an den Rand des Abgrunds brachte, z. B. in der Kubakrise oder 1983, als der mutige russische General Petrov nur wenige Minuten Zeit hatte, zu entscheiden ob er den roten Knopf drücken sollte, weil es Meldungen gegeben hatte, die USA hätten Atomraketen Richtung Sowjetunion abgefeuert.

Das atomare Wettrüsten kostete Menschen in den Versuchsgebieten u.a. auf den Marshallinseln, in Polynesien, in Nevada, Kasachstan, Algerien direkt das Leben. Die bei 2000 Atomtests freigesetzte Radioaktivität verstrahlte weite Landstriche und verursachte zahllose Krebstote. Gleichzeitig bedeutet der Abbau von Uran für die Atomwaffenarsenale eine ökologische Katastrophe mit fatalen Folgen für die betroffenen Menschen – bis heute.

Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viel Geld dafür ausgegeben wurde und damit einer sinnvollen und friedlichen Entwicklung der Menschheit entzogen wurde. Nach amerikanischen Schätzungen sind ein Drittel aller Rüstungsausgaben auf die Atomrüstung entfallen.

Zunächst die USA, sowie fortan die Sowjetunion, Frankreich, Großbritannien und die Volksrepublik China beherrschten und zementierten fortan mit ihren Atomwaffenarsenalen die Weltordnung der Nachkriegszeit und bestimmen sie letztlich bis heute durch ihren ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat der UNO. In ihrem Gefolge die späteren Atomwaffenstaaten Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea sowie alle Staaten, die unter dem „nuklearen Schutzschirm“ der NATO stehen.

Gleichzeitig wurde sehr früh erkannt, welch Wahnsinn die Forschung, Entwicklung, Produktion und Einsatz dieser Massenvernichtungswaffen haben. Proteste vielfältiger Art führten zu wichtigen Verträgen und Abrüstungsmaßnahmen, auf die ich gerne im Folgenden eingehen werde. Es sind teilweise Meilensteine, ohne die die aktuellen Verhandlungen für ein Atomwaffenverbot nicht denkbar wären.

Bereits am 24. Januar 1946 forderte die Generalversammlung der Vereinten Nationen in ihrer ersten Resolution die vollständige Abschaffung von Nuklearwaffen und rief eine Kommission ins Leben, die sich mit dem Problem dieser Entwicklung auseinandersetzt.

Am 9. Juli 1955 wurde das Russell-Einstein Manifest veröffentlicht. Dieses beeindruckende Dokument von insgesamt 10 namhaften Wissenschaftlern ging zurück auf ein Gespräch zwischen Bertrand Russell und Albert Einstein, der im April 1955 verstorben war und seine Unterschrift in den letzten Tagen seines Lebens gegeben hatte. Der konkrete zeitliche Bezug auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs waren die vom Februar bis zum Mai 1954 von den USA vorgenommenen fünf Wasserstoffbombenversuche auf dem Bikini-Atoll, die große Gebiete verstrahlt hatten. Radioaktiver Niederschlag wurde in seiner zerstörerischen Wirkung nach den Bravo-Tests und nach der damit bewirkten Verseuchung der Inselbewohner und der Besatzung eines japanischen Fischerboots zu einem weltweit diskutierten Thema. Der jüngste Unterzeichner, Joseph Rotblat, hatte am Manhattan-Projekt teilgenommen. Er wurde in den folgenden Jahrzehnten der aktivste Verfechter der Inhalte des Manifests. Darin heißt es:

  • Die Menschheit solle sich bewusst werden, dass mit dem Einsatz von Wasserstoffbomben nicht „nur“ Städte ausgelöscht würden, sondern die Existenz der gesamten Menschheit bedroht werde.
  • Die massive Dezimierung der Bestände an Nuklearwaffen sei ein wichtiger erster Schritt zum Abbau von internationalen Spannungen.
  • Die friedliche Lösung internationaler Konflikte sei eine Notwendigkeit.
  • Nur durch die Rückbesinnung auf die eigene Menschlichkeit und die bewusste Entscheidung gegen bewaffnete Konflikte könne der Fortbestand der Menschheit gesichert werden.

In einer gemeinsamen Erklärung wandten sich vor sechzig Jahren, am 12. April 1957 die Göttinger Achtzehn – eine Gruppe von 18 hochangesehenen Atomforschern aus der Bundesrepublik Deutschland (darunter die Nobelpreisträger Otto Hahn, Max Born und Werner Heisenberg) gegen die damals namentlich von Bundeskanzler Konrad Adenauer und Verteidigungsminister Franz Josef Strauß angestrebte Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen. Unmittelbarer Anlass war eine Äußerung Adenauers vor der Presse am 5. April 1957, in der er taktische Atomwaffen lediglich eine „Weiterentwicklung der Artillerie“ nannte und forderte, auch die Bundeswehr müsse mit diesen „beinahe normalen Waffen“ ausgerüstet werden. Leider setzten sich die Wissenschaftler ausdrücklich für die friedliche Verwendung der Atomenergie ein.

Am 17. Februar 1958, also vor fast 60 Jahren, bildete sich in Großbritannien die Abrüstungsinitiative „Campaign for Nuclear Disarmament“ Das Logo der Organisation (das sogenannte Peacezeichen) entwickelt sich zu einem der bekanntesten Symbolen auf der ganzen Welt. Der Beginn der langen Ostermarschtradition.

Nach großen Demonstrationen gegen Atomwaffentests in Europa und Amerika wurde am 5. August 1963 der partielle Teststoppvertrag in Moskau unterzeichnet, der Atomwaffentests in der Luft, im Weltraum und unter Wasser verbietet.

Bereits vor fünfzig Jahren, am 14. Februar 1967, wurde Lateinamerika atomwaffenfrei. Im „Vertrag von Tlatelolco“ verpflichten sich die Unterzeichnenden keine Nuklearwaffen herzustellen, zu testen oder zu erwerben.

Mit Unterzeichnung des Nichtverbreitungsvertrages am 1. Juli 1968 verpflichten sich Nicht-Nuklearwaffenstaaten, keine Nuklearwaffen zu erwerben, während sich Nuklearwaffenstaaten rechtlich zur Abrüstung verpflichten. Einer der wichtigsten Abrüstungsverträge überhaupt wird damit im kommenden Jahr 50 Jahre alt.

Nach dem NATO-Doppelbeschluss gingen in den 1980er Jahren Millionen Menschen weltweit auf die Straße. Die Zahl der Atomwaffen in den Arsenalen erreicht mit fast 70.000 ihren Höhepunkt seit 1945. Die Massenproteste in Deutschland mit Großdemonstrationen, Menschenketten und Blockaden sorgten auch für einen Stimmungswandel in der Sowjetunion, wie der damalige Präsident Gorbatschow erst jüngst wieder bestätigte. Er und US-Präsident Reagan entwickelten die Vision einer atomwaffenfreien Welt und unterzeichneten vor dreißig Jahren, im Dezember 1987, den INF-Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme. Damit wurde beschlossen, dass alle in ihrem Besitz befindlichen landgestützten Raketen mit einer Reichweite zwischen 500 und 5000 Kilometern zerstört werden sollen.

Mit dem Fall der Mauer und der Überwindung der Ost-West-Konfrontation schien es für eine kurze Zeit möglich, weitere weitreichende Abrüstungsschritte in Gang zu setzen. Und in der Tat wurden die Atomwaffenarsenale auch massiv abgebaut.

Ich selbst begann 1995, mich in der Gewaltfreien Aktion Atomwaffen Abschaffen und im bundesweiten Trägerkreis „Atomwaffen abschaffen – bei uns anfangen“ zu engagieren. Just zu der Zeit, als die Öffentlichkeit nach längerer Zeit mit den Atomtests Frankreichs wieder auf das Thema aufmerksam wurde und immer noch 40.000 Atomwaffen die Menschheit bedrohte.

1996 kann als ein wegweisendes Jahr betrachtet werden: Südostasien wie Afrika wurden zur nuklearwaffenfreien Zone, die Ukraine zu einem nuklearwaffenfreien Land, nachdem der letzte Nuklearsprengkopf aus der Sowjetzeit zur Vernichtung nach Russland gebracht wurde. Der Internationale Gerichtshof erklärte in einem Gutachten am 8. Juli den Einsatz von und Androhung mit dem Einsatz von Atomwaffen für völkerrechtswidrig. Erst mit der Einführung des Flaggentags der deutschen Mayors for Peace 2012 wurde diese historische Entscheidung einer breiteren Öffentlichkeit richtig bewusst. Zuvor bezogen sich insbesondere Friedensaktivisten und –aktivistinnen sowie Juristen und Juristinnen darauf. Am 24. September wurde der Vertrag über ein umfassendes Verbot von Nukleartests der Vereinten Nationen unterzeichnet, auch von allen offiziellen Atomwaffenmächten.

Ja und schließlich machten wir ab 1996 Büchel als einer der damals letzten verbliebenen Atomwaffenstandorte in Deutschland bekannt, mit vielfältigen Protesten bis hin zu Go-Ins.

Bereits im März 1997 rief das europäische Parlament seine Mitgliedsstaaten auf, die Aufnahme von Verhandlungen über eine Nuklearwaffenkonvention zu unterstützen. Wenige Jahre später wurde der Entwurf einer solchen Konvention als offizielles Dokument bei der UNO hinterlegt.

Am Ende der 6. Überprüfungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrags im Mai 2000 in New York. verabschiedeten die Unterzeichnerstaaten die „13 Schritte”, systematische Maßnahmen zur Umsetzung des Artikel VI des Vertrags, die sogenannte Abrüstungsverpflichtung mit dem Ziel einer vollständigen Abschaffung alle Atomwaffen.

Im neuen Jahrtausend beanspruchte George W. Bush die Führung im Kampf gegen Terrorismus. Wegen „veränderter Sicherheitslage“ nach dem Anschlag am 11. September 2001 verloren die USA das Interesse an multilateralen Verträgen und bauten ein Raketenabwehrsystem auf. Das Vertrauen der 90er Jahre bröckelte. Erst mit der Wahl Barack Obamas 2008 kam wieder Hoffnung auf.

Doch der neue US-Präsident und baldige Friedensnobelpreisträger hatte Schwierigkeiten, auf seine durchaus beeindruckende Prager Rede 2009 Taten folgen zu lassen. Die ersten Erfolge mit dem neuen START-Vertrag und veränderte Atomwaffendoktrin wurden schnell mit hohen Ausgaben für aufwendige Modernisierungspläne konterkariert.

Der Atomwaffenverbotsvertrag ist ein Schritt auf dem Weg zu gemeinsamer Sicherheit aller Völker. Während andere Massenvernichtungswaffen durch internationale Verträge geächtet werden, besteht bei Atomwaffen eine völkerrechtliche Lücke. 49 Jahre Atomwaffensperrvertrag haben die Entstehung von neuen Atomwaffenstaaten wie Nordkorea, Indien, Pakistan und Israel nicht verhindern können. Im Gegenteil: Der Vertrag ist immer brüchiger geworden.

Mit Blick auf die humanitären Konsequenzen von Atomwaffen wurde ab 2012 die Initiative unternommen, dieses Verbot durchzusetzen.

Jeder einzelne Einsatz einer Nuklearwaffe würde katastrophale Auswirkungen haben. Effektive humanitäre Hilfe wäre nicht möglich und die Folgen radioaktiver Strahlung für die Menschen würden auch Jahre nach der eigentlichen Explosion für Leid und Todesfälle sorgen. Die Vernichtung von Nuklearwaffen – durch einen umfassenden Vertrag – ist die einzige Garantie, dass sie nicht eingesetzt werden.

Selbst wenn Nuklearwaffen nie wieder zur Explosion gebracht würden, haben allein die Produktion, Tests und Lagerung von Nuklearwaffen untragbare Auswirkungen, die bereits jetzt für viele Menschen weltweit eine persönliche Katastrophe und eine Katastrophe für die Gesellschaft insgesamt darstellen. Auch dieses humanitäre Leid musste zu verstärkten Bemühungen eines Verbotes von Nuklearwaffen führen.

So kommentierte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz bereits 2010:

Atomwaffen sind einzigartig in ihrer Zerstörungskraft, im entsetzlichen menschlichen Leid, das sie verursachen, in der Unmöglichkeit, ihre Auswirkungen in Raum und Zeit zu steuern, und in der Gefahr, die sie für die Umwelt, zukünftige Generationen und selbst für das Überleben der Menschheit darstellen.“

Das Rote Kreuz war damit insbesondere neben der international campaign to abolish nuclear weapons ICAN, den internationalen Ärzten zur Verhütung eines Atomkriegs sowie Staaten wie Norwegen, Mexiko und Österreich federführend dafür verantwortlich, dass sich ab 2013 drei Konferenzen diesem humanitären Gedanken widmeten. Staatskonferenzen, in denen aber Akteure der Zivilgesellschaft eine begleitende partizipative Rolle spielten. Wichtig war dabei auch, dass das weltweite Netzwerk der Mayors for Peace als Unterstützer bis heute zu sehen ist. Mit mittlerweile über 7.000 Städten weltweit, mit einer eigenen Kampagne zur Abschaffung aller Atomwaffen und dem Projekt „Städte sind keine Zielscheiben“.

Österreich schritt schlussendlich Ende 2015 voran, diese völkerrechtliche Lücke zu schließen und Staaten um sich herum zu versammeln.

Nach vielen Beratungen in der sogenannten Open Ended Working Group beschloss im Oktober 2016 eine breite Mehrheit von über 130 Staaten im First Comitee der UN Generalversammlung die Aufnahme von Verhandlungen für ein Atomwaffenverbot. Am 23. Dezember 2016 bekräftigte die UN Generalversammlung selbst diesen Beschluss mit ähnlich breiter Mehrheit, Konferenzen für Verhandlungen zu einem Atomwaffenverbot einzuberufen. Deutschland selbst hatte wie die meisten NATO-Staaten gegen die Resolution gestimmt.

In zwei Verhandlungsrunden – vom 27.-31. März und seit 15. Juni bis heute – diskutieren bis zu 134 Staaten nun über einen Vertrag, der die Ächtung und Abschaffung dieser Massenvernichtungswaffen zum Ziel hat. Besonders spannend und wegweisend: etliche Nichtregierungsorganisationen sind in diese Verhandlungen mit ihrer Expertise kooperativ eingebunden.

Alle Atomwaffenstaaten fehlen bei den Verhandlungen, die von den Medien gerne als „Aufstand der nuklearen Habenichtse“ bezeichnet werden, genauso wie alle NATO-Saaten, bis auf die Niederlande. Aber auch Japan nimmt nicht teil.

Noch Anfang Juni baten Sascha Hach, Geschäftsführender Vorstand ICAN Deutschland, Alex Rosen, Vorstand IPPNW Deutschland, Thomas Gebauer, Geschäftsführer medico international, Horst-Peter Rauguth, Geistlicher Beirat pax Christi deutsche Sektion, Paul Russmann, Geschäftsführer Ohne Rüstung Leben, Marion Lieser, Geschäftsführerin Oxfam Deutschland, Barbara Happe, Leiterin Büro Berlin urgewald und ich als Landesgeschäftsführer der DFG-VK Baden-Württemberg Außenminister Gabriel eindringlich an den Verhandlungen teilzunehmen. Kurz nachdem der evangelische Kirchentag sich ebenso klar dazu äußerte. Ich zitiere große Auszüge aus dem Brief, weil er die Argumente und Positionen der laufenden Verhandlungen wunderbar mit aufgegriffen hat:

Atomwaffen sind die einzigen Massenvernichtungswaffen, die noch nicht völkerrechtlich verboten sind, obgleich der Internationale Gerichtshof ihnen in seinem historischen Gutachten von 1996 bescheinigt hat, sämtliche Attribute inhumaner Kriegsführung zu verkörpern. Ihre Ächtung wäre ein wichtiger Schritt, um die nukleare Abrüstung voranzutreiben, eine weitere Barriere gegen die Weiterverbreitung der Kernwaffen zu errichten und sich dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt zu nähern. Dieses positive Urteil gilt – wie für alle internationalen Verträge – auch, wenn nicht alle Staaten diesen Schritt von Anfang an mitgehen.

Die Bundesregierung begründet ihre Weigerung, sich an den Verhandlungen zu beteiligen, mit der Nicht-Teilnahme der Nuklearwaffenstaaten und der Sorge, ein Nuklearwaffenverbot könne dem Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag (NVV) schaden. Ein Verbotsvertrag wäre jedoch mit dem NVV umstandslos vereinbar, da dieser bereits die Absicht der völkerrechtlichen Ächtung von Atomwaffen enthält und auch der Wortlaut des Art. VI – der Bestimmung über Abrüstung – dem nicht widerspricht. Die erste Verhandlungsrunde hat gezeigt, dass sich die teilnehmenden Staaten darin einig sind, die Kompatibilität mit dem NVV sowie dessen Ziele im Vertragswerk zu verankern.

Nur am Verhandlungstisch kann sich Deutschland konstruktiv und nachhaltig für die Einbettung eines Atomwaffenverbotes in die bestehende Rüstungskontrollarchitektur und die Kompatibilität mit dem NVV einsetzen – wer nicht am Tisch sitzt, bestimmt auch nicht mit.

Durch die Teilnahme an den Verhandlungen zu einem Atomwaffenverbot könnte Deutschland ein Zeichen gegen die weltweiten nuklearen Aufrüstungstendenzen und das gefährliche geopolitische Konkurrenzgebaren der Großmächte setzen. Sie könnte damit ein deutliches Signal für die friedensstiftende Kraft des Multilateralismus und des Völkerrechts und für das Ziel einer auf Kooperation ruhenden Weltordnung aussenden und Gleichgesinnte damit stärken.

Atomwaffen sind tödliche Bedrohungen für die Menschheit und unseren Planeten. Noch immer gibt es ca. 14 900 Atomwaffen, von denen rund 1 800 ständig einsatzbereit sind und binnen Minuten abgefeuert werden können. Ihre unbeherrschbare Zerstörungskraft sowie die katastrophalen humanitären und ökologischen Auswirkungen ihres Einsatzes verbieten es auch, im Rahmen einer Abschreckungspolitik mit Atomwaffen zu drohen oder die eigene Sicherheitspolitik auf Nuklearwaffenarsenale zu gründen. Es wäre gerade heute unverantwortlich, sich darauf zu verlassen, dass es einen verantwortungsbewussten Umgang mit diesen Waffen geben kann, der die Welt, die Allianz oder das eigene Land tatsächlich sicherer macht.“

Der uns bekannte Vertragstext ist das Ergebnis einer zielgerichteten konstruktiven Debatte, die mit einem hohen Tempo daran arbeitet, heute mit einem Atomwaffenverbotsvertrag die Konferenz abschließen zu können. Förderlich für die Diskussion ist unbedingt, dass inhaltliche Blockaden wie bei den Konferenzen über den Nichtverbreitungsvertrag nicht erfolgten und sich das Konsensprinzip als sehr produktiv darstellte. Auf viele Argumente, die in den Brief genannt wurden, sind die Konferenzteilnehmer mit großer Ernsthaftigkeit eingegangen.

Die Präambel des Vertrages beinhaltet die politische Grundaussage, dass die atomare Aufrüstung als falsch anerkannt wird und die ökonomischen, ökologischen, humanitären und sicherheitspolitischen Herausforderungen von Atomwaffen als bekannt vorausgesetzt werden.

Dabei war im Hintergrund das Thema präsent, wie das Verhältnis zu den bestehenden Verträgen gestaltet werden sollte. Bereits festgeschriebene, gültige Standards sollen Bestand haben und die Überprüfungs- und Kontrollmechanismen sollen auch dann gelten, wenn ein Staat aus dem Vertrag austritt. Andererseits sollen Zusatzprotokolle Standards erweitern können. Über Verifikationsmaßnahmen muss noch abschließend verhandelt werden. Allerdings wurde festgehalten, dass die Internationale Atomenergie-Organisation jedoch kein Mandat für Verhandlungen hätte.

Mit diesem im Konsens erarbeiteten Vertragswerk erhalten die Nichtatomwaffenstaaten und die Zivilgesellschaft (IALANA, ICAN, IPPNW u.a.) ein sehr viel größeres Gewicht. Die herausgehobene Position der Atomwaffenstaaten, wie sie im bestehenden Nichtverbreitungsvertrag mit ihrem Vetorecht besteht, fehlt oder ist ausgehebelt. Der Vertrag, so wie er jetzt schon vorliegt, enthält sehr viele positive Ansätze und geht weit über das bisher gesetzlich Geregelte hinaus.

Nach meinen Informationen aus New York bedeutet dies konkret: Das Verbot von Atomwaffen gilt für alle Staaten, die atomwaffenfreien und die atomwaffenbesitzenden. Die Kontrolle erfolgt gemeinsam. Es beinhaltet die Lagerung, den Besitz, die Entwicklung, den Transit, die Androhung mit einem Einsatz, die Vorbereitung eines Einsatzes und den Einsatz selbst. Die nukleare Abschreckung wie wir sie seit 70 Jahren kennen, ist damit verboten. Atomwaffen sind mit dem Vertrag delegitimiert und stigmatisiert.

Was bedeutet das in der Konsequenz: wenn Deutschland dem Vertrag beitritt, muss die Stationierung in Büchel beendet werden. Banken dürften keine Atomwaffenprogramme mehr finanzieren.

Der Vertrag bietet eine sehr gute Grundlage für weitere Verhandlungen und für die Entwicklung zu einer atomwaffenfreien Welt. Es ist ein Durchbruch, mit dem wir so vor einigen Jahren nicht rechnen konnten. Trotzdem müssen auch zwei Kritikpunkte genannt werden: das in der Präambel festgeschriebene Recht auf zivile Nutzung der Atomenergie und die Möglichkeit zum Austritt aus dem Vertrag.

Wenn 50 Staaten unterschreiben und ratifizieren, erhält er seine bindende Verpflichtung. Nach Bedarf können Konferenzen einberufen werden, die dann Verbesserungen erarbeiten und im Konsensprinzip in das Vertragswerk einfügen können.

Die Verhandlungen sind in ihrem Verlauf eine Blamage für Nichtbeteiligte Staaten, insbesondere für Länder wie Japan und Deutschland. Als einziger Nato-Staat waren die Niederlande bemüht die Bedenken der NATO in die Verhandlungen mit einzubringen.

Mit dem Verbot ist zwar keine einzige Atomwaffe mehr abgerüstet. Der Legitimationsdruck auf die Atomwaffenmächte und ihre Verbündeten steigt enorm an, gerade auch Konflikte wie in Nordkorea, in denen Atomwaffen eine wichtige Rolle spielen, NICHT militärisch sondern über Dialog, Verhandlungen und Interessensausgleich zu lösen.

Die Verbotsverhandlungen sind gerade jetzt umso wichtiger, da die Frage der atomaren Rüstung immer stärker in den Fokus gerät. Erst Anfang dieser Woche berichteten die Medien ausführlich über die neuesten Zahlen des Friedenforschungsinstitut SIPRI. Die Arsenale aller Atomwaffenstaaten werden unter dem Vorwand der „Modernisierung“ aufgerüstet, besonders die Trägersysteme. Die meisten dieser Staaten sind in brisante geostrategische Konflikte verwickelt: Syrien, Ukraine, koreanische Halbinsel.

In den Militär- und Sicherheitsdoktrinen nehmen die atomaren Waffen an Bedeutung wieder zu. Wir stehen vor einem zweiten „Frühling“ einer atomaren Aufrüstung. Gemeinsam ist allen Nuklearwaffen besitzenden Staaten, dass sie behaupten, die anderen Nuklearmächte würden sie zur neuen Aufrüstung zwingen. Keiner sieht sich als treibende Kraft, alle wollen nur Getriebene sein. (…und treiben selbst voran)

Die USA planen über eine Billionen (1000 Milliarden) Dollar in die Umrüstung ihrer Nukleartriade im nächsten Jahrzehnt zu investieren. Dies betrifft auch die in Büchel stationierten Atombomben, um sie zielgenauer zu machen und so die Einsatzschwelle dieser neuen Generation von Atomwaffen erheblich zu senken. Die Bundesregierung beteiligt sich bereits mit geschätzten 100 Millionen Euro an der Modernisierung der Tornado-Flugzeuge.

Großbritannien hat beschlossen, für 100 Milliarden Pfund ihre Nuklearflotte zu erneuern. Das zunächst angeblich gegen den Iran gerichtete Raketenabwehrsystem der NATO in Europa wird weiter ausgebaut, um sich „unverwundbarer“ zu machen. Russland hat schon ein umfassendes Modernisierungs- und Neuanschaffungsprogramm seines Nukleararsenals (incl. einer neuen atomar bestückten strategischen Rakete) angekündigt. Mit Verweis auf die neue nukleare Aufrüstung von NATO-Staaten und die bestehende Erstschlagsoption der NATO will sie ihre Zusage, Nuklearwaffen nicht als erstes einzusetzen, zurücknehmen und droht mit der Kündigung des INF-Vertrags.

Die VR China bereiten sich gerade darauf vor, ihr Nukleararsenal in eine raschere Abschussbereitschaft umzustellen. Indien plant als Konkurrent zu China im asiatisch-pazifischen Raum mit Verweis auf die anderen nuklearen Konkurrenten nuklear Schritt zu halten. Pakistan will mit Verweis auf die militärische Überlegenheit Indiens nuklear nachziehen. Der nordkoreanische Raketentest im Vorfeld des „G-20 Gipfels“ in Hamburg und die ständige Gefahr der Eskalation zeigt, wie dringend die Weltgemeinschaft gemeinsame, in den Vereinten Nationen beschlossene Verträge braucht, um die wachsende Kriegsgefahr einzudämmen.

Eine Woche nach Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Trump wurde die sogenannte Doomsday clock am 26. Januar auf zweieinhalb Minuten vor Zwölf gestellt. Mit Verweis auf diese große neue Aufrüstungswelle und die Unberechenbarkeit u.a. von Trump selbst. Die Gefahr eines Atomkrieges ist damit so groß wie zuletzt Anfang der 50er Jahre zu Zeiten des Koreakrieges!

Seit der Wahl Trumps im November 2016 wird durch Politiker und relevante Massenmedien (FAZ, Die Zeit, ARD usw.) eine starke europäische Verteidigungspolitik eingefordert,  bei der auch eine gemeinsame europäische Atombombe eine Rolle spielen soll – sogar eine deutsche Atombombe ist kein Tabu mehr.

Ohne den Antrieb und Druck der Zivilgesellschaft, zu der sich die Kampagne „Büchel ist überall! Atomwaffenfrei.jetzt“ zählt, wird die Bundesregierung weiter auf Lippenbekenntnisse und auf die überwunden geglaubte Abschreckungslogik setzen. Wir sehen uns dabei gestärkt von der Zustimmung einer großen Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland (Forsa-Umfrage vom März 2016). Rund 85% der Befragten sprachen sich dafür aus, dass die auf deutschem Boden gelagerten Atomwaffen abgezogen werden. 93% befürworteten sogar, dass Atomwaffen, ähnlich wie Chemie- und Biowaffen, völkerrechtlich verboten werden sollen. 88% sprachen sich dagegen aus, dass die USA aufgerüstete Atomwaffen in Deutschland neu stationieren.

Es ist unsere Aufgabe, das Thema Atomwaffen im Bundestagswahlkampf noch breiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Druck auf die Politik müssen wir sichtbar erhöhen um zu erreichen, dass unsere Forderungen in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden.

  • Stopp der nuklearen Aufrüstung
  • Abzug der Atomwaffen aus Büchel
  • Ein Verbot von Atomwaffen

Nach der Bundestagswahl gilt es, die Bundesregierung dazu zu bringen, dem Verbotsvertrag beizutreten.

Unsere Aufgabe ist gleichzeitig Büchel als einen Protestort der Anti-Atomwaffen-Bewegung noch weiter zu stärken und bekannt zu machen. Wir wollen in und um Büchel Strukturen aufbauen, Kontakt mit den Menschen vor Ort verbessern (die z.B. wirtschaftlich Einbußen durch einen Abzug fürchten), den Protest vor Ort mit Aktionen zuspitzen und bundesweit bekannt machen. Seit 26. März und bis 9. August findet wie bereits 2016 eine zwanzigwöchige Aktionspräsenz statt – mit gesteigertem Interesse. Gestern hat der Trierer Bischof Ackermann dort eine Andacht gehalten. Am 15. Juli wird Konstantin Wecker mit vielen regionalen Musikern in Büchel spielen – im Rahmen einer internationalen Aktionswoche.

Zum anderen liegt in der Fokussierung auf Büchel die Überlegung, dass ein Abzug der Atomwaffen das Ende der nuklearen Teilhabe Deutschlands bewirken könnte und damit einen Dominoeffekt hätte. So hat beispielsweise das niederländische Parlament angekündigt, ihre nukleare Teilhabe zu beenden, wenn ein anderes Land vorangehen würde. Ein Abzug hätte daher vor allem auf Bündnispartner enorme internationale Signalwirkung.

Gleichzeitig müssen wir den Druck in die Fläche tragen. Es ist bereits ein großartiger Erfolg, dass sich an diesem Wochenende 240 Städte für ein Atomwaffenverbot einsetzen. Wir sollten alle weiteren 260 Städte der Mayors for Peace ebenso dazu ermutigen, in den kommenden Wochen und Monaten aktiv zu werden.

In der Presseerklärung aus der Mayors for Peace-Stadt Hannover heißt es dazu: „Immer mehr Städte beteiligen sich am Flaggentag der Bürgermeister für den Frieden. Städte sind zunehmend besorgt über den Stillstand der Abrüstungsbemühungen. Gerade jetzt braucht es viele Stimmen, die sich für die Ächtung der Atomwaffen einsetzen. Die Nichtnuklearstaaten haben mit ihren Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot ein weiteres internationales Forum geschaffen, um den Druck zur nuklearen Abrüstung zu erhöhen.“

Die Mayors for Peace appellieren daher an die Bundesregierung, zukünftig alle Bemühungen zur atomaren Abrüstung ernsthaft und konstruktiv zu begleiten. Nagasakis Bürgermeister Taue drängte bei der UNO, alle Staaten an den Verhandlungen zum Atomwaffenverbotsvertrag teilzunehmen. Taue forderte die Atomwaffenstaaten und die Staaten unter nuklearen Schutzschirmen auf, „Sicherheitspolitik zu entwickeln, die nicht auf Atomwaffen beruht.“

Am 5. August werden wir Anzeigen zum Verbot in mehreren Zeitungen schalten und benötigen auch eure Unterstützung.

Bis kurz vor der Bundestagswahl wollen wir die bislang gesammelten etwa 17.000 Unterschriften mit unseren Kampagnenforderungen vervielfachen – online und offline. Bitte helft dabei mit. Nutzen wir den Hiroshima- und Nagasaki-Gedenktag am 6. und 9. August. Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen wollen wir die Listen übergeben.

Wir dürfen und werden nicht locker lassen, wenn es darum geht, die vollständige atomare Abrüstung zu bewirken. Das kostet Kraft. Aber es lohnt sehr wie die Vergangenheit gezeigt hat.

Wir wissen uns dabei in Übereinstimmung mit vielen engagierten Menschen auf der ganzen Welt, allen voran Papst Franziskus.

Um das breiter werdende Engagement in Deutschland weiter zu koordinieren und die Gruppen zu ermutigen, braucht unsere Kampagne „Büchel ist überall. Atomwaffenfrei.jetzt“ Unterstützung. Personell, finanziell und/oder mit Mitgliedschaft im Trägerkreis „Atomwaffen abschaffen bei uns anfangen“.

Zum Schluss möchte ich meine Erlebnisse unserer Pacemakers Reformations-Tour für nukleare Abrüstung teilen. Seit 2005 habe ich mittlerweile 17 ein- und mehrtägige solcher Raddemonstrationen für Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer organisiert. Sie dokumentieren den langen Atem der Friedensbewegung als Schrittmacher für eine friedliche und gerechte Welt ohne Atomwaffen. Die Beteiligten sind dabei in der Regel abseits des Radfahrens nicht friedenspolitisch aktiv. Umso beeindruckender sind vielfach die Erfahrungen:

Das war die geilste Tour, an der ich je teilgenommen habe“. So oder ähnlich lauten die vielen tollen Rückmeldungen auf die Tour vom 29. Juni bis 1. Juli über 690 km und 6.700 Höhenmeter. Ein Tross von insgesamt 45 Personen, darunter etwa 40 RadlerInnen machte sich dabei auf den Weg durch 5 Bundesländer und 15 Städte, darunter viele die mit der Reformation verbunden sind. Als Botschafter für (nukleare) Abrüstung machte die Friedensfahrt auf die bis heute laufenden Verhandlungen für ein Atomwaffenverbot aufmerksam. Insbesondere in Bretten, Würzburg, Eisenach, Erfurt, Buttelstedt, Halle, Eisleben, Köthen, Dessau und zum Abschluss in Wittenberg wurde die Gruppe herzlichst, liebevoll und kreativ empfangen. Vor der Wittenberger Schlosskirche kam es zu einem krönenden Abschluss – genau dort, wo Luther die 95 Thesen anschlug. Und so ist es heute Zeit für eine neue Reformation: die Überwindung von Krieg, Rüstung und Militär, Hass und Gewalt durch Toleranz, Abrüstung und eine Kultur des Friedens Die Fahrt bleibt für alle Beteiligten ein unvergessliches Friedenserlebnis.

Auf dem Weg durch Thüringen trafen wir Friedensfreundinnen und – freunde der Initiative „Welt ohne Waffen“, die erst jüngst einen beeindruckenden Friedensappell veröffentlicht haben mit dem Plan einer vollständigen Abrüstung bis 2050, und aus dem ich den Schluss gerne als Gedankenanregung an diesem heute so bedeutenden Tag zitieren möchte:

Der inneren Logik dieses Abrüstungsprozesses und dem großen Friedensbedürfnis der Menschen stehen gewaltige Interessen entgegen. Vor dem Hintergrund des militärisch-industriellen Komplexes spielen Machtpolitiker gern mit ihren Muskeln und betreiben gemeinsam mit wichtigen Industrie- und Medien- Vertretern intensive Lobbyarbeit, um das Militär künstlich am Leben zu halten. Gewaltige Summen werden dafür aufgewendet, natürliche Ressourcen und Menschenkraft verbraucht. Diejenigen, welche von Feindbildern leben, können sich den Systemwechsel zum Frieden nur schwer oder überhaupt nicht vorstellen.

Wir sind überzeugt, dass trotz dieser Widerstände die systematische Entmilitarisierung der Welt Schritt für Schritt zur Erfolgsgeschichte werden kann. Während die große Weltpolitik immer noch auf Konfrontationskurs setzt, arbeiten schon heute viele zivile Akteure in der Welt mit großer Friedenskompetenz an gewaltfreien Lösungen. Und Deutschland könnte als Teil Europas und in Erinnerung an seine militaristische Vergangenheit und Schuld Vorreiter der weltweiten Abrüstung werden.

Es wird wichtig sein, Kampagnen zur Machbarkeit einer militärfreien Welt zu starten und sie in klare Begriffe und eindrucksvolle Bilder zu verwandeln. Das wäre eine Bewegung, die durch phantasievolle und große Aktionen die Berichtslust der Medien weckt. Künstler, Schriftsteller und alle Kreativen sind aufgerufen, hoffnungsvolle Bilder des zivilen Widerstandes und einer friedlichen Zukunft zu entwickeln. Frieden wollen wir nicht auf dem Friedhof, sondern im richtigen, erfüllten Leben.

Wir wissen, dass Frieden auch ein innerer Zustand des Menschen ist, der durch das Bestreben nach Ausgleich und Würde zu friedlichem Verhalten befähigt. Empathie und Vertrauen, Nächsten- und Feindesliebe sind nicht nur friedensstiftende Fähigkeiten des Menschen, sie sind auch lebenswichtig, sie tun einfach gut.

Sorgen wir dafür, dass diese Dynamik an Fahrt gewinnt und binden wir viele Menschen damit auch außerhalb der Friedensbewegung ein – in der Umwelt- und Anti-AKW Bewegung, den Kirchen, den Gewerkschaften, der Eine-Welt-Bewegung, im Sport, beim Deutschen Roten Kreuz und nicht zuletzt den Mayors for Peace.

Fühlen wir uns dabei ermutigt durch die 17 Sustainable Development Goals der UN, in denen Frieden eine wichtige Rolle spielt.

Senden wir diese frohe Botschaft aus New York direkt zum G 20 Gipfel nach Hamburg:

Yes we can – ban nukes!

Atomwaffenfrei jetzt!

Herzlichen Dank

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